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Schitour Königskogel, 3.050 m

Am Ende des Königstals schließt eine Felsmauer, gebildet vom Wurmkogel im Osten über die drei Schwenzerspitzen und dem mächtigen Königskogel das Talbecken ein. Obwohl ihn der Wurmkogel um 31 m Höhe überragt, wird der die Westseite des Tals beherrschende Königskogel wohl zurecht als der König der Szene empfunden, steht man an der Zollhütte und läßt den Blick schweifen.

Herwig am Königskogel (3.050 m)

Das Tal selbst wird des Winters durch einen nicht ganz einfachen Zustieg erreicht. Es liegt, kaum einsehbar vom Gurglertal aus, eine Höhenstufe oberhalb des Königsrains an der Kehre der Timmelsjochstraße mit dem Verlauf in südwestlicher Richtung zum Gurglerkamm hin. Am Talende zwischen der Hinteren Schwenzerspitze und dem Königskogel befindet sich das Königsjoch, das in der Vorzeit ein Saumpfad und in der Zwischenkriegszeit eine Schmugglerroute gewesen sein dürfte.

direkt in der Kehre führt die Route in den steilen Wald, oder links der Schneise auf den Sommerweg

In dieser hochgelegenen, durch den Königsbach tief eingeschnittenen und von steilen Flanken geprägten Ausbildung dürfte das Tal zu jeder Jahreszeit wenig Besuch erhalten, es sei denn, man möchte auf den Wurmkogel, der mit einem gewissen Umweg in den hinteren Talkessel erreichbar ist, oder eben auf die schöne Königsspitze. Von Obergurgl führt ein längerer Anstieg um die Abhänge des Grates, den der Königskogel nach Nordwesten entsendet, herum, bis der schließlich die Nähe des Königsbachs erreicht und parallel dazu ins Talbecken verläuft.

wir entscheiden uns für den Aufstieg durch den Wald rechts der Schneise

Einzig die Fahrt mit der Gondelbahn, die Hochgurgl mit Obergurgl verbindet und etwa in 150 m Höhe die Schitourenroute bzw. den Sommerweg kreuzt, dürfte dem Normalbürger jemals einen Eindruck vom einsamen Königstal mit seinen imposanten Moränenausbildungen und Blockgletscherverläufen vermitteln. Bei der winterlichen Ansicht der Moränen äußern sich als zähfließende flache Massen beträchtlichen Ausmaßes an den Abhängen der Grate zu beiden Talseiten. Vom Gipfel besteht eine schöne Sicht darauf.

am Rand der Schneise und im Wald suchen wir unsere Route

Der Start der Schitour an der Kehre der Timmelsjochstraße führt gleich in den alten Wald am Königsrain in recht steiles Gelände. Im Frühjahr bietet der Aufstieg bei frühem Aufbruch auf harten Oberflächen und weiter Vorausschau auf günstige Passagen durch den Baumbestand wenig Schwierigkeiten, jedoch eine gewisse Anstrengung.

bereits in der langen Querung ins Kaisertal

Die Abfahrt am Nachmittag bietet durch unverfestigten, tiefen und sulzigen Schnee einige letzte Schweißtropfen. Hinter den Hotels, deren Gäste den gesamten Parkplatz rechts der Straße nach Obergurgl in Anspruch nehmen und kein Fleckchen übrig lassen, obwohl die Parkplätze bei den Hotels nicht vollständig ausgelastet waren, führt ein Sommerweg durch den steilen Wald, den wir nicht verfolgt haben, sondern rechts davon (westlich) neben der durchgehenden Schneise aufgestiegen sind. Vom Ausgangspunkt aus stellt dieser Waldteil die logische Route dar, der Sommerweg verläuft weiter links (östlich) der Schneise. Etwa 40 min muß für den Aufstieg dorthin ins Kalkül genommen werden.

teilweise an Markierungen vorbei, mit wenig Höhengewinn; links die gewaltigen Moränentäler

