Archiv der Kategorie: Tuxer Alpen

Schitour Rastkogel, 2.762m – von Innerst über Weidener Hütte

Der höchste Gipfel der östlichen Tuxer Alpen, der Rastkogel, bietet mehrere schöne Aufstiege und ein echtes Schmankerl darunter ist jener mit der Gratüberschreitung von der Halslspitze aus dem Nafingtal.

Rastkogel, 2.762m – gegen Hintertux und Olperer

 

Interessant ist diese Route auch deshalb, weil sie eine Runde bildet und somit Aufstieg und Abfahrt in zwei benachbarten Tälern stattfinden – mit der Abfahrt im Nurpenstal werden die landschaftlich lohnenden Schitourenziele Roßlauf, Hoher Kopf und Nafingköpfl umrundet.

am Weg zur Weidener Hütte

Die Anreise über die Weidener Hütte im Nafingtal ist eher flach und lang und damit bestens geeignet der breiten Masse nicht das angestrebte sofort verfügbare Modeschitourenerlebnis zu bieten, nein, für die landschaftlichen Perlen in den Tiefen der Tuxer Alpen will man zunächst mit einem Hauch von Leidensfähigkeit über ein paar Stunden für das Abenteuer qualifiziert werden. Der Aufstieg über den Almenweg bis zur Nafingalm ist für den Naturfreund nicht minder interessant, aber er bietet eben kein spektakuläres Aufstiegsgelände.

Rückblick auf die Weidener Hütte

Ab der Nafingalm, vielmehr nach dem letzen Hochlegergebäude der Alm beginnt der Aufstieg über schöne, zunächst steile Westhänge (kaum jedoch deutlich über 30° Neigung) oberhalb der Baumgrenze. Nach den Richtungswechseln über Spitzkehren öffnen sich schöne Blicke talauswärts und auf das Karwendel im Norden.

Obere Nafingalm

Das Ziel, die Halslspitze, bleibt den Blicken lang verborgen, das Gipfelkreuz des Vorgipfels, der Vorhalslspitze, ist bereits am Weg zum letzten Almgebäude sichtbar (nicht zu verwechseln mit dem Nafingköpfl, weiter außerhalb im Tal).

Aufstieg zur Halslspitze

Nach etwa dreihundert Höhenmetern wird das Gelände in Gratnähe flacher und erstmals kann das noch weit entfernte Ziel, der Rastkogel, vor dem weiten Nurpenstal erblickt werden. Sonne erwischt man Anfang Februar während des Aufstieges bis zum Gratrücken über kurze Passagen.

 

erster Blickkontakt zum Rastkogel

Während des kurzen Restaufstieges auf die beiden Halslspitzen ist man ständig – jedoch vergebens – bemüht im Augenwinkel den herrlich aussehenden Grat nach Schwierigkeiten zu erkunden. So sehr der Rücken einsehbar ist, so sehr bietet er auch sichtlich Geheimnisse hinter den Gratbuckeln wodurch eine gewisse Spannung bestehen bleibt.

Gipfel der Vorhalslspitze sichtbar

Ohne Rast stürzten wir uns auf die Überschreitung des Gratrückens indem wir die etwa 50Hm tiefe Abfahrt von der Halslspitze bis zur ersten – und auch zur tiefsten – Einsattelung mit Fellen und aber mit der Bindung im Abfahrtsmodus in Angriff nahmen.

Vorhalslspitze,, 2.540m

Die kurze, wenig steile Abfahrt gelang auch entsprechend befriedigend. Es gibt hierzu in der Bildergalerie einen Schnitt mit der Gratkontur als Screenshot aus Tiris an dem man die Route über den Gratrücken – mit seinen doch beachtlichen 300Hm Restaufstieg von der Halslspitze – dargestellt findet.

Gratrücken zum Rastkogel

Auf die Einsattelung folgen ein kurzer Aufstieg, eine Flachstrecke und eine kurze, wellige Abfahrt über kaum 10Hm.

Willi in der Einsattelung nach der Abfahrt von der Halslspitze

Nach dieser Sequenz folgt ein etwas längerer Aufstieg zum Nurpensjoch (2.525m), an dem der Wegweiser im Sommer die Ziele nach Westen und Osten beschreibt. Am Nurpensjoch ist auch ein gutes Drittel der etwa 1,6km langen Strecke (Luftlinie) zum Rastkogel geschafft.

Gratverlauf nach dem Aufstieg von der ersten Einsattelung

In der Folge wechselt eine kurze Abfahrt in den Sattel, der den Sommerabstieg nach Lanersbach eröffnet, mit einem steileren Aufstieg auf eine etwas schärfere Gratpassage.

erste kurze Abfahrt

Diese kann als Schlüsselpassage bezeichnet werden. Der Aufstieg war aufgrund zu starker Vereisung in unserem Fall nicht über die steile Nordflanke möglich. Sie mußte also direkt überquert werden und dies wiederum ist nur mit dem Schi am Rucksack möglich, der Anstieg ist zu steil im Schitourenmodus.

am Nurpensjoch

Nach dem steilen Anstieg wird der Gratrücken über eine kurze Strecke breiter, jedenfalls können die Schi gleich bei der Ankunft am flachen Gratrücken wieder angeschnallt werden.

Aufstieg über die vereiste Passage nach dem Nurpensjoch

Die letzte Passage mit einem schmalen Gratstück folgt sofort nach etwa 100m. Die kurze Passage ist nun richtig schmal, jedoch sehr kurz und durch die herausstehenden Felsen kann die richtige Route gut abgeschätzt werden, denn ein halber Meter zu weit nach Süden gestiegen könnte eine unfreiwillige weite und sehr steile Abfahrt zur Folge haben, der man sich tunlichst nicht aussetzen will.

Aufstieg auf die letzte schmale Gratpassage

Nach diesem Teil am Grat sind die ausgesetzten Passagen überwunden.

Richard und Evi am schmalsten Teil des Gratrückens

Der folgende Gratrücken wird breiter und zunächst durch zwei Serpentinen mit Spitzkehren der Aufstieg bis zum nächsten einsehbaren Punkt gemeistert.

restlicher Anstieg auf den Rastkogel

Nun folgen einige Minuten auf der Nordflanke, die sich in unserem Fall nicht so hart präsentierte, daß Harscheisen vonnöten gewesen wären.
Mäßig steil leitet der Gratrücken nun an den Gipfelaufbau des Rastkogels heran, wobei ein Hauch von Graterlebnis bis unter die deutlich sichtbaren Felsen erhalten bleibt.

breiter Gratrücken zum Rastkogel

Die Gruppe, die nördlich von uns aus dem Nurpenstal herauf spurte überraschte uns am Gipfel mit Fotos von uns am Gratrücken – hiermit nochmals danke Nina!

von anderen Tourengehern wurden wir am Grat fotografiert

Eine letzte steile Passage bildet den Aufstieg über den felsendurchsetzten Vorgipfel, die von unserer Position aus zunächst steiler aussah als sie wirklich war.

letzter Abschnitt vor dem Gipfelaufbau

Allerdings kann dieser Aufstieg nur bei guten Verhältnissen empfohlen werden, denn dort nähert man sich über einige Dutzend Höhenmeter der 35° Hangneigungsgrenze. Die Alternative dafür wäre die nordseitige Querung der Felsen und der Aufstieg im Bogen, der unsere Abfahrt bildete.

steile Passage durch die felsendurchsetzte Südwestflanke

Nach dem steilen Abschnitt folgt ein überraschend flacher Restaufstieg auf den sich wenige Meter abhebenden Gipfel des Rastkogels und das flache Gipfelplateau mit dem imposant abgespannten Gipfelkreuz aus Holz wird erreicht.

flacher Gipfelanstieg nach dem Vorgipfel

Wie immer im schneereichen Winter breiten sich atemberaubend anzusehende weiße Hänge mit unzähligen Schattierungen, die so eindrucksvoll die Geländeoberfläche zeichnen vor dem Betrachter aus und die darüberliegenden Gipfel in allen Himmelsrichtungen krönen diese Schöpfung.

Hochfügen mit dem Rofan und den Brandenberger Alpen im Hintergrund

Nicht nur die gewaltigen Zillertaler Dreitausender ziehen das Auge dauerhaft auch sich, auch die von diesem Standort aus nicht so eindrucksvoll erwarteten sanfteren Brandberger Alpen im Norden rechts neben dem Rofan erscheinen geschlossen und übersichtlich, sie bezaubern des Bergfreunds Auge.

Zillertaler Alpen

Wilder Kaiser, Steinernes Meer – sehr fern und durch die hervorragende Fernsicht eindeutig erkennbar- im Osten, sowie die westlichen Tuxer und bis tief hinein die Stubaier Alpen breiten sich vor dem staunenden Betrachter aus.

Wilder Kaiser und Steinernes Meer

Eine besondere Freude war dem Autor der phänomenale Überblick über die Karwendelgruppe – dem schönsten Gebirg‘ der Welt.

östlicher Teil des Karwendels im Hintergund des Nurpenstales

Das Gipfelerlebnis ist bei langen Touren meist nur von kurzer Dauer und so muß ein immer zu kurzer Aufenthalt bei der Abfahrt beklagt werden.

Rastkogel, 2.767m (mit unserer Fotografin aus dem Nurpenstal)

Die Routensuche, vielmehr die Pulverschneesuche hilft meist ein wenig über den zu kurzen Genuß der Landschaft hinweg und es entstehen in der menschlichen Hektik wieder neue Reize, die soeben erlebtes vergessen lassen.

Abfahrt ins Unrpenstal

Vom Gipfel nordseitig begannen wir die Abfahrt bis zu uneinsehbaren Hängen, die unterhalb Felsen vermuten ließen. Also orientierten wir uns am langen steilen Gipfelhang, dem Normalanstieg, den die Gruppe aus dem Nurpenstal aufkreuzte.

der Autor bei der Abfahrt unterhalb des Gipfels

Dort und über die folgenden noch steilen Hänge hinab fanden wir hervorragende Bedingungen vor, die sich weit hinaus bis zur Hagelhütte fortsetzten – ein schwer zu beschreibend schönes Abfahrtserlebnis.

Evi am Ende einer traumhaften Pulverschneepassage

An einer Sammelstelle über die weichen Hänge hinab wollte es der Zufall, daß wir Bergsteigerkollegen Jürgen, just im Anstieg auf den Rastkogel, antrafen, dessen interessanter Bericht über eine andere Begehung des Rastkogels der Autor seinen Lesern hiermit als eine schöne Alternative ans Herz legen möchte.

Evi und Richard in einem der schönen Hänge

Nach der Hagelhütte folgt eine Strecke mit einer faszinierenden Taldurchquerung im Nurpenstal mit leichten, kurzen Schiebestrecken aufgrund der geringen Neigung.

Abfahrt zur Hagelhütte

Keine Sorge, die Armmuskeln brennen zwar, aber der Reiz der Landschaft im engen Tal läßt alle Mühsal vergessen. Von Vorteil für den Komfort der Armmuskulatur sind für diese Passage jedenfalls gut gewachste Schi mit glattem Belag.

nach der Hagelhütte zum Rastkogel zurückgeblickt

Hat man sich nach vorne und hinten sattgesehen von dem besonderen Reiz dieser Passage erreicht man die tief verschneiten, malerischen Gebäude der Obere Nurpensalm.

zeitlos schön…

Ab dort hat die Armmuskulatur Pause bis über die Wehranlage und der Brückenquerung hinaus in den unteren Teil des Nurpenstals.

Willi bei der ausfahrt zur Nurpensalm

Am Weg nach der letzten Schiebestrecke führt die Beendigung der Runde in schneller Fahrt bis zum Parkplatz Innerst zurück, vorbei an der Stallenalm, die im Aufstieg die erste der prägenden menschlichen Einrichtungen im schönen Tal wäre.

Nurpensalm

Nach gut 22km, 1.600Hm und 6:23 Stunden fand eine Reise der Extraklasse mit einem Einkehrschwung bei der Jausenstation Innerst leider viel zu früh ein Ende.

ein letzter Blick auf den Rastkogel

Man rechne für die Überschreitung von der Halslspitze bis zum Rastkogel in jedem Fall 90min ein, bei schwierigen Verhältnissen mehr.

Sie stellt die Schlüsselstrecke dar und sollte zeitlich, wie technisch nicht unterschätzt werden. Der Start in Innerst empfiehlt sich nicht später als 7:30 früh.

