Lange schon, es müssen einige Winter seit der ersten Idee vergangen sein, vielleicht in der amtlich restriktiv verordneten Phase des Virus‘, stets auf der Suche nach einer Rundtour, wurde die nicht alltägliche und nicht frequentierte Schitour mit dem Windacher Daunkogel und der Warenkarseitenspitze geplant, jedoch kam sie seither nie zur Ausführung.
Mit den prächtigen Frühlingstagen in der zweiten Aprilhälfte, in denen die tief liegenden Schitouren von den Talschaften aus nicht mehr ohne Plagerei durch Anreise per Radl und Teilaufstieg im Tragemodus möglich sind, erschien die Zeit unter Zuhilfenahme der Gletscherbahnen gekommen, das Vorhaben endlich umzusetzen.
Im Wissen, daß die nicht alltägliche Runde das Interesse der Connaisseure in der Kollegenschaft wecken wird, mußte sie auch nicht alleine unternommen werden. Auf Gletschertouren empfiehlt sich jedenfalls das Team, denn der Alleingang.
Die Warenkarseitenspitze stellt eher einen Kogel dar und dürfte deshalb nie amtlichen Gipfelstatus erlangt haben, weil sie früher nur als gletscherfreier Übergang benutzt wurde und keine alpinistische Bedeutung hat. Das Ziel, von Nordwesten bis Nordosten kommend, konnte nur der Talabstieg nach Sölden sein, kein lohnendes alpinistisches Ziel – außer dem wesentlich niedrigeren Hohen Nebelkogel – ist über sie erreichbar. Bedeutung dürfte sie also erst seit den 1930er-Jahren mit dem Hüttenbau der Hochstubaihütte erlangt haben, um den gletscherfreien Weg zur Siegerlandhütte zu ermöglichen.
Auf dieser Hochtour empfiehlt es mit Sicherheit zu wissen, wo das Daunjoch und die Daunscharte liegen sowie beim Kartenkauf nachzusehen, welche Lifte in Betrieb sind. Es gibt rein von der Planung her zwei Möglichkeiten den Sulztalferner zu erreichen.
Die Auffahrt mit der Daunjoch-Sesselbahn bis knapp unter das Daunjoch stellt den längeren Weg über den Sulztalferner dar und die Auffahrt mit der Rotadl-Sesselbahn sowie dem Daunjoch-Schlepplift zur Daunscharte den kürzeren.
Von beiden Gratpunkten kann über steile Flanken auf den Sulztalferner abgefahren werden. Der Unterschied zwischen beiden Möglichkeiten ist, daß die Daunjoch-Sesselbahn im Frühjahr meist nicht in Betrieb ist, wie wir sie auch vorgefunden haben. Die sichere Variante stellt der um 120 m höher liegende Abfahrtspunkt oberhalb der Daunscharte dar, da der Schlepplift eher in Betrieb und die Abfahrt nicht so steil ist.
Präzise um acht Uhr zwanzig rollte das Tor an der Talstation der Eisgratbahn nach oben und um kurz nach 9 Uhr stapften wir bereits vom Schlepplift auf den Anschnallpunkt an der Daunscharte, etwa 30 Hm oberhalb des vermessenen Schartenpunktes.
Ein Haken mit angeknüpftem Seil wird zum Abseilen nicht genutzt, ein paar Schritte oberhalb dafür eine kleine, wenig komfortable Stelle zum Anschnallen, um auf die steile Platte zu gelangen, die hinab auf den Sulztalferner führt. Etwa 70 Hm beträgt die Abfahrt in Gelände, das Stellen um 40° Neigung beinhaltet.
Der phänomenale Ausblick vom Anschnallplatz vor der Steilabfahrt auf die Wilde Leck erzwingt ein hastiges Foto und treibt die Vorfreude auf eine schöne Tour abseits technischer Pisten in die Höhe.
Sobald wir den Schnittpunkt der in den Gletscher einfallenden Felsrippe der Steilplatte erreicht hatten, wendeten wir unsere Spur nach Westen parallel zum oberen Rand des Sulztalferners, dessen Querung in Richtung Wütenkarsattel zum Anfellplatz führt. Dort, wo uns der schwindende Schwung der Abfahrt stehenbleiben ließ, legten wir die Felle an.
