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Schitour Wildspitze, 3.768 m

Die berühmte Wildspitze in den Ötztaler Alpen kann mit Hilfe der Pitztaler Gletscherbahnen als Tagestour ausgeführt werden. Die Hochtour startet am Mittelbergjoch (3.166 m), zu dem von der Bergstation der Mittelbergbahn abgefahren wird. Gleich zu Beginn der Abfahrt hält man sich an der Flanke des Grates, der vom Hinteren Brunnenkogel aus zum Mittelbergjoch hinabzieht.

Wildspitze, 3.768 m

Bereits auf der Bergstation mit der Stollenbahn vom Tal aus tritt die mächtige Wildspitze ins Sichtfeld. Nach einer kurzen Abfahrt zur Mittelbergbahn und der Auffahrt zur Bergstation ist man dem begehrten und stets sehr frequentierten Ziel noch etwas näher.

Blick auf die Wildspitze von der Mittelbergbahn Bergstation; rechts unter dem Grat die Spuren zum Mittelbergjoch

Vom Mittelbergjoch führt eine steile Abfahrt hinab zum Taschachferner auf dem auf ebenem Terrain aufgefellt wird und die zunächst flach steigende Gletscherfläche aufgestiegen wird. Die Abfahrt erstreckt sich über Hangneigungen von unter 30 ° bis über 35 ° und bedürfen spezieller Beachtung bei entsprechender Lawinengefahrenstufe.

Nordgipfel der Wildspitze vom Mittelbergjoch gesehen

Die Hangneigung über der Abfahrtsroute ist deutlich größer. Die Exposition ist leicht nach Südwesten gerichtet, sodaß im späten Winter am frühen Morgen Schatten herrscht, jedoch bereits nach 9 Uhr Sonneneinstrahlung eintritt. Ein später Aufbruch zur Schitour auf die Wildspitze ist daher für den Wiederaufstieg ins Gletscherschigebiet nicht ratsam.

Rückblick auf den Hinteren Brunnenkogel und der Bergstation der Mittelbergbahn

Der Höhenunterschied vom Joch zum Auffellplatz beträgt 90 m und man kann ihn vom Joch aus gerade noch sehen.

Rückblick auf die Abfahrt vom Mittelbergjoch

Bei der hier beschriebenen Tour waren die Schneeverhältnisse im oberen Teil von hartem Firn geprägt sowie ab der Hälfte mit leichtem Harschdeckel über Lockerschnee bis zur Geländeabflachung zum Auffellplatz mit pulverigem Altschnee wechselnd.

Abfahrt vom Mittelbergjoch; Hangneigung gelb 30° dunkler steiler, heller flacher

Der Normalaufstieg über den Taschachferner zum Gipfelaufbau der Wildspitze ist, wie so viele Hochtourenstrecken auf Gletschern denkbar einfach, er besteht im Überblick betrachtet aus zwei mehr oder weniger geraden Strecken, mit einem Winkelpunkt nördlich des Hinteren Brochkogels. Die sichere Umgehung von Gletscherspalten formen die beiden Strecken leicht bogenförmig aus.

herrlicher Blick vom Auffellplatz auf den Hinteren Brochkogel

Der Anstieg ist bei der Betrachtung im Gelände auch ohne gespurte Route logisch. Zwei Eisabbrüchen, der erste höher und massiver, der zweite in der Innenkurve des Ferners etwas weniger stark ausgeprägt, wird durch großzügige Umgehung ausgewichen. Es gibt von der Strecke bis zum steileren Aufstieg zum Gipfelaufbau daher nicht viel zu sagen.

flach steigt die Spur zu Beginn neben den seitlichen Eisbrüchen an

Eine zweite nördlich des Normalaufstiegs verlaufende Aufstiegsspur konnte vom Joch aus gut erkannt werden. Sie führte auf die Petersenspitze, die sich westlich der Wildspitze befindet und ebenfalls ein Schitourenziel von der Mittelbergscharte aus darstellt. Dieser Aufstieg führt durch einen Korridor zwischen einer Spaltenzone und dem Gletscherbruch. Im Kartenwerk ist sie nicht zu finden, stellt daher keine offizielle Route dar und führt sehr wahrscheinlich durch Spaltengelände.

