Archiv der Kategorie: Kitzbüheler Alpen

Schitour Sonnenjoch, 2.292 m

Die streckenmäßig längste Schitour im Luegergraben stellt der schöne, sonnige Aufstieg auf das Sonnenjoch am Talschluß dar. Das geschichtsträchtige Ziel, auch Sonnjoch genannt,  wird bei schönem Wetter auf einer unvergesslichen Tour erreicht, ein leichter Gipfel mit rassiger Abfahrt über seine felsigen Nordhänge.

Sonnenjoch, 2.292 m – mit Herwig und Andrea

Auch geographisch stellt das Sonnenjoch einen Zentralpunkt dar, treffen dort die drei Bezirke Kitzbühel, Kufstein und Schwaz zusammen, sowie fünf Gemeinden: Alpbach, Wildschönau, Hopfgarten, Stummerberg und Hart.

Blickfang – Gedenktafel der Schützen der fünf Gemeinden, die Anteil am Sonnenjoch haben; selbstverständlich regt die Tafel zum Nachforschen an

In den Tiroler Freiheitskämpfen spielte das Sonnenjoch eine wesentliche Rolle, wie im Bericht der Stummer Schützen nachzulesen ist. Es bildete einen geheimen Schützenweg von der Wildschönau in das Zillertal auf dem die Kompanien der oben genannten Gemeinden hin- und her zogen und dadurch Feindberührung im Inntal vermeiden konnten. Weitere Begebenheiten, die – so die Chronik – durch im Ferdinandeum in Innsbruck anhand von Original-Urkunden belegt sind, können sich in der Zusammenstellung Die 15 Kompanien des Zillertales nachlesen lassen.

Rodelbahn im Luegergraben

Unter Läuterung solcherart schwerwiegendem Geschichtswissen unternimmt man aber nicht bereits vom Parkplatz im Luegergraben die lange Anreise auf das Steinbergerjoch unterhalb des Sonnenjochgipfels. Nein, erst am Gipfel selber findet man Zeugnis des Gedenkens an die Ereignisse, die mittlerweile gute 200 Jahre zurückliegen.

kurz vor der Faulbaumgartenalm

Erst durch die schöne Bronzetafel am Sockel des großen Gipfelkreuzes, das von den Schützenkompanien 1974 errichtet wurde, erfährt man vom Schützenweg von 1809 und interessiert sich für das Geheimnis welches das Sonnenjoch in sich birgt.

Faulbaumgartenalm am Vormittag

Die Schützen der angrenzenden Gemeinden veranstalten bis heute in regelmäßigen Abständen und in Abwechslung der Organisation jeweils am letzten Sonntag im August Gedenkfeiern am Gipfel des Sonnenjochs.

Aufstieg zur Filzalm nach der Faulbaumgartenalm

2017 war Stumm an der Reihe, weitere Veranstaltungen konnten im Internet nicht in Erfahrung gebracht werden. Möglicherweise ist aber auch die Abfolge der Gedenkfeiern durch die Vorschriften der noch immer vorherrschenden Virenhysterie durcheinandergeraten.

Rückblick von der zweiten Talstufe

Den Aufstieg entlang der Rodelbahn bis zur Faulbaumgartenalm teilt man sich mit allen übrigen Schitourenfreunden, die andere Routen auf die bärigen Ziele vom Luegergraben aus unternehmen, beispielsweise auf Mareitkopf, Kleiner Beil, Großer Beil oder auf den Torkopf. Und wer spät losmarschiert teilt sich die Rodelbahn mit den ersten Rodlern am Tag.

Filzalm voraus, herrliche Landschaft

Auf der langen Strecke bis hinter die Faulbaumgartenalm von mehr als dreieinhalb Kilometern werden schon beachtliche 360 Hm Aufstieg mitgenommen. Nach der Alm wird es ruhiger und alpiner, nur mehr Schispuren führen hinauf auf die nächste Talstufe zur urigen Filzalm.

auf den Hang querend zur Rippe

Das Gelände um die Filzalm ist breiter und länger als jenes der Faulbaumgartenalm, ein richtiges Plateau bis unter die Steinbergalm fanden wir vor. Links der Steinbergalm zieht eine auffällige Rippe auf das Steinbergerjoch.

Steineralm im Talkessel

Die Filzalm wird rechts liegen gelassen, die Route führt schräg aufwärts, den Hang schneidend, auf die Rippe, die von unten den Eindruck erweckt, sie wäre speziell zum Erreichen des Steinbergerjoches angelegt worden.

Im Hintergrund rechts der Aufstieg zum Großen Beil

Die gesamte Strecke, vom Parkplatz bis zum Joch und auf den Gipfel befindet sich unter Sonnenbestrahlung, mit ganz kleinen Unterbrechungen im Tal. So auch auf der langen Aufstiegsrippe zum Joch, die von der Hälfte ihrer Länge über ihre Restlänge eingesehen werden kann und die über einige Kuppierungen zum Joch ausläuft.

das Joch oberhalb Andrea sichtbar

Am breiten Steinbergerjoch (1.907 m) fallen zunächst die breiten Gründe auf der Südseite auf, der Triplon- und vor allem der Hemmerergrund, die vom Tal ihren Zugang über den bekannteren Märzengrund beziehen.

erster Blick in den Hemmerergrund im Zillertal

Vielmehr fallen die begrenzenden Gipfel an dem Talschlüssen ins Auge, welche da mit Rifflerkogel, Katzenkopf und Torhelm genannt werden können, allesamt 2.500er Erhebungen.

das gewaltige Becken des Hemmerergrundes im Zillertal

Ebenfalls am Steinbergerjoch befindet sich die Otto-Leixl-Hütte, eine Schutzhütte der Akademische Sektion München und privat. Sie wurde 1921 gebaut und steht mit Blick nach Süden rechts neben einem Almgebäude der Kothüttenalm, das wesentlich später errichtet wurde.

