Archiv der Kategorie: Halltal

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Fallbachkarspitze (Große Wechselspitze) 2.316m

Eine ausgesprochen anspruchsvolle Tour auf eine kühne Felsschneide hinter’m Haus und Zwischenziel der Königsdisziplin auf der südlichen Seite des Großen Bettelwurfes ist die Fallbachkarspitze.

Gleich vorweg sei erwähnt, daß die Fallbachkarspitze – im Volksmund und in jüngeren Karwendelführern auch Große Wechselspitze genannt wird – und daß diese Bezeichnung nicht richtig ist. Die Wechselspitze ist der kleine Sporn südöstlich der Fallbachkarspitze, von der Fallbachkarspitze getrennt durch eine Schlucht, die man durchsteigt, wenn man ins Fallbachkar aufsteigt (im AV Führer Klier 1951, Überarbeitung 1978 wird sie nicht einmal erwähnt). Diese wiederum nennt man auch Kleine Wechselspitze.
Die Höhenangaben der Fallbachkarspitze in der alpinen Literatur schwanken von 2.316m bis 2.324m.

Blick vom Gipfel der Hüttenspitze zur Fallbachkarspitze

Blick vom Gipfel der Hüttenspitze zur Fallbachkarspitze

Vom Inntal aus, vor allem wenn man genau südlich in Gnadenwald oder Mils zur Fallbachkarspitze emporschaut wirkt sie so, wie sie auch während der gesamten Besteigung ab der Wechselscharte bleibt, eine ungemein steile, kühne Felspyramide, deren mittlere Hangneigung im oberen Teil – gemessen nach alter Väter Sitte mit dem Aufdruck auf der Hülle meiner AV-Karte (Karwendel mittleres Blatt) – die 50° Marke erreicht. Dies wird einem spätestens 50Hm nach der Querung der Markierung mit der Stange bewußt.

Wir sind heute zu dritt mit unserem Kollegen Bene und beginnen den Aufstieg vom Halltal vom Parkplatz bei der Sprungschanze durch den Wald und – unmarkiert und nicht gut erkennbar für den Erstbegeher – ca. 300m vor dem Klettergarten durch den Wald zur Halltalerhütte hinauf. Die Alternative wäre die Halltalstraße bei der ersten Ladhütte am Steig rechts zu verlassen und durch die Ladhüttenklamm aufzusteigen. Der erstgenannte Anstieg ist in der AV-Karte als offizieller Steig rot eingezeichnet.

Von der Halltalerhütte geht es durch Mischwald weiter in Richtung Alpensöhnehütte. Dort trifft man nicht auf Wasser, denn die lächerliche, dieser Tage allgemein am Berg anzutreffende Hysterie um Keimfreiheit hat die Alpensöhne – so scheint es mir – veranlaßt den Brunnen abzudrehen (wer genaues darüber weiß möge bitte die Kommentarfunktion nutzen und den Sachverhalt darstellen). Jedenfalls haben wir aus diesem Brunnen schon Hektoliter getrunken und leben weiter.
Ich möchte das Thema Wasser speziell für die Sommerbesteigung nochmals besonders erwähnen, da wir schon des Öftern auf der relativ kurzen Tour zur Fallbachkarspitze bei dreiviertel der Strecke ohne Wasser dagestanden sind.
Man kann aber ca. 200m vor der Alpensöhnehütte dem schwachen Steig nördlich folgen und kommt nach ein paar Minuten zu einer Bank mit „Gipfelbuch“ und steigt dahinter im Wald auf mehreren Steigmöglichkeiten weiter (Weidevieh hat hier einige Steige hervorgebracht und man tut sich schwer immer exakt der Markierung zu folgen, wenn man sie nicht vorausblickend ansteuert.
Jeder Anstieg führt aber letztendlich zu einer Verengung der Steigmöglichkeit oben und, gleich einem Flaschenhals, spuckt der Wald den Ersteiger aus und man findet sich mit befreitem Gefühl auf einer luftigen, kurzen und zunternbewachsenen Querung wieder, die man dann links wendend über eine Rinne (Ferkelrinne) verläßt und gut markiert links der Rinne hochsteigt.
Nach ungefähr 150Hm erreicht man eine mehr oder weniger ausgeprägte Schotterreise, deren schottrige Stellen man tunlichst versucht auszustellen. Diese unangenehme Stelle ist jedoch recht kurz und oben taucht man, weiter westlich als die Reise, wieder in die Zuntern ein und steigt – immer gut markiert – zur Hüttenspitze, oder wie sie richtig heißt, dem Halltaler Zunterkopf empor.

die Nagelwand

die Nagelwand

Von hier aus hat man einen ausgesprochenen Logenplatz auf das Ziel, die Fallbachkarspitze und man erkennt auch präzise die trennende Schlucht bzw. im oberen Teil die Rinne die die beiden eingangs erwähnten Gipfel separiert (wobei man erwähnen muß, daß die Kleine Wechselspitze kein eigentlicher Gipfel ist, sondern ein Grat, der sich von der Rinne südwärts zieht und der am Ende mit einer Steilwand zur Wechselscharte abfällt).

Wechselscharte ist das Stichwort, das den nächsten Etappenpunkt darstellt. So toll wie man die weitere Tour nach oben sehen kann, so gut sieht man vom Gipfelkreuz der Hüttenspitze auch nach unten zur Wechselscharte, die man nun ansteuert. Leider verliert man dabei ziemlich genau 100Hm, die sich am Gegenhang als mühsam wieder eingenommen erweisen.
So wie man den Gipfelrücken der Hüttenspitze betreten hat, so verläßt man ihn wieder rechts bzw. östlich, etwas südlich des zunternbewachsenen Grates auf gut sichtbarem und markiertem Steig. Nach zwei Minuten erreicht man dann an der Südseite steileres Terrain und steigt über dieses weiter hinab bis sich der Steig nordwärts wendet und über Wurzelwerk hinweg erreicht man eine kleine Rinne, ca. 15m hoch, die in das Verbindungsgelände zur die Scharte führt und nach unten hin flacher wird.