Die Senke des Königsbachs haben wir erst nach dreimaliger Querung von Tobeln (steile Geländerinnen, lawinenverursachten Ursprungs) erreicht. Die bei unserem Aufstieg etwa 15 min lange Querung verläuft nach der Einmündung des Anstiegs durch den Wald mit mäßiger Steigung von etwa 50 Hm. Am Ende dieser Strecke ändert sich das Gelände abrupt ins Flache. Diese Strecke stellt nach Ansicht des Verfassers die Schlüsselstelle für die Entscheidung dar, ob man die Schitour aufgrund der Lawinensituation unternehmen kann. Die baumlosen steilen Tobel sind nordwestgerichtet und dürften im Winter keinerlei Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein.

plötzliche Veränderung des Terrains hin zu flacheren Partien

Am Ende der Querung besteht der beeindruckende Blick auf die riesigen Schuttrinnen der Talgegenseite im Osten, nichts anders als massive Moränenablagerungen, die sich durch die Tätigkeit von Wetter und Erosion in den Königsbach entladen und imposante Schutttäler bilden.

Aufstiegsgelände nach der Waldgrenze unterhalb der Gondelbahn

Bald nach der Verflachung des Geländes schwindet auch der dichte Wald schöner alter Zirbenbestände und geht in einzelne Baumgruppen über. Nach weiteren 80 Hm wird auf etwa 2.160 m die Baumgrenze erreicht, das von dort unbewachsene Königstal beginnt sich unter dem dominanten rechten Hang vom Kamm herab langsam auszubreiten.

Schöne Schihänge oberhalb des Taleingangs

Der Blick auf die Ausläufer vom westseitigen Hang herab zeigte uns, daß sich die Lawinen des letzten ergiebigen Schneefalls eine Woche zuvor bereits entladen haben. Ihre Ausprägung war wenig mächtig und reichte nicht annähernd bis zum Königsbach herab, sie endeten noch in den Flanken. Die Ausprägung des Königstals kann mit dem Ferwalltal im Westen verglichen werden, ebenfalls ein gletschergeformtes Trogtal, vielleicht etwas schmäler als letzteres.

Talmündung auf der Gegenseite des Königstals

Lang und immer schöner wird die Reise durch das Königstal und im Vergleich zum Ferwalltal öffnet es sich gegen sein Ende hin fächerartig mit bärigen, weiten, gestuften Kuppen von Blockgletschern und bildet am einsamen Hochplateau im Bereich hinter der Zollhütte eine Arena des Schnees. Mittig in diesem Plateau gestanden glaubt man kaum, daß die Spitzen von Wurm- und Königskogel knapp 2,7 km voneinander entfernt sind.

Wechsel auf die Ostseite im Bereich der Kreuzung der Sommersteige

Die grandios weite Ausbildung der Hochfläche verdankt das Königstal dem geologischen Einschub des südöstlich gelegenen Schneebergkomplexes in das Ötztal-Stubai Kristallin. Stünde nicht der für das Volkseinkommen nötige Pavillon mitten auf den Grat neben den Wurmkogel gepflanzt, man könnte glauben, man wäre im Himalaya unterwegs.

Rückblick vom Seitenwechsel auf den äußeren Ramolkamm mit Nederkogel im Hintergrund

Zunächst bleibt die Route nach dem Eintritt ins Tal orografisch links des Königsbachs, also im Aufstiegssinn rechts davon. Nach einer Weile dort wo im Kartenwerk der obere Steig vom Vorderen Wurmkogel ins Tal herabstößt, wechselt die Route auf die linke Talseite im Aufstiegssinn. Im Winter ist der Steig nicht, oder nur sporadisch zu erahnen. Bald darauf erfreut das sichtbare Talende mit seinen unberührten schönen Kuppen und weichen Rundungen das Auge sowie die Erwartung auf die weiten Hänge.

links in Aufstiegsrichtung geht es weiter in Königstal

Da wir außer drei anderen Begehern an diesem Tag alleine waren und die beiden ersten nicht über unsere Route aufstiegen, trübte von dort aus gesehen keine einzige jüngst gelegte Spur den Blick auf die unschuldigen Flächen vor uns.