Blick nach Westen auf den Märzengrund; rechts oben Otto-Leixl-Hütte

Nach links (östlich) führte uns der sonnige Aufstieg über weitläufiges Gelände auf den breiten flachen Grat. Mit dem Gipfel des Sonnenjochs. Der Aufstieg erfolgt nicht direkt zum vom Joch aus nicht sichtbaren Gipfel, der Routenverlauf der Schitour folgt zuerst dem Sommerweg Richtung Niederjoch, bevor er linkerhand in einen steileren Hangteil abzweigt und direkter auf den Grat führt.

phantastisches Gelände auf das Sonnenjoch

Das herrliche Steiggelände erlaubt nördlich und südlich bärige Blicke auf die Flanken und Talverläufe und man kann die Aussicht aufgrund der eingeschränkt notwendigen Konzentration im einfachen Gelände aufsaugen.

letzte Mulde vor der Westflanke, tolle Übersicht über den Aufstieg

Unterschätzen sollte man den Aufstieg vom Joch in seiner Länge nicht, bis auf den Kamm ist man schon etwa 40min unterwegs. Schön gestuftes Gelände führt zu einer leicht steileren Mulde, die auf den breiten Kamm führt.

der alte Verfasser keucht hinterher und schmiedet Pläne für den Großen Galtenberg

Im oberen Bereich bietet sich ein umfassender Blick auf den Märzengrund, auf das Plateau um die Gmünd Alm, mit einem Höhenunterschied von gut 800 m knapp vor der Kammhöhe. Diese präsentierte sich leicht abgeblasen, sodaß einige Schritte auf den flachen Kamm durch Wiesenbüschel vonnöten waren, um auf den breiten Buckel zu gelangen.

über ein paar Meter abgeblasenes Bergwiesengelände auf den Kamm

Am Kamm angelangt erblickten wir das Gipfelkreuz am Sonnenjoch in einiger Entfernung auf der breiten Hochfläche, die von allen Seiten gestürmt wurde, wie es uns durch mehrere Aufsteigende vom Langen Grund zunächst den Anschein machte.

Sonnenjoch bei der Ankunft am Kamm

Den flachen Gipfel nimmt man gar nicht so offensichtlich als einen solchen an, das Plateau auf dem das Gipfelkreuz thront dürfte die Größe eines Fußballfeldes besitzen.
Natürlich sticht die Bronzetafel der Schützenkompanien ins Auge, die sich in Brusthöhe im Steinsockel des Gipfelkreuzes eingelassen gut lesen läßt.

Gipfelkreuz Sonnenjoch von Norden gesehen

2024 im August jährt sich die Errichtung des Kreuzes zum 50. Mal und die mächtige Holzkonstruktion befindet sich dank gelebter Handwerkskunst vom Schlägern bis zur Verarbeitung in einwandfreiem Zustand.

Hemmerergrund im Süden

Der Fernblick an diesem Tag litt unter der Bewölkung ein bisschen. An den nahen Zielen konnten wir und freuen, Weitblicke blieben leider versagt, wie auch manche  Gipfel, außer dem beherrschenden imposanten Alpbacher, dem Großen Galtenberg mit seinen zwei Trabanten, dem Torkopf und dem Mareitkopf, die vorzügliche Tourenberge darstellen.

die Majestät im Alpbachtal – Großer Galtenberg; rechts Torkopf und Mareitkopf

Bei der Perspektive von Sonnenjoch kommt der lange Rücken des Großen Galtenbergs hinab zum Steinbergerjoch gut zur Geltung und es erhebt sich die Frage, ob die Mädels, die wir zwei Wochen später den Südgrat daher stapfen sahen nicht etwa vom Steinbergerjoch aufgestiegen sind.

Blick in den Osten – Trennkamm zwischen Wildschönau und Hopfgarten

Im Osten und im Süden sah es schlechter aus, die Gipfel jenseits dem Langen Grund konnten wir wegen Nebels nicht sehen, dafür aber im Kamm den Norden mit dem Großen Beil und dem Gressenstein, der an diesen Tag von Osten aus der Wildschönau bestiegen wurde.

Kamm nach Norden mit Gressenstein links und Großer Beil mittig im Hintergrund

Zur Abfahrt wählten wir den Nordwesthang, der – sehr steil – zur Steinbergalm hinunterführt. Das Gelände erreicht dort im steilsten Teil an die 40° Neigung.

