Bereits bei der Fahrt durch das äußere Zillertal fällt er auf der Zillerkamm. Ausgehend vom Brandberger Kolm östlich der Ahornspitze breitet er sich mit scheinbar leichten Gipfelchen nach Osten hin aus, wird in seiner Länge gar nicht erst eingesehen und Rasse würde ihm aus dieser Ferne nicht zutrauen. Erst nach Gagering zwischen Schlitters und Fügen kann der letzte Gipfel des Zillerkamms, die Hochsteinflache eingesehen werden.

Zillerkamm vom vorderen Zillertal aus gesehen; linke Bildhälfte: rechts Brandberger Kolm, links Zillerkamm
Diese Strecke, vom Brandberger Kolm bis zur Höhenbergnieder (Schwarzachscharte) wird als Zillerkammüberschreitung hier beschrieben. Die Strecke misst 4,8 km Luftlinie und birgt vier bezeichnete Gipfel sowie eine Unzahl an Rippenplatten und Gratzacken. Manchen ausgeprägteren Graterhebungen stünde schon fast Gipfelstatus zu, würde die Regel von 30 m Schartenhöhe angewendet. Es geht in diesem Bericht aber nicht um die Feststellung der Anzahl von Gipfeln, sondern um die Beschreibung des Abenteuers der Kammüberschreitung.

Blick über den Zillerkamm vom kleinen Gipfelkreuz am Brandberger Kolm; in der Ferne die Reichenspitzgruppe
Um die Überschreitung mit der Rückkehr an den Ausgangspunkt durchzuführen, muß sie als Rundtour ausgeführt werden. Zu diesem Zweck umfaßt die Planung den Ausgangspunkt an der Kühlen Rast im Gerlostal, den Aufstieg im Schwarzachtal (Schwarzachgrund) bis zum Brandberger Joch, die Besteigung des Brandberger Kolms als Ausgangspunkt für die eigentliche Überschreitung sowie den Abstieg von der Höhenbergnieder über das Schwarzachtal bis zum Ausgangspunkt.
Geografisch gesehen umfaßt der Zillerkamm auch noch die niedereren Berge des Torhelms, des Hochfelds und des Gerlossteins, die jedoch in diesem Zusammenhang nicht interessant sind. Ebenfalls nicht interessant bzw. ideal ist der Ausgangspunkt Brandberg für die Besteigung des Brandberger Kolms und die Ausführung der Überschreitung, weil hier keine sinnvolle Rückkehr ausgeführt werden kann, zu dem der Talweg im Zillergrund und dem Wiederaufstieg ins Dorf nicht zählt. Die oben beschriebene Runde von und zur Kühlen Rast bleibt also die einzig sinnvolle Route und bildet auf der Karte ein annähernd gleichschenkeliges Dreieck mit der Schwarzachalm und der langen Seite über den Zillerkamm.
Am Ausgangspunkt bei der Kühlen Rast bestehen genügend Parkplätze sowie auch im anschließenden Wald Parknischen zwischen den Fichten. Neben dem Schwarzachbach führt der breite Almenweg ins Schwarzachtal. Links (östlich) begrenzt der nach Süden immer schärfer werdende Schwarzachkamm das Tal, rechts die Ausläufer des Torhelms. Der Schwarzachbach überrascht mit seiner erheblichen Wasserfracht angesichts der eher kurzen.
Zunächst werden die Gebäude der rechts liegen gelassen und dem flacher werdenden Talweg über die Brücke gefolgt, um im schmal werdenden Tal wieder steiler die Engstelle über eine kleine Talstufe zu überschreiten. Am Weg zur Klause wirft die Sonne im Spätsommer ihr erstes Licht auf die Hochsteinflache und die beiden Falken. Links der Höhenbergnieder begrenzen der erste Gipfel im Schwarzachkamm, der Höhenbergkarkopf sowie die fast in der Sichtflucht liegende Rötenköpfe und der keck aufragende Pfannstielkopf das Tal.
Am Abzweig, ein paar Gehminuten später in den sich öffnenden Schwarzachalmwiesen öffnen sich die Blicke auf beide Falken sowie auf zwei imposant wirkende Gratschneiden ohne Bezeichnung, die vom Brandberger Kolm aus kühne Gratzacken und eine scharfe Schneide abbilden. An dieser Stelle nimmt man den Weg rechts über die Brücke zum Gasthaus Schwarzachalm, das im Almgelände etwas höher liegt und folgt dem Weg bis zum Ende bei Almgebäuden.

Abzweigung zur Schwarzachalm, hinten Schwarzachscharte, Hochsteinflache, Innerer Falk, Gamskopf, vorgelager der Burgkopf und Mitterwandkragen
Vor den Almgebäuden zweigt scharf rechts ein Weg ab, der nach ein paar Meter Aufstieg links sich wendet. Er endet im steileren Gelände und ein Steig führt an den Waldrand weiter (Abzweig bereits etwa 50 m bergwärts rechts vor dem einzeln stehenden Laubbaum).
Holzpflöcke markieren den Einstieg in den Wald und ein schmaler Steig führt steil aufwärts. Der Gaisbach wird überschritten und kurz darauf endet die Abkürzung am Schotterweg zur Oberen Schwarzachalm. Spätestens drei, vier Kehren danach erfreut sich der Anstieg im späten Sommer des Sonnenlichts und der Brandberger Kolm wird sichtbar.
Am Ende des Schotterwegs durch die Obere Schwarzachalm passiert der Steig zum Brandberger Joch ein letztes Almgebäude, bevor der lange Aufstieg über die Almwiesen beginnt. Direkt vor dem Holzgebäude, das Stall und Wohnbereich getrennt auf keinem Raum beherbergt erblickte der Almbauer den Autor und man grüßte sich freundlich. Ob der Steig vor oder hinter dem Haus vorbeiführt, beantwortete der Bauer mit der Geste einer weisenden Hand – „genau vor dem Haus“.
Die morgendlichen Stimmen auf der abgelegenen Alm rief die Bäuerin auf den Plan und sie erschien im niederen Türrahmen der Alm und man grüßte sich. Auf die Schilderung des Vorhabens der Zillerkammüberschreitung meinte der Bauer „da bisch aber lang unterwegs“, was wir beide wußten. Was wir beide aber nicht wußten, war eine weitere nette Begegnung, die uns für einen kleinen Augenblick erneut zusammenführte.
Am Aufstieg über die Almwiesen passiert der Steig die Trinkwasserfassung der Alm, an der ein letztes Mal die Flasche aufgefüllt werden kann. In der reisigen Mulde, die den Aufstieg darstellt, finden sich Markierungen, die teilweise aus dem Blickfeld treten und deren man nicht unbedingt bedarf, so klar ist der lange Aufstieg durch die natürliche Geländeform vorgegeben.
Im Bachbett im unteren Teil des Aufstiegs finden sich jede Menge verschiedener Gesteine, die von den Hängen links und rechts abgebrochen bzw. abgeschoben wurden. Vorherrschend natürlich der Kalkmarmor des Brandberger Kolms, aber auch Augengneis des Ahornkerns, der östlich des Gipfels des Kolms den Zillerkamm bildet und nördlich des Grates nach Osten zieht. Weiter oben wird eine Rippe angetroffen mit auffallen gelblichem bis ockerfarbenen Gesteins, Kalkschiefer der Schönach-Mulde, die im Aufstieg durchwandert wird und die hinter dem Brandberger Joch ausläuft.
Die Wanderung erfolgt hier im unmittelbaren Bereich des Zusammentreffens dreier tektonisch definierten Decken, links die mächtige Nordwand des Brandberger Kolms repräsentiert die Kalkmarmore der Hochstegenzone, mittig am Steig Schiefergesteine der Schönach-Mulde und rechts im Aufstieg helle Gneise der Wolfendorndecke (etwas höher über dem Steig zu erkennen, großteils durch Wiesen abgedeckt).
Während des Aufstiegs von der Oberen Schwarzachalm bis zum Brandberger Joch bildete sich vom klaren Himmel ausgehend eine großflächige Wolkenabdeckung. Wie so oft beim Bergsteigen keimt damit ein ungewiss negatives Gefühl auf, das meist mit der einstudierten Weisheit aus dem Hinterkopf besänftigt wird, daß die Abschattung sogar ein Vorteil sei, denn dadurch ist der Aufstieg nicht so heiß.
Der Lichtblick bei dieser Runde tauchte am Joch auf, das die Weitsicht nach Westen öffnet und hinter dem großen Wolkenband wieder klaren Himmel zeigte. Gleichzeitig wird wieder eine kleine Dämpfung schlagend und zwar der kleine Nachteil dieser Runde, 130 Hm Abstieg bis zum Steig auf den Brandberger Kolm.
Bereits am Steig hinab suchte das Auge nach einer möglichst hoch gelegenen Möglichkeit, die Mulde zu queren, um auf der Gegenseite rasch einen Aufstieg in das Kar östlich unterhalb der Westschulter des Kolms zu finden. Das Gelände ab dort war ja seit der Erkundungstour im Juli bekannt.
Leider mußte wegen der glatten Plattenfelsen aber fast der gesamte Abstieg bewältigt werden, die früheste Abkürzung des Abstiegs knapp unter denselben hat etwa gerade 20 Hm eingespart, alte Steigspuren führten steil nach oben und endeten im flacheren Teil des Anstiegs zum Schuttkar.
Der weitere Aufstieg zum Gipfel des Brandberger Kolms wird hier trotz der Schönheit der Gegend mit Blicken auf den Ahornkamm und in die Talteilung hinter Mayrhofen nicht beschrieben. Siehe hierzu den Bericht des oben verlinkten Normalaufstiegs von Brandberg, der als leichte und lange Bergtour über die bärigen Almwiesen und Gehöfte von Brandberg sowie über das Kolmhaus aus absolviert werden kann.
Zillerkammüberschreitung
Das östlich auf dem Brandberger Kolm errichtete kleine Gipfelkreuz bietet einen wunderschönen Blick über den Zillerkamm bis hin zur fernen zentralen Reichenspitzgruppe mit dem Höhepunkt der Reichenspitze. Der Teil des Zillerkamms, der hier beschrieben wird, erstreckt sich vom Standort aus bis hin zur ersten höheren Erhebung, die sich sattelartig nach Südosten erstreckt sowie auf ihrer gleichmäßig wie ein Brett abfallenden Südwestseite mit Bergwiesen bewachsen, die Hochsteinflache (2.766 m).