Mils, 09.02.2019

Schitour Mislkopf, 2.623m – von Kerschbaum, Navistal

Sonnig und hell! – lautet das Stichwort für diese tolle kurze Schitour auf den Mislkopf im vorderen Navistal.
Nach einer kurzen Waldstrecke öffnen sich schöne breite Hänge zwischen malerischen Lärchenbeständen unterhalb der Mislalm. Das Gelände oberhalb der Mislalm bis zum Kamm wird durch sanfte Kuppen und Mulden gebildet, die sowohl im Aufstieg, als auch bei der Talfahrt ein angenehm entspanntes Berggefühl vermitteln.

Mislkopf, 2.623m

Den Ausgangspunkt  bildet der Parkplatz Kerschbaum in der gleichnamigen Siedlung auf dem „Oberweg“ nach Navis. Trotz der momentan erheblichen Schneemassen befand sich der kostenlose Parkplatz auf 1.450m in hervorragend geräumtem Zustand.

Start am kostenlosen Parkplatz Kerschbaum

Bei der letzten Kurve beginnt der Waldweg zur Mislalm (laut Inschrift auf der Hütte selber „Mieslalm“). Diesem kann gefolgt werden, oder man geht auf der Straße etwa 20Hm und 200m Strecke hinab und startet in der Kurve unterhalb.
Der Unterschied besteht in der Aufstiegsstrecke durch den Wald westlich vom unscheinbaren und kaum sichtbaren Bach (oben beim Parkplatz) und im Aufstieg östlich vom Bach (Kehre unterhalb) in weitgehend freiem Gelände mit nur kurzen Passagen im Wald.
In diesem Bericht wird der Aufstieg durch den Wald beschrieben, die Abfahrt erfolgte östlich vom Bach, der eher nur ein Graben zu sein scheint, im freien Gelände.

Weg zur Mislalm

Einige Minuten nach dem Start zweigt vom Fahrweg zur Mislalm ein schmaler Steig steil ab. Er führt zunächst kurz durch dichten Wald und verliert gleich an Steilheit. Bald wird der Weg oben wieder überquert und gleich wieder in den Wald steil eingestiegen.

erste Abzweigung in den Wald nach ein paar Gehminuten

Bei einer größeren offenen Fläche tritt man wieder aus dem Wald aus. Die breite Spur verriet den offiziellen Anstieg weiter nordwärts über die freie Fläche hinweg während eine östlich abzweigende Spur das Interesse weckte, um aus dem dichten Wald herauszukommen und den östlich des Baches gelegenen Aufstieg über die Wiesenflächen zu erreichen.

erste große Freifläche (geradeaus führt der Normalanstieg zur Mislalm), die weitere beschriebene Route geht an der freien Tanne rechts weg

Lange geht es also mit wenig Höhengewinn (rechts) östlich auf dem Almweg weiter bevor der Wald plötzlich breiten Hängen weicht über die bereits ein gutes Dutzend Abfahrtsspuren gezogen wurden.
Vergeblich suchte der Autor im breiten Hang nach einer Aufstiegsspur und fand keine augenfällige.

am Weg zu den freien Almflächen

Also folgte er dem Weg etwa 500m bis zur nächsten Kehre weiter und fand dort das Ende der bereits gezogenen Einzelspur im Gewirr von Abfahrtspuren. Somit mußte er selber einen eigenen Aufstieg westwärts in Richtung Mislalm anlegen.

herrliche Almflächen unterhalb der Mislalm

Dieser kleine Umweg bot allerdings auch den Vorteil eine etwa 100m breite Gleitschneelawine einsehen zu können, die, etwa 500m östlich der Mislalm, auf halbem Weg zur Stroblalm vom Hang oberhalb abging und deren unteres Ende durchfahren werden muß, will man in der Abfahrt vom Mislkopf den schönen Hang östlich davon nutzen (was nach den vielen Abfahrtsspuren offenbar mehreren Tourengehern schon als Idee gedient hat).

Abfahrtshänge – heute durch eine Gleitschneelawine getrübt

Zwischen dieser Lawine und der Mislalm befanden sich noch zwei breite Gleitschneemäuler, weswegen die Aufstiegsrichtung westwärts zur Mislalm zurück umgelenkt wurde und der ursprüngliche Plan, östlich der Alm aufzusteigen fallen gelassen wurde.

Mislalm auf 2.018m, Blick Richtung weiterem Aufstiegsgelände

Hinter der Mislalm (2.018m) führt der Aufstieg kurz durch etwas steileres Gelände, bis eine eher flache Mulde auf den nächsten Buckel hinaufführt. Laut AV-Karte muss dies der Sommerweg sein.
Zur Vermeidung der steilen Passagen kann man auch bei der Alm etwas weiter westlich weitergehen und den Aufstieg zum Misljoch einschlagen. Diese Strecke ist im beiliegenden Kartenausschnitt strichliert eingezeichnet.

weiterer Aufstieg hinter den Almgebäuden

Der Sommerweg allerdings bietet einen schönen halbsteilen Aufstieg bis zu einer Rippe, die vom Kamm herunterzieht und nur im obersten Teil etwas steiler ist. Der Vorteil dieses Anstiegs war bei der heutigen Begehung, daß sie leeseitig recht gut verschont vom  Nordwestwind war.

felsiger Gratkopf sichtbar, rechts davon der Mislkopf

In ein paar weiten Kurven schmiegt sich der Aufstieg an das Gelände, das herrlich breite Flächen für die Abfahrt bietet. Etwa 250Hm sind in diesem Gelände nach der Mislalm zurückzulegen, bis die Rippe deutlich aufsteilt und nach oben hin schmaler wird.

Gratrücken vom Misljoch als alternative Aufstiegsroute

Am Ende der Rippe, direkt an ihrer Verschneidung mit dem Kamm vom Mislkopf ins Wipptal, führt der Anstieg auf der Westseite einer felsigen Erhebung in deren Flanke bis zum Kammkopf. Der Aufstieg ist dort über etwa 25Hm steiler als zuvor und teilweise aper. Diese Stelle ist bereits weit unten erkennbar, jedoch harmlos kurz und nicht allzu steil. Wem dies nicht behagt, der kann den alternativen Anstieg über das Misljoch nehmen.

das Gelände wird etwas steiler

Die letzte Abwechslung vor dem Gipfel besteht in einem steilen Hang nach dem Sattel am Kamm. Es gibt die Möglichkeit durch die Abfahrtsspuren direkt im steilen Teil aufzusteigen, oder nördlich davon eine Spur zu nehmen, die teilweise durch abgeblasenes steiles Wiesengelände führt.

am Gratrücken angelangt – dahinter imposant die Stubaier Alpen

Beide Varianten dürften ihre Mühen haben. Während es nicht sehr fein ist durch Abfahrtsspuren aufzusteigen findet man sich an der Alternative in rutschigem halb aperen Gelände wieder, das Rück- oder Abrutscher auslösen kann. Mir weniger Bodenproblemen dürfte es sich wohl über die Abfahrtsspuren aufsteigen lassen, wie ein Test mit einer gleichzeitig am Sattel gestarteten Gruppe zeigte.

Steilhang auf den Vorgipfelrücken

Während sich der Autor nördlich des Steilhanges über eine nicht weniger steile Partie aus rutschigen vereisten aperen Wiesenbüschel hinauf mühte kam die Dreiergruppe über den zerfahrenen Steilhang geringfügig früher an.

Gelände nach dem Vorgipfel – über kleine Mulde auf den Mislkopf

Nach diesem Teil muß noch eine flache lange Senke mit etwa drei Meter Höhenverlust durchschritten werden, bevor der Gipfelhang in moderater Steigung und etwa 60Hm beschritten wird. Das Gipfelkreuz befindet sich nochmals etwa 50m hinter der letzten Kuppe auf gleicher Höhe.

Gipfelplateau erreicht

Die gesamte Strecke bis zum Gipfel, mit Ausnahme der knappen halbe Stunde im Wald zu Beginn, liegt unter durchgehender Sonnenbestrahlung. Die Tour muß also im Frühjahr – entsprechende Schneelage vorausgesetzt – ein Schmankerl für Sonnenhungrige sein. Und eine Rast zum Sonnenbaden bei der Abfahrt auf der Mislalm die Krönung.

Rückblick auf den Vorgipfel

Am Gratverlauf östlich nach dem Mislkopf schließt der „Rauhe Kamm“ an. Er stellt den Übergang zum Pfoner Kreuzjöchl dar, das um 17m höher ist als der Mislkopf. Im Sommer ist der Rauhe Kamm begehbar, im Winter macht die Überschreitung keine Freude.

Blick Richtung „Rauher Kamm“ und Rosenjochgruppe

Gegen Norden fällt der Mislkopf steil ab und tief unten, im Gelände der Ochsenalm, führt ein phantastischer Anstieg von Pfons auf das Pfoner Kreuzjöchl. Diese Schitour ist eine außerordentlich schöne und wenig begangene, leider besteht eine grundsätzliche Voraussetzung – man muß in Oberpfons einen Parkplatz finden.

Richtung Süden in die Zillertaler Alpen – im Vordergrund der Kamm zwischen Navis und Schmirn mit vielen schönen Schitouren

Nach Süden hin ragen – wie könnte der Ausblick anders sein – die Dreitausender der Zillertaler Alpen hoch auf, alle überschattend der Olperer mit seinen 3.476m. Aber auch die niedere Kette von Naviser Kreuzjöchl, Hoher Warte, Scheibenspitze und Schafseitenspitze stellen lohnende Tourenziele dar.

Wipptal unten und die Stubaier im Hintergrund

An diesem so ganz anders verlaufenden Tag – die Vorhersage hatte einen recht bewölkten Tag mit wenig Sonnenfenstern kolportiert – erfreute ein besonderer Ausblick auf die vielen hundert Gipfel der Stubaier im Westen.

Abfahrtsgelände vom Vorgipfel aus betrachtet

Nach und nach stiegen mehrere Gruppen vom Navistal auf und für die Gipfelfotos ohne Personen musste ein paar Minuten länger im leichten kalten Wind ausgeharrt werden, bis alle vier abgefahren waren. Das ausgezeichnete Wetter dürfte doch noch so manchen angelockt haben und unter Sonne, über den herrlichen Südanstieg herrschten angenehme Temperaturen.

die einzige Spur bis jetzt…

Die Abfahrt im oberen Teil bis zur Mislalm präsentierte sich großteils in tollem Pulverschnee, weiter unten dann mit lediglich einer hauchdünnen Harschschicht, in die weiche Schwünge zu legen waren. Kurz oberhalb der Mislalm, in steileren Partien, wurde der Harschdeckel etwas stärker, sodaß ein gewisser Kraftaufwand vonnöten wurde.

Abfahrt 200m östlich der Mislalm

Dies allerdings nur in steileren Abschnitten, mit stumpfem Winkel zur Sonnenbestrahlung und dadurch gesteigerte Umwandlung und Schmelze. Auf den flachen Wiesen unterhalb der Mislalm bis zur steilen Schneise hin herrschten einwandfreie Bedingungen. Je flacher die Hänge gefahren wurden, desto weicher die Oberfläche.

freie Almflächen unterer Teil

Die schmale Schneise knapp östlich vom Bach bildet den letzten Abschnitt der Abfahrt und der hatte es in sich. Völlig zerfahren und gegen 13 Uhr immer noch recht hart gefroren liegt der etwa 130Hm messende Hang nach dem Ende der breiten Almflächen östlich über der Siedlung Kerschbaum.

zeitlose Szenen…

Anfängergleich rumpelt man abschließend über die harte und zerfurchte Buckelpiste hinab – ein krasser Gegensatz zu dem Fahrgefühl seit dem Gipfel. Solche Verhältnisse sind jene bei denen man scherzhaft bemerkt, daß man dort das Schifahren erst richtig lernen würde.

Rückblick auf die unvergessliche Abfahrt

Auf den letzten Metern verbreitert sich die Schneise wieder. Man erreicht die Höhe des Weges zur Mislalm, die einige Stunden zuvor der Tourenbeginn war. Leider kann hier der Bach nicht überquert werden, zu ungünstig ist das Gelände und ein weitläufig eingezäuntes Häuschen erschwert die Querung. Möglicherweise müßte man den Bachgraben schon etwas weiter oben queren, das gilt es bei der nächsten Tour herauszufinden.

steile Schneise mit anstrengenden Schneeverhältnissen

Der Ankunftspunkt an der Straße liegt dadurch etwas unterhalb des Parkplatzes, mit schätzungsweise 20Hm und etwa 300m Gehstrecke bis oben zum Parkplatz hinauf.