Rückblick auf den Sonnenjochgipfel

Der steilste Teil erstreckt sich über etwa 60 bis 80 Hm, die wir in Pulverschnee abfahren konnten und einzeln befuhren. Zu Beginn des Steilhanges öffnet sich ein sagenhafter Blick auf das Alpbachtal.

Unterhalb des Steilstückes flacht der Hang weitgehend ab und bildet an der Kante eine zweite Höhenstufe, mit wesentlich weniger Hangneigung und mit lichter Bewaldung.

ein atemberaubender Blick ins Alpbachtal besteht am Beginn des Nordwesthanges

Dieser Abschnitt führt leider allzu schnell zum Flachstück bei der Filzalm zurück. Wer lange am Hangbleibt und hoch hinausquert erlebt das Flachstück unter voller Fahrt.

Rückblick auf den Steilhang vom Sonnenjoch

Die Abfahrt von der Filzalm zur Faulbaumgartenalm erfolgt entlang der Aufstiegsspur.

malerischer Rückblick auf der Filzalm

Ein beschließender Rückblick auf die beeindruckende Tour sollte beim Bier von der Faulbaumgartenalm den mentalen Abschluß bilden.

Einkehr auf der Faulbaumgartenalm, der „Fauli“, um den überlangen Namen durch Verballhornung zu vereinfachen

Der gesamte Aufstieg vom Parkplatz auf das Sonnenjoch beträgt 1.235 m. Die Streckenlänge stellt mit 8 km eine lange Schitour dar, wahrscheinlich die längste im Alpbachtal. Wir benötigten dafür 5 Stunden incl. Pausen.

Mils, 27.02.2022

Schitour Kleiner Beil, 2.197 m

Links und rechts vom Luegergraben in Inneralpbach ziehen malerische Schitouren auf die Kämme, und links hinauf, im Trennkamm zur Wildschönau, liegt das interessante Ziel Kleiner Beil.

Kleiner Beil, 2.197 m

Der Anstieg über bäriges freies Gelände nach der Talwanderung erfolgt vor knapp der Faulbaumgartenalm. Vom Parkplatz (~1.120 m, 3.- pro Tag) wird entlang der Rodelbahn über 3,6 km und 360 Hm die abzweigende Aufstiegsspur etwa 200 m vor dem Stadel der Alm erreicht.

Abzweigung Route auf den Kleinen Beil vor der Faulbaumgartenalm

Einige aber wenige Spitzkehren führen durch den weitgehend freien mittelsteilen Hang etwa 220 Hm aufwärts, bis die Hangneigung zurückgeht und über wenig steiles Gelände die Stadelkehralm auf 1.800 m angepeilt wird.

über schönes mittelsteiles Geländer führt der Anstieg mit wenigen Spitzkehren

Malerisch führt die Route durch vereinzelte Zirben und gegen das Talinnere hin erreicht der Blick den Talkessel mit dem breiten Sattel in den Märzengrund im Zillertal. Eine der schönsten Schitouren im Alpbachtal führt dort auf das Sonnenjoch.

mit der Höhe gewinnt man einen übersichtlichen Blick auf den Talschluß

Unser Aufstieg war im oberen Teil, etwas oberhalb von 1.700 m von Lockerschnee geprägt, welcher uns später sehr willkommen war.

umfassende Aussicht über den Luegergraben und das Alpbachtal

Knapp unterhalb der Stadelkehralm öffnet sich ein phantastischer Rückblick auf den Luegergraben („Luagergraben“, lernt man vom einheimischen Parkplatzbetreuer) und hinaus nach Alpbach und dieser Platz eignet sich hervorragend für ein Trink- und Betrachtungspause.

Trinkpause bei der Alm, Hintergrund bereits die Umgrenzungen von Triplon- und Hemmerergrund

Linkerhand im Aufstieg besteht ein übersichtlicher Blick auf den Lämpersberg, der vom Parkplatz aus bereits wesentlich früher links abzweigend begangen und der auch in Kombination mit dem Saupanzen bestiegen wird.

phantastischer Blick auf die Westflanke des Lämpersbergs

Tolle freie Abfahrtshänge zur Feldalm hinab kennzeichnen seine Westflanke. Er überragt den Kleinen Beil um fünf Meter.

durch eine schattige Mulde auf eine Flachstelle

Östlich der Stadelkehralm zieht ein Westgrat vom Seekopf herab, der erstmals auf der schönen Route Schatten auf den Aufstieg wirft. Allerdings im Februar schon nur mehr von kurzer Dauer.

Richard an der Flachstelle

Nach einem kurz aufsteilenden schattigen Teil erreicht man wenige Minuten später eine Flachstelle, von der aus der Abschlußhang auf die Grathöhe einsehbar ist. Dieser Hang stellt sozusagen der Schlüsselteil  der Tour dar, denn er wird oben über ein kurzes Stück von etwa 30 Hm über 35° steil.

über Kuppen geht es auf die Steilflanke zu

Von der Flachstelle aus bietet sich auch ein guter Blick auf den Lämpersberg, der an diesem Tag mehrfach von der Wildschönauer Seite aus begangen wurde.

