Schihochtour Monte Cevedale und Zufallspitze vom Martelltal

Beide Gipfel im Grenzgebiet zwischen Südtirol und der Provinz Sondrio (Region Lombardei) gelegen bilden eine klassische Runde als Schihochtour – wir unternahmen die eindrucksvolle Runde mit Anstieg auf den Monte Cevedale und weiter zur Zufallspitze mit Abfahrt über den Fürkeleferner.

der Autor am Monte Cevedale, 3.769m

Das Martelltal – seine Namensgebung verdankt das topografisch imposante, 27km lange Tal höchstwahrscheinlich den Bergbauaktivitäten im 15. und 16. Jhdt. und durch den Begriff des Schlägels, vom lateinischen „Martellum“, dem Hammer der Bergknappen dürfte sich der Talname ableiten – ist heutzutage leider viel zu schnell durchfahren, um das Ziel als Ausgangspunkt der Tour, den Parkplatz zwischen den Gasthöfen Enzian und Schönblick zu erreichen.

Abmarsch vom Parkplatz Richtung Zufallhütte

Ohne körperliche Anstrengung werden bei der Anreise mit dem Fahrzeug aus dem Vinschgau in kürzester Zeit 1.350Hm zurückgelegt – von Kote 700m bis auf 2.050m, von der aus die eindrucksvolle Rundtour über zwei Gletscher und zwei nennenswerte Gipfel mit bewegter Geschichte an deren Gletschern gestartet wird.

netter Anstieg durch Lärchen- und Zirbenwälder

Wer gegen Mittag am Parkplatz eintrifft findet schon wieder Platz, da die meisten örtlichen Bergsteiger bereits zurückkehren, so ist es uns ergangen. Ohne Hast am Vormittag gestartet erreichten wir gegen 12:30 den Parkplatz und stiegen bei herrlichem Wetter im leichten Shirt durch den Zirbenwald zur rund 200Hm höher gelegenen Zufallhütte auf.
Die Bezeichnung „Zufall“ für Hütte und dem langen Ferner wurde abgeleitet von einem Wasserfall der „dem Tal zu fällt“, entnimmt man der Literatur.

phantastisches Martelltal

Die Zufallhütte eignet sich gut als Ausgangspunkt bei einer Spätankunft, da der Aufstieg dorthin sehr kurz ist und bei später Ankunft auch ein Parkplatz gefunden werden sollte. Die Tour von hier würde dann mit 1.700Hm eine lange sein.

Zufallhütte, 2.265m

Oberhalb dieser Stufe wird das Tal flach. Links erblickt man die 1891/92 errichteten Schutzbauten – einen massiven Steindamm – gegen den zu schnellen Abfluss der Wässer des Plimabaches, rechts davon erfolgt der Aufstieg bzw. die Flachstrecke vor der knapp 300Hm messenden Steilstufe auf den Ansatz des Zufallferners mit der geschützten Martellerhütte am Plateau unterhalb der Konzenspitze.

welche Pracht, der Zufallferner mit der Zufallspitze am Ende des Martelltales

Ab dieser Stufe zieht der lange, flach steigende bis mäßig steile Anstieg zur Casatihütte hinauf.

in der Steilstufe unterhalb der Martellerhütte

Spätestens nach einer halben Stunde auf dem klassisch monotonen, aber dafür sehr ruhigen Gletscheranstieg beginnt das sich ungewohnte Gewicht des Rucksackes mit begleitenden Kopfrechnungen über die bereits zurückgelegten Höhenmeter in das Gehirn einzuschleichen und dadurch treten die mittlerweile schmerzenden Achseln deutlich unangenehm dauerhaft ins Bewußtsein. Knapp vor der Geländekante auf ca. 2.750m mußte die vereinbarte Übergabe des Seiles eingefordert werden, um den gut 25kg schweren Rucksack spürbar zu erleichtern.

Am Zufallferner angelangt

Mit verminderter Nutzlast wurde der Anstieg über die restlichen 500Hm zumindest für meine Schultern leichter erträglich. Gesamt sind vom Parkplatz bis zur Casatihütte 1.230Hm zu überwinden, der Scheitelpunkt liegt bereits vor der Hütte, die auf 3.254m leicht tiefer liegt.

der Rucksack mit ungewohnter Beladung macht sich bemerkbar

Am Scheitelpunkt rechts (nördlich) dem langen, breiten und durchaus beeindruckenden Zufallferner, der zu Anfang April noch vollkommen schneebedeckt ist, im Sommer aber durchaus Spalten aufweist, wie die Bilder in der Galerie (aus der Webseite der Gemeinde Martell, siehe Bildergalerie) aus 2014/15 zeigen gelegen, befindet sich die Felsklippe „Tre Cannoni“ unterhalb des Gipfels des Eiskofel auf 3.275m.

Dreitausender um das Martelltal – hier der südöstliche Kamm

Die Namensgebung des eisfreien kurzen Kammes am Rande des Geländeabbruches zum Langerferner hinab birgt dunkle Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg, die sich dieser Tage zum hundertsten Male jährt.

die Felsklippe „Tre Cannoni“

Auf dem Kamm befinden sich im Abstand von etwa 60m, leicht tiefenversetzt, drei Haubitzen italienischer Provenienz, die die Kaiserjäger an einer der Isonzoschlachten erbeutet haben und hier zum Beschusse wichtiger Übergänge in der Ortlergruppe auf diese kleine, eisfreie Geländekante verbracht haben.

läßt staunen obwohl davon bei den Vorbereitungen gesprochen wurde – die erste der drei Haubitzen

Bei erster Betrachtung der unglaublichen Begegnung kann die auffallend massive Erscheinung – die Dimension des Gewichtes – der rostbraunen Ungetüme gar nicht richtig eingeschätzt werden; die Rohre sind um einiges gewaltiger als die leichten PAK, die ich 1982 als Nachschubs-UO-Gehilfe in der Wattener Lizum betreuen mußte und ihre Erscheinung ist auf diesem besonderen Platz in einer gewissen Weise befremdend.

die Dimension der Waffe – gewaltig!

Der Text auf einer mehrsprachigen Informationstafel läßt grausame Bilder – die jeder lebende heute nur mehr aus den Medien kennt – vom Großen Krieg aufkommen; nach einem kurzen Moment fängt man sich glücklicherweise aber wieder und strebt dem flachen Gipfel des Eiskofels zu.

die Geschichte der drei Haubitzen – die Idee heute fast unvorstellbar

Vom Gipfelkreuz des Eiskofels bis zur Casatihütte brauchten wir nur mehr die 20Hm hinab zu gleiten und über ein paar Rippen erreichten wir gegen 17:30 die Hütte.

Stimmung gegen 17 Uhr am Scheitelpunkt des Zufallferners, kurz vor unserem Ziel, der Casatihütte

Die Casatihütte wird von zwei Brüdern betrieben und befindet sich seit vielen Jahren in Familienbesitz. Mit der Bergsteiger-Halbpension haben wir 60.-/Mann bezahlt. Als Tipp kann gegeben werden, daß eher Wein als Bier getrunken werden soll.

Casatihütte, 3.254m

Einerseits ist die Handhabung des Zapfhahnes eher schwierig, andererseits ist der Wein von guter Qualität und auch wesentlich günstiger.
Das Abendessen traditionell italienisch mit Nudeln als Vor- und mehrere Scheiben dünn geschnittenen Bratens als Hauptspeise – einwandfrei.

Abendstimmung vor der Casatihütte Richtung Südosten

Am nächsten Tag um sieben gibt es ein ebenso traditionelles italienisches Frühstück mit Weißbrot, Schinken, Käse und das süße Zeug.
Beim Frühstück freuten wir uns über den schönen Tag, der nicht nur angesagt war, den wir auch außerhalb der Hüttenfenster erahnen konnten, indem die Sonne den recht dunklen Gastraum erhellte.

Abmarsch die Erste

Wie immer, um mit einer gewissen Eile als erste von der Hütte wegzukommen, waren auch wir beim Frühstück kurz angebunden und erledigten rasch die Vorbereitungen zum Abmarsch.
Außerhalb der Hütte blies uns dann ein starker Wind um die Ohren, wenn auch nicht kalt, aber doch recht unangenehm. Der Blick zum Cevedale war mit einem Schlag keine Freude, denn von Südwesten her hat sich innerhalb der 40min für Frühstück und Vorbereitungen dichter Nebel um den Gipfel gehüllt, der lange flache Anstieg war kaum mehr sichtbar.

innerhalb von Minuten keine Sicht zum Cevedale mehr

Ohne großes Zögern stiegen wir aber von der Hütte auf, mit untereinander unausgesprochener Gewissheit, daß der Nebel sich verziehen würde, unbeirrt dem Wunsch folgend, das Ziel zu erreichen.
Spuren vom Vortag waren teilweise sichtbar, am Gletscher dann nicht mehr. Somit wurde die Navigation zu Hilfe gerufen und wir konnten noch 10min weiter aufsteigen, bis die Sicht dermaßen schlecht wurde, der Wind nichts an Fahrt verlor und der Nebel eher stärker wurde, daß wir beschließen mußten umzudrehen. Dies bereits nach ca. 200Hm und mit großem Unmut.

eine Stunde später Hoffnung durch Aufklaren aus Süden

Weil man aber am Berg auch warten können muß, lautete die Vorgangsweise eine Stunde zu warten und wenn sich keine nachhaltige Besserung einstelle, dann wird ein niedrigeres Ziel angepeilt. Dies deshalb, weil der Nebel nicht in die Tiefe vordrang und unterhalb ca. 3.300m die Sicht auch akzeptabel war.

nun sichtbar – links Zufallspitze, rechts Monte Cevedale

Sehnsüchtig an den Fenstern in der Hütte deutete jeder Einzelne von uns die kleinste Bewegung des Nebels in die eine und in die andere Richtung, meist ins Positive.

