Schitour Pfoner Kreuzjöchl, 2.640m

Das Pfoner Kreuzjöchl von Pfons aus zu begehen wäre allein von der Namensgebung her logisch. Leider kann diese fantastische Schitour nur dann unternommen werden, wenn man einen Parkplatz findet.

Pfoner Kreuzjöchl, 2.640m

Inspiriert vom tollen Bericht von Kollege Roman wurde am Vortag die Parksituation mit dem Ergebnis erkundet, daß auf der Bergstraße im Ortsteil Margareta eigentlich nur drei Parkplätze zur Verfügung stehen. Einen dieser konnte ich heute ergattern und eine traumhafte Tour erleben.

Start in Oberpfons

Es ist verständlich, daß die Anrainer keinen Schitourenrummel haben wollen mit Lärm am frühmorgendlichen Parkplatz am Sonntag um und Geschnatter über alles was zuhause vergessen wurde. Darum habe ich auch einen Parkplatz gewählt, der – so hoffe ich  – auf öffentlichem Grund lag und die 40Hm zum Ausgangspunkt mit geschulterten Schi begonnen.

Passagen am Almweg

Etwas später, beim Erreichen einer Lichtung mit Blick auf schöne Lärchenhänge, mußte ich feststellen, daß ein direkter Aufstieg auf den freien Hängen zwischen den Häusern  ebenfalls möglich gewesen wäre und noch dazu mit mehr Schneeauflage, als ich sie im dichten Wald hatte.

Passagen durch den Wald im unteren Teil

Bei den sich mehrfach verzweigenden Aufstiegsspuren folgte ich jeweils der steilsten bzw. der direktesten zwischen den vielen Serpentinen, mit denen der Almweg angelegt wurde.
Dabei dürfte ich dem Aufstieg von Ortskennern gefolgt sein, denn diese kürzten jeweils fast mittig zwischen den Serpentinen ab. Allerdings – und das muß erwähnt werden – hätte ich teilweise auf der Schneeauflage im dichten Wald Pfifferlinge erkennen können, wüchsen diese des Winters, um den Hauch an Schneeauflage treffend zu beschreiben.

hier könnte man alternativ über die Lärchenhänge aufsteigen

Egal, es geht ums Bergsteigen nicht um übertriebene Schonung des Werkzeuges dafür.
Allmählich, etwa nach 300Hm, wurde mit der Höhe die Schneedecke besser und zusätzlich taten sich dann und wann Lichtungen auf in denen es sich prächtig aufsteigen ließ und diese Lichtungen wechselten auch teilweise mit Aufstiegspassagen am Almweg.

Übersicht über die größere Lichtung

In etwa auf 1.700m lichtet sich der Fichtenwald und ab einer Heuhütte taucht man ein in toll kupiertes Almgelände, inmitten von vereinzelten Lärchen.
Die Lichtbäume besitzen durch den Nadelabwurf die Eigenschaft, daß sie im Winter den Schnee nicht zurückhalten und somit ragen die rotbraunen Dauerbewohner der Alm in farblich einzigartigem Kontrast mit der Morgensonne aus dem in Weiß getünchten Gelände und macht den Besucher süchtig nach solchen Szenen.

schönste Eindrücke spornen an

Oberhalb der urigen sonnengegerbten Heuhütten beschreibt der Aufstieg einen Schlenkerer, um einen Almzaun zu umgehen und taucht noch einmal kurzzeitig für ein paar Aufstiegsminuten in dichteren Tannenwald ein, bevor sich eine gewaltige Szenerie auftut.

an der Baumgrenze angelangt

Die Baumgrenze ist erreicht.
Der weitere Aufstieg zur Ochsenalm erfolgt nun über einen sagenhaft schönen sehr breiten Kamm mit abnehmend Bewuchs von letzten knorrigen Lärchen und Zwerggewächs, das seit Jahrzenten dem berüchtigten Föhn hier trotzt und dem man den Kampf mit dem Südwind und den heftigen Wettern die des Sommers durch die Hauptwetterrichtung von Westen her völlig ausgesetzten Flächen ansieht. Eine schier unbeschreiblich schöne Landschaft.

fantastische freie Hänge – Mislkopf bereits sichtbar

Gemächlich zieht sich die Tour weiter auf den Vermessungspunkt oberhalb der Ochsenalm hin, die Steigung weit unter dem lawinengefährlichen Maß und heute nicht abgeblasen. Man kann sich im Trott des Aufstieges gut vorstellen, daß diese Tour bei Föhn gar nicht und nach diesem erst wieder nach weiteren Schneefällen Sinn macht.

Rückblick in die Stubaier

Ab und zu mußten die beiden Ortskundigen vor mir denn fast aperen Kuppen ausweichen und man grüßte sich kurz als sie knapp vor meiner Ankunft am Plateau vor der Ochsenalm bereits die Abfahrt antraten. Zeitmangel, lies man mich wissen und somit war ich selber der Spurenleger ab dem Vermessungspunkt bis zum Gipfel des Pfoner Kreuzjöchl.

ohne Worte

Der weite Talkessel um die Ochsenalm präsentierte sich in durchgehendem Weiß und hier mußte eine Teepause her, um diese Blicke aufzusaugen.

malerische Ochsenalm

Selbst beim weiteren Aufstieg – zwecks des leichteren Spurens – in Gratnähe mußte ich die Landschaft auskosten und verweilte mehrmals. Was bedeutet schon die Aufstiegszeit nach beendeter Tour gegen eine Erinnerung fantastisch gekleideter Natur, die mit ihrer Großartigkeit über alles erhaben ist und die Zeit zum Erliegen bringt.

Am Kamm zu den Speikböden

Nach dem höchsten Punkt der Speikböden, auf 2.334m, folgt eine kleine Erholungsphase mit ca. 300 bis 400m Länge in der ca. 25Hm verloren werden, auch wenn es auf den Karten nicht so aussieht. Es geht von dort in leichtem Auf und Ab dahin und steigt wieder stetig kurz vor der Stelle an der die Tour vom Arztal heraufkommt und beide Anstiege sich vereinigen.

kurz nach dem höchsten Punkt im Kamm

Ich war dessen nicht gewahr und staunte nicht schlecht als sich von links ein gutes Dutzend Tourengeher teils vor und teils hinter mir die letzten 150Hm des Anstieges teilten und meine Vermutung, daß die Tour aus dem Arztal weiter westlich zum Pfoner Kreuzjöchl führen würde.

von links mischt sich die Tour aus dem Arztal ein

Die Hangneigung des Gipfelhanges des Pfoner Kreuzjöchl ist steiler als das freie Gelände bisher, jedoch bis auf einige wenige ganz kurze Passagen, die 35° erreichen, immer unter 30° geneigt.

Gipfel des Pfoner Kreuzjöchl in Sicht

Das bescheidene Plateau östlich des Gipfels war an einem Tag wie heute stark frequentiert und alle Tourengeher strömten des Gipfelfotos wegen auf den noch viel kleineren Gipfelpunkt zu; trotzdem gelang es mir den Gipfel sozusagen unbemannt abzulichten und ein Fotoangebot mit meinem Handy und mir drauf lehnte ich dankend ab.

Gipfel des Pfoner Kreuzjöchl

Leider hatte sich mittlerweile eine große Wolke über dem Wipptal gebildet, die just das Pfoner Kreuzjöchl und die traumhafte Ochsenalm vollkommen abdeckte. Daher waren vom Gipfel aus auch keine besonderen Fotos möglich und bei der Abfahrt entschied ich durch das diffuse Licht auch eine spezielle Route.

Pfoner Kreuzjöchl, 2.640m vom Schidepot aus

Die Abfahrt über den Gipfelhang bis zum Verbindungskamm ist ohne Krascheln unter den Schi problemlos möglich, wenn ein wenig überlegt vorgegangen wird.

die wunderschöne Ochsenalm leider im Schatten

Ab dem Tiefpunkt am Kamm entschied ich dann nochmals für die wenigen Höhenmeter aufzufellen um dadurch in jedem Fall zum Vermessungspunkt zu gelangen, und nicht unten in der Ochsenalm zu landen.
Möglicherweise wäre der Vermessungspunkt auch ohne Abfellen über den Talkessel erreichbar gewesen, jedoch konnte ich die Geländestufen wegen des diffusen Lichtes nicht eindeutig erkennen.

