Archiv der Kategorie: Tuxer Alpen

Schitour Gammerspitze, 2.537m

Über die sogenannte Jeneweinrinne führt ein schöner Anstieg auf die Gammerspitze, der im Frühjahr bei gutem Wetter auch einen sonnigen Aufstieg im oberen Teil darstellt.

Herwig auf der Gammerspitze – links neben dem Kreuz kann der südliche Teil der Wattentalreibn eingesehen werden

Die Jeneweinrinne ist recht steil und deshalb nur bei sicheren Verhältnissen ratsam. Die Eigenheit und auch der Reiz der Tour besteht im direkten nordseitigen Aufstieg in Richtung Süden, ohne jegliche Richtungsänderung des Geländes bis zum Gipfel. Das Gipfelkreuz sowie die Tour im Überblick – abgesehen von den Oberseiten der Geländestufen – können von unten eingesehen werden.

Scheibenspitze auf der nördlichen Talseite in der Morgensonne

Den Aufstieg nahmen wir mangels eines anderen Parkplatzes ab einem kleinen Häuschen jenseits der Brücke über den Schmirnbach in der Siedlung zwischen Antritt und Aue in Angriff. Gerade noch reichten die Schneefelder, um direkt vom Auto aus im Tourenmodus loszumarschieren, doch bald nach dem ersten kurzen Waldstück wurde die Schneedecke besser und die Vorausschau auf die beste Möglichkeit durch die apern Stellen hindurch zu zirkeln erübrigte sich.

Aufstieg in der breiten unteren Schneise der Jeneweinrinne – oben eine kurze Schmalstelle

Die breite Schneise – es wird sich auch im unteren Teil um die Jeneweinrinne handeln – muß durch Lawinen gebildet worden sein, da es keinerlei Almgebäude gibt, die auf menschliches Zutun zur Formung der Landschaft hindeuten würden. Über lange und breite Wiesenflächen streckt sich der untere Teil des Aufstiegs dahin.

Jeneweinrinne oberer Teil nach der Schmalstelle

Der Schnee befand sich in gefrorenem Zustand, ideal für den mühelosen Aufstieg unter dem typisch frühjährlichen Geklapper der Ausrüstung, das auch mit Bemühen kaum vermieden werden kann.

Schmalstelle

Bis zum lichten Lärchenwäldchen im unteren Steilabschnitt lag unser Aufstieg noch völlig im Schatten und fast schon hätte man zur Erleichterung der Harscheisen bedurft da erreichten wir etwas weicheres Gelände unterhalb der Kuppe zu dem so plötzlich auftauchenden interessanten Hochtalkessel unterhalb der fächerartigen Flanken zum Gipfel.

das Gelände wird steiler und die Geländestufe im Hintergrund wird sichtbar

Da bei unserer Begehung keine durchgehenden und markant sichtbaren Aufstiegsspuren mehr auffindbar waren mußten wir den Aufstieg selbst wählen. Ein leichtes Unterfangen bei dem zuvor beschriebenen Charakter des Geländes. Kaum eine wirkliche Richtungsänderung findet statt, lediglich ein paar kurvige Stellen der Lichtungen bilden Kurven.

Rückblick auf den schönen Aufstieg

Oberhalb des ersten Hanges taucht durch Bäume hindurch eine Lichtung auf die bald breiter wird und über einen Forstweg hinweg in die wirklich breite Jeneweinrinne mündet. Zuerst stieg diese bis zu einer schmaleren Waldstelle kaum an, sie wird erst allmählich steiler und nach längerem Aufstieg dann wirklich steil.

Bis weit nach der schmaleren Waldstelle am Ende des unteren Teils kann in direkter, schneller Route aufgestiegen werden. Das Gelände ist leicht kupiert, wird schon weit vor dem leichten Lärchenwald stetig steiler und erfordert somit bald ein paar Spitzkehren.

in der steilen Geländestufe – der Normalaufstieg wäre wohl etwas weiter links (westlich) zu suchen, zwischen den jungen Lärchen steigt sich’s aber malerisch

Da wir die Strecke nicht kannten legten wir den Aufstieg durch den Lärchenwald. Es wäre auch möglich gewesen links davon den unbewaldeten Hang zu nehmen, wie wir bei der Abfahrt entdeckten.

Rückblick mitten in der Steilstufe – im April beginnt hier der sonnige Teil

Durch die jungen Lärchen fanden wir leicht hindurch, jedoch zwang uns die Steilheit im Verein mit dem sehr harten Harschdeckel kurz vor der Geländekante oben zur Querung nach links, hinaus aus dem Wäldchen, um die Prozedur der Verwendung der Harscheisen zu vermeiden.

bevor das Gelände Harscheisen erzwang querten wir links auf die Geländekante hinaus

Gleich hinter der Geländekante flacht das Gelände extrem ab und die Sonne erfreute uns. Hand in Hand mit der Neigungsänderung geht auch die Sichtbarkeit des Aufstiegs.

oberhalb der Steilstufe Aufstieg in tollem und freiem Gelände

Das weite kesselartige Gelände im oberen Teil der Schitour ist wenige Aufstiegsminuten nach der Kante voll einsehbar und beeindruckt mit seiner Mächtigkeit, die man nach dem vorangegangenen Gelände nicht in dieser Dimension vermutet hätte.

gegen 9:30 liegt der halbe Aufstieg unter Sonnenbestrahlung

Für den Aufstieg fanden wir trotz der Einstrahlung weiterhin einen pickelharten Harschdeckel vor, der Sonnenwinkel reicht selbst im April noch nicht das dortige Gelände rasch aufzutauen. Allerdings änderte sich die Lage positiv, je steiler der Aufstieg nun wurde – wie bei so vielen Nordhängen im besonderen heurigen Winter ging auch bei diesem ab einer gewissen Neigung der Harschdeckel in lockeren Altschnee über und die Schneefälle der letzten Tage obendrauf verstärkten diese.

das Kar oberhalb der Jeneweinrinne – ein tolles Tourengelände

Entlang einer nun deutlich ausgeprägter Aufstiegsspur folgten wir in einigen Spitzkehren dem Aufstieg von mittig nach eher rechts im Talkessel. Hierbei wird ein Felskopf beschritten, der für etwas Abflachung auf dem zuletzt sehr stark steigenden Hang sorgt.

ein weiter Karboden mit mäßiger Steigung leitet zum steilen Aufstieg über die Nordhänge über

Ab diesem Felskopf sind noch sehr steile etwa 100Hm bis zum Gratrücken zurückzulegen und weiter auf den Gipfel weitere etwa 50Hm. Der Übergang von der steilen Flanke auf den Grat präsentierte sich in unserem Fall als etwas heikel, da die Überwehungskante nordseitig mehr als einen Meter hinab in die Flanke gefroren war und Stufen nicht befriedigend geschlagen werden konnten.

Querung auf die rechte Talseite (im Aufstiegssinn) in Richtung des von unten bestmöglichen Übergangs auf die Gratrippe

Seitlich den harten Übergang schneidend, mit abgelegten Schi war die Stelle jedoch halbwegs sicher begehbar. Oberhalb verläuft das Gelände am breiten Rücken mit moderater Steigung zum Gipfel hin.

kurz vor dem Übergang auf den Grat – Hangneigung auf die letzten Meter knapp unter 40°

Das schöne Gipfelkreuz der Jungbauernschaft Landjugend Vals, in Holz und Edelstahl erst vor kurzer Zeit errichtet, macht wirklich etwas her. Es diente uns, um einen letzten Bergsteigergruß an die noch jungen und großen Tiroler Bergsteiger und deren Amerikanischen Partner zu richten, die dieser Tage in Canada durch eine Lawine zu Tode gekommen sind.

kurzes Stück auf der breiten Gratrippe vor dem Gipfel

Im Valser Kamm, die bereits in den Zillertaler Alpen liegt, bildet die Hohe Warte den höchsten Punkt und der Kamm führt weiter bis zum Fuß des Olpererferners.

Gammerspitze, 2.537m

Südlich der Gammerspitze fällt der Blick auf große und schöne Gipfel der Gebirgsgruppe und der Kamm nennt sich etwas verwirrend Tuxer Hauptkamm. Der Anstieg auf den Olperer über das Valsertal und die Geraer Hütte zählt zu einem der schönsten Gletscheranstiege in den westlichen Zillertalern und die Route ist von der Gammerspitze aus fast zur Gänze einsehbar.

Rückblick über den Aufstieg der Tour

In der Folge der Gipfel nach Westen befindet sich der Fussstein, der mit seiner Kletterroute über die Nordflanke berühmt ist, dann der Schrammacher, der eine tolle Schitour von Südtirol aus bietet und die Sagwandspitze mit ihrem Gratrücken nach Norden, die eine tolle Schitour auf die Hohe Kirche bietet.

Hohe Warte (im Kamm, links), ab Bildmitte – Kleiner Kaserer, Großer und Falscher Kaserer, Olperer und Fussstein

Weiters folgt etwas südlich versetzt die Hohe Wand, ebenfalls ein Schitourenziel, dann, mit einigem Abstand und knapp nach der Pfitscher Scharte gelegen der Kluppen als ein unscheinbarer Gipfel und ein rassiges Schitourenziel.

Fussstein, Schrammacher und Sagwandspitze

Mit etwas Abstand zum Kluppen folgt dann der Kraxentrager, eine lange, schwere Schitour aus Venn und schließlich ganz rechts im Bild der Wolfendorn, eine schöne Schitour mit steilem Gipfelhang im Grenzgebiet auf südtiroler Seite.