Aufstieg auf die Steilflanke

Ein weiteres Mal durch ein kurzes Stück Schatten stiegen wir von der Grube auf die aufsteilenden Kuppen vor dem Steilhang, dem Schlussstück der Tour.

am oberen Ende der Steilflanke

Der Steilhang dient auch der einzigen Abfahrt vom Kleinen Beil. Es ist also nicht verwunderlich, wenn die Aufstiegsspur über einen sehr großen Teil ihrer Länge zwischen den Spitzkehren sozusagen durch die Abfahrer weggerutscht wird und sich knifflige Partien ergeben, für die der Einsatz von Harscheisen sehr ratsam ist, will man sich nicht plagen.
Da dieser Hang ein Sonnenhang ist tritt diese Situation sicher recht häufig auf.

kurzes aperes Stück vor der Grathöhe

Gegen die Grathöhe flacht der Steilhang ab und wir erreichten eine kurze apere Stelle durch das krautige Gras, die ohne Steine zu durchqueren war.
Den breiten Grat konnten wir vollständig unter Schi aufsteigen, mit einer steilen ersten Partie auf einen runden Vorkopf vor dem Gipfel, der vom selben durch ein Schärtchen mit einigen Metern Abfahrt getrennt ist.

Aufstiegsroute auf den Lämpersberg von der Wildschönau

Am breiten Gipfelplateau sticht ein kunstvoll modernes Gipfelkreuz ins Auge. Wie so häufig bei modernen Gipfelkreuzen wurde es aus Edelstahl und Holz gefertigt und vom AV Wildschönau errichtet.

Blick auf das Feldalphorn zwischen Wildschönau und Kelchsau

Die Rundumsicht am Kleinen Beil ist phantastisch. Im Kamm nach Norden folgen Schitourenziele wie die bereits erwähnten Lämpersberg, der Saupanzen als kleiner „Pinggl“ links davon, dann der beliebte und einfach zu begehende Joel, bzw. Joelspitze.

im rechten Bilddrittel in der Ferne Großglockner und Großvenediger

Im Kamm südwärts geblickt versperrt der um gut 100 Hm mächtigere Große Beil den Blick. Gegen Osten breiten sich die Kitzbüheler Alpen aus, mit dem markanten Gipfel des Großvenedigers über dem Westlichen Salzachgeier im Südosten, sowie links davon der Großglockner in 60 km Entfernung und gegen Nordosten das mit nur mehr 30 km Entfernung gelegene Kaisergebirge.

Großer Beil im Süden

Gegenüber dem Kamm, im Westen besteht ein herrlicher Blick auf den Großen Galtenberg mit seiner bärigen Abfahrt über den steilen Osthang hinab zur Innermareitalm.

Blick auf Triplon- und Hemmerergrund im Zillertal, in der Ferne der Olperer

Rechts davon sein kleiner Trabant der Mareitkopf, der aufgrund seiner Hangneigung eine nette und weitgehend sichere Schitour ab Lawinenwarnstufe III darstellt und links davon ein ebenfalls schön zu begehender Trabant, der Torkopf.

Gegenüber im Tal der Große Galtenberg, links davon und tiefer der Torkopf, rechts davon der Mareitkopf

Rechts neben dem Großen Galtenberg und etwas weiter im Hintergrund die etwas raueren Gesellen der Sagtaler Spitzen mit dem Standkopf als schönstes Ziel und dem Gamskopf östlich davon.

Richard am Kleinen Beil

Mit etwa einer Dreiviertelstunde Pause gönnten wir uns etwas Muse am Kleinen Beil und traten die Abfahrt in der Mittagsstunde an.

Abfahrt über das kurze Gratstück

Der Steilhang erwies sich wenig aufgefirnt, bot aber eine einwandfreie Abfahrt.

Abfahrt am Steilhang

Unterhalb des Steilhanges im flacheren Gelände trafen wir auf weichen Schnee, der im Aufstieg schon Freuden verhieß. Pulverschnee war es keiner mehr, die Sonne hatte bereits ihren Dienst getan.

 

Über die Almwiesen hinab zur Stadelkehralm und weiter hinaus genossen wir die tolle Abfahrt. Im steileren Teil unterhalb 1.700 m bis hinab zur Faulbaumgartenalm machte uns der zunehmende Harschdeckel die Abfahrt schwerer.

an der Stadelkehralm – ideal zum Fühlen der Zeitlosigkeit der Gegend

Mit einer Einkehr auf der Faulbaumgartenalm beendeten wir die Tour vor der Ausfahrt auf den Parkplatz.

Abfahrt über die steileren Hänge hinab zur Faulbaumgartenalm

Die Schitour auf den Kleinen Beil stellt mit 1.125 m Aufstieg und 3:56 Stunden Gesamtzeit eine der kürzeren Schitour im Alpbachtal dar. Der Anmarsch mit 3,6 km über die Rodelbahn eignet sich hervorragend zum Aufwärmen auf den knapp 765 Hm Restanstieg von der Faulbaumgartenalm auf den Kleinen Beil. Die Gesamtstrecke bis zum Gipfel beträgt 6.1 km.

Mils, 13.02.2022

 

 

 

Schitour Loderstein, 1.830 m

Die im Alpbachtal zuäußerst gelegene Schitour auf den Loderstein (auch Luderstein bezeichnet) führt über phantastische bäuerliche Kulturlandschaft in die subalpine Region der westlichsten Kitzbüheler Alpen. Sie endet am  knapp oberhalb der Waldgrenze auf einem flachen Plateau mit vereinzeltem Bewuchs von Nadelholz und einem netten Edelstahl-Gipfelkreuzl.