Abfahrt über die Ochsenalm, leider schattig geworden

Der Grund den Vermessungspunkt erreichen zu wollen ist leicht erklärt. Er ist der Beginn der Abfahrt über die schönen, wenig steilen Rückenflächen mit kaum Bewuchs, in denen die Schwünge nicht einmal überlegt werden müssen, so breit zieht das Gelände nach unten.

soweit das Auge reicht…

Nach den freien Flächen, wieder in den Wald mit dem Almweg eingetaucht, entschied ich mich bis weit hinab für die tadellose Abfahrt – ohne Notwendigkeit anzuschieben –  auf dem Almweg zu bleiben. Erst bei der freien Forstfläche, die ich vom Aufstieg her in Erinnerung hatte, war eine  Abweichung vom Weg sinnvoll. Allerdings endet diese auch wieder am Almweg, der dann bis zu den Lärchenhängen oberhalb Oberpfons hinab zum Parkplatz führt.

und wieder zurück zur Aufstiegsspur

Kurz nach Verlassen des Waldes befinden sich unterhalb des Almweges die Lärchenhänge, die man intuitiv abfahren kann, um in Oberpfons zu landen. Dabei muß gegebenenfalls einmal ein Zaun überquert werden und man achte drauf nichts zu zerstören. Buchstäblich bis zum Parkplatz konnte heute abgefahren werden.

nicht mehr weit die Gehöfte

Die fantastische Tour hat 5 1/4 Stunden gedauert und die Bergsteigeruhr zeigte 1.600Hm. Der Aufstieg hat 3 1/2 Stunden in Anspruch genommen.

Mils, 04.02.2018

 

 

Schitour Silleskogel, 2.418m

Zwei Täler nördlicher als der Ursprung der Sill, aus dem Valsertal führt die spritzige kurze Schitour auf den Silleskogel, der mit dem Padauner Berg, der Vennspitze und dem Roßgrubenkofel die nördliche Begrenzung des Venntales bilden.

Abbruch knapp unterhalb des Gipfels des Silleskogel

Den Ausgangspunkt bildet die fünfte Kehre der Padaunerstraße, die gerade noch über den Valser Bach abzweigt, bevor die Straße nach Innervals wegen der massiven Hangrutschung derzeit gesperrt ist.

An der fünften Kehre auf 1.500m sind einige wenige Parkplätze vorhanden und im heurigen schneereichen Winter hängt es von der Gnade des Schneeräumers ab, wie viele Fahrzeuge dort einen Parkplatz finden. Heute war gut geräumt und somit fanden wir knapp zehn Fahrzeuge bei unserer Rückkehr vor, die das Maximum der Kapazität der Kehre darstellen.

kleiner Parkplatz in der fünften Kehre auf der Straße nach Padaun

Die Tour führt zunächst ca. 500m östlich den Almweg entlang und einige Steigminuten nach der Kehre befindet sich das untere Gelände der Sillalm auf 1.637m. In der Folge geht es durch das Almgelände in direktem Anstieg südsüdöstlich weiter dem Wald oberhalb der Alm zu.

bei der Sillalm, die Sicht noch akzeptabel

Im Wald wird in einer schmalen Mulde einige Minuten weiter aufgestiegen, bevor sich eine weitere Almfläche ausbildet, die in ihrer oberen Begrenzung, stufenartig wieder durch einen sehr lichten Lärchenwald in steileres Gelände übergeht.

zweite offene Fläche oberhalb der Sillalm am Weg zum Silleskogel

Ist diese Passage inmitten freistehender, altehrwürdiger Lärchen durchschritten, tut sich die kaum bewachsene Hochfläche der Roßgruben auf, ein Kessel zwischen Roßgrubenkofel und Silleskogel, an dessen unterstem Punkt man sich befindet. Die Steigrichtung ändert sich dort gegen Südosten.

unterhalb der Roßgruben

Leider konnten wir nicht viel sehen, da der Nebel immer stärker wurde. Die Spur vom Vortag wies und gut durch die Roßgruben. Am Ende, wo der Hang zum Kamm etwas steiler wird, waren die Spuren kaum mehr zu sehen, dafür konnten wir den Kamm ausmachen.

Rückblick an der Waldgrenze

Am Kamm, oder besser leicht unterhalb, wendet sich der Anstieg dann wieder nach Südwesten. An der Stelle, an der die ersten Felsen des Gipfelaufbaues zum Vorschein kamen mußten wir leider abbrechen, da die Sicht ein sicheres Weiterkommen im unbekannten Gelände nicht mehr zuließ. Das war knapp 60m unterhalb des Gipfels.

der breite Kessel der Roßgruben – links oben im Nebel befindet sich der Silleskogel

Zwei rasch hinter uns nachgekommene sportlich junge Damen drehten an dieser Stelle ebenfalls um und knipsten uns beide noch kurz vor der Abfahrt, sozusagen als Ersatz für das Gipfelfoto.

an der Waldgrenze im unteren Teil der Roßgruben

Die Abfahrt, obwohl – wegen des stärker werdenden Nebels – bis zur Waldgrenze mehr oder weniger im Blindflug erlebt, präsentierte sich als kleine Entschädigung überraschend angenehm in weichem Neuschnee mit geschätzt 15cm Stärke, der über Nacht gefallen ist auf Altschnee der auch noch nicht besonders kompaktiert wurde und ein bäriges Fahrgefühl bot.

Schitour auf den Silleskogel – Abbruch im Gipfelbereich

Weiter unten, wo die Roßgruben in den lichten Wald übergehen, begann dann eine etwas beschwerliche Abfahrt, jedoch immer noch gut zu drehen, aber mit härterem Untergrund.

Alles in allem war die Abfahrt eine feine Sache – wie schön muß sie sein, wenn auch noch das Wetter mitspielen würde.
Wir werden es im Frühjahr erfahren, wenn der Gipfel nachgeholt wird und aufgrund der Nordhänge und der Höhe des Ausgangspunktes keine besondere Eile mit dem Termin geboten ist.

Schitour auf den Silleskogel – Übersicht Aufstieg und Abfahrt

Der Aufstieg hat mit etwas Orientierungsnotwendigkeit zwei Stunden gedauert, die gesamte Tour 2 3/4 Stunden. die Höhendifferenz betrug  860m (bis zum Gipfel sind es 920m).

Mils, 03.02.2018

 

 

 

 

Schitour Hintere Goinger Halt, 2.192m

Karwendelcharakter kann der rassigen Schitour auf die Hintere Goinger Halt inmitten des Wilden Kaisers allemal zugeschrieben werden, und sie ist eine Tour die auch konditionell, schitechnisch sowie bergsteigerisch nicht unterschätzt werden sollte.

Hintere Ellmauer Halt, 2.291m

Beim großen Parkplatz der Wochenbrunneralm über – bzw. nördlich von Going auf 1.080m geht es zunächst flach nach Norden in den Wald hinein in Richtung Gaudeamushütte. Das Zwischenziel – das Ellmauer Tor auf 1.980m – ist bereits am Start gut sichtbar. Diesem wird auf kontinuierlich steiler werdendem Gelände zugestrebt.

knapp nach dem Start bei der Wochenbrunneralm

Die Hänge vor der Gaudeamushütte sind in einer guten halben Stunde erreicht. Trotz des kräftig gefrorenen Firndeckels müssen wir uns des Windstoppers entledigen. Kaum ein Lüftl weht in dieser Höhenlage und die Temperatur war knapp unter null am Ausgangspunkt.

auf Höhe der Gaudeamushütte

Nach der Gaudeamushütte dreht der Anstieg leicht auf Nordwest und die langen Schuttreisenhänge von der Goinger Törl Spitze herab werden in einer langen Querung aufwärts durchschritten. Zwei Lawinen mußten durchquert werden und bei der völlig gefrorenen Oberfläche wurde dies – wie meist bei Schitouren – zum akrobatischen Training mit teils völlig durchgebogenen und teils wieder steckengebliebenen Schiern.

Anstieg zur ersten Steilstufe

Der Anstieg erfolgt mit wenigen Serpentinen im Mittelteil solange in die selbe Richtung, bis eine markante kleine Fels/Latschenstufe erreicht wird, die sich – bei der Abfahrt erst so richtig bemerkt – in unnötig steilem Gelände befindet. Dies erklärte uns nachträglich, warum einige Tourengeher rechts neben uns höher angestiegen sind und damit diesen steileren Teil umgangen haben.

wenige Serpentinen am Weg zur ersten Steilstufe

Aufstiegsspuren gibt es durch die Frequentierung der Tour genügend, sodaß der Novize eher die schlechtere Wahl trifft, um dem vermeintlich steileren Anstieg auszuweichen.

