Schitour Hochplatte – Achenkirch

Tolle Hänge mit sehr moderaten Steigungsverhältnissen und viel Sonne kennzeichnen diese liebliche kurze Schitour auf die Hochplatte nördlich von Achenkirch. Ideal für eine Spritztour am  Vormittag, wenn man mittags wieder zuhause sein muß, oder für Paare mit viel Gesprächsstoff und weniger Wertbeimessung der Gehzeit.

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Hochplatte 1.813m

Die Abfahrt heute war eine echte Freude, zwar ist der Schmelzdeckel mit seinen Rippen vorhanden, aber er ist so fest, daß man nicht einbricht. Der Gipfelhang war besonders fein abzufahren und die folgenden weiten Hänge waren ebenfalls überraschend bärig zu befahren; kein einziges Stück aper.

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Parkplatz nördlich von Achenkirch beim Gh. Tirolerland

Am Parkplatz links der Bundesstraße beim Gh. Tirolerland ist der Ausgangspunkt der Tour. Der Halbtagestarif (4 Stunden ab Ticketdruck) beträgt EUR 2,50.- und wenn man die unsympathische 50 Cent Münze nicht mit sich hat und EUR 3.- einwirft, spendiert man der Gemeinde diesen Betrag als Trinkgeld. Der Tagestarif beträgt EUR 5.-.

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der erste Aufstiegshang um 9 Uhr im Februar

Entweder die Zufahrt beim Gh. Tirolerland, oder gleich hinter dem Parkplatz etwas steiler hinauf beginnt die Tour auf einer großen Wiesenfläche, bevor sie, nach den letzten Häusern und einem kostenlosen Spezialparkplatz für Einheimische in den Wald eintaucht und zunächst recht flach weiterführt.

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oberhalb der letzten Häuser

Dem Waldweg entlang und kleinere Kreuzungen ignorierend steigt die Tour stetig aber mäßig zur Falkenmoosalm an und am unteren Almende, nach dem man plötzlich aus dem Wald heraustritt, hat man einen herrlichen Eindruck vom weiteren Aufstiegsgelände.
Gehzeit ungefähr eine Stunde bis zur Alm.

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unterhalb der Falkenmoosalm, im Hintergrund das Ziel

Nach der Alm wird es kurz etwas steiler und oberhalb des letzten Almhanges betritt man den Wald wieder, aber er ist viel lichter als unterhalb.
Nach weiteren 10 bis 15min gibt es eine Abzweigung zum Juifen, die rechts weggeht. Zur Hochplatte bleibt man auf dem sich nun ausbildenden Hangrücken.

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hinter der Alm etwas steiler weiter

Im lichten Wald kommt nun kurzzeitig ein etwas steileres Stück das oben flacher wird. Oben beginnt dann ein ca. 300m langer Hang der quer durchschritten wird und mit den momentanen Spurverhältnissen ist es weniger anstrengend, wenn man konzentriert auf der Kante steigt, als öfters abzurutschen und den Talschi auffangen zu müssen.

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Hangquerung auf ca. 1.550m

Nach diesem Teilstück führt der Aufstieg wieder durch einen schönen Hang mit kaum Querneigung bis zur nächsten kleinen Kuppe.

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auf ca. 1600m

Nach dieser Kuppe beginnt nochmals eine Hangquerung, in der die Querneigung noch etwas steiler ist als vorher, aber sie ist nur recht kurz und den Gipfelhang mit dem Kreuz oben hat man dahinter schon im Blickfeld.

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kurz vor der zweiten Hangquerung links des Gipfelaufbaues

Der freie Gipfelhang ist schnell hinter sich gebracht und nach der vorhergehenden Querung steht man 10min später am Gipfel der Hochplatte auf 1.813m.

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Gipfelhang der Hochplatte

Der Ausblick auf Rofangebirge und Karwendel ist ein herrlicher und der nördlich gelegene, leuchtende Juifen mach richtig Lust in diesem Gelände noch etwas mehr zu unternehmen.

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Hochplatte, 1.813m

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Blick zum Juifen

Die Abfahrt erfolgt großteils im Aufstiegsgelände über die schönen Hänge und im unteren Teil am Weg im Wald auf harter, schmaler Piste.

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Falkenmoosalm

Zeitbedarf für den Aufstieg: ca. 1 3/4 Stunden, die Wegweiser und andere Angaben im Internet künden von 2,5 Stunden, der Höhenunterschied beträgt 930m.

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Hochplatte von der Bundesstraße aus gesehen

Mils, 11.02.2017

 

 

Schitour Gamskopf – von Inneralpbach

Einladend freie Hänge bis hinab zu den Almenwegen im Talabschluß bei der Greitalm kennzeichnen die Tour auf den Gamskopf, einer mittellangen Tour, die von Inneralpbach durch den Greiter Graben auf den Trennungsgrat zum Hochtal über Stumm im Zillertal zum Gipfel führt. Und wenn diese Hänge mit Pulverschnee bedeckt sind ist diese Schitour ein echtes Erlebnis.

Gamskopf - Inneralpbach, 2.205m

Gamskopf – Inneralpbach, 2.205m

In unserem Fall war die Sicherheit bei der herrschenden Schneesituation und dem jungen Triebschnee durch Föhneinfluß heute ein Kriterium einer angepaßten Routenwahl und weiters konnten wir bei unserer Erstbegehung nicht immer die durch Föhn verwehten Aufstiegsspuren finden. Diese Umstände erzwangen eine teilweise intuitive und möglichst flach angelegte Routenwahl, die nicht ganz dem Original entsprach – wir im Rückblick aber als sicher und schön empfanden.

Parkplatz Inneralpbach bei Gh. Leitner

Parkplatz Inneralpbach bei Gh. Leitner

Vom Parkplatz beim Gh. Leitner (EUR 2.-) muß der breite Greiter Graben durchschritten werden und hier entstand für Christian, Stefan und den Verfasser ein kleiner Umweg, der aber – wie der Originalaufstieg – ebenfalls richtig an der Greitalm endete, allerdings knapp oberhalb der Alm (der Originalweg führt knapp neben dem Bach durch den Wald, wir stiegen etwas rechts davon höher auf und kamen oberhalb der Alm an).

oberhalb Greitalm (nachdem wir die Route neben dem Bach am Talboden versäumt haben, stiegen wir 100m höher auf)

oberhalb Greitalm (nachdem wir die Route neben dem Bach am Talboden versäumt haben, stiegen wir 100m höher auf)

Ab der Greitalm hält man sich dann etwas links, südöstlich, dem Talabschluß zustrebend und erblickt eine schmale Schneise durch die der Aufstieg zur Farmkehr Hochalm führt.

Schneise zum hintersten Talabschluß

Schneise zum hintersten Talabschluß

Diese lassen wir – am sich nach Süd drehenden Aufstieg – links liegen und steigen dem steiler werdenden, noch breiten Hang entgegen.

