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Schitour Kuhmöser, 2.264 m

Beim richtigen Wetter schitourentechnisch ein Schmankerl, eine kleine Spritztour, eine Halbtagestour, der Südhang im Frühjahr eine Sonnenspritze und noch mehr positive Eindrücke  stellt das kurze Vergnügen auf den Kuhmöser von Schellenberg aus dar.

Kuhmöser, 2.264 m

Mit knapp unter 1.000 Hm Aufstieg erfolgt die Besteigung des Kuhmösers – oder Kuhmessers, wie er im Volksmund genannt wird – in knapp zwei Stunden wodurch bei frühem Start im Frühjahr auch noch vernünftige Abfahrtsverhältnisse zu erwarten sind.

Schellenberger Anger Blick Richtung Hochfügen

Der Aufstieg erfolgt zur Gänze über einen Südosthang, sodaß man sich der Sonne von Beginn an sicher sein kann. Die einzige Ermangelung bei diesem Vorhaben stellen Parkplätze dar. Etwa 1 km nach dem Gasthaus Schellenberg, bei einer Abzweigung zur Straße in den Finsinggrund hinab, gibt es ab dem Ausaperstadium einige Parkplätze und noch früher, wenn der Pflugfahrer absichtlich etwas breiter geräumt hat als notwendig.

Blick zum Kuhmöser

Den flachen, noch durchgehend schneebedeckten Weg mit zwei Kehren am zu Beginn sollte man im Frühjahr akzeptieren, oder etwas direkter mit ggf. kurzen aperen Passagen ansteigen.

Aufstieg zwischen kleinen Bäumchen und Latschen

Der Anstieg am Weg endet kurz vor der scharfen Waldgrenze in Richtung Gartalm. Dort zweigt der Anstieg auf den Kuhmöser links in die vom Schnee noch gut nieder gehaltenen Latschen ab.

oberhalb der Waldgrenze, Blick Richtung Metzenjoch

Zwischen den jungen Bäumchen zirkelt der Aufstieg fast wahllos durch die bärige Landschaft, in direkter Richtung auf die Schrofen des Kuhmöserkammes zu. Oberhalb des dichten Waldes zur Rechten könnte man über den Druckbichlsteig in den Hang zum Gartalm Hochleger queren und das Kellerjoch – oder auch Kreuzjoch genannt – vom Hochtalkessel aus besteigen.

herrliche freie Flächen voraus

Die Schitour zur Gipfelkapelle ist aber auch über den Normalanstieg auf das Kellerjoch, oder den „Kellner“, wie ihn der Einheimische nennt, eine sehr schöne Schitour.

unterwegs am völlig bewuchsfreien Südhang

Durch einen schwach ausgeprägten Graben wechselt der Anstieg auf den Kuhmöser westwärts, in gutem Abstand zu einem steinernen Lawinenschutz in Pfeilform, der weit rechts liegen gelassen wird und vielleicht gar nicht gesichtet wird, wenn man die Wendung schon weiter unten vollzieht.

leichte Kuppierung bei der Querung leitet an das Südwesteck des Kuhmösers heran

Über den schönen mittelsteilen Südhang führt die Route nun den Hang querend nach oben. Leichte Kupierung ist die einzige Abwechslung in der Querung zum Weg zum Loassattel auf den Kuhmöser während man unterhalb der wenigen Schrofen der Südwestecke des Kuhmösers entgegen strebt.

kurz vor dem Südwesteck

Während der weißen Weiten der unbewachsenen Hänge kann auf der Gegenseite in Richtung Hochfügen der Finsinggrund gut beobachtet werden.

Wetterkreuzspitze gegenüber

Von Marchkopf über den Kraxentrager bis zum krönenden Highlight des Roßkopfs und dem klassischen Schitourenberg des Gilferts hat man viele der schönen Routen vor sich.

Sonntagsköpfl, Gilfert und Gamssteine

Über eine merkbare Kuppe endet die Querung zum Südwesteck des Kuhmösers. Von dort aus genießt man einen traumhaften Blick auf die kleineren Schitourenziele des Sonntagsköpfls und der Gamssteine.

Aufstieg am ausgeaperten Südwesteck zum Kuhmöser

Über das Eck drüber führt die Schitour auf den Kuhmöser ziemlich genau dem Sommerweg entlang. Die Rippe selber ist meist rasch im Frühjahr völlig aper und man steigt in der seichten, eher noch weiter westlichen Mulde steil bis zum Gipfel an. Diese Mulde ist vom Gilfert her gut erkennbar und mutet wie eine Schipiste an.

Blick auf den Loassattel hinab

Die Szene über die Mulde hinauf, ohne den geringsten im Winter sichtbaren Bewuchs, ist beeindruckend und bei ungetrübter Sonnenbestrahlung schweißtreibend. Beim Aufziehen von dichtem Nebel dürfte der Anstieg jedoch abzubrechen sein, wenn nicht die sichere Ortskenntnis Orientierung bietet.

noch genug Schnee in der Mulde westlich der Südkante

Mit dem Abflachen der Mulde nähert man sich dem Gipfelkreuz, das rasch sichtbar wird. Leider verhinderte der Nebel bei des Verfassers Anstieg die Sicht auf das Kreuz stark. Die unüblich warmen Temperaturen ließen aufsteigende Feuchtigkeit schon rasch über dem Gelände kondensieren und somit leichten Nebel entstehen.

abflachend geht es dem Gipfelkreuz zu

Auf dem riesigen flachen Kuhmöser gibt es jede Menge Rastmöglichkeiten mit großem Abstand untereinander, sodaß jede Gruppe individuelle Plätze findet. Eine Steingruppe zwischen dem Gipfelkreuz und der Lawinenauslöseanlage für die Schellenberglawine diente dem Verfasser als Museort für die Gipfelrast.