An der Scharte angekommen sieht man schon etwas oberhalb einen recht neu angelegten Klettersteig, den man sogleich in Angriff nimmt. Es ist dies die Nagelwand und sie ist sehr steil, also empfiehlt sich für den Erstbegeher und den Vorsichtigen ein Klettersteigset. Steinschlag haben wir dort noch nie beobachtet, jedoch ist ein Helm auch für die weitere Tour von Vorteil.

Am Ende der Nagelwand (auch Ende des Klettersteiges) dreht man sich außer Atem zur Hüttenspitze um und hat somit den Abstieg wieder kompensiert. Gleichzeitig ist es nun ziemlich heiß geworden, wenn man die Tour an einem wolkenlosen Tag unternimmt. Ab jetzt stellt sich die Frage nach dem Trinkvorrat…

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Durch die Zuntern und teilweise anstrengendes Gelände steigt man weiter, an der kleinen verwitterten Holztafel mit dem Abzweig „Fallbachkar“ bis zum flacher werdenden Rücken empor und achtet nun auf die Markierung mit einer Holzstange in einer Steinanhäufung. An dieser Stelle hat man die Wahl zwischen dem Grat und der westlich davon gelegenen Rinne.
Wir nehmen die Rinne und hoffen – je nach Tageszeit – auf einige schattige Stellen in dieser beim weiteren Aufstieg. Nach der Holzstange einige Meter abwärts und sogleich wieder steil über eine kleinstückige Reise hinauf bis die Rinne felsdurchzogen wird. Der weitere Anstieg ist sehr schön voraus zu sehen, da zwei Tage vor unserer Begehung (unsere Begehung fand am 9.6. statt) die uralten vergilbten Punktmarkierungen mit einer dunkelrot schimmernden Farbe streifig sehr schön sichtbar neu markiert wurde und auch das GB ausgetauscht wurde. Danke Mander!

Markierungsstange

Markierungsstange

Nun offenbart sich die Rinne mit ihrer extremen Steilheit über gute 250Hm bis zu einem schmalen Grat, der von der Hüttenspitze aus gut sichtbar ist. Hat man diesen erreicht steigt man, sich nach Osten drehend, über eine kleine noch steilere Rinne ca. 20m hinauf und befindet sich auf einem einladend flachen, wiesenbewachsenen Plateau mit – um diese Jahreszeit – im Sonnenlicht unerschrocken aufgerichtet und kraftstrotzenden Enzianen und Platenigln.

Basislager am Plateau

Basislager am Plateau

Das Plateau zum Verweilen genutzt und den weiteren Anstieg nun im echten Klettergelände gemustert steigt man nun an der Ostseite des Gipfelaufbaues zuerst einige Meter fast eben auf einem schmalen und dann breiter werdenden Band bis zur Einstiegstelle der Kletterei und befindet sich nur mehr ca. 50Hm unter dem Gipfelgelände. Die leichte Verschneidung gilt es nun zu meistern und wir haben sie vor sieben, acht Jahren auch nicht beim ersten Mal geschafft. Es gilt jedoch nicht die Nerven wegzuwerfen, denn die Verschneidung ist sehr gut mit festen Griffen und Tritten ausgestattet, hat an der schwierigen Stelle einige Klammern als Steig- und – bei Bedarf – Sicherungshilfe und formt sich im oberen Teil symphatisch eng, einem Mutterschoße gleich und beugt somit dem Kitzel der Ausgesetztheit vor.

die Verschneidung am Gipfelaufbau

die Verschneidung am Gipfelaufbau

Am Ende der Verschneidung wird es etwas luftiger und man wendet sich fast 120° nach links, umgeht einen Felssporn und ist am zuerst schmalen Grat, der sich nach wenigen Metern verbreitert und nimmt die letzten Höhenstufen zum ca. 100m entfernten Gipfel.

...am Ende der Verschneidung wendet man sich 120° nach links...

…am Ende der Verschneidung wendet man sich 120° nach links…

die letzte Markierung im Aufstieg

die letzte Markierung im Aufstieg

Die Aussicht zu allen Himmelsrichtungen ist phänomenal und entschädigt für die Mühen.
Im Norden das Bettelwurf-Osteck; es liegt ausgebreitet vor einem da und lockt mit einer wild aufragenden letzten Steilwand, die heuer auch noch gemeistert werden wird.
Im Süden das Wiesenplateau und die Felsabstürze des Ausläufers, im Westen der beginnende Eisengatterergat und die Bettelwurfhütte, gerade noch über dem Grat sichtbar, sowie im Osten die mächtige Formation der Hohen Fürleg, die mit den wild gezackten Fallbachkartürmen – dem Unterkiefer eines Raubtieres gleich – in Verbindung mit König Bettelwurf steht.

das Bettelwurf-Osteck

das Bettelwurf-Osteck

die Bettelwurfhütte hinter dem beginnenden Eisengatterergrat

die Bettelwurfhütte hinter dem beginnenden Eisengatterergrat

Hohe Fürleg

Hohe Fürleg

Der Rückweg von der Fallbachkarspitze wird normalerweise nicht angetreten, sie ist viel mehr Zwischenziel des Aufstieges zum Osteck des Großen Bettelwurf. So wie viele Tourenberichte es tun müssen auch wir den Abstieg als strapaziös und langwierig beschreiben. Man tritt ihn mit Vorsicht an, die Steilheit des Geländes läßt nur verminderte Gehgeschwindigkeit zu und oft muß man in der Rinne richtig abklettern. Man beachte dies bei entsprechenden Wetterbedingungen. Der Wetterschutz, den man bis zur Wechselscharte finden kann, ist kärglich.

die Aufstiegsrinne zum Plateau im abstieg

die Aufstiegsrinne zum Plateau im abstieg

Es gibt eine Möglichkeit am Verbindungsgrat zum Osteck zum Bettelwurfkar und weiter zum Eisengatterergrat zu queren und somit wäre man auf leichtem Abstiegsgelände und mit der Bettelwurfhütte sogar in Biernähe, jedoch können wir diese Variante noch nicht antreten und jetzt nicht beschreiben, da wir sie erst finden müssen. Und dies wird heuer von der anderen Seite im Aufstieg erfolgen, denn die Rinnen, die dabei in Betracht kommen, möchte man bei der Erstbegehung lieber aufwärts durchsteigen als abklettern.