Blick über den Zillerkamm vom kleinen Gipfelkreuz am Brandberger Kolm; in der Ferne die Reichenspitzgruppe
Die Bezeichnung „flache“ entstammt eben dieser sattelartigen „flachen“ Erstreckung des Gipfelbereichs und nicht wie in älterer Führerliteratur als „…fläche“ angegeben. Literatur um 1900 bis in die 50er-Jahre sprechen von der ursprünglichen Bezeichnung der Zillertaler vom Hochsteinflach, womit ebenfalls der flach ausgebildete Gipfelbereich beschrieben wird.

Gipfel und Erhebungen im Zillerkamm und der Reichenspitzgruppe; die Überschreitung reicht vom Brandberger Kolm bis zur Hochsteinflache
Flankiert wird die Hochsteinflache auf diesem Blick links vom Höhenbergkarkopf (2.786 m), um 20 Hm höher und 1,9 km weiter entfernt sowie rechts vom Rotkopf (2.819 m) 3 km weiter entfernt. Dazwischen liegt – natürlich nicht sichtbar – das Ziel der Gratüberschreitung, die Höhenbergnieder (2.475 m) oder Schwarzachscharte genannt. Sie befindet sich in der Luftlinie gemessen 4.650 m vom kleinen Gipfelkreuz am Brandberger Kolm entfernt. Dazwischen liegen die Gipfel Äußerer und Innerer Falk mit jeweils 2.668 m Erhebung sowie die Hochsteinflache.

Brandberger Kolm vom Flugzeug aus gesehen, der braune Streifen von links unten nach rechts oben stellt die braunen Kalk- und Glimmermarmore dar
Der Alpenvereinsführer[1] von 1970 berichtet über den Zillerkamm von der Begehung durch Braun/Plangger im Jahre 1929 und von mäßiger Schwierigkeit. Weiters wird vom „Gamskopf“ gesprochen, ein Hochpunkt, der über dem Gamskarl zu finden ist und mit 2.638 m wahrscheinlich seine Schartenhöhe zur Anerkennung als Gipfel nicht ausreicht, um in TIRIS als solcher bezeichnet zu werden und daher dort nicht zu finden ist. Die vermutliche, zumindest die erste dokumentierte Erstbegehung des Zillerkamms 1907 durch Zschokke und Thomas von der AV-Sektion Plauen[2] spricht ebenfalls sehr zutreffend vom Gamskopf – „ein Trümmerhaufen großer Granitblöcke“. Sonderbar jedoch erscheint, daß auf dem unbezeichneten Pkt. 2.666 m (siehe Bildergalerie), der sich in Blickrichtung vor dem Gamskopf befindet, ein sehr alter Gipfelsteinmann, geschlichtet aus plattigem Gneisglimmerschiefer befindet. Dieser Hochpunkt wurde wahrscheinlich aufgrund seines kühnen Baus fälschlicherweise von einer der ersten Gruppen als Gamskopf identifiziert. Auf dem Gamskopf selbst hat der Autor keine Gipfelmarkierung angetroffen. Da die Beschreibung der Plauener auf den niedrigeren und unspektakulären Gamskopf zutrifft, dürften es Braun und Plangger gewesen sein, die den Steinmann zur Markierung des vermeintlichen Gamskopfes auf dem Pkt. 2.666 m errichtet haben. Der heutige Flechtenbewuchs an der Plattenschlichtung läßt diese Annahme zu.

nach dem Abstieg vom Brandberger Kolm in den Sattel zum Mitterwandkragen; zwischen Turm und Kopf führt eine Gasse durch
Andere Karten, darunter OpenStreetMap, liefern noch eine weitere Gipfelbezeichnung. Direkt dem Kolm gegenüber befindet sich nach diesen Kartierungen der „Mitterwandkragen“ an der Grenze vom Kalkmarmor zum Augengneis des Ahornkerns, deutlich sichtbar durch die Grenze zwischen hellem Gestein im Vordergrund zu dunklem in der Flanke dahinter. Er thront über dem Mitterwandkar. Diese Erhebung dürfte ebenfalls mangels Schartenhöhe nicht in das TIRIS übernommen worden sein.
Bei genauer Betrachtung der Kämme vom Standort aus fällt auf, daß der hintere Teil der Bergkette, die dem Zillerkopf entspringt und zur alles beherrschenden Reichenspitze führt, von einem anderen Kamm gebildet wird und zwar vom Wimmerkamm (auch Wimmerskamm geschrieben). Dies täuscht, denn der Wimmerkamm ist zwar der mächtigste, jedoch auch nur einer der Nordwestkämme, die vom Zillerkamm bzw. dem Reichenspitzkamm entsandt werden. Seine Erhebungen sind höher als jene im Schwarzachkamm und die Eintiefungen der Schwarzach- und Wimmerscharte sind nicht sichtbar, weswegen der Kamm als der maßgebende im Verlauf zum Reichenspitzkamm wirkt.

Einschartung hinter dem Mitterwandkragen; Sedimentgestein der Hochstegenzone (hell) stößt hier mit Kristallingestein des Ahornkerns (dunkel) tektonisch zusammen
Der Schwarzachkamm gleich linker Hand an die Schwarzach-Talfurche anschließend wirkt – optisch vielleicht durch seinen vollständigen Bewuchs bis zur Grathöhe – messerscharf und streckenweise abweisend, in jedem Fall aber interessant. Hermann Delago hat ihn 1924 komplett bis zum Höhenbergkarkopf begangen, die Einzelgipfel wurden 1895/6 erstbestiegen.

links Sedimentgestein, rechts Kristallingestein; die gelblichen bis ockerfarbenen Kalkschiefer der Schönach-Mulde liegen als schmale Grenzschicht dazwischen
Vom kleinen Edelstahlgipfelkreuz steigt man zuerst auf bankigen Stufen von braunem Kalk- und Glimmermarmor, der den Gipfelbereich des Brandberger Kolm durchzieht (siehe Andis Aufnahme aus dem Segelflieger) und die beim Aufstieg auf den Gipfelaufbau durchschritten wird, in die Einschartung zum Mitterwandkragen sowie im Aufstieg am schmalen Grat bis vor das Schuttkar. Od diese gelblichbraunen Gesteine mit den unten unterhalb des Brandberger Jochs gelegenen Kalkschiefer der Schönach-Mulde in Zusammenhang stehen, ist eine interessante Frage.
Das Schuttkar kann auf seinem Sattel durchschritten werden, die Besteigung des Mitterwandkragens ist nicht unbedingt nötig, wobei der jugendliche Fex diese etwa 20 Hm unternehmen wird. Hinter dem Mitterwandkragen, der sozusagen im Norden umgangen wird, befindet sich die Deckengrenze mit einer sehenswert scharfen Ausprägung. Kalkmarmor geht in einer verfolgbaren Grenzlinie in das Kristallin des Ahornkerns über und nach Südosten folgt ab nun sehr stark ausgeprägter Augen- und Flasergneis sowie metamorpher (umgewandelter) Granit, beste Aussichten für einen festen Fels.