Rückblick auf den zurückgelegten Anstieg zur ersten Steilstufe, nach den steilen Passagen

Am heutigen fast vollständig bewölkten Tag ist die bockharte Spur natürlich in keiner Weise aufgefirnt worden, was uns ohne Harscheisen bei ein paar speziellen Stellen ganz schön gefordert hat und ein gutes Dutzend echt anstrengende Rutscher auf der recht steil angelegten Aufstiegsspur verursacht hat. Man sollte also bei solchen Bedingungen auf die Harscheisen nicht verzichten und es ärgerte mich, daß ich trotz Vorbereitung, aber dem Wunschdenken eines weiteren sonnigen Tages wie gestern auf die Torwand, zuhause lies.

nach dem Flachteil oberhalb der ersten Steilstufe

Nach dem Steilstück wechselt das Gelände im Kübelkar in eine kurze flache Mulde, bevor sich wieder die nächste Steilstufe ausbildet. Bis hierher, auf ca. 1.600m haben wir 75min benötigt.

im Aufstieg von Max mit der Linse erwischt – aber nur ein kleiner Punkt vor der Karlspitze

Im Aufstieg in dieser nächsten Stufe befindet sich links im Kar eine Felsstufe, die rechts umgangen wird. Hier zeigt sich der Vorteil jener, die schon vorher rechts ab steiler aufgestiegen sind, denn diese Route befindet sich in einer optimaleren Position, rechts im Kar und höher.

Bene in der Flanke kurz vor dem felsig durchsetzten Teil der zweiten Steilstufe

Nach dieser Stufe wird das Gelände flacher und der Blick zum Joch, dem Ellmauer Tor, tut sich auf. Von dort werden noch gut 10min bis zum Höchsten Punkt  im Joch benötigt. Wir haben das Ellmauer Tor nach nicht ganz 135min ab dem Start erreicht.

Rückblick nach Süden vom Ellmauer Tor

Max und ich setzten die Tour auf den Gipfel fort, während Bene sich entschied den Rückweg anzutreten und in der Wochenbrunneralm auf uns zu warten.

Aufstieg zur Hinteren Goinger Halt vom Ellmauer Tor aus gesehen (Schidepot unterhalb der Felsen)

Also nahmen wir den kurzen Anstieg zum Schidepot in Angriff und zu unserer Freude erfolgte dieser in leicht gepresstem Altschnee ohne gefrorene Verkrustungen.

bereits nach den steilen Passagen, am Weg zum Gipfel der Hinteren Goinger Halt

Der Hang zum Schidepot wechselt von unter 30° Neigung auf über 30° und kurz bevor es schräg nordöstlich in noch steileres Gelände übergeht entledigten wir uns der Schi.

Rückblick auf den Aufstieg ohne Schi

Der erste Teil des nur 212Hm langen Aufstieges nach dem Schidepot erreicht lt. TIRIS eine Hangneigung von über 40°, im Hauptanstiegsteil danach beträgt die Neigung zwischen 35 und 40° und im oberen Teil, bereits gut gangbar auf Stapfsteig liegt sie deutlich darunter.

Hangneigungen Aufstieg Hintere Goinger Halt über Ellmauer Tor

Vom Ellmauer Tor bis zum Gipfel der Hinteren Goinger Halt haben wir kaum eine halbe Stunde benötigt und die Gesamtaufstiegszeit betrug somit 2 3/4 Stunden.

Gaudeamus igitur iuvenes dum sumus – Max am Gipfel der Hinteren Goinger Halt

Schroffe Spitzen und Türme ringsum – typisches Wilder-Kaiser-Gelände und toll anzusehen. Vor uns die Vordere Goinger Halt und neben uns im Westen die Karlspitzen und die Fleischbank, im Norden der Predigtstuhl.

die Karlspitzen und die Fleischbank

Nach kaum einer Viertelstunde traten wir den Rückweg von der Hinteren Goinger Halt an, um den dritten Mann nicht so lange warten zu lassen.

Vordere Goinger Halt

Steigeisen waren heute weder für Aufstieg, noch für Abstieg erforderlich. Die Schneedecke ist weich genug, um knietiefe Tritte zu schlagen. Im Übrigen gibt es schon eine recht akzeptable Aufstiegsspur mit tiefen Tritten.

von Lärchegg bis Ackerlspitze, mittig der Mitterkaiser und unten die Fritz-Pfaumhütte

Die Abfahrt ab dem Schidepot war besser als die weitere Abfahrt ab dem Ellmauer Tor, diese bereitete uns heute eine recht große Anstrengung.

Max kurz vor dem Schidepot

Die teils sehr harte Piste mit den gefrorenen Firnabfahrtsspuren von gestern ließen vor allem im oberen Teil die Zähne klappern.

am Schidepot

Im unteren Teil unterhalb der ersten Steilstufe wurde dies etwas besser, das mittlerweile genug Einstrahlung (Sonne trotzdem kaum zu sehen) in den Südhang eingetragen wurde, sodaß zumindest im unverspurten Gelände etwas Freude aufkam.

am Rand des Kübelkars ist die Abfahrt in unverspurtem Gelände etwas besser

Nach 3 3/4 Stunden endete diese landschaftlich großartige Tour und für einen Karwendelliebhaber kam deutlich das bekannte schroffe, senkrechte, graufarbene und zerrissene Gelände heimelig zur Geltung.

nach anstrengender Abfahrt wieder im flacheren Gelände ab der Gaudeamushütte angelangt

Der Abschluß mit dem im Winter bergsteigerisch nicht ganz einfachen Gipfelaufstieg stellt die Krönung der schönen Tour auf die Hintere Goinger Halt dar. Insgesamt wurden 1.120Hm bewältigt.

Mils, 28.01.2018

Schitour Torwand, 2.771m

Wer die Torwand im Wattental im Jänner früh am Morgen angeht, steigt über lange Passagen im Schatten auf. So ist es mir heute ergangen – trotzdem gefiel mir der abwechslungsreiche Aufstieg in felsigem Gelände und die gesamte Tour.

Panorama von der Torwand zum Talschluß der Wattener Lizum

Vom Parkplatz vor dem Lager Walchen wird zunächst über die linke Bachseite und Stieralm auf der Schiroute in Richtung Lizumerhütte aufgestiegen. Einige hundert Meter nach der Abzweigung zur Lizumerhütte weiter wird über die links aufsteigenden Hänge in Richtung Rosskopf – einem markanten runden Buckel – der etwas dem Weg zum Torjoch vorgelagert ist, aufgestiegen.

Torwand, 2.771m

Ich habe heute  eine Variante gewählt, um den flachen Teil der Straße zur Lizumerhütte zu vermeiden und bin hinunter zu den Kasernengebäuden gefahren und zur Kapelle aufgestiegen.
Dort fand ich eine frische  Spur vor, die zur Grauen Wand führen sollte und bald sah ich zwei Mann vor mir in der sehr abgeblasenen Flanke in Richtung Graue Wand aufsteigen. Muß kein sonderliches Hochgefühl sein hier abzufahren.

rechts geht’s ab

Oberhalb des kleinen Einschnittes zweigte ich von der Spur ab und stieg etwas steiler in Richtung Karmulde des Torjoches weiter, wodurch ich den Rosskopf praktisch links (nördlich) in Aufstiegsrichtung umgangen bin. Der Vorteil – neben einer Abkürzung von geschätzt 10min – dieser Routenführung war, daß ich gegen 10:20 Uhr den bereits besonnten Bereich erreichte und länger darin aufsteigen konnte, als bei der Originalroute.

bei der Abzweigung zur Torwand, rechts geht es direkt der Sonne zu

Allerdings wird die untere Karmulde dabei in der vollen Tiefe erreicht, was einen etwas steileren Aufstieg in Serpentinen notwendig macht, wenn man nicht zur deutlich höher gelegen Spur von der Lizumerhütte herauf aufsteigen. Diese führt in der Flanke der rechten Karbegrenzung ohne Serpentinen aufwärts, bis zur nächsten flacheren Stufe. Später habe ich erfahren, daß durch diese Spur kurz vor mir Kollege Jürgen eine kleine Tuxer Reib’n absolviert hat und sein lesenswerter Bericht sich lohnt bei ihm vorbeizuschauen.

unberührtes Aufstiegsgelände

Oben angekommen breitet sich eine leichte Mulde aus und im Sommer gibt es dort offenbar einen kleinen See oder eine Lacke, im Winter ist nichts davon sichtbar.
Die Spur zum Torjoch setzt sich nun mit einigen wenigen Metern Höhenverlust fort.

der Anstieg durch die Steilstufe (rechts oben der Anstieg von der Lizumerhütte)

In etwa auf Punkt 2.370m zieht rechter Hand eine auffällige Rippe ziemlich direkt südlich zu einer Flachstelle im Kamm auf die Torwand hinauf und diese muß man für den weiteren Anstieg wählen, das Torjoch (2.386m) wird nicht erreicht, ca. 150m vorher zweigt die Route auf die Torwand ab.

in Richtung Torjoch weiter

Der Aufstieg erfolgt wieder im Schatten, da gegen 11 Uhr die Sonne vollständig vom Gipfelaufbau der Torwand abgedeckt wird. Dies ändert sich erst oben, nachdem der Kamm erreicht wurde (siehe Foto).

der Aufstieg wird etwas steiler

Ab der Flachstelle – ich habe sie Podest genannt, obwohl sie viele Meter breit ist – taucht man wieder in Sonnenhänge ein, die jedoch immer wieder unterbrochen werden, da die Nordwestflanke der Torwand am Spätvormittag exakt parallel zur erst auftauchenden Sonnenbahn liegt.