Kuhmöser mit Kellerjoch im Hintergrund

Von dort bietet sich ein sagenhafter Blick auf die Gipfelkapelle am Kellerjoch. Und der gesamte Hang aus dem Hochtalkessel hinter dem Gartalm Hochleger kann eingesehen werden.

Gipfelkapelle am Kellerjoch bzw. Kreuzjoch

Als äußerst nordöstliche Gipfelgruppe der Tuxer Alpen reicht die Aussicht auch bis in die Kitzbüheler und Zillertaler Alpen, jedoch just nicht zur Stunde des Gipfelaufentaltes des Verfassers. Daher leider keine Bilder in der Bildergalerie davon.

Gipfelkreuz am Kuhmöser

Die Abfahrt auf der Route des Aufstiegs präsentierte sich in den steileren Passagen mit entsprechend intensiver Sonneneinstrahlung mit tiefem Einsinken, auf den flacheren Passagen mit einer passablen Firnoberfläche.

mit zwei Gleichgesinnten bei der Abfahrt zusammengetroffen

Ab der Höhe der Hänge mit Latschenbewuchs bis zum Parkplatz herrschten stets weicher werdende Verhältnisse jedoch gut fahrbar mit wenig tiefem Einsinken.

hinab zum Parkplatz Schellenberg vor der gleichnamigen Jausenstation an der Hochfügenerstraße, die immer für den Abschluß der Tour gut ist.

Bei sonnigem Wetter mußte unbedingt ein Besuch der Terrasse der Jausenstation Schellenberg und zum Bier deftige Knödeln genossen worden sein.

letzter Blick auf Hochfügen auf der Abfahrt zum Parkplatz (verdeckt durch die untersten Bäume)

Gesamt benötigte der Verfasser 3:15 Stunden bei 975 m Aufstieg und 3,6 km Strecke für die nette Tour.

Mils, 19.03.2022

Schitour Marchkopf, 2.499 m

Eine der beiden kurzen Schitouren aus dem Finsiggrund in Hochfügen ist jene auf den Marchkopf, die sich im unteren Teil die Anstiegsroute mit der auf den Kraxentrager teilt. Einige Minuten nach dem Viertelalm Hochleger zweigt die Route auf den Marchkopf links über steileres Gelände ab.

Marchkopf, 2.499 m

Die leichte Nordwestausrichtung des Hangs verspricht bis ins Frühjahr gute Schitourenbedingungen trotz dem vergleichsweise niederem Startpunkt auf 1.470 m bei der letzten Gondelbahn in Hochfügen.

Start auf der Rodelbahn nach der letzten Gondelbahn

Der gebührenpflichtige Parkplatz (Münzautomat) funktioniert auch bereits vor dem Rummel der Schifahrer, sodaß man rechtzeitig starten kann, um ihn hinter sich zu lassen. Über die Rodelbahn gelangt man zum Pfundsalm Niederleger (1.650m).

kurz vor der Pfundsalm

Ein paar hundert Meter anschließend an die Alm zweigt der Weg zum Viertelam ab, der mit ein paar Meter Höhenverlust über die Brücke des Finsingbachs auf die andere Talseite führt.

Aufstiegshang zur Viertelalm

Im Anstieg zur Viertelalm öffnet sich der Blick auf den inneren Finsinggrund mit dem dominierenden Roßkopf hoch über dem Talschluß, auf den vom Talinnersten eine bärige Schitour führt, zuletzt mit einem kurzweiligen Gratübergang und Gipfelaufstieg.

Brücke über den Finsingbach

Im Frühjahr schmelzen die kleinen Wildbäche Schneisen durch die Hänge im Almgelände, was zu einer vorausschauenden Aufstiegsweise zwingt, will man den langweiligen Almenweg vermeiden. So mancher Übergang muß, je nach Schneelage, ohne Schi überwunden werden.

am Rücken hinauf zum Hochleger

Oberhalb der Viertelalm beginnt ein Taleinschnitt mit einem steileren Rücken links und flacherem Gelände rechts. Beide Varianten sind gangbar, durch die Sonnenbestrahlung erweist sich der Rücken meist  aperer als das Flachgelände. Beide Möglichkeiten führen zum Viertelalm Hochleger, über den Rücken steiler und diese Variante zeigen die Bilder.

gegenüber am Hang das flachere Aufstiegsgelände

Oben steilt auch der rechte flache Hang auf und führt in einer Linkskurve zum Hochleger, den man nicht unbedingt passieren muß, weil es an der Linkskurve auch geradeaus weiter, durch das sich ausbildende Tal, möglich ist aufzusteigen.

Viertelalm Hochleger, 2.030 m

Oberhalb der Hochlegergebäude trifft man wieder auf das Tal, das rechts im Aufstieg heraufzieht.

oberhalb des Hochlegers; recht zieht das Tal vom flacheren Anstieg herauf

Kurz danach befindet sich ein Wegweiser, der die Gabelung zwischen den Anstiegen auf den Marchkopf und dem Kraxentrager zeigt. Zum Marchkopf führt der Hang linksseitig im Aufstieg und es ist prinzipiell egal ob man der Richtung des Wegweisers folgt oder den Hang etwas weiter oben in Angriff nimmt.