Anstieg von der Hütte über einen Gletscherrücken

Tatsächlich mußten wir keine Stunde warten bis sich von Südwesten unter Anhalten des Windes nachhaltige Besserung der Situation einstellte, sich der Nebel komplett verzog und die Sonne wieder zum Vorschein kam.

immer noch starker Südwind, jedoch erträglich kalt

Wir warteten das vollkommene Aufreißen der dichten Nebeldecke gar nicht richtig ab sondern bliesen zum Sturm auf den Gipfel und verließen die Hütte, wie auch andere Gruppen, die ebenfalls nach uns abgebrochen hatten.

ein gewaltig breiter Gletscher

Nun waren wir bei weitem nicht mehr die Ersten am Gletscher, einige Gruppen von der Martellerhütte und über den Langerferner herauf waren bereits vor uns angestiegen und säumten die Aufstiegsroute.

wir nähern uns dem Schidepot

Dies konnte unsere wiedergewonnene Freude aber keineswegs trüben. Spürbar akklimatisiert schien das Gewicht des Rucksackes keine so große Belastung mehr zu sein, als am Vortag.

einige Gruppen vor uns

Das Schidepot befindet sich eine einzige Spitzkehre auf dem Gipfelaufbau hoch gelegen. Von dort konnte nach links der Aufstieg über eine schmale Schneerinne durch die darüber und darunter gelegenen Eisfelder zur Zufallspitze genommen werden, oder rechts zu unserem Ziel, ein längerer Anstieg durch kurze Eispassagen auf den Sattel vor dem Cevedalegipfel.

Steigeisen – wozu haben wir sie mitgebracht

Wir beschlossen wie die meisten anderen mit Steigeisen weiter zu gehen. Die Schi wurden mitgenommen, da der Plan war, nach der Ersteigung der Zufallspitze über den Fürkeleferner wieder in Richtung Martellerhütte abzufahren.

an Hilli sieht man die Temperatur am Nordhang des Cevedale, der Wind noch ungebrochen

Vorweggenommen sei, daß es die Steigeisen nicht gebraucht hätte. Der Anstieg verlief zwar über die erwähnten Eispassagen, jedoch wäre dort aufgrund der Hangneigung ein gefahrloser Aufstieg auch ohne die Eisen möglich gewesen. Allerdings wiederum schätze ich den guten Halt dadurch auf der gesamten weiten Strecke.

der obere Teil wird immer flacher, dafür mit Eisflächen durchzogen

Über eine kurze weitere Gratstrecke ab dem Plateau im Sattel zur Zufallspitze wird der Monte Cevedale mit seinen 3.769m erreicht.

unter Wind noch 25m zum Gipfel

Der Gipfel war schon gut besucht als wir ihn betreten durften. Er war nicht überlaufen, aber wenn man seine Flanken betrachtete würde er dies an jenem Tag wohl noch werden.

der Autor am Monte Cevedale, 3.769m

Aus buchstäblich allen Richtung wurde er an diesem noch so gut gewordenem Tag bestiegen und zwar in Scharen. Eine kurze Rast mit Rundumblick gönnten wir uns nach den Gipfelfotos bevor wir das nächste Ziel jenseits des Sattels, die Zufallspitze ansteuerten.

Christian am Gipfel des Cevedale

Vorbei an einem furchtbar häßlichem Holzverschlag am nordöstlichen Gipfelplateau, dessen Zweck sich mir nicht erschloß, stiegen wir am leichten Gratrücken bis zur tiefsten Einsattelung ab (schätzungsweise ca. 80Hm), um den Aufstieg zur Zufallspitze zu nehmen.

Blick nach Osten zur Zufallspitze beim Abstieg

Der Sattel ist eigentlich ein scharfer abgestufter Grat, der jedoch südöstlich unterhalb der Gratspitzen umgangen wird, weil ungangbar.

im Sattel zur Zufallspitze

Jenseits des Sattels erfolgt der Aufstieg zur felsigeren Zufallsspitze in wenigen Minuten. Die Zufallsspitze ist mit 3.757m um 12m niedriger als der Cevedale, jedoch völlig anders im Gipfelaufbau geartet. Sie ist auf jeder Seite felsig und besitzt eine Gipfelfläche, die kaum einem halben Dutzend Bergsteigern Platz bietet. Entsprechend gut eingetaktet die Fotosessions jeder Gruppe.

Gipfelkreuz der Zufallspitze, 3.757m

Für uns war die Freude groß, daß die Ziele für diese Bergfahrt erreicht werden konnten; Vorbereitung, Anfahrt und Zeitinvestition sind bei dieser Tour ja nicht alltäglich.

Blick nach Süden zu Adamello und Brenta

Blicke bis zur Brentagruppe und Adamello im Süden waren an diesem Tag möglich. Im Nordwesten die formschöne Königspitze, im Norden die auslaufenden Ötztaler.

Rückblick auf den Cevedale

Nach kurzem Genuss der Landschaft machten wir uns auf den Rückweg. Dieser erfolgte für uns über den Grat südöstlich hinab zum Ansatz des Fürkeleferners. Auch hier waren in unserem Fall Steigeisen nicht vonnöten, sie leisteten jedoch gute Dienste und einen unbeschwerten Abstieg über rund 250Hm.

Abstieg von der Zufallspitze am Südostgrat

Nach der letzten Rast am Hochpunkt der langen Abfahrt ging es über ruppiges Gletschergelände rund 400Hm tiefer bis sich eine weichere Schneeoberfläche einstellte.

Hilli und der Autor

Über die letzte Steilstufe hinab bis in die flache auslaufende Zunge des Gletschers hatten wir sogar fast lockeren Pulverschnee, leicht zu schwingen und das Herz der Schifahrer unter uns schlug höher.

nach der Hälfte der Abfahrt über den Fürkeleferner

Über die Steilstufe unterhalb der Martellerhütte hinab sei empfohlen mit viel Anlauf abzufahren, um die Schiebestrecke im flachen Teil neben den Schwemmflächen der Plima möglichst kurz zu halten.

ein gewaltiger Gletscher

Die erste Handlung – unten angekommen – war sich aller Kleidung außer dem Shirt zu entledigen. Die Sonne heizte kräftig auf die Ebene und nur eine Minute mit angezogenem Anorak wurde unerträglich.

an der Flachstrecke bei den Schwennflächen des Plimabaches angelangt – die Sonneneinstrahlung kaum erträglich mit Gletscherkleidung

Trotz viel Anlauf bleibt der Kilometer Schiebestrecke doch noch eine gewisse Anstrengung im nassen Schnee, der die Schi nicht richtig laufen läßt.

Hilli rastet gemütlich bis wir eintreffen

Wieder an der Baumgrenze angelangt bezaubern die stämmigen Kiefern oberhalb der schön gelegenen Zufallhütte, die zum letzten Rückblick einlädt, jedoch brechend voll war.
Durch den Kiefernwald geht es dann über eine ausgefahrene Schiroute wie im Eiskanal bis zum Parkplatz zurück und das Martelltal verläßt man genau so schnell wie man sein Tiefstes erreicht hat, mit moderner Zeitnot, vorbei an den noch tief schlafenden Erdbeeren in den Gewächshäusern neben der Straße.

Schihochtour Cevedale und Zufallferner 7./8.4.2108

Die Streckenlänge vom Parkplatz bis zur Casatihütte beträgt 11km bei rd. 1.230Hm Aufstieg. Der Anstieg von der Casatihütte zum Cevedale und der Überschreitung zur Zufallspitze beträgt 600Hm, mit unserem Erstversuch des dann abgebrochenen Anstieges kamen wir auf gut 800Hm am zweiten Tourtag. Die Aufstiegsstrecke am zweiten Tag betrug ca. 3,3km

Mils, 08.04.2018

Schitour Kreuzspitze, 2.746m vom Viggartal

Unter den langen Schitouren ist die Kreuzspitze sicher eine der wenigen, die noch im Frühjahr von einem tiefen Ausgangspunkt aus machbar ist, sie startet auf 1.050m in Mühltal (Ellbögen) und führt über mehr als 1.700Hm zum Gipfel, womit ist sie auch eine lange Tour darstellt.

Kreuzspitze, 2.746m

Zu Ostern heuer (siehe Beitragsdatum) präsentierte sich die außergewöhnlich schöne Schitour am einzig richtig brauchbaren Tourentag, am Ostermontag, von den Aufstiegsbedingungen her von ihrer besten Seite – gute Schneequalität (nicht ansatzweise Lawinenbildungen in den Südost- und Osthängen vom Glungezer herab) und  bei der Abfahrt spürbare, aber noch moderate tageszeitliche Erwärmung. Diese eher positiven Verhältnisse waren wichtig, denn bei der Querung unter Glungezer und Gamslahnerspitze werden Teile am Hang mit mehr als 30° Neigung betreten, die bei LWS 3 generell zu meiden sind.

Start kurz nach 7 Uhr 02.04.2018, ca. 100Hm oberhalb Mühltal

Auf meinem Rückweg stieg eine Fünfergruppe über die Querung auf, die vom Glungezer herunterfuhr. Auf deren Rückweg kann die Sonneneinstrahlung auf diesem Hang die Situation schon deutlich umgedreht haben und es ist zu hoffen, daß deren Rückweg gut verlaufen ist.

Viggartal, 20min nach dem Aubruch

Der kleine Parkplatz im engen Mühltal ist auch preislich klein, was den Bergfreund freut (3.-/Tag) und im Winter wird man meine Ankunftszeit um knapp nach sieben Uhr nicht überschreiten dürfen, sonst ist es aus mit der Tour – andere Parkplätze sind nicht vorhanden.

Das Meissnerhaus – bereits in Frühjahrsferien

Die Schi mußte ich kaum 100Hm schultern, bevor eine gefrorene Piste am Weg zum mittlerweile geschlossenen Meissnerhaus immer besser wird und die Schi angelegt werden können.
Im Viggartal herrschen auch zu Anfang April des Morgens noch stramme Temperaturen sowie eine kalte Morgenthermik talauswärts. Den Windstopper trotz schwitzen abzulegen war mir also nicht möglich und vor Zeit zu Zeit mußten sogar die Finger unter die Achseln geklemmt werden.