das Gröbste geschafft

das Gröbste geschafft

Den Rückweg ohne nennenswerten Trinkvorrat gemeistert und die Wechselreise in Rekordtempo mit -80Hm/min auf der Vector genommen kann uns nichts mehr vor dem nahen Gh. Walderbrücke aufhalten. Ein Minigewitter ist auch schon im Anrollen.

ein Minigewitter treibt uns  die Reisen hinab...

ein Minigewitter treibt uns
die Reisen hinab…

Man rechne mit dem Aufstieg bis zur Hüttenspitze mit ca. 1:30 Stunden und bis man die gleiche Höhe auf der Nagelwand erreicht hat mit nochmals gut 30min. Von dort wird es mühsam und für den Aufstieg bis zum Plateau addiere man weitere 1:30 bis 1:45 Stunden. Den Gipfel ab dem Plateau erreicht man in 15 bis 20min.
Der Rückweg läßt sich in 2:30 bis 3 Stunden ausführen, vor allem wenn man die Reisen zum Abfahren nimmt. Sie sind in Summe 700m hoch und können über weite Teile benutzt werden.

Mils zu Sonnwend 2014

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Der Graben auf die Bettelwurfhütte

Nach dem Erlebnis mit der Kreuzotter letzte Woche hätte es eigentlich eine Foto- und Videopirsch auf eben diese Spezies werden sollen, aber aufgrund des zweifelhaft labilen Wetters wurde es die Entdeckung des Grabens, oder des Bettelwurfsteiges – wie auch immer ihn diejenigen die ihn (noch) kennen nennen – ein wichtiger und gleichzeitig erfreulich schöner Aufstieg auf die Bettelwurfhütte.

Dem Gelände nördlich der und, topografisch, oberhalb der „Sonnenbrücke“ sagt man zahlreiches Aufkommen der Kreuzotter nach. Genau dieses Tier war gestern Ziel meiner Begierde. Es sollen noch mehr Erlebnisse und Erkenntnisse für einen Artikel gesammelt werden.
Wenn die Sonne die Felsen links und rechts des Bachtales erhitzt, das vom wenig ausgeprägtem Kar des Kleinen Bettelwurf herabzieht, dann sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch die Kreuzotter anzutreffen und sie etwas näher studieren zu können. Mit diesem Motiv betrat ich gestern das Halltal und hatte die Akkus zur Pirsch voll geladen. Leider, und das fühlte ich recht bald, als die Nebelwolke über dem Halltal wegen der Sonneneinstrahlung und der dadurch steigenden Verdunstung immer undurchdringlicher wurde, geriet die Strahlungsintensität der Sonne zum fühlbaren Erliegen und mir war klar, daß ich die Tiere heute genauso vergeblich suchen würde, als Steinpilze um diese Jahreszeit. So sollte es auch bleiben.

Anstieg durch das Gerinne bis zum Wandfuß

Anstieg durch das Gerinne bis zum Wandfuß

Nach der Issbrücke stieg ich den Verlauf des Gerinnes auf, das bei Hochwettern tosende Wässer der „Platten“ dem Issbach zuführt und querte am Wandfuß ostwärts auf ein „Köpfl“ von dem aus der Steig durch den Bach beginnt. Dort, am beginnenden Wandfuß der Platten findet sich ein altes Seil, das den Einstieg weist und weiter ist der recht einfach zu findende und, zu meiner Überraschung, jüngst ausgeschnittene Steig stets am Plattenwandfuß angelegt. Man folgt ihm kaum fünf Minuten und kommt zu einem markanten Punkt, das man auch „Köpfl“ nennt. Eine tolle Aussicht auf das auswärtsziehende Tal bietet der Stand am Köpfl und am äußersten Punkt findet sich – wie soll es anders sein – ein Thron der Gamsböcke mit jeder Menge Losung derselben rundherum.

Blick vom Köpfl

Blick vom Köpfl

Es gibt zum Anstieg auf das Köpfl mehrere Varianten (siehe die Luftaufnahme), die aber alle nicht sofort von der Straße aus sichtbar sind, man muß sie suchen:

Detail Anstieg unten mit Varianten, das Köpfl rot markiert.

Detail Anstieg unten mit Varianten, das Köpfl rot markiert.

Nach Norden gewandt blickt man auf den mächtigen Bachverlauf mit seinen fahrzeuggroßen Kalkblöcken und dem weiß ausgewaschenen Gerinne.

An sich wäre hiermit der weitere Steig vorgegeben und diese Route bedarf keiner Beschreibung. Ich aber entdeckte eine recht junge – schätzungsweise kein Jahrzehnt alte – gelbe Markierung, der ich, magisch angezogen, vorerst folgte. Die ursprüngliche Aufgabe war unzweifelhaft nicht zu erfüllen und so packte mich der schon lange gehegte Wunsch, den alten Steig zu finden. Weiters reizte mich der Steig auch auch wegen der für Markierungen von Steigen ungewöhnlichen Farbe, markiert man öffentliche Steige doch ausschließlich rot.

gelbe Markierungen tauchen auf

gelbe Markierungen tauchen auf

Nach ca. 200Hm und in stetig nordwestlicher Richtung bestätigte sich meine bereits beim Einstieg gefühlte Vermutung, daß dieser Steig mit dem klassischen Plattensteig zusammentrifft und zwar ebenfalls bei einem kleinen Südausläufer der Platten.

 

fast Zusammentreffen mit dem Plattensteig

fast Zusammentreffen mit dem Plattensteig

Jedoch – und das war überraschend – endete die gelbe Markierung ca. 50Hm unterhalb des kurzen Grates des Südausläufers und exakt nordwärts war nun überraschend die übliche punktförmige rote Markierung zu sehen. Diesmal weitgehend vergilbt, ausgebleicht und schätzungsweise 30 bis 40 Jahre nicht mehr nachgezeichnet.
Sofort folgte ich dieser, ohne weitere Nachforschung um die gelbe Markierung in der vorher gezielten Richtung zu unternehmen. Nicht ganz konsequent, jedoch der Zielrichtung dienlich (die gelbe Markierung führt nämlich eher vom Graben weg als hin, die rote Markierung erschien eher dem Zwecke gerecht zu werden und wand sich nach wenigen Höhenmetern nach Nordosten, wieder dem Bachverlauf zu).