Wegweiser an der Gabelung zwischen Marchkopf und Kraxentrager (rechtes Bilddrittel in Verlängerung der Spuren)

In direkter Richtung des Wegweisers steigt man etwas flacher in den Hang ein, in direkter Richtung auf den Hang zu etwas steiler. Harscheisen sind im Frühjahr ohnehin unabdingbar, weswegen die größere Steilheit beim Direktanstieg keine besondere Hürde darstellte.

nach dem steilen Stück in eine Hochmulde

Nach ein paar Minuten steilen Anstiegs flacht der Hang ab und eine gemuldete Geländestufe zwischen Grat und einer Felsreihe im Nordwesthang wird sichtbar – der Beginn der eher flachen Überleitung zum Marchkopf, dessen Lage vom Hochleger aus weiter nordöstlich liegt als vermutet. Erst weit oben am Kamm tritt er ins Blickfeld, nachdem man bereits fast auf der Kammhöhe in der Seewand erstaunt nach einem Gipfel sucht.

Rückblick auf das steile Stück oberhalb des Hochlegers

Am Ende der Mulden im flachen Gelände gegen die Kammhöhe hin tritt bei einer Rechtswendung des Kamms plötzlich der Marchkopf ins Blickfeld und er überrascht mit seiner schroffen Form am flachen Kamm.

in die Mulde hinein

Seine auffallend aufragende Gestalt im Kamm wäre durch beständigere Schiefereinlagen im eher weichen Quarzphyllit erklärbar, sonst erscheint eine Erklärung dieser Ausbildung angesichts der Umgebung schwer.

Flachstück auf die Kammhöhe

Über den breiten Kamm zieht sich der Weg zum hoch aufragenden Kopf hinüber. Nach Nordwesten hin fällt der Gipfel schroffig steil in das darunterliegende Schuttfeld ab und für den Aufstieg im Winter eignet sich die direkte Kammlinie ebenfalls nicht. Das Gipfelkreuz am Marchkopf wird von der Südflanke her erreicht.

Marchkopf plötzlich voraus

Eine auffällige Felsschuppe in die Gegenrichtung der allgemeinen Schichtlage am Marchkopf, einem Abri1 gleich, leitet in der Südflanke auf den Gipfelpunkt.

südseitiger Anstieg auf den Gipfel; unterhalb des Felsvorsprungs hindurch

Zuletzt, über wenige Höhenmeter, steilt die Südflanke merklich auf und im Frühjahr zieht ein schmales Band von kompaktiertem Schnee der Befahrungen des Winters zum Gipfelkreuz.

Südflanke auf den Marchkopf

Über die Zillertaler Alpen bietet der Marchkopf eine tolle Übersicht. Von Großglockner in 70 und Großvenediger in 45 km Entfernung bis zum östlichsten Zillertaler Nord-Südkamm der die Reichenspitzgruppe trägt reicht die Aussicht im Südosten.

Blick nach Südosten; Großglockner, Großvenediger und Reichenspitzgruppe

Südlich finden sich die zentralen Gipfel im Zillertaler Hauptkamm mit Großem Löffler und Schwarzenstein, sowie den nicht minder interessanten Erhebungen in den Nord-Süd-Kämmen, beispielsweise die Zsigmondyspitze, alle in einer Entfernung von etwa 26 bis 28 km.

im Süden Großer Löffler und Schwarzenstein

Etwas weiter noch erblickt man den Großen Möseler und in 31 km Entfernung den höchsten Zillertaler Gipfel, den Hochfeiler, bevor der Olperer im Südwesten den Abschluß bildet.

Großer Möseler, Hochfeiler und Olperer bis Bildmitte, rechts der Rastkogel

Über den Rastkogel leitet der Ausblick in den Westen über. Dort kann erstaunlicherweise der lange Kamm von Schwarzwandspitze zur Sonklarspitze in knapp 59 km Entfernung, weiter der Wilde und der Apere Pfaff sowie das Zuckerhütl und der markante Habicht links neben der Hippoldspitze erkannt werden.

Sonklarspitze, Wilder und Aperer Pfaff sowie das Zuckerhütl und der markante Habicht links neben der Hippoldspitze

Der schwarze amphibolitisch geprägte Kamm zur Ruderhofspitze in 55 km Entfernung und der nahe Hirzer im Westen runden das Bild über Tuxer und hohen Stubaier Alpen ab.

Gilfert und Loassattel, Kuhmöser und Kellerjoch

Nordwestlich gegenüber dem Finsinggrund erhebt sich der beliebte Schitourenberg Gilfert bevor die Tuxer nach dem Loassattel mit einer letzten Aufbäumung den Kuhmöser und das Kellerjoch bilden. Beide schöne Schitourenziele, auch im Frühjahr.

im Norden das Schigebiet, rechts das äußere Alpbachtal

Im Norden tummeln sich die Schitouristen der Bergbahnen und weiter im Nordosten findet sich das Alpbachtal mit seinen tollen Touren vom Standkopf im Westen bis zum Sonnenjoch im Südosten.

bäriger Blick zur Reichenspitzgruppe mit den vorgelagerten Süd-Nord Kämmen; durch das Zoom fast schon ein bisschen surreal

Die Abfahrt in der Mittagsstund, unter aufgefirnten Verhältnissen, war natürlich ein einwandfreies Erlebnis.

Sonklarspitze, Wilder Pfaff und Habicht links vor dem Hippold im Zoom

Im steilen Teil oberhalb des Hochlegers paßt die Hangneigung optimal zum Einstrahlwinkel und dort mußten weichere Hänge in Kauf genommen werden, weiter unten im flacheren Teil herrschte Firn in der wünschenswerten Stärke über hartem Untergrund.

bärige Abfahrt in der Mulde nach der Kammhöhe

Mit vorausschauender Wahl der noch zusammenhängenden Schneeflächen konnte die Brücke im Finsinggrund erreicht werden.