herrliche Gratstrecke voraus! Der nächste Hochpunkt nach der Girlande ist der Pkt. 2.666 m, i. d. Literatur tw. fälschlich für den Gamskopf gehalten, der sich im Bild rechts daneben befindet
Die Grenze der Gesteine ist nicht nur durch die Farbe sichtbar, sondern auch durch die Form, Stückigkeit, Klüftigkeit und Felsbildung – vom Sedimentgestein, das durch Ablagerung im Ozean entstanden ist zu magmatischem Tiefengestein, das flüssig aus dem Gesteinsmantel emporgedrückt wurde und dort erstarrt ist. Als Zwischenschicht hier wieder die kaum drei Meter breite Lage der gelblichbraunen Kalk- und Glimmermarmore, die den Beginn der Bildung der Kalkmarmore der Hochstegenzone darstellen und mit den unten vor dem Joch gelegenen Kalkschiefern der Schönach-Mulde in Zusammenhang stehen (dadurch wird immer wahrscheinlicher, daß die im Gipfelbereich des B. Kolms angetroffenen gelblichbraunen Gesteine ebenfalls Gesteine der Schönach-Mulde darstellen).
Auf dem neuen, plattig blockigem Terrain mit dem charakteristischen Flechtenbewuchs, der den Kalkmarmoren völlig fehlt, wandelt es sich wunderbar dahin und mit der Zeit schwelgt man ob der leichten Begehung dieser fest verkeilten Platten. Hin und wieder steigt man erschrocken auf einen Wackelstein, der jedoch nie wirkliche Bewegungen vollführt und zum Unfall neigen könnte.
Sehr auffallend ist der überaus üppige und scharfkantige Flechtenbewuchs (die schwarzen Anteile, nicht die hellgelben), der später an einigen schärferen Kletterstellen auch gerne auf Unterschenkeln kräftige Kratzspuren hinterläßt. Aufgrund dieses ungestört dicken Bewuchses kann angenommen werden, daß zum einen auf der Gratoberfläche seit Jahrhunderten keine Bewegung mehr stattgefunden haben kann und andererseits, daß seine Begehung äußerst selten ausgeführt wird.
Der gutmütige leichte Grat bietet immer wieder Gelegenheit die umgebenden Bergketten und Gipfel anzusehen, Konzentration auf die Route ist zu Beginn der Überschreitung noch nicht ausgeprägt erforderlich und das abwechslungsreiche Auf und Ab gereicht zum inneren Aufjauchzen.
Linkerhand tritt ein scharf bezahnter Grat ins Blickfeld, der vom Hauptgrat nördlich abzweigt. Dieser bildet mit einem noch steiler abfallenden Gratzweigs vom bereits überschrittenen Mitterwandkragen ein selten steiles und schmales Kar zur Oberen Schwarzachalm abfallend, das Eiskar genannt wird und es ist gut vorstellbar, daß sich Eis aus der Vergletscherung um 1850 in dieser Umhüllung lange gehalten hat, sodaß die Namensgebung von Bauern der nördlich gegenüberliegenden Weißbachalm oder von den Erstbegehern gewählt worden sein könnte. Mehrfache Kaskaden von Stirnmoränen sind über dem Steilabbruch der Nordwand noch sichtbar (TIRIS), möglicherweise fossile Gletscher.

im Aufstieg zu Pkt. 2.666 m erweist sich das Grasband rechts der Abbruchwand als komfortabel für den Aufstieg
Das Kar wird vom Hochpunkt 2.666 m beherrscht, der in alten Berichten mit dem Gamskopf verwechselt wurde, wie oben berichtet und wie von der Steinschlichtung am Hochpunkt auszugehen ist. Dieser Aufstieg erfordert erstmalig Kletterei, wenn auch nur ansatzweise. Von der Gratscharte aus sieht der Spitz einigermaßen zerzaust aus, viele spitze Platten von schiefrigem Granitgneis stehen wie Haarschopfe zu Berge durch das ein schmal sich ausbildendes Wiesenband bis in die Gipfelregion zieht. Dieses eignete sich auch vorzüglich und im oberen Teil wurde über plattigen durcheinandergewürfelten Bruchstücken die Oberseite mit der Steinschlichtung erreicht.
Von diesem Hochpunkt bietet sich eine vorzügliche Sicht auf die kurze, bereits zurückgelegte Strecke sowie auf die vorausliegende Lange. Im Rückblick ist ersichtlich, daß die drei Erhebungen, beginnend mit dem Mitterwandkragen bis zum Pkt 2.666 m in etwa gleich hoch sind. Die Scharte vor Pkt 2.666 m ist die tiefste und auf der Strecke seit dem Tiefpunkt nach dem Brandberger Kolm werden die ersten 150 Hm Aufstiegs am Grat zurückgelegt.
Die Aussicht in Überschreitungsrichtung eröffnet den Blick auf den wirklichen Gamskopf, der, wieder durch eine Scharte getrennt, unscheinbar auf den dem Standpunkt folgenden Gratkopf, der durch ein vom Hochpunkt kaum sichtbares Schärtchen getrennt voraus liegt, folgt. Gespannt erfolgte der Abstieg in das Schärtchen, wobei ein kurzes scharfes Gratstück überschritten wird, das von herrlich festen Platten großteils quergestellt und schmalen Absätzen gebildet wird.
Damit beginnt eine bis zum Ansatz der Hochsteinflache gleichbleibende Abfolge von unzähligen Übergängen mit der Gehrichtung quergestelltem, meist plattigem Fels, gekennzeichnet durch meist zu kletternde kurze Aufstiege und nach kurzer Ausdehnung der Strecke darüber meist höhere, glatt abfallende Plattenwände, die mit der Zeit zermürbend wirken können, wenn die Kondition nachlässt. Bei der ersten Begegnung mit der durch Schärtchen getrennten Gratplatten kommt Freude über die Abwechslung auf, später versucht man die ärgsten Zähne mit seitlicher Umgehung, um am langen Kamm Meter zu machen.
In diesem Fall endet der Abstieg in das Schärtchen mit einer rezenten Abbruchwand, die rechts seitlich umgangen werden mußte. Gleich jenseits erobert man mit wenigen Kletterzügen die Oberseite des anschließenden Plattenriegels, um eine ähnliche Situation als eine Minute zuvor festzustellen, die Hinterseite bricht mit glatter Wand in die nächste Eintiefung ab. Die Tiefen hier betragen etwa 6-7 m.
Dieser Riegel bot ein Umgehungsband rechts, das neugieriger Weise ausprobiert wurde und einen leichten Aufstieg auf die nächste Stufe ermöglichte. Anschließend muß tiefer abgestiegen werden und vor dem Angriff tut ein Rundblick gut, um aus dem bisherigen Hamsterrad von Auf- und Abstiegen wieder Horizont zu gewinnen.
Den Hauptanziehungspunkt stellt natürlich die Reichenspitzgruppe im Kammverlauf dar, aber der seitliche Blick auf den Ahornkamm bietet bärige Eindrücke auf die Namensgeberin, Popbergspitze, Wilhelmer, Mugler, Grundschartner, vor allem die Rosswandspitze und auf Wollbachspitze und Hollenzkopf.
Weiter ging die Reise bei bestem Sonnenschein hinab in die nächste Tiefe vor einem weniger hohen Kopf, der mit dem dazugehörigen Abbruch dahinter (diesmal links auf Grasnarben umgangen) auf einen wieder durchgehenden Kammabschnitt zum Gamskopf überleitet.
Den Gamskopf wird man, wenn man der oben geführten Diskussion über ihn nicht gewahr ist, nicht als Gipfel wahrnehmen. Der oben zitierten Plauener Beschreibung macht der „Tümmerhaufen“ wirklich alle Ehre und man kann auf ihm beim besten Willen keinen Gipfel fühlen.
Wie meist auf Gratkuppen erzeugt der Gedanke an den Abstieg ein Gefühl der Spannung über die Schwierigkeiten, die das Gelände verheißen mag. Jenes am Gamskopf löst sich mit einem Schlag, sobald der Punkt erreicht wird, den abschüssigen Rücken überschauen zu können. Einerseits stoßen spitz zulaufende, wild geschlichtete Granitgneisplatten den Durchgang begrenzend bärig in die Höhe, andererseits liegt deren Durchwanderung über halbhohe Stufen klar absehbar voraus.

am langgezogenen Gamskopf dem „Trümmerhaufen“ wie ihn die Plauener 1907 bezeichneten; Rückblick auf die zurückgelegte Gratstrecke
Mit beherzten „Hupfern“ über die Klippen, die leicht zu meistern sind, springt es freudig sich über das dichte Blockwerk hinab in den großen Karkessel mit der kleinen Lacke, der auf den zweiten, ernsteren Teil der Reise vom leichten ersten überleitet.