Richtung Süden geht es steiler werdend weiter

Richtung Süden geht es steiler werdend weiter

Nach einigen Minuten des Anstieges besteht die Möglichkeit dem Hang, der sich oben schon sichtbar zur Rinne verjüngend, zu folgen, oder rechts abzweigend, dem leicht bewaldeten Hang zu folgen.

entweder geradeaus oder, unsere Wahl, rechts über den licht bewaldeten Hang hinauf

entweder geradeaus oder, unsere Wahl, rechts über den licht bewaldeten Hang hinauf

Wir entschieden letzteres, da Aufstiegsspuren diese Variante als sinnvoll erschienen ließen.
Der Hang präsentierte sich nach gut 15min des Aufstieges aber als steiler werdend, was uns veranlasste  einen möglichst flachen Mittelweg zu suchen. Die Aufstiegsspuren waren auch nicht mehr sichtbar und so mußte mit Erfahrung und Bauchgefühl gearbeitet werden. Dadurch haben wir sicher auch die Normalroute etwas verlassen.

schönes Aufstiegsgelände, zunächst flach genug, das sich jedoch recht steil entwickelt

schönes Aufstiegsgelände, zunächst flach genug, das sich jedoch recht steil entwickelt

Auf ungefähr 1.900m wird der Rücken, auf dem wir durch lichte Baumgruppen aus Fichten, Tannen und Zirben aufgestiegen sind erfreulicherweise etwas flacher und das Ziel, der Gipfel des Gamskopfes wurde wieder sichtbar.

am schmal werdenden Rücken, der Gamskopfgipfel im Hintergrund

am schmal werdenden Rücken, der Gamskopfgipfel im Hintergrund

Nun stiegen wir über einige Rinnen, die sich vom Gipfelaufbau in Fallrichtung herunterzogen, ungefähr 150Hm weiter auf und erreichten eine Fachstelle vor dem Gipfelaufbau, die die Querung zum Grat zum Gamskopf zuließ.

flache Stelle unterhalb des Gipfelaufbaues

flache Stelle unterhalb des Gipfelaufbaues

Die Querung führte direkt durch die östliche Flanke des Gipfelaufbaues des Gamskopfes, ein Steilhang, der bei unzweifelhaften Schneeverhältnissen ein kleines Highlight der Tour darstellen muß. Wir entschieden uns, im Gegensatz zu einer großen Gruppe, die sich darin bei den herrschenden Verhältnissen sichtlich abmühte, für den Normalaufstieg vom Grat aus über sichtbar unverwächtetes Gelände und auf sicherem Weg.

Querung zum Grat unterhalb des Gipfels

Querung zum Grat unterhalb des Gipfels

Vor dem Grat fast mit Windstille gesegnet, ging es ab dem Grat unter ordentlichem Südföhn die letzten ca. 70Hm weiter zum Gipfel. für die letzten 25Hm entschieden wir uns den Restaufstieg ohne Schi zu absolvieren und die ziemlich abgewehte Kuppe des Gamskopfes rechtfertigte diese Entscheidung.

der Grat zum Gamskopf

der Grat zum Gamskopf

Die Fotodokumentation am Gipfel hielt sich diesmal in äußerst bescheidenen Grenzen, da die klammen Finger das für Bergsteiger nahezu unbrauchbare Telefon nicht in der dafür notwendigen Geschmeidigkeit bedienen wollten. Die Strafe, die berührungsunsensible und einfach zu bedienende kleine Japanerin zuhause liegen gelassen zu haben folgte somit am Fuße.

die letzten Meter zum Gipfel des Gamskopf

die letzten Meter zum Gipfel des Gamskopf

Also gibt es nur ein paar Schnappschüsse und angesichts des mittlerweile zugezogenen Himmels genügen diese zur Dokumentation des Gipfels, der so schön als krönender Abschluß über dem Alpbachtal thront.

Stefan am Gamskopf, 2.205m

Stefan am Gamskopf, 2.205m

Die kurze Rast unterhalb der Scharte im windstillen Bereich zugebracht, veranlasste uns der mittlerweile vollständig zugezogene Himmel auch schon  wieder zum Aufbruch und einer überraschend feinen Abfahrt in – zugegeben – teilweise Triebschnee im oberen Teil von über dem Joch herüber geblasen, aber auch weiter unten noch von unerwartet weicher Schneequalität mit einem leicht zu fahrendem Bruchharschdeckel.

das Alpbachtal vom Gipfel des Gamskopf aus

das Alpbachtal vom Gipfel des Gamskopf aus

Diese Verhältnisse herrschten bis zum Hang hinab, den wir im Aufstieg rechts verließen. Ab diesem – ca. auf 1.750m – wurde der Harschdeckel dann wesentlich stärker und selbst beim kraftvollen Schwung hinterließen wir eher eine schlechte Figur, als eine echte Kurvenspur.

Abfahrtsgelände (leider mit Handschuh als ungewollte Zugabe)

Abfahrtsgelände mit Gamskopf genau in Bildmitte (leider mit Handschuh als ungewollte Zugabe)

In dieser kraftraubenden Art ging es hinaus bis zur Greitalm, wo das Gelände dann wieder flach genug wurde nur mit kurzen Bremsschwüngen zu operieren und nach der Alm konnten wir es am Waldweg neben dem Bach bis zum Parkplatz „tuschen“ lassen.

Gegenseite mit imposantem Galtenberg, 2.424m

Gegenseite mit imposantem Galtenberg, 2.424m

Eine feine Schitour die ihr echtes Potential bei entsprechend sicheren Pulverschneeverhältnissen zeigt. Wir haben dies nur auf einem recht kurzen Teil der schön freien Abfahrt erlebt uns aber trotzdem darüber gefreut.

Aufstiegszeit mit teilweise eigener Routenwahl und Orientierungsstopps knapp 3 1/2 Stunden für die rd. 1140Hm.

Mils, 04.02.2017

 

 

 

 

Schitour Scheibenspitze, 2.489m – von Navis

Sozusagen das licht- und schneemäßige Gegenstück zur gestrigen Tour ist  die Scheibenspitze – zur Rechten, also südlich, taleinwärts gesehen – eine recht kalte Angelegenheit im Jänner, vor allem wenn man früh startet.

Scheibenspitze, 2.489m

Scheibenspitze, 2.489m

Dafür – in der Natur kein Nachteil ohne Vorteil – finden sich zurzeit bessere Schneeverhältnisse im oberen Teil, ob dem Hochleger der Blasigleralm.
Nicht daß bei mir der so häufig zu lesende Hype nach einer Pulverabfahrt, oder noch schrecklicher der Terminus „Powderalarm“ ausgebrochen wäre, aber für den langen schattseitigen Aufstieg mit fünfeinhalb Minuten durchgehende Fahrt in Summe im weichen, leicht zu beherrschenden Lockerschnee belohnt zu werden ist schon eine Entschädigung, die meinerseits gewürdigt wird.

flaches Almgelände auf ca. 1.560m

flaches Almgelände auf ca. 1.560m

Um 9 Uhr verlasse ich einen kleinen Parkplatz ca. 200m unterhalb des Kirchenwirtes, der zunehmend mit schneehungrigen Südtirolern und auch deren südliche Nachbarn gefüllt wird.

Abzweigung zur Blasigleralm rechts

Abzweigung zur Blasigleralm rechts

Für den Aufstieg kam der direkte Weg, die Rodelbahn, zur Weirichalm zur Auswahl. Möglich wäre auch gleich bei der Kirche aufzusteigen und in den gleichen Weg weiter oben einzubinden. Diesen habe ich zur Erkundung in der Abfahrt genommen und, außer einer Anschiebestrecke von etwas knapp 100m, wenig Unterschied zum Weg direkt neben dem Weirichbach festgestellt.

rechts oben die Blasigleralm 1.715m

rechts oben die Blasigleralm 1.715m

Alsbald gelangt man auf eine Ebene, der mehrere Abzweigungen entspringen. Zuerst geht es rechts ab zur Schafseitenspitze, dann wieder rechts zur Urbesalm und nach einigen Minuten geradeaus wird im Gelände der Weirichalm die Abzweigung zur Blasigleralm erreicht.