Kreuzung beim Meissnerhaus

Die Schi krascheln neben dem zeitweise recht tosenden Mühltalerbach in der gefrorenen Spur des Skidoos des Hüttenwirtes, aber der Aufstieg präsentiert sich noch einwandfrei und ohne apere Stellen für die Abfahrt.

hier beginnt das innere Viggartal

Unerwartet rasch erscheinen erste Sonnenstrahlen am steilen Hang zum Patscherkofel links des schmalen Tals und noch vor dem Meissnerhaus auch längere sonnige Partien am Weg taleinwärts. An der Abzweigung zum Morgenkogel und dem Meissnerhaus eine längere sonnige Strecke, bis der Anstieg über die Brücke auf die andere Talseite zum Viggar-Hochleger führt.

Überquerung des Viggarbaches

Einige Minuten oberhalb der Brücke taucht der Almweg dann in lichten Wald ein und schöne, dauerhaft sonnige Wiesenhänge von der Viggarspitze herab lassen die prachtvolle Stimmung am Ostermontag weiter ansteigen.

am Viggar-Hochleger erstmals das Ziel, die Kreuzspitze, in Sicht

Nach dem Hochleger wendet sich der Anstieg dauerhaft in Richtung Südost, ein Plateau mit einem kleinen Wegkreuz wird erreicht das in den letzten Wochen öfters Ziel von Abfahrten vom Glungezer herunter war, wie im Schnee zu lesen ist.
Dieses Plateau ist der Ausgangspunkt für jene, die von hier aus das selbe Ziel, die Kreuzspitze, haben wie jene die klassisch über Mühltal ansteigen.

über diese schönen Hänge kommt man vom Glungezer herunter

Auf der nächsten Etappe zum „G’schriebenen Stoan“ bei den Blauen Seen – der über eine viele tausend Jahre alte Geschichte verfügt, jedoch momentan aufgrund der Schneehöhe nur teilweise sichtbar ist – steht eine Hangquerung zur Bewältigung, die sichere Schneeverhältnisse und Einfühlungsvermögen erfordert.

Querung der Hänge unterhalb der Gamslahnerspitze

Zunächst erkennt man, daß die bewaldete Rippe, die von links herunterzieht eine wesentlich größere Steilheit aufweist, als die Hänge dahinter. Deshalb führt die Normalroute mit Höhenverlust hinab in einen Bereich mit geringerer Steilheit und zwischen alten Bäumen hindurch, die von verminderter Lawinentätigkeit dort zeugen, um jenseits wieder an Höhe zu gewinnen und die Gradiente zum Hochplateau des „G’schriebenen Stoan“ heranzuführen.

Anstieg zum „G’schriebenen Stoan“ in der Querung

Nachdem Höhenverluste bei Schitouren immer ein Dorn im Auge sind und man sie versucht zu vermeiden, habe ich aufgrund der guten Schneeverhältnisse beschlossen, die Anstiegslinie beizubehalten. und den Höhenverlust nicht in Kauf zu nehmen.
Auf harter Schneedecke ging es dahin und hinten angekommen bestand Erkenntnis daraus, daß sich diese Variante nicht lohnt, weil die Anstrengung im steilen Gelände den Mehraufstieg durch den Höhenverlust ausgleicht.

Rückblick über die gesamte Querung

Weiter führt die Tour unter den Hängen der Gamslahnerspitze und nach geraumer Zeit fällt auf, daß die linke Körperseite auffallend stärker belastet wird. Ich änderte diesen Zustand mit einer Spitzkehre, sowie kurz gehaltenem Richtungswechsel und konnte damit, nach der nächsten Spitzkehre, mit kleinerem Aufstiegswinkel auf die Oberkante des Hochplateaus ansteuern – eine willkommene Abwechslung.

am Hochplateau des „G’schriebenen Stoan“, rechts geht es weiter

Am Hochplateau entschied ich, einen weitläufigen Rechtsbogen um die nächste, schrofendurchsetzte Steilstufe einzuschlagen. Kurz aber kokettierte ich mit dem Anstieg links, jedoch erschienen die Hänge rechts flacher und sicherer (siehe Karte in der Fotogalerie – die hellrot markierte Umgehung).
Die vielfach beschriebene Originalroute führt am „G’schriebenen Stoan“ vorbei, das flache Plateau zurück bis zum Beginn der Steilstufe und dann rechts steiler hinauf.

oberhalb der schrofendurchzogenen Steilstufe; Leben überall auf 2.300m, auch am nackten Stein

Oberhalb dieser Stufe – in der Seegrube – sieht die weitere Route nicht mehr so weit aus, von dort stehen noch 350Hm an, die immer steiler werden, also weniger an Weg bedeuten. Die Seen sind alle nicht sichtbar und durch den massigen Schneefall heuer bestens getarnt. Wer sie nicht kennt kann sie nur vage erahnen.

oberhalb der Steilstufe mit wunderschönem Blick zum Gipfel der Kreuzspitze

Von der Flachstelle der Seegrube steigt man nun rechts haltend weiter auf und ändert nach ca. 100Hm im Steilen den Anstieg nach links (südöstlich) bis man unter einem recht steilen Hang fast direkt unter dem Gipfel ankommt.

weiterer Anstieg durch die Mulden nach links unter den Gipfelaufbau

Diesen in einigen Spitzkehren empor bis oberhalb eines langgestreckten Bereiches, der von unten wie ein Gletscherbruch aussieht und eben deswegen man vorher die Linkskurve eingeschlagen hat.

Gipfelaufbau der Kreuzspitze; leicht rechts der Bildmitte wählte ich den Aufstieg zum Grat

Oberhalb dieser auffälligen total schneeüberzogenen Querrippe ändert sich der Anstieg wieder nach rechts – sie wird sozusagen in einem Bogen umgangen – und sogleich wird der Westgrat erreicht.
Ich habe für diesen obersten Teil des Nordhanges der Kreuzspitze Harscheisen angelegt, um mich nicht ärgern zu müssen. Es wäre auch ohne gegangen, jedoch bin ich kein Freund von Rutschern mit dem Aussenschi im steilen Gelände. Der Hang ist hier teilweise gut 35° steil, jedoch momentan mit so vielen bockharten Passagen durchzogen, daß er sicher ist.

Rückblick vom Grat auf den Gipfelhang

Der Abschluß am Westgrat besteht aus ca. 60Hm weiterem Aufstieg auf dem ca. fünf bis zehn Meter breiten Rücken wobei dieser keiner Harscheisen bedarf, was mich aber nicht störte nochmals anzuhalten, um jene zu verstauen. Heuer ist er auch durchgehend mit Schnee überzogen, sodaß auch bei der Abfahrt keinerlei Schäden an den Schi entstehen.

Westgrat zur Kreuzspitze

Ein ständig kalter Südwestwind bereits während des Gratanstieges veranlaßt mich einen halbwegs geschützten Rastplatz nordöstlich des Gipfelkreuzes der Kreuzspitze zu wählen und während der Jause ins Unterinntal hinabzuschauen.

für alle Gesichterfreaks, der Autor auf der Kreuzspitze, 2.746m

Die Gipfelaussicht ist nicht schlecht. In unmittelbarer Umgebung im Süden, direkt an den Kamm anschließend der höchste Gipfel im Kamm, das Rosenjoch und dahinter ein toller Schitourenberg die Grünbergspitze, im Südosten das Pfoner Kreuzjöchl, das ich heuer schon von Pfons aus bestiegen habe – eine phantastische Schitour – und im Westen der Morgenkogel, der mich heuer schon wochenlang die Fingerkuppen nicht mehr spüren ließ.

Blick nach Süden zum Rosenjoch

Natürlich nebst den unmittelbaren Nachbaren schweift auch der Blick wieder von den Tauern, über die grandiosen Zillertaler bis zu nahegelegeneren Majestäten des Stubaitales.

Blick nach Westen zum Morgenkogel

Im Nordwesten der unverwechselbare Patscherkofel mit den wilden Zacken der Nordkette im Hintergrund.

der Kessel des hinteren Arztales mit dem Pfoner Kreuzjöchl links und dahinter die Stubaier

Die Abfahrt wäre dieser Tage sogar direkt vom Gipfel über die steile Nordflanke möglich, jedoch sollte man hierzu nicht alleine sein. Also ging es für mich den kurzen Teil des Westgrates hinab und dann den zuvor im Aufstieg beschriebenen Bogen bis zu den weichen hängen unterhalb des zuvor beschriebenen aufsteilenden Bereiches.

meine Aufstiegsroute im Viggartal

Von dort über tolle Pulverhänge hinab zum Plateau der Seegrube und links weiter, meiner Aufstiegsroute entlang – davon ein paar Bilder für Pulverliebhaber in der Galerie.

Abfahrtsvergnügen

Das untere Plateau des G’schriebenen Stoan wird bei meiner Abfahrtsvariante nahezu am untersten Punkt erreicht, sodaß nur wenige Grätschschritte bis zur Kante zum Steilhang anfallen, bevor es unterhalb durch Schwerkraft von selber weitergeht (Spuren in den Fotos sichtbar).

wieder auf dem Plateau der letzten Steilstufe angelangt

Die Querung der Hänge – nun von rechts herab – erschien hinsichtlich der Schneequalität durch Erwärmung um 12:45 Uhr im oberen Teil (rd. 2.100 bis 1.900m) als völlig sicher. Mit dem Ziel möglichst wenig Höhe zu verschenken und hoch zu bleiben, um die im Aufstieg erkannte bewachsene Rippe an ihrer Obergrenze zu erwischen, setzte ich die Abfahrt fort. Ansteigend schlechter entwickelte sich unter 1.900m die Schneequalität – der Neuschnee der letzten Tage wurde zum Sulz, der besonders in den steilen Partien aufgrund des Einstrahlwinkels noch schlechter wurde.