Rückblick auf den unteren Teil der schon wieder breiteren Waldabfahrtsschneise

Die Schitour führt über 1.250m auf den Gipfel und weist bei geschickter Streckenwahl großteils eine Hangneigung von unter 30° auf. Eine steilere Passage hinter der Mislalm ist kurz und wird rasch durchschritten. Ebenso jene am Steilhang vor dem Gipfel.

Ankunftspunkt leicht unterhalb des Parkplatzes

Auf den Kartenausschnitten in der Bildergalerie sind alternative Routen zur Vermeidung der steileren Passagen dargestellt.
Der Zeitbedarf betrug dreidreiviertel Stunden mit 15min Gipfelaufenthalt. Man rechne für den Aufstieg zwischen drei und dreieinhalb Stunden.

Mils, 20.01.2019

Schitour Seekarspitze, 2.646m Voldertal

Im Verein mehrerer berühmter Seekarspitzen – von Karwendel bis Achensee und sonst wo in den Alpen – stellt die Seekarspitze im Voldertal eine phantastische, eine lange und zum Abschluß eine pfiffige Schitour dar und reiht sich somit in einen erlauchten Kreis von begehenswerten Seekarspitzen in Tirol ein.

Autor auf der Seekarspitze, 19.01.2019

Einem an sich unspektakulärem Gipfel geht ein traumhafter Aufstieg durch die in den südlichen Tuxern so verbreiteten und wunderschönen Zirbenwäldern voraus und der Aufstieg zum Abschluß der langen Tour – sie ist streckenbezogen signifikant länger als die Schitour von der Karlskirche auf den Glungezer – ist keine gemähte Wiese. Der Aufstieg erfordert sichere Verhältnisse und testet die verbliebene Leistungsfähigkeit nach gut 1.000Hm Aufstieg durch das wunderschöne Tal auf den letzten 500Hm noch einmal spürbar. Die Gipfelflanke weist einige Stellen mit einer Hangneigung im Bereich von und über 35° auf und wohlüberlegt sollten die letzten 150Hm angegangen werden.

hier rechts weg Richtung Voldertalhütte

Zumeist ist der Tourenfreund im Gelände des hinteren Voldertales alleine, oder nur mit wenigen Gleichgesinnten im zufälligen Verein unterwegs. Die meisten Erholungssuchenden Tourenfreunde sind bereits spätestens bei der Vorbergalm auf den Hauptgipfel dieser Kette, den um hundert Meter höheren Malgrübler, abgebogen. Die weite und großteils wenig steile Anreise bis Steinkasern schreckt den sensationssuchenden Schitourengeher zu sehr ab, er mag beispielsweise seine Lampsenspitze oder sonstige Modeziele des Sellrains lieber wiederholt begehen, die Seekarspitze im hinteren Voldertal ist ein stiller Klassiker ohne Rummel, geschätzt von naturbegeisterten Bergsteigern.

der Tag beginnt sonnig

Ausgangspunkt der Schmankerl-Schitour auf die Seekarspitze ist der kostenlose Parkplatz in Volderwildbad. Und schon wieder muß vor der Gemeinde der Hut gezogen werden, der Parkplatz ist erstklassig geräumt und eben kostenlos (wie auch jener bei der Karlskirche).

Rückblick an Vereinigung Fußweg und Fahrweg

Nach der Anfahrt mit dem PKW über den Großvolderberg startet das phantastische Abenteuer auf etwa 1.100m Seehöhe. Wer die Anfahrt entlang der Bauernschaften und Anrainern schaumgebremst absolviert, der sichert sich des frühen Morgens am Wochenende nicht nur die Sympathie der schlafenden Bewohner; auf der geräumten, aber teilweise noch beschneiten Straße werden zusätzlich auch vermeidbare Malusstufen bei der Begegnung mit Pendlern vom Berg gespart – eine „WinWin-Situation“ also.

rechts unten die Voldertalhütte

Die klirrende Kälte dieser so schönen Wintertage Mitte Jänner 2019 sorgt zwar – vor allem bei dem mittlerweile sehr alten Autor – für klamme Finger auf den ersten Höhenmetern, aber auch für eine kristallklare Sicht in das morgendliche Kälteblau des Voldertales, das die meisten (Handy)Kameras so schön übertrieben widergeben.

Spuren ab Abzweigung „Vorberg“

Das Wettergeschenk für den kleinen Mensch in der Natur zu Beginn dieses Jahres bescherte einen völlig verschneiten Voldertalweg, der auch noch dazu richtig geräumt wurde, sodaß nicht nur der Aufstieg am Parkplatz beginnen kann sondern auch die Abfahrt, nach welcher Schitour auch immer im Voldertale, zum selben zurück. Dies soll hier anerkennend erwähnt werden.

unterhalb der Vorbergalm

Der Aufstieg nach Steinkasern vollzieht sich mehr oder weniger meist auf dem Talweg, der durch die Spuren eines Motorschlittens bis zur Abzweigung Malgrübler/Vorberg (etwa 1.460m). Von dort hatten wir an diesem wunderschönen Tag die Ehre die Spur bis auf die Seekarspitze zu ziehen. Und es sollte, an diesem Tag, auch nach der Vorbergalm keine zusätzlichen Aufstiegsspuren zu unserem Ziel mehr geben.

Vorbergalm – links über der Alm in den Wald ginge es hinauf zum Malgrübler

Die Vorbergalm (1.668m) stellt noch nicht ganz die Hälfte der Tourenlänge dar und weit nicht den halben geodätischen Aufstieg. Trotzdem fühlt man sich dort schon weit gereist angesichts der malerischen Almgebäude, die momentan in idyllischer Schneeumhüllung zu bewundern sind und in absolute Stille eingebettet ruhen. Abgerutschte Dachbeladung der Schneemassen der letzten drei Wochen beeindruckt zum Verewigen auf Bild.

die Klausböden erreicht

Der weitere Wegverlauf von der Vorbergalm zu den Klausböden weckt die unberechtigte Sorge einer beschwerlichen Abfahrt. Die Steigung dorthin erscheint im Aufstieg als zu gering für das heutzutage völlig entrückte Zeitgefühl wie schnell es auf einer Talausfahrt hinab gehen soll. Unberechtigt ist das fälschliche Gefühl deshalb, weil die geringe Steigung genügt, um mit halbwegs vernünftigem Schibelag eine durchgehend energiezufuhrlose Abfahrt zu erleben. Wer jedoch der Geißel der Zeit unterliegt mag mit so manchem „Anschupfer“ mittels Schistöcken die eine oder andere Minute eher wieder an der Vorbergalm eintreffen und zeigt sich vielleicht sogar zufrieden damit dort für sich persönlich eine unglaubliche Ersparnis wertvoller Zeit verbuchen zu dürfen.

Blick Richtung Steinkasern nach den Klausböden

Die Klausböden oder – der Autor ist sich seit jeher in der Schreibweise nicht sicher – der Klausboden, stellt eine Flachstelle im Talaufstieg dar. Die „Klause“ leuchtet dem Geschichtsinteressierten als eine Talsperre, eine Engstelle ein, die möglicherweise schon früh energetisch genutzt worden sein könnte und deshalb den treffenden Namen erhalten hat. Sie kann aber auch einfach eine geologisch, topografische Besonderheit sein, in jedem Fall aber eröffnet sie einen herrlichen Blick in den dahinter liegenden Talkessel, der mit seinem imposanten Aufsteilen zum Naviser Jöchl hin die Wende zur echten Anstrengung im Aufstieg einleitet.

Steinkasern

Der Talkessel nach den Klausböden beherbergt die Almsiedlung der Steinkasern Alm. Eine schöne Ansammlung wirklich alter und auch junger Almgebäude in schützendem ehemals felssturzträchtigem Gelände, die bei unserer Durchschreitung in einer bemerkenswerten Weise von Schnee und Eis eingeweht wurden. Von so manchem Gebäude sind lediglich nur mehr Dachausprägungen zu sehen, der Rest befindet sich fest im Griff eines beeindruckenden meterhohen hartgepressten Schneepanzers.

unser Ziel die Seekarspitze recht rechts der Bildmitte

Über das wesentlich steilere als das bisherige Gelände zur Steinkasernalm kam mehr und mehr Wind auf. Nicht daß dieser nennenswerte Stärke erreichte, aber – wie so oft bei Schitouren – reichte seine Intensität aus, daß zur Verstärkung der Oberkleidung innegehalten werden mußte. Dies obwohl der Nordanstieg im Talkessel nach Steinkasern endlich in Sonne getaucht wurde.

Seekarspitze mit Anstieg über die Südwestflanke

Eine kurze Beruhigung der Steilheit des Anstieges erfolgte in einer weit angelegten Linkskurve zu den Melkböden. Dort befindet sich der ebenso völlig durch die Schneestürme verpackte Hochleger der Steinkasernalm und die Fotos sprechen Bände über die Herrschaft, die die Stürme dort hinterlassen haben. Diese Kurve führt direkt zum Gipfelaufbau der Seekarspitze.

einmal musste einer der Hügel im Kar rechts umgangen werden

Über ein paar ernste Hügel im Zentrum des Talkessels hinweg peilten wir eine unkonventionelle Aufstiegsroute in der Südflanke der Seekarspitze an, die sich weiter oben zur Westflanke ausbildet. Spätestens am Fuß des Gipfelaufbaues mußte sich der Autor eingestehen, daß bis zum Flankenfuß ein direkter Ostanstieg auf Höhe der Steinkasernalm in kürzerer Strecke zur Gipfelflanke geführt hätte. Dies allerdings unter wesentlich schärferer Steigung über derzeit unbesonnte Steilhänge in nordwestlicher Ausrichtung, die nach den Schneefällen seit Jahresbeginn bewußt zu vermeiden waren, wie uns schien auch bei LWS2.

am unteren Teil der Gipfelflanke

Letztlich, am Fuße der Seekarspitze angelangt und noch gut 150Hm vor sich, entschieden wir uns für die Begehung der Südwestflanke, selbst wenn die Hangneigung dort stellenweise an 35° grenzt, bzw. diese über wenige Aufstiegsmeter noch überschreitet.

blick zur Naviser Sonnenspitze

Der Hang präsentierte sich großteils hartgepresst mit Windgangln großen Ausmaßes, deren Bewältigung beträchtliche Schrittweiten erforderte und aber auch die positive Seite eines sicheren Aufstieges vermittelte.
Evi übernahm bis zum Grat bravourös die Spurarbeit über den mittlerweile windfreien Hang, der angenehm bestrahlt wurde und das Ablegen von Windjacke und Stirnband erforderte.

Evi spurt in der Gipfelflanke

Dieser Schlußhang hat es nach gut 1.400m Aufstieg wirklich in sich und fordert ein letztes Mal die Kondition heraus. Eine sinnvolle Querung zum westlich ausgerichteten Gratrücken bei großer Hangneigung erschien uns als logischer Schritt, um den Aufstieg dort flacher fortzusetzen.

Anstiegsgelände aus den Melkböden (im letzten Bilddrittel der komplett eingeschneite Hochleger)

Diese Ahnung erwies sich auch als richtig. Allerdings wird am Grat zunächst das Schultern der Schi erforderlich, da er durch großblockiges und erstaunlich bodennah abgeblasenes Felsgelände führt.

ein kurzes Stück Schitragen am Gratrücken

Ein paar Dutzend Höhenmeter ließen sich aber auch noch mit angeschnalltem Schi im Tourenmodus absolvieren und in dieser Weise endete die Strecke beim kleinen Gipfelkreuz der Seekarspitze auf 2.646m.

die letzten Meter konnten im Tourenmodus begangen werden

Der immerhin dritthöchste Gipfel der östlich das Voldertal begrenzenden Kette gestattet eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Spitzen und Grate, deren viele der Autor in den letzten Jahren als Schitouren bestiegen und auf diesem Blog beschrieben hat.

Seekarspitze, 2.646m mit Malgrübler

Das im Osten gelegene Wattental wartet mit einer Vielzahl an malerischen Schitouren auf, ja schier der gesamte Bergkamm seiner östlichen Begrenzung ist als Schitour begehbar, vom Poferer Jöchl über den mächtigen Hirzer bis zur rassigen Torwand.