Am kurzen Aufstieg auf den Wütenkarsattel besticht der nahe Anblick der schön geformten Wilden Leck sehr eindrucksvoll und das lang gehegte Vorhaben nach dem sommerlichen Aufstieg über den Ostgrat tritt ins Bewußtsein.
Der erste Anstieg führt über eine mäßig steile Stufe in flacheres Gelände, das unterhalb eines Schrofenabhangs in das Karbecken unterhalb des flachen Wütenkarsattels leitet.
Mit einer Kehre fast auf der Sattelhöhe wird diese überwunden. Das Bild dahinter öffnet bereits den Blick auf das Tagesziel der Warenkarseitenspitze.
Allerdings muß vorher noch ein Rückblick auf den grandiosen, einsamen Sulztalferner geworfen werden mit seiner bärigen Einfassung durch den Hinteren Daunkopf, der Ruderhofspitze im Hintergrund, der Östlichen und Westlichen Schwarzenbergspitze, der Mutterberger Seespitze sowie den Wildgratspitzen, dem gerade noch sichtbaren spitzen Schrandele und dem mächtigen Massiv des Schrankogels.
Abgerundet von Nordosten nach Norden, nach dem Längentaljoch, wird der Blick auf den Hinteren Brunnenkogel, der im Pitztal in den Ötztaler Alpen einen Namensvetter hat der um gut 100 hm höher ist, dem Gaislehnkogel und dahinter als kleines Spitzl sichtbar, der Hohe Seeblaskogel sowie die Wilde Leck im Norden und die im Kartenwerk nicht bezeichneten Wütenkarspitzen.
Vorne – gegen Süden – liegt im Becken zwischen Wütenkarsattel und Wütenkarferner ein immerhin ein Hektar großer Gletschersee, der jährlich gespeist von den Schmelzwässern des Windacher Daunkogels, überlebt. Rechts davon führt die Felsrundung sehr steil hinab auf den Wütenkarferner, unserem nächsten Ziel.
Oberhalb des noch nicht sichtbaren, zugefrorenen Gletschersees querten wir das Becken zum Abstieg auf den Wütenkarferner, der durch eine über die Jahre in Mitleidenschaft gezogene Schneestange gekennzeichnet ist.
Steil oberhalb des Seebeckens liegt der Wintergipfel des Wütenkarferners. Vom eigentlichen geodätisch bezeichneten Gipfel trennen knapp 50 Hm und ein schmaler Grat. Rechts davon, in 1.300 m Entfernung liegt die rund geformte Warenkarseitenspitze dem Tagesziel auf unserer Hochstubairunde und bereits über den Süden hinaus besteht der Blick auf den Hohen Nebelkogel, dem Hausgipfel der Hochstubaihütte, die knapp rechts daneben auf einem Gratkamm errichtet wurde. Der Link zur Wetterstation auf der Hütte bietet eine gute Möglichkeit der Information über Temperatur sowie Wind und –richtung zur Tourenplanung.
Der Abstieg – im Winter die Abfahrt – auf den Wütenkarferner vom Seebecken führt über einen nahezu 40° steilen Einschnitt im Hang mit einer Höhendifferenz von knapp 60 m. die Lage ist südostgerichtet, sodaß im Frühjahr zwischen 8 und 9 Uhr bereits Sonneneinstrahlung herrscht.
Allerdings taute der Firn bei unserer Befahrung trotz knapp zweistündiger Bestrahlung auf dieser Höhe nur oberflächlich an und auf der Abfahrt entwickelte sich das typisch laute Geraspel von Schikanten über harte Oberflächen. Der Zustand der Kanten bestimmt die Abrutschtiefe zwischen den Schwüngen, die beträchtlich sein kann. Im Anstieg ist dieser Einschnitt außerhalb des Winters wohl nur mittels Steigeisen und geschulterten Schi zu bewältigen.