Rückblick auf das Gelände des Torjoches

Die schneebedeckten Hänge zum Gipfel muß man sorgfältig aussuchen und von unten die beste Route einschätzen, denn im heurigen Winter hat der Föhn ganze Arbeit geleistet. Nicht nur, daß er die Flanke recht ausgiebig abgeblasen hat, er hat auch harsche, harte Windgangln geschaffen, die manchmal recht unangenehm zu queren sind.

steiles Aufstiegsgelände vom „Podest“ aus gesehen

Überhaupt bieten die letzten 250Hm einige Herausforderung. Die Flanke ist recht steil und für eine Erstbegehung die beste Variante trügerisch einzuschätzen weil die Steilstufen nicht vollständig überblickbar sind.

Rückblick auf den bisherigen Aufstieg

So bin ich etwas zu weit nach Süden abgekommen, fand aber zwischen den Blöcken rasch wieder heraus und kam auf breite Flächen, die die Normalroute darstellen.

vorletzter Steilhang

Im Großen und Ganzen bietet der Anstieg über die teilweise rassige Steilflanke jedoch keine Schwierigkeiten und über eine schöne steile Kuppe wird dann der Gipfelbereich betreten.

Kalkwand 2.826m

Die Torwand wartet nicht mit einen Gipfelkreuz auf. Eine schlichte Holzstange im Steinmandl gesockelt stellt die gesamte Zier des Gipfels dar. Es gibt kein Gipfelbuch, zumindest nicht offensichtlich.

Panorama von der Torwand zum Talschluß der Wattener Lizum

Als erstes fällt am Gipfel der Torwand der südlich gelegene und um 55Hm höhere und imposant steil aufragende Gipfel der Kalkwand auf – eine schöne Tour muß die Kalkwand wohl sein.

Panorama Wattener Lizum gen Inntal

Über den Ausblick möchte ich mich zu den Touren im Wattental heuer nicht wiederholen – er ist einfach auch von der Torwand großartig. Besonders das Trio der Riesen im Südwesten (Geier, Reckner und Sonnenspitze) bieten Grundlage für tolle Fotos.

Geier, Reckner und Lizumer Sonnenspitze

Von Osten Bis Süden warten die Zillertaler Giganten mit ihrer weißen Pracht auf und oberhalb der Grüblspitze, über der Junsbergalm im Tuxertal erkennt man deutliche Ansätze von tückisch breiten Anrissen der heuer auf Wiesenhängen so problematischen Gleitschneelawinen.  Südlich ausgerichtete Wiesenhänge – kein gutes Aufstiegsgelände heuer.

Gleitschneelawinen und -anrisse oberhalb der Junsbergalm

Immer wieder imposant ist der breite und nach den kräftigen Schneefällen nun besonders schöne Talkessel der Wattener Lizum mit dem weiten Hochtal, der zum Talabschluß die Mölser Sonnenspitze hat – eine empfehlenswerte, traumhafte Rundtour vom Lager Walchen.

Panorama Wattener Lizum West

Kaum ein Lüftl heute auf der Torwand machte mir den Gipfelaufenthalt zur Freude. Die zeitlose Schönheit des Panoramas und wieder einmal kein einziger weiterer Bergsteiger – alle Pracht für mich alleine. Leider aber auch keine Möglichkeit die Freude verbal und den Gipfelschnaps zeremoniell zu teilen.

Olperer in der Ferne und Kalkwand zum Greifen nahe

Hoch inspiriert trat ich den Rückweg an. Die steilen Hänge schnell überwunden und aufgrund der festen Windpressung recht gut fahrbar tauchte ich oberhalb der Höhe des Podestes in pulverige Passagen ein, ebenfalls nicht übel zu fahren.

Abfahrtsgelände im Überblick

Vom Gipfel aus fiel mir der schöne breite Kamm, der sich zu einem weiteren Kopf (nicht dem Rosskopf) hinauszieht ins Auge und ich beschloss diesen erreichen zu wollen.

weichere Hänge etwas weiter unten

Leider war der untere Verbindungsteil vom Podest bis zum Kamm total abgeweht und ich mußte ihn nordseitig in Gelände mit und über 35° Neigung umfahren (Vorsicht bei zweifelhaften Schneebedingungen!).

bereits am Kamm der umfahren wurde

Die vorsichtige Umfahrung war das kleine Risiko bei LWSII heute wert, denn am Sattel in diesem Kamm, an dem man direkt in die „Melkböden“ abfahren kann erwartete mich aufgrund der Hangausrichtung eine gewaltige Firnabfahrt.

Ausblick auf die weitere Abfahrt

Der Rest der Abfahrt zieht sich dann durch flacheres Gelände, bis zum noch etwas steileren Schlußhang kurz vor der Lizumerhütte hinab und rundet die schöne Tour ab.

Abfahrt im Rückblick

Einige Minuten Seelebaumel vor der Hütte in voller Sonnenbestrahlung und dann Suppe und Bier – Herz was willst du mehr?

Schlußhang zur Lizumerhütte

Der Rückweg über die Militärstraße und dann durch den tollen Zirbenwald ist der übliche und vielfach hier am Blog nachzulesen, er wird in diesem Bericht nicht beschrieben.

ein letzter Blick auf die Torwand

Der Aufstieg ab dem Parkplatz hat knapp 4 Stunden in Anspruch genommen, die zurückgelegte geodätische Höhe betrug gem. Bergsteigeruhr 1.450m und die gesamte Tour mit Gipfelaufenthalt (ca.30min) und Einkehr in der Lizumerhütte (ca. 30min) hat 6 1/4 Stunden gedauert.

Mils, 27.01.2018

 

 

 

 

Schitour Muttenkopf, 2.638m

Im hintersten Obernbergtal gelegen ist die Schitour auf den Muttenkopf – neben jener auf den Obernberger Tribulaun – nicht nur die zweit längste auf dem Kamm zum Egger Joch sondern aufgrund der Ausrichtung ihrer Hänge nach Süden auch eine sehr sonnige.

Muttenkopf, 2.638m

Nach der kalten Tour auf den Geier gestern, beschloss ich heute eine Tour mit viel Sonne zu unternehmen, um den Fingerspitzen etwas Gutes zu tun (seit der Tour auf den Morgenkogel vor gut 14 Tagen ist das Gefühl in den Mittelfingerkuppen noch nicht zufriedenstellend wiedergekehrt).

Am Weg nach Obernberg um 8:45 Uhr, der Muttenkopf (links der Bildmitte) bereits im Morgenlicht

Vom Parkplatz (Kleingeld oder kleine Scheine beim Wechselautomat) beim Gasthaus Waldesruh die Straße zum „Waldbauer“ noch ein paar Hundert Meter taleinwärts und dort rechts (östlich) ab in den prächtigen Lärchenwald auf den Weg zur Kastnerbergalm wird gestartet.

der Waldbauer – im Lärchenwald dahinter der Anstieg

Der Weg ist ein Fahrweg und daher nicht besonders steil und bei der Rückkehr von der Tour teilt man sich den Weg mit Rodlern und Fußgänger. Die AV Karte zeigt einen Steig, aber eine Abzweigung vom Weg konnte ich nicht entdecken. Wahrscheinlich ist ein Anstieg durch den Wald erst nach der zweiten Kehre, bzw. nach der Flachstelle möglich. Abfahrtsspuren konnte ich dann genug sehen.

ab der zweiten Kehre in der Sonne, hinten Obernberger Tribulaun

Nachdem es die Erstbesteigung war folgte ich dem Weg zur kleinen Kastnerbergalm. Die Kehre knapp danach ist der letzte gravierende Richtungswechsel. Ab dieser geht es beständig Richtung Westen bergauf.

oberhalb der Kastnerbergalm; Hochnebel im Süden

In der Folge wird nach einer knappen Viertelstunde ein Wegweiser erreicht, der die Verzweigung der Schitour auf den Muttenkopf mit jener auf die Rötenspitze teilt. Rechts geht es ab in Richtung Lichtsee und auch auf die Rötenspitze (nicht angeschrieben), links auf den Muttenkopf.