Kluppen (nach dem langen Sattel von links), Kraxentrager und Wolfendorn (rechts, darüber Wolken)

Der Valser Kamm von der Gammerspitze nach Westen beherbergt noch das niedrigere Tourenziel der Ultenspitze, auch Oltenspitze genannt, und dieser Kamm ist auch die Alternative zur Gammerspitze im Falle von zweifelhaften Schnee-/Lawinenbedingungen über die Jeneweinrinne.

Blick über den äußeren Valser Kamm mit Riepenspitze (rechts) und Ultenspitze (tiefer, links, bereits weitgehend schneefrei)

Nordöstlich des Gipfelkreuzes befinden sich in 10,5km Entfernung einige der höchsten und lohnendsten Touren rund um den Geier sowie den Lizumer und Naviser Reckner und der südliche Teilabschnitt der Wattentalreibn kann gut eingesehen werden.

schöne Abfahrt mit Lockerschnee oben im steilen Teil und mittlerweile aufgefirntem Harschdeckel gegen die Karmulde hin

Die Abfahrt bot nach den winterähnlich ausgeprägten Schneeverhältnissen am Steilhang gleich unterhalb der Kammhöhe eine tolle Firnabfahrt bis zum letzten Waldteil, etwa 100Hm oberhalb des Ausgangspunktes.

Rückblick über das schöne Kar

Von der Strecke her ist die Tour auf die Gammerspitze recht kurz mit dreieinhalb Kilometer Strecke und einem Zeitbedarf vom Parkplatz und zurück mit kaum dreieinhalb Stunden mit einem knapp 30 minütigen Gipfelaufenthalt. 1.175 m im Aufstieg werden bewältigt.

Abfahrt in die Jeneweinrinne

Mils, 19.04.2019

 

Schitour Malgrübler, 2.749m vom Gh. Hanneburger

Mit zwei edlen Steilstufen und dem durchwegs anregenden Aufstieg von Beginn an stellt die Schitour auf den Malgrübler über das Malgrüblerkar eine rassige Alternative zum Normalaufstieg vom Voldertal dar.  Durch ihre östliche Ausrichtung liegen die herrlichen Hänge im Frühjahr fast von Beginn an unter direkter Sonnenbestrahlung. Pulverabfahrten fanden wir Ende März dennoch vor.

Malgrübler, 2.749m

Vom Ausgangspunkt, dem Parkplatz beim Soldatendenkmal kurz vor dem Gasthaus Haneburger wird der Wattenbach überschritten, bevor zunächst über den flachen Wiesenhang zum Weg auf die Wazalm aufgestiegen wird.

zuerst nach rechts oben zur Wazalm, dann eine lange Querung nach links (Süden)

Die Alm präsentierte sich noch im Winterschlaf mit – angesichts der Höhe von 1.580m und der sonnenzugewandten Ausrichtung – überraschend viel Schnee auf den Dächern der Hütten.

an der Wazalm angelangt – in Kürze wird sie unter Sonne stehen

Kurz nach der Wazalm, also nach etwas mehr als einer halben Stunde, erreichten wir die steilen, sonnenbeschienenen Hänge nahe der dortigen, auffallend tiefen Waldgrenze, die wohl mit der Lawinentätigkeit zu tun haben muß.

ab etwa 1.650m unter Sonne weiter zum Wiesbachgraben

Etwa zwanzig Minuten nach der Alm wird im Aufstieg der Almweg zum Hochleger der Wazalm erreicht, den man vorher unbewusst einige Male gekreuzt hat. Der Weg führt in den Wiesbachgraben der – deutlich sichtbar – eine prekäre Rinne für die gleichnamige Lawine darstellt. Bei unserer Begehung konnten wir ganz oben im Gipfelbereich des Roßkopfs den Anriss eines Schneebretts erkennen und tiefer unten das Entstehungsgebiet der Nassschneerutschung, die Tage vorher abgegangen sein muß.

Nassschneerutschungen im Wiesbachgraben

Dieser Graben und die Querung des nachfolgenden Hanges bis zum Hochleger sind das Haupthindernis bzw. die Hauptgefahr bei Schitouren im Hochwinter und bei einer größeren als geringer Lawinengefahr.

die Querung zum Hochleger nach den Wiesbachgraben

Der gefährdete Teil ist etwa 400m lang und es empfiehlt sich diesen im Zweifelsfall einzeln zu begehen. Bei unserer Begehung herrschten beste Verhältnisse bei gerade angetauter Firnoberfläche, also verzichteten wir auf die Vorsichtsmaßnahme.

am Wazalm Hochleger

Am Hochleger der Wazalm angelangt kann der Mittelteil der Schitour eingesehen werden. Die malerischen Almgebäude, auf 1.800m gelegen, litten noch mehr als die tiefer gelegenen Hütten unter der großen Last von mehr als einem Meter Schnee auf der bergseitigen Dachhälfte.

Ochsengraben und Talkessel vor der Steilstufe; ganz links das Haratzköpfl

Oberhalb des Ochsengrabens weitet sich das Gelände zu einem schönen Kessel mit einem schönen Steilhang zum Malgrüblerkar. Jenseits des Kessels ragt das Haratzköpfl mit der Höhe von 2.170m auf (der untere Gipfel am Foto).

in den weiten Kessel hinein

Der Anstieg führt in den Kessel hinein und in Spitzkehren über die Steilstufe in das Malgrüblerkar hinauf. Die Hangneigung dort kann in der Bildergalerie eingesehen werden. Sie liegt im Bereich von 30 bis 35°.

bevor die ersten Spitzkehren beginnen

Auf 2.200m beginnt das Malgrüblerkar. Nach dem Übergang mutet es zunächst absolut flach an, dies ändert sich aber bald. An seinem Ende angelangt befindet man sich auf 2.400m und die letzte Steilstufe beginnt mit Spitzkehren.

das Malgrüblerkar erreicht

Dieser Hang ist steiler als jener zuvor. Im Tiris gemessen beträgt seine Hangneigung im oberen Teil 35 bis 40°, wobei die 40° nach Meinung des Autors nicht erreicht werden, sondern die Maximalsteigung eher nur knapp über 35° liegt.

mitten im Malgrüblerkar

Gegenüber dem Aufstiegshang ragt der Gipfel des Haneburgers weit über den Kamm hinaus. Die Anstiegsroute bis zum Ende des Malgrüblerkars ist gleichermaßen die selbe für diesen Gipfel und wer Lust dazu hat besteigt den Malgrübler und den Haneburger über den Kamm im Doppelpack, wobei die Felsen zum Gipfelkreuz nicht beschritten werden.

unterer Teil der Steilstufe

Die zusätzliche Aufstiegsstrecke vom Kamm auf den Haneburger beträgt etwa 900m bei einem Höhenunterschied von etwa 130Hm führt aber in einigem auf und ab zum Gipfelaufbau heran, welches man mögen muß, wegen kurzer Abfahrten auf Fellen.

Blick auf den Haneburger, der ab dem Ende das Malgrüblerkars rechts angestiegen wird.

Eine alternative Möglichkeit wäre die Abfahrt unter die Kammhöhe und erneutes Auffellen mit etwas mehr Anstieg. Auch von der Haneburger-Seite konnten wir im Tiefsten des Malgrüblerkars Abfahrtsspuren sehen.

gerade durch das steile Stück hindurch tritt der Gipfelhang ins Blickfeld

Der letzte Teil nach dem Steilstück besteht aus dem etwa 250Hm Restaufstieg über den Gipfelhang, der sich im oberen Teil meist recht abgeblasen und steinig präsentiert. Mit ein paar Spitzkehren wird eine Engstelle zwischen den Felsen links und dem aufsteilenden Kamm rechts der Route erreicht.

durch ein etwas flacheres Kar geht es auf den Gipfelhang weiter

Bei der Abfahrt heißt es dort Vorsicht wegen Steinkontakt; allerdings ist die Strecke nur sehr kurz.

auch das what Sepp will gecheckt werden

Gegen Ende der Engstelle sieht man erstmals das nahegelegene Gipfelkreuz, das in wenigen Minuten erreicht wird.

in der Engstelle – ein paar Meter sind es nur

Wenig überraschend in den Tuxern ist die Begehungsfrequenz der etwas längeren Touren. Bis auf zwei andere Schitourengeher am Gipfel, die aus dem Voldertal aufgestiegen sind und dem frühen Vogel, der am oberen Steilhang bereits wieder auf der Abfahrt war als wir diesen erreichten, haben wir an diesem so schönen Sonntag keine weiteren Personen angetroffen.

der flache Gipfelhang

Vom Gipfel aus konnten wir auf den Rückweg der schönen Wattentalreibn vom Vortag blicken. Die Ausfahrt durch das Mölsertal kommt vom Malgrübler aus gesehen besonders schön zur Geltung.

Richard und Manuel am Malgrübler

Die tiefste und die gegenüberliegende Seite der „Voldertalrunde“ des Sommers (Überschreitung sämtlicher Gipfel von Largoz bis Glungezer) kommt auch im Winter zur Geltung, wie man auf den Bildern feststellen kann.

Wattentalreibn – phantastische Rundtour tags zuvor

Vom Sunntiger über die heuer ebenfalls besuchte Seekarspitze, über die Naviser Sonnenspitze, das Naviser Jöchl geht es auf die Gegenseite mit Grünbergspitze, Rosenjoch, Kreuzspitze bis hin zum Glungezer ist vom Malgrübler aus alles einzusehen.

