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Kirchdachspitze, 2.840m von Neder

Der mächtigste und höchste der Gipfel im Serleskamm, die Kirchdachspitze, verfügt von Neder aus begangen, über einen sensationell schönen Zugang über den, knapp nach der Pinnisalm abzweigenden Steig mit – von dort gemessenen – fast 1.300Hm  Anstieg.

Kirchdachspitze, 2.840m

Kirchdachspitze, 2.840m

Der gesamte Höhenunterschied von Neder bis zum zentral gelegenen und aussichtsreichen Gipfel beträgt 1.840m, ein Klassiker der Touren im Serleskamm; bei rechtzeitigem Aufbruch von Neder, dank des westseitigen Hanges, schattig bis auf gut 2.600m (Ende Juni).

Das Massiv der Kirchdachspitze im Serleskamm

Das Massiv der Kirchdachspitze im Serleskamm

Dieser gewaltige Steig nennt sich Jubiläumssteig und ist ein gut gepflegter, teilweise versicherter Steig mit phänomenalen Kulissen zur Elfergruppe, zum gewaltigen Massiv des alles beherrschenden Habicht, in höherer Lage zu Wildem Freiger und Zuckerhütl und später, ab dem Joch gen Süden, zu den bizarren Türmen und Formen der Tribulaune.

links in den Latschen der Jubiläumssteig abzweigend

links in den Latschen der Jubiläumssteig abzweigend

Einige Minuten nach der Pinnisalm verrät ein Wegweiser den Abzweig zur mächtigen Schuttreise am Fuß des Kirchdachmassives. Den Pinnisbach je nach vorhergehender Wetterlage mehr oder weniger akrobatisch überquert, machen wir uns, Simon und der Autor, auf den Serpentinensteig in den latschenbewachsenen Schutthängen die ersten gut hundert Meter auf, bevor der Steig in recht festem festem Fels (Hauptdolomit) weiterführt.

Am Jubiläumssteig, Aufstiegsgelände unterer Teil

Am Jubiläumssteig, Aufstiegsgelände unterer Teil

Zwei unübersehbare Steilstufen aus festem Kalk überwindet man an ihrer Rechten immer dem ungefährlichen, teils versicherten Steig folgend.

die obere Steilstufe

die obere Steilstufe

Nach den beiden Steilstufen, einem nicht ganz verständlichem alten Wegweiser und einer der kuriosen – vom Winter gezeichneten – Rastbänke in hochalpinem Gelände im Stubai geht es etwas steiler weiter. zur Rechten (südlich) tut sich nun eine gewaltige Wand aus festem Kalk auf, die Ihresgleichen sucht, befindet man sich auf Normalsteigen für das Gesamtvolk geeignet.

gewaltige Wände zur Rechten ab dem mittleren Teil

gewaltige Wände zur Rechten ab dem mittleren Teil

Durch eine mäßig ausgeprägt Schlucht bleibt man getrennt von ihr immer noch – in einer, für den Karwendelgeher unüblichen Höhe von mehr als 2.000m – im Hauptdolomit mit seiner ausgeprägten Splitterigkeit.

Simons Blick schweift von Ilmspitze bis Elfer

Simons Blick schweift von Ilmspitze bis Elfer

Weiter oben, ab etwa 2.500m kommt man in die Gipfelzone der Kirchdachspitze und interessante jünger aufgeschobene Gesteinsarten kommen – wie auch auf der Hammerspitze – zu Tage.

kleiner Gratausläufer mit Rastbank im oberen Teil des Jubiläumssteiges

kleiner Gratausläufer mit Rastbank im oberen Teil des Jubiläumssteiges

Es handelt sich um Glimmerkalke und Quarzphyllite, die in einer ungeheuer homogenen Mischung aus den Nordabbrüchen der Kirchdachspitze den weichen, teils lettigen Anstieg vom letzten Nordausläufer bis auf den Silbersattel bilden (verantwortlich für den Letten ist der Quarzphyllit). In diesem Nordhang lag dieser Tage noch eine dünne Schneedecke und am Sattel eine gegen Ende Juni doch noch mächtige Restwächte (auf rd. 2.750m) und diese Partie von etwa 150Hm erfolgte großteils über die Restschneefelder.

noch ca. 150Hm bis zum Silbergrat auf 2.750m

noch ca. 150Hm bis zum Silbergrat auf 2.750m

Am Weg dorthin kann man eine Abbruchstelle ausmachen, die möglicherweise Namensgebend für die Kirchdachspitze sein mag. Sie ist gleichsam ein Schnitt durch eine Kirche und vermittelt durch Form und den gut erkennbaren bzw. vorstellbaren „Inneneinrichtungen“ den Eindruck eines Altares. Welche Bewandtnis diese Formation auch immer haben möge, sie ist sehr symbolhaft.

das Felsenbild im Gipfelaufbau, Namensgeber der Kirchdachspitze?

das Felsenbild im Gipfelaufbau, Namensgeber der Kirchdachspitze?

