Sonnenstein, 2.441m

Bei weitem kein leichter Wanderweg und im unteren Teil auch nicht beschildert ist der Anstieg zum Sonnenstein.
Die Tour ist landschaftlich sehr schön, besonders, wenn man die Waldgrenze überschritten hat. Phantastische Blicke auf die Kalkkögel und auf Stubais Gletscherwelt eröffnen sich.

Am "Bandl" im letzten Teil des Anstieges zum Sonnenstein

Am „Bandl“ im letzten Teil des Anstieges zum Sonnenstein

Bevor es aber so weit ist muß man den Abzweig vom Toler- oder auch Talersteig finden.
Es mag mehrere Abzweige geben, jedoch sind all diese zwischen der achten und neunten Kreuzwegstation zu nehmen. Kommt man vom Parkplatz Medrazer Stille zweigt man zwischen besagten Stationen rechts auf die unübersehbare Waldrippe ab, die sich bis zu den Felsen des Grates emporzieht. Kommt man vom Gasthaus Sonnenstein ist der Abzweig nach der steilen Holzbrücke links zu suchen.

Der Aufstieg durch den Wald ist sehr steil und mühsam, wenige Flachstellen erleichtern ihn. Dafür ist es jedoch recht angenehm kühl bei der Sonneneinstrahlung dieser Tage. Ebenfalls vollzieht sich der Aufstieg recht lange im Schatten, wenn man zeitig losmarschiert.

der berühmte Wegweiser, weit oberhalb des Tolersteiges

der berühmte Wegweiser, weit oberhalb des Tolersteiges

Noch mitten im Wald am Aufstieg befindet das berühmte Täfelchen mit der verwitterten Aufschrift „Sonnenstein“. Diese Stelle ist aber n i c h t unten am Tolersteig, sondern eine gute dreiviertel Stunde oberhalb, dort wo sie eigentlich nichts nützt, weil man bereits nicht mehr weit von der Waldgrenze entfernt ist. Es ist dort keine große Hilfe, weil der Steig sonnenklar vor einem liegt und man bedarf dieser Information dort nicht. Möglicherweise ist unten am Tolersteig deshalb kein Wegweiser angebracht, damit sich nicht so viele Leute dorthin begeben wo es für sie zu schwierig wird…

diese Abzweigung sollte man nicht versäumen

diese Abzweigung sollte man nicht versäumen

Nun, über der Waldgrenze in den Latschen befindet sich der nächste Abzweig, den man nicht übersehen darf, siehe Fotos. Er ist zwar markiert, man kann aber leicht daran vorbei steigen, wenn man nicht wachsam ist. Diese Abzweigung muß links genommen werden und sie zieht zu den Felsen des sich ausbildenden Grates empor.

der weitere Anstieg in den Zuntern

der weitere Anstieg in den Zuntern

Dort wird es dann auch zusehends steiler, der Steig ist teilweise auf rutschendem, schuttigen Untergrund geführt, der typische brüchige Hauptdolomit, sowie durch die Wetter auch teilweise weggeschwemmt worden und durch hohe Abrutschgefahr gekennzeichnet. Dieses Gelände ist nur mehr ausschließlich dem schwindelfreien, geübten Geher vorbehalten und keinesfalls einem Freund von reinen Bergwanderungen.

der Aufstieg nach dem dichten Zunterngürtel unterhalb der Felsen, nicht für Jedermann geeignet

der Aufstieg nach dem dichten Zunterngürtel unterhalb der Felsen, nicht für Jedermann geeignet

Nach der Überwindung des bröseligen Teiles wird der Steig wieder leichter und man erreicht eine schöne Felsstelle von der die berühmten Fotos am „Felsbandl“ aufgenommen werden. Vorher steigt man fast über einen Fleck mit einer wunderschönen Gruppe von Edelweiß.

am Einstieg des Felsbandes Edelweiß

am Einstieg des Felsbandes Edelweiß

Andi schafft es stehend

Andi schafft es stehend

Anschließend sind es noch ca. 150Hm zum Gipfel, zuerst über eine breite, steile Bergwiese und zuletzt im felsdurchsetzten Hang, der sich oben zum Kopf ausbildet und das Gipfelkreuz trägt.

der letzte Teil des Aufstieges

der letzte Teil des Aufstieges

Das Gipfelkreuz ist – wie wir lernten – das Kreuz der Fulpmerer Kriegsheimkehrer, wieder errichtet von der Bergrettung Fulpmes und ein schönes altes Holzkreuz.