Panorama auf dreiviertel der Voldertalrunde des Sommers – macht auch im Winter was her

Der angrenzende Sunntiger ist der rassigste Anstieg in der Voldertalrunde, er vermittelt schon den Hauch einer Gratkletterei, wie auch der Übergang vom Gipfelkreuz des Haneburgers bis zum Wintergipfel am Kamm.

Sunntiger – rassigstes Ziel in der Überschreitung auf der Voldertalrunde; links dahinter die Seekarspitze

Im Osten blickt man auf das Lager Walchen im Wattental und stellt fest nebst dem Aufstieg auch eine ganz schöne Strecke nach Süden zurückgelegt zu haben.

die schönen Ziele im östlichen Kamm des Wattentales

Die Abfahrt wird unter großer Vorsicht auf Steinkontakt im zuvor beschriebenen Gipfelhang eröffnet wobei wir unser Material erfolgreich schonen konnten. Umso größer war dann unsere Freude über den ersten Steilhang hinab, in dem wir den tollen Pulverschnee stauben ließen.

viel Staub bei der Abfahrt…

Weiter ging es in rasanter Fahrt durch das Malgrüblerkar hinaus. Ein dreiviertel Kilometer lang weicher Pulver bis zum Beginn des Steilhanges, in den vergangenen Tagen oberflächlich kaum aufgetaut, bereitete sichtlich Freude.

Im Steilhang waren die Schneeverhältnisse dann um nichts schlechter als im ersten Steilhang, der doch mehr als 500Hm höher liegt. Erst unten im Ochsengraben wechselten die Verhältnisse; dort dafür aber sehr rasch, wie im Video zu beobachten ist.

nach 500Hm Pulver gut gelaunt

Am Hochleger der Wazalm entstand noch eines der beliebten Bilder – die klassische Dachbefahrung einer Hütte – bevor wir durch den Wiesbachgraben in das Gelände der unteren Walzalm querten.

Wazalm Hochflieger – äh…Hochleger

Über die Querung und bis weit unter die Alm hatte es aufgefirnt, nicht aber zuviel, sodaß sich noch einige schöne Schwünge ausgingen.

eine tolle Tour neigt sich dem Ende zu

Wann immer möglich endet der Tourentag auf der Terrasse zum Gasthaus Hanneburger bei Zischgetränk und der legendären Nudelsuppe mit Rindfleisch.

zischt schöner als Doris‘ Zischfirn

Die schöne und abwechslungsreiche Schitour erforderte vier dreiviertel Stunden bei 1.440m Aufstieg auf der Bergsteigeruhr.

Mils, 31.03.2019

Wattentalreibn – Geier, 2.857m und Mölser Sonnenspitze, 2.489m

Die Idee zu dieser schönen Umrundung, der Wattentalreibn, entstand diesen Winter anlässlich der Schitour zum Nördlichen Klammer Schober unter herrlichem Sonneneinfluß beim Träumen während der Gipfelrast. Der Schluß, daß die Möglichkeit besteht lag nahe, da man den Geier auch vom Navistal aus als Schitour besteigen kann und eine Verbindung über die obere Knappenkuchl vom Klammer Schober aus gut sichtbar war. Bei der Vorbereitung der Schitour mußte dann festgestellt werden, daß die Umrundung schon beschrieben wurde und so muß zumindest der Titel der Tour unterscheiden.

untere Knappenkuchl – 2.175m

Von den Tourdaten her kann diese Schitour mit dem Klassiker im Karwendel nicht mithalten, sie ist nur eine Reibn „light“, aber landschaftlich eine sehr schöne und lohnende. Auch vom Anspruch, der Steilheit und Lawinengefährdung her ist sie eher zahm im Vergleich mit dem Karwendeloriginal und somit eine ideale Runde für jeden der etwas mehr – aber nicht das Extreme – möchte und die Abwechslung schätzt.

Lizumer Reckner

Wie immer bei Vorhaben im hinteren Wattental ist der Parkplatz vor dem Lager Walchen Ausgangspunkt für die Tour. Wir starteten dort kurz vor sieben Uhr an einem Traumtag und mußten die Schi zunächst bis zum Zaun der Stieralm tragen.

Aufstieg im Wald bis zum Kraftwerk

Der Aufstieg auf der eisigen Piste am Weg durch den Wald war mit einigen Rutschern durchzogen, ungeglättete Stellen mit guter Haftung gab es dort nur noch ganz am Rand – typische Frühjahrssituation dort.

Sonnenaufgang Ende März auf 1.750m

Vorbei am Kraftwerk und nach einigen hundert Metern hinein in den schönen Zirbenwald nahmen wir den Normalaufstieg zur Lizumer Hütte. Wohltuend im Wald im Frühjahr ist der Sonnenaufgang um kurz vor 6 Uhr auf etwa 1.750m.

der Straße entlang auf immer noch hohen Wänden

Unter Sonne im Wald ist die Wattentalstraße bald erreicht. Bei unserer Begehung fanden wir die Schneewächten talseits der Straße gut zur Begehung vor – kleines Training für Gratüberschreitungen obendrein.

Blick talauswärts

Der Blick taleinwärts in der Lizum war grandios, hier war von Frühjahr nichts zu erkennen, die Schneewächten standen einem dort noch bis zur Schulter. Eine Pracht war die Strecke bis zur Lizumer Hütte mit einer kleinen Naturbrücke über den Wattentalbach.

Idylle in der Wattener Lizum

Gut zwei Stunden nach dem Start erreichten wir den Aufstieg zum Geier am Talende. Größere Gruppen von Hüttengästen waren vor uns aufgestiegen und somit gab es mehrere Spuren zum Überholen.

am Plateau etwa in Aufstiegsmitte zum Geier

Der Aufstieg machte dem Autor plötzlich arg zu schaffen und er kämpfte sich mühsam zur Scharte des klassischen Aufstiegs, während alle anderen Tourengeher den Hang vor der Scharte rechts aufstiegen. Allein im letzten Hangteil mußten mehrere Verschnaufpausen her – gut, daß niemand zuschauen konnte, Britta war bereits weit voraus in der Querung der Südflanke knapp 100Hm unter dem Gipfel.

Rückblick in die Wattener Lizum

Recht abgekämpft trudelte der Autor dann am Gipfel des Geiers ein und grübelte über den plötzlichen Leistungseinbruch. Ein solches Erlebnis hatte er noch nicht oft. Im Gespräch war dann zu wenig Essen unter der Woche als wahrscheinlichste Ursache der Schluß und dieser sollte sich bei der Schitour auf den Malgrübler am Folgetag als richtig erweisen.

Blick auf die Geierscharte und dem Geier im Hintergrund

Der tiefe Griff in die Studentenfutterschachtel und die hastig verspeisten Äpfel – Standardmenü des Autors auf Bergreisen – vermochten jedoch kein Wunder zu vollbringen, aber diese Erkenntnis kam erst beim nächsten Aufstieg zu Bewußtsein.

Blick nach Südosten

Zunächst stellte sich trotz überzogenem Zeitbudget gute Stimmung aufgrund des grandiosen Erlebnisses der umliegenden Bergwelt ein und die Rast viel mit 40min etwas länger als gewöhnlich notwendig aus.

Blick auf das Kluppen- und Schmirntal

Highlight der Aussicht am Gipfel des Geiers ist zweifellos der Lizumer Reckner, der mächtige Sporn im Norden des Geiers mit seinem leichten Kletteranstieg. Dieser Gipfel könnte natürlich in die Wattentalreibn eingebaut werden, nicht aber bei dieser Erstbegehung und nicht unter Kraftmangel.

Blick nach Osten

Erkundet werden wollte hauptsächlich die Abfahrt nach Westen zum Griffjoch, das den südwestlichsten Punkt der Umrundung darstellt. Über das Griffjoch herauf führt der Anstieg auf den Geier von Navis.

Abfahrt zum Griffjoch – die abzweigende Spur sichtbar

Auf den Fotos sieht man das Griffjoch anhand der Spuren gut und abzweigend beim Staffelsee war auch eine Spur erkennbar, die scheinbar auf das Plateau oberhalb der Felsen führt und von dem wir angenommen haben, daß es sich um eine Alternative zum Griffjoch handelt. Später sollten wir den anderen Zweck dieser Spuren erkennen.

mit tollem Pulverschnee

Einigermaßen erholt und gestärkt traten wir die Abfahrt durch das westseitige Kar vom Geier an. Natürlich verfolgten wir die Spur, in der Meinung, daß sie das Griffjoch abkürze und stellten an der Felskante angekommen fest, daß kein ersichtlicher Durchschlupf mit Abfahrt in die Knappenkuchl vorhanden war und die Spur sich dort verlor.

der geheimnisvollen Spur nach…

Da der Rückweg zur Normalabfahrt (Normalaufstieg) zum Griffjoch jedoch mit einer Flachstrecke, bzw. sogar mit einem leichten Gegenhang verbunden ist entschieden wir ein paar Höhenmeter Aufstieg (etwa fünf) auf den Kopf nordseitig der Spur zu unternehmen, weil eine Spur ja nicht einfach so enden kann.

Abfahrt über den Durchlass im oberen Teil

Am Scheitel des Kopfes konnten wir erkennen, daß die Spur am Gegenhang wieder vorhanden und auf den nächsten, einigermaßen höheren Felskopf führte. Diesen wollten wir aber nicht erklimmen, da uns das Gelände dahinter nicht bekannt war. Allerdings war auch erkennbar, daß am Weg zum Gegenhang ein Durchkommen über einen komfortabel breiten Felsdurchschlupf mit unten steiler Abfahrt in die Knappenkuchl –  unserem Tiefpunkt – möglich war.