Dichter Latschenbewuchs seit dem Köpfl erforderte teilweise eine gute Portion Orientierungsvermögen und, ich erwähne es gerne, ich habe mich ein paarmal verstiegen und mußte zur letzten Markierung zurücksteigen und neu beginnen. Hiermit sei gesagt, daß die Pflege des Steiges am Köpfl endete und „mein“ Steig nun etwas besonders Altes darstellte. Dies vor allem im Teil mit der gelben Markierung, im Teil mit den vergilbten roten Markierungen war die Situation dann wieder besser.

noch immer Dickicht

noch immer Dickicht

Weiters sei erwähnt, daß über den gesamten Steig Hufspuren und Losung von Gämsen zu finden sind, Zeugnis darüber, daß sich diese Tiere überall aufhalten, auch in den tiefsten Unterholzverwachsungen.
Die alten roten Markierungen verschwanden plötzlich und ich zögerte zuerst mit dem weiteren Aufstieg des trotzdem makellos erkennbaren Steiges und hielt nach der richtigen Route Ausschau. Leichter gesagt als getan bei mannshohen Latschen, die jede Sicht auf Lichtungen und somit auf den Pfadverlauf verwehrten.

Jeder Bergsteiger kennt diese fast ausweglose Situation, ich hatte jedoch einen einwandfrei erkennbaren Pfad vor mir, allerdings nun ohne Markierungen. Es war also naheliegend den Verlauf weiter zu folgen und zu hoffen, er möge nicht nach einigen hundert Metern in einem undurchdringlichen Latschengarten enden. Er tat seinen Dienst und führte mich ins Freie.
Auf geschätzter Höhe von 1650m spuckte mich der markierungslose Steig aus dem Unterholz aus und ich sah mich fast inmitten einer ca. 15 Tiere zählenden Gämsenherde, die wild aufstob, als ich mit Stöckegeklimper, tief rotem T-Shirt und orangem Rucksack – die Farbenkomposition der Natur mit Füßen tretend – den kahlen Plattenrücken betrat.
Nach kurzer Orientierung ob eines weiteren günstigen Anstieges zur Hütte, nahm ich die kürzest mögliche Route ostwärts zum Bachbett, um dort, so hoffte ich, schnell und wenig mühsam weiter aufsteigen zu können.

bereits am Bach angelangt

bereits am Bach angelangt

Es war auch so, schnell, jedoch recht mühsam. Das Tiefste des Bachbettes war, wenig überraschend, ausgeschliffen und eher rutschig, die Flanken des Bachbettes eher griffig, jedoch mit mittelkörnigem Schutt übersät und somit auch rutschgefährdet. Keine Gefahr, aber dem schnellen Aufstieg nicht dienlich. Durch die Sucherei im Dickicht habe ich sicher in Summe eine halbe Stunde verloren. In dieser Tour ging es ca. 250Hm weiter, eine überwindbare Strecke.

Plötzlich sichtete ich auf einem fahrzeuggroßen Felsbrocken mitten im Bachtal eine deutliche rote Pfeilmarkierung in Richtung Osten und nach einem prüfenden Blick auf den weiteren möglichen Verlauf des Steiges war mir sofort klar wie es weitergehen sollte und zwar steil nach oben auf den Rücken, den man vom Tal aus so gut sieht und der die Stützen der Seilbahn trägt.

Aufstieg zur Schlucht

Aufstieg zur Schlucht

Um es vorweg zu nehmen, dieser Teil ist der schönste Teil des Steiges, aber auch der schwierigste. Die Schwierigkeit ist für einen versierten Bergsteiger im Karwendel eher klein bis gar nicht vorhanden, jedoch ist die teilweise latschenbewachsene ca. 60 bis 80Hm hohe Schlucht nicht immer mit gutem Griff- und Trittuntergrund ausgestattet. Wiesenbewuchs und Humuspartien komponieren teilweise eine rutschige Steilfläche die nicht zu unterschätzen ist. Allerdings ist ein uraltes 13mm Einfachseil als Notnagel angebracht, das an tadellos fest sitzenden Ringhaken befestigt ist. Wegen der zweifelhaften Restbruchkraft besorgt ergreift man es ungern, ich habe es jedoch getestet und für den Zweck des Aufstieges als für akzeptabel zur Sicherung mit normaler Armkraft empfunden (einen Sturz in dieses, oder die Belastung mit gesamtem Körpergewicht meide man jedoch mit allen Mitteln). Wie gesagt, man braucht es aber nicht wirklich.

die Steilstufen

die Steilstufen

Nach zwei Steilstufen, am oberen Ende mit einer kleinen Felsenhöhle mit Schutzgöttern geziert, verbreitert sich das Gelände mitten in seiner Gesamthöhe durch eine satt wuchernde steile Wiese, umrahmt von Latschen rechts und Felsen links, die sich am oberen Ende wieder verjüngt und eine von Hand geschlagene bzw. ausgeschnittene Schneise freigibt, die den weiteren Verlauf verrät.

 

Die Situation nach der Schneise durch einen Latschenrücken ist nun insofern überraschend als man, den obersten Punkt der Steilrinne erreichend über einen immensen Wurzelstock von armdicken Latschen steigt und nun nordostwärts blickend die Bettelwurfhütte in ungeahnt kleiner Distanz erspäht. Dieses Erlebnis ist den ganzen Steig wert!

die Hütte zum Greifen nahe!

die Hütte zum Greifen nahe!