am Abstieg vom „Trümmerhaufen“ der Plauener; hinten der Äußere Falk in Sicht und in der Ferne die Hochsteinflache, der Hochpunkt der Überschreitung
Am Rand des Wassers im Kar, das etwa 10 m Durchmesser und kaum knietief ausgeprägt ist, mußte eine erste Trinkpause seit dem Beginn der Überschreitung am Brandberger Kolm eingelegt werden. Knapp zwei Stunden waren bis dorthin vergangen, auch die Konzentration verlangte den Moment des Sammelns und der Feststellung des Status hinsichtlich Streckenlänge und des Zeitstatus‘.
Ein gutes Drittel der Streckenlänge kann an diesem Punkt aufgrund des Wissens aus der Vorbereitung im Kopf als erledigt betrachtet werden, die benötigte Zeit jedoch ist unbekannt und mit den verbrauchten zwei Stunden konnte sich die restliche Strecke überschlägig mit weiteren drei bis vier Stunden hochrechnen lassen.
Drei Stunden aufgrund der restlichen Aufstiege, vier Stunden, wenn auf die drei ein Zuschlag für Ermüdung sowie ein Respektszuschlag für eventuelle Schwierigkeiten und Rückzüge über die Flanken beider Falkengipfel veranschlagt wird. Somit sollte das Eintreffen an der Höhenbergnieder etwa zwischen 16 und 17 Uhr stattfinden.
Der Abstieg über 1.300 Hm durch das 7,3 km lange Schwarzachtal sollte nach der Planung etwa in eineinhalb Stunden mit der verbleibenden Verfassung machbar sein, sodaß mit einem Eintreffen beim Fahrzeug gegen 18:30 Uhr gerechnet werden konnte. Diese Rechnung wurde aber ohne Pausen erstellt, daher war der Rucksack gleich wieder auf den Schultern.

schichtparallel führt der Gratrücken zum Äußeren Falk empor, rechts der Innere Falk nach einem Zwischenkopf
Während der kurzen Pause sprang, so wie auf der Strecke mit zunehmender Häufigkeit beobachtet, der stark abgewitterte Augengneis aufgrund seiner extrem herausgearbeiteten Plagioklasanteile (Feldspat) ins Auge. Wie eine bissig aufgeschweißte Panzerung wirken die hervorstehenden weißen Prismen im Würfelzucker- bis Zündholzschachtelformat. Von hoher Härte und Zähigkeit gebildet, trotzen die Silikatminerale in der weicheren Gneismatrix seit Jahrtausenden unbeeindruckt den Unbilden des Wetters am offenen Kamm – der lange stille Kampf, herrlich anzusehen.

am Äußeren Falk in Richtung Innerer Falk geblickt; gegenüber in 40 m Entfernung der fast gleich hohe Zweitgipfel des Äußeren Falks
Mit dem Aufstieg auf einen Vorgipfel im Gehgelände beginnt der zweite Teil der Kammstrecke über die Falkengipfel. Nach der Karmulde formt sich der Rücken zum begrasten Hochpunkt des Äußeren Falks, der nach Norden einen dieser charakteristischen scharf und rundlich ins Falkenkar abfallenden Gratkämme ausbildet, die sogenannte Falkenschneide.

Rückblick auf das Schafkar mit der zurückgelegten Strecke vom B. Kolm; rechts der helle Kalkmarmorzug, der vom B- Kolm aus bis zur Popbergalm zieht
Am Aufstieg, der diesmal schichtparallel den Gneisschiefern auf einem rundlichen, mit borstigem Berggras bewachsenen Kammrücken folgt, kann das weitere Gelände zwar im schleifenden Schnitt, aber genügend tief eingesehen werden, das einen ähnlich gearteten Eindruck hervorruft als das bisherige.
Allerdings, und dieser Eindruck kommt erst beim Niederbringen dieser Zeilen so richtig ins Bewußtsein, bietet diese Ansicht auch wesentlich mehr plattig schieferige Formen an den Südwestflanken der Graterhebungen, als dies am bisherigen Gratkamm der Fall war. Die Flanken oberhalb des Egglkars im Südwesten muten steiler und teilweise höher an, obwohl durch breite Aufstiegsrücken aus den Niederungen gekennzeichnet. Am Ende dieses eindrücklich kurzen Abschnittes, getrennt durch ein kleineres aber ähnlich ausgebildetes Karmulde als soeben durchschritten, liegt bereits die Nordwestflanke der Hochsteinflache.

der Abstieg vom Nebengipfel des Äußeren Falks weist einige luftige Kletterstellen mit scharfen, quergestellten Gratplatten auf
Rasch wird der ungeschmückte Äußere Falk im reinen Gehmodus gewonnen, wovon sich die vorausliegende Strecke recht gut einsehen läßt. Zunächst lockt das Herz eine leicht zu kletternde Wand auf einen Zweitgipfel des Äußeren Falks, der durch eine wenig tiefe Scharte getrennt wird. Dabei drängt sich die Frage auf, ob nicht eher dieser Felsklotz, dem man vor Ort rein optisch etwa dieselbe Höhe zumisst, der Äußere Falk sein soll. Seine Höhe erreicht ihn aber um knapp 4 m – über TIRIS nachgemessen – nicht.
Der Blick in Marschrichtung verheißt wenig Schwierigkeiten bis zum Inneren Falk, jedoch auch nicht auf das Gelände vom gegenüberliegenden Felskopf in das anschließende, blockgefüllte Kammgelände zum Inneren Falk. Der Rückblick über das weite Schafkar bietet einen guten Überblick über die zurückgelegte Strecke vom Brandberger Kolm. Der von Pkt. 2.666 m nach Norden abfallende Grat trägt scheinbar auch einen Kopf, der sich farblich und gestaltlich vom oberen Gratteil abhebt und die nach Osten streichende, von Kalkmarmoren geprägte Hochstegenzone darstellt. Die Farbtrennung setzt sich im Schuttkar am Fuße zum Schafkar fort.
Der zweite Gipfel am Äußeren Falk ist über die seichte Scharte schnell erstiegen. Die Gegenseite entpuppte sich als leichtes und feines Klettergelände, teilweise etwas ausgesetzt und im unteren Teil mit einigen Gehabschnitten. Anschließend verbreitert sich der Grat wieder zum Kamm und fällt und steigt im Wechsel wieder zur Nordwestflanke zum Inneren Falk.
Als einen ruppigen Gesellen kann man den Inneren Falk vielmehr die Flanken und die Oberseite seines spitz zulaufenden Gipfelbereichs interpretieren. Krokodilschuppen gleichen die Konturen des Gipfelaufbaus und so breitet sich auch der Zugang zum Horst vor den Füßen aus. Auf schmaler Schneide wird der Gipfelbereich erreicht, bei dem erstmalig auf der Strecke rezenter Felsabbruch festgestellt werden kann.
Waren die wenigen höher als 10 m hohen Wände bisher kaum durch Abbruch gekennzeichnet, so begegnet man im obersten Bereich des Inneren Falks einem verhältnismäßig großen jungen Felsabbruch. An der glatten Bruchfläche können Größe und Verteilung der Augen (weiße Plagioklasminerale) im sogenannten Augengneis wunderbar studiert werden. Ebenfalls gut kann die plattige Struktur des Felses am unteren Abbruchabsatz erkennen.

rezente Felsabbrüche offenbaren die Gesteinszusammensetzung; der Augengneis in seiner Struktur gut zu erkennen
Die Schneide zum Gipfel erwies sich im Alleingang als zu riskant und wurde in etwa in 15 m Tiefe nordöstlich umgangen (leider davon kein Bild vorhanden) und leider kam es nicht in den Sinn, den Aufstieg auf den Gipfel über die leichtere Gegenseite zu unternehmen – unbedacht, ein Fehler. Nachträglich gesehen stellt sich die Frage, ob die Umgehung nicht die gleiche Risikostufe gehabt hat, da der finale Überstieg zurück auf den Grat völlig über dem Abbruch ins Kar erfolgen mußte (kurz oberhalb des Bildes mit dem Blick auf den abfallenden Grat).
Am Abstieg hält das plattig-glatte Gelände die Hände im Dauereinsatz, sodaß hier nur wenig Bilder angefertigt wurden. Im unteren Teil muß vom Grat abgewichen werden und zwar auf die glatte Südwestseite, da die nordöstliche Flanke ungangbar steil ins Falkenkar abbricht. Der Abstieg vom Inneren Falk stellt den schwierigsten Abschnitt auf der Überschreitung dar, der deutlich über die von Braun/Plangger eingestuften mäßigen Schwierigkeit liegt.
Auf einem flacheren Vorsprung angekommen sieht man sich gezwungen, die wenig angenehme südwestliche Plattenflanke anzugehen, denn voraus und links fällt der Vorsprung uneinsehbar steil ins Falkenkar ab. Über einen grasüberwucherten Riss wird die bergseitige steile Wand wieder erreicht und eine wahrlich griffarme Verschneidungskante erscheint als die einzige Möglichkeit, Halt im Abstieg zu finden.