Am Wütenkarferner angekommen sieht der Blick zur Hochstubaihütte noch einmal märchenhafter aus als vom Sattel aus. Der Zugang von ihr zum Ferner bedeutet einen Abstieg über 100 Hm. Von unserem Ankunftspunkt nach Westen geblickt öffnet sich ein beeindruckender Blick auf Geigenkamm und Kaunergrat im Hintergrund.
Von der Bliggspitze über den Rostizkogel, Puitkogel, Watzespitze, Verpeilspitze und die Hohe Geige ist bis zur Kleinen Geige alles Namhafte dort zu sehen. 160 Hm sind es, die vom Tiefpunkt am Wütenkarferner auf den Warenkarsattel zu bewältigen sind.
Der Aufstieg in Richtung Warenkarscharte gleicht den Aufstiegen der Ferner in der Umgebung hinsichtlich der Steigung, die mäßig geneigt und gleichmäßig nach oben ziehen. Glücklicherweise zog uns eine kleine Scharte westlich der bezeichneten Warenkarscharte in ihren Bann.
Die Vorstellung, daß der Felssporn zwischen Warenkarscharte und der kleinen Schwester etwas oberhalb am Grat zur Warenkarseitenspitze eventuell nicht einfach zu begehen sei, nährte den Gedanken nicht direkt die Warenkarscharte anzusteuern, sondern zur kleinen Scharte aufzusteigen. Die positive Auswirkung dieser Entscheidung sollte uns erst später bewußt werden, zunächst war sie eine reine Instinkthandlung.
Mit wenigen Spitzkehren erreichten wir die am Ende steile Scharte, die sich als recht geräumig für die Umrüstung vom Tourenmodus auf den Gehmodus erwies.
Mit Spannung erwartete der Autor den Blick auf die Hanggegenseite ins Warenkar hinab, der sich nirgends erschöpfend recherchieren ließ und erleichtert stellten wir fest, daß über diesen Südosthang eine phantastische Abfahrt ins Warenkar bzw. in das noch höher liegende Becken des ehemaligen Warenkarferners möglich ist.
Auf der Gegenseite des Warenkarferners zeichnete sich der Aufstieg zum Schigebiet vollständig nachvollziehbar ab sowie die Piste am Windacher Ferner bis zum Eisjoch, an dem derzeit eine große Baustelle das Joch unbegehbar macht.
Jedenfalls löste der uns bis dorthin unbekannte weitere Verlauf der geplanten Rundtour Freude aus, sie würde vollständig durchführbar sein. Bis auf den wegen der Baustelle unbegehbare Aufstieg auf das Eisjoch erwarteten wir ein bäriges restliches Erlebnis.
Zunächst jedoch rüsteten wir für den Höhepunkt der Runde, dem Aufstieg zur Warenkarseitenspitze. Mit Steigeisen erklommen wir gleich den ersten und ausgesetztesten Grataufschwung aus der Scharte heraus.
Das zu überwindende Gratköpfchen wurde mit einem Seilende auf seinen Anstieg hinab sowie einer Fixverseilung über die Kuppe hinweg versichert, die bei unserer Begehung zwar nicht unbedingt verwendet hätten werden müssen, aber dennoch angenommen wurden.
Der Verlauf des Grates ist leicht, einer nach Süden etwas ausgesetztere Stelle begegnet man weiter oben vor einem kurzen Abstieg. Zur Sicherheit hielten wir respektablen Abstand von der Gratkante und orientierten uns immer am ausgeaperten Fels. Zusammen mit den alten Spuren vor uns mußte nicht viel Konzentration aufgebracht werden, um das Gipfelkreuz zu erreichen.
Zwei Burschen, die gleichzeitig mit uns an der Talstation gestartet sind, absolvierten die Runde über die Warenkarseitenspitze und begegneten uns am Grat bi ihrer Abfahrt in Richtung Warenkarseitenspitze.
Wir konnten ihre Abfahrt durch die fehlende Sicht nicht komplett verfolgen. Sie dürften die selbe Scharte erreicht haben, zu der die wir auch aufgestiegen sind, wahrscheinlich über einige Höhenmeter unter Fellen oder die Bretter geschultert.