Nach ca. 20m nordwärts trifft man auf den Steig, den die Ersteiger des Klettersteiges gehen müssen und der Blick zurück ist frappierend, man erkennt den Ausstieg aus der Steilrinne gar nicht mehr und jeder Klettersteigbegeher hat keine Ahnung woher man gekommen sein könnte, so ganz ohne Klettersteigausrüstung. Er erkennt von dort aus auch den Ausstieg aus der Schneise nicht, da sie perfekt getarnt ist.

unerkennbar der Übertritt aus der Schneise rechts

unerkennbar der Übertritt aus der Schneise rechts

die Schlucht in der Übersicht

die Schlucht in der Übersicht

Wenn ich eingangs gesagt habe, daß der Steig ein wichtiger sei, so meinte ich damit die Bedeutung die er in früheren Zeiten gehabt hat. Zum einen ist er – die Kenntnis über ihn und seine Pflege vorausgesetzt – ein – und davon bin ich überzeugt – schnellerer Aufstieg als über den Normalweg, zum anderen war er ein noch schnellerer Abstieg für den Hüttenwirt, beides zum Zwecke die Seilbahn zu bedienen, zu beladen, zu entladen. Und genau das berichten die älteren Halltalkenner.
Über den Normalweg hätte es für ihn bis zur Talstation der Seilbahn einen weiteren Aufstieg ab der zweiten Ladhütte bedeutet, wenn er von oben hinunter mußte und einen sinnlosen Abstieg vor dem Wiederaufstieg zur Hütte, wenn er wieder hinauf wollte. Aus diesem Blickwinkel erfährt dieser schöne Steig nun unversehens eine große Bedeutung und jeder alte Halltaler kennt ihn als den Aufstieg des Hüttenwirtes Peskoller.

die Übersicht komplett; die rote Route ist meine, die gelbe die Alternative durch das Bachtal, die "Direttissima"

die Übersicht komplett; die rote Route ist meine, die gelbe die Alternative durch das Bachtal, die „Direttissima“

Nun, eines muß man noch erwähnen: die Strategie dieses Steiges ist raffiniert, ist er doch einerseits so angelegt, daß man des frühen vormittags noch guten Schutz vor der voll einstrahlenden Sonne hat, weil das Bachtal im Schutze der hohen Rippe liegt, die vom Kleinen Bettelwurf nach Süden gesandt wird und deren Rücken auch die lawinenschutzbegünstigte Lage der Hütte bildet. Andererseits ist er die kürzest mögliche Verbindung vom Halltal zur Hütte. Ein Blick auf die Karte macht diese deutlich (man vergleiche die Normalroute rot mit dem Grabensteig oder Bettelwurfsteig grün ab der zweiten Ladhütte; die strichlierten Routen sind Varianten die es gibt, denen ich aber (noch) nicht gefolgt bin):

der Anstieg komplett in der Karte; strichliert die Varianten

der Anstieg komplett in der Karte; strichliert die Varianten

Den Plattensteig sieht man links der Platten. Diesen habe ich bereits früher beschrieben, siehe Schlagwörterwolke bzw. frühere Artikel oder nutze die Suchfunktion.

Eine kurze Beschreibung des weiteren ansteiges ab der Hütte zum Kleinen Bettelwurf findet sich auch auf einem Blog eines Kollegen bei Hikalife

Mils, 01.06.2014

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Abstecher zur Erkundung auf die Bettelwurfhütte

Das bescheidene Wochenendwetter ließ den geplanten Schiausflug nach Ischgl nicht richtig zu und so trieb es mich heute hinaus, um zumindest die Lage auf dem Südhang des Bettelwurf zu erkunden.
Ganzen drei Neugierigen begegneten mir am Steig zur Bettelwurfhütte. Später erfuhr ich, daß auch jemand von der Hütte über meinen Lieblingssteig, den Jagersteig, abgestiegen ist. Hiefür war ich zu spät dran.

Die Herren Bettelwürfe hüllen sich heute in Schweigen

Die Herren Bettelwürfe hüllen sich heute in Schweigen

Der Weg fast völlig schneefrei, drei ca. 100m lange schneebedeckte Wegabschnitte nach dem Juchetzer – in den Teilen die spät am Tag mit Sonne gefüllt werden – zeugen bei tiefem Einsinken bis über die Knie von des Winters Pracht. Das war es aber dann auch an Störquellen am Steig.

Mit schlechter Zeit das erste Mal heuer hinaufgestolpert, der erste Blick ins innere Halltal.

mäßiger Wind auf Hüttenhöhe

Reste von Dachlawinen der trotzenden Festung haben den Brunnen fast begraben.

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Der Blick zum beliebten Steig zeigt einwandfreie Begehungsmöglichkeit. Hier kann man sich arg verschätzen und auch wir hatten schon Versuche, bei denen wir knietief jeden Schritt mühsam erkämpften und allein für die Querung bis vor die Hohe Wand gut die doppelte Zeit benötigt haben.

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Die Hinterseite der Hütte zeugt schon noch von der Gewalt des Winters. Die Dachlawinenreste sind an ihrer Front zur Hütte noch immer so hoch wie die Hüttenmauern.

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Hier wird man noch eine ganze Weile figeln können…

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Rechts unten, mittig und links oben sieht man die Reste des Winters am Steig recht gut. In Summe vielleicht je 100m des Weges.

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Beim Abstieg im diffusen Licht die sonnenbeleuchtete Wechselscharte eingefangen. Mit dem Auge besser sichtbar als mit der Linse.

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Die Geiß mit einem Jungtier als Belohnung nach der ersten Begehung heuer mit über 1.000Hm.

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Ja, bald beginnt die Saison. Und trotzdem ein komisches Gefühl im Bauch; der Winter war heuer zu milde, ob das noch ein Nachspiel haben wird? Dann, wenn wir es nicht mehr brauchen?

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Mils, 05.04.2014

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Hochmahdkopf kalt/warm

Die Idee für die heutige Trainingstour war, über das Eibental und den, am horizontalen Weg nach dem Ende des Eibentales Richtung Magdalena abzweigenden Steig auf den Hochmahkopf zu nehmen und vorne über den Rädermacher abzusteigen. Mehr werde die Schneelage noch nicht zulassen, dachte ich mir.