Talblick mit flacherem Abfahrtsgelände im Aufstieg rechts

Über die Pfundsalm hinab mußte ein Stück Weg von knapp 3 min mit geschulterten Schi erfolgen, bevor, noch vor dem Wald, die Rodelbahn wieder fahrfähig war.

Abfahrtsgelände zum Viertelalm Niederleger

Für die leichte Schitour rechne man mit einem Gipfelaufenthalt von einer guten Stunde eine Gesamtzeit von knapp 5 Stunden.

Rückblick auf das tolle Gelände; links der steilere Rücken auf den Hochleger schon fortgeschritten ausgeapert

Der Aufstieg über die 1.050 m und 5,4 km wird in 2 bis 2,5 Stunden bewältigt.

Mils, 17.04.2022

1 Abri – Felsunterstand: https://de.wikipedia.org/wiki/Abri

Schitour Roßkopf, 2.576m

Im nordwärts ziehenden Kamm vom Rastkogel, in den Tuxer Alpen, befindet sich der Roßkopf, der auch als krönende Talbegrenzung von Hochfügen aus, von den obersten Almflächen des Pfundsalm-Mittellegers im hintersten Finsinggrund, wahrgenommen wird. Der Aufstieg von Hochfügen kann auf der südlichen Talseite im hintersten Finsinggrund, oder, bei günstigen Schneebedingungen und mäßiger Lawinengefahr, über die schönere und sonnigere Nordwestseite und über die weite gestufte Hochfläche und über den interessanten Gratkamm erfolgen.
Die Gratkammbegehung vom Pfundsjoch zum Gipfel ist das Sahnehäubchen und verleiht letzterer Variante zum Schluß noch alpinen Touch mit einer schönen Linie am Grat und zwischen den Felsen.

Rosskopf vom Gratrücken im Norden gesehen

Der Roßkopf kann auch von Innerst über das Nurpenstal begangen werden und ist nicht so frequentiert als der Kleine Gilfert. Diese Variante trifft mit der Route von Hochfügen am Pfundsjoch zusammen (Anm. d. Verf.: Pfundsalm <> Pfundsjoch).

die Talstufe vom Pfundsalm-Mittelleger überwunden – herrlicher Blick auf den Rosskopf und seinem weitläufigen Aufstiegsgelände

Trotz den riesigen Parkflächen des Schigebiets Hochfügen sei man aus mehreren Gründen ein früher Vogel. Zum einen zieht sich die Fahrt von Fügen bis zum Parkplatz über 14km Bergstraße, zum anderen kann man dort hinter Reisebussen verhaftet sein und zuguterletzt kennt man die berüchtigten Staus vom Achensee ins Zillertal und auch wenn Fügen gleich am Talanfang liegt kann die Fahrt, zu spät über die Autobahn angereist, vom Inntal bis Fügen durchaus gute 20min Zeit verschlingen. Es empfiehlt sich am Wochenende also gut vor 7:30 Uhr durch den Brettfalltunnel zu fahren und das dürfte dem Tourenfreund nicht schwerfallen.

Start auf der Rodelbahn zur Pfundsalm

Auf 1.580m, hinter der letzten Kabinenbahn (Zillertal Shuttle) startet der angenehm steile und stille Aufstieg auf der der Rodelbahn zur Pfundsalm, deren kleine Almgebäude nach etwa einer Viertelstunde erreicht werden.

Rückblick auf die Pfundsalm

Anschließend bleibt die Route auf der westlichen Talseite. Bei unserer Begehung mußten wir zahlreiche hartgefrorene Nassschneelawinenreste, die in der Woche zuvor abgegangen sind, mit ruppigen Stellen gespickt, überwinden. Die Hänge oberhalb der westlichen Talseite des Finsinggrundes sind bei entsprechender LWS nicht zu unterschätzen und vor der Kurve mit der Wendung des Tales nach Südwesten erreichen sie ihre höchste Steilheit.

am Weg zum hinteren Finsinggrund

Noch während die Kurve sich dahinzog konnten wir beide Seiten des Tales beurteilen und die Westseite mit dem schön besonnten steilen Hang oberhalb des Pfundsalm-Mittellegers erhielt von uns den Zuschlag der Begehung, obwohl die Planung aufgrund erheblicher Lawinengefahr (LWS 3) die schattige Ostseite vorsah.

Nassschneelawinenreste am steilsten Stück des Hangs, kurz vor dem Pfundsalm-Mittelleger

Der Südosthang war von vielen Spuren, vom Pfaffenbichl herunter, bereits vollständig zerfahren und auch die Lage eines bereits abgegangenen kleinen Schneebretts im Steilsten des Hanges vermittelte uns, daß von diesem Hang keine Gefahr mehr ausgehen würde.

Talende im Finsinggrund – die Entscheidung welcher Aufstieg gewählt wird muß hier fallen

Nach wenigen Minuten unter Sonnenbestrahlung am Südosthang mußten wir uns von aller Winterbekleidung entledigen und erfreut stiegen wir mit ein paar Spitzkehren auf eine merkliche Abflachung, auf etwa 2.000m auf und konnten von dort aus erstmals den Gipfel erblicken, der von dort aus noch weit entfernt erscheint, dessen schöne Hänge aber auch gleich ins Auge fallen.