Der lang gezogene Grat mündet in einen ebenfalls länglichen Gipfelbereich mit einen schönen Aluminium-Fachwerkkreuz, das schon vom Wütenkarsattel aus im Glanze durch die Vormittagssonne gesehen wurde.
Im Rundblick dieses Gipfels stellt man fest, daß man sich auf einem idealen Vorposten vor den Ötztaler Alpen befindet, weit zur Talfurche vorgeschoben, sodaß alle östlichen Kämme dieses Gebirges, Gurgler-, Ramol,- Geigenkamm sowie Kaunergrat bestens eingesehen werden können.
Mit dem Beginn des Rundblickes im Westen beim Rostizkogel im Kaunergrat über die Watzespitze, Verpeilspitze, Rofelewand und Gsallkopf liegen diese alle im Kaunergrat, die Hohe Geige im Geigenkamm zwischen Ötz- und Pitztal. Im Vordergrund der Hohe Nebelkogel und die Hochstubaihütte.
Im Sulztalkamm der Stubaier Alpen besticht natürlich der kühne Felsbau der Wilden Leck, die im Uhrzeigersinn nach der imposant spitz geformten, niedrigeren Atterkarspitze in knapp 3 km Entfernung aufragt. Knapp neben ihr im Hintergrund der rassige Lochkogel mit der Schitour über den sehr steilen Karkessel und die Murkarspitze vor der Wilden Leck.

Im Westen Rostizkogel, Watzespitze, Verpeilspitze, Rofelewand und Gsallkopf im Kaunergrat Hohe Geige im Geigenkamm; Hoher Nebelkogel und Hochstubaihütte im Vordergrund
Hinter dieser – bereits fast im Norden – ragt der massive Breite Grieskogel auf sowie der Winnebacher Weißkogel im Norden und der Gleirscher Fernerkogel sich zeigen.

Sulztalkamm mit Wilder Leck vorne, links die spitze Atterkarspitze, im Hintergrund Lochkogel und Murkarspitze; gegenüber Breiter Grieskogel, Winnebacher Weißkogel und Gleirscher Fernerkogel
Bereits im Nordosten ragt der massive schwarze Amphibolitbau des Schrankogels gegen den Himmel, sodann der gegenüberliegende Windacher Daunkogel, dem die Schwarzenbergspitzen und die Ruderhofspitze folgen.

im Nordosten der Warenkarseitenspitze der mächtige Schrankogel, das spitze Schrandele, der Windacher Daunkogel gegenüber, die Östliche Schwarzenbergspitze sowie die Ruderhofspitze
Im westlichen Hauptkamm folgen dann gleich an den Windacher Daunkogel anschließend der Westliche und der Östliche Daunkogel, zwischen selbem und der Stubaier Wildspitze der Habicht in 18 km Entfernung. Gleich darauf folgen Olperer und Schrammacher in 45 km Entfernung und Großvenediger in 98 km sowie der Großglockner in 123 km Entfernung.

rechts der Bildmitte der Östliche Daunkogel im Grat gegenüber, dahinter der massive Habicht, ganz rechts die Stubaier Wildspitze
Weiter geht es mit dem Großen Möseler und dem Hochfeiler in 54 km Entfernung, bevor im Vordergrund wieder die Schaufelspitze auftaucht. Weiter hinten wieder der Östliche Feuerstein und der mächtige Hochgall, 81 km entfernt.

Stubaier Wildspitze links, dahinter Olperer, Schrammacher, Großvenediger sowie Großglockner, weiter vorne Großer Möseler und Hochfeiler, rechts im Vordergrund Wilder Freiger, Wilder Pfaff, Zuckerhütl und Sonklarspitze
Im Stubaier Hauptkamm dann der Wilde Freiger, kaum 9 km entfernt, der Wilde Pfaff und das Zuckerhütl sowie die Sonklarspitze.

Dolomitenstöcke mit Piz Boè, Marmolata und Rosengartengruppe; im Vordergrund die Sarntaler Alpen mit Schrotthorn und Penser Weißhorn
Gegen Südosten bestehen dann phantastische Fernblicke in die Dolomitenstöcke auf den Piz Boè oder die Marmolata und die Rosengartengruppe. Im Vordergrund besteht ein guter Blick auf die Sarner Alpen, die stets schöne Touren bieten, wenn das Wetter den Alpenhauptkamm in eine Schlechtwetterregion und eine sonnige Region teilt, mit beispielsweise dem Schrotthorn oder dem Penser Weißhorn.