Hangquerung: ganz hinten kann man die Abfahrtsroute nach der Flachstelle erkennen

Mit einer gewissen Anspannung konnte die obere Durchfahrt der bewaldeten Rippe angepeilt und durchfahren werden (siehe Foto), womit erneutes Auffellen auf das Plateau mit dem Kreuzchen vermieden wurde. Diese Idee hatten vor mir sicher schon viele, sichtbar war jedoch keine alte Spur und da diese Querung in der Zone mit einer Hangneigung weit über 30° erfolgt ist sie nur bei absolut sicheren Verhältnissen zu empfehlen. In meinem Fall war die Querung sicher grenzwertig.

nun wird der obere Rand der bewaldeten Rippe angepeilt (Bildmitte)

Die weitere Abfahrt bis zum Ausgangspunkt erfolgte dann über teils schweren Sulz die traumhaften und licht bewachsenen Hänge des Viggar Hochlegers bis zur Brücke über den Mühltalerbach hinab.

hinter der heiklen Passage, oberhalb der Bäume auf der Rippe

An der Kreuzung zum Meissnerhaus angelangt erwartet den mittlerweile konditionsgeprüften Tourenfreund noch eine beeindruckend lange Abfahrt über den Weg nach Mühltal zurück.

Viggar-Hochleger

Die Abfahrt erfolgt auch am Nachmittag teils in sonnenbeschienen Passagen mit Nassschnee oder Firn, teils in schattigen Passagen, mit mehr oder weniger aufgeweichter oder gefroren gebliebener Oberfläche. Die Gleitfähigkeit der Schi wirkt bei den jeweiligen Übergängen in die andere Schneekonsistenz entweder wie eine Notbremsung auf den Körper, oder wie eine Beschleunigung, wobei erstere jene ist, die gute Körperbeherrschung gegen Vorfallen erfordert.

der letzte Teil des Hanges

In dieser Manier sind immerhin rund 700Hm abzufahren wobei – wegen der schmalen Piste – bei den steileren Passagen auf der harten Piste mit den Rillen des Schneemobiles des Hüttenwirtes vom Meissnerhaus häufig die Abfahrt in Schneepflugstellung zum Einsatz kommt, die die Oberschenkel heiß werden läßt.
Man sollte dies in der Kräfteplanung der gesamten Tour nicht unterschätzen.

Weg vom Meissnerhaus ins Tal – mal sonnig, mal schattig, in Summe anstrengend

Gesamt habe ich für die Tour 6:35h benötigt, mit ca. 45min Pausen und Fotostopps, 35min davon am Gipfel. Die Bergsteigeruhr zeigte ein Total von 1.745Hm im Aufstieg.
Eine der schönsten Touren im heurigen Winter, auch schifahrerisch.

Mils, 02.04.2018

 

Schitour Breitschwemmkogel, 2.264m – über Salfains und Grießkogel

Mit der außergewöhnlich langen Begehung des prächtigen Kammes von Salfains bis zum Schaflegerkogel bietet sich eine ansprechende Schitour zwischen Senders- und Fotschertal an – leider heute mit Abbruch am Breitschwemmkogel.

am Breitschwemmkogel

Unser Vorhaben, diesen Kamm in seiner gesamten Länge zu begehen, scheiterte an dem seit Tagen anhaltenden unbeständigen Wetter und so mußten wir wegen des aufkommenden starken Föhn leider nach dem Breitschwemmkogel abbrechen und die Talabfahrt ins Senderstal antreten. Die Schitour ist aber auch bis dorthin so reizvoll, daß sich ein Bericht darüber allemal lohnt.

Anstieg bis zur Abzweigung Salfains am Weg zur Kemater Alm

Der als bester Tag an diesem Osterwochenende angesagte Karfreitag begann erwartungsgemäß mit der Warnstufe drei sowie noch grau in grau mit leichtem Regen im Inntal und wie immer, als Berufstätiger mit einem bärenstarken Willen zum tollen Tourenerlebnis an den wenigen Möglichkeiten am Wochenende ausgestattet, traten wir den Weg ins Senderstal an. Es sollte sonnig werden und starker Südföhn herrschen.

bei der Abzweigung nach Salfains

Ursprünglich geplant war der Hoadl von der Lizum aus mit Abfahrt ins Senders und Aufstieg zur Schlicker Seespitze – die Vernunft jedoch siegte über den inneren Drang des Berufstätigen. Also mußte eine Tour mit mäßiger Hangneigung her und hierzu schien Christians Idee über Salfains aufzusteigen und den eher flachen Kamm zum Schaflegerkogel zu überschreiten perfekt.

Abkürzung über einen freien Hang am Weg zur Salfainsalm

Wir starteten noch bei dichter Bewölkung und Nebel in höheren Lagen am Weg zur Kemater Alm, der momentan gesperrt ist. Die ersten paar Minuten müssen die Schi bereits getragen werden. Der nasse Schnee und ständiges Aufstollen machten die erste Etappe bis zur Abzweigung Salfains nicht gerade zum perfekten Start, jedoch lernt der Bergsteiger sich der Natur zu beugen, sie hinzunehmen um die innere Übereinstimmung zu finden.

unterhalb der Salfainsalm, ca. 1.700m

Am Weg zur Salfainsalm machte der Nebel der Sonne Platz – mit dem Effekt, daß der Neuschnee bis über die Alm recht feucht wurde. Ab etwa 1.800m blieb er pulverig jedoch feucht, neigte weiter zum Aufstollen und glücklicherweise ist die kleine Wachskasette den ganzen Winter über im Rucksack verstaut.

Stefan oberhalb der Salfainsalm

Oberhalb der Alm herrschte auf unserem Hang bereits prächtiges Wetter mit ungetrübtem Sonnenschein wobei die umliegende Landschaft erstaunlicherweise dauerhaft im Nebel und Bewölkung schattig blieb – als hätten wir heute eine Sonderbehandlung verdient. Vom Inntal bis zur Schlicker Seespitze lagen die Hänge im Schatten.

Christian am letzten Hang zum Salfainser See

Den Salfainser See erreichten wir an seiner Südseite, bevor unsere Kammtour begann, die nach Süden abdreht. Der See ist vollkommen schneebedeckt und vor der Ferne ist der gelbe Wegweiser der Anstiegsroute vom Sportplatz Grinzens her sichtbar. Natürlich darf der berühmte abgestorbene Baum in der Fotogalerie anbei nicht fehlen.

Autor vor dem Salfainser See

Mittlerweile lichtete sich die Bewölkung im oberen Inntal, sodaß der Westgipfel der Hohen Munde sichtbar wurde, während im Süden, um die Kalkkögel, die Berg weiterhin wolkenverhangen blieben.

anregende Fotomotive am schönen Plateau von Salfains

Nach dieser schönen Szenerie traten wir das ausgeprägte Auf und Ab am Kamm zum Grießkogel an. Es ist nicht leicht zu schätzen wieviele Höhenmeter dadurch zustandekommen, gefühlt sollten es nur max. 50Hm über die 1,7km Wegstrecke sein wobei der geodätische Höhenunterschied 158m beträgt.

Überschreitung am Kamm zum Grießkogel

Der Sonne entgegen führt der kaum bewaldete Kamm zum Grießkogel – zwischendrin lockern ein paar kleine Abfahrten mit Fellen den Anstieg auf und die ausgeprägteste davon eignet sich zum Test des Standvermögens auf wenig beherrschbaren Latten.

nach 1/3 am Kamm zum Grießkogel

Die letzten ca. 30Hm auf den Grießkogel verjüngt sich der Anstieg zum schmalen Grat, der gerade noch mit Schi bewältigbar ist. Diese kurze Stelle ist die einzige etwas prekäre in der gesamten Überschreitung zum Breitschwemmkogel.

Der fortgeschrittene Tagesverlauf – in etwa bei dreiviertel der Strecke am Weg zum Grießkogel läutete die Mittagsstunde – brachte nun die ersten Anzeichen des angesagten kräftigen Südföhnes.

Gipfelaufschwung auf den Grießkogel

Die ersten eher kalten Böen bis über den Gipfel und noch etwas weiter zum Breitschwemmkogel steckten wir aufgrund der starken Sonneneinstrahlung noch gut im leichten Tourenleibchen weg, aber auf halber Strecke zwischen beiden Gipfeln mußte am völlig windausgesetzten Kamm der Windstopper angelegt werden.

am Grießkogel, 2.258m

Kurz darauf, zehn Minuten vor dem Gipfel des Breitschwemmkogel steigerte sich die Windgeschwindigkeit enorm und aus den Böen wurde der versprochene dauerhafte Föhn, der am Kamm jede Menge Schnee aufwirbelte und uns die Kristalle ins Gesicht peitschte.

weitere Überschreitung auf den Breitschwemmkogel

Die weitere Überschreitung nach dem Grießkogel bietet deutlich mehr an zusätzlichen Höhenmetern, der tiefste Punkt liegt bei 2.108m und gesamt kommen drei Senken vor, die sich wahrscheinlich zu 70Hm zusätzlich summieren, bevor der Gipfel des Breitschwemmkogels mit 2.264m erreicht wird. Diese Teilstrecke erstreckt sich über 1,5km und der geodätische Höhenunterschied zwischen beiden Gipfeln beträgt nur 106m.

Autor kurz vor dem Gipfel des Breitschwemmkogels

Am Gipfel des Breitschwemmkogel verriet jede unserer Mienen, daß, angesichts der starken Beeinträchtigung der schönen Route durch den massiven Wind mit Sturmqualität, diesmal ein Abbruch der weiteren Tour die sinnvollste Entscheidung darstellt.

Breitschwemmkogel, 2.264m

Nebenbei hatte die starke Sonneneinstrahlung nun auch in Höhen deutlich über 2.000m die direkt beschienen Hänge vom Neuschnee zum Nassschnee gewandelt, was sich für die Sicherheit bei der Abfahrt generell nicht positiv darstellt.

Stefan nähert sich dem Gipfel des Breitschwemmkogels

Die Abfahrt, die wir nach einem Päuschen mit Abfellen und dem Einsatz aller verfügbaren Klemmwirkungen incl. Zähne zum Festhalten der Fellfolie antraten, stellte mit abfallender Höhe gleich wesentlich windberuhigter ein und erfolgte teilweise auf Pulverhängen.

Gipfelpause am Breitschwemmkogel; an den Stockschlaufen kann der unangenehme Wind erkannt werden

Will man nicht in den dichten Wald unterhalb des Breitschwemmkogels kommen, so richte man die Abfahrt vom Gipfel möglichst weit rechts (südlich) auf die später deutlich sichtbare, breite Almfläche im Tal aus, bei der das hintere Tal auch einen erkennbaren Südknick aufweist.