Engstelle und steilster Teil unten im Durchlass

 

Diese Abfahrt ist nur bei besten LWS-Verhältnissen zu empfehlen. Sie war noch gut befahrbar, im unteren Teil eng und möglicherweise zwei bis drei Wochen später schon aper.
Der Vorteil dieses Durchschlupfes ist die Höhe an der man den gewaltigen Hang von den Recknern und vom Tarntal herab hoch oben nordwärts in die Knappenkuchl queren kann und mit guter Fahrt am Tiefpunkt ankommt.
Die gesamte Höhe wird aber am Tiefpunkt in der Knappenkuchl auf 2.175m verloren, egal welche Route vom Geier herab.

Blick auf die untere Knappenkuchl

Die Knappenkuchl ist einer jener Plätze in unserem Touren-Aktionsradius an dem man eine Stecknadel fallen hören könnte; vergleichbar mit dem Rossloch im Karwendel. Die wunderbare Ruhe in dem unglaublich umfassen Weiß zu allen Seiten regt eine Stimmung an die man mit dem berühmten faustischen Zitat „oh Augenblick verweile!“ beschreiben könnte.

untere Knappenkuchl im Überblick

Beim Blick zurück konnten wir nun auch die Abfahrtsspur zur Aufstiegsspur auf die nächste Felsrippe nach dem Kopf, von dem aus wir die Abfahrt unternahmen, entdecken. Sie zog sich von der Felsrippe zunächst Richtung Tarntal und dann über einen prächtig aussehenden Steilhang in die Knappenkuchl herunter, sieht toll aus und ist am Bild gut sichtbar. Einstimmig beschlossen wir diese Variante bei der nächsten Reibn mit einzubauen.

Rückblick auf die Querung des Recknermassives von der unteren Knappenkuchl

Auf einem schweißtreibenden Südhang stand nach knapp 700m Abfahrt vom Geier der Aufstieg auf das Klammjoch und ein weiterer Gipfel der Reibn – die Mölser Sonnenspitze – am Programm.
Der Anstieg ist zunächst moderat steil, dann sehr flach, er beträgt kaum 200Hm bis zum Klammjoch.

das nächste Ziel in Sicht – Mölser Sonnenspitze

Eine Variante zum Klammjoch wäre die Westflanke der Mölser Sonnenspitze. Hierzu wird nicht weit nordöstlich aufgestiegen, sondern bald nordwestlich abgezweigt und der Sattel westlich vor der Mölser Sonnenspitze angepeilt. Vom Sattel sind es dann wenige Meter bis auf den Gipfel.

die beiden Klammer Schober (nördl. u. südl.)

Die Strecke bis zum Klammjoch entwickelte sich noch einmal zu einer schlappen Partie beim Verfasser. Das Essen am Geier griff noch nicht genug, sodaß er weit abgeschlagen die flachen Hänge mit einigen Rastpunkten und immer mit brennender Sonne im Genick absolvierte. Am Klammjoch mußte dann eine weitere Ration Rosinen her, die dann an der Mölser Scharte endlich zu wirken begannen.

Querung der Nordflanke der Mölser Sonnenspitze

Vom Klammjoch aus wird der schöne Nordhang der Mölser Sonnenspitze durchquert. Mit wenig Höhenverlust wird ein Aufstiegspunkt wenig unterhalb der Mölser Scharte erreicht, an dem nochmals aufgefellt wird (in unserem Fall war eine Spur gezogen, die wir mit Fellen befuhren).

Rückblick auf das Klammjoch

Zu fortgeschrittener Zeit erreichten wir die Scharte und nachdem der Autor das Aufgeben nie so richtig erlernt hat, wurde der kurze Nordanstieg zum Gipfel der Mölser Sonnenspitze in Angriff genommen. Die rd. 80Hm sind zwar rasch erreicht, jedoch mit vielen kleinen Spitzkehren und Richtungswechseln verbunden. Meist ist es dort auch ein wenig abgeblasen, dann verringert sich die Breite des Gratkammes nochmals.

Aufstieg zur Mölser Scharte, 2.379m

Vom Gipfel aus hat man nach Süden den phantastischen Blick in die inneren Tuxer und nach Norden auf den Gegenhang – das „Skispitzl“ und den Mölser Berg – ersteres auch einfach möglich in die Reibn einzubauen, zumal nur wenige Meter Aufstieg.

Nordhang Mölser Sonnenspitze

Der Nordhang der Mölser Sonnenspitze ist bei gutem Schnee traumhaft zu fahren und führt, über die Almen an Schotteben, nach der Bergstation des Schleppliftes, hinab zur Lizumerhütte und auch talauswärts.

Mölser Sonnenspitze, 2,389m

Wir setzten aber die Reibn im Mölstal fort und fuhren zunächst über den breiten Kamm zum westseitigen Sattel ab, um dann wieder leicht nach Osten zur Mölser Scharte zu gelangen, von der aus wir dann die schönen gestuften Hänge in Angriff nahmen.

Rückblick im Zoom (mit Abfahrtsspuren vom Recknermassiv)

Der Fahrweg im Mölstal wird etwa gut 500m talauswärts vom Mölser Hochleger erreicht. Dies nach toller Abfahrt über meist wenig befahrene Hänge und – spaßeshalber slalomartig  – durch einzelne Baumgruppen hindurch.

Blick auf die Abfahrt in das Mölsertal im Norden

Am Weg wird mit wenig Schiebeunterstützung die Kehre erreicht ab der die Fahrt bis zum Lager Walchen fortgesetzt wird, im Frühjahr – je nach Schneelage – mit aperer Straße über den Mölser Niederleger.

Mölser Sonnenspitze mit Querung von der Westflanke zurück zur Mölser Scharte

Mit den beiden Gipfeln des Geiers und der Mölser Sonnenspitze kommen auf der kleinen Reibn 1.840Hm Aufstieg zusammen. Durch den Lizumer Reckner und das Skispitzl könnte der Aufstieg nochmals um 160Hm auf 2.000Hm gesteigert werden.

traumhafte Hänge hinab ins Mölser Tal

Wir haben für die Wattentalreibn 7:30 Stunden gebraucht und die von uns gewählte Strecke betrug 24,7km. Sie ist in kürzerer Zeit machbar, wenn niemand einen Leistungseinbruch erleidet.

Mils, 30.03.2019

Schitour Hirzer, 2.725m über Hirzerkar

Die Alternative des Anstiegs auf den Hirzer über das Wattental stellt die zehn Kilometer lange Schitour über den Kolsassberg und das Hirzerkar dar. Diese Schitour ist um einiges länger und im Hochwinter stellt sie die zweifellos schattigere Variante dar. Im Frühjahr beschränkt sich die Abschattung nur auf ein kurzes Stück von etwa einer halben Stunde Gehzeit, bei dem Grat und Wildofengipfel am Morgen im Weg stehen.

Hirzer, 2.725m

Der nordseitige Anstieg durch das Hirzerkar läßt auch im Frühjahr noch auf gute Abfahrten hoffen und die unsere war phänomenal angesichts der Schneeverhältnisse ringsum durch die Wetterfront ein paar Tage zuvor.

Anstieg Schitour Hirzer über Hirzerkar

Startpunkt des grandiosen Anstiegs ist der kleine kostenlose Parkplatz beim Fanghaus (Anm.: Haus (Wirtschaftsgebäude) innerhalb einer Einzäunung) am Weerberg auf 1.025m. Von dort gibt es des Winters eine Tragestrecke über ein paar hundert Meter der Straße entlang und im Frühjahr müssen die Schi unterschiedlich weit geschultert werden – in unserem Fall bis weit in den Wald, etwa 220Hm, knapp unter die Jagdhütte.

Hirzer im Zoom von der Studlalm

Ab dem Schranken wäre zwar am Weg noch über nennenswerte Strecken Schnee gelegen, jedoch häufig unterbrochen, sodaß ein ständiger Wechsel erfolgen hätte müssen. Die Strecken durch den Wald waren schon sehr mit Flechten, Nadeln und abgebrochenen Zweigen belegt, sodaß die Felle jede Menge Wald auf die Klebeseite aufnahmen – aber: ohne Fleiß kein Preis.

 

am Ende des „Damms“ – der zu durchschreitende Wald voraus

Den Waldanstieg ab der vorletzten Kehre zur Studlalm war einigermaßen gut gangbar, mit weniger Gehölz als die enge Waldstrecke vorher. Auf dem Weg wäre es noch besser gewesen, jedoch auch um einiges länger.

 

am Ende des Waldes, Pkt. 1.792m

Beim Zaun zur Studlalm (1.500m) erreichten wir dann gute Schneeverhältnisse, hart, durchgehend und immer noch genügend hoch. Gleich nach dem Erreichen des Almweges öffnet sich auch ein schöner Blick auf das Tagesziel, dem Hirzer, der im Morgenlicht majestätisch in der Ferne aufragt und seinen schönen Nordhang zeigt.

Evi erfreut – der Waldanstieg im Hintergrund

Die Alm wird links liegen gelassen und dem Weg noch über die Alm hinaus weiter gefolgt. An der Kehre zur Alm führt die Tour dann rechts zum Sagbach hinein und über die Brücke auf die Westseite des Tales. Die Alternative wäre auf der Ostseite des Sagbaches zu bleiben und durch diesen Wald aufzusteigen. Dieser Anstieg ist aber schattiger und wurde von uns zur Ausfahrt genutzt.