Evi auf der Seekarspitze, 2.646m

Im Süden kann das Panorama der epischen Zillertaler Alpen mit seinen hohen Dreitausendern bestaunt werden – die schönste Erscheinung bildet der Olperer.

phantastische Einsicht ins Wattental

Ein Berg, den der Tiroler Bergsteiger bestiegen haben muß, und zwar von der historisch bestimmenden Variante für die Talschaft Tux, über das Kleinod des Valsertales. Tux gehörte bis vor knapp hundert Jahren zur Gemeinde Schmirn und die Verstorbenen der Tuxer mußten über das Tuxer Joch nach Schmirn zum Friedhof gebracht werden (nach dem Winter natürlich, versteht sich). Die Begehung vom Valsertal über die Geraer Hütte entbehrt überdies dem Schirummel des Gletscherschigebietes und erfolgt klassisch vom Tal aus.

Eisenkarspitze gleich neben der Seekarspitze. dahinter die Zillertaler – sie trägt nur eine Schneestange

Im Westen begeistert die Rosenjochgruppe mit dem gleichnamigen höchsten Gipfel, dem Rosenjoch, mit beachtlichen 2.796m. Die großartige 34km lange Reise der Voldertalumrundung des Sommers führt von der ostseitigen Begrenzung des Voldertales, die die Seekarspitze beinhaltet, über den unübersehbaren Gipfels der Naviser Sonnenspitze über das Naviser Joch auf die westseitige Begrenzung des Voldertales und findet sich hier in diesem Blog beschrieben.

Grafmartpitze, Grünbergspitze, Rosenjoch von links – die westliche Umrahmung des Voldertales

Nordwärts geblickt fanden wir eine Abfolge von befahrbaren Teilhängen, die sich, hintereinander gereiht, als Experiment einer Gesamtabfahrt bis zum orografischen Ende der Klausböden handhaben lassen sollte – so unsere Einschätzung.

die Abfahrtsroute wird ausgespäht

Nach einer knappen Dreiviertelstunde starteten wir unsere Abfahrt, die zunächst mit dem felsig anmutenden Gelände bis hinab zum nördlich laufenden Kamm zum Sunntiger begann und die vom Gipfel nicht befriedigend genug einsichtig war.

eine Route ohne abschnallen oder Schi tragen tut sich auf

Den Sattel am Kamm konnten wir mit bedachter Wahl der kurzen Abfahrt auf der Ostseite erreichen (für einen genaueren Eindruck der Passagen siehe hierzu die Bildergalerie). Ein Durchschlupf zwischen den Felsblöcken führte uns dann zu einem schönen Westhang auf dem wir die ersten Schwünge im Pulvergelände ziehen konnten.

ab dem Sattel eröffnen sich tolle Hänge – allerdings muß die Route genau ausgespäht werden

Der Hang, zunächst rein Richtung Westen ausgerichtet, drehte weiter unten in nordnordwestliche Richtung, zu den Klausböden hin – perfekt für unsere Absicht.

Rückblick auf den ersten Hang unter dem Sattel

Bei häufigem Stopp und Einschätzung des Abfahrtsgeländes findet sich eine Schneise mit schönen breiten Hängen (siehe hierzu Detailfotos in der Bildergalerie).

die Hänge werden weiter und erlauben eine fast wahllose Abfahrt

Und mit gebotener Bedachtname auf Vermeidung der steilen Hänge am Ende der baumfreien Höhenzone oberhalb der traumhaften Zirbenwälder erlebt man damit eine sichere und schöne Abfahrt (siehe heirzu mehr Bilder in der Galerie).

Zum Abschluß der Abfahrt wird in die lichten Zirbenbestände eingefahren. Im Inneren des Waldes befinden sich immer wieder kleine Schneisen und Lichtungen, die ein abschließendes Vergnügen über teils steile Hänge bis zum Weg von der Vorbergalm zu den Klausböden bieten.

traumhafte Hänge im Zirbenwald stehen bevor

Mit kleiner Geschwindigkeit gepflegter Schi führt der Weg dann hinab zur Vorbergalm. Von ihr empfiehlt es sich den Hang stark nach rechts zu befahren, um unten auf den Weg zu kommen, der bei den Schneeverhältnissen dieser Tage ohne wesentliche Anschiebehilfe die nahezu 5km weit bis zum Parkplatz führt.

Vorbergalm am frühen Nachmittag

Das unvergessliche Abenteuer der Seekarspitze im Voldertal beanspruchte uns über 6:20 Stunden, wovon wir viel zu kurze 45min am besonnten und windfreien Gipfel verbracht haben.

zurück am Parkplatz Volderwildbad

Insgesamt sind bei der Schitour auf die Seekarspitze gut 12km Tourenstrecke und rd. 1.550Hm Aufstieg zu bewältigen (siehe Routenübersicht und Hangneigungskarte in der Bildergalerie).

Mils, 19.01.2019

 

 

 

 

Schitour Glungezer, 2.677m – von der Karlskirche

Selten im Winter – und in so manchem Winter gar nicht – bestehen geeignete Schneeverhältnisse, um die Schitour vom Tal aus auf den Glungezer zu unternehmen. Schneeverhältnisse, die es dem Belag erlauben nicht bei jedem Schwung im unteren Teil am Kleinvolderberg mit Maulwurfhügeln Bekanntschaft zu machen.
Über lange Zeit wurde diese Schitour als die längste Tirols gehandelt – mittlerweile gibt es weit längere.

Eingang der Glungezerhütte und Gipfelbereich mit Materialseilbahn des Bundesheers

Der Start, wie könnte es schöner sein, befindet sich in geschichtsträchtiger Umgebung bei der Karlskirche und dem Servitenkloster zu Volders an der Bundesstraßenbrücke und Abzweigung der Landesstraße nach Tulfes. Der  beeindruckende Barockbau¹ der Karlskirche (Grundsteinlegung 1620, geweiht 1654) fasziniert nicht nur vom Äußeren, der Kunstgenuss des Kuppelfreskos im Inneren kann bei einem andächtigen Besuch anlässlich der Danksagung von riskanten überstandenen Schitouren bewundert werden.

Panorama im Inntal, Mils gegenüber vor dem Halltal

In der Tat hinterläßt dieser Schitour einen bleibenden Eindruck. Alleine der Start mitten im Inntal ohne vorherigen Höhengewinn per Fahrzeug ist schon ein nicht alltäglicher.
Der Parkplatz wurde für die Zwecke des Winters extrem erweitert. Östlich der kleinen Ausbuchtung des Hanges als Parkplatz läßt, vermutlich die Gemeinde Volders, eine große Wiesenfläche zu Parkzwecken räumen –  wofür man in Zeiten wie diesen den Hut ziehen muß. Insgesamt finden am Ausgangspunkt der Tour schätzungsweise an die 80 Fahrzeuge Platz.

Durchschlupf beim Wegkreuz oberhalb der Karlskirche

Im unteren Teil der Tour wird quasi über den gesamten Kleinvolderberg aufgestiegen. Die Wiesen der Bauernschaften dort bilden schöne Abfahrtshänge die durch die Zufahrtsstraßen zu Wohnhäusern unterbrochen werden an denen recht nahe aufgestiegen wird – der heute im Pulk allgemein recht laut gewordene Tourenfreund möge sich des frühen Morgens mit seinen Unterhaltungen entsprechend zurückhalten, passiert er die Gehöfte.

Wiese hinter dem Durchschlupf mit dem Ziel im rechten Bilddrittel dem Glungezer (nebelverhangen)

Nach den ersten zwanzig Meter Aufstieg und dem Durchschlupf am Wegkreuz breitet sich das dahinter gelegene Feld leicht ansteigend aus und – auch eine Besonderheit dieser Schitour – das Gipfelziel wird sofort in umwerfender, in herausfordernder Entfernung sichtbar.
Aber nicht nur das Gipfelziel an sich, auch die Aufstiegsroute ist erkennbar und, wer sie kennt, auch die Waldschneise vor der Straße bei Windegg und das Schigebiet des Glungezers am Rücken zum Gipfel hinauf.

Aufstieg über tolle Hänge nach dem letzten Haus am Lachhofweg

Nach dem ersten Feld an der Straße (Lachhofweg) angelangt muß dieser etwa 500m in westlicher Richtung gefolgt werden, um den nächsten Aufstiegshang zu erreichen. Bei guter Schneelage kann dies unter Nutzung eines schmalen Streifens zwischen Straße und Zäunen der Anrainer, abschnittsweise leicht unbequem links oder rechts auf der erfolgen, ohne die Schi zu tragen.
Nach dem letzten Haus in Richtung Lachhof erreicht man den nächsten Hang wieder auf dem dann lange aufgestiegen werden kann, ohne abzuschnallen.
In Summe trifft es einen etwa drei bis fünfmal abzuschnallen, je nach Aufstiegsroute, Schneelage und  Salzeinsatz bei der Straßenräumung. Aus eigener Erfahrung sei jedem geraten abzuschnallen, um nasse Felle zu vermeiden.

die Freileitung wird angepeilt

Rasch wird auf den weißgetünchten Hängen an Höhe gewonnen. Das Ziel von unten von der Straße gesehen ist ein großer Strommast einer 110kV-Freileitung. Die Aufstiegsroute dorthin kann frei gewählt werden, falls es noch keine angelegte Spur gibt. Die Spitzkehre der Kleinvolderbergstraße beim Ortsteil Edenhaus wird links liegen gelassen, das spart zweimal Abschnallen.

Rückblick auf den unteren Teil am Kleinvolderberg

Beim Freileitungsmast (etwa 860m) wird das Gelände kurzzeitig etwas flacher, da die Aufstiegsrichtung hangparallel bis zum westlich gelegenen Freileitungsmast weiterführt. An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Rückblick über den schönen Kleinvolderberg.

Querung längs der Leitungstrasse bis zum nächsten Mast

Nach Erreichen des nächsten Freileitungsmastes zieht der Aufstieg kurz über einen steilen Hang bis zum Gehöft Platten an. Hier wird der Plattenweg überschritten, um jenseits den nächsten steileren Hang zum Tulferberg aufzusteigen. Am oberen Teil dieses Hanges verengt sich die Wiesenfläche zu einem schmalen Schlauch zwischen Waldflächen, etwa auf 1.080m. Hier lohnt ein weiterer Rückblick, die ersten 500 des gesamten 2.050m Aufstiegs liegen nun zurück.

Oberhalb des Gehöftes Platten

Ein weiterer Durchschlupf durch Besitzgrenzen am Ende der Wiesenschneise führt hinauf zur Tulferbergstraße bei Windegg. Ab hier befindet man sich schon im Schigebiet des Glungezer, auch wenn dort nicht immer eine technisch gezogene Piste besteht – worin auch einer der Reize des Schigebietes Glungezer besteht.

Hang bis zur schmalen Wiesenschneise

Nach der Tulferbergstraße bei Tulfein ist noch eine Hofzufahrt zu queren, die fallweise Abschnallen erfordert, sodann ist man dieser Unterbrechung bis zum Gipfel ledig.

schmale Wiesenschneise

Von einer Beschreibung des nun folgenden langen Aufstieges auf den Pistenflächen des Schigebietes soll hier abgesehen werden, da für den Tourenfreund damit kein Gewinn entsteht. Der Aufstieg erfolgt durchgehend am linken Rand der Pisten in Aufstiegsrichtung. Bei der Austragung von Schirennen ersetzt die Absperrung den Waldrand und der Aufstieg erfolgt mittig auf der Piste.

Piste unterhalb von Windegg

Erwähnenswert sind vielmehr die gastronomischen Angebote von Tulferhütte über das Gasthaus Halsmarter und die Tulfeinalm, die nicht nur im Aufstieg, bei den am Glungezer bekannten teilweise extremen Windbedingungen, wiewohl auch bei der Abfahrt für Labsal und bei Bedarf für warme Finger sorgen können.

vor der Tulferhütte

Ist die Bergstation des neuen Glungezerliftes „Halsmarter“ auf 1.550m erreicht kann man sich rühmen etwa die Hälfte des Anstieges zum Glungezer erreicht zu haben.
Dort trifft man mit viel mehr Schifahrern zusammen, als im unteren Teil am flachen Halsmarterlift.
Der beliebte Sessellift von Tulfes auf die Halsmarter wurde trotz keiner leichten Phase der Erneuerung als wichtiges Signal in der Region im Herbst 2018 neu erbaut und erfreut sich in den ersten Betriebswochen großer Beliebtheit. Für so manchen in der Region Ansässigen nebst dem Autor besitzt er „Kulturgutstatus“ und muß in jedem Fall erhalten bleiben, wenn auch Verständnis dafür aufgebracht werden muß, daß die technische Modernisierung von Anlagen in  der Notwendigkeit für einen Wirtschaftsbetrieb einher zu gehen hat. Nach gut 50 Jahren Dienst und dem Bekenntnis für die Zukunft hat der Glungezerlift in der Meinung des Verfassers heute Unsterblichkeit erreicht – er wurde Teil des Kulturgutes der örtlichen Bevölkerung.