Steilstufe zum Hochleger, kaum sichtbar oberhalb der Waldgrenze

Steilstufe zum Hochleger, kaum sichtbar oberhalb der Waldgrenze

Nach dieser Verzweigung geht es wieder ein paar Minuten rechts ab und über eine flache Almpassage über eine Brücke. Vor der Brücke kann bereits der imposant hoch oben thronende Hochleger der Blasigleralm gesichtet werden, der auch eine optisch klare Marke für die nächsten 450Hm setzt, die mit einer gewissen Beeindruckung über das zu bewältigende Gelände einhergeht.

die andere Talseite bereits in schönstem Morgenlicht

die andere Talseite bereits in schönstem Morgenlicht

Wenige Minuten nach der Holzbrücke wird die Blasigleralm erreicht und der Almweg führt noch ungefähr 100Hm weiter bevor er verlassen wird und sich die Aufstiegsspur linkerhand am steilen Hang durch einen lichten Lärchenwald empor schlängelt. Die Hangneigung beträgt hier laut Tiris teilweise mehr als 30° und bei entsprechenden Verhältnissen ist Vorsicht geboten.
Heute allerdings war der Schnee schon gut gesetzt und nicht nur oberflächlich, sondern tief hinab recht fest.

durch den Lärchenwald zum Hochleger

durch den Lärchenwald zum Hochleger

Nach dem Hochleger auf rd. 2.060m würde man sich die noch immer zu flach einfallende Sonne wünschen, aber auch Ende Jänner reicht es am Vormittag dafür nicht und die herabziehende Thermik läßt die Nase einigermaßen gefühllos werden.

Blasigleralm Hochleger, 2.065m

Blasigleralm Hochleger, 2.056m

Die Aufstiegsspur führt dafür zum Glück auf einen wenig ausgeprägten Kamm weiter, der auf den obersten Metern für ein paar Minuten Sonne sorgt. Dort gibt es auch eine Verzweigung der Aufstiegsspuren. Rechts weg geht eine Spur über den Steixnerkamm, vermutlich auf den Grat zur Schafseitenspitze.

Verzweigung der Aufstiegsspur unterhalb des Steixnerkammes

Verzweigung der Aufstiegsspur unterhalb des Steixnerkammes

Links bzw. direkt südwärts geht es dem Steilhang unterhalb des Grates zur Scheibenspitze zu. Schon beim Hochleger war die kleine Lawine zu sehen und verbreitete mulmige Gefühle. Bei der Näherung konnte ich jedoch entdecken, daß sich die Grundlawine bereits total verfestigt hat und die Aufstiegsspur kreuz und quer auf dem Brockenhaufen aufwärts angelegt wurde.

Aufstieg links zum Steilhang unterhalb der Scheibenspitze

Aufstieg links zum Steilhang unterhalb der Scheibenspitze

Das Gelände ist auch hier wieder über 30° steil, im oberen Teil des Hanges, im Anrißgebiet der Lawine ca. 50Hm unterhalb des Grates zur Scheibenspitze, dürften es 35° oder mehr sein.

alte Lawine im Steilhang

alte Lawine im Steilhang

Nach Durchschreiten des Kegels, im oberen Teil der Lawine, bleibt teilweiser Bodenkontakt auf Fels nicht aus, die schlechte Bindung der Schneedecke im heurigen Winter ließ nahezu alles über dem Fels abgleiten.

in der Lawine, oberer Teil

in der Lawine, oberer Teil

Mit ein wenig Akrobatik ganz oben beherrscht man das wechselhafte Gelände und im obersten Anrißgebiet verläßt die Spur rechts die Mulde, der bis oben gefolgt wurde. Von dort sind noch ca. 50Hm im Steilhang zu bewältigen und alle 5m wechselnde Schneebedingungen deuten auf die schwierige Situation mit dem Schneedeckenaufbau hin. Von harschig hart bis total weich mit großen kantigen Kristallen ohne Bindung findet sich nahezu alles.

Anrissgebiet der Lawine

Anrißgebiet der Lawine

Die Freude auf Sonne ist nun auch groß und die letzten 15min am Grat sind eine Wohltat nach dem kalten nordseitigen Anstieg.

am Grat zur Scheibenspitze angekommen

am Grat zur Scheibenspitze angekommen

Am flachen Gipfel herrschte – wie vorausgesagt – Windstille. Eine beträchtlich große Gruppe Südtiroler kam fast gleichzeitig mit mir am Gipfel an, sie haben den Aufstieg vermutlich über die Stoffenalm und über den Grat genommen, wahrscheinlich etwas sonniger und bei prekärer Warnstufe der sicherere.

die letzten Meter zum Gipfel der Scheibenspitze

die letzten Meter zum Gipfel der Scheibenspitze

Der Ausblick wieder gewaltig. Im Süden der Olperer und tief unten das innere Schmirntal, im Nordosten die Reckner und Tarntaler, im Norden die Grünbergspitze, im Westen die um gut 100m höhere Schafseitenspitze und fern im Hintergrund die Stubaier und im Nordwesten die Kalkkögel und das Karwendel im Norden.

Gipfel der Scheibenspitze, 2.489m

Gipfel der Scheibenspitze, 2.489m

Blick zur Schafseitenspitze

Blick zur Schafseitenspitze

Die Abfahrt erfolgt über den Steilhang des Aufstieges. Ab der kleinen Scharte unterhalb des Gipfels der Scheibenspitze hat man den besten Einstieg. Mit einem erwartungsvollen Gefühl stieg ich in den Hang ein und mußte ca. 50Hm den abgeblasenen Felsbrocken ausweichen bevor – nun in Abfahrtsrichtung links (westlich) – ein doch sehr wenig angefahrener Pulverhang sich vorzüglich für die gesamte Abfahrt bis zum flacheren Teil anbot.

Abfahrtsgelände

Abfahrtsgelände

Die Schwünge mit Bedacht gefahren konnte keine außergewöhnliche Situation beobachtet werden. Ab und dann graschelte an den Kanten, die Schneedecke ist nicht sehr dick.

Lockerschnee im unteren Teil des Steilhanges

Lockerschnee im unteren Teil des Steilhanges

Unten angekommen fiel Spannung von mir ab und nun konnte ich mich auch des flachen Hanges bis zum Hochleger erfreuen und ein kurzes Video über die Schneeverhältnisse drehen:

Bereits kurz vor dem Hochleger war nun schon die Sonne aufgegangen und der zerfahrene Hang mit dem Harschdeckel wurde wieder anstrengender zu fahren. Ebenso die beschienenen Hangteile unterhalb des Hochlegers im Lärchenwald.

Rückblick auf den Steilhang; äußerst rechts am besten zu fahren

Rückblick auf den Steilhang; äußerst rechts am besten zu fahren

Im Mittelteil der Abfahrt bis zur Blasigleralm herrschten dann wieder Lockerschneeverhältnisse, weil dort die Sonne im Jänner überhaupt nicht einstrahlt. Also eine weiche Fahrt bis zum Weg oberhalb der Alm.

wieder beim mittlerweile sonnenbeschienenen Hochleger

wieder beim mittlerweile sonnenbeschienenen Hochleger

Der Rest der Abfahrt vollzieht sich wieder auf den Almenwegen des Aufstieges und braucht keine besondere Beschreibung.

nochmals ein Hang mit Lockerschnee

nochmals ein Hang mit Lockerschnee

Im untersten Teil der Rodelbahn probierte ich den eingangs bei der Kirche startenden Weg, der nicht anders ist als der des Aufstieges, mit der Ausnahme, daß man noch ein klein wenig weiter in Dorfmitte kommt.

unterhalb der Blasigleralm

unterhalb der Blasigleralm

Die Schi habe ich mir nicht weiter ruiniert, aber Vorsicht auf der gesamten Abfahrt ist immer vonnöten, es herrscht einfach eine zu dünne Schneedecke.

