Bizarre Türme aus festem, hellem Dolomit, ideal zum Klettern, charakterisieren die Festung von Kalkgestein der Elferspitze vor der riesigen kristallinen Mauer des Habichtmassivs im Südwesten. Die Vermischung der beiden sehr unterschiedlichen Gesteinsarten ist bereits im Anstieg zum Kamm gut sichtbar.
Der Kletterer schätzt die meist gute Griffigkeit der Oberflächenstruktur und die Gesteinsfestigkeit bzw. den Verbund des Dolomites.
Erreichbar ist der Einstieg zum schwierigeren der beiden Klettersteige, dem „Elfer-Nordwand Klettersteig“ in gut eineinhalb Stunden ab der Bergstation der Elferbahn. Der Steig führt über die Elfer Hütte auf den Kamm hinauf und bei einem unübersehbaren Schild rechts weg in die Westflanke der Kette. Am Morgen liegt der Anstieg daher großteils im Schatten, somit ist er im Sommer vormittags angenehm, im Herbst bis mittags jedoch mit kühlen Temperaturen zu rechnen.
Gleiches gilt für den Klettersteig. Man möge also speziell im Herbst die Kleidung entsprechend wählen und auf Kletterhandschuhe, hinsichtlich der Felstemperatur und weniger wegen der geringen Schärfe des Gesteins, gegenüber dem teilweise messerscharfen Kalk des Karwendels, im Rucksack nicht verzichten.
Der Einstieg liegt auf ca. 2.200m, knapp 300m unterhalb des Gipfels des westlichen der südlichen Elfertürme (die Elfertürme bilden geografisch ein Dreieck, von dem der Turm mit dem Gipfelkreuz im Norden und die zwei anderen Türme im Süden liegen, also gibt es unter den beiden südlichen einen westlichen und einen östlichen Elferturm, wobei der östliche nicht per Klettersteig zu erreichen ist).
Den weiteren Verlauf dieses ersten und auch des zweiten Klettersteiges bitten wir – neben den Fotos in der Galerie – den Topos zu entnehmen, die – ungefragt – aus den Berichten von „bergsteigen.com“ entnommen wurden und für die wir uns dort bedanken. Uns geht es mehr um die Beschreibung einer gesamten Tour, als um die Detailbeschreibung jeder Einzelpassage der einzelnen Klettersteige. Erwähnt sei nur, daß dieser Klettersteig durchaus Kraft und Klettergeschick erfordert und für jenen, der sich kaum oder selten in Klettersteigen befindet daher bereits grenzwertig hinsichtlich der zu erwartenden Klettergeschwindigkeit – also nicht empfehlenswert – erscheint.
Nach zwei kleinen Wandstufen und einem abwärts gerichteten Quergang im Gehgelände geht es auf die Hauptwand des Klettersteiges zu, ein Riß in der Verschneidung des Nordturmes und des westlichen der südlichen Elfertürme bildet die Hauptaufstiegsroute. Sie ist nicht sehr ausgesetzt, jedoch durchwegs, bis zum Quergang oben nach schätzungsweise 150Hm nahezu senkrecht. Steinschlag im unteren Teil vor dem Einstieg zur Hauptroute hatten wir keinen da außer uns niemand unterwegs war, er ist jedoch bei gutem Besuch der Tour vorstellbar.
Nach dem Quergang oben und weiteren ca. 15m Aufstieg bildet ein nahezu horizontales Plateau (frei begehbar, ohne Sicherung) mit kolossalen Felsbrocken das wie das Innere einer Kathedrale anmutet und eine eigenartige Stimmung der Geborgenheit erzeugt, die man nach der Hauptwand mit allen vorkommenden ausdrehenden Klammerpartien wohltuend aufnimmt und gerne verharrt, um die immer noch hohen Wände empor zu schauen.
Einige Klettermeter in leichtem Gelände weiter erblickt man dann eine Felsformation, eine Art Höhle, die von einem überdimensionalen Klemmblock im Turm rechts und einem höheren Plateaugelände gebildet wird. Inmitten dieser Schönheit befindet sich der Abstieg als eine Art Tunnel, der auch noch eine Wendung im rechten Winkel erfährt. Einzigartig diese Naturformationen!