Gurgler Kamm mit Hochfirst, Liebenerspitze, Granatenkogel und vorne Königskogel, dann Seelenkögel und Hochwilde
Im Kreis weiter, nachdem die abflachenden Berge im Süden im Gurgler Kamm wieder an Höhe gewinnen, finden sich der Hochfirst, die Liebenerspitze, der Granatenkogel, und vor dem selben der niedrigere Königskogel, dann die Seelenkögel, die Hochwilde in 24 km Entfernung sowie die hohen Gipfel im Ramolkamm.

Falschungspitze und Karlesspitze, dann Ramolkamm mit Schalfkogel, Firmisanschneide, Hinterer Spiegelkogel, Nördlicher, Mittlerer und Großer Ramolkogel
Imposant präsentieren sich Falschungspitze und Karlesspitze, bevor mit den Schalfkogel im Ramolkamm der Reigen der hohen Gipfel beginnt. Nach der Firmisanschneide lugt die schneidige Hintere Schwärze aus dem Hauptkamm hervor und vor ihr der Hintere Spiegelkogel, anschließend der Nördliche Ramolkogel, der Mittlere und der Große Ramolkogel, der fast den Similaun abdeckt.

In der Ferne Königsspitze und Ortler, vorne Fineilspitze, Weißkugel, Wildspitze und Hinterer Brochkogel
In der Ferne blicken Königsspitze und Ortler in 68 km Entfernung durch, bevor die Fineilspitze hinter der Teilung des Ventertals in das Niedertal und das Rofental thront. Weiter rechts bereits in 33 km Entfernung die Weißkugel und im Vordergrund im Weißkamm die mächtige Wildspitze und der Hintere Brochkogel.

Stubaier Hauptkamm im Zoom mit Wilder Freiger, Wilder Pfaff, Zuckerhütl, Sonnklarspitze, Schwarzwandspitze und Botzer
Hochvernagtspitze, Hinterer Brunnenkogel und die Vordere Ölgrubenspitze runden die Gipfelschau ab sowie der frontale Blick auf einen weiteren Hausberg von Sölden, den Gaislachkogel und das Rettenbachtal mit dem Ötztaler Gletscherschigebiet, in dem das Unternehmen des Autors einen Schifahrertunnel durch die Innere Schwarze Schneid vom Rettenbachferner zum Tiefenbachferner vorgetrieben hat.
Am Rückzug über den Grat zur Scharte musterten wir nochmals den Aufstieg auf den Windacher Ferner. Es gibt zwei Möglichkeiten, der kürzere aber steilere Anstieg führt genau westlich des Windacher Ferners durch ein steiles Couloir oder, mit etwa 100 m tieferer Abfahrt nach Süden ins Warenkar weniger steil, dafür mit längerem Aufstieg bis zum Lift unterm Bildstöckljoch.
Der eigentliche tourengemäße Aufstieg erfolgt zum Eisjoch, ist aber heuer wegen der Baustelle nicht durchführbar. Die erste Möglichkeit führt über 280 Hm zum Eisjoch, die tiefere Möglichkeit bedingt somit 380 Hm. Wir entschieden uns für die kürzere, direkte und steilere Variante.
Zunächst aber freuten wir uns über die schöne und steile Abfahrt zum Warenkarferner. Die Firnverhältnisse über den 350 m hohen Hang waren ausgezeichnet, wovon auch ein Videoclip entstanden ist:
Im unteren, flacheren Teil merkte man die geringere Höhe auf etwa 2.830 m dem Firn schon an, der dort bereits völlig durchfeuchtet war, glücklicherweise aber verdichtet, sodaß niemand einsank. In der Grube – so darf der Fernerkessel genannt werden – herrschte Windstille und die allseits reflektierende Sonnenbestrahlung verbreitete eine entsprechend hohe Temperatur, die wir für das Frühjahr in dieser Höhe bemerkenswert empfanden.