Abstieg vom Inneren Falk , nach Umgehung in geringer Tiefe; die nicht sichtbaren unangenehmen hohen Platten befinden sich rechts unten
Auf Reibung und nicht wirklich griffigen Unebenheiten im Fels laviert es sich mehr zufällig als bestimmt über die glatte und steiler werdende Plattenflanke hinab auf eine begrünte, ebene Fläche. Dieser Abschnitt im Abstieg zählt zu jenen, bei denen man froh ist, in dieser verlassenen Gegend sich nicht von Zuschauern beobachten lassen zu müssen.

Rückblick auf den Abstieg über die hohen griff- und trittarmen Platten, bei denen man auf Reibung angewiesen ist
Eine Trinkpause tut nach den Erlebnissen am Inneren Falk gut, wobei im Rückblick auf die Flanke auch keine angenehmere Abstiegsroute gefunden werden konnte. Diese Seite des Gipfels wird wohl mehrmals lieber im Aufstieg genommen als im Abstieg, speziell wenn unbekannt. Vielleicht war die Route falsch, jedoch hat man von oben nicht mehr zur Beurteilung als den Blick nach unten.
So schwierig die zurückliegenden Minuten sich präsentierten, so angenehm geht der abklingende Gratabschnitt weiter. Allerdings machte sich mit dem Abklingen der Konzentration mit einem Schlag eine gewisse Ermüdung breit, die dem bereits über 7 Stunden sich erstreckenden Auf und Ab geschuldet war, selbst wenn das Abenteuer sich höchst erbaulich für den Geist auswirkte, der Körper erinnerte an sein Alter. Ein paar Schnitten vom Riegel sollten der unpassenden Störung auf diesem schönen Weg abhelfen, in der Folge mußte aber auch Geschwindigkeit weggenommen werden, vor allem am 175 Hm Aufstieg nach dem Ende der Gratstrecke auf den Gipfel der Hochsteinflache.
Vorerst aber überwog die Vorfreude auf den letzten teilweise kletterbaren Gratabschnitt mit drei schönen Köpfen und wenig tiefen Einsattelungen dazwischen. Der erste stand gleich vor dem Ende des Flachbereichs der Plattenflanke. Mit einem kleinen Schärtchen als Trennung des Kopfs vom Falk grüßte die Gratbegehung zu Beginn. Der jenseitige Kopf konnte leicht erklommen werden und bot einen guten Rückblick auf den Südostgrat des Inneren Falks.
An dieser Stelle möge nochmals erwähnt werden, falls sich dies beim bisherigen Text nicht herauslesen hat lassen, daß sich auf den schmalen und scharfen Gratabschnitten immer wieder Stellen befinden, bei denen einer wenig bis ausgeprägt tiefen Umgehung von zweifelhaft festen oder zu ausgesetzten Passagen der Vorzug gegeben wurde. Im Alleingang auf unbekanntem Terrain stellt dies eine Sicherheitsmaßnahme des Autors dar, die bis zum heutigen Tag gezeigt hat, daß noch Berichte über Begehungen verfasst werden können, da kein Absturz erfolgt ist. Hierbei mag jedermanns Risikoeinschätzung mehr oder weniger stark differieren.

Rückblick auf den Abstieg vom Inneren Falk : etwa 15 m unterhalb der der schräg verlaufenden Platte mit den hellen Streifen wurde links (in Gehrichtung rechts) ins Plattengelände eingestiegen (beim oberen Wiesenband, das rückläufig erkennbar ist)
Der letzte Abschnitt jedoch ist bis auf eine Stelle sehr angenehm in der Ausprägung der Gratlinie und just beim Abstieg in die Umgehung tauchen sonderbare Formen des Felses auf, die bildlich festgehalten wurden.
Irgendwie scheint bei dieser Gesteinsbildung Augengneis mit den charakteristischen weißen Augen mit kristallinem Gestein ohne Augen zusammengemischt worden zu sein. Deutlich sind die Bereiche mit und ohne weißen Sprenkelungen zu erkennen, ein Migmatit? Weiters erscheint er in seiner Umgebung als rundlicher abgewittert als eine Umgebung, ist er älter oder weniger verschleißfest?
Wieder am Grat wurde einer von ganz wenigen Steinmännern angetroffen, die bisher auf der Überschreitung angetroffen wurden. Die Konvention, daß der oberste Stein die Richtung anzeigt, konnte hier für die Gehrichtung von Braun/Plangger von der Hochsteinflache kommend abgelesen werden, da die Spitze auf den letzten Gratkopf zeigt.

sonderbare Gesteinsausbildung, Bereiche ohne Plagioklasquaderchen vermischt mit solchen, die sie enthalten – Migmatit?
An dieser Stelle besteht auch der Blick auf das äußere Schwarzachtal, dessen Verlauf nach Süden den Schnittpunkt mit dem Grat in der Höhenbergnieder vom Standpunkt aus erst in weiteren 2,1 km bildet. Dazwischen liegt der leichteste Teil der Überschreitung.

Rückblick auf das En de der flachen Gratstrecke nach dem Inneren Falk; Steinmann mit Richtungsanzeige des zuoberst gesetzten Steines
An diesem Steinmann beginnt der Aufstieg auf die Nordwestrippe der Hochsteinflache. Zunächst wechseln sich Gehgelände mit leichtem Felsgelände, bei dessen Überwindung die Hände hin und wieder mithelfen, in angenehmer Weise ab. Der Übergang auf den Gipfelaufbau wird zunehmend von großen Blöcken bis zu einem Eckpunkt hin geprägt, steil aufsteigend. Ab diesem Eckpunkt folgen kleinere Bruchgrößen der Felsplatten und das Gelände verflacht sich in sanfte Formen über nur mehr leicht ansteigendes Gelände zum Hochpunkt hin, der keine Gipfelausprägung besitzt und der etwa 100 Hm höher als die Falken liegt.
Damit stellt die Hochsteinflache mit 2.766 m, also 66 Hm über dem Brandberger Kolm, den Hochpunkt der Überschreitung dar. Der Aufstieg über den steilen Teil fiel schon nicht mehr so leicht, einige Verschnaufpausen taten not und Erleichterung machte sich angesichts des sehr fortgeschrittenen Nachmittags am massiv geschlichteten Gipfelsteinmann breit.
Mit einem gewissen Gefühl des Stolzes ob der sichtbaren Länge blickt man von der Hochsteinflache auf die Strecke vom Brandberger Kolm zurück. Bei der Detailauflösung der einzelnen Girlanden mit dem Fernglas treten nochmals einzelne Details in Erinnerung, die ausschließlich im Kopf vorhanden sind und durch das Glas nicht erkannt werden können und mit der großen Länge auch bereits so mancher Zweifel, wo welche Situation war. Daher sind mehr Bilder stets vorteilhaft. So harmlos aber der Grat im Rückblick aussieht, so knifflige Stellen birgt er auch in sich.
In Gehrichtung voraus liegen die majestätischen Gipfel der Reichenspitzgruppe, allen voran die Namensgeberin mittig flankiert von Wildgerlosspitze links und dem Kuchelmooskopf rechts in 8,5 km Entfernung.

Hochsteinflache, 2.766 m, Hochpunkt der Überschreitung; im Rückblick der Ausgangspunkt Brandberger Kolm in 3,1 km Luftlinienentfernung
Im Hintergrund weiter rechts reicht der Blick zur Windbachspitze und zum Heiliggeistjöchl in 13,4 km, dem Ende der inneren Reichenspitzgruppe und des gesamten Zillerkamms. Mit der Entfernung der Hochsteinflache zum Brandberger Kolm von 3,1 km ergeben sich am gesamten Zillerkamm eine Länge von 16,5 km in der Luftlinie und beeindruckende 22,3 km Gratstrecke.

Blick von der Hochsteinflache in Richtung Reichenspitzgruppe mit dem Schwarzachkamm und Wimmerkamm dazwischen; in der Ferne die mächtige Rötspitze in 21,5 km Entfernung, rechts der Magnerkamm
Oberhalb jedoch 8 km südöstlicher als das Heiliggeistjöchl ragt der Koloss der Rötspitze gen Himmel. Sie bildet den Grenzkamm zwischen Süd- und Osttirol. Weiter rechts finden sich im Magnerkamm die Kleinspitze und der Rauchkofel.

Reichenspitzgruppe im Detail mit der leider im Nebel verhüllten Reichenspitze sowie rechts dem Kuchelmooskopf, links ebenfalls im Nebel die Wildgerlosspitze, vorgelagert von links: Schneekarspitze, Zillerkopf und Schönachschneid, weiter hinten Zillerspitze, Richterspitze und Schwarzköpf; im Vordergrund Rötenspitze links und Höhenbergkarkopf
Ein Tal weiter, westlich nach dem Hundskehltal ragen Hoher Ribler und die Napfspitze auf. Weiter rechts, bereits genau im Süden finden sich das weiße Grasleitenkees unterhalb des Hollenzkopfs und rechts davon die Wollbachspitze und weiter vorne im Kamm die Rosswandspitze. Hinter ihr ist die Spitze des Großen Löfflers zu sehen sowie die weiße Kuppe des Schwarzensteins.