Beginn des Aufstiegs auf der Westseite

Am Hochpunkt der Talstufe angekommen öffnet sich im Nordwesten die Mulde hinauf zum Kleinen Gilfert, das Gipfelkreuz konnten wir durch den geringen Höhenunterschied von kaum 400Hm gut sehen.

zerfahrener Hang und altes Schneebrett oberhalb im Hangsteilsten

Der Kegel aus der Mulde zum Kleinen Gilfert vermittelt den besten Blick auf den Roßkopf und seine Mulden und Stufen vor dem Gipfelaufbau. Flach geht der Kegel auf die nächsten Kuppen im Südwestanstieg über und am Ende des Übergangs, bei dem sogar einige Höhenmeter eingebüßt werden, befindet sich der vielfach abgelichtete Bauwagen, der den Almleuten als Wetterunterkunft dient.

Autor vor dem Rosskopf

Kurz nach diesem erreichten wir eine Gabelung der Spur, die offenbar kurz vorher angelegt wurde. Links (südöstlich) könnte man über günstig liegende Kuppen im Aufstieg auf den Kamm vom Sidanjoch her wechseln, rechts, bzw. geradeaus legten Einheimische eine Spur entlang des Sommerweges auf das Pfundsjoch an.

der bekannte Bauwagen

Wiederum entschieden wir die weitere Route so, daß die rechte Talseite, die sonnige und südwestlich ausgerichtete, unsere Sympathie erhielt und dem Sommerweg weiter gefolgt wurde.

Bildmitte im Hintergrund – das Sidanjoch

Diese Entscheidung erwies sich später als goldrichtig und bot uns einen phantastischen Abschluß im Aufstieg.

Pfundsjoch voraus

Die Stimmung war perfekt und die Mühen des Aufstiegs traten angesichts der einzigartigen Landschaft mit der Erwartung des Gratkamms in den Hintergrund.

letzte Meter auf das Pfundsjoch

Am Pfundsjoch angelangt ahnten wir aufgrund seiner Beschaffenheit, daß der Gratkamm noch einige tolle Passagen bieten würde.

der schöne Gratkamm zum Rosskopf

Nach kurzer Pause und Betrachtung des langen Nurpenstales, von Innerst bis zum Rastkogel misst die Strecke der Schitour gut 10km, setzten wir den Weg auf dem Gratrücken fort und erreichten nach wenigen Minuten gleich eine schmale Stelle, die etwas ausgesetzt in den Kessel unterhalb, aus dem wir angestiegen sind, hinabstürzt. Die Stelle ist jedoch harmlos zu begehen.

die erste interessante Stelle am schmäler werdenden Grat

Gleich darauf folgt eine steile Flanke über etwa fünf Meter, mit westlicher Ausrichtung. Wir konnten sie dank guter Schneeverhältnisse gerade noch abrutschen.

der westseitige Abstieg

Im Fall, daß sie aper angetroffen wird, empfiehlt sich zur Überwindung das Abschnallen der Schi.

herrlich alpines Gelände

Die folgenden kurzweiligen Graterhebungen wurden rechts und links umgangen und nach einigen Minuten der Gipfelaufbau des Rosskopfs erreicht.

Querung nach Osten unterhalb der Felsen

Dort taucht die Route in den einzigen Schattenbereich seit dem Pfundsalm-Mittelleger ein und dieser – von kurzer Dauer über die untere Steilflanke empor – begleitete uns etwa 15 Minuten bis vor das Plateau oberhalb.

kurzzeitig größte Hangneigung bei der Querung nach Osten

In dieser Strecke liegen die schwierigsten Stellen des Aufstiegs. Zuerst wird knapp unterhalb der Felsen ein Steilhang südöstlich gequert, bei dem als Nordosthang die LWS beachtet werden muß. (Anm. d. Verf.: dieser Hang kann auch abgefahren werden kann – will man vom Gipfel auf das Pfundsjoch und weiter ins Nurpenstal – wobei hier von der Senke östlich unterhalb des Pfundsjochs wieder aufgefellt werden muß)

Aufstieg auf schmalem Hang nach der Ostquerung hinauf zur Westquerung

Anschließend dreht die Route auf schmaler Stelle mit einer Spitzkehre oberhalb eines Felssporns und führt in toller Kulisse zwischen Felsrippen und zwei Spitzkehren noch einige Meter hinauf.

durch Schmelzdeckel vereister Teil der Querung nach Westen

Nun quert die Route wieder nach Westen den gesamten Hang zurück. Dieser schattige Teil bescherte uns auf einem Teil einen äußerst harten Schmelzdeckel, auf dem die Kanten kräftig gesetzt werden mußten, um Rutscher zu vermeiden.

zwei Rippentäler werden durchquert

Nach der Querung zweier anschließender talwärts ziehenden Rippen tauchte die Spur hinter einem Felsvorsprung hervor, die Route lag wieder in der Sonne sowie das Gipfelkreuz wurde sichtbar.

bevor nach einer Linkswendung eindrucksvoll plötzlich Rosskopf und Rastkogel auftauchen

Von dem Plateau, das gleich nach der Wendung der Route in die Sonne anschließt, zieht sich der restliche, gut einsehbare Aufstieg auf den Gipfel des Rosskopfs. Er bietet keine schwierigen Passagen mehr und ist in zehn Minuten erreicht.