der Talkessel nun voraus mit einer leichten Steilstufe auf die Hochebene

Je näher wir dem Talkessel kamen, desto eindrücklicher erschienen die federleichten weißen Formen, die logisch aufeinander abgestimmt die sonst raue, steinige Landschaft bedecken und die in diesem Augenblick nichts anderes zu verkörpern imstande sind als einen ewigen Stillstand der Zeit. Im Taumel der Eindrücke überwältigt diese Perfektion der Natur alle Vernunft und läßt alle an besitzergreifender Ideen gelten, bis hin von dieser Erscheinung abbeißen zu wollen.

schöne langgezogene Hänge werden beschritten

Wäre da nicht die Anstrengung durch den Aufstieg, man fühlte sich unweigerlich in tiefe Philosophie über das Sein und die Ewigkeit hinein gesogen. Wie nahe Glück sein kann und wie einfach es für jenen, der es schauen kann, es doch ist dasselbe zu entdecken. Alfons Walde mit seinen wiederkehrenden Motiven im Schnee muß dieser Sicht mächtig gewesen sein und er konnte sie meisterhaft bannen.

eine eigene neue Spur zur Zollhütte

Weiter im Tiefen des Königreichs zeichnete sich die Aufstiegsspur der letzten Tage ab und anstelle des Sommerwegs eher links im Tal zu benutzen, strebten wir dem bärigen Hang direkt unterhalb der Zollhütte zu. Zu dieser Zeit wußten wir noch nichts von den anderen beiden Tourengehern, die von links, vom Wurmkogel her auf das Hochplateau zustrebten.

sagenhafte Szene beim Aufstieg im Königstal

Selten passen alle Voraussetzungen für eine epische Schitour zusammen wie an diesem Tag. Unberührte Flächen, durchgehend blauer Himmel und angenehme Temperaturen – wer möchte diese Idylle in der Natur zur besten Jahreszeit von Schitouren mit einer überfüllten Straße am Radl in Mallorca eintauschen?

malerische Szenen auf dem Weg zur Zollhütte – trotz Anstrengung drängen sich daseinsphilosophische Jubelgedanken auf

In freudiger Erwartung die Weite des Geländes im Tal des Königs oben verkosten zu dürfen, stiegen wir über den leicht steileren Hang in Richtung Zollhütte auf. Mit wenigen halbherzigen Spitzkehren erreichten wir über den mittelsteilen Hang die kleine Zollhütte, deren vollständig eingeschneite Fensteröffnungen noch die Zeichen des Schneetreibens der letzten Woche zeigten. Rund um die Hütte bildete sich die typischer Einkolkung aus den Schneemassen des Winters heraus, ein Zeichen für das nahe Joch, das den Winter über stürmischen Jochwind bis weit über Hütte hinunter zuließ und die beeindruckende Form um die Hütte geschaffen hat.

hierzu wäre eine Bildbeschreibung nur eine Verschlechterung des Eindrucks

Die kleine Zollhütte trotzt den Jahreszeiten noch Jahrzehnte nach seiner einstigen Bestimmung. Viele Geschichten rankten sich einst im Ötztal um das Schmugglerwesen, das nach der Zerreißung des Landes entstand, um billigere Waren aus dem Süden lukrativ zur illegalen Verbringung in den Norden teilweise zum Broterwerb werden ließ. Wenn man im Ötztal vor dem Jahre 1995 von einem „Finanzer“ (mit mundartl. „…ach“ anstelle von „…er“ als Endung) gesprochen hat, dann war der Zollbeamte gemeint.

Zollhütte (eine ehemalige) auf 2.685 m im Königstal

Die Gegenseite hatte Süditaliener in die Berge gebracht, damit ja kein deutscher Südtiroler mit den Österreichern kooperierte. Einige heitere Stunden hat der Autor mit seinem Großvater Ende der 60er Anfang der 70er-Jahre bei den „Berufskollegen“ in der italienischen Kaserne knapp hinter dem Timmelsjoch zugebracht. Dennoch wurde entlang der Grenze vom Brenner bis Nauders streng patrouilliert und die Zollhütten bildeten wochenlange Stützpunkte für die Beamten. Der Staat Österreich hat seine Hütten an den Jöchern mittlerweile verkauft und es bleibt zu hoffen, daß sie als Geschichtsträger erhalten werden.

der Aufstieg auf den Königskogel zeichnet sich bereits ab

Entlang am weiten Hochplateau begeistern immer wieder die felsigen Flanken des Königskogels, aber auch die schräg geschichteten Schwenzerspitzen. Mittlerweile überholte uns ein junger Gipfelstürmer, der auf unseren Gruß hin erst einmal die Ohrstöpsel von umgebungsfremder Musik befreien mußte, um die Verständigung mit Englisch zu definieren, den Gruß zu erwidern und kurze Worte über das Ziel zu verlieren, bevor er unter Beeinflussung der Ohrstöpsel davon stürmte.