Das gesamte bisher beschriebene Plateau mit zwei grundlegenden Horizontalstufen liegt fast symmetrisch eingebettet innerhalb der drei Türme, die in ihrer Ausdehnung zum Greifen nahe sind und doch so weit entfernt, daß sie sich in posierender Weise, einzeln, zu eigener, mächtiger Gestalt erheben. Ein Anblick der haften bleibt.
Der Klettersteig führt nun in ungewohnter Abwechslung auf südwestlich ausgerichteter Wand weiter, sozusagen fast gegengleich dem Aufstieg und Sonnenlicht begleitet den Kletterer am frühen Septembernachmittag.

Eintrag ins Gipfelbuch der viel begangenen Route, im Hintergrund das Gipfelkreuz des Nördlichen Elferturmes
Der flächenhafte Gipfel ist nicht besonders geziert, ein Wandbuch in stählerner Kassette zeugt von großer Beliebtheit des kurzen Klettervergnügens und der traditionelle Bergsteiger, der gerne unter einem Gipfelkreuz verweilt, wirft einen sehnsüchtigen Blick zum schönen ehrwürdigen Kreuzlein des nördlichen Elferturmes, der kaum einen Steinwurf entfernt, jedoch von hundert Meter hoher Wand getrennt ist. Dies zu erreichen war unser nächstes Teilziel, nachdem der Klettersteig eine gute Stunde in Anspruch genommen hat.
Hierzu stiegen wir auf das wunderbare Plateau ab, passierten den Klemmblocktunnel und stiegen ein paar Meter mit Sicherung versehen ab. Weiter über zwei drei kleinere Stufen von Jahrmillionen an Kalksedimenten auf die offene Fläche des Elfersattels ab.
Am Wegweiser beginnt der Steig zum nördlichen Elferturm, der dann in wenigen Minuten, zuletzt über einen Aufschwung am runden Rücken und durch eine Verschneidung, einer Zinnenkrone gleich, erreicht wird.

nach wenigen Minuten bereits am Gipfel des Nördlichen Elferturmes, das von einem ehrwürdigen Kreuzchen geziert wird
Das Gipfelkreuz ist eines der schlichtesten und dafür schönsten der kleinen Kreuze, die wir in den letzten Jahren gesehen haben. Seine Fundamentierung ist interessant und die Abspannungsseilchen sind zu Recht mit Stacheldraht umwickelt, liegt es das schmale Gipfeltürmchen jedoch dermaßen exponiert, daß die Erbauer offensichtlich mit Selbstsicherungsmaßnahmen, die natürlich völlig fehl wären und fatal enden könnten, gerechnet haben müssen. Weiters dienen sie dazu der dummen Unart der letzten Jahre, der Gipfelkreuzbesteigung, oder besser –entweihung mit Selfie (oder „selfish“, wie der Verfasser diese Fotokunst nennt) Einhalt zu gebieten.
Nach dem Augenblick, zu dessen Verweilen man gekommen ist, geht es wieder auf den Sattel und dem Steig entlang Richtung Süden der Elferspitze (bzw. der im Internet anzutreffenden Bezeichnung „Elferkofel“) entgegen. Wieder in wenigen Minuten erreicht man den Abzweig zum Einstieg.
Der „Elferkofel-Klettersteig“, wie er auch genannt wird ist charakteristisch eher eine Gratüberschreitung, als der so rassige, fast senkrechte Klettersteig der Nordwand und daher geeignet für jeden mit alpinem Geschick und der Klettersteigtechnik kundigen Bergsteiger.
Der Aufstieg bis zum runden, kofelartigen Rücken der Elferspitze vollzieht sich zunächst eher flach und dann durchwegs auf der mittelstark ausgeprägten Gratschneide und eröffnet einzigartige Tiefblicke zu beiden Seiten, die schärfere zur rechten in die Westflanke.

hier die drei Elfertürme im Norden, der linke ist der durch den Klettersteig an der Nordwand bestiegene
Der Gipfel selber ist überraschend flach und mit einem geschnitzten Bildstock vom ehemaligen Hüttenwirt versehen, sowie einem Gipfelbuch in einer Stahlbox, deren Deckel so stark klemmt, daß rohe Fußgewalt zur Öffnung derselben aufgebracht werden muß und daher auch die junge und an sich stabile Spaxverschraubung am Bildstock bereits ermüdet ist. Es wäre ein Jammer, wenn sie jemand komplett los tritt. Vielleicht erbarmt sich der GK-Betreuer und bringt die Box über den Winter zur Reparatur zum Schlosser, von denen es im Stubaital sehr versierte gibt.