Restaufstieg auf den Rosskopf

Der kleine Gipfelbereich wird von einem mittelgroßen Holzkreuz aus 1983 geziert, auf dem der Spruch „nichts Gutes tun ist Böse genug“ eingeschnitzt wurde. Dieses deutsche Sprichwort kann – nach Nachforschung des Autors – niemandem in der Geschichte direkt zugeordnet werden, stellt also (vermutlich mit den Wurzeln in der Religion) allgemeines Volksgut dar.

Schidepot wenige Meter unterhalb Gipfelplateaus

Während wir die Gipfelpause hielten, sowie die Rundumsicht genossen stieg eine große Gruppe über das Sidanjoch her auf. Vermutlich jene, die wir im Schatten im Bereich des markanten Gebäudes (eher keine Alm) in halber Höhe am Hang auf der Ostseite sehen konnten.

Rosskopf, 2.590m

Der Rundblick am Rosskopf bietet einige interessante Gipfel in den Tuxern, aber auch im Karwendel und in den Zillertaler Alpen.

Blick vom Gipfel Ostnordost; im Vordergrund der Kamm vom Sidanjoch herauf (Normalanstieg)

Genau östlich gegenüber befindet sich der Kraxentrager, der Marchkopf und die Wetterkreuzspitze. Alle drei liegen im auslaufenden Kamm der Tuxer als Erhebungen, die für den Schitourenfreund von Belang sind. Am Bild kann die Rastkogelhütte auf dem Südhang unterhalb des Sidanjoches erkannt werden.

die Ostgrenze der Zillertaler Alpen und der Großvenediger Richtung Ostsüdost

Fast im Osten gelegen, genau auf OSO liegen weit im Hintergrund der Großvenediger in den Hohen Tauern und rechts davon die Reichenspitzgruppe in den östlichen Zillertaler Alpen.

im Südosten die zentralen Zillertaler Alpen mit der markanten Spitze des Großen Löfflers links der Bildmitte; rechts der Rastkogel

Weiters finden wir in Richtung SSO den markanten Großen Löffler und den Schwarzenstein, der schon fast hinter dem gegenüberliegenden Felsrücken verdeckt ist. Zum Abschluß – bevor das Rastkogelmassiv die Zillertaler Alpen verdeckt finden sich noch Hornspitze und Ochsner.

rechts neben dem Rastkogel der Olperer in der Ferne, im rechten Bilddrittel Geier, Lizumer Reckner und Reckner und Lizumer Sonnenspitze

Direkt im Süden liegt der die Gegend beherrschende Rastkogel, der ein tolles Tourenziel aus allen Richtungen darstellt. Wir haben eine Traumtour über das Nafingtal mit Überschreitung zum Rastkogel von der Halslspitze aus unternommen, siehe Link oben.  Natürlich sticht im Hintergrund König Olperer heraus.

im linken Bilddritten der weit entfernte Schrankogel, im Vordergrund mit dunkler Nordostflanke der Hippold, rechts davon die höchste Erhebung der Hirzer genau im Westen; rechts davon Einblicke bis weit ins Oberland

Im Westen ist sogar der Schrankogel in den westlichen Stubaier Alpen in 53km Entfernung zu sehen. Im Vordergrund dominieren Hippold, Grünbergspitze, Malgrübler und Hirzer. Der für das Auge noch halbwegs sichtbar und weitest entfernte Gipfel im Nordwesten ist die schöne Heiterwand in 78km Entfernung.

rein ins Pulververgnügen!

Die sichtbaren Gipfel im Karwendel und im Rofan, die der Autor als Schitour beschrieben hat, wären die Rappenspitze und das Kotalmjoch, jeweils links und rechts des Gilfert im Norden.

genügend Raum für schönes Schwünge

Mit zunehmender Überlastung des Gipfelplateaus rüsteten wir zur Abfahrt über die schönen Nordosthänge. Hierbei hatten wir ein wenig Vorsicht walten lassen, da wir das Gelände nicht kannten und den Spuren der beiden Einheimischen folgten, die perfekt zwischen den Felsköpfen durchzirkelten.

auf eine Flachstelle vor dem zweiten steilen Hangteil hin

Natürlich fanden wir auf dem nur mit sehr spitzem Winkel beleuchteten Hängen tolle Pulverschneeverhältnisse vor.

herrliches Gelände

Die Abfahrt führt lt. TIRIS durchwegs über Gelände mit einer Hangneigung bis 35° und im untersten Teil mit knapp 40°. Alle Passagen sind wir einzeln abgefahren.

Ansicht des Aufstiegsgrates von Südosten

Nach den tollen steilen Hängen wird das Gelände im Kessel sehr flach und es reichte gerade für ein wenig Fahrt des ungewachsten Schis.

vielleicht der steilste Abschnitt

Bis zum Bauwagen ging es ohne Schiebaufwand dahin. Am Bauwagen hat man mit wenigen Metern Gegenaufstieg die Wahl zwischen der Aufstiegsroute links vor dem markanten Felskopf, oder der Talstufe rechts von demselben.

der Autor brauste hinab und fand Gefallen am Hang

Wir beschlossen die Variante nach rechts zu nehmen, da die Spuren verrieten, daß wir über diesen Weg auch nach unten kommen würden und andererseits die wenigen Höhenmeter auf der Aufstiegsroute nicht mehr aufsteigen mußten.

an der letzten Talstufe vor dem steilsten Stück des Tages

Die Variante rechts führt über schmale steile Hänge hinunter und hat auch ihren eigenen Reiz. Bei entsprechender LWS ist hier jedoch Vorsicht geboten, die Hangneigung beträgt lt. TIRIS im steilsten Stück mehr als 40°, siehe auch die Bildgalerie.