Rückblick auf Windegg

Im oberen Teil des Schleppliftes, nahe der Baumgrenze bei Tulfein auf 2.000m, wich die Wolken- und Nebeleintrübung, die kurz nach dem Start für Zweifel sorgte, ob die gesamte lange Tour an diesem Tag wohl absolviert werden könnte. Der Gipfel jedoch blieb vorerst in Nebelpaketen eingepackt und  Wind kam auf, der die Temperaturen von etwa acht Grad kälter anfühlen ließ.

kurz vor Tulfein wird die Hoffnung auf Aufklaren gestärkt

Um die Ecke bei Tulfein gebogen keimte die Hoffnung auf, daß der Gipfelanstieg nach der Schaferhütte ein nebelfreier werden würde. Der Wind aus Nordwest fegte die hartnäckige Nebelbank mehr und mehr ins Voldertal weiter, es sollte aber noch mehr als eine Stunde dauern, und zwar bis zum Erreichen der Glungezerhütte, bis die Sicht ungetrübt wurde.

nach dem Schlepplift auf das Ziel geblickt – noch in großer Ferne scheint der Gipfel

Etwa auf halbem Weg von Tulfein bis zum Ende des ehemaligen Schleppliftes „Kalte Kuchl“ sind zwei Drittel des Aufstieges erreicht. Und dort steht man vor der noch immer fern scheinenden Pyramide des Glungezers. Wer will aber hier schon aufgeben?
Als leichte Strecke zum Regenerieren durch den steilen Aufstieg neben der Piste dünkt das weitere Gelände Richtung Schartenkogel. Der Weg Richtung Schartenkogel führt in einer angenehmen Kehre hinauf und quert unterhalb der letzten Meter des Schartenkogelliftes Richtung Tufleinjöchl bis vor die Schaferhütte, 2.260m.

Stimmung am Weg zum Schartenkogellift – klirrend kalt

Dort wird das Gelände des Glungezer Schigebietes wieder verlassen und Richtung Gipfel angestiegen. Bei der Begehung des Verfassers erzwang der mittlerweile recht unangenehm gewordene Nordwestwind die Überjacke und die Kapuze war willkommen.

am ersten Felsaufschwung nach Verlassen des Schigebietes

Der Aufstieg ist fast durchgehend mit Schneestangen in dichtem Abstand markiert. Am ersten Hang markieren die Schneestangen jedoch die Abfahrtsroute und der Aufstieg erfolgt links (südöstlich) davon in geringem Abstand und ohne Stangen. Nach der ersten Kuppe (etwa nach 50Hm) führt der Aufstieg wieder an die Schneestangen heran, die gleichzeitig die Abfahrtsroute markieren.

eine dichte Abfolge von Schneestangen weist den Weg – die Seilbahnstütze voraus wird angepeilt

In der Folge wird die vorletzte Stütze der Materialseilbahn des Bundesheers erreicht und der Seiltrasse etwa 5min gefolgt, bevor die Schneestangen in westliche Richtung ableiten.
Die Wendung führt auf einen fast ebenen Quergang mit einem Aufschwung am Ende, der einem, bei viel Wind, unangenehm dichte Schneeverwehungen ins Gesicht bläst, bis der Aufschwung überwunden ist.

Wegweiser unterhalb der Sonnenspitze – links geht es zur Glungezerhütte

Zum Abschluß des Winterweges – es gibt auch einen Sommerweg südlich des Tulfeinjöchls, der im Winter als Schitour auch begehbar ist – liegt der Hang von der Sonnenspitze herab nun bis zum Gipfel einsehbar als letzte kurze Prüfung vor dem Bezwinger.
Die Entscheidung zwischen der Sonnenspitze, 2.639m oder dem Glungezer, 2.677m, der nur der Glungezerhütte 2.610m kann nun getroffen werden und aufgrund der bekannten Hausstrecke und der unwirtlichen Verhältnisse entschied sich der Verfasser für die Gerstensuppe und das Bier in der Hütte, diesmal ohne Gipfel des Glungezers.

Blick auf den Glungezer, 2.677m

Hierzu muß noch die Querung etwa 50Hm unterhalb der Sonnenspitze erfolgen. Links (östlich) des Anstiegs zur Sonnenspitze befindet sich ein weitgehend eingeschneiter Wegweiser und eine Seilabgrenzung weist den Weg auf den Zugang zur Glungezerhütte am Sattel zwischen Sonnenspitze und Glungezer.
Der Übergang führt, eher flach querend, durch steiles Gelände; oberhalb die Felsschrofen der Rippe zur Sonnenspitze, unterhalb ein steiler Abhang. Die Seilsicherungen bieten im Extremfall bei Sturmwind sicheren Halt, im Normalfall bedarf man ihrer nicht.

Weg zur Hütte im Rückblick

Beim Anblick der Hütte und der Einrichtungen der Materialseilbahn waren die letzten Zweifel beseitigt, daß der Gipfel nach 4:30 Stunden Aufstieg vielleicht doch mitgemacht werden sollte. Die 67m Aufstieg von der Hütte bedeuten nicht die Welt für jemand, der schon mehrere Dutzend Male dort gestanden ist.

Sonnenspitze, 2.639m mit Biwackschachtel im Vordergrund

Die Glungezerhütte, in der Grundform und die Gaststube ein Bau des bekannten Innsbrucker Architekten Theodor Prachensky, über die Treppe hinuntergestiegen und eingetreten ist eine Hütte in der man sich unweigerlich wohlfühlt. Mag es an der Holzvertäfelung oder an der Einrichtung liegen, oder einfach an einem warmen Ort ohne Windgetöse.

die gemütliche Glungezerhütte mit ihren kleinen Fenstern

Ein dreiviertel Stündchen für Suppe und Bier neben anderen drei verbliebenen Tourengehern war schon das Maximum, das so spät am Nachmittag drin war, um bei der Abfahrt weiter unten nicht in Dunkelheit zu geraten. Also hieß es um 16:30 mit gewaltigem Panorama ins Unterland und mittlerweile kristallklarer Sicht Abschied nehmen vom zeitlosen Ort.

einer von Prachenskys Schifahrern

Die Abfahrt erfolgt wieder über die verseilte Gasse westlich unter die Sonnenspitze und dann der Aufstiegsspur folgend bis zum Akja, dann links von der Aufstiegsspur abzweigend, den Felskopf umfahrend bis hinab zur Abfahrt vom Schartenkogellift.

die Sicht zum Abfahren aufgeklart, das Ziel ist dort wo der Inn sich gegen Süden krümmt – Stimmung im Unterinntal Anfang Jänner um halb fünf abends

Am Weg nach Tulfein bezauberte noch der abendliche Blick des Inntales mit dem Abendrot über den Sellrainer Bergen.

hier verläßt die Abfahrt die Aufstiegsroute kurz nach links um den Felskopf herum

Der lange Aufstieg wird einem erst ab der Tulferhütte bewußt, wenn die Oberschenkel in schneller Abfahrt zu brennen beginnen und erst noch der Kleinvolderberg mit Tiefschnee wartet.

Abendrot über den Sellrainer Bergen

Die Bilder über die Naturabfahrt über den Kleinvolderberg bleiben grandios in Erinnerung. Selten gibt es eine solche Möglichkeit über breite Wiesen einfach querfeldein hinabzufahren, Häuser und Stadel hinter sich zu lassen.

Am oberen Teil am Kleinvolderberg – gegen das Karwendel und Halltal

Der neuerlichen parallelen Fahrt oder Tragestrecke am Lachhofweg kann bei guter Schneelage auch ausgewichen werden. Oberhalb des Hauses am Lachhofweg kann auch rechts (östlich) auf schmalem Pfad in den Wald hineingefahren werden (rechtzeitig am Hang rechts weg bevor das Gefälle nicht mehr ausreicht).

tolle Abfahrt zwischen den Häusern

Dort folgt eine kurze Schiebestrecke von etwa 50m bevor eine Kurve der Kleinvolderbergstraße erreicht wird der man talseitig der Leitschienen,  gegen den Wald, etwa 200m folgt. Nachdem der Wald endet und leicht links (westlich) ein Haus zu sehen ist wird zu diesem abgefahren, die Straße überquert und somit die gesamte Strecke auf dem Lachhofweg umfahren.

nach der Umfahrung des Lachweges; etwas links haltend nach dem Haus geht es zurück zur Aufstiegsspur

Weiter links haltend über das breite Feld führt die Abfahrtsroute zum Ausgangspunkt hinab.
Eine Gesamtübersicht und ein paar Kartenausschnitte der Tour und ein Höhenprofil befinden sich in der Bildergalerie, siehe weiter unten.

Tourabschluß auf den Glungezer mit Abendstimmung bei der Karlskirche

Für die 10,5km lange und 2.050Hm Aufstieg messende Tourenstrecke wurden inclusive Hüttenaufenthalt 6:02 Stunden benötigt, für den reinen Aufstieg mit Fotopausen 4:33 Stunden.
Die Planung beschreibt den Aufstieg mit 5:30 Stunden, siehe Höhenprofil in der Bildergalerie.

Schitour Glungezer – horizontale Länge

Die Mähr von 15 oder 16km Tourenlänge ist durch eine Kartenmessung übrigens rasch widerlegt.
Die horizontale Strecke von der Karlskirche bis zum Glungezer beträgt rund 8.500m und der geodätische Aufstieg beträgt rund 2.100m. Mit Hilfe der Winkelfunktionen errechnet sich somit ein durchschnittlicher Winkel von 13,9° und bei diesem kleinen Winkel ergibt sich halt keine Hypotenuse die länger als 8.760m wäre. Wenn man nun die Kehren im Gelände und die S-Kurve nach Tulfein berücksichtigt, dann mag sich vielleicht je nach Route eine Länge von 10.500m ergeben, niemals aber von signifikant mehr – so wie es AV-Karte und Outdooractive auch ergeben.

Mils, 12.01.2019

¹Hierzu eine Erläuterung des geschichtsbewanderten Freundes des Autors, Christian Neumann, Absam:
Die Karlskirche ist eigentlich eine Barockkirche (1620 von Guarininoni gestiftet, 1654 geweiht) und keine Rokokokirche. Die Karlskirche war „der erste barocke Zentralbau Tirols“ und  „die ursprüngliche Raumfassung wurde 1766/67 durch eine Rokokogliederung mit Stuckmarmorpilastern und Recaillekapitellen von Johann Georg Gigl ersetzt“ (zitiert aus Tavernier/Schubert, Tiroler Ausstellungsstrassen, Barock und Rokoko, 1995: ISBN 978-3-7022-2260-4). In Wikipedia und auch sonst überall wird vom Rokoko der Karlskirche gesprochen, das gilt aber eigentlich nur für die Umgestaltung, denn die Zeit des Rokoko war in etwa von 1725 bis 1785, aber die Kirche wurde 100 Jahre davor in der Frühzeit des Tiroler Barocks erbaut.

Schitour Roßlauf, 2.248m und Hoher Kopf 2.373m

Mit moderaten Hangneigungen stellen die beiden Gipfelziele eine recht sichere Sache dar, wenn nach Neuschnee mit Wind die Warnstufe drei ausgegeben wurde. Die Hangneigungen – im Tiris nachverfolgt – erreichen nirgendwo 30° oder mehr.

Roßlaufspitze, 2.448m

Der Parkplatz Innerst befand sich gegen 8:45 Uhr am Neujahrstag bis zum letzten Platz besetzt, weswegen wir  wir unterhalb längs der Straße parken mußten. Das eintägig vorausgesagte Zwischenhoch am Neujahrstag hatte offenbar sehr viele Tourenhungrige angezogen, bevor danach der Schneefall wieder einsetzen soll.

Morgenstimmung im Weertal

Der Anstieg zur Abzweigung vom Weg zur Weidener Hütte präsentierte sich heute perfekt verschneit; ohne Steinkontakt erfolgte auch die spätere Abfahrt.