Rückblick auf das Mittelbergjoch

Die Frage der Seilschaft stellt sich nicht. Ordnungsgemäß nimmt man es allein wegen der unbekannten Situation mit und steigt als Seilschaft auf, oder das Risiko wird eingegangen. Wir hatten Seil und Sicherungsmittel mit, verwendeten es angesichts von örtlicher Gegebenheit, Jahreszeit und vorausgehender Besuchsfrequenz im Aufstieg nicht. Ebenfalls nicht bei der Abfahrt über den unteren Teil des Taschachferners. Die Entscheidung war eine aus dem Bauch und hätte falsch sein können.

in einer leichten Rechtskurve den nächsten Eisbruch liegen lassend weiter, hinten der Hintere Brochkogel

Beeindruckend gleich nach dem Start vom Auffellplatz wirkt der erste Gletscherbruch zur Linken, der in genügend Entfernung passiert wird. Am frühen Nachmittag leuchtet die Sonne quer hinein und die Fotos werden noch um einiges attraktiver als beim Aufstieg.

erster Blick auf die beiden Wildspitzgipfel

Während dem zunächst angenehm flachen Aufstieg besteht Zeit, die Umgebung zu mustern und sich an die dünne Luft zu gewöhnen, die innerhalb von etwa einer Stunde gegenüber der Talstation eingetauscht wurde. Spätestens aber bei der ersten Steigung entlang des Eisbruchs steigt die Atemfrequenz merklich an und bei den meisten Gruppen endet unnötiges Alltagsgebrabbel und bald herrscht wohltuende Stille in herrlicher Landschaft.

vorausliegender Eisbruch wird links liegengelassen

Die vermeintlich kurze und sehr moderat steigende Strecke bis zum Eckpunkt der Route, am Abzweig nach Westen zur Petersenspitze, sieht im Rückblick wenig weit aus. Die Uhr lehrte uns anderes – für die zwei Kilometer lange Strecke mit 275 Hm Aufstieg benötigten wir eine knappe Stunde.

Rückblick auf den bisherigen Aufstieg und das Mittelbergjoch

Hatten wir im Aufstieg ständig den massiven Hinteren Brochkogel mit seinen markanten schwarzen Amphibolitfelsen vor Augen, so drehten wir den Blick sowie die Route nun um eine Vierteldrehung zum Ausgangspunkt auf der Mittelbergscharte. Links flankiert vom mächtigen Hinteren Brunnenkogel, der sie um 270 m überragt, rechts mit den Hohen Wänden und dem wenig markanten Schuchtkogel, der sie jedoch 300 m tiefer liegen läßt. Dahinter, wie der Blick in ein Puppentheater, in weiter Entfernung die zentralen Stubaier Gipfel. 

Am Kreuzungspunkt der Touren zur Wildspitze und Petersenspitze; im Hintergrund Hinterer Brunnenkogel mit Bergstation

Gut zu erkennen war bei unserer Begehung auch die vorderen schwarzen Wände des Hinteren Brunnenkogels, die ebenfalls amphibolitisch gebaut sind, während der hintere Teil des Massivs und der Gipfelaufbau aus dem selben rotbräunlichen Schiefergneis besteht, aus dem auch die Wildspitze aufgebaut wird.

atemberaubendes Halbrund der Wildspitze mit Taschachferner

Der beste Blick an der Kreuzung, noch besser als bereits am Aufstieg dorthin, besteht jedoch auf das Tourenziel, der majestätischen Wildspitze. Als offenes Halbrund stand sie vor uns, die weiße Zunge zunächst steil, dann flach auf die weite ebene Gletscherfläche auslaufend auf der wir standen.

Wildspitze am 28.02.2026 oben und am 27.02.1998 darunter (unteres Bild mit freundl. Genehmigung von Roland Fröhlich)

Ein herrlicher Anblick, der bei der Annäherung besser und besser wird und man ihn lange wirken lassen kann, bevor der steile Aufstieg mit moderat steilen Serpentinen beginnt.