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Die Wahl war deshalb so überlegt, weil ich erst um 12:30 Uhr vom Parkplatz Sprungschanze losmarschieren konnte und gegen 15:30 wieder zuhause sein sollte. Es sollten also schnell Höhenmeter gemacht werden, obgleich ich ahnte, daß der Aufstieg am Nordhang beschwerlich werden würde.
Nun habe ich den abzweigenden Steig nicht gefunden, da die Situation mit der Holzschlägerung des Sturmbruches im letzten Sommer und jetzt offenen Schneise, anders war als ich es in Erinnerung hatte. Daher fand ich die Abzweigestelle nicht und die Schneedecke tat ihres dazu, daß die Orientierung nicht genügte um den Plan auszuführen.

am nordseitigen Hang teilweise noch ein "guter Meter" Schnee

am nordseitigen Hang teilweise noch ein „guter Meter“ Schnee

Also nahm ich die weitere Strecke Richtung St. Magdalena, ohne Höhengewinn. Kurz vor der offenen Wiese bei St. Magdalena bog ich links aufwärts ab und wußte, den Normalweg auf den Hochmahdkopf in Bälde zu kreuzen, was nach einigen Minuten geschah.
Der weitere Aufstieg erwies sich zum Teil als recht mühsam, da auf den offenen Wiesen im Schatten des Nordhanges noch gut ein Meter Schnee lag, der das Fortkommen trotz Steigspuren erheblich erschwerte.
Drei Unerschrockene, mit kurzen Hosen, T-shirts und Turnpatschen begegneten mir im oberen Teil, kurz bevor sich der Steig in den sonnigen Teil nach Süden wendet. Klar, daß der Aufstieg in dieser Ausrüstung angenehm war, jedoch wußten sie noch nicht was im Abstieg vor allem die Füße wartete. Ich bin mir sicher, daß es in der Magdalena eher um das Aufwärmen ging, als um Bier.

Hier profitieren schon einige von den Bergtouristen

Hier profitieren schon einige von den Bergtouristen

Trotz der teilweisen lockeren Tritte und Einsinken bis weit über das Knie hinauf erreichte ich den Gipfel des Hochmahdkopfes trockenen Fußes. Wie mit einer Schnur gezogen wechselte ich auf der Rückenhöhe den beschneiten Teil mit einem staubtrockenen Teil des Steiges und stieg die letzten Meter zum GK hinauf.
Knapp zehn Besucher waren heute vor mir hier wie das GB verriet.

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Die Situation des Brandes zeigte genau die beschriebene Trennlinie wie die Schneedecke, südlich des Rückens verbrannte, nördlich davon intakte Zuntern. Verblüffend ist die Nähe zwischen Inferno und intakter Natur; die Fotos zeigen dies recht gut.

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Die schlimmste Auswirkung zeigte sich beim Abstieg gleich nach dem Wegweiser. Auf der gesamten sichtbaren Breite sind hier die Zuntern vernichtend verbrannt, die östliche Begrenzung sieht man zunächst nicht, die östliche bildet der Steilabbruch des Hanges.

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Kaum erkennbar aber die Kameraden Ameisen buckeln schon wieder, es geht aufwärts!

Kaum erkennbar aber die Kameraden Ameisen buckeln schon wieder, es geht aufwärts!

Weiter unten am Rädermacherkopf sieht es besser aus, dort kommt man wieder ins Grün hinein und es wird deutlich erkennbar, daß teilweise nur das dürre Gebirgsgras gebrannt, oder geglimmt, hat und der Bestand an Zuntern und Nadelbäumen im überraschendem Anteil wenig angegriffen bis unversehrt geblieben ist. Einige wenige, große Laubbäume haben, trotz sehr versengter Wiesen in deren Umkreis, das Inferno absolut unversehrt überstanden und zwar nicht einmal im unteren Stammbereich versengt.

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Während des weiteren Verlaufes des Steiges trifft man die Bilder der nahen  Verhältnisse von Zerstörung und Intaktheit dutzende Male an.
Der westliche Teil der Schadensfläche ist leider jener, der mit Lawinenschutzbauwerken versehen war und von denen der Großteil verbrannt ist bzw. unbrauchbar wurde. Ich schätze vorsichtig, daß es sich um 100-200lfm Schutzbauwerke aus Holz handelt. Diese gilt es nun recht rasch aufzubauen, da die auch vor dem Brand kaum bis gar nicht vorhandene Vegetation, keine Rückhaltung von Lawinen ermöglicht. Der Teil an wirksamer Vegetation für die Rückhaltung von Lawinen, die verbrannt ist, erscheint in diesem unteren Bereich flächenmäßig als geringfügig.

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Über den weiteren Verlauf des Steiges ist zu sagen, daß im unteren Teil noch ein beträchtliches Stück des Hanges mit Zuntern, ca. 200Hm über dem Runstboden vollkommen zerstört wurde und die letzten Spuren von Brand (hier nur mehr das Gras, keine Bäume mehr) im Wald, ca. 80-100Hm über der Rodelhütte Runstboden zu finden sind.

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Bis hierher reichte der Brand

Bis hierher reichte der Brand

Blick bergab Richtung Rodelhütte, keine Spuren mehr zu sehen

Blick bergab Richtung Rodelhütte, keine Spuren mehr zu sehen

Alles zusammen doch ein immenser Schaden an der Natur und zum kleineren Teil auch am natürlichen Schutz vor Lawinen (der erheblich größere Teil an Lawinen des oberen Teils über 1.500m würde südöstlich in die Rädermacherklamm abgehen und stellt weniger Gefahr für die Infrastruktur im Tal dar).

Es bleibt abzuwarten, ob dem ehrlichen, jungen Mann die Leviten sehr streng gelesen werden, was auch für die Gesellschaft unvorteilhaft wäre, wenn es so wäre.
Den Vorwurf der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst wird er sich aber dennoch gefallen lassen müssen. Weiters bleibt zu hoffen, daß er daraus gelernt hat und das Rauchen bleiben läßt.

Mils, 30.03.2014

Der Jänner 2014 – bildlich festgehalten im vorderen Halltal

Nach nunmehr gut sechs Wochen hier ein schwaches Lebenszeichen  von „Bergsteigen hinter’m Haus“.
Die hektische Vorweihnachtszeit und die Schi-Renntätigkeit – auf der anderen Talseite und anderswo –  ließen keinen Freiraum, um die Wandlungen von Natur und Jahreszeit im Halltal zu erleben und festzuhalten. Alle Aktionen fernab der passierenden Natur im Halltal haben aber auch ihre gesellschaftich/sozialen Berechtigungen und möglicherweise ist die lange Pause auch eine Kreative gewesen; für die Leistungsbereitschaft in eineinhalb Stunden die 600Hm zur Winklerhütte und zurück zum Parkplatz bei der Sprungschanze war die Pause jedenfalls gut.