Hollenzkopf mit Grasleitenkees, Wollbachspitze daneben, weiter rechts die markante Rosswandspitze, rechts davon der Grundschartner
Ein bäriger Blick bietet sich auch auf die Talniederungen des Zillergrunds, auf Mayrhofen, Finkenberg sowie das Tuxertal. Links, also südlich des Tuxertals, ragen die Gipfel des Tuxerkamms der Zillertaler Alpen mit dem berühmten Olperer, dem Hohen Riffler, dem Schrammacher und des Fußsteins auf.
Gegen Westen reicht der Blick tief in die Stubaier Alpen mit beispielsweise dem 70 km entfernten Schrankogel. Im Uhrzeigersinn weiter gegen Norden finden sich die sanften Gipfel der Tuxer Alpen, dem absoluten Schitourenparadies im Inntal mit abgelegenen Gipfelzielen wie beispielsweise dem 20 km entfernten Rastkogel, der mit einer bärigen Route über die Weidener Hütte erreicht werden kann.
Weiters reicht die Fernsicht bis in die Mieminger Kette, das Wettersteingebirge und ins Karwendel, von deren Gipfelrouten sich zahlreiche hier auf diesem Blog befinden.
Im Norden reicht der Blick auf das Rofangebirge mit der Rofanspitze und dem Guffert, leider aber bleiben die schönen Alpbacher Überschreitungen wie vom Steinbergerjoch auf den Großen Galtenberg oder die bärige Überschreitung der Sagtalerspitzen unter den vorgelagerten Gipfeln verborgen.
Abstieg
Das Schwarzachtal liegt im Tiefblick nun sehr übersichtlich zu Füßen und der Anblick auf die noch sehr lange Strecke erinnerte jäh an den Abmarsch, der nach dem Rundblick, dem obligaten Apfel und dem Rest des Riegels sogleich angetreten wurde. Während dem Marsch durch das leichte Gelände mußte immer wieder der Höhenzug vom Höhenbergkarkopf studiert werden.

am Weg zur Höhenbergnieder (Schwarzachscharte) mit dem Plateaugelände „Auf der Röte“, im Hintergrund in rechter Bildhälfte der Magnerkamm und der Hundskehlgrund
Ähnlich der Plauener 1907 kokettiert der Autor mit einer weiteren Etappe über den Zillerkamm mit dem Ausgangspunkt der Höhenbergnieder. Eine weitere Strecke am Kamm ist jedoch nur mehr mit beträchtlichem Aufstieg vom Zillergrund und mit fraglichem Ausstieg in den folgenden Karen als Runde denkbar.

Gründe und Kämme von links: nicht sichtbar in der Verschneidung das Zillergründl, dann der Magnerkamm, mittig der Hundskehlgrund, dann der Riblerkamm, rechts Sundergrund, dann der Ahornkamm; im Vordergrund das nächste Ziel das Plateau „Auf der Röte“
Bald am flachen Grat wird der Abstieg zum Gelände „Auf der Röte“ sichtbar. Obwohl in Outdooractive als Gipfelpunkt markiert (nicht so in TIRIS), stellt dieses Gelände keinen solchen dar. Es handelt sich dabei um ein Plateau mit einer Eintiefung, in der grobes Blockgelände vorherrscht und auf einem etwas erhöhten Punkt eine Hochpunktmarkierung durch eine Steinschlichtung errichtet wurde. Am Weg dorthin bieten sich phantastische Blicke in den Sundergrund sowie in den Hundskehlgund mit dem Riblerkamm dazwischen.

nicht sichtbar in der Verschneidung das Zillergründl, dann der Magnerkamm und der Hundskehlgrund, dann der Riblerkamm
Das Gelände Auf der Röte wird über eine Senke im Kamm und einer tieferen und parallelversetzten jenseitigen Fortführung eines auslaufenden Grates erreicht. Er stellt den letzten markanten Punkt am Weg zur Schwarzachscharte dar und den letzten, von dem sich ein Rückblick auf die zurückgelegte Gratstrecke seit dem Brandberger Kolm bietet. Einige Minuten lang wurde deshalb trotz fortgeschrittener Tageszeit eine Trinkpause abgehalten und der Rückblick genossen.
In die andere Richtung – nach Südosten – kann der Gratverlauf vom Höhenbergkarkopf auf den Schneekarkopf betrachtet werden. Er sieht schwierig aus und mit Mitteltürmen versetzt, sodaß für diese Strecke ohne Seilsicherung nichts zu machen sein wird.
Bei bereits langer Schattenbildung durch die untergehende Sonne wurde der Abstieg zur Schwarzachscharte steiler als zuletzt angetreten. Das Gestein hat bereits vor dem Abstieg zum Flachgelände gewechselt, das Plateau liegt im Bereich des Glimmerschiefers der Schönach-Mulde und dieses Gestein bleibt im ersten Drittel des Schwarzachtals hinaus erhalten, bevor im Mittelteil der Ahornkern mit den Augengneisen, die auf der gesamten Überschreitung begangen wurden, angetroffen wird. Im äußeren Bereich des Schwarzachtals wechselt die Geologie wieder auf die Kalkmarmore und Kalkschiefer der Hochstegenzone.
Durch das bereits weiter oben angetroffene Blockfeld mit groben Schollen muß zuerst ein paar Minuten abgestiegen werden, bevor sich Bergwiesen drunter mischen und einen etwas schnelleren Abstieg ermöglichen.
Zuletzt bildet sich wieder ein deutlicher Grat aus, auf dem in das Becken der Schwarzachscharte eingetreten wird. Der Felsbruch nimmt auf der Nordseite der Scharte immens zu und die Blöcke durch die ungeduldig vorschnell, ohne die tiefe Scharte erreicht zu haben, abgestiegen wurde, wurden immer größer.