Weiter geht der Klettersteig über eine Verschneidung im Gipfelaufbau gen Südwesten, vorbei an einem imposanten Klemmblock unter dem man eine alte Seilversicherung erblickt. Sie müßte der Normalaufstieg, beschrieben in den alten Stubai-Führern sein, wurde jedoch nicht näher erkundet.
Dem tiefen Einriß im abgerundeten Kofelgipfel folgend erreicht man nach wenigen Metern den jähen, südlichen Abbruch des Gipfels. Der Abstieg erfolgt elegant über eine rechtwinkelige Richtungsänderung auf festem, breiten Band zum Gehgelände. Von dem Punkt der Richtungsänderung aus kann man sehr gut den weiteren Verlauf erahnen, den man am Topo und auf unseren Fotos in der Galerie im Detail gut erahnen kann und auf den hier nicht näher eingegangen wird.
Am Ende der Klettersteigroute fragt man sich welcher Teil der schönere war und ist so überwältigt von den jeweiligen andersgearteten Schönheiten, daß man keine schnelle Antwort darauf findet. Wir finden es stimmig beide Klettersteige zu absolvieren um einen Gesamteindruck der kurzen aber rassigen Kette zu bekommen.
Für den Rückweg bieten sich drei Möglichkeiten an:
Wir haben die erste genommen. Diese führt direkt unter den Felsen auf der Ostseite der Kette wieder auf das Elferplateau hinauf (ca. 150Hm Aufstieg) und von diesem über den Normalsteig zur Elferhütte.
Die zweite Möglichkeit befindet sich ebenfalls auf der Ostseite der Kette und führt vom Zwölfernieder ebenfalls zur Elferhütte, jedoch absteigend bzw. horizontal, nicht aufsteigend. Die bequeme Variante für den Müden.
Die dritte Möglichkeit, jedoch entfernungsmäßig weiter, ist der Abstieg zur Autenalm auf der Westseite der Kette und weiter zur Elferbahn. Ebenfalls absteigend bzw. moderat aufsteigend von Hütte bis zur Elferbahn.
Wir haben für die gesamte Tour von/bis Elferbahn mit kleinen Fotopausen und jeweils 10min auf den Gipfeln 5 ½ Stunden gebraucht, man rechne jedoch mit gut 6 ½ bis 7 Stunden an belebten Tagen und je nach Kondition.
Mils, 21.09.2015
- Elferhütte, ca. 20min nach verlassen der Elferbahn erreicht
- Elfertürme in Sicht
- Abzweig vom Normalweg
- Zustieg zum Klettersteig „Nordwand“ der Elfertürme
- weiterer Verlauf des Zustieges
- Rückblick am Zustieg
- Abzweig zum Klettersteig
- der gesamte Zustieg im Rückblick
- Neue Regensburger Hütte mit Ruderhofspitze und Östl. Seespitze
- Elfertürme Nordwand
- Einstieg des Klettersteiges
- erste Wandstelle
- zweiter Aufschwung nach der ersten Wandstufe
- die Nordwand; hinter dem Riß verläuft die Tour
- Zustieg zum Riß ein paar Meter abwärts
- Rückblick auf die ersten Stufen
- im unteren Teil des Hauptteiles
- spricht für sich…
- Rückblick nach ca. 25min seit dem Einstieg
- knapp unterhalb der Schlüsselstelle
- die Schlüsselstelle C/D beim Überklettern der Schuppe, D/E im Kamin (selbst ich war zu breit für den Kamin
- Manuel hat die Schlüsselstelle überklettert
- und hat es oben leicht auf der Schuppe zu gehen
- Schlüsselstelle nach unten
- der obere, fast ebene Teil ist nur 5-6m lang
- unten das Seil für die ganz schmalen ohne Rucksack (D/E)
- ein weiterer Rückblick
- letzter Teil der Hauptwand
- ein anregender Quergang
- Rückblick
- kurz vor dem höhlenartigen Plateau
- Relikt vergangener Zeiten (es ging damals auch ohne 13mm Stahlseil…)
- der Hauptteil ist geschafft
- Blockwerk in der „Kathedrale“
- der spätere Abstieg
- der letzte Wandteil auf der Südseite