Vom Sattel aus hat man, aus dem Pinnistal kommend, erstmalig Sicht gen Süden. Diese mag der Bergsteiger als Einschätzungskriterium für die weitere Tourenplanung nicht vergessen, denn relativ häufig kommen heftige Wetter von dort auf den Serleskamm hergezogen.

Simon in den Restschneefeldern (sie sind leichter zu nehmen als der weiche lettige Quarzphyllit

Simon in den Restschneefeldern (sie sind leichter zu nehmen als der weiche lettige Quarzphyllit

Der restliche Aufstieg zum Gipfel erfolgt zuerst östlich des nicht besonders ausgeprägten Grates, weiter oben weit östlich davon und die letzten Meter wieder recht nahe am Grat.

Am Silbergrat auf 2.750m

Am Silbersattel auf 2.750m

Dort in blockigem festen Gipfelgestein, im Kristallin und Glimmerkalken im unteren Teil dagegen in gebrächem Quarzphyllit. Kleine Restschneefelder auf glatten Platten zwangen uns zu kleinen Umwegen, der Aufstieg wird jedoch in wenigen Tagen frei von jeglichen Schneefeldern sein. Ab Neder gemessen erreichten wir den Gipfel in 3 1/2 Stunden.

Restschneefelder am Gipfelaufbau

Restschneefelder am Gipfelaufbau

Das eindrucksvolle Holzkreuz mit schmiedeeisernen Beschlägen trägt eine kleine Gipfebuchschachtel und obwohl wir in 2016 die ersten Begeher waren und offenbar der Deckel der Schachtel den Winter über offen geblieben ist, war das Buch in tadellos trockenem Zustand. Grund dafür war die Aufbewahrung in einem alten wasserdichten Trinkbeutel. Das Schloß des Deckels haben wir etwas nachgebogen, um den windsicheren Verschluß wieder zu gewährleisten.

Simon am Gipfel der Hammerspitze, 2.840m

Simon am Gipfel der Kichdachspitze, 2.840m

Eines meiner Ziele am Gipfel war auch den Gratverlauf von der Kirchdachspitze zur Ilmspitze zu erkunden, jedoch hätte ich müssen einige Zeit zur Erkundung im sichtbar mächtig steilen Abstieg zubringen. Also dienen vorerst nur ein paar Fotos zur weiteren Erforschung und die Frage muß an einen Kenner der Situation gestellt werden. Genial wäre die Überschreitung von der Innsbrucker Hütte her über die Ilmspitze allemal.

Gratverlauf zur Ilmspitze; ist er ohne Schlosserei und Seiltechnik machbar?

Gratverlauf zur Ilmspitze; ist er ohne Schlosserei und Seiltechnik machbar?

Den Abstieg zum Padasterjochhaus nahmen wir in knapp 1 1/4 Stunden. Auf dem Weg dorthin sichten wir in der Einschartung zwischen Kirchdachspitze und Hammerspitze auf 2.400m einen jungen und einen alten Steinbock die sich selbstsicher bewegen und deren Auftritt ich dem Leser nicht vorenthalten möchte:

Der Steig kreuzt weiters eine alte Schäferhütte, die leider dermaßen verfallen ist, daß man darin kaum vor einem Gewitter sicher ist. Ein Unterstand im Notfall jedoch allemal.

Schäferhütte

Schäferhütte

Nach einer schmackhaften und augengerecht angerichteten Knödelsuppe vom Wirt des Padasterjochhauses selber setzten wir unsere Tour über den Grat, der die Wasenwandspitze, 2.563m mit dem Foppmandl verbindet und über das Auf und Ab am Grat über den Roten Kopf bis zum Sattel unterhalb der Kesselspitze fort. Man unterschätze diese zusätzlichen ca. 400Hm nicht, wenn man vom Padasterjochhaus aufbricht.