Doris und Manuel mit dem Wildofen im Hintergrund

Nach der Überschreitung des Sagbaches wendet sich der Aufstieg auf dem Almweg zur Sagalm etwas nach rechts und nach ca. 200m wieder nach links auf eine Art Damm hinauf, die bei unserer Begehung bereits in Sonnenlicht getaucht war.

kurz vor dem Flachstück – jeder hat schnell etwas festzuhalten…

Der Damm läuft nach Süden gegen eine kleine Jagdhütte hin aus und geht in den Hang über, der vom Poferer Jöchl herunterzieht und auf dem ein schöner Kiefernwald wächst, den man querend bis zum Talende durchschreitet.

Einblick in Hirzerkar knapp vor der Flachstelle

Am Ende dieser Waldstrecke wird die Route leicht abschüssig und man verliert ein paar Höhenmeter. Diesem könnte man aber vorausschauend entgegensteuern indem weit genug in den Wald aufgestiegen und oben ein Weg erreicht wird (haben wir erst bei der Abfahrt gesehen). Allerdings muß dann eine Lawinenrinne vom Poferer Jöchl herab gequert werden, die bei unserer Begehung bereits abgegangen war.

Sonnenstand über dem Wildofen um 9:26 Uhr Anfang April

Bei unserer Variante über den Steig durch den Wald erreicht man am Talende auf 1.792m den Bach an dessen Westseite im Einschnitt zuerst steil, dann flacher aufgestiegen wird bis er auf einen pistenartigen Hang überschritten wird. An dieser Stelle vereinigen sich die Aufstiegsrouten wieder, die Route ostseitig neben dem Sagbach und unsere durch den Wald.

in Bildmitte hinter dem Lärchlein die Aufstiegsmulde

Die weiteren sanft gestuften Hänge ziehen mit mäßiger Steigung im noch breiten Tal empor. Der Baumbewuchs endet auf 1.950m.

mitten in der Flachstelle – Aufstieg führt rechts nach oben

Der Anstieg erfolgt an der rechten Begrenzung im Hirzerkar mit Spitzkehren durch eine nach oben hin schmaler werdende Rinne auf eine flachere Geländestelle auf 2.350m etwa 150Hm unterhalb des wenig ausgeprägten Kammes zwischen Hirzer und Sagspitze.

Aufstiegsmulde – durchwegs nicht wenig steil

Dort dreht der Aufstieg wieder etwas nach links (Süd) und ein mittelsteiler Hang muß bis knapp unterhalb der Kammhöhe aufgestiegen werden.

Ende der Mulde, nach links oben geht es weiter

Hier zweigte eine Spur auf den Kamm ab – möglicherweise eine Alternative, die zum Aufstieg vom Wattental führt.

abzweigende Spur – im Bild nach rechts oben, hier haben wir uns links nach oben gehalten

Wir haben den schönen breiten Hang bis auf den Grat, etwa 50Hm unterhalb des Gipfels nicht verlassen und damit den logischeren Restaufstieg gewählt.

Blick zum Gipfel bei der Abzweigung der Spur zum Kamm

Auf den letzten Metern des schönen restlichen Aufstiegs beginnt man die Länge der Tour zu spüren, vor allem dann, wenn man tags zuvor auch keine kleine Tour absolviert hat.

letzter längerer Hang, links die Gipfelkuppe – ein Traum im Gegenlicht

Da kommt die Scharte am Ende des langen Hanges unterhalb des Gipfels gerade recht – der tolle Ausblick auf westliche Tuxer und die Zillertaler im Süden lädt zu einer letzten Pausenminute ein.

Ausblick an der Gratkante knapp unterhalb des Gipfels des Hirzer

Vom Pulver wechselten wir auf die Westseite des Hirzer und fanden dort harte Oberflächen auf abschüssigem Gelände vor, weniger Spaß auf den letzten Metern als der Aufstieg aus dem Hirzerkar.

letzter Anstieg auf den Hirzer

Am Gipfel recht durch ein Lüftl kalt und zunächst nichts los, ein Ehepaar verabschiedete sich bald nach unserer Ankunft in Richtung Wattental. Die beiden wurden kurz darauf durch drei andere aus dem Wattental abgelöst. Während unseres gesamten Aufstieges trafen wir drei Tourengeher im Hirzerkar bei der Abfahrt an, sonst war an diesem herrlichen Tag niemand unterwegs.

Gipfelkreuz am Hirzer, 2.725m

Vom Hirzer aus kann das Wattental in seiner Ausdehnung gut überblickt und alle Gipfelziele eingesehen werden – ein grandioser Ausblick.

im Südwesten das hintere Wattental und Zillertaler im Hintergrund

Im Osten beeindrucken die Gipfel um das Weertal mit Hobarjoch, Halslspitze und Rastkogl, sowie die dahinterliegenden Zillertaler Gipfel.

schöne Gipfel im Weertal – als Schitouren alle hier auf dem Blog beschreiben

Nach einer halben Stunde beschlossen wir die Abfahrt in Angriff zu nehmen. Das kalte Lüftl war nicht besonders wirtlich und der Hirzer verfügt über keine echte windabgeschotteten Rastplatz.

Doris erhält ihre prophylaktische Dosis

Zunächst wurde die beste Abfahrtsroute erkundet, wobei uns der dem Wildofen zugeneigte Hang als zu steinig erschien und wir die direkte Route über die steilen Passagen des Nordhanges auswählten. Daran hatten wir gut getan, denn die Abfahrt über fast 700Hm in feinstem Pulver war phänomenal.

der Hang zum Wildofen hin erscheint zu steinig

Zwar muß die Fahrt wegen eingestreuter Felsen und Steinbrocken mit weiter Vorausschau erfolgen, die Hänge sind aber breit genug, um mit Tempo den Hindernissen auszuweichen. Im oberen Teil – so der nachträgliche Eindruck – lauern mehr Hindernisse als im Mittelteil und unten.

Manuel im oberen Steilhang

Hier ein Video der phantastischen Abfahrt, beginnend mit einem steilen Hang am unteren Ende des oberen Teils:

Manuel hat am letzten Hangteil unten die steilste Abfahrt befahren (~40°) bei der die Steilheit anhand der Schneerutschungen sichtbar wird (siehe Bildergalerie).

herrliches Abfahrtsgelände

Voll Freude und überrascht blickten wir unten auf unsere Abfahrten zurück. Im Wissen wie die Schneeverhältnisse an diesem Wochenende tags zuvor andernorts in der Umgebung beschrieben wurden, dann konnten wir unsere fast hochwinterliche Pulverfahrt kaum glauben.

Manuel nach dem Steilhang am Kesselboden des Hirzerkars angelangt – traumhafte Hänge!

Bis auf 2.100m hinab bescherte uns der grandiose Nordhang höchstes Vergnügen.

Rückblick auf die Abfahrt von unten

Im Flachteil herrschten dann klarerweise Frühjahrsverhältnisse. Der Firn im Becken war zur Mittagsstunde bereits recht tief aufgeweicht, jedoch noch gut fahrbar. An der Kante zum Talschluß hinab änderte sich die Schneeoberfläche durch die Neigung und die lange Abschattung durch den Wildofen wieder hin zu eher harten Verhältnissen, jedoch gerade angetaut – ebenfalls ein tolles Fahrgefühl auf der Südseite des Tales.

Rückblick vom Übergang auf die Abfahrtshänge – in Bildmitte unsere Spuren direkt unter dem Gipfel

Ein anregendes Gefühl erlebt man dann auf firnbedeckter und im Untergrund harter Schneedecke durch den aufgelockerten Zirbenwald hindurch, wenn links und rechts Bäume vorbeiflitzen.

Rückblick auf den Hirzer

Die meisten Spuren befinden sich auf diesem Teil mittig im Tal wie uns der Rückblick zeigte. Es dürften dort auch gute Firnverhältnisse geherrscht haben sein, dennoch zogen wir die Abfahrt durch den Wald am Hang des Wildofens bis auf etwa 1.800m vor.

anregendes Gelände bei tollem Firn

Eine weitere Waldabfahrt wird durch Felsbrocken und die Geländeform verhindert und wir mußten etwa 100Hm ins Tal abfahren.

hier endet die Weiterfahrt talauswärts und die Abfahrt ins Tal ist erforderlich

Im Tal angelangt bleibt der Normalweg knapp neben Bach als einzig mögliche Ausfahrt über. Sie ist aber genauso reizvoll wie die oberen Teile nach dem Hirzerkar. Die Mulden und Rippen verlangen in der meist rasanten Waldabfahrt schnelles Reagieren und etwas akrobatisches Gefühl, wie das meist bei engen Waldabfahrten so anfällt. In Summe auch ein lustiger, überraschungsreicher Abschnitt.

Ausfahrt im Tiefsten des Tales – sehr schönes Gelände

Den Almweg erreicht man ohne große Orientierungsnotwendigkeit im auslaufend flachen Teil der Abfahrt wieder, kurz vor der letzten Kehre zur Studlalm.