Ankunft am Loderstein

Die Route führt bis zum Hochpunkt meist im, oder nahe des Waldes unter mäßig steilem Gelände, womit sie sich ganz besonders für Tage mit hoher Lawinengefahr eignet. Weiters hat sie den ganz besonderen Reiz einer Schitour nahe des, oder im Inntal gelegen, die vor allem Ziele der Tuxer Alpen im mittleren Unterinntal umfasst, sehr viele davon auf diesem Blog beschrieben.

bärige Landschaft mit Ferienhaus; im Hintergrund Reith und das Inntal

Fragt man nach der Namensgebung des Lodersteins – welches bei der zumindest doppelnamigen Bezeichnung nicht verwundert – so wird man von der modernsten Quelle enttäuscht; das Internet liefert nicht ansatzweise Aufschluß über die Richtigkeit eines oder beider Flurnamen.

von Hygna Richtung Neader geblickt

Den Loderstein (von „Loderbuschen“, Mehrzahl: „Luttern“) bekommt man nur nach eingehender Recherche bei Finsterwalder1 – wie könnte es beim Thema Flurbezeichnungen auch anders sein – dem Grunde nach erklärt, so daß ein Einstieg in das Internet den letzten Schluß mit dem visuell Erlebten im Steilstück unterhalb der Felsen – dem „Stein“ im Loderstein – liefert. Mehr darüber im Bericht weiter unten.

Rückblick auf Hygna und dem Ausgangspunkt

Zum Leid der Tourengesellschaft und zum Wohl der Anrainer in Hygna entbehrt die Schitour eines legal gewidmeten Ausgangspunktes; leider gibt es keinen Parkplatz von dem man guten Gewissens aufbrechen kann und dafür auch bereit ist Obolus zu leisten, nein, man parkt möglichst weit im Tiefschnee am Straßenrand, um eine behördliche Auseinandersetzung bei der Rückkehr zu vermeiden.
Bei unserer Begehung waren es bei der Rückkehr etwas mehr als zehn Fahrzeuge, die, so wie das unsere, oberhalb des verlassenen Chaletdorfes wild abgestellt wurden.

zwischen den Häusern hindurch Richtung Neader

Zunächst wird eine Wiese angesteuert, die mit wenigen Spitzkehren einen steilen Auftakt zu einem darüberliegenden Hof darstellt, der links liegen gelassen wird. Nach dem Anzug wird es wieder etwas flacher und die Route schwenkt nach rechts (südwestlich), zwischen einem neu gebauten Haus und einem kleinen alten Hexenhäuschen hindurch.

vor dem Hof den Hang querend aufgestiegen

Hinter dem neuen Haus wendet sich die Route nach links auf eine Rampe mit einem erneuten Richtungswechsel an ihrem Ende. Eine Aufstiegsminute nachher erfolgt erneut eine letzte Spitzkehre auf eine Straße zum einem größeren Hof, der links liegen gelassen wird und hoch oberhalb überstiegen wird. Bereits dort genießt man einen sagenhaften Blick über das äußere Alpbachtal.

Rückblick vor der Kehre vor Hechenblaiken

Unterhalb des Waldsaumes entlang führt der Anstieg zu einer Kehre der Dorfstraße auf die Flur Hechenblaiken, so deren Bezeichnung auf etwa 1.200 m. Der gesamte Hang wird als Ortsteil Neader [soviel wie Nörder-(Schatt-)Seite]2 bezeichnet und im Winter ist dies sehr einleuchtend.

etwas flacher auf die Alm zu

Von der Kehre beschreitet man die Straße etwa 100 m bevor der nächste Teil des Nordosthanges aufgestiegen wird, abermals weit oberhalb des Hechenblaikenhofs stetig in Richtung der Hechenblaikenalm auf 1.396 m. Ab dem Hechenblaikenhof ist der Loderstein gut sichtbar. Weiters geht es unterhalb der Hechenblaikenalm vorbei an tiefer liegenden Almgebäuden bzw. einem Ferienholzhaus und unterhalb der Alm führt sie Spur sehr malerisch mitten durch ein Quintett von altehrwürdigen Rotbuchen hindurch, die die Sinne zum Jauchzen anregen.

 

kleines Highlight – durch die alten Rotbuchen hindurch

Nach der Hechenblaikenalm kann man dem Weg zur Hochlindalm folgen und dort rechts weiter aufsteigen oder, so wie es uns die Spur vorgab von der wir uns auf dieser netten Tour widerspruchslos leiten ließen, oberhalb der Alm, rechts eines Hochstands in den Wald eintauchen. Letztere Möglichkeit hat den Nachteil, daß der Weg mitten im Wald aufhört und man eine gute Minute querfeldein mit etwa 15 m Höhenverlust wieder auf den Sommerweg einmündet.