Rückblick auf dem Hochplateau

Seltsamerweise mündeten wir in eine zweite Spur von links kommend ein und die Stockeinstiche neben der Spur deuteten auf insgesamt drei Aufsteigende vor uns hin. Zu sehen waren die beiden anderen jedoch nicht, ihre Spuren zogen von links herauf.

Aufstieg zum Königsjoch

Da wir vom Tal bis hierher vor uns keinerlei frische Spuren gesichtet hatten, müßten die beiden von der Wurmkogelseite her gekommen sein. Bei der nachträglichen Untersuchung kam auch nur die Variante des Anstiegs vom Schlepplift Vorderer Wurmkogel in Betracht.

Tote Böden lautet die Flurbezeichnung oberhalb der Zollhütte. Tot im Sinne der Land- und Viehwirtschaft, die vielfach namensgebend für Flure im Alpenraum zeichnen, denn ein Blick auf das Luftbild vom Sommer zeigt Steinhalden, soweit das Auge reicht.

Rückblick vom Königsjoch über das Königstal

Die Fläche ist zudem gegen den Königskogel hin von Blockgletschern geprägt und im Gesamten ohne Weidemöglichkeit für Schafe, nicht einmal für Geißen. Keineswegs tot empfanden wir das herrlich weiße Plateau, zerschnitten nur durch die Schispur, die sich günstig die Hangneigungen zunutze auf das Joch hinaufzog.

der Aufstieg zum Königskogel vom Joch aus gesehen

Der Blick vom Joch, bei dem bereits einige Meter unterhalb der Jochwind zu spüren war, war eine weitere willkommene Abwechslung auf dem anregenden Anstieg. Leider ließ der Wind bei abgelegter Windjacke aufgrund der herab strahlenden Sonne nur einen kurzen Fotoaufenthalt zu und das nahe Schidepot rechtfertigte keine Pause.

den ersten Steilaufstieg bequem mit Stöcken

Am Schidepot entschieden wir unterschiedlich über die Mitnahme des Rucksacks. Jedenfalls hatten wir alles Nötige im Rucksack des Autors dabei. Lediglich Steigeisen entbehren wir auf der Tour mitzuschleppen, die wir nicht erwartet hätten zu benötigen, hieß es in der AV-Literatur doch „…über Blockwerk…“.

Einstieg in den Fels am Sattel

Durch die völlige Südexposition des Grates und die fortgeschrittene Stunde stellte sich nach wenigen Aufstiegsmetern glücklicherweise heraus, daß keine gefrorenen Partien zu erwarten waren und mit Stufenschlagen weiterzukommen war. Dennoch sollten wir besser gerüstet gewesen sein.

im weichen Firn geht es auch ohne Pickel

Blockwerk herrschte dann auch über einen Teil des 100 Hm langen Aufstiegs vom Schidepot, dazwischen im Wechsel lagen Stufen von etwa 10 bis 15 m hohen Abschnitten unter vollständiger Firnbedeckung. Ausgesetzt ist der Aufstieg kaum, der Abschnitt zu Beginn über etwa 25 m stellt den selektivsten Teil dar.

teilweise die Felsabschnitte mit Platten zur leichten Begehung gestuft, steilere Passage schöner, leichter Kletterei

Kurz nach etwa zwei Drittel des Aufstiegs quert man unterhalb der mächtigen, drohenden Gipfelwechte auf einem mittelbreiten Band etwa 30 m westwärts und setzt dort den Aufstieg unter erhöht eingestreuten Graseinlagen als vorher fort. Nach oben hin wird das Gelände immer leichter, bevor es auf einem nicht geahnt großzügigen Gipfelplateaus endet.