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Die heutige „Blitzrunde“ über die, von der I. Ladhütte nordöstlich abzweigende Ladhüttenklamm führte mich vorbei an den beiden freundlichen Baumgeistern – möglicherweise junge Verwandte des gewaltigen, mächtigen Bettelwurfgeistes?
Die Matschgerer am Fuße des Halltales in Absam und Mils mögen mehr über die Verstrickungen und Verwandschaften dieser Erscheinungen wissen, ich mag die Gesellen jedenfalls auch ohne genaue Kenntnis der Mythologie die sie umgibt gerne sehen und mußte heute mitfühlen wie sie  nach Schnee auf ihren Häuptern bettelten.

Am weitern Weg fand ich die leicht bewaldeten wiesen unter der Halltalerhütte im selben zarten Beige des vor vielen Wochen endenden Herbstes wieder. Ohne jeden Schnee eine traurige Erscheinung im Jänner eines Alpenjahres.

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Auf der Winklerhütte angelangt erwischte ich „au point“ die Verdunkelung durch die verschwindende Sonne hinter der, vom Hochmahdkopf östlich herabziehenden Flanke.

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Interessante Lichtverhältnisse, die per Foto gar nicht so voll und prächtig wiedergegeben werden können, versuchte ich in den knappen Minuten einzufangen.

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Temperaturen die mich sogar während des Abstieges über die Halltalerhütte schwitzen ließen erinnerten mich eher an einen März Nachmittag. Der Blick ins tiefe Halltal mit der noch winterlichen Speckkarspitze und der orange Farbton auf Wechselspitze und Fürleg waren um dreiviertel Fünf phantastisch anzusehen.

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Die Hoffnung bleibt, daß das wichtige Weiß im Halltal bald folgt und einige Wochen lang andauert, damit für die richtigen Abläufe in Flora und Fauna in den nachfolgenden Jahreszeiten gesorgt ist.

Mils, 12.01.2014

Bettelwurfgeist

Entwicklungen im Halltal aktuell

22.11.2013, es ist soweit: rechtliche Gründe werden vorgeschoben, daß man das Naherholungsgebiet für die Öffentlichkeit dauerhaft unbefahrbar machen will. Gratulation an die alles und immer weiter erstickende, importierte Lawyer-Kultur die die Alte Welt heimsucht und derer sie nicht bedarf. 700 Jahre lang hat es funktioniert und man hat durch die Nutzbarmachung der Befahrung davon gelebt, jetzt kapituliert Homo Sapiens vor seinen eigenen Rechtsvorstellungen, erklärt sich selbst der Entscheidung unmündig und führt dazu die Sicherheit ins Treffen. „Mind the gap!“, für mich gewaltig wie wenig Bürger sich davon beeindrucken lassen!

Vielleicht findet sich mit wechselnder Politik eine Rückkehr zur Vernunft; solange: Halltal R.I.P.!

http://tvthek.orf.at/program/Tirol-heute/70023/Tirol-heute/7162782/Keine-Autos-mehr/7164826

 Bettelwurfgeist

17.11.2013, „per aspera ad astra“, vom Nebel in die Sonne. Traumhafte Farben und Blicke heute Nachmittag im Halltal:

Man genieße 3×20 Sekunden Stimmen aus dem Halltal:

ein schöner Tag im ewig begünstigten alpinen Gelände

10.11.2013, Fotos der Bettelwurfreise:

Was mag da wohl los sein, die Situation sieht seit zwei Wochen kaum unverändert aus?

26.10.2013, Fotos der Bettelwurfreise:

20.10.2013:

Siehe Artikel über die Maßnahmen an der Bettelwurfreise vom 20.10.2013

18.05.2013:

Aufgrund des Artikels in der letzten Ausgabe der Bezirksblätter ist leichter Jubel angesagt, soll doch das Gasthaus St. Magdalena von der Gemeinde Absam übernommen und wieder zugänglich gemacht werden.
Die Besucherzahl des inneren Halltales ist nämlich im Herbst 2012, nach der Schließung von St. Magdalena, drastisch zurückgegangen, da für die meisten Besucher nach 600 Höhenmeter Aufstieg auch eine Einkehr zur Stärkung dazugehört. Jeder der sich häufig im inneren Halltal bewegt hat das deutlich gespürt.

Hoffen wir das Beste, Berg Heil!

23.12.2012:

Stimmung am Vorweihnachtsabend in Karls Kapelle und beim Rückweg mit zunehmendem Mond:

Die Halltaler haben uns ein nettes Bäumchen geschmückt.

Wenige Tage noch bis zum Vollmond am Freitag und bis zum Wetterumschwung.

Oktober 2012:
Alte Steige neu entdeckt? Aufmerksam im Heimatgebiet haben wir alte Steige ausgemacht.  Schaut euch das bitte auf der Hauptseite unter „Oktober 2012“ an.

Einen Artikel vom Juli 2012 über die traurigen Entwicklungen im Halltal anno 2012 findet ihr auf der Hauptseite unter unter „Juli 2012“.
Aktuell seit Saisonbeginn 2012:
Über die Unbillen mit der gesperrten Halltal Strasse in den folgenden chronologischen Berichten möchten wir den Bewohnern der Region bzw. Interessierten unserer Homepage die Auswirkungen dessen etwas näherbringen. Vielleicht entwickelt sich dadurch doch noch ein eine etwas andere Speisekarte für die Bevölkerung als die beiden verfügbaren Menüs:

‚merican Ass-covering, simmered by laywers and seasoned with Edfagan-dip

und/oder

Eierlosigkeit auf Neo-Tiroler Art, gerührt und apodiktisch abgeschmeckt im Pfandl

Die Gastwirtschaften oben und unten im Halltal haben besseres zu bieten…
Man wird sehen was sich auf den Plan rufen lässt.
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7.6.2012, Speckkarspitze in 3:50
Am Vorwochenende konnten wir nur samstags als kurze Trainingseinheit den Klettersteig einschieben, das Tennisturnier von Nina und Training von Maurice ließ keine größeren Aktionen zu.
Zu Fronleichnam jedoch konnte ich, leider alleine, einen schönen Tag mit einer, angesichts der noch ganz jungen Saison, ansprechenden Tour erleben.
Immer genötigt die richtige Planung der Bergfahrt durch die absolutistische Abriegelaktion der Straße durch die Gemeinde Absam zu wählen, entschied ich mich einmal mehr Parkplatz und Golden Gate Bridge nicht zu betreten und radelte neben diesen Trojanischen Pferden im Wald vorbei.