Verzweigung oberhalb der Kastnerbergalm

Bereits weit unterhalb der Kastnerbergalm erfolgt Mitte Jänner der Aufstieg in der Sonne, wenn die Tour knapp nach neun Uhr gestartet wird. Spätestens bei der Alm, nachdem der Wald lichter wird und die freien weißen Flächen auftauchen konnte ich mich des Windstoppers entledigen und lediglich mit einem Wintershirt weitermarschieren.

Rückblick auf die Alm nach der Verzweigung

Kein Wind, keine Wolke über mir, jedoch jenseits der Grenze ein zäher Hochnebel, der bis zur Ankunft beim Ausgangspunkt nicht weichen wollte, der sich aber auch keinen Meter weiter nach Norden ausdehnte. Eine Situation die ich selten erlebt habe.

an der Baumgrenze – im Hintergrund der Muttenkopf

In etwa auf 1.950m wird der Anstieg etwas flacher und dreht leicht nördlich in eine sehr breite kupierte Mulde, die sich zum Muttenjoch hin verjüngt und stetig steiler wird. Ab dort kann das Ziel erstmals genauer eingesehen werden. Bis zum Joch hin weist der Hang jedoch nie eine Steigung über 30° auf.

Rückblick auf die lichten Hänge Richtung Egger Joch

Der Bewuchs der schönen Landschaft endet auf rund 2.100m und vor der Spur breiten sich abwechslungsreiche Kuppen und Mulden aus. Durch die südliche Ausrichtung bleibt es sehr warm und erst am Joch konnte ich am heutigen perfekten Tag einen Hauch von Lüftl spüren.

Gelände auf ca. 2.200m

Nach dem Joch zwischen Muttenkopf und dem schroffen Gipfel des „Am hohen Kreuz“ (knapp hundert Meter höher als das Muttenjoch mit 2.398m) zieht sich der Anstieg in einem weiten Bogen weiter, um am Ende oben einer Geländekante zur Ostflanke des Gipfelaufbaues zu folgen.

mitten im Almgelände, das Muttenjoch bereits zu sehen

Ab dieser Geländekante wird es deutlich steiler und hier beginnt ein ca. 60m hoher Anstieg mit recht engen Spitzkehren in einer Hangneigung zwischen 30 und 35°. Auf entsprechende Lawinengefahr bei zweifelhaften Schneeverhältnissen ist hier besonders zu achten.

Rückblick vom Muttenjoch

Oberhalb dieses Bereiches wird der Hang allmählich wieder flacher und die restliche Strecke zum Gipfel (ca. 100Hm) stellt weniger Gefahr dar.

Steilhang vom Joch aus gesehen

Heute befand sich der Steilhang in gutem, festem Zustand, in den letzten Tagen bereits völlig zerfahren ohne entsprechend Gefahr.

nach dem Bogen kurz vor dem Steilhang

Der Gipfel selber ist recht groß, flach und bietet eine einmalige Aussicht auf die vier Tribulaune, sowie in die zentralen Stubaier, aber auch die Brennerberge und in die westlichen Zillertaler.

oberhalb des Steilhanges unterhalb des Gipfels des Muttenkopfes

Markant sind von Süden nach Norden der unvergleichliche Doppelgipfel des Pflerscher Tribulaun, weiter die Weißwandspitze gleich hinter der Pflerscher Scharte und exakt hinter dem, dem Muttenkopf knapp vorgelagerten Kreuzjöchl, der Wilde Freiger in gut 14km Entfernung.

Blick auf Pflerscher Tribulaun und rechts neben Bildmitte hinter dem vorgelagerten Kreuzjöchl auf den Wilden Freiger

Im Norden besticht der immer aktuelle Habicht mit seinem massiven Gebirgskörper, sowie der folgende Kamm bis zur Serles hinaus.

Habicht in Bildmitte

Gen Osten fallen die sanften Bergwiesen zum Egger Joch hinaus ins Auge, traumhafte Hänge mit leichten und sonnigen Schitouren.

westliche Zillertaler Alpen

Im Süden heute ganz toll herausragend aus dem Nebelkleid über Südtirol die mächtigen Gipfel der Dolomiten zu sehen (Entfernung Langkofel 62km).

Dolomitenblick vom Muttenkopf aus

An einem Tag wie dem heutigen wurde der Gipfel natürlich auch entsprechend besucht. Ein Foto mit dem Gipfelkreuz des Muttenkopf und dem formschönen Pflerscher Tribulaun ohne Bergsteiger war leider nicht möglich.

Gipfelkreuz Muttenkopf mit Pflerscher Tribulaun dahinter

Die Abfahrt über den Steilhang war auf harter Unterlage und etwas Lockerschnee darüber überraschend gut möglich.

Abfahrt über den Steilhang

Kurz unterhalb des Joches, dort wo die Hangneigung flacher wird, wandelte sich der Schnee vom leichten Harschdeckel hin zu Pulverschnee. Entsprechend fein konnte die Spur am Rande noch in unzerfahrenes Gelände gelegt werden.

Rückblick auf die Abfahrt in Pulverschnee

Mit dem Eintauchen unterhalb der Baumgrenze sammelten sich die Spuren im weiten Gelände wieder.

schöne Hänge, noch wenig zerfahren

Bei der für mich ungewissen Abfahrt durch den Wald folgte ich mit wenig Abweichung den vorhandenen Spuren und konnte sogar die abkürzende Aufstiegsspur entdecken. Diese ist sicher interessanter als den Weg zur Kastenbergalm zu nehmen.

Stimmung über den Brennerbergen

Alle Möglichkeiten durch den Wald enden jedoch wieder auf dem Weg und zwar noch vor der Flachstelle. Hinterher, bzw. weiter westlich, käme man zu weit an die Felsen der Schildköpfe.

an der Baumgrenze

Über den Weg erfolgt die Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt und als Abschluß gab es im Gasthaus Waldesruh eine deftige Gerstensuppe mit Bier.

letzte große Almfläche bevor die Abfahrt im Wald beginnt

Der gesamte Aufstieg beträgt 1.200m und für den Aufstieg habe ich 2 3/4 Stunden benötigt. Mit 35min Gipfelrast hat die Tour gesamt knapp 4 Stunden gedauert.

Mils, 14.01.2018

 

Schitour Geier, 2.857m

Als Talabschluß ist der Geier nach dem Lizumer Reckner der höchste Berg in der Wattener Lizum und er ist der am weitesten entfernte Gipfel vom Ausgangspunkt der Schitouren in der Lizum, dem Lager Walchen.

Geier, 2.857m

Die Schitour mit ihren knapp 10km Länge hat einen Stützpunkt, die Lizumerhütte des AV und heute mußte ich diese für eine gute Viertelstunde sogar im Aufstieg in Anspruch nehmen. Bei -10°C und einem ganz schwachen Lüftl, nordseitig im Schatten ab 8:15 vom Parkplatz aufzusteigen, war für die Finger kein besonderes Vergnügen und mit dem alten Problem der unfühlbaren Fingerspitzen mußte ein Tee in der Hütte her.

Aufstieg im Wald oberhalb des Wasserschlosses

Die gut 600Hm vom Parkplatz bis zur Lizumer Hütte waren in 1 3/4 Stunden bewältigt. Die Hütte hat in der Schitourensaison durchgehend geöffnet – es gibt auch ein Shuttletaxi vom Parkplatz.

kurz nach der Einmündung auf die Straße

Den Aufstieg zur Lizumerhütte beschreibe ich hier nicht detailliert, er folgt dem Waldweg links vom Wattenbach über das Wasserschloss und dann im Wald, bevor er ca. 1km vor der Hütte auf die Militärstraße trifft und dieser bis zur Hütte folgt.

schneidend kalt – hier Gelände der Lizum mit den Militäreinrichtungen und der Lizumerhütte im Hintergrund

Nach dem Tee und Handschuhwechsel konnte die Tour endlich in der Vormittagssonne fortgesetzt werden, zumindest die erste halbe Stunde.