Blick zur Petersenspitze im Westen

Bei der Annäherung an den Steilhang konnten wir gut die Aufstiegsspuren zum Südostgrat des Brochkogel sehen, der an manchen Tagen eine sehr willkommene Alternative zur Autobahn auf die Wildspitze sein kann. Vor dem Steilaufstieg, der am Normalweg die Neigung von 30 ° nicht übersteigt, bildet ein Eisbruch mit dem gut sichtbaren Gipfelkreuz der Wildspitze direkt oberhalb ein bäriges Motiv.

Hinterer Brochkogel mit Aufstieg zum Südostgrat

Der Brochkogel im Westen gegenüber besitzt eine schneeige Ausnehmung im Grat, zu der mit zwei Spitzkehren auf die Gratoberseite aufgestiegen werden kann. Sie ist im letzten Teil sehr steil ausgeprägt, Harscheisen dürften dort unerlässlich sein. Oder das Schidepot wird unterhalb der Grathöhe gewählt.

Gneisglimmerschiefer am der Kehre am steilen Aufstieg

Am steileren Teil des Aufstiegs in den leichten Kessel unterhalb der beiden Wildspitzgipfel kommt die Spur den rostbraunen Glimmerschieferfelsen zum Greifen nahe. Die charakteristische Farbe des Felses entsteht durch verwittertem Biotit im Gneis, einem Silikatmineral, das sehr maßgeblich am Aufbau dieses Gesteins beteiligt ist und beispielsweise Pate der Benennung der beiden Feuersteine in den Stubaier Alpen bildet. Die gräulich-beige (im frischen Bruch silbrig) Farbe des Gneises bringt das ebenfalls maßgeblich vorhandene Silikatmineral Muskovit mit.

Rückblick auf den flachen Taschachferner

Spalten konnten wir nur auf der Westseite des steileren Teils sehen, die Spur umgeht sie und auch die steileren Partien. Auf einer Sommerhochtour dürften in diesem Bereich deutlich mehr Spalten angetroffen werden. Ab der Verflachung des steileren Teils trafen wir auf Windgangln, entstanden durch den flachen Rücken, der zum Grat am Gipfelaufbau hinaufführt. Am Weg dorthin kann die Nordwand aus nächster Nähe gemustert werden, die einst eine Steilabfahrt zwischen den beiden Gipfeln darstellte.

windgeprägtes Plateau unterhalb des Westgrates auf die Wildspitze

Am Schidepot unterhalb des Westgrates angekommen öffnet sich ein bäriger Blick auf die südlichen Gipfel im Ventertal und Rofental und darüber hinaus. Großer, Kleiner und Nördlicher Ramolkogel, die im Seitengrat aufgereihten Spiegelkögel und aufsteigend in der Höhe die beiden mächtigen Gipfel Firmisanschneide und Schalfkogel, die den Gurgler Ferner in der Tiefe einfassen.

toller Blick auf die Berge des Ramol- und Gurglerkamms der Ötztaler Alpen, dahinter Dolomitengipfel

Hinter diesen Dreitausender dann die Südumgrenzung des Gurgler Ferners mit dem Massiv der Hochwilde. Weit in der Ferne die Dolomiten, bei der hervorragenden Sicht bei unserer Begehung viele Gipfel im Detail erkennbar. Im Südwesten die schönen örtlichen Tourenziele des Similauns und der Fineilspitze mit dem Ortlermassiv in der Ferne. Die Krönung zum Abschluß der Gipfelschau bildet die Weißkugel im Westen.

Blick auf den südöstlichen Teil des Ramol- und Gurglerkamms mit Hinterer Schwärze und Similaun; dahinter die Ortlergruppe

Leichte und kurze Windböen über den Grat ließen uns nicht lange am Depot verweilen, wir legten die Steigeisen an und stiegen die unübersehbar breite Spur über die Felsen auf.