Padasterjochhaus im Kessel, dahinter Grat zwischen Wasenwand und Foppmandl

Padasterjochhaus im Kessel, dahinter Grat zwischen Wasenwand und Foppmandl und ganz dahinter das langgezogene Massiv der  Kesselspitze

Die deutlich kürzere Alternative für den Abstieg wäre hier der etwas südwestlich vom Padasterjochhaus abzweigende Aufstieg zur Hammerscharte (auf 2.528m, also nur 300Hm ab dem Padasterjochhaus), die über den Rohrauersteig zurück in das Pinnistal zur Issenangeralm führt. Ein Detailbericht über den Aufstieg über den Rohrauersteig findet sich hier unter dem Beitrag Hammerspitze.

Steig zur Hammerscharte etwas vor dem Padasterjochhaus

Steig zur Hammerscharte etwas vor dem Padasterjochhaus

Die Wasenwandspitze haben wir noch mitgemacht, das Foppmandl verschmähten wir ob der flachen zeitraubenden Partie am Grat.

Wasenwandspitze, 2.563m

Wasenwandspitze, 2.563m

Den Abstieg vom Joch unterhalb der Kesselspitze bildet ein sehr schöner Gratabstieg, der hier unter Kesselspitze beschrieben ist.

weiterer Steig zum Abstieg; er befindet sich dort wo die Restschneefelder zu erkennen sind

weiterer Steig zum Abstieg; er befindet sich am Grat dort wo die Restschneefelder zu erkennen sind

Rund 200Hm vor der unteren Waldgrenze in Kampl und oberhalb der Häuser kann man auf einem Forstweg in leichtem Anstieg den Rückweg nach Neder nehmen. Wir haben diesen genommen und erreichten über den letzten Teil des Besinnungsweges den Talausgang wieder.

Rückblick auf die Tour, ganz hinten majestätisch die Kirchdachspitze

Rückblick auf die Tour, ganz hinten majestätisch die Kirchdachspitze und rechts der Habicht

Unsere Tour erstreckte sich über ziemlich genau 20km und gesamten 2.370Hm. Die Gesamtzeit betrug incl. aller Pausen 8 3/4 Stunden (keine Richtzeit für Normalgeher!).

Rückblick am Ende des Forstweges, bei der Einmündung in den Besinnungsweg

Rückblick am Ende des Forstweges, bei der Einmündung in den Besinnungsweg

Nimmt man die kürzere Variante (ab dem Padasterjochhaus über die Hammerscharte so kürzt man rund 5km und einige Höhenmeter ab.
Für den Aufstieg zur Kirchdachspitze von Neder rechne man mit 4-5 Stunden, je nach Vermögen. Man unterschätze den Abstieg ins Pinnistal nicht, will man im Padasterjochhaus einkehren.

Die kürzeste Alternative wäre der Abstieg vom tiefsten Punkt zwischen Kirchdachspitze und Hammerspitze über den Steig links (westlich) der Hammerspitze und den Rohrauersteig. Auch hier muß man aber wieder ca. 100Hm aufsteigen, um die Hammerspitze links umgehen zu können.

Mils, 25.06.2016

 

 

Kesselspitze, 2.728m von Kampl

Im mittleren Teil des Serleskammes gelegen erhebt sich die Kesselspitze – vom Elferlift im Stubaital aus gesehen – als eine bemerkenswerte, abgerundete Erhebung im Kamm. Dabei sieht man von dort nur den Vorgipfel, der Hauptgipfel, oder besser beide höchsten Erhebungen befinden sich südöstlich dahinter und der östlichere der beiden trägt das Gipfelkreuz.

Kesselspitze, 2.728m

In ungewohnt tiefrotem Kalk (Kalke des unteren Jura – Adneter Schichten) steigt man die letzten Meter vom Vorgipfel – ich habe heute den direkten Übergang über den wenig ausgebildeten Grat genommen – zum Gipfelkreuz auf.
Wie der Gipfel so ist die gesamte Aufstiegsroute von Kampl über die Kesselmahd eine geologische Zeitreise über Jahrmillionen und selbst der geologisch unerfahrene Bergsteiger wird die Eindrücke der gewaltigen Sprünge von Gesteinsarten und -formen, Schichtungen, Korngrößen und Farben in dem vielfältigen Überlagerungsgebiet des Serleskammes gerne wieder mit ins Tal nehmen.

tiefe Schluchten trennen den Ausläufer auf dem der Aufstieg erfolgt vom Serleshauptkamm

tiefe Schluchten trennen den Ausläufer auf dem der Aufstieg erfolgt vom Serleshauptkamm