Nach dem Hüttenaufenthalt weiter im Hochtal

Malerisch schlängelt sich der kleine Wattenbach durch das zuerst relative ebene Hochtal nach der Hütte und dort wo es eine entsprechende Strömung gibt, vermochte der Winter den Bach für den Betrachter nicht gänzlich unter der reichlichen Schneedecke zu verbergen.

nach der Abzweigung in die Flanke unterhalb der Lizumer Sonnenspitze

Nach einigen Minuten entschied ich mich für die Inangriffnahme einer steileren Variante, als den Spuren zum Ende des Talkessels weiter zu folgen und schnitt den moderat steilen Hang, der sich von der Lizumer Sonnenspitze herunterzieht, an. Die Schneeverhältnisse ließen dies zu.

unter Sonnenschein geht es weiter

Rasch an Höhe gewinnend ging es durch große Steinblöcke hindurch und bald ereilte mich trotz fortgeschrittener Vormittagsstunde das Schicksal wieder in den Schatten des Nordhanges einzutauchen, den der flache Kopf des Pluderling so früh im Jahr am Vormittag wirft.

die Sonne hinter dem Pluderling versteckt

Der Hang wurde noch etwas steiler aber die Verhältnisse ließen zu, daß mit stetigem Höhengewinn eine nicht unbedeutende Strecke gegenüber der von Talgrund heraufziehenden Spur gespart wurde. Allerdings wieder mit dem Preis des Spurens und dieser war nicht klein.

kurz vor Einmündung in die Spuren aus dem Talgrund

Offensichtlich fand meine Idee und Route Gefallen, denn knapp vor der Einmündung meiner Abkürzung in die vorhandene Spur (ca. 2.450m) erreichten mich vier weitere Tourengeher, die mir gefolgt waren.

unterhalb der Felsen entlang

Nachdem der lange Osthang oberhalb der Mulde links unten einmündet, zieht sich der Hang in leichtem Bogen als sehr breite Rinne südwestlich weiter hinauf. Dabei werden Steilpartieen über 35° durch die Routenwahl und in Spitzkehren umgangen.

unbefahrene Hänge ziehen hinauf

Oberhalb wird das Gelände wieder etwas flacher, dreht etwas mehr nach Süden aber die Rinne prägt sich deutlicher aus. Man begeht sie östlich und schneidet dabei den Hang.

ein Rückblick auf die Gipfel von Torspitze bis Hirzer

Sonne in diesem Teil und weiter bis zum mittelbreiten Sattel zwischen Pluderling und dem Gipfelaufbau des Geier ließen die Stimmung zusätzlich zum windfreien guten Wetter weiter ansteigen.

im ausgeprägteren Teil des Hanges Richtung Süden

Man könnte nun knapp vor Erreichen der Kote 2.700m den steilen Schattenhang zur Rechten weiter ansteigen und somit eine kleine Ersparnis an Weglänge erreichen. Dies ist der Abfahrtshang, wie man später feststellen wird. Ich folgte jedoch dem allgemeinen Trott auf den Sattel.

im muldenartigen Teil

Am Sattel öffnet sich ein überwältigend Bild der Zillertaler Alpen. Zumindest für einen Rundblick und ein Foto muß man hier nach bereits gut 1.300Hm Aufstieg innehalten, bevor der letzte Anstieg auf den Geier gen Westen – mit unerwarteter Länge – unternommen wird.

Aufstieg auf den Sattel – rechts der dunkle Hang ist der Abfahrtshang

Mit ein paar Metern Höhenverlust muß eine Mulde überquer werden, um zum Gipfelaufbau zu gelangen.

der Sattel im Rückblick

An ihm steigt man mit einer Spitzkehre auf ein kleines Sattelchen zwischen einem Felskopf und dem weiteren Anstieg. Diese Verflachung und der Nordhang dahinter wird zur Abfahrt genutzt.

vom Sattel aus westlich auf den Restaufstieg auf den Geier geblickt

Von dort in moderater Steigung weiter bis auf den kofelartig flachen Gipfel des Geier werden in etwa 10min benötigt.

kurz vor dem Gipfel – das Sattelchen zur Abfahrt gut erkennbar, es ist das linke

Am Geier befindet sich eine aus Edelstahl geschweißte Geierfigur auf zu niedrigem Stahlprofilsockel (dieser majestätische Vogel hätte sich einen guten Meter mehr Höhe verdient) und heute bewunderten ihn mit mir ein knappes Dutzend Tourengeher insgesamt. Weniger Zierde stellt das Vermessungszeichen dar, aber es ist eben notwendig und vielleicht muß der Greif wegen Unverwechselbarkeit mit dem amtlichen Zeichen in der Tiefe leben.

Gipfelzierde am Geier, 2.857m – Lizumer Reckner im Hintergrund

Am Geier fasziniert am meisten der Ausblick nach Süden. Zum Greifen nahe breiten sich die Reisen der Zillertaler Alpen vor dem Betrachter aus, von ganz rechts dem Schrammacher, Fussstein und Olperer bis dahinter der höchste Zillertaler, der Hochfeiler, über Großer Möseler bis, weiter östlich, zum Großen Löffler und weiter.

Blick nach Südwesten mit Olperer, Hochfeiler (zwischen Olperer und Gfr. Wandspitzen) und ganz links Großer Möseler

Blickt man vom Geier nach Westen, so fallen die Talschaften des Schmirn und etwas weiter entfernt vom Navis auf. Tiefe Einschnitte mit dem Kamm, der Scheibenspitze, Schafseitenspitze und das Naviser Kreuzjöchl trägt. Von dort kann ebenfalls zum Geier aufgestiegen werden, wobei das eine Tour für erfahrene konditionsstarke Bergsteiger darstellt.

Blick nach Westen – links das Schmirntal, rechts neben dem Kamm das Navistal

Der Blick nach Norden zeigt den nahegelegenen Bruder des Geier, den Lizumer Reckner, der auch mit dem Geier mitgemacht werden kann. Dieses Vorhaben empfiehlt sich in der Gruppe. Weiter nördlich die Gipfel des Karwendel.

Lizumer Reckner vom Geier aus betrachtet, dahinter das Karwendel

Im Osten fallen die senkrechten und kaum schneebedeckten Wände der mächtigen Kalkwand auf, wobei der Blick aber bis zum geschlossenen Massiv des Steinernen Meer reicht.

links Kalkwand und rechts davon Zillertal und nach hinten auslaufend das Pinzgau

Nach gut 20min entschied ich mich zur Abfahrt. Das Ziel auf den Geier hat sich gelohnt, auch wenn der Gipfel an sich alles andere als spektakulär oder formschön ist, aber die Lage ist die Tour allemal wert. Man könnte zur Erreichung eines bergsteigerisch ehrgeizigeren Ziele ja auch den Reckner mitmachen. Da ist sogar eine kleine Kletterei dabei.

Abfahrt im Pulverhang nach dem Sattelchen

Die Abfahrt erfolgt wie vor beschrieben über die kleine Flachstelle am Gipfelaufbau des Geier und heute wartete der nach Nord ausgerichtete Steilhang dahinter mit Pulverschnee auf.

schöne Pulverhänge – dafür im Schatten

In der weiteren Abfahrt blieben die Pulverhänge bis in etwa auf 2.500m erhalten, dann, in den Osthang des Aufstieges gequert, nimmt die Pulverschneequalität sukzessive ab, jedoch herrscht momentan kein schweißtreibender Harschdeckel vor.

im steileren Teil der Aufstieghanges

Flach geht es bis zur bereits wieder in den Schatten eingetauchten Lizumerhütte hinaus, wo eine deftige Knödelsuppe mit internationalem Flair eingenommen wurde.

links gehalten entlang meiner Aufstiegsspur

Die Abfahrt beschert nach der Hütte zwei kleinen Anstiege auf der Straße über ein paar Minuten, die mit geschulterten Schi rasch überwunden werden.

Auf der Militärstraße wird vorsichtig abgefahren. Dort ist das Hüttentaxi und Militär unterwegs. Man blicke immer auch auf die Schilder rechts neben der Straße und versäume die Abzweigung zur Schiroute nicht, die man herauf gegangen ist.

von der Militärstraße auf die Gipfel und Almen im östlichen Wattental geblickt

Insgesamt habe ich für die Tour 6 1/2 Stunden gebraucht, mit drei Pausen von je gut 20min. Insgesamt zeigte die Bergsteigeruhr eine Aufstiegshöhe von 1.535m an, wobei der geodätische Höhenunterschied zwischen Parkplatz und Gipfel des Geier 1.447m beträgt.