Blick auf den Weißkamm und die Weißkugel im Westen

Über den breiten Rücken gibt es wenig Stellen, an denen die Steigeisen ihren willkommenen Gripp beweisen müssen, sowohl von der Steigung als auch von der Breite des Grates wäre der Aufstieg mit nur den Tourenschuhen weniger bequem, aber keine Schwierigkeit. Im obersten Teil, etwa 10 m unterhalb des Gipfelkreuzes führt ein schmales, jedoch genügend breites aufsteigendes Band über zwei Schritte zum Gipfelbereich, die einzige Stelle, bei der der Einsatz der Hände vonnöten ist. Eine spitze Platte sowie Blockleisten bieten dort Griffe.

am Westgrat auf die Südliche Wildspitze

Im Jahr 2010 wurde das alte Gipfelkreuz aus 1933 von Ötztaler Bergführer erneuert und die glänzenden Aluminiumträger spiegeln die Sonne in die Weite. Zum Leidwesen der stolzen Konstruktion können es richtige Bergsteiger nicht unterlassen es bis weit hinauf mit Abziehbildern zu entweihen. Das alte Gipfelkreuz steht an prominenter Stelle, und zwar vor den Rofenhöfen am Beginn des Rofentals an einer Stelle mit der einzigen Sichtverbindung vom Talboden zu beiden Gipfeln der Wildspitze.

Blick vom Westgrat zum Schidepot am Joch, der Weißkugel und dem langen Hintereisferner links hinter Roland

Atemberaubend erscheinen die Blicke auf die umliegende Bergwelt. Die Aussicht ist durch die große Prominenz der Wildspitze phänomenal, sie wird in den gesamten Alpen nur von drei Gipfeln darin übertroffen. Die Begrenzung ihrer Prominenz begründet der Ortler (3.905 m), der höchste Gipfel Tirols.

Von der Wildspitze aus besteht Einblick in alle umgebenden Gebirge und noch wesentlich weiter, von der Glocknergruppe 140 km im Osten bis zu den Berner Alpen 220 km im Westen und somit über eine unglaubliche Distanz. Ebenfalls sind die dem Autor so lieben Karwendelgipfel gut sichtbar, obwohl teilweise um mehr als 1.000 Hm niedriger, beispielsweise die Kaltwasserkarspitze (2.733 m).

mit Roland am Wildspitze Südgipfel

Über 4.000 Berggipfel sollen von der Wildspitze aus sichtbar sein, so die Peakfinder App. Mit freiem Auge konnten wir an diesem Tag jedenfalls den höchsten Gipfel der Berner Alpen, das Finsteraarhorn (4.274 m) in 213 km Entfernung links neben dem gut sichtbaren Piz Linard (Peilung 261,3 °), dem höchsten Gipfel der Silvretta, in weiter Ferne mit freiem Auge erkennen.

Gipfelrundschau beginnend im Südwesten mit Hinterer Schwärze, Similaun in 14 km Entfernung, Brentagruppe in der Ferne, Fineilspitze im Vordergrund und Presanellagruppe in 76 km sowie Zufallspitze und Cevedale in 53 km Entfernung, rechts Ortlergruppe in 48 km Entfernung,

Beginnend im Südwesten auf der Venter Schitourenrunde bei Similaun (3.597 m), Fineilspitze (3.514 m) und der Weißkugel (3.739 m) bietet die Gipfelschau eine Unzahl von erwähnenswerten Gipfeln. Im Uhrzeigersinn nach ihr liegt in 92 km Entfernung die Bernina Gruppe mit dem Piz Bernina (4.048 m), weit entfernt hinter der nahen und rundlichen Schneekuppe der Weißseespitze (3.498 m) der Piz Kesch, rechts vom Piz Linard der Piz Buin (3.312 m) in 57 km Entfernung im Westen.