Pfarrkirche Navis - Endpunkt der Schitour

Pfarrkirche Navis – Endpunkt der Schitour

Für den Aufstieg über die 1.170m habe ich knapp 2 3/4 Stunden benötigt. Man sei hier vorsichtig, im Internet werden die verschiedensten Aufstiegszeiten mit breiter Streuung kolportiert, wobei 3 Stunden +/- angebracht erscheinen.

Mils, 29.01.2017

 

Schitour Grünbergspitze, 2.790m – von Navis

In Betracht kam die nette Schitour auf die Grünbergspitze heute wegen der Ausrichtung des Aufstieges auf einem Südhang – Sonne begleitet den Tourengeher also fast ab dem Parkplatz (1.550m, EUR 3.-/Tag) Grün in Navis.

Grünbergspitze, 2.790m

Grünbergspitze, 2.790m

Zunächst folgt man der Rodelbahn zum Gasthof Peeralm und verläßt diese nach einer guten Viertelstunde des recht flachen Aufstieges linkerhand bei einer Abzweigung, die zur Seapenalm – eine sehr einheimische Bezeichnung mit richtig alten Wurzeln – führt und steigt weiter im Wald auf.

Aufstieg entlang der Rodelbahn

Aufstieg entlang der Rodelbahn

Einige Minuten folgt man dem Almweg, der sich nach einer weiteren Kehre mit Wegweiser in östliche Richtung wendet und in einer langgezogen Kurve nordwärts weiterführt.

Abzweigung zur Seapenalm

Abzweigung zur Seapenalm

Dort gibt es dann die Möglichkeit in das Tal nordwärts weiterzugehen, oder, meine Richtung, nordwestlich über eine Lichtung in ein Waldstück, steiler als nördlich weiter, auf die Seapenalm weiterzugehen.

Kehre rechts nehmen

Kehre rechts nehmen

Das Waldstück ist in wenigen Minuten durchquert und man ahnt am oberen Ende schon das Almgelände, das man ein paar Aufstiegskehren später, auch betritt. Hier sieht man auch erstmals das Ziel, die Grünbergspitze, noch in weiter Ferne als überragender Talabschluß.

linkerhand weiter auf die Seapenalm

linkerhand weiter auf die Seapenalm

Dort wäre der Abzweig zum Pfoner Kreuzjöchl, zur Grünbergspitze aber geht es dem Stacheldrahtzaun flach entlang, gegen die Seapenalm zu, die einige Minuten später auch sehr malerisch in der Winterlandschaft ins Blickfeld rückt.

rechts weiter

rechts weiter

Einige Minuten recht flach in das tiefe Hochtal weiter, bei der Grünbergalm, befindet sich eine weitere Abzweigung von Schitourenaufstiegen.

Seapenalm

Seapenalm

Die Gruppe Italiener vor mir zweigt links in das weite Kar westlich der Trennungsrippe, die sich von der Seeblesspitze herunterzieht, ab, vermutlich zum Pfoner Kreuzjöchl oder auf die Seeblesspitze.

rechts weiter nach der Grünbergalm

rechts weiter bei der Grünbergalm

Zur Grünbergspitze steigt man oberhalb der Grünbergalm recht genau nördlich über einige Aufstiegskehren zur Ochsnerhütte, eine pfiffige kleine Hütte, die ca. 10min nach der Grünbergalm erreicht wird.

Ochsnerhütte

Ochsnerhütte

Oberhalb dieser wird der Anstieg auf die Grünbergspitze wieder etwas steiler und in einem sehr weiten Rechtsbogen geht es nun gegen den Sattel zwischen Grafmartspitze (rechts 2.720m) und der Grünbergspitze zu.

Aufstieg in westliche Richtung auf die Scharte zwischen Grafmatspitze und Grünbergspitze

Aufstieg in westliche Richtung auf die Scharte zwischen Grafmatspitze und Grünbergspitze

Im Anstieg, der immer westlicher sich dreht, sind den flacheren Passagen ein paar steilere Stufen eingelagert und nun spürt man schon den langen Aufstieg vom Parkplatz etwas in den Füßen.

Steilstufe voran

Steilstufe voran

Von der letzten steileren Stufe, die dieser Tage ganz links, nördlich im Hang den besten Aufstieg bietet (apere Stellen unterhalb) fehlen noch die letzten 120Hm die auch die steilsten des gesamten Aufstieges darstellen.

Abfahrtshang von der Scharte

Abfahrtshang von der Scharte

Oberhalb der letzten Steilstufe frischt auch der Föhn etwas auf, nachdem es bis hierher durchgehend möglich – und notwendig – war im langärmeligen Shirt aufzusteigen, ohne jeden Windstopper darüber.

Aufstieg im steilen Abfahrtshang

Aufstieg im steilen Abfahrtshang

Weil die Höhe dort schon gut über 2.500m beträgt muß dem kalten Föhn nun auch mein Windstopper entgegengestellt werden und je näher ich mich der steilen Scharte nähere desto notwendiger wurde er.

Scharte voraus und dahinter der Gipfel der Grünbergspitze

Scharte voraus und dahinter der Gipfel der Grünbergspitze

Von der Scharte aus sind noch ca. 40Hm zu bewältigen bevor das Gipfelkreuz der Grünbergspitze erreicht wird. Der Aufstieg bis zur Scharte war aufgrund der harten Schneeoberfläche und der zerfahrenen Aufstiegsspur einigermaßen anstrengend und so geht es auf den Gipfel weiter. Allerdings erreicht man diesen doch in einigen Minuten ab der Scharte und kann dann zur besseren Kleidung wechseln, die dringend benötigt wird.

Gipfel der Grünbergspitze von der Scharte aus gesehen

Gipfel der Grünbergspitze von der Scharte aus gesehen

Obwohl der Wind nur mäßig stark bläßt – es fühlte sich an wie ca. 30-40kmh – frieren die Finger im Nu ein und der Gipfelbucheintrag sowie das Abfellen und die Umstellung der Tourenschuhe sind kein feines Erlebnis.

auf dem Gipfel der Grünbergspitze, 2.790m

auf dem Gipfel der Grünbergspitze, 2.790m

Nach dem Gipfelschnaps wird der Ausblick für einige Minuten genossen.

Rosenjoch im Norden, von hier im Sommer ein paar Stunden zum Glungezer

Rosenjoch im Norden, von hier im Sommer ein paar Stunden zum Glungezer

Im Nordosten Haneburger und Malgrübler (sehr abgeblasen, bis jetzt im heurigen Winter sicher nicht zu begehen), im Südosten Tarntaler, Sonnenspitze und die Reckner, im Süden der alles überragende, auch wenn weit entfernte Olperer und im Westen der Ausläufer, der die Seeblesspitze das Pfoner Kreuzjöchl und  den Mislkopf trägt.

Blick nach Westen zu Seeblesspitze und Pfoner Kreuzjöchl

Blick nach Westen zu Seeblesspitze und Pfoner Kreuzjöchl

Ein kurzes Vergnügen am Gipfel, erzwungen von Wind und Kälte.
Die Abfahrt vom Gipfel ist problemlos möglich und ab der Scharte fängt das anstrengende Abenteuer im Gelände mit teilweise recht hartem Harschdeckel an.