Stimmung auf der Hochsinnalm

Am Weg zur Hochsinnalm verschwanden die letzten Nebelreste und in den freien Hängen nach dem Wald herrschte, bis auf thermische Brisen, Windstille.

oberhalb der Fiderissalm wird in der Fallinie über die Almböden angestiegen

Ab der Fiderissalm wird nicht mehr am Weg angestiegen, sondern direkt oberhalb der Alm auf den Wiesen geradewegs bis zum lichten Zirbenwald (siehe Hangneigungskarte mit Route eingezeichnet).

bald ist der Wald erreicht

Im Wald folgen steilere Passagen auf Flachere, insgesamt bleibt die Hangneigung jedoch unter 30° und die Stimmung nach Neuschnee ist, über den etwa 200Hm umfassenden Aufstieg im Wald einzigartig.

einige lichte und einige freie Passagen im Aufstieg

Grob 100Hm unter dem Hochleger der Fiderissalm wird das Gelände flacher und vor den Almgebäuden befindet sich eine kleine Senke. Nach den Almhütten steigt das Gelände zu beiden Tourenzielen in leichten Stufen moderat bis zum Gipfelbereich.

kurz vor den Hochleger der Fiderissalm

Zunächst kam für uns der Hohe Kopf in Frage. Die Roßlaufspitze hängten wir als zusätzliches Ziel dran indem wir bis knapp vor die Almhütten des Hochlegers abfuhren, wieder auffellten und die etwa 150Hm über sanfte Hänge aufstiegen.

nach dem Hochleger Richtung Hoher Kopf

Der Aufstieg vom Hochleger bis zum Hohen Kopf ist fast vollständig einsehbar – zumindest ist der Gipfelbereich immer im Blickfeld. Am Weg dorthin stieg der Windeinfluß kräftig an.
Dem direkten Gipfelbereich des Hohen Kopfes vorgelagert befinden sich einige kurze Passagen in Kammnähe, die – wie so häufig – auch bei unserer Begehung recht abgeweht angetroffen wurden. An diesen Stellen ist bei der Abfahrt Vorsicht zur Schonung des Schibelages nötig.

das Gipfelkreuz des Hohen Kopfes bereits sichtbar

Der Hohe Kopf hat im Gegensatz zur Roßlaufspitze den Vorteil einer kleinen Geländemulde in der es sich in deutlich windgeschützter Lage leichter Abfellen und zur Abfahrt rüsten läßt.

Starker Wind am Hohen Kopf

Zum Gipfel müssen allerdings noch ein paar Meter exponiert aufgestiegen werden, die bei Wind unangenehm ausfallen und den Gipfelaufenthalt auf die nötigen Augenblicke für ein paar Fotos verkürzen.

Evi am Hohen Kopf

Die kurze Abfahrt von rund 280Hm bis zum Hochleger empfiehlt sich nahe der Aufstiegsspur, vor allem wenn der Anstieg zur Roßlaufspitze bevorsteht. Wir fellten also wieder auf und Michael spurte durch die wunderbar verschneite Landschaft begeistert voraus.

Auffellen am Fideriss-Hochleger

Zunächst beginnt der Aufstieg sehr flach, um die Entfernung zum Gipfelrücken der Roßlaufspitze etwas zu überbrücken. Nach etwa 10min steilt der Aufstieg etwas auf und überwindet ein paar steilere Stufen. Zum Abschluß wird eine niedere Rippe überschritten an die der ebenfalls meist abgeblasene langgezogene Gipfelbereich anschließt.

herrliches Gelände voraus

Am Gipfel der Roßlaufspitze bietet sich – obwohl um rund 130m niedriger als der Hohe Kopf – ebenfalls ein toller Ausblick, diesmal, noch näher am Gilfert auf denselben und auf den gegenüberliegenden Hochleger der Nurpensalm. Kaum zu glauben, daß sich hinter dem Kamm über der ruhig schlafenden Alm jede Menge Betriebsamkeit des großen Schigebietes Hochfügen versteckt.

Michael im Gipfelbereich

Auch am Gipfel der Roßlaufspitze blies der Wind unwirtlich genug, daß wir unmittelbar nach den Fotos zur Abfahrt rüsteten. Auf den umliegenden Gipfeln, inclusive des Hohen Kopfes, zeugten hohe Schneefahnen von der neuerlichen Wetterumstellung aus Nordwest.

Roßlaufspitze, 2.448m

Die Spur über das Alplköpfl herauf sah idyllisch aus, hier gibt es wahrscheinlich ab der Hochsinnalm einen Anstieg, wie die Webseite der Gemeinde Weerberg schließen läßt, eine Beschreibung darüber konnte der Verfasser im Internet keine finden.

Blick Richtung Alplköpfl

Die Abfahrt von beiden bestiegenen Gipfeln in das Nurpenstal kürt die Schitour zur Runde und es sei die Abfahrt zur Unteren Nurpensalm eine sehr schöne sagt man im Allgemeinen.

Michael und Patricia am Roßlauf

Leider war uns diese wegen der Schneeverhältnisse und Gefahrenmuster nicht beschieden und wir konnten auch keine Abfahrtsspuren anderen Tourengeher erkennen.

schöne Pulverhänge erwarteten uns

Die Abfahrt über die leichten Hügel auf der nordwestlich ausgerichteten Aufstiegsstrecke durch den Wald bot uns aber auch einige unvergessliche Momente im Tiefschneestaub den Wald hinab.

ein Hochgenuß diese Hänge von der Roßlaufspitze herab

Nach der Fiderissalm kann man einen weiteren Hang in Falllinie bis zum Talweg abfahren, es ist nicht nötig, die Hochsinnalm mit einzubinden. Allerdings müssen dann etwa 350m Schiebestrecke überwunden werden, welche die Abfahrt über den schönen Hang aber lohnen.

Für die Tour haben wir mit kurzen Aufenthalten wegen des Windes viereinhalb Stunden benötigt, der gesamte Aufstieg betrug 1.335m.

Mils, 01.01.2019

Schitour Nördlicher Klammer Schober, 2.318m vom Wattental

Paradiesische Szenen erlebt der Bergsteiger bei der Schitour auf den Nördlichen Klammer Schober aus dem Wattental allemal und spätestens die gewaltige Kulisse der verschneiten Gipfel rund um den Roßboden auf rund 2.200m läßt ihn zur fotografischen Verewigung innehalten.

Nördlicher Klammer Schober, 2.448m

Am Ausgangspunkt dem Parkplatz vor dem Lager Walchen gestartet wird der Lizumer Straße kurz gefolgt, bis nach den Kasernengebäuden rechts, in Richtung Mölser Hochleger, abgezweigt wird.
Dem Weg – im Winter Rodelbahn – folgt man bis zur ersten Kehre nach den Almhütten des Mölser Niederleger, um dort geradeaus in den Waldweg einzubiegen und die Mölstalstraße zu verlassen.

knapp unterhalb des Mölser Hochlegers

Der Waldweg führt in mäßiger Steigung und manchmal flach durch einen malerischen Zirbenwald der bei Sonnenschein von den stark reflektierenden Hängen des gegenüberliegenden Malgrüblers merklich erhellt wird. Eine willkommene Szene beim Aufstieg am Schattenhang des Mölser Berges.

Aufstieg auf der Mölstalstraße

Nach gut eineinhalb Stunden wird die Mölstalstraße einige Gehminuten vor dem der Mölser Hochleger wieder erreicht. Die Alm – nahe der Baumgrenze – wird passiert und weiter der Mölstalstraße gefolgt. Im recht flachen Aufstieg folgt anschließend ein eingeschnittener Bachlauf – unsere spätere Abfahrtsrinne – und gleich darauf eine Geländerippe um die sich die Straße herumschlängelt, bevor von der Straße abgezweigt wird und einer steileren Rinne bis auf das Plateau des Roßbodens angestiegen wird. Dort trifft man bei einer Holzhütte des Truppenübungsplatzes wieder mit der Mölstalstraße zusammen.

Rückblick – der Autor und Martin

Das Panorama am Roßboden zwingt unweigerlich zum Stopp und näherer Betrachtung des Geländes. Der Gipfel des Nördlichen Klammer Schober liegt noch nicht im Blickfeld, dafür jedoch von Süden nach Norden gesehen der Gratverlauf zum Navistal hin, der unbenannte Gipfel (2.330m) vor dem Mölsjoch, die schon um 300m höhere Naviser Sonnenspitze, die Seekarspitze und fast ganz im Norden der im Kamm zwischen Volder- und Wattental einzig richtig spitze Pyramidengipfel des Sunntiger sowie der anschließende Koloss des Malgrüblers.

Panorama am Roßboden

Trotz klammer Finger im bisher schattigen Aufstieg kosteten wir diese Szene einige Minuten aus, bevor wir den heiß erwarteten nahegelegenen sonnenbeschienenen Hängen zustrebten.
Die einzigen Spuren die seit Tagen in diesem herrlichen Gelände angelegt wurden waren jene von den beiden Burschen, die der Autor tags zuvor die der Abfahrt von der Mölser Scharte beim Hochleger angetroffen hat.

Christian genießt die Szene

Sie waren offensichtlich nicht auf den Nördlichen Klammer Schober aufgestiegen, sondern beendeten ihre Tour auf dem unbenannten Gipfel vor dem Mölsjoch, wie die Spuren verrieten.

im Hintergrund in Bildmitte das Ziel – der Nördliche Klammer Schober

So traf es uns die Spur vom Roßboden in einer weiten Linkskurve auf die Scharte unterhalb des Nördlichen Klammer Schobers zu legen und Christian – inspiriert vom perfekten Ambiente – sprintete geradezu dem Gipfel entgegen.

Anstieg auf den Gratrücken

Die in der Hangneigungskarte (es herrschte immer noch die Warnstufe drei mit Triebschnee in allen Expositionen) eingetragenen steilen Bereiche nach dem Klammspitz täuschen etwas gegenüber der Realität.

Britta und Martin im Anstieg auf die Gratrippe

Sie sind zwar vorhanden, jedoch sind sie nicht sehr hoch und teilweise fast senkrechte Felsen mit wenig abgelagertem Schnee deren Querung auf der flachen Straße erfolgt, wodurch die Gefahr einer Auslösung bei unserer Begehung gering erschien. Die Oberfläche präsentierte sich hart gepresst wodurch eine Störung unwahrscheinlich erschien.

das Ziel rückt näher

Nach dieser Passage wechselt der restliche kurze Aufstieg über ein Schärtchen in die Südseite womit nun dauerhaft unter Sonne aufgestiegen werden konnte.

das Schärtchen fast erreicht


Der Gipfel hält als Belohnung ein sagenhaftes Panorama bereit und wegen der nun milden Temperaturen fiel einmal der Gipfelaufenthalt ziemlich ausgedehnt aus. Bei Betrachtung der Umgebung keimte beim Verfasser die Idee zu einer phantastischen Runde auf – dies wird eine andere Geschichte.

die zufriedene Gruppe am Nördlichen Klammer Schober – hinter dem Gipfelkreuz die Tarntaler Köpfe

Der Nördliche Klammer Schober – so scheint es – kann recht gut und rasch mit der Mölser Sonnenspitze kombiniert werden. Geodätisch trennen die beiden Gipfel lediglich gute 40Hm und das leichte Auf und Ab am sonnigen Gratrücken muß ein Genuß sein. Aber diesmal wollte die Mehrheit eher in die Pulverhänge als noch einen Gipfel mehr.

die beiden Reckner links bis zum Naviser Kreuzjöchl rechts

Im zentralsten Teil der höchsten Erhebungen der Tuxer Alpen gelegen, bietet der Nördliche Klammer Schober einen kolossalen Rundumblick, vor allem von Südosten nach Nordwesten.
Der Höchste Gipfel der Tuxer Alpen, der Lizumer Reckner mit knapp 2.900m Höhe eröffnet den Reigen neben seinem Bruder, dem Naviser Reckner. Im Süden der weite Naviser Talkessel mit dem Naviser Kreuzjöchl und dahinter die Südgrate mit der Schafseitenspitze.

gen Süden bis zur Schafseitenspitze – im Vordergrund der Südliche Klammer Schober

Nach dem tiefen Einschnitt des Navistales folgt die Rosenjochgruppe mit der gut sichtbaren Grünbergspitze vorgelagert und zum Abschluß in Nordwest befindet sich der Trennungskamm mit den zuvor im Aufstieg beschriebenen Gipfeln.

