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Schitour Peilspitze, 2.392 m

Ungewöhnlich erscheint der Aufstieg von Trins auf die Peilspitze durch oder neben den stählernen Schneebrücken der Lawinenverbauung des schönen breiten Südhanges der Bergschuppe, die am Gipfel jäh in die Matreier Grube abbricht. Genauso ungewöhnlich erfolgte unsere Abfahrt, die einigermaßen ausgeklügelt sein will, möchte man die schmalen Durchlässe der Schneezäune an der richtigen Stelle erreichen. Die kurze Schitour hat in jedem Fall ihren Reiz im sonnigen Gipfelhang der Kalbenjochmähder, mitsamt dem darunterliegenden langen Rücken der Zwieselmähder.

letzte Meter am Gipfelhang

Vom Gipfel der Peilspitze befindet sich das Kalbenjoch nordwestlich – durch einen Grat verbunden -, im Sommer über einen Steig zu begehen, auf dem mit Sicherheit nie Rinder getrieben wurden, wodurch die Lage der Flurbezeichnung „Kalbenjochmähder“ mit seiner Lage kaum in Zusammenhang stehen kann.

Peilspitze mit grandiosen Schitourenbergen im Hintergrund

Der Aufstieg auf die Peilspitze erfolgt von Trins. Bezüglich der Parkmöglichkeiten in Trins gibt es bei der Beschreibung der Schitour auf den Padasterkogel genaue Informationen. Bevorzugen sollte man den P4, er bietet eine längere Abfahrtsmöglichkeit dadurch, daß der Weg bis zur ersten Freifläche (Egarte) eher beschattet ist, als der Fahrweg auf die Almen.

zweite größere Freifläche im Burgwald

Momentan, Anfang März 2021, sind beide Zugänge zur ersten Freifläche im unteren Teil bereits ausgeapert, sodaß die Schi etwa 10 bis 15 min getragen werden müssen. Zum Zeitpunkt der Schitour auf die Peilspitze konnte man vom Parkplatz aus mit Schi loslegen und mußte nur bei der Abfahrt an zwei Stellen am oberen Weg für etwa 20 m die Schi tragen.

beeindruckendes Hochtal des Padasterkogels

Während des Aufstiegs durch den Burgwald, zu dem man sich auf der ersten Freifläche rechts hält und den Almenweg mehrmals kreuzt, wird das sonnige Ziel zwischen den Fichtenwipfeln sichtbar.

am Weg zu den Zwieselmähdern

Von dort noch nicht einsehbar ist der Aufstieg über den Rücken, der auf den breiten Flächen hinter der westlichen Abbruchkante zur Falschwernalm liegt. Kurz darauf folgt die Abzweigung des Almenwegs zum Padasterjochhaus bei der man sich geradeaus aufsteigend hält.

Windbruch am Kammrücken

Nach einer engeren Passage im Wald wird eine weitere Freifläche erreicht, von der aus der Rücken der Zwieselmähder besser einsehbar werden kann, sowie auch teilweise der Weg dorthin, zu dessen Abzweigung noch eine Viertelstunde aufgestiegen werden muß.

Blick nach Trins am Beginn des Bergrückens

Wir haben kurz vor der Wegverzweigung die Spur rechts abzweigend als Abkürzung genommen und somit den Bogen leicht abgekürzt.

erster Blick auf den Gipfelhang der Peilspitze

Der Weg führt nun entgegen des bisherigen nordwestlichen Aufstieges in die Gegenrichtung nach Südosten. Mit mäßiger Steigung nähert man sich dem Bergrücken und quert dabei einiges an Windbruch, das im Herbst quer über dem Weg zu liegen kam.

Aufstieg auf den Kamm

Gegen dem Kamm hin taucht der Weg selbst im Hochwinter mehr und mehr ins Sonnenlicht und ab der Kammhöhe befindet sich der gesamte, etwa noch 450 Hm lange Aufstieg völlig der Sonne ausgesetzt. Dies mag auch bei Frühjahrstouren beachtet werden.