die größte Hangneigung kurz nach der Einfahrt

Unten angekommen quert man wieder zum Pfundsalm-Mittelleger hinaus, etwas oberhalb an der Stelle an der die Entscheidung für den ost- oder westseitigen Aufstieg fallen muß.

der Hang im Rückblick

Auf der weiteren Strecke im hinteren Finsinggrund hatten wir versucht so hoch als möglich zu bleiben und konnten bis zur Brücke über den Finsingbach ohne Schieben abfahren. Die Schiebestrecke war dann etwa 200m lang und der Höhenunterschied beträgt vielleicht zwei Meter – also verkraftbar.

der letzte Steilhang im Rückblick

Über die Rodelbahn ab der Pfundsalm ging unsere Tour wieder hinaus zum Parkplatz Hochfügen.

gute Laune an der Pfundsalm

Als Einkehrstation empfiehlt sich das Gasthaus Schellenberg auf der Straße nach Fügen. Die Terrasse bietet ab Februar in der Nachmittagssonne einen tollen Tourenabschluß und die Qualität der Speisen kann sich sehen lassen (Schmankerl: Kasknödelsuppe mit Graukas!).

Ausklang auf gemütlicher Terrasse vor dem Gasthaus Schellenberg

Für diese Tour benötigten wir gesamt mit Pausen 5:02 Stunden. Der Aufstieg vollzieht sich über 1.110m (gemitteltes Log – Aufstiegsmeter/Abfahrtsmeter) und ausgiebigen 7,3km Strecke. Schitourenwissen und alpinistische Erfahrung mit Gratbegehungen sollten für den Schlussteil ab dem Pfundsjoch zumindest vom Verantwortlichen einer Gruppe mitgebracht werden. Ab Februar Fellwachs nicht vergessen!

Mils, 08.02.2020

Schitour Kraxentrager, 2.425m Hochfügen

Ungleich einfacher als ihr Pendant in den Zillertaler Alpen ist die Schitour auf den kreuzlosen Kraxentrager von Hochfügen in den Tuxern. Mit 925m Aufstieg kann sie als Familientour beschrieben werden, oder als eine Trainingstour für den Vormittag.

auf der Gratrippe, dahinter der Gipfel des Kraxentragers

Am Ende des Schigebiets Hochfügen folgt die Rodelbahn auf die Pfundsalm im hinteren Finsinggrund. Wer die Anfahrt bereits vor dem Rummel, der etwa kurz vor 8 Uhr in Fügen Ort beginnt (man fährt von Fügen gut 20min bis Hochfügen, vorausgesetzt man ist noch vor den Bussen), hinter sich gebracht und auf dem großen Parkplatz der Lifte Hochfügen angekommen ist, der strebt dem letzten Lift – dem Zillertal Shuttle (1.500m) – zu und erreicht zwischen der Talstation und dem Finsingbach (überbauter Durchgang) die Rodelbahn, dem Startpunkt der Schitour.

Start auf der Rodelbahn zur Pfundsalm

Der Aufstieg über die Rodelbahn bis zum Pfundsalm Niederleger (1.650m) führt zunächst entlang des Finsingbaches bevor sich das Tal etwas weitet und nimmt knappe 20min in Anspruch. Hinter dem Almdorf endet die Rodelbahn und beginnt die Schitourenspur recht flach über eine Kuppe auf eine Brücke über den Finsingbach, über die man links (östlich) die Talseite wechselt.

kurz vor der Pfundsalm – das Ziel schon im Blickfeld

Östlich beginnt der Aufstieg in moderater Steigung zu den Gebäuden des Viertelalm Niederlegers (1.740m), die bald erreicht werden und von denen aus man schon einen ersten tollen Blick auf das Talende des Finsinggrundes und des dahinter aufragenden Rosskopfs (2.576m), der den Talabschluß bildet und am Kamm zum Rastkogel (2.762m) liegt.

Rückblick auf den Pfundsalm Niederleger

Weiter führt die Route in Richtung Viertelalm Hochleger und bald gibt es eine Verzweigung, falls sie gespurt ist.

Aufstieg zum Viertelalm Niederleger

Es besteht dort die Möglichkeit weiter über den Viertelalm Hochleger anzusteigen und in einer weiten Rechtskurve im Kar unterhalb der Einsattelung zwischen dem Gipfel (der Berg heißt so) und dem Kraxentrager aufzusteigen, oder, an der Verzweigung rechts (südlich) weiter, eine breite flache Mulde durchquerend und auf eine schwach ausgeprägte Rippe direkt unterhalb des Kraxentragers, sowie auf dieser zum Gipfel.

an der Viertelalm wir der Rosskopf sichtbar

Die zweite Möglichkeit ist vielleicht im oberen Teil etwas steiler, jedoch landschaftlich lohnender als durch das Kar oberhalb des Hochlegers. Es ist aber auch möglich  auf jeder der beiden beschriebenen Seiten abzufahren und so die andere Möglichkeit anzusehen. Dieser Bericht beschreibt in der Folge die zweite Möglichkeit über die kurze Gratrippe.

kurz vor der Verzweigung

An der Verzweigung (etwa auf 1.860m) führt der Aufstieg also rechts (südlich) zunächst ein paar Meter in eine Bachverschneidung hinab und jenseits davon mit mäßiger Steigung auf eine kleine Baumgruppe zu.