Abfahrt vom Gipfel der Grünbergspitze

Abfahrt vom Gipfel der Grünbergspitze

Mehr als 150Hm ohne Pause läßt den Puls hochschnellen und die Oberschenkel heiß werden.
Knapp oberhalb der Ochsnerhütte kann man dann wieder leichtere Kleidung anlegen.

Abfahrtsgelände von der Scharte unterhalb des Gipfels

Abfahrtsgelände von der Scharte unterhalb des Gipfels

Bei der Grünbergalm habe ich versucht möglichst auf die östliche Talseite zu gelangen (links in Abfahrtsrichtung gesehen), was aber nicht so gelingen wollte, wie ich mir das vorgestellt habe. Zweck wäre gewesen auf die Rippe östlich der Alm zu kommen, da ich dort eine angenehme Abfahrt zur Peeralm vermutete. Man hätte aber wesentlich weiter oben schon – in steilen Hängen, die ich im Alleingang nicht nehmen wollte – queren müssen.

Abfahrt ab der Grünbergalm

Abfahrt ab der Grünbergalm

So fuhr ich den schweißtreibenden Hang weiter ab und querte den Bach viel tiefer als beabsichtigt.

Rückblick von den Privathütten unterhalb der Grünbergalm

Rückblick von den Privathütten unterhalb der Grünbergalm

Vorbei an ein paar Privathütten ging es nun in einen Lärchenwald hinein, der recht abenteuerlich und mit viel Fingerspitzengefühl entlang der vielen Spuren, nicht im Desaster endete und mich über ein paar steile Passagen auf einen Weg oberhalb der Peeralm führte und die aufgekommene angespannte Stimmung erfreulich beendete.

etwas oberhalb der Peeralm aus dem steilen Wald herausgekommen

etwas oberhalb der Peeralm aus dem steilen Wald herausgekommen

Diese Abfahrt von der Grünbergalm kann ich bei der Erstbefahrung nicht empfehlen, da scheint die bessere Entscheidung, den Weg, der westlich des Baches zur Aufstiegsroute führt, zu nehmen und die paar hundert Meter über die Rodelbahn zur Peeralm aufzusteigen.

Ausblick von der Peeralm ins hinterste Navistal

Ausblick von der Peeralm ins hinterste Navistal

Die Peeralm, eine idyllische alte Alm ist perfekt für die Rast nach der Tour. Eine deftige Kasknödelsuppe und das Panorama auf der Gegenseite des endenden Navistales sind der beste Abschluß für diesen schönen Tag.

hinab auf der Rodelbahn zur Peeralm

hinab auf der Rodelbahn zur Peeralm

Der Aufstieg über die 1.275m wurde in 3 Stunden bewältigt.

Mils, 28.01.2017

 

 

 

Schitour Largoz, 2.214m – vom Parkplatz Krepperhütte

In Volders und Wattens der „Glotzen“ genannt ist der Largoz der erste Gipfel des Ausläufers der Tuxer Voralpen, der Volders und Wattens trennt und er ist – nicht zuletzt wegen des kurzen und relativ ungefährlichen Aufstieges, aber auch wegen der phantastischen Aussicht,  ein beliebtes Schitourenziel.

vom Largoz nach Süden

vom Largoz nach Süden

Die Tour ist ideal für einzelne Tourengeher und eigentlich bei jedem Wetter, bzw. auch bei einer erhöhten Lawinenwarnstufe zu machen. Die freien Hänge in und oberhalb der Largozalm sind im Tiris durchwegs mit einer Neigung von unter 30° ersichtlich.

Largoz, 2.214m

Largoz, 2.214m

Von Volders führt die Straße auf den Großvolderberg (diesen erreicht man auch über die Anfahrt von Wattens auf den Vögelsberg) und zuoberst, noch 150m höher als das Gasthaus Krepperhütte, befindet sich der mehrteilige Parkplatz der Rodelbahn von der Largozalm. Dies ist der Ausgangspunkt der Tour und er liegt auf 1.380m.

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Am perfekten Winterwochenende ist eine rechtzeitige Anreise ratsam, damit noch Parkplätze zur Verfügung stehen.

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Vom Parkplatz aus führt die Rodelbahn zuerst einige Hundert Meter östlich (und diesem Weg folgt der Tourengeher auch dort, wo die Rodelbahn rechts abzweigt), bis an einer Weggabelung rechts ein schmaler, tiefer Hohlweg abzweigt. Die Stelle ist mit einem roten Pfeil an einer Fichte markiert und wer die Stelle nicht kennt sei aufmerksam, um sie nicht zu verpassen.

Blick auf das Schigebiet Glungezer

Blick auf das Schigebiet Glungezer

Sodann geht es ein Stündchen im Wald weiter, mal auf lichteren Passagen, mal im dichteren Fichtenwald. Der Almweg wird ein paarmal gekreuzt und gleich darauf wieder überquert.

einer Überquerungen des Almweges

eine der Überquerungen des Almweges

Zunehmend mischt sich der typische Baum der Tuxer Voralpen, die Zirbe, in den Fichtenwald und man erahnt das Erreichen des Almgeländes.
Dort wo man es betritt ist auch bald die Baumgrenze erreicht und nur einzelne Zirbengruppen führen noch weiter über die Alm hinaus auf den recht flachen Gipfel des Largoz.

das Almgelände erreicht

das Almgelände erreicht

Die Alm bietet die Möglichkeit etwas Sonne zu tanken, denn am Aufstieg bis dorthin kann man davon nur träumen. Der Anstieg vollzieht sich im Hochwinter vollständig im Schatten, wenn man am frühen Vormittag startet.

Largozalm, ~1.980m

Largozalm, ~1.980m

Oberhalb der Alm beginnen die für die Abfahrt so beliebten Hänge und nach einer Viertelstunde erblickt der Tourengeher erstmals das nicht mehr weit entfernte Ziel.

noch ca. 150Hm

noch ca. 150Hm

Ein großes verzinktes Gipfelkreuz auf historischem Sockel ziert den unscheinbaren Gipfel und, nach Norden Geblickt, fühlt man sich dort, einem Balkon gleich, mitten über dem Inntal. Ein toller Blick auf das Tal den man einmal gesehen haben muß.

das Ziel gleich erreicht

das Ziel gleich erreicht

Nicht minder sind die Aussichten gen Süden auf die höchsten Tuxer Gipfel und noch ferner, auf die Zillertaler Giganten rund um den Olperer. Sogar die Stützenbauten der Hintertuxer Gletscherbahn kann erkannt werden.

Blick ins Wattental

Blick ins Wattental

Die Abfahrt vom Largoz bis zur Alm erschien an diesen noch wenig schneereichen Tagen in den Tuxern im heurigen Jänner etwas abseits des Aufstieges eher genau westlich als nordwestlich ratsam.

Haneburger und Malgrübler

Haneburger und Malgrübler

Aber egal in welche Richtung man bis zur Alm abfährt, ein Erlebnis, wenn auch ein kurzes im Vergleich zu den Abfahrten der Gipfel von Haneburger und Malgrübler tiefer im Tal gelegen, ist es allemal.

Abfahrtsgelände westlich des Aufstiegsgeländes

Abfahrtsgelände westlich des Aufstiegsgeländes

Von der Alm empfiehlt sich die Abfahrt durch den Wald heuer noch nicht, zu wenig Schnee ist dafür vorhanden. Also nimmt man die Rodelbahn, um die Schi zu schonen und erfreut sich auch an dieser Abfahrt.

Blick von der Largozalm ins Karwendel

Blick von der Largozalm ins Karwendel

Für die gut 800Hm Aufstieg rechne man knapp 2 Stunden, bei gemütlichem Anstieg eine halbe Stunde länger.