Abfahrt über schöne Hänge mit moderater Steilheit

Dort gibt es Lichtungen durch die die Abfahrt ohne Bäume oder Stauden möglich ist und die unten bei der ersten Brücke am Beginn der breiten Fläche endet.

teilweise Pulver erwischt

Zu weit rechts nimmt man den Hang aber auch nicht, da dort eine steile und schrofendurchzogene Rippe auf halbem Weg zum Angerbergkopf herunterzieht.
Die letzten ca. 150Hm erfolgen in einer Lawinenschneise.

Schneeverhältnisse um halb zwei im unteren Hangteil (ca. 1.900m)

Auf der anderen Talseite, einige Meter über dem Bach, wird der Weg erreicht, auf dem es einen guten Kilometer – und bei den derzeitigen Schneeverhältnissen mit Stockeinsatz – zur Kemater Alm hinaus geht.

die Brücke am Beginn der Almfläche

Wir hielten es für richtig die verlorene Flüssigkeit auf der Tour in der Alm nachzufüllen und hielten es trotz einigem Wind ein Stündchen auf der Terrasse aus, bevor wir die Ausfahrt aus dem Tal antraten.

Blick auf den überschrittenen Kamm von der Kemater Alm aus – hier Grießkogel bis Breitschwemmkogel

Von der Terrasse aus kann fast die gesamte Tour am Kamm eingesehen werden. Eine grandiose Runde bis zur Alm.

Erster Teil der Kammüberschreitung von Salfains bis zum Grießkogel – Aufstieg zur Salfainser Alm ähnlich Schipiste

Die aussichtsreiche und bis zum Breitschwemmkogel weitgehend ungefährliche Schitour erstreckt sich über 17km wobei gut 9km im Aufstieg über (geodätisch) 1.264m und ca. 120Hm am Kamm zu bewältigen sind. Wir haben vom Talmund bis zur Breitschwemmkogel ohne Eile und mit kleinen Foto- und Wachspausen recht genau 4 Stunden benötigt und freuen uns schon auf einen Tag bei dem der gesamte Kamm überschritten werden kann.

Kamm zum Grießkogel

Eine Kartenmessung ergibt folgende Streckenlängen:
Breitschwemmkogel – Angerbergkopf 1,6km / geod. Δh 135m / geschätzt 40Hm zusätzlich
Angerbergkopf – Schaflegerkogel 1km geod. / Δh 6m / geschätzt 104Hm zusätzlich
Beide Streckenabschnitte sollten in 40 bzw. 30min machbar sein.

Mils, 30.03.2018

 

Schitour Juifen, 1.988m

Der Juifen erscheint vom Tal näher am Achental als er tatsächlich ist. Die mit wenig mehr als 1.100Hm gerade einmal im unteren Bereich mittellange Schitour liegt 5,5km vom Ausgangspunkt an der Achentalstraße entfernt. Der durchwegs leichte, flache Aufstieg der Schitour auf den Juifen hat daher einiges an Schönheiten der Landschaft zu bieten und ebenso gut für eine Partnertour geeignet wie die Hochplatte. Nach meiner gestrigen Rückkehr aus Canada eine entspannte Schitour um den Bewegungsapparat wieder zu aktivieren.

Juifen, 1.988m

Der Aufstieg vom Parkplatz auf der Bundesstraße (beim Gh. Tirolerhof), von Innsbruck kommend knapp nach der Abzweigung der Steinbergstraße links bis zur Falkenmoosalm ist hier nicht beschrieben, hierzu bitte den Bericht der Schitour zur Hochplatte ansehen, dort ist die Abzweigung zum Juifen beschrieben.

Anstieg nördlich des bereits aperen Weges in diesem Teil

Sobald die Lichtung nach dem etwas steileren Anstieg nach der Falkenmoosalm erreicht ist hält mach sich eher rechts durch die Lichtung und trifft auf die Abzweigung mit einem etwas zu niedrigen und daher versteckten gelben Wegweiser. Allerdings kann die Abzweigung kaum verfehlt werden, sie mündet in einen recht breiten Weg zum Großzemmalm.

Abzweigung von der Route zur Hochplatte – rechts der Weg zum Juifen

Ab dem Teil des Almgeländes der Falkenmoosalm, bei dem der dichte Wald verlassen wird, erfolgt der Aufstieg zum Juifen durchwegs komplett der Sonne ausgesetzt, nach der Almfläche der Falkenmoosalm und am kurzen Verbindungsweg  von der Abzweigung bis zum Almgelände der Großzemmalm hängt die Sonnenbestrahlung von Datum und Tageszeit ab. Dieser Tage ist es des Vormittags auch auf diesen kurzen Passagen kaum mehr schattig.

Almgelände der Großzemmalm mit Kafell mittig und Marbichlerspitze rechts

Nachdem die Abzweigung eingeschlagen wurde führt der Weg noch einige Minuten hauchzart bergauf, um dann ebenso hauchzart bis zum Almgelände der Großzemmalm zu fallen. Die für die Abfahrt unangenehme Strecke beträgt in etwa 300m und je nach Schneeverhältnissen kann sie ohne einzusinken begangen werden ohne aufzufellen oder der Armumfang beträgt gut 40cm, oder man muß  eben einmal mehr auffellen.

Anstieg auf das Marbichler Joch auf der anderen Talseite

In jedem Fall beeindruckt der Talkessel um und hinter der Großzemmalm dermaßen, daß diese für die Abfahrt kleine unangenehme Stelle in den Hintergrund tritt und in diesem Bericht eigentlich nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden muß, weil sie angesichts der fabelhaften Natur lediglich  Jammern auf hohem Niveau wäre.

nach der Großzemmalm etwas steilere Passagen zu durchqueren

In einem weiten, eher flach steigendem Bogen, führt der Anstieg um die nahezu komplett eingeschneite Großzemmalm herum, um auf der anderen Talseite in deutlich steilerem Gelände an einem weiteren Hüttchen vorbei östlich ansteigend, dem Marbichler Joch zuzustreben.

das Tagesziel der Juifen vom Marbichler Joch aus

Es mag ab der Großzemmalm gewiss weitere Anstiegsmöglichkeiten geben, die leichteste Route führt unterhalb des Schrofengeländes bis zum Hüttchen nördlich durch, bevor sie dann ostwärts dreht und die Richtung zum Marbichler Joch einnimmt.

Flanke von der Marbichlerspitze, muß gequert werden

Direkt am Joch befindet sich auf 1.700m die letzte, die Lämpereralm – sie wird umgangen bevor die Route den recht steilen Nordosthang quert und in Hangmitte direkt einschneidet. Diese Querung muß bei zweifelhaften Schneeverhältnissen und kritischen Einstufungen der Lawinengefahr gut überlegt werden.

Blick nach Süden vom Sattel nach dem Marbichler Joch

Die Querung endet am nächsten Sattel, bevor ein breiter Kamm den letzten Anstieg von moderaten 270Hm Juifen führt. Zunächst ist noch eine steilere Stufe zu nehmen, innerhalb deren Flanke der Firn bereits leichte Abrutscher von der Spur verursacht. Die steilere Strecke ist in ein paar Minuten überwunden.

moderate Steilstufe vor dem Kamm zum Juifen

Es folgt eine weitere Kupierung mit einer deutlichen Wächte an der Oberkante. Wäre keine bestehende Aufstiegsspur vorhanden, könnte sie leicht durch einen spitzen Anstiegswinkel durchstiegen werden.

Rückblick nach der ersten steileren Stufe

Oberhalb der Kuppe zieht dann der Kamm flach dahin mit einem sichtbar deutlich steileren Gipfelhang.

Anstieg über den flachen Kamm

Ich habe den Gipfelhang mangels Schnee an seiner Wächtenseite – rechts vom Zaun – im Schnee bestiegen und befand mich sozusagen vollends auf der Wächte, die bereits deutlich von der Abrisskante entfernt ist, also kurz vor dem Abriss steht.

Gipfelaufbau mit Wächte rechts neben der Abrisskante

Ein nicht ungefährliches Unterfangen von dem vor allem im Frühjahr abgeraten werden muß. Das Schidepot befindet sich dort wo die Abrisse erstmals sichtbar sind und ein Steig führt die letzten ca. 60Hm zum Gipfel. Man sollte diese Variante nehmen.

Am Juifen angelangt

Der flache Gipfel des Juifen bietet einen schönen Jausenplatz und angesichts der Tatsache, daß er in dieser Gegend neben Guffert und Demeljoch der höchste Gipfel gen Norden ist, bietet sich auch ein weitläufiger Blick dorthin – allerdings heute zu dunstig zum fotografieren.

Blick gen Osten mit Guffert links und Rofan rechts

Die Szenerie von Osten bis Westen ist grandios. Der bereits erwähnte Guffert markiert die hohen Tiroler Gipfel im Osten, der Rofanstock begeistert im Südosten und im heutigen diffusen Hintergrund ragen die Dreitausender des Zillertales auf.

Blick nach Süden mit den Gipfeln des Achentales

Gegen Süden erfreuen die Gipfel der westlichen Achenseeseite das Bergsteigerherz und im Südwesten die weißen, monumentalen und schroffen Gipfel des Zentralkarwendels, dem vielfältigsten Gebirge der Heimat.

Blick Südwest ins Zentralkarwendel

Ganz im Westen klingen die Karwendelgipfel ab, weiter hat es die Plattentektonik in unseren Tagen (noch?) nicht geschafft nach Norden vorzudringen.

Ansicht der Aufstiegsroute nach dem Marbichler Joch

An diesem so wundervollen Tag macht die Abfahrt unterhalb der Lämpereralm bis zum Auffellplatz Spaß. Teil in Firn, in der Senke unten in den letzten Pulverpartien geht es rund 350Hm hinab, bevor für den weiteren Rückweg nochmals für ca. 10min und ca. 80Hm aufgefellt werden muß.