Im Anstieg bereits, hat man zur Linken gewaltige Felsausläufer aus Kalk mit senkrechten Abbrüchen von mehreren Hundert Metern und das Haupt ihrer kühnsten Türme zieren Latschen in verwegenen Formen. Eine verwegene Landschaft, die den Aufstieg über den zermürbend steilen Waldrücken gut erträglich macht, läßt man das Auge und die Sinne bestimmen und stellt das Training in den Hintergrund.

ab hier wird es eindrucksvoll

ab hier wird es eindrucksvoll

Von einem erfreulich nicht kommunal regulierten Parkplatz, oder besser längeren Parkstreifen, geht es von Kampl aus los. Gleich hinter der OMV Tankstelle führt die Straße – man respektiere das Geschwindigkeitslimit zum Wohle der Kinder der Anrainer – bis zum Fahrverbot und im oberen Teil kann man längs der linken Seite parken, ohne eine Regelung per Tafel anzutreffen.

Nach dem Ende der Asphaltstraße nimmt man – gut beschildert – den Aufstieg im Wald, der gleich richtig zur Sache geht. Rund 400Hm geht es durch den Fichtenwald bis zu einer ersten Rastbank neben einer Wasserfassung. Dieser Steig enthält erstaunlich viele Bänke und die letzte trifft man weit über 2.000m in bereits sehr alpinem Gelände an.

Abzweig, rechts geht es weiter

Abzweig, rechts geht es weiter

Der Aufstieg auf die Kesselspitze zweigt wenige Minuten nach besagter erster Bank rechts ab, links bzw. geradeaus geht es auf kühnem Steig zum Gasthaus Wildeben weiter. Der Verlauf des Steiges führt weiter an einer Doline (Karstvertiefung im Boden) vorbei zu einem Aussichtspunkt mit Bank an der man frei nach Goethe ohne weiteres den Augenblick einige Minuten verweilen lassen sollte. Am Kamm des Wald- und später Zunternrücken macht es Spaß dem recht steilen Steig zu folgen, zu sehen gibt es rundherum genug und die knorrigen Gesellen von exponierten Lärchen erscheinen in schier abenteuerlichen Ausbildungen.

ist dieser Blick nicht traumhaft?

ist dieser Blick nicht traumhaft?

Schärfer, und damit zum leichten Grat wird der üppig bewachsene Rücken dann einige Minuten Gehzeit ab dem markanten Kopf, oder flacherer Stelle, in der AV-Karte mit der Höhenangabe 2.043m. Ab dort besteht der Bewuchs nur mehr ausschließlich aus Zuntern und der Kamm nimmt zusehends mehr die Form des Grates ein. Allerdings ist der Grat auch in den wenigen Metern auf denen man trittsicher unterwegs sein sollte immer breit genug.

nicht schlecht oder?

nicht schlecht oder?

Am Grat endet irgendwann die Vegetation in einer gewissen Übereinstimmung von wenigen Dutzend Höhenmetern auch mit der Geologie. Vom Hauptdolomit tritt man in eine völlig andere Welt ein, für mich vollzieht sich der Wechsel in den Tonschiefer. Auch Höhe und Hangneigung dürften hierzu den Ausschlag geben. Die letzte Rastbank trotzt den Jahreszeiten, wir befinden uns auf rund 2.150m.

ein weiteres kleines Gratstück zur Vorsicht

ein weiteres kleines Gratstück zur Vorsicht

Die letzten kleinkörnigen Kalkschutthänge, die man so gut vom Serleskamm kennt – siehe auch Bilder der Tour auf den Sonnenstein – ziehen von der Verbindung des Kammes, der den Bergsteiger die letzten zwei Stunden beschäftigt hat herunter. Oberhalb finden sich vorwiegend wild zerborstene Tonschieferbänke, leicht gemischt mit Kalken bis zum Joch auf rund 2.580m, bevor sich im Anstieg zum Gipfelaufbau der Fels wieder zum Kalkstein ändert.

der Gipfelaufbau und die Aufstiegsroute nun im Wechsel zum Tonschiefer

der Gipfelaufbau und die Aufstiegsroute nun im Wechsel zum Tonschiefer

Der Aufstieg in dieser Flanke (obere Teil der Kesselmahd) erfolgte am heutigen Vatertag nach den vielen Regentagen in einer teilweise lettigen Erd-Gesteinsmasse, die zähplastisch nachgab. Zudem sind noch zwei wenig mächtige Schneefelder zu durchqueren, bzw. zu umgehen, wenn man keine Überraschungen erleben will und die Umgehung erfolgt im lettigen Schuttgelände.