Quergang nach Westen unterhalb der großen Wechte

Der Rückblick über den Aufstieg zeigt das gestufte Gelände. Im Frühjahr im Firn ein tolles Erlebnis, bei vereisten Verhältnissen ohne Steigausrüstung eine prekäre Sache. Zumindest die Steigeisen sollte man dabei haben, wenn keine Firnverhältnisse zu erwarten sind.

Rückblick auf den Aufstieg am Grat

Vom Königskogel aus, der von einem kleinen Edelstahlkreuz geziert wird, besteht ein bestechender Blick auf die Gipfel in der Umgebung, vor allem auf den Gurglerkamm mit dem exakt im Süden gegenüberliegenden, durch das Ferwalltal getrennten Granatenkogel.

Gipfelkreuz am Königskogel

Links neben dem Granatenkogel die niedrigeren Essenerspitze, weiter links dem Hochfirst und der Liebenerspitze, die alle recht direkt hintereinander im Kamm liegen. Links des Hochfirsts tiefer unten ein kleiner Sporn, die Racinespitz (3.040 m), die einen nicht örtlich geprägten Namen trägt, sie wurde nach dem Vorsitzenden (1897 – 1922) der Sektion Essen des Deutschen Alpenvereins Dr. Hugo Racine benannt.

Blick nach Südwesten mit Granatenkogel, Essenerspitze, Hochfirst und weiter hinten Liebenerspitze; rechte Hälfte Hinterer, Mittlerer und Vorderer Seelenkogel

Im Südwesten erscheint der Hintere Seelenkogel (3.470 m) als höchste Erhebung im östlichen Teil des Gurgler Kamms sowie rechts der Mittlere und wieder rechts der Vordere Bruder des Hinteren. Direkt hinter dem Vorderen Seelenkogel wäre die Hochwilde (3.480 m) zu finden, jedoch steht man am Königskogel dazu zu tief.

links der Bildmitte der Schalfkogel, dann die Firmisanschneide, der Hintere Spiegelkogel, der Kleine Ramolkogel und der Große Ramolkogel im Westen dar (3.549 m)

Im Südwesten blickt links neben dem Schalfkogel gerade noch das Spitzl der Hinteren Schwärze (3.624 m) hervor, die damit die vierthöchste Erhebung in den Ötztaler Alpen darstellt. Der Schalfkogel genau im Südwesten stellt mit 3.537 m die zweithöchste Erhebung  im Ramolkamm, der höchste Gipfel und Namensgeber des Kamms stellt der Große Ramolkogel im Westen dar (3.549 m). Dazwischen liegen die Firmisanschneide, der Hintere Spiegelkogel und der Kleine Ramolkogel.

Großer Ramolkogel links, Gampleskogel (dahinter Wildspitze, Beginn mittleres Bilddrittel), Stockkogel in Bildmitte, Innere Schwarze Schneid dahinter, weit dahinter Watzespitze, Verpeilspitze, Rofelewand und Puitkogel; noch links hinter Nebengipfel des Königskogels der Nederkogel

Bereits leicht über dem Westen erhebt sich der wenig ausgeprägte Gampleskogel mit rechts dahinter der Wildspitze (3.768 m), der höchsten Erhebung der Ötztaler Alpen und zweithöchster Gipfel in Österreich. Etwas imposanter im Ramolkamm erscheint der Stockkogel bevor in der Ferne die Innere Schwarze Schneid im Ötztaler Gletscherschigebiet und weiter dahinter einige Giganten des Kaunergrats mit Watzespitze, Verpeilspitze, gerade noch die Rofelewand und deutlich der Puitkogel sichtbar werden. Genau im Nordwesten liegt das Wahrzeichen von Sölden, der Nederkogel (3.163 m).