Rückblick; die Verzweigung etwa in Bildmitte

Hinter dieser folgen ein paar Spitzkehren auf den steiler werdenden Hang hinauf, bis man oben auf die breite Gratrippe gelangt. Von dort hat man gleich bei der Ankunft zunächst einen Blick auf den direkt darüber liegenden runden Gipfel des Kraxentragers.

direkt unterhalb des Kraxentragers, rechts die Gratrippe

Man hat aber auch einen bärigen Blick auf den Rosskopf und auf den Rastkogel, dem fünfthöchsten Berg in den Tuxern, der sich weiter südwestlich vom Rosskopf befindet und von dort gesehen, die weit und breit höchste Erhebung bildet. Bis hierher benötigt man knapp eineinhalb Stunden.

auf der Gratrippe angelangt; der Kraxentrager direkt oberhalb

Nun geht es mit schönen Blicken auf die Umgebung und ein zwei Seitenwechsel ein kurzes Stück auf der Gratrippe entlang, bevor die Rippe über ein Couloir endet, das mit zwei drei Spitzkehren durchstiegen wird.

bäriger Blick auf das Talende im Finsinggrund

Am Ende des Couloirs beginnt der Gipfelaufbau des Kraxentragers. Zunächst führt der Anstieg auf den Gipfelhang zwischen Fels und Wiesenflächen hindurch, bevor er steiler wird und Spitzkehren notwendig werden.

die beiden voraus befinden sich bereits im Couloir nach der Rippe

Vom Aufsteilen weg sind noch knapp 150Hm zu bezwingen. Bei der heutigen Begehung fand der Autor die Spur im steilsten Stück mit einer sinnlos steilen Steigung vor, bei der jeder Schritt mit Rückrutschen verbunden war. Also wurden kurzerhand ein paar kleine Umgehungen als Spitzkehrenstrecke gespurt, um den restlichen Aufstieg angenehm zu halten.

unterhalb der steileren Passage des Gipfelhangs

Am Ende dieser etwa 50Hm langen steileren Strecke quert die Route recht flach auf die Einsattelung unterhalb des Gipfels zu. Bevor diese erreicht wird (sie liegt etwas tiefer), wendet sich die Spur scharf nach rechts, etwa 40Hm unterhalb, auf den flachen Gipfel zu.

Querung zur Einsattelung; der Gipfel des Markopfes nun zu sehen

Der Gipfel des Kraxentragers äußert sich als ein unscheinbarer runder Kopf, etwas abgeflacht und ohne jegliche Zier, auch nicht mit einer Schneestange versehen. Die nahsten Nachbargipfel stellen der 500m entfernte Gipfel (2.445m, der Berg heißt wirklich so) und der imposant anzuschauende Marchkopf (2.499m) in 1.440m Entfernung im Nordosten dar.

der Kamm nach Nodosten – Gipfel und Marchhkopf

Dem Kamm folgend, im Südwesten breitet sich der runde Rücken des Sidanjoches aus, hinter dem im Süden – nicht sichtbar – die Rastkogelhütte verborgen ist. Der Kammrücken nach dem Sidanjoch führt schlußendlich an das dominierende Massiv des Rastkogels heran, der vom Kraxentrager eine Entfernung von 5.3km aufweist.

am Gipfel des Kraxentragers angelangt; Blick auf Hochfügen

Der Aufstieg zum Gipfel des Kraxentragers dauerte gut zwei Stunden. Die Sicht war durch den Störungseinfluß leider sehr beschränkt und die Gipfelfotos vermögen wegen der diffusen Lichtverhältnisse allesamt leider nicht die wahre Schönheit der Gegend herauszuschälen.

der Kamm nach Südwesten – Sidanjoch und aufragend der Rastkogel, links die hohen Zillertaler im Nebel

Im Westen, rechts neben dem Rastkogel sind noch zwei höhere Gipfel, der Hippold (2.642m) und der Hirzer (2,725m) im Wattental in gut 10,5km Entfernung zu erkennen.

Anstieg vom Kreuzjoch, dahinter – nicht sichtbar – die Rastkogelhütte

Der Süden gab wenig her, obwohl vom Kraxentrager aus fast der gesamte Zillertaler Hauptkamm zu sehen wäre. Gerade noch auszumachen im Nebel waren die Nestspitze (2.966m) und links davon die Mittlere Grinbergspitze (2.867m).

Gilfert – rechte Bildhälfte

Die Abfahrt führt über leichtes abwechslungsreiches Gelände und bot nach den Schneefällen eine Woche zuvor recht vernünftige Schneequalitäten, wobei verblüffender Weise dir Mulden nicht unbedingt begünstigter von oberflächlicher Umwandlung zur bereits festeren Schicht waren. Allerdings bildete sich glücklicherweise über das Gros der Abfahrt noch keine ausgeprägte Harschoberfläche aus.

Rückblick auf den Anstieg der nun gut besucht ist

Im unteren steilen Teil, südlich der Viertelalm Niederleger und in der Abfahrt gesehen links vom Bach, ist der Schnee bereits stark verfestigt sowie verspurt und nur mehr mit entsprechendem Kraftaufwand zu befahren.

schön gestuftes Abfahrtsgelände

In normalem Tempo mit einigen Foto-, Trink- und Gipfelpause kann die Tour in etwas mehr als drei Stunden bewältigt werden.

Rückblick auf die nette Tour auf den Kraxentrager

Sie führt über 965m (rein geodätisch zwischen Parkplatz und Gipfel sind es 925m), die die Bergsteigeruhr angezeigt hat. Die Strecke ist mit etwas mehr als 4km relativ kurz, die Hangneigung durchwegs nicht steiler als 35° (nur kurze Partien und der beschriebene Gipfelhang mit der Höchststeigung).

Mils, 25.01.2020