Südwesten gegen Westen, links die Ortlergruppe, im Vordergrund 14 km entfernt die Weißkugel im namensgebenden Gebirgskamm, rechts die weiße runde Kuppe die Weißseespitze 12 km entfernt, rechts daneben und noch vor der Hochvernagtspitze im Vordergrund der schwarze Piz Linard 61 km entfernt und links davon in 213 km Entfernung das Finsteraarhorn

Zwischen West und Nord das Südliche Fluchthorn (3.380 m, vor 2023 sogar 3.397 m), rechts neben dem Hinteren Brochkogel die Schesaplana (2.965 m) in 90 km Entfernung, leicht rechts hinter der nahen Bliggspitze (3.454 m) im Taschachtal der Hohe Riffler (3.168 m), dann der höchste Gipfel der Nördlichen Kalkalpen, die Parseierspitze (3.036 m), in den Lechtaler Alpen in 64 km Entfernung den markanten Hochvogel (2.564 m) in 64 km Entfernung und gegen Norden die massiven schweren Gipfel des Kaunergrats, die Watzespitze (3.532 m), der Schwabenkopf, der Seekogel, die Verpeilspitze, der Gsallkopf und die raue, doppelgipflige Rofelewand.

im Westen der spitze Piz Buin in 57 km Entfernung, rechts davon das 2023 abgebrochene Südliche Fluchthorn (3.380 m) 49 km entfernt, rechts davon im Vordergrund der Glockturm 15 km entfernt, dann die Kuchenspitze (3.148 m) in der Verwallgruppe in 52 km Entfernung, rechts davon in der selben Gruppe markant der Hohe Riffler (3.168 m) in 46 km Entfernung und genau im Nordwesten die Parseierspitze (3.036 m), die höchste Erhebung der Nördlichen Kalkalpen 44 km entfernt

Genau im Norden in nächster Nähe der Hintere Brunnenkogel (3.438 m) mit der höchsten Wetterstation Österreichs, dann der Nordgipfel der Wildspitze als rundliche Eiskuppe, die über die Jahrzehnte weitgehend abgeschmolzen ist und vielleicht einmal sogar um zwei Meter höher als der felsige Südgipfel war, wenn man den historischen Aufzeichnungen des Alpenvereins Glauben schenken darf.

rechts neben dem gegenüberliegenden Hinteren Brochkogel in 90 km Entfernung die Schesaplana (2.965 m), sowie im letzten Bilddrittel der Hochvogel in den Lechtaler Alpen 64 km entfernt

Hinter dem Nordgipfel sind durch den Taleinschnitt des Pitztales noch westliche Ausläufer der Lechtaler Alpen zu sehen wie der Loreakopf und die Gartnerwand, von der nach Osten anschließenden Mieminger Kette sticht der Grünstein hervor und dahinter die Zugspitze.

im Nordwesten gegen Nord der Kaunergrat in 16 km Entfernung mit den beeindruckenden Gipfeln Watzespitze, Schwabenkopf, Seekogel, Verpeilspitze, Gsallkopf und Rofelewand dahinter der Imster Muttekopf in 46 km Entfernung; rechts das Pitztal im Norden und rechts davon der Geigenkamm, im Norden der Wildspitze der Hintere Brunnenkogel

Im Nordosten liegen die Stubaier Alpen mit massig hohen nur schön geformten Gipfelausprägungen. Beginnend im äußersten Nordwesten der Stubaier der massive Acherkogel, dann Strahlkogel und Breiter Grieskogel, anschließend der Schrankogel und die Ruderhofspitze, dann das Zuckerhütl und der Wilde Freiger.

es folgt der Nordgipfel der Wildspitze, der Loreakopf und die Gartnerwand in den östlichen Lechtaler Alpen in 46 km Entfernung, die Mieminger Kette mit dem Grünstein und dahinter die Zugspitze in 60 km Entfernung; die Stubaier Alpen im Nordosten mit Acherkogel, Strahlkogel, Breiter Grieskogel, anschließend der Schrankogel genau im Nordosten in 25 km Entfernung

Im Vordergrund finden sich in den Ötztaler Alpen der Puitkogel (3.345 m), Hillis Wassertalkogel (3.247 m), die Innere Schwarze Schneid (3.369 m), durch die das Unternehmen, das den heutigen Schitag beging, den Schifahrertunnel auf 3.200 m Seehöhe vorgetrieben hat. Bei diesem Tunnelvortrieb wurde im Juli 2000 ein 30 to schweres Tunnelbohrgerät mittels „Schischlitten“ unter der Achse bei Schneefall von zwei Tieflöffelbaggern zum Einsatzort am Tiefenbachferner gezogen, um den Vorderachsdruck von 22 to auf der Gletscheroberfläche zu verteilen. Die Aktion klappte trotz widriger Umstände einwandfrei und nach spannender Arbeit entstand das Fotos mit der ausführenden Mannschaft im Link oben.