Hohe Geige mit Geigenkamm bis Fundusfeiler und Wildgrat (2.973 m). Weit nördlich Loreakopf und Roter Stein, rechts davon Wannig und weiter rechts der Acherkogel und der markante Lochkogel, rechts dahinter der Hochreichkopf, Breiter Grieskogel, Wilde Leck und Schrankogel

Rechts des Nederkogels und des Nordwestgipfels des Königskogels schwingt sich die Hohe Geige (3.394 m) als höchster Gipfel des gleichnamigen Kamms zwischen dem Ötz- und dem Pitztal auf, der sich weit über das 54 km lange Tal hinauszieht und als letzten nach dem Fundusfeiler (3.079 m) einen sozusagen Dreitausenderanwärter, den Wildgrat (2.973 m) trägt. Weit draußen, nördlich des Inntals liegen die Lechtaler Alpen mit dem Loreakopf und dem Roten Stein. Direkt rechts davon die Mieminger Kette mit der traumhaften Schitour vom Norden auf den Wannig bevor der markante Gipfel des Lochkogels, der so imposant auf der Talstraße bei der Einfahrt bereits in Umhausen auf der linken Talseite in die Höhe schießt. Dahinter der mächtige Acherkogel.

Stubaier Wildspitze und Schaufelspitze, Ruderhofspitze; hinter dem gegenüberliegenden Hinteren Wurmkogel das Zuckerhütl, Wilder Pfaff und Sonklarspitze sowie Östlicher und Westlicher Feuerstein, dann der Botzer

Rechts neben dem Lochkogel im Norden blickt der Hochreichkopf durch, ein Gipfel der durch den Speicher Längental nicht mehr von Kühtai aus erreichbar ist. Ein imposanter Gipfel stellt der Breite Grieskogel (3.287 m) dar, dessen Massiv sich über eine schöne Länge von West nach Ost erstreckt. Imposant erhebt sich die Wilde Leck (3.359 m) aus dem Gipfelmeer der Stubaier Alpen und zwar nur die Spitze des Schrankogels ist sichtbar, man erahnt aber seine mächtige Höhe (3.497 m).

Pflerscher Tribulaun links, weit hinten Kleiner Kaserer, Hoher Riffler, Olperer und Schrammacher sowie weiter hinten Großer Löffler, Große Mörchner und Großer Möseler; rechts d. Bildmitte der Hochfeiler und Wilde Kreuzspitze und Dolomiten; im Vordergrund, Hohe Kreuzspitze, Wetterspitze und Ellesspitze.

Stubaier Wildspitze und Schaufelspitze heben sich aus den Gipfeln rund um das Stubaier Gletscherschigebiet im Norden ab, bevor die Ruderhofspitze bereits leicht im Nordosten sich zeigt. Rechts hinter dem gegenüberliegenden Wurmkogel blickt das schöne Kogelchen des Zuckerhütls vor dem Wilden Pfaff und der einsamen Sonklarspitze vom Nordosten herüber. Gerade nicht kann der Wilde Freiger gesehen werden, dafür ist die Königsspitze um 70 m zu nieder. Nach der Senke um das Timmelsjoch herum ragen Östlicher und Westlicher Feuerstein in den Himmel, die fast auf eine Linie liegen, bevor der Botzer im Nordosten diese Himmelsrichtung abschließt.

Links in den Sarntaler Alpen das Penser Weißhorn sowie das Schrotthorn

Gerade noch ist der eindrucksvolle Spitz des Pflerscher Tribulaun zu sehen, bevor die Schau gegen Osten mit Kleinem Kaserer, Hohem Riffler, Olperer und Schrammacher im Tuxer Hauptkamm weitergeht. Im Zillertaler Hauptkamm stechen der Große Löffler, der Große Mörchner und der Große Möseler, der die Berliner Spitze verdeckt, heraus, bevor der Hochfeiler als höchster Gipfel der Zillertaler Alpen erscheint.

Zoom auf die Zillertaler Alpen mit Tuxerkamm und Hauptkamm, Vordergrund rechts Hohe Kreuzspitze

Weiter geht es im Osten mit der Wilden Kreuzspitze bevor über den Osten hinaus nach Südosten die Gipfel der Rieserfernergruppe erscheinen und die Schau auf die Südalpen und Dolomiten fortsetzt. Im Vordergrund seien die schönen Schitouren auf die Ausläufer der Stubaier Alpen im Süden genannt, Hohe Kreuzspitze, Wetterspitze und Ellesspitze. In den Sarner Alpen sind das Penser Weißhorn sowie das Schrotthorn sichtbar.