Rückblick mit Hechenblaikenalm im Anstieg zum Wald zur Hochlindalm

Der Steig führt aufsteigend aus dem Wald hinaus auf die große Freifläche oberhalb von Hochlindalm und einer Jagdhütte. Die Lichtung zieht weit hinauf bis unter den steilen Teil der Tour, unterhalb des Lodersteins, der am Rand der Freifläche nun gut sichtbar wird.

sonderbare Passage durch den Wald – könnte auf den Forstwegen umgangen werden

Die Freifläche liegt, so wie die gesamte Tour im Allgemeinen, in einem recht flachen Winkel zur winterlichen Sonnenbestrahlung und bietet dadurch noch lange nach Neuschnee pulverige Schneeverhältnisse.

weite Freifläche oberhalb der Hochlindalm mit bäriger Abfahrt

Über den schönen Hang hinauf führt die Route entlang des Waldes in dem sie oben eintaucht und unter den felsigen Teil des Lodersteins leitet. Im Wald gibt es eine kurze steilere Passage durch eine schmale Lichtung mit einem alten AV-Wegweiser. Nach der Passage wendet sich der Aufstieg nach rechts unterhalb der Felsen auf eine steile offene Mulde auf den Kamm.

am Ende der Almfläche

Diese erschien uns angesichts der erheblichen Lawinenwarnstufe als nicht erstrebenswert und es führte auch keine Spur hinauf. Die Tourenroute umgeht diese Mulde über eine freie Schneise südöstlich und hier lüftet sich das Geheimnis des Lodersteins.

Schneise auf den Loderstein

Die steilsten Teile der Schrofen des Lodersteins sind dicht mit dem bewachsen was den Namen des Felsens geprägt hat, mit Bergerlen. Eindrucksvoll ist der Bewuchs am Orthofoto von TIRIS zu erkennen, siehe Bildergalerie.

Aufstieg querend und etwas flacher als die Schneise – rechts eine Kostprobe der „Loderbuschen“, den Namensgebern der schroffigen Landschaft

Die Bergerle wird/wurde in Tirol „Luterstaude“ genannt und hiervon hat der Loderstein, oder Luderstein sein Präfix. Die felsige Gestalt der Kuppe – von einem Gipfel kann beim Loderstein nicht die Rede sein, weil die Schartenhöhe fehlt – bildet den zweiten Teil seiner Bezeichnung – Stein für den felsigen Charakter (hier nicht sichtbar).

kurze flache Passage durch alten Baumbestand

Nach der Querung in der Schneise steigt man über einige wenige Spitzkehren einem Lärchenwald entgegen und die Route führt zwischen diesen hindurch auf die Kammhöhe in die Sonne. In diesem Teil wird über eine kurze Länge von etwa 50 m die größte Hangneigung mit mehr als 30° durchstiegen.

Wechsel in flacheres Gelände

Schnell wechselt die Aufstiegssituation nach dem Verlassen des steilen schattigen Teils ihren Charakter gegen die Kammhöhe hin – die Route wird sehr flach und der Wald weicht bis auf vereinzelte kleine Bäumchen vollends. Der kurze restliche Anstieg zum Gipfelkreuz darf bei unserer Begehung als glitzernder Hochgenuss unter Sonne beschrieben werden.

phantastischer Aufstieg auf das Ziel

Das kleine Edelstahlgipfelkreuz am Loderstein fanden wir bis knapp unter die Gipfelbuchschachtel eingeschneit, die Bank daneben bis knapp über die Sitzfläche, sodaß von einer nur geringen Schneehöhe am Plateau ausgegangen werden mußte. Trotzdem tappte der Verfasser in ein Loch am Plateau aus dem der Ausstieg kein leichter war.

sagenhafter Blick auf das Wiedersberger Horn und die Sagtaler Spitzen im Hintergrund (die gleichseitige Pyramide ist der Standkopf)

Am Rand des Inntales bietet sich am Loderstein eine phantastische Aussicht vom Westen über den Norden bis in den Osten.

im Westen Kellerjoch, Rosskopf, Hirzer und Rastkogel

Im Westen die Tuxer mit ihren gut sichtbaren und sagenhaften Zielen wie Kellerjoch, Rosskopf, Hirzer und Rastkogel, um nur einige von Dutzenden auf diesem Blog zu nennen.

Karwendel und Rofan mit Rappen- und Rofanspitze

Im Nordwesten das Karwendel und im Norden das Rofan mit den tollen Zielen der Rappenspitze und der Rofanspitze, sowie den nicht sichtbaren Unnützen.

im Osten der Wilde Kaiser und der Kamm zur Wildschönau

Gegen Osten hin reicht die Sicht bis zum Wilden Kaiser, in dem sich eine vortreffliche Schitour auf die Hintere Goinger Halt unternehmen läßt.

sagenhafter Blick auf das Wiedersberger Horn und die Sagtaler Spitzen im Hintergrund (die gleichseitige Pyramide ist der Standkopf)

Der Blick in den Süden ist begrenzt vom Wiedersberger Horn, dessen Ersteigung vom Loderstein aus, über die schöne Kammhöhe zwischen Zillertal und Alpbachtal, eine leichte ist. Ein andermal wird sie vollführt werden. Weiter im Süden findet sich eine Tour im Alpbachtal mit rassigem Finale, der Standkopf (auch Sagtaler Spitze), demnächst hier nachzulesen.

und ein klassisches am Loderstein mit dem Wiedersberger Horn dahinter

Glücklicherweise trafen wir eine einheimische Familie denen wir unser Gipfelfoto verdanken, die jedoch die angebotene Höhenmedizin verschmähten uns aber allerhand Tipps über die Region gaben.