ausgeprägtes Blockgelände mit massiven Einzelblöcken trifft man wieder im Bereich der Schwarzachscharte an
Schließlich befand sich der Autor in einem steilen Blockhang mit recht lose aufeinander gekollerten zimmergroßen, bedrohlichen Blöcken mit meist schuttbeladenem Zwischenraum als Boden, selten Grasflecken. Ein etwas unangenehmer Abstieg über etwa 100 Hm mußte durchgezirkelt werden, bevor die Flachstellen im Talgrund erreicht und die Stufen über die Blöcke niedriger wurden.
Nach dem Trümmerwald ebbten auch die weit vorgestoßenen Brocken und Platten ab, Bergwiesen mischten sich darunter und übernahmen die Vorherrschaft im Gelände. Der Steig im Schwarzachtal bildet sich dort aus.
Von links und rechts ergießen sich kleine Bäche ins Tal und bald erreicht der Schwarzachbach eine stattliche Schüttung.
An einer Talstufe führt der Steig in der orografisch rechten Talseite den Hang querend steil nach unten und spätestens dort lassen sich die annähernd 20 km mit über 2.000 Höhenmeter in den Gelenken fühlen. Weiter führt der Steig durch Almgelände und wird aufgrund der tiefen Kuhtritte sowie den nur halb überwachsenen Schuttblöcken nicht angenehmer, ständig muß auf das Umkippen des Fußes geachtet werden. Dennoch wandert es sich fein durch üppig bewachsenes Almgelände, von dem man merkst, daß es durch Jahrhunderte hindurch dem Almzweck gedient hat, nicht touristischen.
Neugierig lugten weiter unten am Waldrand zwei große schwarze Widder hinter einem Felsblock hervor, um den seltenen Eindringling in ihr Territorium zu begutachten. Der rasche Schritt ließ sie jedoch bereits nach einem kurzen Augenblick kehrt machen und tief in den Wald flüchten, sodaß sie nicht mehr sichtbar waren. Bald darauf bildete sich der Steig zum begrünten Fahrweg um und markierte damit das obere Ende der Almwiese, die von Steinen befreit nach unten trichterförmig sich bis zum mittig liegenden Bach verbreiterte und eine Wiesenrampe formt.
Am Ende der langen Rampe trieb gerade ein Bauer seine gesättigten und gelangweilten Kühe in den Stall und plötzlich tauchte ein Fahrzeug bergwärts fahrend auf. Bei der Annäherung, es dürften etwa 50 m Distanz gewesen sein, winkten wir uns mit dem Ausdruck der freudigen Überraschung zu, ohne in diesem Moment wirklich gewußt zu haben, warum. Es war der Almbauer – als hätte es beim morgendlichen Zusammentreffen vor der letzten Almhütte eine Abmachung gegeben, daß man sich wiedersieht, jedenfalls war sie uns einfach beschieden.
Der andere Bauer mit den satten Kühen erkundigte sich darüber, ob Schafe im Schwarzachtel gesichtet wurden. Als er von den beiden Widdern hörte, war er dennoch zufrieden und wünschte einen schönen Sonntag. Man grüßte sich zum Abschied und er wandte sich dem Stall zu, der Autor dem Talausgang auf der Straße, der eine letzte halbe Stunde in Anspruch nahm.
Die phantastische und nach dem Brandberger Kolm absolut einsame Reise auf und über den Zillerkamm nahm eine Gesamtzeit von 11:43 Stunden in Anspruch. Pausen wurden recht kurz gehalten und betrugen geschätzt in Summe kaum eine Stunde. Das Auf und Ab am Kamm kann kaum durch Outdooractive oder TIRIS ermittelt werden, die Auflösung ist zu genau bzw. zu ungenau.
Mittels der barometrisch messenden Uhr des Autors wurde ein Ergebnis von 2.235 Hm Aufstieg gemessen, die Planung über Outdooractive berechnete die Runde mit 2.008 Hm (=Abweichung 8 % bei grober Auflösung), jene über TIRIS nachgebildet 2.433 m (=Abweichung ~ 10 %, wobei die Streckenführung am Grat bei TIRIS schwerer nachzubilden ist, weil die Auflösung zu hoch ist und dadurch tendenziell Höhendifferenzen berechnet werden, die nicht begangen wurden). Die wahre Höhendifferenz dürfte sehr genau der Aufzeichnung der Uhr entsprechen. Die Streckenlänge berechnete Outdooractive mit 21,3 km, eine Nachbildung in TIRIS ergab 21,1 km.
Ein Rückzug nach dem Verlassen des Brandberger Kolms macht bis zum Gamskopf Sinn, auf der nachfolgenden Strecke könnte im Notfall je nach Stelle am Grat über Schafkar und Falkenkar abgestiegen werden. Anschließend an den Inneren Falk wird keine Notabstiegsmöglichkeit mehr benötigt.
Mils, 13.09.2026
[1] Heinrich Klier/Walter Klier, Zillertaler Alpen. E. Fuehrer fuer Taeler, Huetten u. Berge. (Alpenvereinsfuehrer Reihe Zentralalpen). 6. Aufl. Muenchen 1970, S. 345 – 346.
[2] Sektion Plauen-Vogtland des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Sektion Plauen-Vogtland des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Plauen i. V. 1908, S. 83.
- Zillerkamm vom vorderen Zillertal aus gesehen; linke Bildhälfte: rechts Brandberger Kolm, links Zillerkamm
- Parkplatz bei der „Kühlen Rast“
- vor der Schwarzachbichlalm, hinten der Schwarzachkamm
- im Schwarzachtal; hinten die Höhenbergnieder (Schwarzachscharte)
- Abzweigung zur Schwarzachalm, hinten Schwarzachscharte, Hochsteinflache, Innerer Falk, Gamskopf, vorgelagert der Burgkopf und Mitterwandkragen
- Gasthaus Schwarzachalm
- links Schafkogel, Kehlkopf, Pfannstielkopf, Rötenköpfe und Höhenbergkarkopf, rechts Hochsteinflache
- Weg hinter dem Gasthaus Schwarzachalm zur gleichnamigen Alm
- Gelände der Unteren Schwarzachalm
- Weg oberhalb der Almgebäude zum Waldrand als Abkürzung zur Schotterstraße
- Steig als Abkürzung überquert den Gaisbach
- in der Sonne geht es zur Oberen Schwarzachalm
- genau am dem letzten Almgebäude führt der Steig zum Brandberger Joch
- Augengneis des Ahorkerns unter die vorherrschende Kalkmarmore der Hochstegenzone gemischt
- Kalkmarmor der Hochstegenzone in der Schönach-Mulde
- Rückblick auf die Obere Schwarzachalm
- Blick zum Brandberger Joch; links die glatten Kalkschiefer der Nordwand des Brandberger Kolms
- Aufstieg zum Brandberger Joch, der Steig biegt dort auf die rechte Flanke
- gelbliche Kalkschiefer der Schönach-Mulde
- am Brandberger Joch; im Westen bereits wieder Sonne
- Abkürzung am Aufstieg ins Kar unter dem Nordwestabhang des Brandberger Kolms
- ein alter Steig beendet den Abstieg früher als der heutige und spart ein bisschen Höhenmeter ein
- Rückblick auf die Abkürzung
- hinten am Buckel trifft die Abkürzung wieder auf den Normalsteig
- am Gipfelkreuz des Brandberger Kolms, Blickrichtung über den Zillerkamm
- Blick über den Zillerkamm vom kleinen Gipfelkreuz am Brandberger Kolm; in der Ferne die Reichenspitzgruppe
- Gipfel und Erhebungen im Zillerkamm und der Reichenspitzgruppe; die Überschreitung reicht vom Brandberger Kolm bis zur Hochsteinflache
- Brandberger Kolm vom Flugzeug aus gesehen, der braune Streifen von links unten nach rechts oben stellt die braunen Kalk- und Glimmermarmore dar
- nach dem Abstieg vom Brandberger Kolm in den Sattel zum Mitterwandkragen; zwischen Turm und Kopf führt eine Gasse durch
- Rückblick vom Mitterwandkragen zum Brandberger Kolm
- Einschartung hinter dem Mitterwandkragen; Sedimentgestein der Hochstegenzone (hell) stößt hier mit Kristallingestein des Ahornkerns (dunkel) tektonisch zusammen
- links Sedimentgestein, rechts Kristallingestein; die gelblichen bis ockerfarbenen Kalkschiefer der Schönach-Mulde liegen als schmale Grenzschicht dazwischen
- Rückblick von der Gratstrecke im Zillerkamm auf Brandberger Kolm und Mitterwandkragen
- herrliche Gratstrecke voraus! Der nächste Hochpunkt nach der Girlande ist der Pkt. 2.666 m, i. d. Literatur tw. fälschlich für den Gamskopf gehalten, der sich im Bild rechts daneben befindet
- Blick auf den Abstieg vor dem Sattel zu Pkt. 2.666 m
- Rückblick auf den Abstieg, der großteils steiles, jedoch Gehgelände darstellt
- Übergang zum Sattel von dem Aufstieg zu Pkt. 2.666 m
- im Sattel vor Pkt. 2.666 m
- der Aufstieg zu Pkt. 2.666 m ist leicht zu begehen
- im Aufstieg zu Pkt. 2.666 m erweist sich das Grasband rechts der Abbruchwand als komfortabel für den Aufstieg
- über die Südwestflanke auf den nachfolgenden Gratverlauf geschaut
- am Hochpunkt von Pkt. 2.666 m mit dem Gipfelsteinmann, wahrscheinlich anlässlich der Erstbegehung
- Blick auf den Aufstieg zu Pkt. 2.666 m aus der Einsattelung
- Gratverlauf zum Gamskopf von Pkt. 2.666 m
- nach ein paar luftigen Gratzähnen öffnet sich der Blick auf die folgende Einschartung
- nach dem Abstieg zurückgeblickt auf den Abbruch, der rechts (links im Bild) umgangen wurde
- erster zu kletternder Aufstieg auf einen Gratturm
- jenseits des Turmes ein schroffer Abbruch
- Im Aufstieg auf die Einschartung hinabgeblickt
- bärige Aussicht auf der Oberkante
- der Turm kann auch umgangen werden