Wildspitze Ansicht von Ost am 03.07.2000; heute noch unberührter, weitläufiger Mittelbergferner in linker Bildhälfte, Mittelbergjoch rechtes Bilddrittel mit Hochvernagtspitze dahinter, ganz rechts Hinterer Brunnenkogel

Ein weiteres Foto wurde ebenfalls in diesen Sommertagen aufgenommen und zwar eines von der Wildspitze mit der Ansicht von Osten in 5,5 km Entfernung vom Tiefenbachjoch aus. Dieses Joch hätte den Übergang für die Zusammenlegung der Gletscherschigebiete Ötztal und Pitztal dargestellt. Von diesem immensen Eingriff hat man per Volksentscheid letztlich glücklicherweise abgesehen. Wie gut zu erkennen, war zu diesem Zeitpunkt weder die Mittelbergbahn noch die Wildspitzbahn auf den Hinteren  Brunnenkogel erbaut. Der Bau dieser Bahnen erfolgte Jahre später.

gegen Osten die Zillertaler Alpen mit Olperer, Hoher Riffler und Schrammacher in 63 km Entfernung; in 115 km Entfernung, gegen Osten Großvenediger und Großglockner 143 km entfernt

In der Ferne finden sich die Dreitausender der Zillertaler Alpen mit dem Olperer ( 3.476 m) und Hoher Riffler (3.231 m) in 63 km Entfernung sowie der Schrammacher (3.410 m), dahinter der Große Möseler (3.479 m) und weiter im Südosten Schwarzenstein und Großer Löffler. Letztere beiden in prominenter Umgebung vom Großvenediger (3.657 m) in 115 km Entfernung und vom Großglockner (3.798 m) in 143 km Entfernung.

mittig im Vordergrund der Nederkogel, davor der Weißer Kogel, südöstlicher im Ramolkamm der Gampleskogel, Mittlerer Ramolkogel sowie dahinter im Gurglerkamm der Granatenkogel, Liebener Spitze und Hinterer Seelenkogel; im Vordergrund die Ötztaler Urkund (3.554 m)

Im Osten in nächster Nähe das Wahrzeichen von Sölden, der Nederkogel (3.163 m), davor der Weißer Kogel (3.407 m), südöstlicher im Ramolkamm der Gampleskogel (3.399 m), anschließend der Mittlere Ramolkogel (3.518 m) sowie dahinter der Granatenkogel (3.304 m), die Liebener Spitze (3.400 m) und der Hintere Seelenkogel (3.475 m).

Blick nach Süden auf den Ramolkamm, dahinter den Gurglerkamm und weit in der Ferne die Dolomiten

Im gegenüberliegenden Gurglerkamm geht es weiter mit dem Großen Ramolkogel (3.549 m), dem Hinteren Spiegelkogel (3.426 m), der Firmisanschneide (3.490 m) und dem Schalfkogel (3.537 m). Hinter Letzteren thronen die beiden Hochwilde Gipfel und die Hohe Weiße (3.277 m).

Blick auf den Ramol- und Gurglerkamm mit der Hochwilde und der Hohen Weiße mit Dolomiten in der Ferne

Schließlich ragt eine kühne Spitze im Tal gegenüber hoch empor, die Talleitspitze mit 3.406 m und dahinter ein schönes Ziel in den Ötztaler Alpen, die Hintere Schwärze (3.624 m) und der Similaun im Süden schließt die Schau ab.

Detailansicht Hintere Schwärze und Similaun, im Vordergrund die eindrucksvolle Spitze der Talleitspitze

Natürlich gäbe es noch Dutzende weitere gut sichtbare und entfernte Gipfel, vor allem nach Süden in die Dolomiten, Presanella, Brenta und bis zur Zufallspitze sowie Cevedale und der Ortlergruppe, die aufzuzählen wären und die den Rahmen des gerne noch lesbaren völlig sprengen würden.