Abfahrtsgelände vom Gipfel

Die Abfahrt vom Loderstein erlebten wir als echtes Highlight angesichts der niedrigen Höhenlage der Tour. Das Gros der Abfahrt fand im Pulverschnee statt und im unteren Teil präsentierte sich der Harschdecken als weitgehend tragfähig.

Der schönste Teil ist offensichtlich der Gipfelhang bis zum Waldansatz und die Freifläche oberhalb der Hochlindalm. Unterhalb der Hechenblaikenalm blieben wir nicht auf der Aufstiegsroute, sondern gönnten uns noch einmal den Hang bis zur Fahrstraße hinab in Pulver.

an der Hechenblaikenalm

Anschließend behielten wir so gut es ging Höhe und schafften die Passage oberhalb des Hechenblaikenhofs zurück zur Aufstiegsspur.

ein letzter Hang will befahren werden

Die restlichen Hänge sind vorgegeben und ein Genuß bis zur Dorfstraße hinab.

selbst im untersten Teil noch passable Abfahrtsverhältnisse

Insgesamt betrug der Aufstieg auf den Loderstein 1.015 m und gesamt benötigten wir dafür 3:40 Stunden. Die Streckenlänge beträgt 4,1 km.
Bei Touren im Alpbachtal sollte man den Zottahof im Dorferwinkel zur Einkehr nicht missen. Dieser Tipp hier stellt zwar einen Knieschuss für den Verfasser dar, da er dort mit seinen Genoss:innen nach der Mittagsstund nicht immer Platz findet und nun noch schwerer. Aber was unternimmt man nicht alles für zufriedene Leser?

Mils, 05.02.2022

1 K. Finsterwalder, Tiroler Ortsnamenkunde Band 1, S. 323, 8. Kitzbüheler Schieferalpen, sowie die Beschreibung der Bergerle unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCn-Erle

2 Neader – Erklärung des Dialektwortes unter: https://alpinhistorie.bergruf.de/karwendelnamen1934/wiederholungen.html

Schitour Mareitkopf, 2.003 m

Als weniger bekanntes und begangenes Ziel im Luegergraben in Inneralpbach stellt der Mareitkopf (auch Heimjoch bezeichnet) eine nette, leichte und wenig lawinengefährdete Schitour dar, die im Februar schon mit viel Sonnenbestrahlung aufwartet.

Mareitkopf, 2.003 m

Das Vergnügen beginnt am großen Parkplatz im Luegergraben, für den familienfreundliche 3.- (2022) zu begleichen sind. Ins Talinnere führt die Rodelbahn, die bis zur Faulbaumgartenalm präpariert wird.

Parkplatz Luegergraben Richtung Süden geblickt

Der klingende Name der Alm soll von zahlreichen faulen Bäumen am Almgelände stammen – eine eher seichte, nicht leicht nachzuvollziehende Geschichte, ist doch an der Landschaft nichts besonderes zu entdecken, das auf eine Häufung von faulen Bäumen hindeuten würde. Und im engeren Umkreis der Alm gibt es kaum Bäume.

Anstieg auf der Rodelbahn

Jedenfalls ist sie als „Baumgartenalm“ im Alpbachtal nicht allen, denn östlich unterhalb des Wiedersberger Horns gibt es die Moserbaumgartenalm.

oberes Ende der Talstufe

Im Februar bereits kurz nach neun Uhr mit dem Sonnenaufgang gesegnet wird der Parkplatz im Luegergraben auf der Rodelbahn verlassen. Am Ende der Talstufe – deren letzte Kehre durch direkten Aufstieg an einer kleinen Hütte abgekürzt werden kann – wird der Almenweg verlassen und der freie Hang querend bis zum Waldsaum aufgestiegen.

Aufstieg vom Almenweg zur Außermareitalm

Das Gelände wird dort über eine kurze Strecke steiler, die mittels einer Spitzkehre bewältigt wird und man anschließend an einer Jagdhütte vorbeimarschiert, die rechts liegen gelassen wird.

am Waldsaum dahin

Einige Minuten nach der Hütte erreicht die Route einen Durchschlupf durch ein schmales  Waldband, das sofort wieder auf eine Lichtung leitet von der nun in ein längeres Waldstück aufgestiegen wird. Der Baumbestand wechselt dort nach ein paar Minuten Aufstieg auf Jungwald und kurzzeitig wird das Gelände steiler.

vor der Jagdhütte

Während dem Aufstieg wechselt sich der Jungwald mit altem Baumbestand ab, die Aufstiegsrichtung bleibt immer Südwest, auch wenn man im dichten Wald kurzzeitig die Orientierung einbüßt.

kurz vor dem Walddurchschlupf

Nach oben hin lichtet sich der Wald zu einem auffälligen Graben hin, der im Bogen vom Mareitkopf herabzieht. Von der letzten Lichtung mit der Flachstelle steigt man etwa eine knappe halbe Stunde bis dorthin auf.