Grünbergspitze und Rosenjoch sowie Naviser Sonnenspitze

Das Gipfelbuch mußten wir leider völlig durchnäßt und unbeschreibbar vorfinden. Da die Edelstahl-Gipfelbuchschachtel von ausgezeichneter Dichtigkeit ist liegt die Vermutung nahe, daß jemand vergessen hat den Deckel (richtig) zu schließen. Zum Zwecke der Trocknung – worauf jedoch wenig Hoffnung in dieser Jahreszeit besteht – wickelten wir es nicht mehr in den Nylonsack ein, denn es zeigte auch schon einige Anzeichen von Schimmel.

Martin vor den Gipfeln des Trennkammes zum Voldertal – ganz rechts der Malgrübler

Die Abfahrt eröffneten wir kurzerhand nördlich des Gipfelbereiches in ein steiles Kar mit flachem Ausgang auf einen dahinterliegenden schönen mittelsteilen Nordhang. Die steileren Passagen wurden im Abstand passiert. Dort erwarteten uns akzeptable Schneebedingungen, teilweise Pulver. Durch die vorsichtige Wahl zwischen den sichtbaren Felsköpfen gab es keinen Steinkontakt.

Abfahrt im Norden in ein steiles Kar

Weiter unterhalb erschien die Abfahrt zwischen den Rippen westlich des Sees günstiger, als den Kessel auszufahren. Unterhalb des Sees mußte allerdings dessen Bachablauf gequert werden, da der Hang für die direkte Befahrung der Abschlußrinne zu steil und felsig ist.

Britta unterhalb des Kares auf flacherem Terrain

Auf einem schön besonnten Rücken gelangten wir zur letzten steileren Abschlussrinne, die im Aufstieg beschrieben wurde. Es ist diese der Einschnitt des Baches vom See.
Die Abfahrt durch die Rinne bildete noch den schönen Abschluß der unbefahrenen Hänge bis zu den Hochlegerhütten.

welch Blick!

Entlang der Aufstiegsspur fuhren wir ohne Kraftaufwand bis zur Schiebestrecke, die beim ersten (im Aufstiegssinn) Militärgebäude beginnt und bei der ersten Kehre der Mölstalstraße nach etwa 600m endet.

die Kollegen vor der letzten steileren Passage angelangt

Die restliche Abfahrt auf der Straße erfolgte durch den schönen Zirbenwald dann wieder ohne Anstrengung bis zum Lager Walchen.

zum Schluß der Kameramann

Für die Tour benötigten wir knapp 5 Stunden, incl.  etwa 50min Gipfelaufenthalt. Der gesamte Aufstieg beträgt 1.050m.

Mils, 27.12.2018

 

 

 

 

 

Schitour Poferer Jöchl, 2.318m von Kolsassberg

Mit etwas Verspätung erst um 10 Uhr vom Parkplatz auf der Innerbergstraße am Kolsassberg mit der Schitour zum Poferer Jöchl gestartet und die Tourenschi die knapp zehn Gehminuten zum Startpunkt geschultert, war unsere Freude zunächst groß, daß der Rodelweg schön verschneit vorgefunden wurde.

Gipfel Poferer Jöchl, 2.318m gegen Gilfert

Die Freude währte genau bis zur ersten Verzweigung, deren rechte Abzweigung zur Studlalm genommen wird. Dort setzte der Schneepflugfahrer sein Werkzeug so sinnlos tief an, daß der Weg in der Abfahrt nur am Rande, und auch nur teilweise befahren werden kann. Eine kümmerlich dünne Schneedecke wurde somit radikal bis zum steinigen Untergrund seitlich weggeschoben und wenige Reste der Schneebrocken dienen bei der Abfahrt über lange Strecken des Almweges als bestimmungsgemäße Unterlage für den Schi. Ob der beflissene Abschub wirklich notwendig war mögen die Gemeindeväter oder -arbeiter wissen, der Sinn erschließt sich dem Tourengeher nicht.

im unteren Bereich der Studlalm angekommen

Für den Aufstieg reicht die Unterlage gerade und alsbald beginnt ohnehin der Aufstieg im Wald, für welche die Details bei einer anderen Tour hier nachzulesen sind. Die folgende Beschreibung startet an der unteren Begrenzung der Studlalm.

das Ziel in Sicht – nicht jedoch dessen Gipfel

Nachdem der Fahrweg unterhalb der Studlalm wieder erreicht ist muß gar nicht zur selbigen aufgestiegen werden, die Route kann am Fahrweg fortgesetzt werden. Knapp nach der Höhe der Studlalm zweigt rechts ein Weg zur Sagalm ab, der eingeschlagen wird und dem man bis zu einem verschlossenen Gatter – zum winterlichen Schutze von  Weidevieh und Wanderer – jenseits der Brücke über den Sagbach folgt. Die einzige Möglichkeit dieses zu passieren besteht in der Überkletterung, links und rechts befindet sich das Bachufer einen nassen Schuh zu riskieren zu gefährlich nahe.

Abzweigung nach der Studlalm

Nach dem Gatter folgen tolle freie Hänge im Aufstieg und – Ende Dezember – endlich das erste Sonnenlicht im Gesicht.
Der Aufstieg wird sofort klar, er folgt einer Geländerippe bis zur besten Möglichkeit das Bächlein in seiner bergzugewandten Seite zu überqueren. Anschließend geht es vorbei an einer Jagdhütte mit außerordentlich bestplatzierter vorgelagerter Sitzloge aus Tisch und Bank mit Blick auf das gesamte, freie Hirzerkar.

Blick gegen die Gipfel von Wildofen und Hirzer

Bald darauf ist über die schön beleuchteten Hänge der Weg zur etwas versteckten Sagalm erreicht, wobei diese nicht direkt, sondern in etwa 200m Abstand in der Freien Fläche passiert wird.

oberhalb der Sagalm

Vor den steileren Hängen hinauf zum Rücken, der vom Poferer Jöchl herabzieht und deren Strauchwerk mit der derzeit vorherrschenden Lage an Schnee ein undurchdringliches Dickicht bildet, führt der Anstieg ein kurzes Stück rechts in den schönen Kiefernwald hinein. Die Strecke beträgt etwa 200m nach einem deutlich sichtbaren Jägeransitz am Weg. Zumindest ist diese Routenwahl bei der derzeitigen Schneelage notwendig, um dem Strauchwerk zu entgehen.

im steilen Wald nach der Sagalm

Im eher lichten Zirbenwald führt der Anstieg mit einigen Spitzkehren nun steil nach oben zum breiten Rücken der vom Poferer Jöchl herabzieht. Ist der Rücken erreicht wird der Aufstieg um einige leichter als im steilen Wald vorher. Die Route wendet sich etwa im rechten Winkel von West nach Süd und ist durch die Geländeform  bis zum Gipfel klar vorgegeben. Die Waldgrenze ist am Rücken auf 2.000m erreicht.

am breiten Rücken nach dem steilen Wald angekommen

Unserer Begehung war beschieden, daß der herrliche Pulverschnee am Rücken endete und die Schneedecke alle Arten von Oberflächeneigenschaften zeigte, die Tagestemperaturverlauf und Wind nach den letzten Schneefällen in der Lage waren entstehen zu lassen. So ziemlich alles an Oberflächen, vom gepressten trag- und nicht tragfähigen Harschdeckel bis zum völlig vereisten bockharten und glasigen Schmelzharschdeckel, von Triebschneeeinlagerung in leichten Muldungen bis zu Partien mit übergroßen, trockenen und umgewandelten Kristallen, jegliche Spielart der Natur muß derzeit an diesem Rücken durchschritten werden. Im Aufstieg imposant, bei der Abfahrt eine anstrengende Quälerei bei der die Schi die Herrschaft der menschlichen Bewegungen übernehmen. Apere Stellen gibt es keine.

der Rücken bietet alle Spielarten von Schneekonsistenzen

Die Aufstiegsrichtung ändert sich nach dem breiten Rücken abermals und zwar weniger stark von Süd nach Südwest. Die Änderung beginnt etwa 220Hm unter dem Gipfel und zwar dort wo der breite Rücken zur nun schmalen Rippe sich mausert und dort ändert sich auch signifikant die Steilheit, die bis zum Gipfel hinauf nach unserer Einschätzung auch bei sorgfältiger Routenwahl nicht immer unter 30° Hangneigung bleibt (auch in TIRIS sichtbar).

weiteres Aufstiegsgelände zum Poferer Jöchl auf schmaler Rippe

Erzwungen durch die derzeitige Schneelage werden im weiteren Aufstieg mehrere Spitzkehren notwendig. Um die Felsblöcke auf der Rippe möglichst effizient zu durchschreiten. Aber nicht nur diese, sondern auch die Hangneigung erzwingt eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Spitzkehren.

knapp unterhalb des Gipfels des Poferer Jöchls

Kräftig auffrischender Wind begleitete uns über die letzten 200Hm zum Gipfel. Die Schneeverhältnisse sind derzeit dort nicht schlecht, aber lockere Partien wechseln mit mittelharten, durch die wir im Aufstieg mühsam durchgebrochen sind. Aber es sind nur etwa 200Hm in dieser Art.

malerischer Gipfel des Poferer Jöchls

Die letzen Rinnen und Muldungen im Aufstieg versprachen schon ein sehr akzeptables Abfahrtsgefühl, das dann auch ausgekostet werden konnte.
Knapp unterhalb des netten Gipfelfelsens ändert sich die Hangneigung stetig hin zum eher flachen plateauartigen Flachbereich, bei dem der Wind aus Südwest und West völligen Zugriff hat.

die fleißigen Männer die weit gespurt haben

An eine ausgedehntere Gipfelrast als für ein paar Fotos, Höhenmedizin und Rüsten für die Abfahrt war an diesem Tag nicht zu denken. Dabei hätte die doch lohnenswerte Aussicht in alle Richtungen, vor allem ins Wattental, eine längere Rast verdient, so wie auch der malerische Gipfelbereich mit dem netten Kreuzlein an sich.

Britta am windkalten Gipfel des Poferer Jöchls

Die jungen Mediziner, die der Verfasser beim Aufstieg am Beginn der steileren Rippe der langen mühsamen Spurarbeit entband, – ein Dank an die Herren hiermit für die Vorarbeit ab der Studlalm – hatten gleiches im Sinn und blieben keine Minute länger am Gipfel. Somit rauschten die einzigen fünf windgeplagten Tourengeher  an diesem Tag gleichzeitig talwärts. Natürlich mit entsprechenden Abständen im oberen steilen Bereich.

phantastischer Blick ins Mölstal im Wattental – von den Rechner Gipfeln links über den Nördlichen Klammer Schober bis hin zum Malgrübler rechts

Die Abfahrt war bis auf die zuvor geschilderten Lehrbauwerke der Natur am breiten Rücken ein insgesamt bäriges Erlebnis. Die obersten Rinnen erforderten Kraft für Schwünge und unten im steilen Wald mußte vorausschauende Slalomtechnik zwischen den erkennbaren Baumstümpfen eingesetzt werden. Unbeschwert hingegen konnte der Abfahrt ab der Sagalm bis zur Studlalm freier Lauf gelassen werden.

der gepresste Schnee erfordert einigen Kraftaufwand

Nach der Studlalm im Wald und auf dem Weg durch den Wald konnten schätzungsweise 75% in vorsichtigster Fahrt per Schi und der Rest mit Tragestrecken bewältigt werden, Neben der Asphaltstraße mögen es vielleicht 300m Strecke gewesen sein, die am Schi möglich waren, der Rest ist derzeit Tragestrecke.

den steilen Wald vor uns – ein tolles Erlebnis zwischen den schönen Zirben hindurch zu zirkeln

Zusammenfassend betrachtet kann die Tour als lohnenswerte und abwechslungsreiche Schitour – die auch eher für den Versierten geeignet ist – bezeichnet werden. Momentan liegt selbst im oberen Teil der Tour über 1.800m deutlich zu wenig Schnee um die Möglichkeiten der steilen Hänge nutzen zu können. Bei der derzeitigen Warnstufe drei in dieser Höhenlage mit den derzeitigen Gefahrenmustern über die Anstiegsbereichshöhen stellt die Routenwahl das eher obere Risiko dar das eingegangen werden sollte.
Diese Schitour bei genügender Schneelage (der Großteil des Strauchwerkes über der Sagalm sollte nach Meinung des Verfassers schneebedeckt sein) scheint noch um einiges phantastischer zu sein als wir sie erleben durften, obwohl wir mit den zuvor geschilderten Teilbereichen sowohl im Aufstieg als auch bei der Abfahrt recht zufrieden waren.