Bilderbuchkulisse auf die Zwieselmähder

Die ausgedehnte Schleife der letzten Kurve des Almenwegs muß man nicht ausgehen, hierzu besteht der schönere Aufstieg durch den Wald, gleich bei einem gewaltigen Windbruch links hinauf, auf den Weg, der nun wieder nordwestlich verläuft und nach wenigen Minuten auf der Kammhöhe eine weitere Schleife beschreibt, der man nicht mehr folgt.

zauberhafte Kulisse am Aufstieg zur Peilspitze

Unter mäßiger Steigung zweigt die Marschrichtung geradeaus auf den spärlich bewachsenen Rücken ab, der nun immer flacher ansteigt, bis einige malerischen Almhüttchen passiert wurden und die Kalbenjochmähder beginnen.

Wasenwand (links) und Kesselspitze im Nordwesten

Vor der letzten Hütte steilt das Gelände auf, in Spitzkehren wird nun weiter gegen die Schneebrücken aufgestiegen. Atemberaubende Blicke nach Westen und Nordwesten bieten Sicht auf die schönsten Schitouren von Trins aus in der so einzigartigen dolomitischen Topografie des metamorphen Kalkkomplexes der Gegend.

im steileren Bereich nach den Zwieselmähdern

Am eindrucksvollsten erscheint die Kesselspitze im Nordwesten, der höchste Gipfel, der von Trins aus als Schitour zu unternehmen ist und zwei wunderschöne Anstiege aufweist. Der Normalanstieg wurde bereits auf diesem Blog beschrieben und die Beschreibung des Alternativanstieges wird in Kürze hier erscheinen. Beide Anstiege lassen eine Abfahrt jeweils auf der Gegenseite zu, wodurch eine unvergessliche Rundtour ausgeführt wird.

Blick auf den Blaser und die Blaserhütte

Über ein paar leichte Mulden führt die Route unter die Schneebrücken heran und die Geländeneigung steigt massiv auf knapp 35° und kaum mehr an. Diese Neigung bleibt im restlichen Aufstieg bis zum Erreichen der Grathöhe erhalten.

unterhalb den Schneezäunen am Aufstieg zur Peilspitze

Zunächst reichen im Steilen die Spitzkehren nahe an die Abbruchkante heran, bevor die Route im weiteren Aufstieg in die äußerst linken Schneezäune eintaucht und in deren Rhythmus jeweils den nicht übermäßig breiten Durchschlupf findet.

Aufstieg durch die Schneezäune auf die Peilspitze

Die Wahl der Route fiel bei unseren Vorgängern jeweils auf den ersten oder den zweiten Durchschlupf von links im Aufstiegssinn gesehen – der Höhenabstand der Barrieren eine neue Erfahrung beim Spuren und eine Ablenkung beim schweißtreibenden Aufstieg im Frühjahr.

Aufstieg durch die Schneezäune

An die zehn oder mehr Schneezaunlöcher werden bis zur Grathöhe durchschritten, bevor die letzten 100 Hm auf den Gipfel führen und die letzten Schneezäune rechts im Hang liegen bleiben.

einer der wenig breiten Durchlässe durch die Schneezäune

Mit phänomenalem Ausblick auf den nördlich gelegenen Serleskamm betritt man unterhalb des Gipfels den Grat.

in Richtung Grat unterwegs, etwa 100 Hm unterhalb des Gipfels der Peilspitze

Die Gratstrecke von der Kesselspitze bis zur Lämpermahdspitze vor Augen stiegen wir die letzten Minuten zum Gipfel der Peilspitze auf. Etwas unterhalb des Grates liegt das Kalbenjoch, Namensgeber der Mähder über die der Aufstieg bisher erfolgte.

am Grat entlang, im Hintergrund die Lämpermahdspitze

Trotz uneingeschränkter Sonneneinstrahlung, mehr wegen des unangenehmen leichten Lüftls, benötigten wir die Windjacken, um eine kurze Rast zu überstehen.

Serles von der Peilspitze aus betrachtet

Die Aussicht nach Norden, auf den östlichen Teil des Kamms mit dem Abschluß durch die  namensgebende Serles, öffnet sich erst am Gipfel der Peilspitze, so wie der Tiefblick nach Osten zum Blaser und in die Tuxer.