Abfahrt unterhalb des Marbichler Joches

Ab dem Erreichen des Marbichler Joches gleitet man auf tollem Firn bis zur Großzemmalm hinab, bevor nach dieser der oben erwähnte leichte Gegenanstieg zur Falkenmoosalm genommen wird.

Am Marbichler Joch mit Lämpereralm

Die restliche Abfahrt nach der Falkenmoosalm erfolgt zum Großteil auf dem Forstweg und im gerodeten Teil schöner auf der jung gepflanzten Fläche, immer sorgsam um die Bäumchen herum, ohne Beschädigungen derselben.

letzter Blick zum Juifen

Gesamt habe ich für die schöne Tour 4 1/2 Stunden benötigt, davon recht genau 3 Stunden für den Aufstieg. Insgesamt wurden 1.150Hm im Aufstieg zurückgelegt.

Mils, 25.03.2108

 

 

Schitour Lisenserspitz, 3.230m

Ein Klassiker von Lüsens ist die Schitour auf die Lisenserspitz, oder heute auch Lüsener Spitze genannt. Mit einem Aufstieg von 1.600m eine lange Tour und im oberen Teil am nördlichen Rand des Lisenser Ferners entlang in atemberaubender Gletscherlandschaft.

Lisenserspitze, 3.230m mit dem Lisenser Fernerkogel im Hintergrund

Zunächst allerdings muß die „Mauer“ überwunden werden. Ein mächtiger Steilhang, der vom Talabschluß in teilweise ordentlicher Steilheit 1.100Hm auf gut 2.800m hinaufzieht uns in sich schon eine kleine Schitour darstellt. Von unten betrachtet, ein gewaltiger Felsriegel, der geknackt werden möchte.

Morgenkulisse des Lisenser Fernerkogel

Die Mauer – die „Innere Räuhe“ – beginnt nach den Reisen recht steil, sie wird oben kupierter sowie der Anstieg etwas flacher und wenn sie überwunden wurde, dann kommt -trotz der anhaltend starken Windböen im oberen Teil der Mauer heute – eine positive Stimmung auf.

Aufstieg über die Mauer

Der flache Almweg von Lüsens zur Abzweigung zur Mauer war heute um 8 Uhr früh mit -10,5° kein besonders erstrebenswerter Start, jedoch mit den dicken Handschuhen ließ sich auch die leichte frontale Thermik einigermaßen in den gedanklichen Hintergrund schieben.

im unteren Teil des Aufstieges

Nach der Abzweigung schwächte die Thermik erwartungsgemäß total ab und die ersten steileren Passagen in der Mauer besorgten die nötige Heizung für den langen Aufstieg bis zum Gletscherrand.

Aufstiegsgelände unterer Teil

Zwei Trinkpausen und ab und zu ein Foto waren alle Marschunterbrechungen, die wir uns leisteten. Mit der Höhe kamen bei mir dann Bronchienreizungen der noch nicht komplett überwundenen Krankheit, die angesichts der vielen kranken Leute rundherum letzte Woche nicht mehr aufzuhalten war, hinzu, die mit anstrengendem Aushusten weggesteckt werden mußten.

bereits im oberen Teil in der Mauer

An Bergsteigern mangelte es heute nicht und manche verstanden es sich und seine Abenteuer dermaßen laut in Szene zu setzen, daß man deren Unterhaltung bereits 200Hm unterhalb mithören mußte.

Aufstieg im Schatten bis fast zur Kante oben auf 2.800m

Die unfreiwillige Zeugenschaft von gewaltigsten Abenteuern männlicher Quasseltanten konnte unser Stimmung bei dem perfekten Wetter keineswegs trüben und so erreichten wir nach knapp drei Stunden nach dem Start die Kuppe des Gletschers auf gut 2.800m.

Kante zum Gletscher bereits in Sicht

Leider hatte diese Kante wie so oft im Gebirge auch die Jochfunktion und der dort zumeist vorherrschende Jochwind begrüßte uns von Süden her noch etwas kräftiger als im oberen Teil des Aufstieges.

Rückblick auf Lüsens

Das kesselartige Kar des Lisenser Ferner, jenes das rechts abzweigt und sich zu Lisenserspitze und Lisenser Fernerkogel hinzieht war überraschend windbegünstigt. Einige Böen erreichten die einmalig sanfte Landschaft wohl, jedoch war der weitere Aufstieg zum Verzweigungspunkt zwischen Lisenser Fernerkogel und Lisenserspitz sehr gut vor dem Jochwind geschützt.

auf der Kante zum Lisenser Ferner

Wohl konnten wir die Windfahnen über dem Gipfelkreuz der Lisenserspitze erkennen, aber der Lisenser Fernerkogel – mit dem wir im Aufstieg auch kokettierten – mußte nach unserer Einschätzung heute noch weit windiger ausfallen. Also wurde der Entschluß gefaßt die Lisenserspitze als das Tagesziel zu ersteigen.

Aufstieg zur Lisenserspitze

Die Abzweigung zwischen den beiden Schitourenklassikern befindet sich recht genau auf 3.000m und der Aufstieg zu beiden unterscheidet sich nur um 68m zugunsten des höheren Lisenser Fernerkogel. Die Lisenserspitze bleibt höhenmäßig knapp darunter und der Höhenunterschied kann am Gipfel der Lisenserspitze auch eindeutig erkannt werden.

Aufstieg zum Lisenser Fernerkogel

Ein Nordhang zieht im Windschatten des heutigen Südwindes auf den Grat zur Lisenserspitze empor. Im oberen Teil ist er steil, jedoch ohne Harscheisen zu begehen.
Auf der Grathöhe zieht ein leichter Anstieg entlang der Südflanke bis unterhalb des Gipfels. In weiteren zwei Spitzkehren mit nur mehr wenigen Dutzend Höhenmetern erreicht man den großzügigen Gipfel, der vom Ferner aus wesentlich schwieriger aussieht.

Aufstieg im Nordhang zur Lisenserspitze

Die Aussicht am Gipfel der Lisenserspitze überrascht zugegebenermaßen schon, muß man sich eingestehen. Der gesamte Lisenser Ferner liegt einem einige Hundert Höhenmeter tiefer zu Füßen und die Sicht auf die zentralen Stubaier, wie der Ruderhofspitze oder den Brunnenkögeln und auch zum Schrankogel ist phänomenal.

Vorderer und Hinterer Brunnenkogel, dahinter links der Schrankogel und weiter links die Stubaier Wildspitze

Ebenso erlaubte das heutige Wetter einen tiefen Blick in die Ötztaler und mit 29km Entfernung konnte man die Wildspitze perfekt erkennen, ebenso wieder kamelhöckerartige Gipfel der Rofelewand in den Pitztalern.

Blick in die Ötztaler

Alleine am Gipfel der Lisenserspitze und etwas im windgeschützten Bereich erlebten wir ein kaum beschreibbares halbes Stündchen in der Mittagssonne. Der Aufstieg hat exakt vier Stunden gedauert.

der Lisenser Ferner, weit rechts die Ruderhofspitze, ganz rechts das Zuckerhütl, weit links der Habicht

Die Abfahrt bis zum Gletscher und bis zur Kante in die Mauer hinab erfolgte dann zu unserer besonderen Freude in weichem pulverigen Schnee.
Ab dem steilen Stück der Mauer folgten dann teilweise noch Pulverpassagen, jedoch auch zahlreiche Bereiche mit Harschdeckel. In eher steileren Hänge konnten pulverige Verhältnisse aufgefunden werden, in flacheren Bereichen eher harschige.

Abfahrt zur Kante am Ferner

Trotzdem war die Abfahrt ein tolles Erlebnis. Unten im flacheren Bereich mit Stauden durchzogen waren mittig im Hang noch sehr gute Verhältnisse vorhanden und wir erfreuten uns des Tiefschneevergnügens bis zur Loipe.

Abfahrt über die Mauer

Der Temperaturunterschied gegen 13:30 mit dem Start um 8:10 war gewaltig, die Jause auf der Terrasse in Lüsens konnte im Shirt eingenommen werden.

Panorama auf der Lisenserspitze

Für die schöne lange Tour haben wir bei 1.600m Aufstieg fünfeinviertel Stunden benötigt und dabei eine halbe Stunde am Gipfel zugebracht.

Mils, 04.03.2018

 

 

Schitour Kotalmjoch, 2.157m

Im malerischen Achental gelegen, auf der Rofanseite, stellt die Schitour auf das Kotalmjoch mit 1.200Hm eine mittellange (im unteren Bereich), landschaftlich reizvolle Schitour dar, die großteils in der Märzsonne aufgestiegen wird.

Kotalmjoch 2.157m

Ideal als komplementäre Tour am Wochenende an dem noch größeres wartet, nicht zu lange, nicht zu kräfteraubend und im März gerade am Beginn des Abschnittes mit tollen Firnhängen eine gute Wahl.

Start beim Abenteuerspielplatz

Firn konnte ich heute allerdings noch keinen erleben, dafür jedoch die schwere Art des Harschdeckels die am besten mit dem väterlich anmutenden, abhebenden Schwung gemeistert wird und wo die in den 70er Jahren erlernte Technik des Stockeinsatzes ungeheure Dienste leistet. Man beobachtet nur wenige junge Tourengeher, die damit vertraut sind, eher wird heute versucht mit roher Kraft an den Schwung zu gehen, was natürlich möglich ist, jedoch der Freude im Gelände nach kurzer Zeit Grenzen setzt.

auf dem Almweg zum Kotalm Niederleger

Nun, mit Hoffnung auf einen sonnigen Tag an dem jedem mit Kindern gut bekanntem Abenteuerspielplatz nach dem Tunnel auf der Achenseestraße gestartet, unternimmt man zuerst eine dreiviertel Stunde den Waldaufstieg zum Niederleger der Kotalm.
Dieser Aufstieg erscheint vor der im März stärker werdenden Sonne recht gut geschützt und dürfte – vor allem bei den phänomenalen Schneeverhältnissen heuer – noch eine gute Zeit befahrbar sein. Die Aussicht auf den See und auf die geschäftige gegenüberliegende Talseite mit den Christlumliften und einigen leichten Familientouren ist trotz etwas diffusem Licht großartig.