Obwohl bald 10 Uhr und traumhaften Wetters, waren, außer einigen mehrspurigen Fahrzeugen, kaum Pilger des sonst so beliebten Halltales anzutreffen. Erst über den Herrenhäusern ein bekannter Kollege, mit dem ich ein Stück des Weges bis zum Wasserbergstollen teilte. Die Pulsuhr piepste dann schon einige Minuten, weil unter 110 und ich machte mich, nach auftanken mit Salzbergwasser, eilig auf die Socken, die restliche Kuppe über das Issjöchl und dann runter zur Pfeis.
Es blüht überall, kräftige, leuchtende Farben, das sind tolle Anblicke und diese treiben mächtig an. Die Reiße hinauf, nicht den langen Umweg über die Straße, und mit überraschend wenig Zurückrutschen über die eh‘ schon recht abgegangene Reiße, die nach einer langen Tour abwärts sehr beliebt ist.
Es erscheint am Ende der Reiße, daß man schon halb am Lafatscher Joch wäre, jedoch zieht sich und zieht sich die Straße bis dorthin wo der der Jager nimmer fahren kann. Und dann ist man immer noch nit am Joch oben…

Ein Apfel und ein guter halber Liter aus der Sigg tun am Joch das ihrige, um mich für den weiteren Aufschwung zu stärken. So schaffe ich die Strecke der „hundert Wege“, wie ich sie nenne, bis auf den oberen, wieder flacheren Teil in guter Zeit, immer knapp unter oder über 170, meint die Pulsuhr.
Dort wo die leichte Kletterstrecke beginnt ist dann schlagartig auch die unangenehme Thermik von Süden zu Ende, einerseits wegen der Deckung, andererseits weil die Sonne nun komplett verdeckt ist und recht dunkelgraue Wolken immer mehr in meine Marschrichtung ostwärts ziehen.

Zum Frühstück hätte es vielleicht mehr als ein Apfel und ein halber Liter Tee sein sollen dachte ich, als ich auf den letzten hundert Hm verhungert bin und alle paar Minuten kurz verschnaufen mußte. vielleicht hätte ich dann fünf bis zehn Minuten gespart? Egal, die 3:50 für die 2.000Hm von zuhause aus (ab Mils 630m) sind nicht so übel für das Frühjahr und Einem der 55h/Woche sitzend zubringt.
Für den Abstieg habe ich dann beschlossen nach ca. 300m ostwärts am Normalabstieg nach Süden in ein sehr langes Schneefeld abzusteigen (nur ca. 30Hm) und lässig auf den Bergschuhen abzufigeln. Eine lustige Sache, mit Manuel schon vielfach vom Stempeljoch praktiziert.
Im Nu am Weg zur B’wurfhütte und nochmals nach der Felsumrundung auf den Jagasteig abgefiegelt (ja, ein kleines Schneefeld ist auch hier noch zur Abstiegserleichterung vorhanden) und dann noch 30min abwärts über die lange Reiße westlich unter der hohen Wand, die Bergschuhe mit der alten Bürste von Hans am Bach geputzt und rechtzeitig am Weg zu Werner und Brigit in die Nachmittagssonne eingetaucht.
Ein Spitzentag mit Sonnenbrand im Nacken und schneller Heimfahrt mit Radl; für den der’s packt von ganz außen.

28.05.2012, Lattenspitze in 2:59h

Nach allerlei kurzen Trainingstouren im Mai haben wir, im Einklang mit dem richtigen Wetters zur richtigen Zeit, wieder einmal etwas größeres als Frühjahrstraining unternehmen können und sind zur Lattenspitze aufgebrochen.
Immer dem neuen Zwang der Überlegung gebeugt, wie die Anreise zum Kerngebiet der Tour erfolgen soll, haben wir uns für die einzig logische Variante entschieden, von zuhause aus mit dem Radl bis zum Parkplatz beim Ferdinand und von dort weiter wie es sein soll und immer war.
Natürlich mieden wir das Symbol der Potentaten der Halltal Straße, die Golden Gate Bridge beim Hackl. Nicht nur die Durchfahrt sondern auch den Parkplatz. Wieso wird man hier noch lesen.
Wir nehmen also nun den Waldweg über die Sprungschanze und binden bei der Freiung wieder in die Halltalstraße ein auf der uns einiges an mehrspurigem Verkehr begegnet. Seit dem Räumen der Lawine beim Wasserwerk ist das auf der gesperrten Strasse unverändert.

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Traumhafte Farben und Blicke im Halltal

„per aspera ad astra“, vom Nebel in die Sonne. Traumhafte Farben und Blicke heute Nachmittag im Halltal:

Man genieße 3×20 Sekunden Stimmen aus dem Halltal:

ein schöner Tag im ewig begünstigten alpinen Gelände

 

Bettelwurfreise im Halltal aktuell

Wer dieser Tage die, in ihrer Rechtfertigung fraglichen, Maßnahmen an der Bettelwurfreise im Halltal beobachtet, der muß sich einfach Fragen stellen.

Die Schneise für das schwere Gerät führt bereits bis zum unteren Ansatz der Wechselreise hinauf. Oben wurde ein kleiner – offenbar temporärer – Damm geschüttet.
Das Latschenfeld nach dem Buchenwaldele wurde mit einer Baustraße durchpflügt, die etwas oberhalb des Normalweges steil ansteigt und in die Falllinie der Bettelwurfreise einbindet. Weiter führt sie dann in der Steigung der Bettelwurfreise bis hinauf zur Flachstelle der unteren Wechselreise.

Die momentane Situation der Operation an der Natur wurde am heutigen Kirchweihsonntag festgehalten. Man bilde sich seine eigene Meinung.

Mils, 20.10.2013