Kesselspitze und rechts Blick auf das Kalbenjoch

Freunde von hindernislosen Abfahrten werden die östliche Seite des breiten Hanges bevorzugen und unterhalb der Schneezäune wieder zu den Zwieselmähdern queren.

Blaser von der Peilspitze aus gesehen

Auf dieser Seite konnten wir zwar keine Abfahrtsspuren entdecken, jedoch ist dieser Teil zweifellos der zu bevorzugende, sollte man sich zu den Powderkings oder –queens zählen.

und in den Südwesten

Wir erklärten uns alternativ mit der Abfahrt durch die Schneezäune einverstanden und traten diese Route für die Abfahrt an, bei der sich einige schöne Szenen von den Brennerbergen der Stubaier Alpen bildlich einfangen ließen.

Abfahrt zuerst am Grat

Zwischen den Barrieren mag man etwas überlegt hinab schwingen, um die Durchlässe zu treffen, jedoch könnte man auch an deren äußerer Begrenzung zur Abbruchkante hin ungestört abfahren, wenngleich auch mit Bedacht.

bis zu einem Sporn mit sagenhafter Aussicht

Der untere, durch Barrieren ungestörte Teil der Abfahrt bietet einen wunderschönen Übergang zu den Zwieselmähdern und dem unbewachsenen Rücken bis hinab zum Almenweg.

bereits durch die Schneezäune hindurch

Unterwegs dorthin wird des Frühjahrs so manches Schäferstündchen bei den Hüttchen eingelegt werden, soviel steht angesichts der Szenerie fest.

am Ende das Kammes mit Talgegenseite

Die restliche Abfahrt am Almenweg bedarf lediglich der Erwähnung, daß es möglich ist eine der ausgeholzten Freiflächen zur verkürzten Abfahrt zu benutzen.

Padasterkogel mit der mächtigen Kirchdachspitze im Hintergrund

Die schöne kurze Schitour auf die Peilspitze absolvierten wir in 4:03 Stunden. 1.074 m sind ab dem oberen Parkplatz in Trins zu bewältigen und eine Streckenlänge bis zum Gipfel 5,6 km.

Mils, 04.01.2021

Schitour Lämpermahdspitze, 2.595 m

Mit ihrer Steilflanke auf den Gratrücken des Serleskamms beeindruckt die Lämpermahdspitze spätestens nach dem Durchschreiten der Matreier Grube, nach Ankunft im Karkessel unterhalb des Kalbenjochs beim Blick nach Nordwesten. Bis weit nach oben einzusehen, zieht sich der Steilhang aus dem Karkessel der Lämpermahdspitze entgegen, bzw. auf den Grat, südwestlich vor dem Gipfel. Der Hang erfreut sich durch die südliche Ausrichtung auch im Hochwinter exzellenter Beleuchtung und stellt somit über die letzten 500 Hm eine sonnige Schitour dar, die aufgrund ihrer Steilheit um 40° im Früh- und Hochwinter aber auch wohl geplant sein will.

Lämpermahdspitze, 2.595 m

Für unsere Begehung lag eine denkbar gute Grundeinstufung vor mit Stufe 2 (>2.200 m) und Schwachschichten im Sektor NW bis NO, jedoch mit Schwachschichten in Sonnenhängen >2.300m und schneearmen Stellen, sowie die berühmten Übergänge im kammnahen Bereich (allerdings herrschte in den Tagen zuvor Südwind, d. h. der Gratübergang lag im Luv).

Aufstieg über den Steilhang der Lämpermahdspitze von der Peilspitze aus gesehen (rechter Bildteil)

Ausgangspunkt bildete der geräumte Parkplatz bei der Matreier Ochsenalm von wo sich schon ein recht umfassender Blick über den gesamten unteren Teil des Aufstiegs bietet, sowie auch vom Tagesziel, der Lämpermahdspitze selbst. Leicht abschüssig geht die Reise neben den Loipenspuren los bis in den aufgelockerten Talwald hinein, vor dem die Mulde endet und mit leichter Steigung der Aufstieg beginnt.