Schitour Geier – Wattener Lizum

Mils, 13.01.2018

Schitour Kleiner Gilfert, 2.388m

Eine leichte Schitour auf einen Gipfel mit besonderem Gipfelschmuck ist der Kleine Gilfert im Rastkogelmassiv im hinteren Nurpenstal am Weerberg. Das schöne Gipfelkreuz und die drei kreisförmig aufgestellten Darstellungen mit jeweils drei religiösen Symbolen – sie stellen die neun Weltreligionen dar – zieren das mittelgroße Gipfelplateau.

Gipfel des Kleinen Gilfert, 2.388m vom Sattel unterhalb aufgenommen

Der Ausgangspunkt ist wie für alle Touren im Nurpenstal der Parkplatz Innerst (Kleingeld!) vor dem netten Gasthäuschen Innerst.

erster Hang, der vom Parkplatz zum Almweg hinaufführt

Den Almweg erreicht man über die Rampe zum Privathaus oberhalb (nordöstlich) des großen Parkplatzes, über die steile Wiese oberhalb. Sie führt gut 80Hm höher zum Almweg zur Stallenalm bzw. den Nurpensalmen und ist auch der Zustieg zum Gilfert über die Nonsalm.

Über knapp 5km führt der Almweg bis zur Wehranlage im flach werdenden Almgelände der Nurpensalmen. Dort kann man dann den eher flacheren Weg über den Hochleger der Unteren Nurpensalm nehmen, oder bis zur Oberen Nurpensalm weitergehen und von dort aufsteigen.

an der Stallenalm

Am Weg dorthin begleitete mich recht dichtes Schneetreiben. Aufgrund des Wetterberichtes habe ich extra erst um 9 Uhr mit der Tour begonnen, da es im Tagesverlauf aufklaren und teilweise sonnig werden sollte. So sah es an der Stallenalm nicht aus.

die Untere Nurpensalm-Niederleger am Gegenhang

Am Gegenhang, im Gelände des Niederlegers der Unteren Nurpensalm jedoch klarte es von Nordwesten her auf und die Laune wuchs dabei ungemein. Es sollte ein schöner Tag werden, so dachte ich.

Rückblick zur Unteren Nurpensalm- Niederleger

Der Weg zum Hochleger der Unteren Nurpensalm und der weitere Aufstieg Richtung Südosten zum Kleinen Gilfert ist großteils flacher und daher sicherer als der direkte Aufstieg von der Oberen Nurpensalm in Richtung Osten.

am Weg zur Oberen Nurpensalm, 5min vor der Wehranlage im Nurpensbach – mittig der Kleine Gilfert

Weil ich den erstgenannten Aufstieg vom Sommer her kenne wählte ich den Aufstieg über die Obere Nurpensalm.

bei der Brücke und Wehranlage im flachen Teil der Almen

Hierbei sind einige Hänge mit zweifelhafter Steigung für die momentanen Schneeverhältnisse zu überwinden und daher momentan nicht unbedingt zu empfehlen. Ich fühlte mich in der bereits spürbar gesetzten Schneedecke jedoch nicht unsicher, wagte aber den Aufstieg nicht in direkter Linie sondern etwas abgewinkelt über schöne Hänge unterhalb eines ausgeprägten Schrofengelände, etwa 500m südöstlich des Hochlegers der Unteren Nurpensalm.

Obere Nurpensalm

Da der gesamte Aufstieg zu spuren war benötigte ich dafür wahrscheinlich genauso lange, als für den Anstieg über die Wegserpentinen am Normalaufstieg über den Hochleger nötig ist. Das kupierte Gelände jedoch ist dort zum Betrachten während des Aufstieges richtig schön.

der Nebel lichtet sich wieder

Mitten im Anstieg überfiel mich vom Tale her in ungemein großer Geschwindigkeit herauf geblasener Nebel, der eine Dichte erreichte, die es mir nicht mehr möglich machte weiterzugehen. Natürlich kommt eine prekäre Situation nicht alleine, während der Nebelattacke stand ich just im steilsten Stück mittig zwischen der Oberen Nurpensalm und dem flacheren Teil, der sich muldenartig zum Gipfel hinzieht.

Aufstieg unter einer leichten Wendung nach Nordost in flacheres Gelände

Was tun? Kompass auf der Uhr, Detailkarte nur über die Routenbeschreibung am Handy – keine sehr genauen Hilfsmittel um im steilen Gelände die Richtung exakt zu bestimmen.
Nun, die naheliegendste Taktik ist Abwarten und Tee trinken. Letzters habe ich trotz des steilen Hanges getan und den Rucksack dazu abgelegt.

Blick zum Hochleger der Unteren Nurpensalm nach dem der Nebel abgezogen war

Nach knapp 10min war der Spuk vorbei und ich wieder einmal um eine lange nicht mehr erlebte Situation reicher. Es war richtig zu warten, zumal zum einen ja der rasch emporziehende Nebel sich nicht festsetzen würde und andererseits mir auch das Queren eines kleinen Grabens erspart geblieben ist, den ich im Nebel weiß Gott verfl… hätte.

mein Anstieg trifft wieder auf die Normalroute

Zur Belohnung der Geduld im Nebel setzte nun hinter ihm ein beißend kalter Wind aus Nordwest ein, der den jüngst am Morgenkogel abgefrorenen Fingerkuppen der Mittelfinger beider Hände wieder zu schaffen machte. Als i-Tüpfelchen obendrauf fiel mir nun das Handy aus den klammen Fingern und mit der schmalen Seite recht tief in den Schnee.
Kurz und gut, oben am Gratrücken, an dem der Wind meist immer seine tollsten Spiele treibt, spürte ich das Gros Finger gar nicht mehr.

den eisigen Wind aus Nordwest im Rücken

Bis dorthin waren aber noch knapp 200Hm zu spuren. Angenehm – soferne man bei dieser Tätigkeit überhaupt davon sprechen kann –  ist das Spuren immer dort wo man auf der alten Spur darüberspurt und das Problem dabei ist, diese nach tagelangen Windverwehungen zu treffen. So muß meine Spur für die beiden ca. 30min später nachfolgenden Münchner (Vater und Sohn) gewirkt haben als hätte ich den gesamten Vorrat an Gipfelschnaps bereits konsumiert gehabt.

Rückblick auf das grandiose obere Almgelände

Die letzten 100Hm unterhalb des Gipfels waren vom Vergnügen des Winterbergsteigens weit entfernt; abgeblasenes Terrain, der böig starke Wind sowie keine windgeschützte Stelle hinter dem Sattelchen vor dem Gipfel des Kleinen Gilfert, starre Finger und der Reißverschluss des Windstoppers, der sich nicht öffnen wollte veranlassten mich zu einer letzten Handlung und zwar zu nur einem Foto des Gipfelkreuzes vom Sattel aus, ohne Erledigung der letzten ca. 30Hm.

im Sattel vor dem Gipfelaufbau und vergeblich nach Deckung vor dem Wind gesucht

In Windeseile abgefellt, Gipfel und das im Sattel befindliche Friedenssymbol abgelichtet und ab ging die kurze Fahrt über die abgeblasenen Teile des Gratrückens bis zu den sich rasch öffnenden schönen Hänge im freien Gelände.

das Friedenssymbol unterhalb des Gipfels des Kleinen Gilfert

Am Hochleger der Unteren Nurpensalm herrschten wieder erträgliche Windverhältnisse, allerdings nahte von Nordwesten erneut Ungemach, eine dunkle schwarze Front Nebels und Schneeschauer näherten sich rasch. Die Sicht wurde diffus und die restliche Abfahrt bis zur Wehranlage im Nurpensbach entbehrte den Abfahrtsgenuß dadurch, daß weder Kuppen noch Mulden richtig sichtbar waren und somit Stauchung und Schwebe wie ein Blinder erlebt wurde.

Rückblick auf der Abfahrt zum Hochleger der Unteren Nurpensalm

Am Almweg angekommen konnte ich im Rückblick die beiden Kollegen bereits in Abfahrt begriffen erkennen – angesichts des sich rapide verschlechternden Wetters eine kluge Entscheidung.