Achensee mit Gegenseite

Der Anstieg auf den Niederleger der Kotalm ist für den Hochwinter als teilweise lawinengefährdet beschrieben und die in den Fels gesprengte Straße sollte bei zweifelhaften Bedingungen wahrlich nicht im Pulk begangen werden.
Heute erzählen die zahlreichen Hopser von kleineren Schneerutschungen aus den Verschneidungen oberhalb der Straße, aber die Verhältnisse auf der schattigen Straße sind stabil.

Kotalm-Niederleger 1.260m

Nach diesem großteils schattigen Teil wird das Gelände der Kotalm betreten, ein unvermutet  weitläufiges flaches Gebiet auf knapp 1.300m.
Man verläßt es im Aufstieg gleich wieder an seinem östlichen Rand, no9ch vor den Almgebäuden in Richtung Wald oberhalb.

Aufstiegsgelände nach dem Niederleger

Der Aufstieg wird sogleich relativ steil und er zieht sich in vielen Spitzkehren durch lichten Wald knapp 200Hm in dieser Art hinauf. Da das Aufstiegsgelände auch Abfahrtsgelände darstellt ist die Aufstiegsspur oft unterbrochen und daher ein wenig schweißtreibend.

Auf ca. 1550m wird das Gelände plötzlich flacher, es ist der Wechsel zum Almgelände der Kotalm Mitterleger, deren Almgelände noch weiter erscheint als jenes des Niederleger.

das Gelände wird flacher, der Wald lichtet sich

Zum Kotalmjoch wird durch die Almgebäude hindurch gestiegen in einen weiten langen Kessel mit langer Passage im abschüssigen Gelände mit einigem Auf und Ab und bis zum Talabschluß mit wenig Höhengewinn (nicht verzagen, bei der Abfahrt braucht es kaum Stockeinsatz).

Kotalm Mitterleger, 1.608m

Am Talabschluß führt der Aufstieg auf der Ostseite des Hanges mit ein paar Spitzkehren über die Steilstufe zum verfallenen Hochleger der Alm (im Winter nicht sichtbar) empor und das Hochtal wird oben wieder weiter.

flacher Aufstieg zum Talabschluß

Nach einigen Minuten kann linkerhand die steile Rinne zum Kotalmjoch eingesehen werden. Von dort sind es nur noch gute 200Hm zum Joch und den beiden seitlichen runden Erhebungen von Kotalmjoch und Stuhljöchl, die das Joch nur um wenige Meter überragen.

Rückblick über typisches Kalksteingelände

Die Steilrinne – in der AV-Karte „Kessel“ genannt – ist der Abschluß der Tour und einigermaßen anstrengend, allerdings sind nur knapp 200Hm zu durchsteigen.
Diese Rinne ist auch der schönste Teil der Abfahrt, die sehr weit rechts, also leicht nordwestlich gewählt werden kann, wo das Gelände noch weniger verpurt ist, als direkt an der Flanke der Rinne.

Steilstufe am Talabschluß

Ein nicht besonders kalter aber stetiger Südwind begleitete mich schon ab der Steilstufe vor dem Hochleger und er wurde nur in der Rinne unterbrochen, bevor er in Jochnähe kräftig zulegte. Ein Gipfelerlebnis daher mit vorwiegender Blickrichtung Norden.

Aufstieg zum Kessel

Kein langer Gipfelaufenthalt wurde es daher heute am Kotalmjoch. Allerdings ging meine Spekulation beim Kotalm Mittelleger ein Schäferstündchen abzuhalten als Kompensation für den stürmischen Gipfelaufenthalt auf.

letzte 200Hm des Aufstieges auf das Kotalmjoch in der Steilrinne

Die Abfahrt über das schöne Gelände rechts der Aufstiegsrinne in Altherrentechnik genussvoll absolviert erreichte ich die Almgebäude und stellt einen sehr günstigen Sonnenstand für eine  Rast fest. Eine gute halbe Stunde brachte ich liegend auf der Bank zu und bemerkte im Halbschlaf kaum die vorbeifahrenden Tourengeher.

Blick vom Gipfel des Kotalmjoches in Richtung Karwendel – im Vordergrund die Klobenjochspitze

Aber schweren Herzens mußte ich mich dann doch aufmachen den restlichen Teil der Abfahrt zu unternehmen, um Verpflichtungen im Tal zu erledigen.

Blick Richtung Achensee

Die Abfahrt durch den Wald ist aufgrund der guten Schneelage nicht sehr anstrengend. Der Niederleger der Kotalm ist daher rasch erreicht und – wie könnte es anders sein – er war zum Zwecke des Sonnenbades auch bereits gut besetzt.

Rast auf dem Kotalm Mitterleger

Über den Almweg geht es abwärts zum Parkplatz. Jene Parteien, die in den Fels gesprengt wurden laden nochmals zur Aussicht auf die nun kräftig leuchtende Gegenseite des Achensees ein, bevor die Abfahrt im Wald verschwindet und am Parkplatz wieder in die Sonne eintaucht.

der Rastplatz – ein König hat es nicht schöner

Für die gesamt gut 1.200Hm habe ich genau 3 Stunden benötigt, die gesamte Tour muß mit 4 Stunden oder etwas mehr bemessen werden wodurch am Parkplatz ein 4 Stunden Ticket um €4.- knapp werden könnte.

Idylle pur – der besonnte Kotalm Niederleger

Die überraschend gute Frequentierung der Tour konnte ich mir anschließend erklären, als ich erfuhr, daß tags davor in des Tirolers Standard Zeitung ein einseitiger Bericht über die Schitour auf das Kotalmjoch erschien…

 

Mils, 03.03.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

Schitour Pfoner Kreuzjöchl, 2.640m

Das Pfoner Kreuzjöchl von Pfons aus zu begehen wäre allein von der Namensgebung her logisch. Leider kann diese fantastische Schitour nur dann unternommen werden, wenn man einen Parkplatz findet.

Pfoner Kreuzjöchl, 2.640m

Inspiriert vom tollen Bericht von Kollege Roman wurde am Vortag die Parksituation mit dem Ergebnis erkundet, daß auf der Bergstraße im Ortsteil Margareta eigentlich nur drei Parkplätze zur Verfügung stehen. Einen dieser konnte ich heute ergattern und eine traumhafte Tour erleben.

Start in Oberpfons

Es ist verständlich, daß die Anrainer keinen Schitourenrummel haben wollen mit Lärm am frühmorgendlichen Parkplatz am Sonntag um und Geschnatter über alles was zuhause vergessen wurde. Darum habe ich auch einen Parkplatz gewählt, der – so hoffe ich  – auf öffentlichem Grund lag und die 40Hm zum Ausgangspunkt mit geschulterten Schi begonnen.

Passagen am Almweg

Etwas später, beim Erreichen einer Lichtung mit Blick auf schöne Lärchenhänge, mußte ich feststellen, daß ein direkter Aufstieg auf den freien Hängen zwischen den Häusern  ebenfalls möglich gewesen wäre und noch dazu mit mehr Schneeauflage, als ich sie im dichten Wald hatte.

Passagen durch den Wald im unteren Teil

Bei den sich mehrfach verzweigenden Aufstiegsspuren folgte ich jeweils der steilsten bzw. der direktesten zwischen den vielen Serpentinen, mit denen der Almweg angelegt wurde.
Dabei dürfte ich dem Aufstieg von Ortskennern gefolgt sein, denn diese kürzten jeweils fast mittig zwischen den Serpentinen ab. Allerdings – und das muß erwähnt werden – hätte ich teilweise auf der Schneeauflage im dichten Wald Pfifferlinge erkennen können, wüchsen diese des Winters, um den Hauch an Schneeauflage treffend zu beschreiben.

hier könnte man alternativ über die Lärchenhänge aufsteigen

Egal, es geht ums Bergsteigen nicht um übertriebene Schonung des Werkzeuges dafür.
Allmählich, etwa nach 300Hm, wurde mit der Höhe die Schneedecke besser und zusätzlich taten sich dann und wann Lichtungen auf in denen es sich prächtig aufsteigen ließ und diese Lichtungen wechselten auch teilweise mit Aufstiegspassagen am Almweg.

Übersicht über die größere Lichtung

In etwa auf 1.700m lichtet sich der Fichtenwald und ab einer Heuhütte taucht man ein in toll kupiertes Almgelände, inmitten von vereinzelten Lärchen.
Die Lichtbäume besitzen durch den Nadelabwurf die Eigenschaft, daß sie im Winter den Schnee nicht zurückhalten und somit ragen die rotbraunen Dauerbewohner der Alm in farblich einzigartigem Kontrast mit der Morgensonne aus dem in Weiß getünchten Gelände und macht den Besucher süchtig nach solchen Szenen.

schönste Eindrücke spornen an

Oberhalb der urigen sonnengegerbten Heuhütten beschreibt der Aufstieg einen Schlenkerer, um einen Almzaun zu umgehen und taucht noch einmal kurzzeitig für ein paar Aufstiegsminuten in dichteren Tannenwald ein, bevor sich eine gewaltige Szenerie auftut.

an der Baumgrenze angelangt

Die Baumgrenze ist erreicht.
Der weitere Aufstieg zur Ochsenalm erfolgt nun über einen sagenhaft schönen sehr breiten Kamm mit abnehmend Bewuchs von letzten knorrigen Lärchen und Zwerggewächs, das seit Jahrzenten dem berüchtigten Föhn hier trotzt und dem man den Kampf mit dem Südwind und den heftigen Wettern die des Sommers durch die Hauptwetterrichtung von Westen her völlig ausgesetzten Flächen ansieht. Eine schier unbeschreiblich schöne Landschaft.

fantastische freie Hänge – Mislkopf bereits sichtbar

Gemächlich zieht sich die Tour weiter auf den Vermessungspunkt oberhalb der Ochsenalm hin, die Steigung weit unter dem lawinengefährlichen Maß und heute nicht abgeblasen. Man kann sich im Trott des Aufstieges gut vorstellen, daß diese Tour bei Föhn gar nicht und nach diesem erst wieder nach weiteren Schneefällen Sinn macht.