Im Aufstieg über den steilen unteren Teil des Couloirs benutzten wir die Spuren der Gruppe vor uns, die wir vom Gipfel aus dabei beobachteten. Dieser Teil erstreckt sich über etwa 70 Hm und leitet in eine seichte Grube über, ab der es deutlich flacher weitergeht.
Während des Aufstiegs kann man wunderbar die senkrechten Südseiten von Östlichem Daunkogel und Stubaier Wildspitze bestaunen, deren gletschergeschliffene Felsflächen gut den zähen, verschleißfesten Biotit-Amphibolitgneis zeigen. Dieses Gestein ist der Grund für den kühnen Bau und die steileren Flanken der beiden Spitzen als die umgebenden Schiefergneisfelsen.
Bald erreichten wir den vorgelagerten Rücken, der von der Wildspitze zum ehemaligen Windacher Ferner eine flache Stufe bildet und stiegen bis zum Wildspitzlift auf. Ein Blick auf die Baustelle verriet, daß es keinen Sinn machen würde, bis zum Eisjoch aufzusteigen. So bewältigten wir die letzte Stufe über 170 Hm der bärigen Rundtour mittels des Sesselliftes.

Rückblick auf die Abfahrt; hier ist die kompliziertere Abfahrt von der Warenkarscharte (tiefster Punkt) auf Bändern zwischen Senkrechtabbrüchen gut zu sehen; wenn unbekannt, dann kann man sich dort leicht verfahren
Von der Bergstation bis hinab zum Parkplatz erfolgte die Abfahrt über die Pisten und schließlich über den Schotterweg unterhalb der Eisgratbahn. Die gesamte Strecke bis zur Brücke oberhalb der Gamsgartenbahn konnten wir ohne Tragstellen abfahren.
Auf der Hochstubairunde legten wir lediglich 610 Hm Aufstieg zurück, da von den 880 Hm der Aufstieg zum Eisjoch weggefallen ist. Die Abfahrt führte und über 2.220 Hm interessantes hochalpines Gelände und Schipisten.

im Rückblick betrachtet müßte die Warenkarseitenspitze eigentlich „kogel“ heißen sowie der Windacher Daunkogel eigentlich „spitze“
Gesamt benötigten wir 6 Stunden ab dem Auffellplatz am Sulztalferner, vom Tal bis dorthin benötigten wir mit Bahn und Aufstieg auf die Daunscharte knapp 1 ½ Stunden in Summe dauerte die Rundtour mit allen Pausen und einer knappen halben Stunde Rast am Beginn der Abfahrt 7 ½ Stunden.
Mils, 26.04.2026
- Daunscharte in Bildmitte; mit dem Schlepplift in das Becken darunter
- Anstieg in die Daunscharte ab dem Schlepplift
- im Aufstieg stapfen im Harsch eher als unter Schi
- Abseilstelle oberhalb der Daunscharte; links herum auf die direkte Abfahrt
- Doris freut sich über den perfekten Tag
- oberer Sulztalferner und die majestätische Wilde Leck
- Trenngrat zwischen Daunferner und Sulztalferner mit dem Hinteren Daunkopf
- Rückblick auf die Pisten des Stubaier Gletschers
- Anschnallplatz oberhalb der Abseilstelle
- die Gruppe auf der steilen Platte
- Rückblick auf die Abfahrt zum Sulztalferner
- oberer Teil des Sultalferners mit Anstieg hinten zum Wütenkarsattel
- fertig zum Abmarsch
- Anstieg zum Wütenkarsattel
- herrlicher Aufstieg in weichem Altschnee
- flachstelle zum Wütenkarfsatttel; rechts die im Kartenwerk unbezeichneten Wütenkarspitzen
- Wilde Leck mit ihrem schönen Ostgrat
- Wütenkarsattel voraus
- Rückblick vom Wütenkarsattel auf den Sulztalferner
- im Hintergrund der Wintergipfel des Windacher Daumkogels