Rückblick auf die Ausfahrt aus dem Wald

Am unteren Ende des Almgeländes zurückgeblickt schauten wir auf eine großartige Schitour mit allen wünschenswerten Elementen, die sie in diesem Gebiet aufweisen muß. Sie kann als eine der schönsten Touren in den Tuxern im Kopf behalten werden – und dieser Eindruck liegt möglicherweise in unserer Begehung im Frühjahr.

beim untersten Gebäude der Studlalm

Die Abfahrt über die Waldschneise wollten wir uns dem vielen Baumabfall und abgebrochenem Geäst am Weg wegen nicht antun und wählten diese über den Almweg ab dem untersten Gebäude der Studlalm. Dieser Weg befand sich in gut befahrbarem Zustand bis hinab auf 1.220m.

pic of the day! kurz vor dem Ende einer grandiosen Tour 07.04.2019

Mit 6:33 Stunden, genau 1.700Hm und einer Strecke von 10km ist die Schitour auf den Hirzer über das Hirzerkar eine längere Tour, die im Frühjahr zeitig angetreten werden sollte. Je nach Schneelage fällt eine mehr oder wenig lange Tragestrecke an, in unserem Fall, Anfang April, über mehr als 200Hm bzw. etwa 30min. Der Aufstieg nach der Studlalm links vom Bach ist gleichzeitig die Abfahrtsstrecke, der Aufstieg am rechtsseitigen Damm und im Wald danach stellt die sonnigere, von uns gewählte Variante dar.

Mils, 07.04.2019

Malgrübler, 2.749m – Schitour vom Wattental

Liebe Leser,

wie ihr im Tourenverzeichnis sehen könnt sind wir einige Touren hinten in der Dokumentation – erhöhte berufliche Reisetätigkeit hat Spuren hinterlassen.
In Kürze aber werden die ausständigen Touren nachgetragen. Zwischenzeitlich viel Spaß mit dem Video der heutigen tollen Abfahrt vom Malgrübler:

Berg Heil!

r&m
31.03.2019

Schitour Hobarjoch, 2.512m – über Weidener Hütte und Nafingalm

Die rassigste Schitour im Nafingtal stellt wohl unbestritten der Aufstieg über die teilweise steile Nordostmulde auf das Hobarjoch dar. Durch die Steilheit des Hanges im unteren Teil, sowie der westlich begrenzenden Graterhebung bedarf es für diesen Anstieg entsprechend guter Schneeverhältnisse und geringer Lawinengefahr.

Britta am Gipfelplateau des Hobarjochs, 2.512m

Die Schitour besticht im Spätwinter auch wegen der prächtigen und durchgehenden Sonnenbestrahlung vom Tiefsten des Nafingtales bis zum Gipfel. Ein Umstand der je nach Jahreszeit und Temperaturverhältnissen gegebenenfalls auch einen rechtzeitigen Aufstieg erfordert. Der Aufstieg von Innerst bis zur Weidener Hütte möge mit gut 1 ½ Stunden kalkuliert werden.

Vom Parkplatz Innerst zum Hobarjoch geschaut

Als Alternative steht bei schlechteren Verhältnissen der Aufstieg über das Hubertuskreuz und den Vorgipfel des Hobarjochs zur Verfügung. Dieser Aufstieg bietet nur kurze Passagen mit Hangneigungen  über 30°, vor allem aber keine steileren Hänge oberhalb der Aufstiegsroute. Zum Abschluß dieser Variante kann man über eine kurze Gratkletterei auf den Gipfel des Hobarjochs, oder man läßt diesen letzten Teil aus, bleibt etwa 30Hm unterhalb des Gipfels und fährt über das Aufstiegsgelände und unten über den lichten Wald ab, wobei man dabei wieder zum Ausgangspunkt, dem Wegkreuz vor der Nafingalm, oder weiter hinab bis auf Höhe der Weidener Hütte fahren kann. Bei letzterer Abfahrtsvariante werden allerdings etwa 30 bis 50Hm Aufstieg zur Weidner Hütte fällig, je nachdem wo der Bach überquert wird. Diese Variante wird hier nicht beschrieben.

von der Weidener Hütte auf das Hubertuskreuz geblickt

Nach dem passieren der Weidener Hütte wird nach weiteren 120Hm das erste Wegkreuz vor der Nafingalm (rechts im Hangrücken zum Bach hinab und schmiedeeisern) erreicht. Knapp nach diesem zweigt der Anstieg zum Hobarjoch rechts ab und führt über ein paar Meter hinab zum Nafingbach, der – in unserem Fall an diesem herrlichen Märztag – unsichtbar unter der massiven Schneedecke liegt und überquert wird.

Nafingtal im Morgenlicht; nach der bewaldeten Stufe geht es rechts ab

Auf den ersten Minuten Aufstieg auf der Gegenseite des Baches sieht die Hangneigung plötzlich völlig anders aus, die Steilheit der unteren Stufe wird erst dort optisch so recht sichtbar.
Diese erste Stufe erfordert einige Spitzkehren, die Route meist direkt unterhalb der steilen Hänge vom Gratrücken herab verlaufend, immer den steilsten Stücken im Hang ausweichend – ein Anstieg, der richtig Freude bereitet.

Aufstiegsgelände; rechts im Bild der Alternativaufstieg mit Hubertuskreuz

Durch die Kaltfront und den nicht unbeachtlichen Neuschnee tags zuvor erlebten wir eine echte Winterlandschaft und wenn die Temperaturen nicht so mild gewesen wären, dann hätte man in der Umgebung geglaubt den Jänner zu sehen.

Abzweig Route Halslspitze/Hobarjoch

Nach kaum 100Hm, etwa auf 2.000m, zweigt rechts die Aufstiegsroute zum Hubertuskreuz ab, die eingangs kurz als Alternative beschrieben ist. Wir folgten der rassigeren Route hinauf zur schönen Mulde mit dem angenehm abgestuften Mittelteil.

Überquerung Nafingbach

Der Mittelteil der Tour beginnt auf rund 2.100m nach dem steilen unteren Teil etwa 20min nach der Bachüberquerung. Ein paar größere Felsbrocken vom Gratrücken herab stellten an unserem Tourentag die einzige Unterbrechung des Weiß in der heimeligen halbflachen Mulde dar. Oberhalb dieser Felsbrocken wartete die nächste kurze Steilstufe idyllischer Ausprägung – ein wahrer Traum dieser Anblick.

steiler unterer Teil des Aufstiegs zum Hobarjoch

Durch unseren westseitigen Aufstieg erreichten wir die obere Kuppe, die, recht abgeblasen, für eine kurze Strecke auf harschiger Schneedecke sorgte. Dies war die einzige Stelle im Mittelteil, die nicht von Neuschnee bedeckt und nach ein paar Minuten auch schon überwunden war.

Abzweigung zum Alternativaufstieg über das Hubertuskreuz

Das folgende, etwas flachere Teilstück führt in wenigen Minuten hin zum letzten Steilhang, der gleichzeitig den Gipfelhang bildet. Bis zur Gipfelkuppe kann der Hang vom Flachstück aus eingesehen werden und der Aufstieg mit seinen wenigen, oben im steilsten Abschnitt etwas verdichteten Spitzkehren liegt vor seinem Bezwinger. Ein toller Hang – leicht felsdurchzogen und leider zuvor dem Wind ausgesetzt, daher etwas harschig bei der Abfahrt aber dennoch phantastisch zu fahren.

prächtiges Gelände unterhalb des Gratkamms

Dem steilsten Stück folgt gleich die stetige Abflachung des kofelartigen runden Gipfels. Zuvor noch kann der kleine Felssporn am Gratrücken eingesehen werden, den man überklettern muß, um auf den Gipfel des Hobarjochs zu gelangen wenn der Alternativaufstieg über das Hubertuskreuz genommen wurde. Keine besondere Herausforderung an Kletterkünste, jedoch mit Tourenschuhen und nicht einsichtigem Untergrund eine Sache, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.

malerische Szenen am Aufstieg zum Hobarjoch

Am Gipfelplateau angekommen fällt ein Vermessungszeichen anstelle eines Gipfelkreuzes auf – es handelt sich um die Bezirksgrenze zwischen Innsbruck-Land und Schwaz.

flacheres Teilstück nach dem unteren Steilhang

Das Gipfelkreuz befindet sich auf einem Nebengipfel, der durch ein seichtes Sattelchen separiert ist und im Wettstreit über die größere Höhe fällt es optisch schwer den Nebengipfel als den höheren anzuerkennen. Möglicherweise liegt die Verlagerung des Gipfelkreuzes am Hobarjoch auf den Zwillingsgipfel in der gewünschten allseitigen Sichtbarkeit des Vermessungszeichens.

phantastisches Gelände in der Aufstiegsmulde zum Hobarjoch

Die in den meisten Internetberichten zu findende Bezeichnung „Almkogel“ ist falsch, jener Gipfel befindet sich 1.170m weiter westlich in Richtung Hippold und er ist um knapp 100m niedriger als das Hobarjoch.

bereits im oberen Teil unterhalb des steilen Abschnittes

Der Gipfel mit dem Kreuz ist ein Zwillingsgipfel vom Hobarjoch, der Almkogel ist vom Gipfel mit dem Vermessungszeichen aus nicht sichtbar, weil er sich in der Flucht des Zwillingsgipfels befindet. Mit Ausnahme von Tiris greifen die meisten Webseiten auf ein falsch bezeichnetes Kartenwerk zu.

steiler Teil am Gipfelhang

Richtung Nordwesten fällt ein traumhaft anzusehendes Kar zur Krovenzalm ab und hinter der Krovenzalm ragt eindrucksvoll der Hirzer auf.

Vermessungsmarke am Hobarjoch

Richtung Südwesten thront der allgegenwärtige Gipfel der Zillertaler, der Olperer und selbst in 17km Entfernung macht der massive formschöne Gipfel einiges her.

Blick zum Olperer

Im Osten bestechen die weiß gekleideten Hänge im Nafingtal, wobei ebenfalls die Gratkette des Nurpenstales weiter im Osten deutlich sichtbar ist, mit dem Gilfert im Nordosten beginnend und mit dem markanten Rastkogel im Osten endend.