Dolomitenstöcke mit Piz Boe, Langkofel, Grohmannspitze, Marmolata und vielen mehr

Ein atemberaubender Blick besteht auf die Dolomitenstöcke mit Piz Boe, Langkofel, Grohmannspitze und Marmolata.

Großer Ramolkogel im Westen in 8,8 km Entfernung im Zoom

Den Abstieg erlebten wir um die Mittagsstund schon recht spät in aufgeweichtem Firn. Hier sollte man eine Stunde früher unterwegs sein und nicht erst um 5:15 aufstehen.

Rückblick auf den Abstieg oberer Teil

Vor der Abfahrt legten wir am Schidepot eine Rast ein, der wolkenlose Himmel lud dazu ein. Anderntags wäre Ostermontag, es gäbe keine Hast an diesem perfekten Tag. Als wir sinnierend auf unseren Rucksäcken im Schnee saßen und die Sonne genossen, segelte scharf über die Kante des Grates von hinten seitlich an uns vorbeiziehend ein gewaltiger Vogel vorbei, dessen Farbe wir sofort zuzuordnen wussten.

Gemischte Fels-/Firnabschnitte

Wir trauten unseren Augen kaum, so selten bekommt man die Gelegenheit den auf der Unterseite orangefarbenen Bartgeier zu sehen. Ohne einen Flügelschlag segelte er förmlich ohne merkbarem Höhenverlust sekundenlang etwa 30 m über dem Kamm dahin in Richtung Osten. Rasch konnten wir ihn nicht mehr in seinem dünnen Profil von hinten in der Luft ausmachen, ehe wir verdutzt zum Handy greifen konnten.

Blick vom Schidepot über das Königstal nach Norden

Anstelle abwartend mit dem Handy zu lauern setzten wir uns wieder und diskutierten über die Bauchzeichnung, die jedoch unerheblich zur Bestimmung war, denn seine Farbe verrät den Vogel in einzigartiger Weise. Und welch Überraschung, ein zweites Mal passierte er etwa 10 min später unseren Lagerplatz und wieder waren wir nicht für eine Aufnahme gerüstet.

Die sagenhafte Abfahrt über die schönen unberührten Hänge wird uns lange in Erinnerung bleiben. Der Hang über die Talstufe nach der Zollhütte wies trotz fortgeschrittener Stunde erstklassigen weichen Pulverschnee auf, bevor im Gelände darunter der Firn zu dominieren begann. Nutzen konnten wir den Hang durch Halten der Höhe so gut es ging, um dann immer wieder ein paar Schwünge auszukosten.

Abfahrt über unberührte Hänge im Königstal

Weiter außen an der Talmündung bot sich abschließend ein herrlicher Blick auf den äußeren Ramolkamm mit Mannigenbachkogel, Gampleskogel, Stockkogel, Innerer und Äußerer Grieskogel, Nederkogel und Mittagskogel.

Ostersonntagsgeschenk Königstal

Unterhalb der Talmündung, im Bereich des beginnenden Waldes orientierten wir uns an den noch sichtbaren Aufstiegsspuren, um nicht zu tief in den steilen Hang einzutauchen. Ein Aufstieg in diesem Gelände mit den aufgeweichten Schneebedingungen wäre alles andere als wünschenswert gewesen.

Äußerer Grieskogel, Nederkogel und Mittagskogel

Über den steilen Wald und teilweise über die Rinne hinab blieb es bei Spitzkehren im schweren, weichen Schnee. Den Sommerweg wollten wir auch diesmal nicht benutzen, das Latschengelände erschien und nicht sicher hinsichtlich des Durchkommens. So erreichten wir die Kehre wieder an der Aufstiegsroute.

Schneise bei der Abfahrt über Steilhang

Die äußerst empfehlenswerte Tour für den, der gerne in weniger populärem Gebiet unterwegs ist, führt über 1.220 Hm zum Gipfel. Der moderat lange Fels- und Firnaufstieg eignet sich speziell für Verhältnisse im Frühjahr.

Ende der herrlichen Schitour mit Blick ins Gurglertal

Mit der Streckenlänge von 6 km ist die Tour zwar nicht besonders lang, trotzdem rechne man auch wegen der Gipfelbesteigung mit 6 bis 7 Stunden, je nach Länge der Pausen.

Mils, 05.04.2026