- Windacher Daunkogel und Warenkarseitenspitze; im Vordergrund unten der Gletschersee
- unser Tagesziel die Warenkarseitenspitze
- Blick zur Abfahrtsrinne auf den Wütenkarferner
- Warenkarseitenspitze vom Beginn der Rinne zum Wütenkarferner
- Rückblick auf den Sattel vor der steilen Abfahrt
- Thomas als erster am Wütenkarferner
- Doris im Mittelteil der Abfahrt
- Hilli im oberen Teil der Abfahrt auf den Wütenkarferner
- Rückblick auf die Abfahrt mit dem Autor mittig im Hang
- Hochstubaihütte westlich des Wütenkarferners
- Blick über den Wütenkarferner nach Nordwesten ; hinten der Geigenkamm und die Riesen des Kaunergrats
- flacher Aufstieg zum Warenkarsattel
- Hochstubaihütte im Zoom; der Hang zur Rechten im Winter befahrbar
- Aufstieg ostwärts gegen die Warenkarscharte
- Rückblick am Aufstieg mit Hochstubaihütte mit Nebelkogel linker Hand
- Scharte westlich der Warenkarscharte; diese sollte man zur Abfahrt in das Warenkar nehmen und nicht die Warenkarscharte selbst
- Aufstieg zur Gratscharte auf die Warenkarseitenspitze
- erster Blick südostseitig ins Warenkar – eine bärige Abfahrt dürfte uns erwarten
- Rückblick auf den Wütenkarferner
- Aufstieg aus der Gratscharte auf die Warenkarseitenspitze
- los geht der schöne, etwa halbstündige Aufstieg auf die Warenkarseitenspitze
- die schwierigste Stelle am durchwegs leichten Grat gleich zu Beginn aus der Scharte
- oberhalb des Gratköpfls besteht ein gute Übersicht auf den Gratverlauf
- herrlich leichter Aufstieg, jedoch tiefe Einsinkstellen bei Altschneeproblemzonen
- abwechslungsreiche Gratstellen am Aufstieg zur Warenkarseitenspitze
- Rückblick über den Gratverlauf im unteren Teil
- teilweise recht weit in der Flanke führt der Verlauf bis zu einer weiteren Scharte
- und wieder etwas näher an der Gratkante mit schönen Wechtenausbildungen
- oberer Teil des Gratverlaufs zur Warenkarseitenspitze
- letzter Aufschwung auf dem Ostgrat zur Warenkarseitenspitze
- flacher Gipfelbereich auf der Warenkarseitenspitze
- Rückblick auf den Wütenkarsattel und Abfahrt auf den Wütenkarferner
- Ankunft auf der Warenkarseitenspitze
- Warenkarseitenspitze, 3.347 m
- Im Westen Rostizkogel, Watzespitze, Verpeilspitze, Rofelewand und Gsallkopf im Kaunergrat Hohe Geige im Geigenkamm; Hoher Nebelkogel und Hochstubaihütte im Vordergrund
- Sulztalkamm mit Wilder Leck vorne, links die spitze Atterkarspitze, im Hintergrund Lochkogel und Murkarspitze; gegenüber Breiter Grieskogel, Winnebacher Weißkogel und Gleirscher Fernerkogel
- im Nordosten der Warenkarseitenspitze der mächtige Schrankogel, das spitzeSchrandele, der Windacher Daunkogel gegenüber, die Östliche Schwarzenbergspitze sowie die Ruderhofspitze
- rechts der Bildmitte der Östliche Daunkogel im Grat gegenüber, dahinter der massive Habicht, ganz rechts die Stubaier Wildspitze
- Stubaier Wildspitze links, dahinter Olperer, Schrammacher, Großvenediger sowie Großglockner, weiter vorne Großer Möseler und Hochfeiler, rechts im Vordergrund Wilder Freiger, Wilder Pfaff, Zuckerhütl und Sonklarspitze
- Dolomitenstöcke mit Piz Boè, Marmolata und Rosengartengruppe; im Vordergrund die Sarntaler Alpen mit Schrotthorn und Penser Weißhorn