Start vom Parkplatz bei der Ochsenalm

Nach 1,8 km und 200 Hm sanftem Anstieg erreichten wir eine steile Rippe, die ein enges Tal ausformte, mit sichtlich steilem Anstieg darüber. In der Meinung, daß der Aufstieg irgendwann auf die südliche Seite – in der wir von der Ochsenalm aus zwei Tourengeher aufsteigen sehen haben – überwechselt, stiegen wir im Couloir auf.

vor der steilen Talstufe in die Matreier Grube

Leider erfolgte kein Wechsel auf die Südseite der Talstufe unterhalb der Matreier Grube, das Gegenteil war der Fall. Die Spuren folgten etwa dem Sommerweg in – zu oberst – sinnloser Steilheit über durch Abfahrtsspuren verdichtete Schneeoberflächen in der Rinne.

rechts nach oben führen die Spuren

Endlich, an einer recht schmal werdenden Stelle im Couloir, querten sie Spuren auf die Begrenzungsrippe hinaus, jedoch nicht auf die erhoffte, sondern auf die nördliche.

auf der Rippe nördlich dem Couloir

Auf der Rippe mußten wir vorsichtig über die Latschen steigen, die sich teilweise durch die noch ungenügend dicke Schneedecke heraus bäumten.

wieder Richtung Süden zur Matreier Grube

Nach wenigen Dutzend Höhenmetern auf der Rippe verflachte die Aufstiegsspur und leitete fast eben auf das entfernte Weidegatter zu, hinter dem sich die Matreier Grube, eine leicht steigende Hochfläche mit nennenswertem Zunternbewuchs, ausbreitet.

in der Matreier Grube angelangt

Die Matreier Grube zieht sich mit durchschnittlich 13° über 240 Hm einen guten Kilometer gegen das Kalbenjoch hin und am Ende des Anstiegs in die Karmulde wird der steile Südhang der Lämpermahdspitze immer besser einsichtbar.

am Weg durch die Matreier Grube

Schattseitig über die gesamte Strecke erfolgte unser Aufstieg ohne Sonne zur Zeit der Wintersonnwende und zum Trost über den kalten thermischen Wind vom Kalbenjoch gereichten uns tolle Blicke auf den südlich gelegenen Grat mit einigen steilen Rinnen, die bereits befahren wurden.

Ende der Matreier Grube

Gegen Ende des Aufstiegs unter das Kalbenjoch blickten wir in einer südlich gerichteten Spitzkehrensequenz die schroffe Nordseite der Peilspitze, einem anderen tollen Tourenziel im so andersartigen Brennermesozoikum inmitten der Stubaier.

erster Blick auf den Südhang der Lämpermahdspitze

Schlussendlich hatten wir den Karkessel erreicht und anhand der Bilder ist auch ersichtlich, daß wir schon weiter unten eher nördlich hätten abzweigen sollen, um direkter an die Südflanke der Lämpermahdspitze heran zusteigen.

im Karkessel angelangt, vor uns der Südhang der Lämpermahdspitze

Andererseits ermöglichte unsere Position übersichtlichere Fotos von der Gesamtszenerie um die Erhebung mit dem seltsamen Namen „Ober der Mauer“ (auf den auch Schitourenbeschreibungen führen und die früher Kamplspitz genannt wurde) bis zur Lämpermahdspitze.

Steilhang der Lämpermahdspitze

Ein paar Minuten über einen Moränenhügel benötigten wir zur Nordquerung, zum Fuße des Südhangs, in dem eine Spur bis hinauf unter die ersten Felsen erkennbar war.

 

Ansicht talauswärts, im Hintergrund die Tuxer Alpen

Gleichzeitig tauchten wir in die sehr erwünschte Sonne ein, die weiter oben bereits tauenden Effekt auf die teilverfestigte Schneeoberfläche hatte und somit im steilen Gelände für gute Haftung sorgte.