Detailansicht Großer Vernagtferner mit Hochvernagtspitze; in Bildmitte das Finsteraarhorn links des Piz Linard gut zu erkennen

Wir erreichten den Gipfel durch eine leichte Verspätung, die im Tal unbeabsichtigt entstanden ist, gegen 13:30 Uhr, was bereits als recht spät für den Rückzug anzusehen ist. In unserem Fall war nicht die Abfahrt mit dem Gletscherexpress das Kriterium für die Zeitplanung, sondern die Ankunft an der Talstation beim Reisebus, der uns vom Firmenschitag wieder nach Innsbruck brachte.

Rüsten zum Abstieg

Für den 2.040 Hm tiefen und 14,8 km lange Abstieg, der nur vom Gipfel zum Schidepot über 100 Hm zu Fuß zurückgelegt wird, benötigten wir mit bereits geforderten Oberschenkeln 2:15 Stunden. Diese Zeitspanne beinhaltet auch eine etwa 10 minütige Jausenpause, das Umrüsten am Schidepot und einige Fotostops auf der langen Abfahrt.

Abstieg über das Felsband

Die Abfahrt über den Taschachferner und das gleichnamige Tal lohnt sich und wir hatten Glück, daß die Altschnee- und Nassschneelawinen alle bereits abgegangen waren. Eine kleinere Nassschneelawine löste sich am selben Tag und erreichte wenig Auslauf im Tal.

Einige gewaltige und auch breite Lawinen, die als Schneebrett bereits vor Wochen und mehreren Tagen abgegangen sind überquerten wir im Bereich vor der einzigen Wegkehre im Tal.

Eisbruch von der Nordseite der Wildspitze in der Nachmittagssonne

Vor uns dürften den Spuren nach zu urteilen etwa 30 bis 40 Schifahrer den unteren Teil des Ferners nach der Mittelbergscharte und das Tal befahren haben, sodaß sowohl der Ferner als auch der Steilhang südlich des Taschachhauses großteils verspurt war.

Eisbruch zwischen den beiden Stufen des Taschachferners

Ab der Flachstrecke auf Höhe der Talstation der Materialseilbahn fanden wir Nassschneeverhältnisse vor, jedoch gerade so, daß die fünf bis sechs Schiebestrecken nicht zur Qual wurden. Über eine Brücke erreichten wir an einer Schihütte die Schipiste von Riffelsee herab und kurz darauf eine Brücke zur Talstation zurück. Die Talabfahrt ist bei sicheren Verhältnissen ein schönes Erlebnis.

Taschachhaus mit dem eindrucksvollen Mittleren Eiskastenkopf

Mehr Bilder von der Abfahrt über den Taschachferner und das Taschachtal sind in der Bildergalerie zu finden.

Ab dem Mitterbergjoch benötigten wir mit allen Rüstvorgängen und Pausen 5:20 Stunden für das unvergessliche Abenteuer. Die Steigarbeit findet lediglich über 750 m statt, die jedoch nicht mit einem normalen Aufstieg gleichgesetzt werden sollte.

Rückblick auf das malerische Taschachtal; rechte Bildhälfte Materialseilbahn vom Taschachhaus

Die Rüstvorgänge sind zu beachten und noch mehr der abrupte Höhenunterschied. Er macht sich auf der kurzen Abfahrt vom Joch bereits beeindruckend bemerkbar.

Abschluß der schönen Schitour mit Blick ins Taschachtal von der Schipiste Riffelsee aus; von innen rechts Mittlerer Eiskastenkopf, Vorderer Eiskastenkopf und Grubenkarspitze

Das Gewicht der Ausrüstung rundet die Dämpfung der Aufstiegsgeschwindigkeit zusätzlich ab.
Als Empfehlung für die stündliche Aufstiegsgeschwindigkeit können 250 Hm angesetzt werden.

Mils, 28.02.2026