Panorama Nafingtal und dahinter Nurpenstal

Nach Rast und dem Genuß der Szenerie freuten wir uns auf die tollen Abfahrtshänge. Am Steilhang unter dem Gipfelaufbau mußte vorausschauend das etwas seichte Schrofengelände durchfahren werden in dem man gut tut lieber einmal mehr hinzuschauen ob einzelne Spitzen sichtbar sind. Sobald die Neigung nachläßt empfanden wir die Bedrohung für den Schibelag überwunden und konnten unbeschwert die Mulde darunter bis zur nächsten Stufe abfahren.

Rast am Hobarjoch

Im weiteren Verlauf bestand keinerlei Gefahr von Steinkontakt, der Neuschnee bescherte uns eine wahrlich hochwinterliche Pulverabfahrt bis zum Nafingbach hinunter. Mehrmals hielten wir inne um das Erlebnis auszukosten.

Die Abfahrt über den unteren Teil bedarf, nachträglich betrachtet, wirklich guter Verhältnisse. Man mag Schlupflöcher mit Neigungen um oder unter 35° finden, der Hang insgesamt betrachtet muß aber darüber eingestuft werden und ist bei Warnstufe III nicht mehr sicher genug.

die Abfahrt – ein Traum

Bei unseren Verhältnissen jedoch bleibt diese Abfahrt in guter Erinnerung – ein Traumhang der im Nafingtal sicher die Krönung an Aufstiegs- und Abfahrtserlebnis darstellt. In der Bildergalerie befindet sich die Aufzeichnung unseres Aufstiegs und der Abfahrt ab dem Wegkreuz und zurück.

bereits wieder fast unten am Nafingbach

Beim Bergsteigermenü – Knödelsuppe und Bier – in der Weidener Hütte genossen wir noch die Mittagszeit bevor der 5.5km lange Weg mit ein paar kurzen Stücken leicht anschiebend talauswärts in Angriff genommen wurde.

unberührtes Talende im Nafingtal

Für die Tour werden gut 6 Stunden benötigt, incl. kurzer Trinkpausen, etwa 35min am Gipfel und ebenso lange auf der Weidener Hütte. Dabei werden knapp 1.360Hm und etwa 8km Aufstieg zurückgelegt.

Mils, 02.03.2019

Nafingköpfl, 2.454m – über Weidener Hütte und Nafingalm

Die Alternative zum Aufstieg auf das Nafingköpfl über die Fiderissalm besteht im Aufstieg bis zur Nafingalm und über einen Teil des Anstieges zur Halslspitze.  Somit wird eine kleine Runde beschrieben.

vom Nafingköpfl nach Norden geblickt – der Kamm zwischen Nafing- und Nurpenstal

Von Innerst müssen zunächst 5,5km und 550Hm zur Weidener Hütte zurückgelegt werden. Bei der heutigen Begehung mußte gespurt werden. Am Anfang der Strecke durch einen Hauch von Neuschnee, am Ende durch knapp 10cm davon. Das Maximum an Neuschnee auf der Tour, im Bereich und oberhalb der Nafingalm, kann mit 15cm beziffert werden.

Nafingtal vor der vermeintlichen Wetterbesserung

Aufgrund der Wetterfront, wie so häufig mit beharrlichem Auftreten an den drei letzten Tagen der Woche, konnte keine interessantere Tour in Angriff genommen werden. Der prognostizierte Sonnenschein, zumindest Wetterbesserung war bis weit nach 14 Uhr nicht in Sicht und so wurde das Nafingköpfl zur Verlegenheitstour in diffusem Licht.

Aufstieg zur Weidener Hütte – bei diesem Haus endete die Waldabfahrt

An sich sind alle Schitouren auf diesem Kamm bei gutem Wetter ja schier unvergesslich schöne, weshalb der Autor im langen Aufstieg zur Weidener Hütte beschloss keine beleidigte Miene aufzusetzen und das letze aller dortigen „Gipfelchen“ zwischen Nafingtal und Nurpenstal, der von ihm noch nicht bestiegen wurde, in freudiger Erwartung bei wenig Sicht und alleine zu begehen.

vor der Weidener Hütte

Von der großartigen Überschreitung von der Halslspitze zum Rastkogel war die Strecke bekannt und es mußte nur eine geeignete Stelle in geeigneter Höhe ausgesucht werden den Anstieg zur Halslspitze zu verlassen und gegen derer Richtung in die entgegengesetzte Anstiegsrichtung nach Nordosten zu wählen.

Hubertuskreuz von der Nafingalm aus – dahinter , kaum sichtbar, das Hobarjoch

Diese Stelle lag nach heutigem Ermessen bei schlechter Sicht über die Hänge schräg hinüber zum Nafingköpfl etwa auf 2.250m, also recht genau 200Hm unterhalb des Gipfels.
Bis dorthin konnte in der Spur der Vorgänger aufgestiegen werden und die offenbar wenig versierten Vorsteiger nutzten Harscheisen auf harter Unterlage unterhalb von etwa 15cm Neuschnee.

Blick talauswärts

Die Querung mit Anstieg der 200Hm findet in leichtem Gelände statt. Es gibt kaum Stellen die 30° Hangneigung signifikant überschreiten und steilere Passagen sind recht kurz.
Auch dem Autor passierten kleine Abrutscher beim Spuren, jedoch konnte diesen mit einem beherzten festen Schritt begegnet werden, der die nötigen Millimeter Gripp in der harten Unterlage schaffte.

Nafingköpfl in Sicht

Zunächst werden beim leichten kurzen Anstieg einige kleine Geröllrinnen überwunden, die die direkte Linie etwas unterbrachen und später tauchten ein paar Felsköpfln im Gelände ober und unter dem Anstieg auf, die wenigstens für etwas bessere Sicht sorgten. Alles zusammen eine Angelegenheit von etwa 20 Minuten.

Abzweigepunkt zum Nafingköpfl

Durch eine leichte Rinne steigt man zur Scharte am Gratrücken auf und von dieser auf den wenig ausgeprägten und langgezogenen Gipfel des Nafingköpfls.
Die letzten Meter beschloss der Autor nicht westlich unterhalb zu umgehen, sondern die Schi abzuschnallen und etwa 15Hm durch Felsschrofen zum Gipfelplateau aufzusteigen.
Die bereits unten in der Querung lästigen Windböen aus Nordwest bildeten sich in Gipfelnähe zum Dauerwind aus, weshalb eine zweite Windstopperjacke nicht fehl am Platz war.

kurz vor der Scharte und dem etwas felsigen Aufstieg zum Gipfelplateau

Am gestreckten Gipfelbereich muß die höchste Erhebung richtiggehend gefunden werden, da das Nafingköpfl kein Gipfelkreuz ziert. Ein granitischer Vermessungspunkt deutet auf den Gipfel hin und dieser wurde am Nordteil des Plateaus errichtet. Das Nafingköpfl dürfte lediglich als Schitourenziel eine kleine Bedeutung haben und dann als Alternative zur Halslspitze, wenn diese gestürmt wird.

vom Gipfelplateau in Richtung des Aufstieges geblickt

Der Bezwinger des Nafingköpfls ist dem Wind völlig ausgesetzt und somit beschränkt sich der Aufenthalt auf ein paar Fotos und dem Ausrüstungswechsel auf Abfahrtsmodus. Sogar auf die Höhenmedizin wurde im Wind verzichtet.

Gipfelrast mit Genuss der Aussicht – im Hintergrund der Rastkogel links, die Halslspitze rechts

Die Abfahrt ins unstrukturierte, kaum einzuschätzende Weiß über den Gipfelhang hinunter war – wie immer bei diesen Verhältnissen – recht abenteuerlich. Abwechselnd beschleunigten die Schi auf abgewehtem Bruchharsch um dahinter in der leichten Mulde vom Triebschnee wieder rasant gebremst zu werden. Diese Abfolge wiederholte sich ein halbes Dutzend Male, bevor das Gelände gegen den Hohen Kopf hin flacher wurde und im Pulver angenehm, aber kaum ohne Anschieben zu den ersten Aufsteigern von der Weidener Hütte zum Hohen Kopf hin zu gelangen.

Abfahrt Richtung Hoher Kopf

Es wäre auch möglich steil in direkter Richtung nach Westen abzufahren und so in der Nähe der Weidener Hütte auf den Almweg zu gelangen. Die Route mehr nordwestlich abzufahren erschien aber interessanter, auch um eine längere Abfahrt durch den Wald erleben zu können.

die ersten Aufsteiger auf den Hohen Kopf

Die Waldabfahrt ermöglichte erstmals klare Kontraste bei der durchgehend diffusen Sicht. Dieser Teil der Strecke erzeugte Genuss, zumal auch genügend Neuschnee ein hochwinterliches Abfahrtsgefühl bescherte.

Abfahrt zur Waldgrenze

Auf den Almweg kommt man je nach Abfahrtsroute durch den Wald und man kann sie ohne Geländekenntnis nicht wirklich bestimmen, auch wenn man bemüht ist die schönsten Freiflächen zu nutzen.
So wird der Ankunftspunkt unten am Weg wenig planbar und zu einer Überraschung. Heute war dieser weit nördlich der Weidener Hütte bei dem markanten Haus mit dem hoch thronenden Erker, das im Aufstieg so eindrucksvoll wirkt wie es den Almenweg säumt.

Beginn der Waldabfahrt mit Rückblick auf das offene Gelände darüber

Der Rest der Abfahrt besteht aus etwa 25min Talausfahrt am Aufstiegsweg mit Gegenanstieg und ein paar untergeordneten Schiebestreckenabschnitten.