Rückblick auf den Karkessel, im Hintergrund die Peilspitze

Unterhalb des ersten Felstürmchens (2.430 m, im Aufstieg links im Hang) eignet sich ein Schidepot, sollten die Verhältnisse eine weitere Schibegehung nicht zulassen. Wir nutzten die ausgekolkte Flachstelle direkt am Felsfuß als Trinkpause und beschlossen mit Schi weiter zu steigen.

am Weg zum untersten Felsturm

Zwei Kollegen, die bereits bei der Abfahrt waren, als wir unten in den Hang eingestiegen sind, haben anhand der Trittspuren offenbar ab dort ihr Schidepot angelegt.

Herwig am untersten Felsturm angelangt

Das Gelände wird ab dort steiler. Wir schafften den Aufstieg unter Schi bis zum nächsten Felsvorsprung, etwa auf 2.490m und ließen es dort bleiben. Die Schneelage nahm darüber deutlich ab.

die jungen Burschen haben uns überholt

Wir legten im Schutz des Felsvorsprungs das Schidepot an, so wie zwei recht fitte junge Burschen, die uns kurz vor dem Felsvorsprung überholten.

am Felsvorsprung, den wir als Schidepot nutzten

Die letzten 100 m stapften wir zweiter zum Gipfel, wobei die Grathöhe in einem Sattel etwa mittig im Anstieg erreicht wurde, der Hang dorthin seine größte Steilheit erreicht und bei unserer Begehung auf den letzten 25 Hm wenig Schneeüberdeckung zeigte – gut, das Schidepot bereits unterhalb angelegt zu haben.

im Stapfmodus geht es hinter den jungen Kollegen her

Der restliche Gratanstieg zur Lämpermahdspitze erwies sich recht breit und angenehm zu begehen. Es gibt ein paar kleine Stufen, im Wesentlichen steigt man aber auf einer schrägen Ebene zum Gipfelkreuz.

knapp unterhalb des Gratsattels; wie man erkennen kann wenig Schnee unterhalb des Grates

Das Gipfelkreuz auf der Lämpermahdspitze, eine schöne Schmiedeeisenkonstruktion mit einer ebenfalls kunstvoll geschmiedeten Dornenkrone um das Kreuzzentrum herum, beeindruckt weil nicht alltäglich. Das rostige Hufeisen bringt wahrscheinlich Glück, wurde aber sicher nicht vom Erschaffer des Kreuzes geplant, eher nachträglich ergänzt.

am Gratrücken zum Gipfel der Lämpermahdspitze

Der Sockel der Konstruktion trägt den ursprünglichen Bergsteigergruß „Berg Heil“, der mittlerweile nicht mehr allgemein in Gebrauch steht, mit Ausnahme des Handschlags am Gipfel.

bäriges Gipfelkreuz auf der Lämpermahdspitze

Trotz mittlerweile mäßigen Wetters besticht die Aussicht auf der Lämpermahdspitze. Die dolomitisch gebaute Serles im Norden kann wohl nur von diesem Standplatz aus so eindrucksvoll betrachtet werden.

Serles fast genau im Norden

Der Tiefblick auf die Waldrast läßt den unteren Teil der Tour gut erkennen, rechts dahinter der gerade Blick in das Navistal und die hohen Tuxer Gipfel.

Ansicht Bereich von Maria Waldrast mit dem Navistal im Hintergrund

Im Süden erhebt sich die Peilspitze und im Südwesten die Rötenspitze, der Muttenkopf und die Tribulaune, wovon der Obernberger Tribulaun als bäriges Schitourenziel begangen werden kann.

Peilspitze und Zillertaler Alpen im Hintergrund

Die Kesselspitze im Westen bildet die Verbindung im Serleskamm, dessen zweithöchste Erhebung sie nach der Kirchdachspitze sie darstellt. Ihr Gipfelbereich ist geologisch sehr interessant, er wird von roten Liaskalken gebildet.

die Tribulaune im Süden

Einer der Burschen, die uns überholten, nahm die Schi mit auf die Lämpermahdspitze und fuhr über den Grat zum Sattel ab.

majestätische Kesselspitze im Südwesten

Wir beobachteten seine Abfahrt aus der Scharte (über den südlicheren Teil des Hangs) und stellten fest, daß sich die Mühsal die Schi mit auf die Scharte zu nehmen nicht gelohnt hätte.