- Einstieg des letzten Wandteiles
- Manuel posiert in der Mitte auf einem festen Band
- der Schlußteil etwas flacher endend
- herrliche Blicke vom Nordturm gen Südwesten zum Habicht
- die Elferspitze in Sicht; der gebogene Rücken (im Internet auch „Kofel“ genannt) ist die anregende Gratroute des zweiten Klettersteiges
- Eintrag ins Gipfelbuch der viel begangenen Route, im Hintergrund das Gipfelkreuz des Nördlichen Elferturmes
- Manuel im Abstieg, im Hintergrund der Nördliche Elferturm
- Rückblick auf die „Pforte“ des Abstieges
- und der Ausstieg links aus dem Pfad unter dem Klemmblock
- Abstieg aus dem letzten Kamin Richtung Scharte
- Rückblick aus dem Blockplateau inmitten der drei Elfertürme, einmalige Stimmung darin, wie in einer Festung und zugleich wie in einer Wiege
- Blick zum offenen Plateau zwischen den drei Elfertürmen und der Elferspitze
- am kurzen Weg zum Gipfel des Nördlichen Elferturmes
- nach wenigen Minuten bereits am Gipfel des Nördlichen Elferturmes, das von einem ehrwürdigen Kreuzchen geziert wird
- Blick gegen Süden zum westlichen der Südlichen Elfertürme, den wir kurz zuvor am Klettersteig bestiegen haben
- Blick zur Kirchdachspitze links und der Ilmspitze rechts
- Blick zum Habicht und zum Zuckerhütl
- hier nochmals das einzigartige Blockplateau eingeschlossen von den drei Elfertürmen
- Elferspitze, 2.505m
- Abzweig zum Klettersteig rechts vom Normalweg
- der Einstieg
- ein wunderbarer, leider kurzer Grat
- beginnt gleich nach dem Einstieg
- links Platten, rechts der senkrechts Abbruch
- eine Rippe endet mit einem Spreizschritt
- zum nächsten Grataufschwung
- und oben wird es schon wieder flacher
- zum Gipfel hin
- hier die drei Elfertürme im Norden, der linke ist der durch den Klettersteig an der Nordwand bestiegene
- und weiter geht es Richtung Zwölfernieder mit dem Habicht im Hintergrund
- Blickfang und wer in natura genau schaut erkennt eine Seilsicherung vom alten Normalanstieg
- Aufschwung auf das angrenzende Plateau das gleich hoch ist die das Gipfelplateau
- Rückblick auf das Gipfelplateau
- kurzer Abstieg durch eine schmale Schlucht
- die an einem breiten, dunklen Band endet
- Abstieg im Rückblick, man erkennt das dunkle, schräge Band gut
- für alles ist in modernen Zeiten gesorgt
- tolles Gehgelände mitten in den Türmen und Zinnen
- ein neuer Quergang wertet die alte Steigführung mit Klammern in die Tiefe und wieder herauf gut auf.
- zwischendurch Gehgelände in Gratnähe
- immer wieder Abstiege in Scharten
- und Aufstiege in gutem, festen Dolomit
- Engstelle zwischen zwei Gratscheiben
- ein längerer Abstieg zu einer Scharte
- fester Fels, ohne Schutt
- der Gegenanstieg
- und wieder ein Abstieg zu Gehgelände
- ein bemerkenswert großes Dach im festen Dolomit erscheint linker Hand
- der tiefe Abstieg vor der letzten sich aufbäumenden Gratbarriere
- hinten schon erkennbar die Zwölfernieder
- der gesamte Verlauf der Gratüberschreitung mit links hinten dem bestiegenen westlichen Südturm der Elfertürme
- die letzten Meter
- der Rückweg zum Plateau zwischen den Türmen und der Elferspitze – er führt knapp 200Hm hinauf; der leichtere Rückweg ist unterhalb
- fast wieder am Plateau angelangt, die Umgebung einer Mondlandschaft gleich
- der Nördliche Elferturm im Zoom von der Elferhütte aus gesehen
- einklarer Herbsttag bis zuletzt; Fernsicht ca. 40km bis ins Karwendel