Rückblick in die Stubaier

Ab und zu mußten die beiden Ortskundigen vor mir denn fast aperen Kuppen ausweichen und man grüßte sich kurz als sie knapp vor meiner Ankunft am Plateau vor der Ochsenalm bereits die Abfahrt antraten. Zeitmangel, lies man mich wissen und somit war ich selber der Spurenleger ab dem Vermessungspunkt bis zum Gipfel des Pfoner Kreuzjöchl.

ohne Worte

Der weite Talkessel um die Ochsenalm präsentierte sich in durchgehendem Weiß und hier mußte eine Teepause her, um diese Blicke aufzusaugen.

malerische Ochsenalm

Selbst beim weiteren Aufstieg – zwecks des leichteren Spurens – in Gratnähe mußte ich die Landschaft auskosten und verweilte mehrmals. Was bedeutet schon die Aufstiegszeit nach beendeter Tour gegen eine Erinnerung fantastisch gekleideter Natur, die mit ihrer Großartigkeit über alles erhaben ist und die Zeit zum Erliegen bringt.

Am Kamm zu den Speikböden

Nach dem höchsten Punkt der Speikböden, auf 2.334m, folgt eine kleine Erholungsphase mit ca. 300 bis 400m Länge in der ca. 25Hm verloren werden, auch wenn es auf den Karten nicht so aussieht. Es geht von dort in leichtem Auf und Ab dahin und steigt wieder stetig kurz vor der Stelle an der die Tour vom Arztal heraufkommt und beide Anstiege sich vereinigen.

kurz nach dem höchsten Punkt im Kamm

Ich war dessen nicht gewahr und staunte nicht schlecht als sich von links ein gutes Dutzend Tourengeher teils vor und teils hinter mir die letzten 150Hm des Anstieges teilten und meine Vermutung, daß die Tour aus dem Arztal weiter westlich zum Pfoner Kreuzjöchl führen würde.

von links mischt sich die Tour aus dem Arztal ein

Die Hangneigung des Gipfelhanges des Pfoner Kreuzjöchl ist steiler als das freie Gelände bisher, jedoch bis auf einige wenige ganz kurze Passagen, die 35° erreichen, immer unter 30° geneigt.

Gipfel des Pfoner Kreuzjöchl in Sicht

Das bescheidene Plateau östlich des Gipfels war an einem Tag wie heute stark frequentiert und alle Tourengeher strömten des Gipfelfotos wegen auf den noch viel kleineren Gipfelpunkt zu; trotzdem gelang es mir den Gipfel sozusagen unbemannt abzulichten und ein Fotoangebot mit meinem Handy und mir drauf lehnte ich dankend ab.

Gipfel des Pfoner Kreuzjöchl

Leider hatte sich mittlerweile eine große Wolke über dem Wipptal gebildet, die just das Pfoner Kreuzjöchl und die traumhafte Ochsenalm vollkommen abdeckte. Daher waren vom Gipfel aus auch keine besonderen Fotos möglich und bei der Abfahrt entschied ich durch das diffuse Licht auch eine spezielle Route.

Pfoner Kreuzjöchl, 2.640m vom Schidepot aus

Die Abfahrt über den Gipfelhang bis zum Verbindungskamm ist ohne Krascheln unter den Schi problemlos möglich, wenn ein wenig überlegt vorgegangen wird.

die wunderschöne Ochsenalm leider im Schatten

Ab dem Tiefpunkt am Kamm entschied ich dann nochmals für die wenigen Höhenmeter aufzufellen um dadurch in jedem Fall zum Vermessungspunkt zu gelangen, und nicht unten in der Ochsenalm zu landen.
Möglicherweise wäre der Vermessungspunkt auch ohne Abfellen über den Talkessel erreichbar gewesen, jedoch konnte ich die Geländestufen wegen des diffusen Lichtes nicht eindeutig erkennen.

Abfahrt über die Ochsenalm, leider schattig geworden

Der Grund den Vermessungspunkt erreichen zu wollen ist leicht erklärt. Er ist der Beginn der Abfahrt über die schönen, wenig steilen Rückenflächen mit kaum Bewuchs, in denen die Schwünge nicht einmal überlegt werden müssen, so breit zieht das Gelände nach unten.

soweit das Auge reicht…

Nach den freien Flächen, wieder in den Wald mit dem Almweg eingetaucht, entschied ich mich bis weit hinab für die tadellose Abfahrt – ohne Notwendigkeit anzuschieben –  auf dem Almweg zu bleiben. Erst bei der freien Forstfläche, die ich vom Aufstieg her in Erinnerung hatte, war eine  Abweichung vom Weg sinnvoll. Allerdings endet diese auch wieder am Almweg, der dann bis zu den Lärchenhängen oberhalb Oberpfons hinab zum Parkplatz führt.

und wieder zurück zur Aufstiegsspur

Kurz nach Verlassen des Waldes befinden sich unterhalb des Almweges die Lärchenhänge, die man intuitiv abfahren kann, um in Oberpfons zu landen. Dabei muß gegebenenfalls einmal ein Zaun überquert werden und man achte drauf nichts zu zerstören. Buchstäblich bis zum Parkplatz konnte heute abgefahren werden.

nicht mehr weit die Gehöfte

Die fantastische Tour hat 5 1/4 Stunden gedauert und die Bergsteigeruhr zeigte 1.600Hm. Der Aufstieg hat 3 1/2 Stunden in Anspruch genommen.

Mils, 04.02.2018

 

 

Schitour Silleskogel, 2.418m

Zwei Täler nördlicher als der Ursprung der Sill, aus dem Valsertal führt die spritzige kurze Schitour auf den Silleskogel, der mit dem Padauner Berg, der Vennspitze und dem Roßgrubenkofel die nördliche Begrenzung des Venntales bilden.

Abbruch knapp unterhalb des Gipfels des Silleskogel

Den Ausgangspunkt bildet die fünfte Kehre der Padaunerstraße, die gerade noch über den Valser Bach abzweigt, bevor die Straße nach Innervals wegen der massiven Hangrutschung derzeit gesperrt ist.

An der fünften Kehre auf 1.500m sind einige wenige Parkplätze vorhanden und im heurigen schneereichen Winter hängt es von der Gnade des Schneeräumers ab, wie viele Fahrzeuge dort einen Parkplatz finden. Heute war gut geräumt und somit fanden wir knapp zehn Fahrzeuge bei unserer Rückkehr vor, die das Maximum der Kapazität der Kehre darstellen.

kleiner Parkplatz in der fünften Kehre auf der Straße nach Padaun

Die Tour führt zunächst ca. 500m östlich den Almweg entlang und einige Steigminuten nach der Kehre befindet sich das untere Gelände der Sillalm auf 1.637m. In der Folge geht es durch das Almgelände in direktem Anstieg südsüdöstlich weiter dem Wald oberhalb der Alm zu.

bei der Sillalm, die Sicht noch akzeptabel

Im Wald wird in einer schmalen Mulde einige Minuten weiter aufgestiegen, bevor sich eine weitere Almfläche ausbildet, die in ihrer oberen Begrenzung, stufenartig wieder durch einen sehr lichten Lärchenwald in steileres Gelände übergeht.

zweite offene Fläche oberhalb der Sillalm am Weg zum Silleskogel

Ist diese Passage inmitten freistehender, altehrwürdiger Lärchen durchschritten, tut sich die kaum bewachsene Hochfläche der Roßgruben auf, ein Kessel zwischen Roßgrubenkofel und Silleskogel, an dessen unterstem Punkt man sich befindet. Die Steigrichtung ändert sich dort gegen Südosten.

unterhalb der Roßgruben

Leider konnten wir nicht viel sehen, da der Nebel immer stärker wurde. Die Spur vom Vortag wies und gut durch die Roßgruben. Am Ende, wo der Hang zum Kamm etwas steiler wird, waren die Spuren kaum mehr zu sehen, dafür konnten wir den Kamm ausmachen.

Rückblick an der Waldgrenze

Am Kamm, oder besser leicht unterhalb, wendet sich der Anstieg dann wieder nach Südwesten. An der Stelle, an der die ersten Felsen des Gipfelaufbaues zum Vorschein kamen mußten wir leider abbrechen, da die Sicht ein sicheres Weiterkommen im unbekannten Gelände nicht mehr zuließ. Das war knapp 60m unterhalb des Gipfels.

der breite Kessel der Roßgruben – links oben im Nebel befindet sich der Silleskogel

Zwei rasch hinter uns nachgekommene sportlich junge Damen drehten an dieser Stelle ebenfalls um und knipsten uns beide noch kurz vor der Abfahrt, sozusagen als Ersatz für das Gipfelfoto.

an der Waldgrenze im unteren Teil der Roßgruben

Die Abfahrt, obwohl – wegen des stärker werdenden Nebels – bis zur Waldgrenze mehr oder weniger im Blindflug erlebt, präsentierte sich als kleine Entschädigung überraschend angenehm in weichem Neuschnee mit geschätzt 15cm Stärke, der über Nacht gefallen ist auf Altschnee der auch noch nicht besonders kompaktiert wurde und ein bäriges Fahrgefühl bot.

Schitour auf den Silleskogel – Abbruch im Gipfelbereich

Weiter unten, wo die Roßgruben in den lichten Wald übergehen, begann dann eine etwas beschwerliche Abfahrt, jedoch immer noch gut zu drehen, aber mit härterem Untergrund.

Alles in allem war die Abfahrt eine feine Sache – wie schön muß sie sein, wenn auch noch das Wetter mitspielen würde.
Wir werden es im Frühjahr erfahren, wenn der Gipfel nachgeholt wird und aufgrund der Nordhänge und der Höhe des Ausgangspunktes keine besondere Eile mit dem Termin geboten ist.

Schitour auf den Silleskogel – Übersicht Aufstieg und Abfahrt

Der Aufstieg hat mit etwas Orientierungsnotwendigkeit zwei Stunden gedauert, die gesamte Tour 2 3/4 Stunden. die Höhendifferenz betrug  860m (bis zum Gipfel sind es 920m).

Mils, 03.02.2018