Abfahrt unterhalb der Alm über die Rodelbahn

Abfahrt unterhalb der Alm über die Rodelbahn

Mils, 22.01.2017

 

Schitour Mannlscharte 2.324m – vom Parkplatz Canisiusbrünnl

Der offene, sonnenzugewandte Südhang im Sommer ein schweißtreibender und sehr mühsamer Aufstieg über die Arzler Reise bis zur Arzler Scharte und weiter zum Grat der Mannlscharte ist im Winter – bei entsprechend günstigen Bedingungen ein Schitourengenuß.

auf der Mannlscharte unterhalb der Roßzähne

auf der Mannlscharte unterhalb der Roßzähne

Ende Jänner herrschen meist noch erbarmungslose Temperaturen, wenn der Schitourenliebhaber zuhause aufbricht und bis die Sonne im mittleren Inntal die Tuxer Kette überwunden hat sind die Finger zuweilen schon nicht mehr spürbar.

kurz nach dem Poschenhof

kurz nach dem Poschenhof

Wir sind um 9:30 am Parkplatz oberhalb des Canisiusbrünnels gestartet und die zunächst die Rodelbahn aufgestiegen, bevor wir dann, über den Poschenhof und einen malerischen Hohlweg, in dem sich die Haselnußstauden vor der Last des Schnees nur so bogen und ein tolles Wintererlebnis zauberten, wieder auf die Rodelbahn trafen .

im Hohlweg

im Hohlweg

Ein paar Kehren auf der Rodelbahn weiter erreichten Christian, Doris und der Verfasser dann den Abzweig am Weg 218, der zur Hungerburg führt und nahmen diesen zum Treffpunkt mit Bene, einem weiteren Kollegen, der über die Hungerburg zum Fuße der Arzler Reise aufgestiegen ist.

Abzweigung auf Weg 218 zur Arzler Reise

Abzweigung auf Weg 218 zur Arzler Reise

Es ist ebenso möglich noch ein Stück zur Rumeralm weiterzugehen und knapp vor dieser die Abzweigung zur Arzler Reise zu nehmen (so spart man sich ca. 40-50Hm Abfahrt am Weg 218 zum Ausgangspunkt des Aufstieges über die Arzler Reise.

Aufstieg vom Fuße der Arzler Reise

Aufstieg vom Fuße der Arzler Reise

Nach Verstärkung des Teams mit Bene starteten wir recht genau um halb elf vom Weg 218 über die Arzler Reise gen den begehrten Grat hoch oben, Weg 217 in der AV-Karte.

oberhalb der Latschen, Engstelle der Reise oben zu sehen

oberhalb der Latschen, Engstelle der Reise oben zu sehen

Begleitet von Unterholz, das zahlreiche Richtungsänderungen vorgibt, stiegen wir zunächst ca. 15min auf bevor die Latschen enden und Reise auf ca. 1.500m eine Einschnürung in der Breite erfährt.

auf ca. 1.750m

auf ca. 1.750m

Nach dieser öffnet sich der Blick bis weit hinauf zum mittig in der Reise gelegenen Felsgelände, das entweder links oder – unsere Wahl wegen der noch etwas weniger befahrenen Geländes- rechts umgangen wird.

rechts unterhalb des Felsgeländes

rechts unterhalb des Felsgeländes

Die Verhältnisse müssen schon passen, um diesen Anstieg anzugehen. Die Geländeverhältnisse sind derart, daß nur mittig der Reise eine Hangneigung unter 30° vorherrscht, die Flanken zur beiden Seiten sind deutlich steiler und im Tiris farblich gut auszumachen.

Hangneigung Arzler Reise

Hangneigung Arzler Reise

Die Verhältnisse heute waren gut, die Schneedecke hat sich durch die Sonneneinstrahlung der letzten Tage nach dem Schneefall bereits weitgehend konsolidiert, allerdings mit oberflächlich leichtem Schmelzdeckel, der sich in den letzten Tage ausgebildet hat und unterhalb von ca. 1.900m die Oberschenkel bei der Abfahrt doch einigermaßen gefordert hat.

Aufstieg oberhalb des Felsgeländes

Aufstieg oberhalb des Felsgeländes

Oberhalb des Felsgeländes – im wieder flacheren Gelände – stollte es im Temperaturwechsel der Aufstiegsspur um die Mittagszeit teilweise unangenehm auf. Allerdings stoppten wir nicht, um die Felle zu wachsen, da nach einer Kuppe in der Arzler Scharte die Aussicht auf die Mannlscharte nach einigen Minuten auftauchte und keinen weiteren Stopp wollten.

von der Arzler Scharte auf die Mannlscharte

von der Arzler Scharte auf die Mannlscharte

Ab der Arzler Scharte erfrischte uns ein leichtes Lüftl dermaßen, daß weit unten abgelegte Kleidung gerne wieder ausgepackt wurde, auch wenn das Ziel nur mehr kaum 100Hm vor uns lag.

Rastplatz auf der Mannlscharte

Rastplatz auf der Mannlscharte

Die Mannlscharte erreicht, genossen wir unterhalb der Rosszähne den kurzen Aufenthalt mit den phantastischen winterlich starren Blicke in die zweite Kette des Karwendels mit den dortigen Giganten an Gipfeln. Mit Phantasie könnte man meinen man wäre im Himalaya…

Blick in das Mannltal

Blick in das Mannltal

Ein weiterer bekannter Kollege, Klaus, kam vom Hafelekar und rastete bereits auf der Scharte, er schloss sich dann für die Abfahrt uns an.

die Roßzähne im Hintergrund

die Roßzähne im Hintergrund

Ein paar wenig verspurte Pulverhänge konnten wir im westlichen Teil der breiten Arzler Scharte noch erheischen, sie bescherten uns jeweils rund ein Duzend weiche Schwünge wenngleich sie aber auch kaum eine unsaubere Fahrt zuließen.

Einfahrt auf den Weg zur Rumeralm

Einfahrt auf den Weg zur Rumeralm

Wie erwähnt ist die Schneedecke unterhalb des Felsgeländes (unterhalb von ca. 1.900m) mittlerweile schon anstrengend zu fahren und nach einer weiteren Verschärfung der Probe des Könnens in einer Naturabfahrt – in den Latschen – erreichten wir den östlich abzweigenden Weg zur Rumeralm auf der eine Einkehr mit viel Sonne um drei Uhr nachmittags den tollen Tag abrundete.

Stilleben im Schnee

Stillleben im Schnee

Die Abfahrt auf der Rodelbahn ist derzeit ohne jegliche apere Stelle möglich.
Für die gut 1.500Hm haben wir im Aufstieg knapp 3 1/2 Stunden benötigt.

Blick zurück auf die Nordkette, die Arzler Scharte von Lärchen verdeckt

Blick zurück auf die Nordkette, die Arzler Scharte von Lärchen verdeckt

Mils, 21.01.2017

 

Schitour Hillarykreuz, 2.080m – Kolsassberg

Diese eher kurze Schitour auf den Punkt 2.080m den ein Gedenkkreuz – das Hillarykreuz – ziert eignet sich aufgrund der Geländeverhältnisse bestens als sehr sichere Tour bei vorherrschender großer Lawinengefahr. Die offenen Hänge sind mit weniger als 30° Neigung recht flach, sodaß dem Risiko weitgehend ausgestellt wird, wenn die Spur vernünftig angelegt wurde.