Sonnenstein, 2.441m

Sonnenstein, 2.441m

Sagenhaft die Aussicht auf alle wesentlichen Gebirgszüge im mittleren Teil Tirols, unsere Blicke konnten vom Habicht, den Gletschern im Stubai und Sellrain, über das Wetterstein- und Karwendelgebirge, sowie über die Tuxer Voralpen bis zu den Zillertaler Gletschern schweifen.

Feuersteine hinten, Habicht vorne

Feuersteine hinten, Habicht vorne

Der weitere Weg zum Serlesjöchl ist nun nicht mehr rot/weiß sondern orange markiert. Nach zuerst flachem Verlauf am Grat und einer Felsstufe erreicht man ein großes Schuttfeld bei dem eine Markierung (ein Schistock) entweder den weiteren steilen Aufstieg zur Serles, oder den horizontalen Steig zum Serlesjöchl weist. Wir nahmen letzteren, da wir nicht so viel Zeit hatten, um den Gipfel der Serles auch noch mitzumachen.

der weitere Steig auf die Serles

der weitere Steig auf die Serles

Dieser Steig quert ca. 10min lang den Schutthang und ist recht gut ausgebildet, nur manchmal von Wetterreisen durchzogen. Er ist teilweise schmal und man muß vorausblickend steigen. Er zieht sich durch den Hang mit kaum Höhenverlust.

am Steig nach der Abzweigung zum Serlesjöchl

am Steig nach der Abzweigung zum Serlesjöchl

Um eine Felsrippe herum gelangt man dann auf eine Rippe mit Gras und kann in der links der Rippe hinabziehenden Schotterreise unterhalb des Serlesjöchl den Normalweg vom Stubaital herauf erreichen, der sich auf der anderen Seite des Kartales befindet.

am Ende des Steiges vor der Schuttreise mit Steinmandl

am Ende des Steiges vor der Schuttreise mit Steinmandl

Blick zum Serlesjöchl

Blick zum Serlesjöchl

der Normalweg auf der anderen Talseite

der Normalweg auf der anderen Talseite

Diesem folgt man bis zum Gasthof Wildeben und von dort am Fahrweg, oder im oberen Teil über einen steilen Steig ins Tal, genau zum Ausgangspunkt des Parkplatzes Medrazer Stille.

Sonnensteinrunde im Rückblick von oberhalb des Gasthauses Wildeben

Sonnensteinrunde im Rückblick von oberhalb des Gasthauses Wildeben

Eine schöne und anspruchsvolle Tour für den geübten, schwindelfreien Bergsteiger, landschaftlich ein Traum.

Sonnensteinrunde 30-08-2015

Daten: 1.650m Aufstieg und ca. 6,5 bis 7 Stunden Zeitbedarf

Mils, 30.08.2015

 

 

 

6 Gedanken zu „Sonnenstein, 2.441m

  1. Georg

    Ich habe die Tour heuer auch gemacht, mit Überschreitung des weiteren Kamms bis zur Kesselspitze. Wählt man bei der oben erwähnten Wegverzweigung (nach dem Sonnenstein) den oberen Steig, erreicht man zuerst eine kleine Scharte, von der links die Serles-Ostrinne Richtung Waldraster Jöchl und rechts die erwähnte Schotterreise zum Normalweg vom Stubaital her führt. Aus der Scharte führen Steigspuren weiter, über die man den Normalweg zur Serles (im oberen Drittel des Hangs, ca. 15-20 Min. unter dem Gipfel) erreicht. Will man von der Serles ins Stubai absteigen, lohnt es sicher, das kurze Wegstück zur Scharte zurückzugehen und von dort über die (sehr steile, sehr tiefe) Schotterreise abzufahren.