Hinweis: Wer im Internet nach dem Tourenziel sucht wird mit allerlei falschen Bezeichnungen konfrontiert. Es gibt dort das Poferer Jöchl – welche die richtige Bezeichnung zu sein scheint – aber auch das „Poverer“ und es gibt im elektron. Kartenwerk auch das „Pfoferer“ und die „Saga“ Alm anstelle der Sagalm.

kurz währt das schönste Abfahrtsvergnügen leider dennoch

Für die Tour benötigten wir gesamt 4:40 Stunden hin und zurück, mit recht kurzen Aufenthalten. Der gesamte Aufstieg beträgt 1.320m.

Mils, 29.12.2018

Schitour Klammspitzen, 2.515m im Wattental

Nach enormen Regenfällen und in der Höhe Schneefall durch die darauffolgende Abkühlung nach dem Heiligen Abend war die Ausgangssituation für Schitouren mit Warnstufe drei nicht gerade rosig, jedoch konnte bei entsprechend vorsichtiger Hangneigungswahl eine phantastische Schitour auf die Klammspitzen im Wattental gewagt werden.

Klammspitzen, 2.515m

Die Vorbereitung mit dem Studium der Hangneigung zeigte eindeutig, daß fast alle Hänge auf und um die Aufstiegsroute im Neigungsbereich unter 30° liegen, mit einigen kurzen – notfalls zu umgehenden – Passagen bis 35° und somit auch an eine Alleinbegehung gedacht werden konnte.

Hangneigung Klammspitzen

Zusätzlich zum Gipfel der Klammspitzen sollte die schöne Runde rund um den Mölser Berg durchgeführt werden, die ein Jahr zuvor noch als phantastische Runde im Kopf hängen blieb. Hierzu ist vom Klammjoch aus noch ein geringer Höhenunterschied von etwa 70Hm auf die Mölser Scharte zurückzulegen, also nach der Gipfelabfahrt zurück auf das Klammjoch und etwa 400m zurück unter die Nordflanke der Mölser Sonnenspitze nochmals aufzufellen.

Innerlannalm gegen 9 Uhr früh

Der Start erfolgte gegen 8:30 Uhr am Parkplatz vor dem Lager Walchen und eine detaillierte Beschreibung des Anstieges über die „Skiroute“ zum Lager Lizum unterbeleibt hier – hiefür wird einfach den gleichnamigen Wegweisern ab der Stieralm gefolgt, im Aufstieg links vom Wattenbach, vorbei am Kraftwerk über den Winterweg.

herrliche Aussichten stehen bevor – in Bildmitte im Hintergrund das Ziel, die Klammspitzen

Wolkenloser Himmel, Windstille und eine Temperatur knapp zehn Grad unter null liesen Erwartung und Stimmung auf eine tolle Schitour aufblühen.
Einzige leichte Trübung im Aufstieg zum Lager Lizum bestand in zu wenig Schnee und völliger Vereisung der Straße nach dem Waldaufstieg. Der Straße folgt man etwa einen guten Kilometer – diesmal unter wildem Geklapper und mangelhaftem Halt auf den vereisten Schneepflugbrocken seitlich der durch Schneeketten zermarterten vereisten Fahrrinnen.

Lizumer Becken

Der Lärm verstummte natürlich sofort wieder, als nach der Schießanlage die unberührten Hänge zum Schlepplift betreten wurden. In völliger Stille, fernab von jeder Inntalautobahn folgte ab dort der Kernteil der Schitour unter Spuren der gesamten Strecke als erste Begehung in den Weihnachtsfeiertagen.

Aufstieg zum Schlepplift

Im Aufstieg über den Hang „Schotteben“, den Schlepplift querend wärmte die Sonne unerwartet stark in Anbetracht des Datums auf und für die nachfolgende Strecke rund um die Nordhänge der Klammspitzen gerade richtig zum Durchhalten bis vor dem Klammjoch die Abdeckung der Route wieder endete.

genau 0,5m Schneehöhe

In dieser Abdeckung liegen die Hänge oberhalb der Mölstalstraße, die über 30° steil sind und unter denen Vorsicht geboten war. Sie präsentierten sich an diesem Tag mit einheitlicher Oberfläche ohne jegliche Windmarken und ohne jegliche Anzeichen von Triebschnee. Ein zugegeben unfachmännischer Test der Schneedecke durch ungenügendes Abgraben und Betrachtung der Schichten ließ eine seichte Überzeugung auf fehlende Schwachstellen zu, wie es auch der einwandfreie Halt im Steilen vermittelte. Weiters bot die Mölstalstraße eine gewisse Flachheit als Geländestufe.

am Ende der Querung der steilen Hänge mit Mölser Sonnenspitze

Mit solcherlei Voraussetzungen war kein mulmiges Gefühl gegeben und die Spurarbeit der etwa 500m langen Strecke wurde ohne Zwischenfall bewältigt. Ein plötzlich aufgetauchter nachfolgender Tourengeher mit Hund im Abstand von etwa fünf Gehminuten vermittelte zusätzlich Vertrauen in das Vorhaben.

gegen Süden zum Klammjoch geblickt – links Tarntaler Köpfe

Möglicherweise aufgrund der vormittäglichen Beschattung und der südöstlichen Ausrichtung des Hanges ist der Schneedeckenaufbau im Tagesverlauf dort weniger bestrahlt und daher generell weniger gleitgefährdet. Am Foto ist die Situation am flach werdenden Ende des zu querenden Hanges noch erkennbar.

die Aufstiegsrichtung der Klammspitzen

Durch unberührtes und sagenhaft beeindruckendes Gelände führt der Aufstieg bis zum Klammjoch, wobei die westlich ausgerichtete Aufstiegsrinne immer deutlicher sichtbar wurde. Die Ausrichtung des Hanges passte wunderbar mit der Warnung für Gleitschnee zusammen, die für westliche Expositionen über 2.000m Höhe nicht ausgegeben war. Also war für den Restaufstieg „nur“ (natürlich nicht unter Abschaltung des Gehirns für andere Gefahrenquellen) das Altschneeproblem zu beachten und in der schmalen Aufstiegsrinne um die 30° Neigung erschien dieses gering. Auch dieser Umstand hat die Tourenplanung beeinflusst.

am Klammjoch, 2.359m

Die Schneeverhältnisse am Klammjoch und am Rücken zum Gipfelaufbau entsprachen den Erwartungen – teilweise abgeblasen, jedoch nur die Felsköpfe mit gut fahrbaren Zwischenräumen und die Flächen windgepresst mit Triebschneeansammlungen in der nördlich gelegenen etwa vier Meter tiefen Mulde vor der kurzen steilen Flanke zum Rücken, der sich bis zum Gipfelbereich hinaufzieht.

Klammspitzen mit gesamter Aufsteigsroute ab dem Klammjoch

Mit einigen Spitzkehren gegen die aufragenden Felstürme und Steilhänge nördlich der Aufstiegsrinne (auch hier ist Vorsicht geboten, denn die Hänge erreichen gut 40° Neigung) erklimmt man einen kleinen Sattel zwischen den Klammspitzen. Im Kartenwerk ist es die am folgenden Foto gegenüberliegende Kuppe der Fotoposition. Die Lichtverhältnisse erschienen für Fotos auf der Gegenkuppe aber geeigneter.

durch die teils beschattete Rinnen führt der Aufstieg zu den Klammspitzen

Steigt man im endenden Dezember so zu den Klammspitzen an, daß der Gipfel gegen Mittag erreicht wird, befindet man sich just in einem Zeitfenster das minütlich sich ändernde Lichtsituationen hervorbringt. Grund für dieses Schauspiel ist die Abdeckung der Sonneneinstrahlung durch die genau südlich gelegenen und um 240m höheren Felsspitzen der Tarntaler Köpfe.

auf der östlichen Klammspitze mit Blick zur Kalkwand

Auf den Klammspitzen findet sich kein Gipfelkreuz und kein Steinmandl, weswegen sie auch nicht sonderlich fotogen erscheinen. Sie bieten als Ausgleich einen tollen Tiefblick über die Sonntagsrinne auf das Lizumer Becken gut 500Hm darunterliegend. Leider ist ausgerechnet dieses Foto vermasselt, da unscharf.

Blick nach Norden zum Mölser Berg

Als Ausgleich für den Tiefblick in die Lizum jedoch nachfolgend ein Foto nach Norden über die Hänge hin zum Mölser Berg.

Blick ins Navistal

Südöstlich beeindrucken die Aussichten auf den weiten Kessel des oberen Talabschlusses des Navistales.

Abfahrtsrimme und hinten Mölser Scharte

Weiter westlich kann die folgende Route der Runde eingesehen werden. Hinter der Verschneidung der Flanke der Klammspitzen mit dem darunterliegenden Gelände zur Mölser Scharte (dort wo der Schatten von der Sonnenspitze endet) wird wieder aufgefellt.

Idylle auf 2.359m

Die Abfahrt über die Rinne wechselt zwischen weichen pulverigen Partieen in der Muldung und der steilen nördlichen Flanke mit der hartgepressten südlichen Begrenzung zum Steilhang in das Becken zu den Tarntaler Köpfen hin. Ein weicher Schwung im Wechsel mit einem Harten.

mächtiger Ostgrat Mölser Sonnenspitze

Bei kurzer Rast und Auffellen am Klammjoch erspähten die alten Augen des Verfassers eine dunkle Gestalt in den Felsen der Nordflanke der Mölser Sonnenspitze, jedoch hatten sie ohne Fernglas keine Chance Einzelheiten zu erkennen. Die mittelmäßige Qualität der Handykamera kam an seine Leistungsfähigkeit, sie vermochte es nicht im Zoom bessere Details zu liefern.

Eiskarspitzen, Torspitze, Torwand

Die Entdeckung war sonderbar, die Gestalt bewegte sich hin und her, kein sichtbares Ziel ansteuernd. Ebenfalls keine Zeichen von benötigter Hilfe obwohl in Rufweite, dennoch zog sie in gewisser Weise die Aufmerksamkeit in ihren Bann bis der Tourenverlauf fortgesetzt werden mußte.

Rückblick auf Klammspitzen und Tarntaler Köpfe

Mit den Fellen ging es nun in leichtem Gefälle rasch die 400m zurück zum Aufstiegspunkt auf die Mölser Scharte. Die Steilheit des Hanges ist dort moderat und man wählt eine geschwungene Route bis zum steileren Schlußhang in fast ebener Querung zur Scharte hin.

Blick von der Mölser Scharte gen Westen

In der abgedeckten, kalten Scharte wurden zwei Tourengeher am Gipfel sichtbar, die während des Abfellens des Verfassers zwar zur Abfahrt rüsteten, nicht aber in die Mölser Scharte abfuhren sondern die Westflanke nahmen und ins Navistal abfuhren.

ein interessantes Gipfelkreuz im Westen

Bei Betrachtung der beiden kam dem Verfasser ein interessantes Gipfelkreuz ins Visier, das etwa auf gleicher Höhe wie die Mölser Scharte liegt und im Nachgang zuhause erkundet werden mußte – wie sich herausstellte der Nördliche Klammer Schober mit 2.448m. In jedem Fall bedurfte er einer näheren Erkundung.

Abfahrtsgelände von der Mölser Scharte

Die Abfahrt über die schönen abgestuften Hänge zum Mölser Hochleger hin sind Genussstrecken, aber momentan will die Routenwahl noch gut gewählt werden, möchte man Steinkontakt vermeiden (was auch gelang).

Abfahrt über Geländestufen

Es empfiehlt sich den Mölser Hochleger nicht zu direkt anzufahren sondern etwas rechtshaltend den Bach vom Mölssee zu überfahren, da er im Bereich des Hochlegers breit verästelt ist und die Querung dort nicht wünschenswert ist. Außerdem ist der Hang im Einschnitt zu steil für die herrschenden Verhältnisse.

hier etwas rechts halten und den Bach überqueren

Ab dem Hochleger führt nach einer etwa 700m langen flachen Schiebestrecke der Weg über die Rodelbahn durch den wunderschönen Kiefernwald hinab zum Lager Walchen. Ein toller Abschluß der Runde.

Bachüberquerung an steiler Hangneigung

Die neue AV-App erstmals zur Touraufzeichnung von den Almhütten am Ende des Schleppliftes bis zum Mölser Hochleger genutzt, kann sich das Ergebnis glatt sehen lassen:

Klammspitzen Aufzeichnung per App

Für die Tour benötigt man rund 5:40 Stunden, mit kurzen Aufenthalten. Der gesamte Aufstieg beträgt 1.250m.

Mils, 28.12.2018