die beiden Schneefelder knapp unterhalb des Joches

die beiden Schneefelder knapp unterhalb des Joches

Im Abstieg habe ich die Schneefelder genommen, jedoch häufig auf die ungute Vereisung des Firns getreten, die man häufig rund um die herausstehenden Felspartien antrifft.
Die Hangneigung trägt dazu bei, daß man einiges „Zehenspitzengefühl“ mitbringen muß, um sicher zu steigen. In zwei bis drei Wochen ist dieser lästige Teil Geschichte.

das Joch erreicht

das Joch erreicht

Ab dem Joch (es ist der Übergang zum weiteren Grat zum Padasterjochhaus und zur Kirchdachspitze) wendet sich der Aufstieg wieder in genussvollere Abschnitte und die letzen paar Dutzend Höhenmeter auf den Vorgipfel neben/unter den mächtigen, tropfenden Kalkmauern machen wieder mehr Spaß.

Gipfelaufbau von Westen

Gipfelaufbau von Westen

Sie will in Serpentinen erobert werden, dachte ich als ich die Richtungsänderungen im letzten Teil mitmachte. Vor hier muß es grandiose Blicke ins Stubai geben kam mir in den Sinn, als ich in den leeren Nebel starrte.

Vorgipfel

Vorgipfel

Der obere Teil bis zum Vorgipfel ist nahezu schneefrei und ab diesem durchschreitet man noch ein letztes Feld am sanften Sattel zu den keck und schroff aus dem Grat herausragenden beiden Gipfeltürme der Kesselspitze.
Ich habe sie am Grat genommen, trotzdem als ich sah, daß zwischen beiden ein tieferer Abstieg nötig ist. Habe diesen durch Umgehung auf der Südseite liegen gelassen.

ein letzter sanfter Sattel

ein letzter sanfter Sattel

Ein schlichtes verzinktes Gipfelkreuz empfängt mich nach nicht ganz drei Stunden des Aufstieges. Wieder einmal Disput um Gipfelhöhen, dachte ich als ich die „2.733m“ mit roter Farbe auf roten Fels geschrieben las.

Touristen am Gipfelkreuz

Touristen am Gipfelkreuz

Da die Nebel aus Richtung Habicht enorm stärker zu werden schienen, trat ich gleich nach einem wenig erfolggekrönten Rundblick auf die Gipfel im Kamm und auf die weiteren gewaltigen Stubaier Gipfel in Richtung Süden, dem GB-Eintrag, einer Gedenkminute für alle Väter, die ihren letzten Aufstieg bereits genommen haben und der Erkundung des Normalweges wieder den Rückzug an.

Auf Wiedersehen Kesselspitze!

Auf Wiedersehen Kesselspitze!

Wie immer passiert es mir, daß das Wetter am Abstieg besser wird, als am Aufstieg. Und heute hat es mich am Aufstieg ganz schön getrieben. Also ergeben sich noch eindrucksvolle Stimmungen, die, mit der Kamera versucht einzufangen, nicht einen Bruchteil der natürlichen Wirkung wiedergeben.

Die Kalkkögel aus dem Unterstand

Die Kalkkögel aus dem Unterstand

Am Abstieg bedurfte ich dann am selben Wegabschnitt zum zweiten Mal für 15min der Regenhaut, eine Zelle über Neustift in Richtung Fulpmes hat mich erwischt.
Nach dem gelungenen Bergerlebnis konnte mir das aber so gut wie gar keine Schimpfwörter entlocken.

der Habicht läßt einen Blick zu, tief unten das schöne Pinnistal

der Habicht läßt einen Blick zu, tief unten das schöne Pinnistal

Hier noch ein Blick auf den langen Gratteil, da sind auch ein paar Meter etwas ausgesetzterer Stellen dabei.

eindrucksvoller Grat

eindrucksvoller Grat

Gesamt sind recht genau 1.700Hm zu meistern. Die Aufstiegszeit wird mit 4 Stunden angegeben. Man sollte des Sommers zeitig unterwegs sein, denn gut 1.000Hm vollziehen sich im sonnenbeschienen Wald bzw. Unterholz. Bei Schlechtwetter oder Gewitter werden die letzten 150Hm zum Joch sehr rutschig sein.
Wunderschöner Wald ab 1.400m und eine tolle Tour für jeden, der etwas „zahniges“ im Aufstieg auf wenig Streckenlänge sucht.

Mils, Vatertag 12.06.2016