- Gurgler Kamm mit Hochfirst, Liebenerspitze, Granatenkogel und vorne Königskogel, dann Seelenkögel und Hochwilde
- Falschungspitze und Karlesspitze, dann Ramolkamm mit Schalfkogel, Firmisanschneide, Hinterer Spiegelkogel, Nördlicher, Mittlerer und Großer Ramolkogel
- In der Ferne Königsspitze und Ortler, vorne Fineilspitze, Weißkugel, Wildspitze und Hinterer Brochkogel
- vorne der Hohe Nebelkogel und talgegenseitig der Gaislachkogel mit dem Rettenbachtal zum Ötztaler Gletscher, rechts die großen Gipfel im Kaunergrat
- Hoher Nebelkogel und Hochstubaihütte im Zoom
- Weißkugel und Wildspitze im Zoom
- Ramolkamm im Zoom, rechts die Hintere Schwärze
- Stubaier Hauptkamm im Zoom mit Wilder Freiger, Wilder Pfaff, Zuckerhütl, Sonnklarspitze, Schwarzwandspitze und Botzer
- Rückzug von der Warenkarseitenspitze
- die kleine Scharte im Rückblick
- Blick auf den Windacher Ferner
- Blick über den Grat zur Warenkarscharte
- steilste Stelle zurück zur Scharte von der aus die Abfahrt zum Warenkarferner erfolgt
- Rückblick am Grat
- steilste Stelle mit Seilversicherungen
- unterhalb der Hakenstelle mit dem Seil befindet sich eine unangenehme Platte
- Blick zum Aufstieg auf den Windacher Ferner
- Abfahrt von der Scharte zum Warenkarferner
- ein herrlich breiter Hang erstreckt sich über knapp 250 Hm hinab ins Warenkar
- über eine Linkkurve rechts der Seitenmoräne hinab zum Auffellplatz
- die Gruppe bereits unterhalb der Seitenmoräne
- Gegenaufstieg im Zoom mit einer Zweiergruppe im oberen Teil
- fast am Tiefpunkt vor dem Wiederaufstieg
- am Auffellplatz
- letzte Abfahrt des Fotografen zum Auffellplatz
- steile Wände aus Amphibolit-Biotitgneis auf der Südseite der Staubaier Wildspitze
- Blick an Südwesten auf die Ötztaler Alpen
- Auffellen im heißen Kessel des Warenkars
- Rückblick auf den Abfahrt von der Warenkarseitenspitze
- letzter Aufstieg zum Windacher Ferner
- im Aufstieg zum Windacher Ferner unterer Teil
- im Aufstieg zum Windacher Ferner oberer Teil
- die Hitze läßt selbst Hilli verschnaufen
- oberer Teil zum Windacher Ferner, der bereits flacher wird
- Rückblick auf die Abfahrt; hier ist die kompliziertere Abfahrt von der Warenkarscharte (tiefster Punkt) auf Bändern zwischen Senkrechtabbrüchen gut zu sehen; wenn unbekannt, dann kann man sich dort leicht verfahren
- angenehm steigend Richtung Bildstöckljoch weiter
- Talstufe Richtung Bildstöckljoch
- Steigung auf den Windacher Ferner
- im Rückblick betrachtet müßte die Warenkarseitenspitze eigentlich „kogel“ heißen sowie der Windacher Daunkogel eigentlich „spitze“
- nochmals die Wildspitze in voller Pracht und Höhe
- letzter Blick auf die Warenkarseitenspitze
- Abfahrt über die Schotterstraße ins Tal
- vor dem Tunnel unterhalb der Mittelatation
- Willi Kohl Tunnel
- auf sehr aufgeweichtem Firn die noch nicht geräumte Schotterstraße hinab ins Tal
- am bereits geräumten Teil der Straße über Hänge hinab
- sowie neben der Straße im Gelände
- Abschluß der epischen Hochstubairunde
- Route Hochstubairunde

























































































































