Hillarykreuz, 2.080m

Hillarykreuz, 2.080m

Bei einem kleinen Parkplatz in Innerberg (nach dem Hotel Jägerwirt nimmt man die mittlere der drei abzweigenden Straßen, die nicht mehr gesalzen werden) befindet sich der Startpunkt der Tour auf ca. 1.050m. Der Parkplatz ist nicht zu verfehlen, er ist nach vorgenannter Abzweigung die einzig größere Straßenbreite, sodaß die ersten der ca. 10-15 Fahrzeuge, die dort Platz finden, quer zur Straße geparkt werden können.

Asphaltstraße nach dem Parkplatz, das Sagtal deutlich zu erkennen

Asphaltstraße nach dem Parkplatz, das Sagtal deutlich zu erkennen

Bei genügend Schnee können dort die Schi bereits angeschnallt werden, spätestens jedoch kaum 10min später, wo die Straße tiefer in den Einschnitt des Sagtales aus dem der kleine Sagbach fließt, hineinführt. Dort findet man auch die Abzweigung mit Wegweisern. Der Weg zum Hillarykreuz ist jener zur Studlalm.

vorne die Brücke über den Sagbach

vorne die Brücke über den Sagbach

Der Almweg gibt nun die Route vor, einige Kehren werden am Weg aufgestiegen.

Abzweigung, rechts folgt man dem Almweg

Abzweigung, rechts folgt man dem Almweg

Auf ca. 1.250m zweigt die Tour vom Weg ab und führt durch den Wald, bei einem Jagdhüttchen vorbei, um oberhalb davon erneut den Weg zu kreuzen.

Abzweigung in den Wald

Abzweigung in den Wald

Somit werden einige Kehren des recht flachen Weges abgeschnitten und die Abkürzungen führen durch nette Passagen im Wald, an denen es immer wieder etwas zu sehen gibt und keine Langeweile aufkommt.

zauberhafte Wanderung durch den Wald

zauberhafte Wanderung durch den Wald

In dieser Art erreicht man die untere Begrenzung der Studlalm und taucht während des Aufstieges auf der Almfläche für ca. 150Hm aus dem Wald heraus, bevor es oberhalb der Alm, bei dem letzten kleinen Holzhüttchen, erneut in den Wald geht.

untere Begrenzung der Studlalm

untere Begrenzung der Studlalm

Bei der Studlalm befindet sich auch die Abzweigung zu den westlich gelegenen Schitourenzielen, am Almweg rechts zweigen die Steigspuren vor dem neuen Holzhüttchen ab.

neues Almhüttchen mit Abzweigung zu den  westlich gelegenen  Schitourenziele

neues Almhüttchen mit Abzweigung zu den westlich gelegenen Schitourenzielen

Die oberen Gebäude der Studlalm werden rechts liegen gelassen bis das oberste Hüttchen – ebenfalls rechts – auftaucht.

obere Almgebäude der Studlalm

obere Almgebäude der Studlalm

Bis hierher war die Route recht genau nach Süd ausgerichtet und weiter geht es nun südöstlich.

freies Gelände erreicht man ca. 80Hm nach der oberen Begrenzung der Studlalm

freies Gelände erreicht man ca. 80Hm nach der oberen Begrenzung der Studlalm

Ab dort ist der Wald dann bald nur noch von Zirben dominiert und wer die Zirbenhänge der Tuxer Voralpen kennt und schätzt, findet sich bald in dem typisch lichten Zirbenwald wieder, in dem sich die Aufstiegsspur im Tiefschnee so malerisch hinauf mäandert und die tollen Blicke mit der Sonne zwischen den stämmigen Zirben zu erheischen sind. Spätestens dort glüht das Tourengeherherz.

tolle Hänge im lichten Zirbenwald

tolle Hänge im lichten Zirbenwald

Einige steilere Passagen im Zirbenwald bietet der Aufstieg zum Hillarykreuz auch, sie sind jedoch kaum einer nennenswerten Lawinengefahr unterworfen und liesen sich im Zweifel auch örtlich umgehen.

steilere Passagen im Zirbenwald

steilere Passagen im Zirbenwald

Nach und nach wird das Gelände dann flacher, das Zeichen für die Kammnähe (ca. 250Hm nach dem oberen Ende der Studlalm). Die Route dreht ein wenig und führt den letzen Teil vollständig nach Süden.

unterhalb der Kammnähe

unterhalb der Kammnähe

Die letzten knapp 100Hm des Aufstieges vollziehen sich in einer baumlosen breiten Rinne, die auch die ersten schönen Schwünge beim Abfahren zuläßt und in deren Mitte von unten bereits der imposante Gipfel des Wildofen, 2.553m – auch ein schönes Schitourenziel – zu sehen ist.

letzter Teil in Kammnähe, Rinne zieht sich bis knapp unterhalb des Zieles hinauf

letzter Teil in Kammnähe, Rinne zieht sich bis knapp unterhalb des Zieles hinauf

Am oberen Ende der Rinne betritt man dann einen leichten Sattel an dessen linker Begrenzung, hinter einem Felsen und nach noch 15Hm Aufstieg, dann der Punkt mit dem Hillarykreuz auf 2.080m zu erblicken ist.

fast am Hillarykreuz angelangt, hinten der Wildofen 2.553m

fast am Hillarykreuz angelangt, hinten der Wildofen 2.553m

Die recht gute Aussicht von diesem Punkt belohnt für den Aufstieg. Von Osten bis Westen, rundum lauter lohnende Schitourenziele zu sehen, den Beginn der heurigen Saison stellte eine Woche vorher der südöstlich gegenüberliegende Gipfel Hoher Kopf dar.

Fiderissalm mit Hoher Kopf darüber

Fiderissalm mit Hoher Kopf schräg rechts darüber, direkt darüber die Rosslaufspitze

Für den Wildofen ist es im Jänner 2017 noch zu früh, die Schneeverwehungen im Gipfelbereich der Tuxer sind noch zu groß, um dort annähernd gut als Schitour heranzukommen, bzw. abfahren zu können.

Wildofen 2.553m

Wildofen 2.553m

Besonders reizvoll vom Hillarykreuz aus gesehen erscheint der Hang zur Roten Wand (2.217m) und zum Poferer Jöchl (2.318m), ersterer Gipfel etwas länger, letzterer etwas kürzer ab der Studlalm – auf einem traumhaften baumfreien Osthang – zu erreichen.

Poferer Jöchl und Roter Kopf

Poferer Jöchl links und Rote Wand rechts

Selbst vom Standpunkt des Hillarykreuzes auf 2.080m aus gesehen erkennt man einen völlig ausgelasteten Parkplatz in Innerst, dem Ausgangspunkt von Gilfert und den weiter im Nurpenstal liegenden Schitourenziele.

Innerst mit Gilfert ganz rechts

Innerst mit Gilfert ganz rechts

Die Abfahrt durch den tollen Zirbenwald ist nicht besonders lang, dafür im oberen Teil steil genug, um ordentlich außer Atem zu kommen.

Blick zurück zur Studelalm bei der Abfahrt

Blick zurück zur Studelalm bei der Abfahrt

Ab der Studlalm geht es bis zum Weg, auf relativ schmalem Steig durch den Wald und ist es von Vorteil, wenn keinen aufsteigenden Tourengehern ausgeweicht werden muß, Schwünge sind dort nur ansatzweise möglich.

Rückblick in Richtung Tourenziel

Rückblick auf der Gemeindestraße in Richtung Tourenziel

Unterhalb dieser engen Passage geht es gemütlich den geräumten Almweg hinab bis zur Asphaltstraße, der entweder tal- oder bergseitig auf den Schneewänden des Räumfahrzeuges noch ein paar Hundert Meter bis zum Ausgangspunkt am Parkplatz gefolgt wird.