- Schrofengelände dahinter auf den nächsten Kopf
- Rückblick auf den Abstieg vom Gratturm
- Schönheiten im Aufstieg auf den Gratkopf in Richtung zum Gamskopf
- Rückblick vom Gratkopf auf den Spitz Pkt. 2.666 m und den südostseitigen Abstieg
- Gamskopf als nächster bedeutender Hochpunkt in Sicht; dazwischen liegt eine tiefe Einsattelung
- Seitenblick nach Südwesten – die völlig abgelegene Bodenalm unterhalb des mächtigen Grundschartners im Ahornkamm
- in der Flanke eines Gratkopfs nach der tiefen Einschartung
- eine weitere Graterhebung wurde links in Gehrichtung umgangen
- Rückblick auf den Abstieg der Umgehung
- wieder am Grat mit Rückblick auf den umgangenen Kopf (untere Bildhälfte)
- der Grat wandelt sich gegen den Gamskopf hin zum breiten Rücken
- Szene im Aufstieg zum Gamskopf; ein Adler, der mehrmals über dem Grat kreisten nie aber fotografisch erwischt wurde, oberhalb eines Zackens einer aufgeschlichteten Platte als Wegweiser
- am langgezogenen Gamskopf dem „Trümmerhaufen“ wie ihn die Plauener 1907 bezeichneten; Rückblick auf die zurückgelegte Gratstrecke
- selbst auf den obersten Blöcken befinden sich noch weitere eingekeilte Platten; der Zerfall des Gipfels muß spektakulär, wenn auch unvorstellbar langsam abgelaufen sein
- es geht noch ein bisschen höhe am Gamskopf
- Gelegenheit sich umzusehen; im Süden die Wollbachspitze, der Hollenzkofel und rechts die Rosswandspitze im Ahornkamm
- im Südwesten die Fortsetzung des Ahornkamms mit Grundschartner, Mugler, Wilhelmer und schließlich der Ahornspitze; dahinter Großer Löffler und der vergletschere Schwarzenstein
- im Westen der Tuxerkamm mit dem markanten Pyramidenspitz des Schrammachers, der Olperer und der Hohe Riffler. Im Vordergrund tiefer unten der Tristner im Floitenkamm
- Tiefblick auf die Bodenalm zu der keine Fahrstraße führt
- am Abstieg vom „Trümmerhaufen“ der Plauener; hinten der Äußere Falk in Sicht und in der Ferne die Hochsteinflache, der Hochpunkt der Überschreitung
- leichte Blockkletterei hinab ins Schafkar
- das weite Schafkar mit der kleinen Lacke (etwa Bildmitte)
- Rückblick auf den Abstieg vom Gamskopf
- Schafkar nach Norden – bei all dem Blockwerk müssen die Grate hier einmal wesentlich höher gewesen sein
- Lacke im Schafkar mit dem Äußeren Falk im Hintergrund
- verwitterter Augengneis mit großen Plagioklas Einsprenglingen
- schichtparallel führt der Gratrücken zum Äußeren Falk empor, rechts der Innere Falk nach einem Zwischenkopf
- am Äußeren Falk in Richtung Innerer Falk geblickt; gegenüber in 40 m Entfernung der fast gleich hohe Zweitgipfel des Äußeren Falks
- Rückblick auf das Schafkar mit der zurückgelegten Strecke vom B. Kolm; rechts der helle Kalkmarmorzug, der vom B- Kolm aus bis zur Popbergalm zieht
- Rückblick auf den ungeschmückten Äußeren Falk vom Nebengipfel aus betrachtet
- der Abstieg vom Nebengipfel des Äußeren Falks weist einige luftige Kletterstellen mit scharfen, quergestellten Gratplatten auf
- Rückblick auf den Abstieg vom Nebengipfel des Äußeren Falks
- Abstieg ins Falkenkar mit dem Inneren Falk im Hintergrund
- bereits im Anmarsch auf den schmalen Gipfelgrat des Inneren Falks
- in der linken (nordostseitig) Flanke des Inneren Falks
- rezente Felsabbrüche offenbaren die Gesteinszusammensetzung; der Augengneis in seiner Struktur gut zu erkennen
- Gratschneide des Inneren Falks; leider von der Begehung kein Bild, da beide Hände benötigt wurden
- südwestseitige Flanke des Inneren Falks mit Gratkette und Aufstieg zur Hochsteinflache
- Abstieg vom Inneren Falk , nach Umgehung in geringer Tiefe; die nicht sichtbaren unangenehmen hohen Platten befinden sich rechts unten
- Gratverlauf und Aufstieg zur Hochsteinflache; die harmlos aussehenden Spitzen im Grat beinhalten ernste Passagen
- Rückblick auf den Abstieg über die hohen griff- und trittarmen Platten, bei denen man auf Reibung angewiesen ist
- am Wiesenband unterhalb der Platten in Richtung Hochsteinflache geblickt
- quergestellte Platten mit Scharten folgen auf dem nächsten Gratabschnitt
- leichtere Passagen mit kleinen Köpfchen mischen sich unter schärfere Abschnitte
- Rückblick auf den Abstieg vom Inneren Falk : etwa 15 m unterhalb der der schräg verlaufenden Platte mit den hellen Streifen wurde links (in Gehrichtung rechts) ins Plattengelände eingestiegen (beim oberen Wiesenband, das rückläufig erkennbar ist)
- Gratausbildung in Richtung Hochsteinflache
- Abstieg in die Nordostflanke an einer scharfen Gratrippe
- Umgehung der Gratrippe
- sonderbare Gesteinsausbildung, Bereiche ohne Plagioklasquaderchen vermischt mit solchen, die sie enthalten – Migmatit?
- Rückblick auf das En de der flachen Gratstrecke nach dem Inneren Falk; Steinmann mit Richtungsanzeige des zuoberst gesetzten Steines
- Blick ins Falkenkar, unten ein kleiner Teil des Schwarzachtals sichtbar
- Aufstieg zur Hochsteinflache auf einer ansteigenden kurzen Gratstrecke
- Rückblick im Aufstieg zur Hochsteinflache
- letzter Gratkopf vor dem Gipfelaufbau der Hochsteinflache
- Rückblick vom Ansatz des Gipfelaufbaues der Hochsteinflache
- am Ansatz des Gipfelaufbaues der Hochsteinflache
- Hochsteinflache, 2.766 m, Hochpunkt der Überschreitung; im Rückblick der Ausgangspunkt Brandberger Kolm in 3,1 km Luftlinienentfernung
- Blick von der Hochsteinflache in Richtung Reichenspitzgruppe mit dem Schwarzachkamm und Wimmerkamm dazwischen; in der Ferne die mächtige Rötspitze in 21,5 km Entfernung, rechts der Magnerkamm
- Hollenzkopf mit Grasleitenkees, Wollbachspitze daneben, weiter rechts die markante Rosswandspitze, rechts davon der Grundschartner
- bäriger Talblick auf Mayrhofen und das Tuxertal, rechts die Tuxer Alpen
- Tiefblick von der Hochsteinflache in das Schwarzachtal (Schwarzachgrund)
- am Weg zur Höhenbergnieder (Schwarzachscharte) mit dem Plateaugelände „Auf der Röte“, im Hintergrund in rechter Bildhälfte der Magnerkamm und der Hundskehlgrund
- Reichenspitzgruppe im Detail mit der leider im Nebel verhüllten Reichenspitze sowie rechts dem Kuchelmooskopf, links ebenfalls im Nebel die Wildgerlosspitze, vorgelagert von links: Schneekarspitze, Zillerkopf und Schönachschneid, weiter hinten Zillerspitze, Richterspitze und Schwarzköpf; im Vordergrund Rötenspitze links und Höhenbergkarkopf
- li. Bildhälfte: Zillergründl, Magnerkamm und Hundskehlgrund, re. Bildhälfte Ahornkamm mit Hollenzkopf, Wollbachspitze Rosswandschneide und Grundschartner; im Vordergrund der spitze Mulner
- Sundergrund mit links Riblerkamm und rechts Ahornkamm; in der Ferne das mächtige Durreck
- nicht sichtbar in der Verschneidung das Zillergründl, dann der Magnerkamm und der Hundskehlgrund, dann der Riblerkamm
- Gründe und Kämme von links: nicht sichtbar in der Verschneidung das Zillergründl, dann der Magnerkamm, mittig der Hundskehlgrund, dann der Riblerkamm, rechts Sundergrund, dann der Ahornkamm; im Vordergrund das nächste Ziel das Plateau „Auf der Röte“
- an der Steinschlichtung „Auf der Röte“ zurück zur Hochsteinflache geschaut
- Blick zurück zum Brandberger Kolm, der letztmögliche Blick vor dem Abstieg
- am Abstieg zuerst durch grobes Blockwerk bis sich Bergwiesen ausbilden
- der scharfe Schwarzachkamm im späten Nachmittagslicht
- Schwarzachkamm mittlerer Teil mit Rötenspitzen
- Schwarzachkamm oberster Teil mit Höhenbergkarkopf und folgendem Zillerkamm bis zum Schneekarkopf; der Übergang zwischen den letzten beiden ist schwierig
- in den Bergwiesen angelangt, jedoch die Strecke nur von kurzer Erstreckung
- ausgeprägtes Blockgelände mit massiven Einzelblöcken trifft man wieder im Bereich der Schwarzachscharte an
- gegen das Ende der Blockstrecke im Schwarzachtal
- Rückblick auf das Blockgelände vom Schwarzachgrund auf die Höhenbergnieder (Schwarzachscharte)
- zu fortgeschrittener Zeit am Steig im Schwarzachgrund talwärts
- in der rechten Talflanke nach der Talstufe im Schwarzachtal
- Rückblick auf die Talstufe im Schwarzachgrund
- etwa eine halbe Stunde oberhalb der Unteren Schwarzachalm
- Almgebäude der Unteren Schwarzachalm mit Rückblick auf die schöne Reise über den Zillerkamm
- Route Zillerkammüberschreitung
- Route Zillerkammüberschreitung Nordteil mit Ausgangs- und Endpunkt
- Route Zillerkammüberschreitung Südteil mit Aufstieg und Abstieg vom Schwarzachgrund Endpunkt





































































































































































