Eintritt in den dichteren Wald

An der jenseitigen Begrenzungskante des Grabens befindet sich ein Jägerstand zu den aufgestiegen wird und der auf den langen mäßig steilen Südosthang führt, der sich bis hinauf zum Mareitkopf zieht und die tolle, sonnige Abfahrt bildet.

bereits nach der Waldstrecke am Graben angelangt; links oben der Jagdstand

Der Hang ist der Sonne weitgehend und bereits ab dem frühen Vormittag ausgesetzt, daher wird sich wenige Tage nach Schneefall dort auch die Schneequalität durch die Umwandlung verschlechtern. Im Aufstieg bietet dieser nach oben etwas abflachende Hang ein bäriges Panorama nach Südosten, auf den Talschluß im Luegergraben und auf Torkopf sowie den Großen Galtenberg.

Eintritt in den prächtigen Südosthang unterhalb des Mareitkopfs

An wenigen Stellen erreicht die Hangneigung 35° und bei geschickter Spuranlage bleibt sie weitgehend darunter. Im Aufstieg erfreuen die weit gestreuten Bäume, durch die die Route führt und die einen idyllischen Kontrast in den breiten Hang einstreuen.

Großer Galtenberg in Bildmitte; eine der wenigen Spitzkehren

Noch vor der Verflachung des Hangs erblickt man oben den runden, unspektakulären Gipfel des Mareitkopfs. Vor dort sind kaum mehr 100 Hm zum Gipfel zu bewältigen. Bewuchs gibt es ab dort keinen mehr.

am flacheren Teil oben der Mareitkopf sichtbar

Der letzte steilere Teil wird an der oberen Begrenzung des Grabens, der am unteren Ende durchschritten wurde, in Angriff genommen und querend aufgestiegen. Vor dem Gipfelpunkt durchquert man noch eine kleine Senke, bevor das geschmiedete und verzinkte Gipfelkreuz erreicht wird.

Rückblick auf den sonnigen Aufstieg

Ein prächtiger Blick über das Alpbachtal in den Norden kennzeichnet den Mareitkopf, der, so wie der Große Galtenberg, geografisch mittig zwischen Greiter- und Luegergraben liegt.

Blick gen Norden auf Alpbach

Der Blick in Süden endet mit der Ansicht des Grates zum Großen Galtenberg, den das Heimjoch vom Mareitkopf trennt und denselben um gut 400 Hm überragt.

im Süden der Große Galtenberg

Im Westen wird der Kamm zwischen den beiden Gräben bis zu den Sagtaler Spitzen und zum Wiedersberger Horn überblickt, Gamskopf und Standkopf (auch Sagtaler Spitze) sind dort bärige Tourenziele.

im Westen die Sagtalerspitzen mit Gamskopf und Standkopf (links im Bild)

Nach Osten und Südosten präsentieren sich die phantastischen Schitourenberger Kleiner Beil, Großer Beil und das Sonnenjoch, sowie im Nordosten die leichten Ziele Saupanzen und Joelspitze.

herrliches Panorama auf den Talschluß des Luegergrabens mit Großem Beil und Sonnenjoch

Die schöne Abfahrt folgt der direkten Falllinie des Aufstiegshangs, wobei über eine beachtliche Breite eine eigene Spur gelegt werden kann. Durch die Bäumchen hindurch dürfte die schönste Richtung zum Hochleger der Innermareitalm zu finden sein.

bärige Abfahrt zum Innermareitalm-Hochleger

Dort sollte man sich der rechten Seite des Almgebäudes vorsichtig nähern, nicht daß man jäh vom Dach des Stallgebäudes auf den Hang springen muß, so wie es der Verfasser mit gerade noch rechtzeitigem Abschwingen verhindern konnte.

Stall mit unscheinbarem Dach am Hochleger

Das Dach wurde dem Gelände angepaßt, sodaß es während der Abfahrt nicht erkennbar ist.

Innermareitalm-Hochleger

Vom Hochleger führt ein steilerer Hang in einen vom Torkopf abgedeckten, schattigeren Teil hinab zum Flachgelände der Innermareitalm.

im Pulverschnee fühlt sich auch der Hund wohl

Mit Schwung fährt es sich über die letzten Pulverhänge in das Flachstück, das über zwei Bäche zur Rodelbahn hin verlassen wird.

Innermareitalm im Flachgelände

Auf dieser kurzen Strecke muß kräftig angeschoben bzw. im Grätschschritt ein paar Höhenmeter überwunden werden. Über die Rodelbahn wird der Parkplatz wieder erreicht.

auf der Rodelbahn

Die schöne kurze Schitour erstreckt sich über 940 Hm Aufstieg und 3:15 Stunden incl. Gipfelpause. Die Strecke bis zum Gipfel beträgt etwa 4,5 km. Mit dem Vorteil der durchgehend freien Sicht ist sie auch in Gegenrichtung über die Abfahrtsroute des Verfassers aufzusteigen.

Rückblick auf die Schitour auf den Mareitkopf; der Aufstieg rechts im Bild

Für jene, die im Wald die Orientierung nicht behalten können, falls noch keine Spur gelegt wurde, bietet dies vielleicht eine sinnvolle Variante.

Mils, 12.02.2022