Der Aufstieg wurde in zwei Stunden absolviert, zur Sicherheit sollte man für die 1.030Hm aber zweieinhalb Stunden einplanen.

15-01-2017 Hillarykreuz1

 

Mils, 15.01.2016

 

Schitour Hoher Kopf 2.373m – Tuxer Alpen

Nach den ersten Schneefällen im jungen Jänner 2017 – es hat ca. 40 bis 50 cm Schnee in der ersten Woche gegeben – wagten wir die Tour Hoher Kopf vom Parkplatz (EUR 3.-) anzugehen. Die Auswahl fiel auf den Hohen Kopf, weil die Lawinensituation mit Warnstufe 3 keine steilen Hänge zuließ und diese Tour durchwegs in Gelände mit unter oder um 30° Hangneigung in den freien Flächen bietet.

Hoher Kopf, 2.373m

Hoher Kopf, 2.373m

Zunächst führt die Route auf einem schmalen Waldweg vom Parkplatz hinunter zum Nurpensbach, dabei verliert man nach ein paar Minuten leichten Anstiegs anschließend ca. 30Hm bis zur kleinen Holzbrücke über die der Bach überquert wird. Der weitere Anstieg ins Nafingtal, führte Christian, Stefan und den Verfasser hinauf auf den Weg zur Weidener Hütte (im Winter Rodelbahn). Dieser Weg wird ca. 20min begangen bis, bei einem Wegweiser – links ein Steig abzweigt, der eine Abkürzung zur Fiderissalm bildet (nicht am Wegweiser angeschrieben). Er endet an der Waldgrenze an einem anderen Weg, der weiter zur Hochsinnalm führt.

Weg zur Hochsinnalm

Weg zur Hochsinnalm

Von dieser folgt die Route den kurzen Sprung über freies Gelände auf die 1.744m hoch gelegene Fiderissalm.

Anstieg von der Hochsinn- zur Fiderissalm im freien Gelände

Anstieg von der Hochsinn- zur Fiderissalm im freien Gelände

Alternativ kann auch über den Weg zur Weidener Hütte gefolgt und bei der Kehre bei der Jagdhütte (1.675m) links (nördlich)  über den Weg zur Fiderissalm aufgestiegen werden. Dieser Weg diente uns zur Abfahrt, weil die Schneeverhältnisse knapp oberhalb der Fiderissalm nicht mehr gut für die Abfahrt geeignet waren.

mitten in der Fiderissalm

mitten in der Fiderissalm

Nach einer Trinkpause bei der Fiderissalm wurde über günstige Passagen des Almgeländes recht direkt zur Waldgrenze (recht genau östlich) aufgestiegen und dieser im zauberhaften Zirbenwald in einigen Serpentinen fortgesetzt.

oberhalb der Fiderissalm, Anstieg zum Wald nach Osten

oberhalb der Fiderissalm, Anstieg zum Wald nach Osten

oberhalb der Fiderissalm im Zirbenwald

oberhalb der Fiderissalm im Zirbenwald

Nach Überquerung des Weges zum Fiderissalm Hochleger wendet sich der Aufstieg noch südöstlicher und an der Waldgrenze kann man schon die Almhütten des Hochlegers erkennen, denen man direkt zustrebt.

unterhalb des Fiderissalm-Hochlegers

unterhalb des Fiderissalm-Hochlegers

Ab dem Hochleger (2.070m) befindet man sich zunächst in nahezu baumlosem Almgebiet mit mäßig steilen Hängen und nimmt die letzten 300Hm Anstieg in Angriff. Nach weiteren 100Hm besteht der Bewuchs des Hanges nur noch aus bodennahen Stauden, die aus der teilweise recht windgeplagten Schneedecke hervorschauen. Für Aufstieg und Abfahrt hatten wir jedoch genügend Unterlage, um die Schi nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.

Aufstieg zum hohen Kopf oberhalb des Hochlegers

Aufstieg zum Hohen Kopf oberhalb des Hochlegers

Am Gipfelhang war der Windeinfluß noch etwas stärker und dort mußte eine kurze Passage bei der Abfahrt mit Vorsicht abgetrettelt werden. Dies war die einzige Stelle oberhalb der Fiderissalm, bei der wir echten Steinkontakt hatten.

apere Steinpassage unterhalb des Gipfels

apere Steinpassage unterhalb des Gipfels voraus

Über die sanften Hänge oberhalb des Hochlegers stiegen wir dann meist mit Blick zum Gipfelbereich noch gemütlich eine dreiviertel Stunde zum Gipfel an.

kleines Schärtchen mit Gipfel dahinter (a Nackter am Gipfel)

Stefan in kleinem Schärtchen mit Gipfel und Christian dahinter

Die Schi in der Mulde unterhalb des kleinen, von Schnee abgeblasenen Gipfelaufbaues zurückgelassen entschieden wir uns den abgeblasenen kurzen Hang per pedes zu erklimmen und erreichten diesen in knapp drei Stunden ab dem Parkplatz. Allerdings, diese erste Tour im Gelände war nicht auf Steigleistung ausgelegt, sondern wurde eher gemütlich angegangen.

Leider war der Ausblick an diesem Tag nicht berauschend, jedoch versprach die trübe Sicht und die dunklen Wolken auch weitere Schneezuwächse in der folgenden Nacht und somit Lebenselixier für den bis jetzt so trocken verlaufenen Winterbeginn.

Die Flanke ins Nurpenstal hinab ist, vom Gipfel aus betrachtet, um einiges steiler und bei einer Lawinenwarnstufe drei eher zu meiden, dachten wir bei der kurzen Rast.

Stefan und Christian am Gipfel des Hohen Kopf, 2.373m

Stefan und Christian am Gipfel des Hohen Kopf, 2.373m

Die Abfahrt in Angriff genommen stellten wir wieder einmal ohne Überraschung fest, daß die Mulden von Triebschnee gefüllt sowie Kuppen und Rippen abgeblasen und mit harter Schneedecke überzogen waren, was uns als Abfahrtserlebnis bei mäßiger Bodensicht ohne Konturen diesen typischen Wechsel von vornüberfallen durch Tiefschnee in und weggezogenen Schi an den Kuppen bescherte.

Trotz diesen kurzen Intermezzi im Gipfelbereich bis fast zum Hochleger hinunter, die andererseits auch die Bauchmuskeln trainieren, war der Spaß oberhalb des Hochlegers und bis tief in den Wald darunter hinein recht ungetrübt und leider zu spät entstand ein kurzes Video von den letzten fein zu fahrenden Passagen.

Nachdem unsere Abfahrt den Weg zum Hochleger kreuzte wurde die Abfahrt durch weniger Schnee weniger fein, öfters kraschelte es fürchterlich auf der Schiunterseite und sehr vorsichtiges Abfahren bis zur Alm war angesagt.

Als Tipp für die Verhältnisse dieser Tage sollte man den Weg zwischen Hochleger und Niederleger als ernsthafte Alternative zum Erhalt des Schizustandes in Erwägung ziehen.

bei der Jagdhütte

bei der Jagdhütte

Nach Erreichen der Fiderissalm wechselten wir vom Gelände zum Weg, der gespurt war und uns nur mäßiges Anschieben bis zur Jagdhütte bescherte.

Der weitere Weg (Rodelbahn) bis zum Parkplatz zurück ist zum überwiegenden Teil ohne Stockeinsatz fahrbar und daher nicht schweißtreibend, sieht man vom kurzen Gegenstieg nach der Nurpensbachbrücke ab.

Aufstieg ca. 1.100m, ca. 3 Stunden zu planen

Mils, 07.01.2017