    Antworten
    1. Rainer Beitragsautor

      Servus Georg,

      danke für deine Ergänzung. Am oberen Ende der Schotterreise, auf der wir zum Normalweg aus dem Stubai abfahren konnten, waren allerdings Felsen. Es ist, von unten betrachtet, schwer vorstellbar, daß sie mit dem von dir erwähnten Abzweig in Gehverbindung steht, ich kann es jedoch nur vermuten.
      Jedenfalls klingt deine Beschreibung interessant zu erkunden. Hast du einen Kartenausschnitt mit der Routenführung für mich zum hinzufügen zur Dokumentation?

      Danke und Grüße

      Rainer

      Antworten
      1. Georg

        Hallo Rainer,
        vielleicht meinen wir auch gar nicht die gleiche Rinne, ich versuche es genauer zu beschreiben: An der von dir erwähnten Abzweigung habe ich mich oben gehalten, der Weg quert durch teilweise ziemlich losen Schotter unterhalb eines markanten Gipfels (ein Schuttgipfel, der von einem markanten, hellen Felstürmchen gekrönt ist, unbenannt und unmarkiert). Die Steigspuren führen dann in eine Scharte, die diesen Gipfel vom Gipfelaufbau der Serles trennt. Von der Nordseite führen Fixseile aus der Rinne in die Scharte herauf – vermutlich als Abstiegshilfe für den Winter, die Rinne dürfte sich gut zum Abfahren eignen. Aus der Scharte führt dann mehr oder weniger eben ein Weg auf den Westrücken der Serles hinauf.
        Bei einer Rast in der Scharte hat sich mein Rucksack verabschiedet und ist ca. 100 HM durch den steilen Schotter auf der Westseite hinuntergerutscht, ich musste also zwangsläufig hier ein Stück ab- (sehr bequem, steiler, tiefer Schotter) und wieder auf- (dementsprechend mühsam) -steigen. Die Schotterreise ist im oberen Bereich teilweise ziemlich schmal (ca. 5 m), hat aber durchgehend „befahrbar“ ausgesehen.
        Ebenso müsste es auch möglich sein, auf der anderen Seite Richtung Nordosten abzufahren (Richtung „Im Echo“) und so den Verbindungsweg Waldrast – Gasthaus Sonnenstein zu erreichen. Diese Schotterrinne (eher eine Schlucht) ist von oben aber nicht komplett einsehbar, kann natürlich sein, dass da irgendwo noch unangenehme Passagen warten.

        Ich plane meine Touren immer bei Outdooractive, der Einfachheit halber habe ich diese Tour veröffentlicht, damit du dir die Karte ansehen kannst: http://www.outdooractive.com/de/wanderung/stubaital/serleskamm-ueberschreitung/104060330/ – vielleicht kannst du damit was anfangen. aber Achtung, der Weg zum Sonnenstein ist in der Outdooractive-Karte nicht, der Weg zwischen Roter Wand und Kesselspitze falsch eingezeichnet, die eingezeichnete Route kann also nur als grober Anhaltspunkt dienen.

        Im Übrigen ist auch der Weiterweg über den Grat mit Abstieg nach Kampl durchaus empfehlenswert: Zwischen Roter Wand und Lämpermahdspitze eine ausgesprochen schöne, stellenweise etwas ausgesetzte Gratwanderung auf gutem Weg, dann ein Stück (auf der Nordseite) mühsam (schlecht markiert, extrem brüchig, mühsam), danach wieder lohnend.

        Viele Grüße
        Georg

        Antworten
  2. Mike Eichelberger

    herzlichen dank für den informativen bericht! die runde steht auch schon länger auf meiner „wunschliste“, der herbst jetzt könnte die ideale zeit dafür sein.
    ein dankeschön auch an den „georg“ für die ergänzenden zusatzinfos.
    herzliche grüße,
    mike

    Antworten
    1. Rainer Beitragsautor

      Mit Dank zurück Mike!
      Freut uns zu hören, daß unsere worte inspirieren. Der Herbst ist wirklich ideal für diese Runde.
      In den nächsten Tagen kommt eine genauere Beschreibung von Georgs geschätzter Ergänzung zum Bericht dazu.
      Berg Heil!
      Rainer

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