Hochleger der Unteren Nurpensalm mit weiterem Ungemach im Hintergrund

Die restliche Abfahrt erfolge nach kurzer Schiebestrecke nach der Wehranlage über die Hänge oberhalb der Brücke über den Nurpensbach und nach Überquerung dieser am Almweg bis zum Hang oberhalb des Parkplatzes.

die Schihänge oberhalb des Hochlegers im Rückblick

Schade wäre, wenn die nette und auch leichte Schitour aufgrund der sich heute so plötzlich ändernden Wetterverhältnisse im Bericht möglicherweise schlecht weggekommen ist; wenn es so ist hat sie es nicht verdient.

Blick vom Hochleger zur Oberen Nurpensalm – links davon die Hänge nach oben mein Aufstieg

Im Gasthaus Innerst gibt es zum Abschluß eine deftige Kasknödelsuppe.

Interessant war bei dieser Tour auch wieder einmal, wie wenig man sich im Hochgebirge auf den Wetterbericht verlassen kann. Örtliche Entwicklungen wie Nebelbildung und -verteilung sind gar nicht erfass- und prognostizierbar und die allgemeine Tendenz kann ein wesentlich kleineres Zeitfenster haben als in der allgemeinen Prognose vermittelt.

Für die gesamte Tour habe ich 4 1/4 Stunden benötigt. Dabei wurden über 9,3km knapp 1.100Hm zurückgelegt.

Mils, 02.01.2018

Schitour Fotscher Windegg, 2.577m

Bereits eine der längeren Schitouren beginnt im Fotschertal an der Eisbrücke auf 1.100m und führt über 1.477Hm auf das 2.577m hohe Fotscher Windegg. Diese Tour ist gekennzeichnet von nicht zu steilen Hängen (< 30°) und daher eine mögliche Wahl bei entsprechender Lawinensituation, wobei natürlich entsprechende Kenntnis selbiger nötig ist und immer auf alle Anzeichen von Lawinengefahr geachtet werden muß, vor allem bei der Abfahrt.

der Autor am Fotscher Windegg nach dem Gipfelschnaps in Silvesterlaune

Zunächst startet die schöne Tour, die einen hohen Anteil an Abfahrten auf Wegen aufweist, am Rodelweg zum Gasthaus Bergheim. Die Strecke dorthin ist lang und zieht sich über 3,3km und 350Hm bis zur Abzweigung unter dem Gasthaus.

kurz nach der Abzweigung unterhalb Gasthaus Bergheim

Dort geht es rechts weiter und zwar nicht auf dem Forstweg, sondern über einen als Schiroute markierten Weg weiter ins Fotschertal hinein, bis eine weitere Markierung die Schiroute rechts in den Wald hinein führt.

unterhalb der Almindalm auf ca. 1.500m

Weiter geht es nach der Akademikerhütte wieder auf den Forstweg zur Almindalm und weiter bis zum höchsten Punkt des weiter hinauf (nordwärts) führenden Forstweges. Kurz vor der Almindalm befindet sich die Bergrettungshütte Fotsch. Hier zweigt auch die Tour auf den Roten Kogel ab.

Almindalm

Der Aufstieg taucht spätestens unterhalb der Almindalm in die Sonne ein, verläßt man den Parkplatz Eisbrücke gegen 8:30 Uhr im endenden Dezember. Daher eignet sich dieser Aufstieg auch gut im kalten Hochwinter.

am Weg nordwärts zum Scheitelpunkt des Almweges

Am höchsten Punkt des Forstweges zweigt links, bergwärts (westlich) die Schitour auf das Fotscher Windegg über die Hänge der Axamer Kälberalm ab.

Abzweigung am höchsten Punkt des Weges

Der Schnee ist bis dort hinauf und noch etwas weiter bis auf ca. 2.000m von einer spürbaren dünnen gefrorenen Schicht an Regenniederschlag der vergangenen Nacht überzogen. In den Hängen darüber fehlt diese Schicht, dort herrschte Schneefall des Nächtens.

und nach wenigen Minuten bewuchsfreies Almgelände der Axamer Kälberalm

Zunächst führt die Tour durch rasch lichter werdenden Wald bevor sie nach kaum 10min in offenes Almgelände mit kaum bis keinem Baumbewuchs übergeht. Die Route zieht sich hangneigungsschonend hinauf und kreuzt dabei in einem langen Rechtsbogen den Ostrücken des Gipfelaufbaues des Fotscher Windegg auf seine Nordseite.

das Gelände flach genug für sichere Verhältnisse

Dort zieht aus dem Almgelände der Seigesalm (Seigesgrube in der AV-Karte) ein kleiner Rücken herauf, der erreicht wird und an dessen Ende sich der Tourverlauf über eine lange Strecke nach Osten wendet und an der Nordflanke des Fotscher Windegg mit mäßiger Steigung Richtung Sattel zwischen dem wesentlich niedrigeren Gamskogel im Norden und dem mächtigeren Fotscher Windegg hinaufzieht.

die Seigesgrube in voller Ausdehnung

Am Ende der Querung erfolgt der weitere Aufstieg in einer breiten karartig ausgebildeten Muldung zum Verbindungsrücken Fotscher Windegg und Gamskogel.

knapp unterhalb des Rückens noch unterhalb des Sattels

Steht man am Gratrücken erblickt man das Ziel der Begierde in kurzer Entfernung von etwa 550m, allerdings mit einem Höhenunterschied von immer noch gut 100m.
Am breiten Rücken werden einige apere (abgeblasene) Stellen umgangen bevor das Schidepot in einer Mulde mit Gegenhang erreicht wird.

Aufstieg vom Schidepot auf das Fotscher Windegg

Der Gipfelanstieg war heute komplett abgeblasen und wahrscheinlich ist dies öfters der Fall, als daß der Aufstieg mit Schi bis zum Gipfel möglich ist.

Gipfel Fotscher Windegg

Also entledigt man sich der Schi im etwas windgeschützen Schidepot und macht sich auf die letzten ca. 50Hm zum Gipfel des Fotscher Windegg zu Fuß zurückzulegen.

Stefan und Clemens am Fotscher Windegg

Den Gipfel ziert ein Stahlkreuz ausgerichtet nach Nordost über die Seigesalm.

nach Osten gen die grandiosen Kalkkögel

Ein kurzer Gipfelaufenthalt wurde für einen grandiosen Rundblick von den schroffen Kalkkögeln im Südosten über die Giganten der Stubaier im Süden bis Westen und im Nordosten das gesamte Karwendel genutzt.

Blick Richtung Südwesten – Lisenser Fernerkogel und rechts Hoher Seeblaskogel

Das prächtige Wetter ermöglichte eine tolle Fernsicht.

Ausgang Sellrain mit dem gesamten Karwendel im Hintergrund

Zur Abfahrt wählten wir die schönen Hänge in die Seigesgrube und weiter rechts von der gleichnamigen Alm zur Sattelalm. Dies erschien uns schöner als die Abfahrt entlang der Aufstiegsrichtung.

Stefan während der Abfahrt

Beiden Abfahrten ist allerdings gemein, daß sie einen recht hohen Anteil an Alm/Forstweg dabei haben und die schönen Hänge nur einen Teil der Abfahrt bis zum Weg in das Fotschertal ausmachen. Insgesamt, rechnet man den Weg ins Fotschertal mit, beträgt der Anteil an Wegabfahrt gut die Hälfte der 1.477m Aufstieg bzw. Abfahrt.

Rückblick zum Fotscher Windegg von der Seigesalm

Allerdings ist die Strecke von der Eisbrücke bis zur Seigesalm mit 770Hm und knapp 7km in ihrem derzeitigen Zustand eine perfekte Rodelbahn.

die schlafende Sattelalm

Während der Abfahrt haben wir auch einige Tourengeher gesehen, die den Aufstieg von der Rodelbahn aus schon  vor der Verzweigung Gasthaus Bergheim begangen haben.

ein letzter Rückblick vor der langen Abfahrt am Almweg

Hierzu kommt die Wegabzweigung zur Sattelalm bei der Luderskaserlalm rechts (unsere Abfahrt, wie oben beschrieben) in Frage. Die Wegstrecke bis zum Fotscher Windegg ist über diesen Aufstieg aber deutlich länger.

Schitour Fotscher Windegg

Stefan, Clemens und ich haben für die Tour gesamt 5 1/4 Stunden benötigt, wobei der Aufstieg mit 4:10 Stunden bewältigt und am Gipfel 15min Pause eingelegt wurden. Diese Tour ist es wert begangen zu werden, auch wenn sie recht frequentiert ist.

Mils, 31.12.2017