 

Tiefblick auf den Steilhang vom Gipfel

Um dem zwar nicht starken, aber lästigen Wind zu entgehen beschlossen wir ebenfalls den Gipfel nach Betrachtung der Umgebung zu verlassen und eine kurze Rast beim windstillen Schidepot einzulegen.

Abstieg über den steilsten Abschnitt zum Schidepot

Der Abstieg erwies sich angenehmer als beim Aufstieg erwartet. Mit den Fersen voran stiegen wir sicher zum Felskopf ab von wo die Aussicht diesmal sehr direkt ins malerische Valsertal beeindruckte. Tolle Schitouren können dort unternommen werden, unter anderem die Alpeiner Scharte, die Hohe Kirche, der Kluppen, das Sumpfschartl, die Saxalmwand und der Silleskogel, um die schönsten zu nennen.

herrlicher Ausblick vom Schidepot ins Valsertal; Hintergrund Zillertaler Alpen, von Olperer bis Wolfendorn

Zur Abfahrt sei zu sagen, daß sie für uns an diesem Tag in Ordnung war und sich nach mehreren Tagen ohne Schneefall, sowie viel an Sonnenbestrahlung natürlich keine Pulverabfahrt beschreiben läßt.

Abfahrt über den Steilhang

Der Gewinn am Erlebnis erfolgt im Winter durch den Aufstieg. Im Frühjahr mag das Firnerlebnis die Abfahrt aufwerten.

Schwünge ohne viel Druck

Im unteren Teil querten wir gegen den weniger sonnenbeschienenen Gratrücken Richtung Kalbenjoch wo sich durch etwas weniger Oberflächenverfestigung angenehmere Schwünge ziehen ließen.

Rückblick auf das Schidepot

Durch die Matreier Grube hinaus hielten wir und so südseitig im Tal (also auf der Nordseite der Peilspitze) wie möglich. Schollen und teilweise Rutscher deuteten am Hang auf die Schwachschicht hin, weswegen wir recht defensiv und einzeln abfuhren.

unterhalb dem Aufstieg zur Erhebung „Ober der Mauer“

Ziel war es, nach dem sonderbaren Aufstieg über den Sommerweg die alternative Wintervariante auf der orographisch rechten Talseite zu erkunden.

 

Ausfahrt aus der Matreier Grube – wir hielten uns so hoch wie möglich

Ziel war eine vereinzelte hohe Lärche, hinter deren Geländestufe wir des Morgens die beiden Tourengeher gesichtet hatten. Es gelang trotz des dort vorherrschenden Pulverschnees die Höhe zu halten und den Rücken zu erreichen, hinter dem sich die Talstufe in sichtbar angenehmerer Steigung aufsteigen läßt.

 

zwischen Felstürmchen hindurch auf die große Lärche zu

Es ist bei Betrachtung des dortigen Geländes sogar möglich den Übergang zur Matreier Grube wesentlich weiter unten als an der von uns angefahrenen Stelle zu wählen und somit keinen vermeidbaren Steilanstieg absolvieren zu müssen.

 

Blick über den alternativen (flacheren) Aufstieg im orographisch rechten Teil des Tales

Die Abfahrt durch das flachere Tal wartet zudem noch mit tollem aufgelockertem und kupiertem Waldgelände auf, durch das es sich fein fahren läßt. In unserem Fall war die Schneedecke mit einem bereits dermaßen harten Schmelzharschdeckel, daß unsere Abfahrt schweißtreibend und mit brennenden Oberschenkeln bis hinab zum flacheren Teil ausfiel.

 

Rückblick auf die Matreier Grube

Über den aufgelockerten Wald führt die Tour zur Ochsenalm zurück und etwa zweihundert Meter mußten wir die Schi über den Hauch von Gegenanstieg tragen.

 

Rückblick auf die Tour mit der Lämpermahdspitze im rechten Bildteil

Die Schitour mit dem rassigen Steilaufstieg absolvierten wir in 4:38 Stunden, incl.  etwa 30min Aufenthalt im Schidepot. Der gesamte Aufstieg beträgt 1.075 m und die Streckenlänge bis zum Gipfel knapp weniger als 4,5 km.

Mils, 20.12.2020