Nafingköpfl über Nafingalm

Für die Tour werden etwa 4 ½ Stunden benötigt, incl. kurzen Trinkpausen und etwa 10min am Gipfel. Dabei werden knapp 1.200Hm und etwa 8km Strecke zurückgelegt.

Mils, 02.03.2019

Schitour Wildofen, 2.553m

Kaum eine Schitour im Weertal erfreut sich einer derart abgeschiedenen Lage wie der Gipfel des Wildofens. Sein Ausgangspunkt liegt nahe jenem, von dem aus die Mehrzahl aller Touren von Innerst begangen werden und doch wird er recht wenig besucht.

Wildofen, 2.553m

Der kleine Parkplatz „beim Kraftwerk“ auf 1.120m präsentierte sich bei unserer Ankunft (die erste am Morgen) ärgerlicherweise wenig platzsparend belegt. Die einzig noch freie Parkmöglichkeit mußte mit viel Geschick und noch mehr Schräglage präzise angefahren werden. Das diesmal unvermeidbare zweite Fahrzeug wurde nach der Tour mit Hilfe von einem halben Dutzend Mander aus der versackten Lage befreit. Parkchallenge beim Kraftwerk in Innerst zum Auftakt.

Aufstieg über die Wiesenflächen nach der Brücke über den Weerbach

Hierzu sei erwähnt, daß es – vom Gegenhang im Aufstieg zum Wildofen betrachtet – möglich gewesen wäre am großen Parkplatz Innerst zu parken und einfach per Schi abzufahren. Mit einem zweiten Fahrzeug wäre nach der Tour auch kein Aufstieg auf der Straße nötig gewesen. Mit Hirn gelänge also auch der diesmal verpatzte Start, der Selbstzweifel beim Verfasser hinterlassen hat.

am rechten Bildrand beginnt der Aufstieg durch den Wald; rechte Bildhälfte Abfahrtshang zur Umgehung

Nach dem Überschreiten der Brücke über den Weerbach werden die sich linkerhand, nach einem Wirtschaftsgebäude, auftuenden freien Wiesenflächen aufgestiegen. Nach klarer Nacht befand sich der Aufstieg recht hart gefroren und teilweise mußten wir die steil angelegte Spur verlassen, um den nötigen Gripp zu bekommen.

die Wiesenflächen der Sagbergaste

Am oberen Ende der Freiflächen, nach ein paar Almengebäuden, tauchte die Spur kurz in den Wald ein, um die Straße abzukürzen. Dieser Teil über ca. 20Hm führt über viel Geschuppe des dichten Baumbestandes, ist aber erträglich.

ein toller Tag und ein schöner Aufstieg

Oberhalb beginnt eine neue schöne Freifläche, die gleichzeitig für uns den Sonnenaufgang darstellte. An malerischen Almen der Sagbergaste vorbei führt diese nächste kurze Etappe. Am oberen Ende erzwingt das Gelände dann den Almenweg zur Thagetlahnalm (über die Schreibweise dieser Alm sind sich kommerzielles Kartenwerk und Wegweiser des Tourismusverbandes wie so oft in der Heimat wieder einmal nicht einig, in diesem Bericht wird die Schreibweise der Wegweiser verwendet).

nach den letzten Gebäuden weiter auf dem Almweg

Über 2km und mäßiger Steigung, die auch etwa 150m Schiebestrecke retour enthält, folgt man nun dem Almenweg geradeaus wobei ein Abzweig und eine Kehre missachtet werden. An einer Kehre mit großem baumfreien Almgelände beginnt die schön gelegene Thagetlahnalm.

unterhalb der Thagetlahnalm mit dem Ziel, dem Wildofen im Hintergrund

Zu dieser wird in Schleifen etwa 150Hm direkt aufgestiegen wobei links und rechts jede Menge Blickfänge für die Linse auftauchen.

ohne Worte

Die Szene zum Innehalten ist der zentrale Teil der Thagetlahnalm mit dem quer stehenden Stanser Joch im Hintergrund, ein wahrlich Zeugnis von Almidylle.

Thagetlahnalm und wunderschöner Blick talauswärts

Gegenüber im Nafingtal auf gleicher Höhe (1.750m) die Fiderissalm – Meilenstein auf der Schitour zu Roßlaufspitze und Hoher Kopf.

gegenüber Fiderissalm

Vor einem schön gealterten Almgebäude aus den 20er Jahren wacht der Sepp, bis zum Kragen eingeschneit. Beides zusammen ein echter Blickfang und Zeugnis kreativen, entbehrungsreichen bäuerlichen Lebens in den Bergen.

rechts um das Almgebäude herum beginnt der Aufstieg durch den Zirbenwald

Von der Thagetlahnalm bis zum Gratkamm gibt es zwei Möglichkeiten, die sich oben an selber Stelle wieder vereinigen. Eine Möglichkeit, nach der spontanen Einteilung des Autors die „klassische“ Route durch den lichten Zirbenwald und links davon eine Möglichkeit, die in völlig freiem Gelände hochzieht. Beide Varianten unterliegen des Vormittags extremer Sonnenbestrahlung. Wir wählten die klassische Variante.

im grandiosen Zirbenwald – ein sehr schöner Aufstieg

Hinter der Alm führt die klassische Variante in leichten Schleifen zum Ansatz des Waldes empor. Im Wald wird der Anstieg steiler und ein paar Spitzkehren werden notwendig.
Die Schneeoberfläche der Aufstiegsspur war gegen halb elf Uhr vormittags teilweise noch gefroren – dort wo Bäume erst kurz vorher die Einstrahlung abgeschattet hatten – und nötigten uns zu mancher akrobatischen Einlage. Alles in allem empfanden wir diesen Anstieg aber als wunderschön.

Nafingtal und Hobarjoch rechts

Weiter oben – wie könnte es anders sein bei den frühlingshaften Temperaturen dieser Tage – durften wir uns dann auch hartnäckiger Aufstollungen erfreuen.

der Baumgrenze nahe

Hierzu wurde halt gemacht und, neben Harscheisen, von einem der größten Schätze bei Frühjahrstouren, dem Fellwachs Gebrauch gemacht. Diese Behandlung wirkte trotz sehr feuchter Felle bis zum Gipfel des Wildofens.

letzte Meter zum Gratrücken des Wildofens

Der Gratrücken, an vielen Stellen kein Rücken sondern ein aufgesteilter, nach Westen abbrechender Grat, wir etwa auf 2.100m erreicht und die beiden Aufstiegsvarianten vereinigen sich wieder. Von dort sind es noch gut 450m zum Gipfel, wobei ein Großteil des Aufstieges knapp östlich der Gratnähe verläuft, ein kleiner Teil nur direkt am Gratrücken.

Wildofen in voller Pracht

Direkt beim Erreichen des Gratrückens öffnet sich ein schöner Blick auf den Anstieg zum Poferer Jöchl westseitig gegenüber und vom Kolsassberg begangen. Diese Tour ist jener zum Wildofen um unteren Teil topographisch recht ähnlich und ebenfalls wenig besucht. Ein Tipp für den Freund der ruhigen Tuxer.

am Grat angelangt – Blick auf den Aufstieg zum Poferer Jöchl

Am Grat kam Wind bei unserer Begehung mit Böen auf und die leichte Kleidung des Anstieges mußte verstärkt werden; trotz allem ist Ende Februar noch mitten Winter.

Gratverlauf zum Wildofen

Die Aufstiegsspur auf etwa 2.200m befand sich in hartgepresstem Zustand, teilweise eingeweht und von Windgangln durchzogen, der in den letzten Tagen besonders tätig gewesen sein muß.
Kurze Gegenpassagen auf die Graterhebungen schirmten die südöstlich einfallenden Windböen etwas ab, aber aufkommende Schäfchenwolken (Altocumulus) schwächten dafür die Sonneneinstrahlung ab. Insgesamt empfanden wir den Grataufstieg als kalt.

kurz vor dem Gipfelaufbau des Wildofens

Nach dem Sattel vor dem Gipfelaufbau zum Wildofen war die Aufstiegsspur an den arg vom Wind beeinflussten Stellen nicht mehr sichtbar. Dieser Teil war der windigste bevor der Aufstieg etwas nordwestlich der Kante in eher windgeschützter Passage bis zum Schidepot führt.

man sieht den kalten Wind, Evis fest eingepackt

Zwischen Felsschuppen manövriert der Aufstieg bis zu einer auffallenden nach rechts ansteigenden Rinne unter dem Gipfelkreuz hindurch. Die Passage ist gut begehbar und für die spätere Abfahrt merkt man sich die tückischen Felsspitzen, die kaum aus dem Schnee herausstehen und doch so schadenbringend sein können.

etwa 120Hm noch im Felsgelände

Wegen dem abgeblasenen und großteils aperen Geländes der restlichen 15Hm zum Gipfel entschlossen wir das sichtlich geschützte Schidepot aufzusuchen und zu Fuß zum Gipfelkreuz aufzusteigen.

die auffällige nach rechts ansteigende Rinne bildet den Aufstieg

Ein schönes altes Holzkreuz mit sanierungsbedürftiger Gipfelbuchschachtel und zerfallenem Gipfelbuch ziert den imposanten Wildofen-Gipfel. Dem schmalen Grat gefolgt und ein paar Meter abgeklettert muß der Tourenfreund vor uns sein, denn seine Spuren im Sattel unterhalb der Abkletterstelle waren noch frisch.

die letzten Meter vor dem Gipfel

Der Gipfelaufenthalt am Wildofen dauerte nicht länger als für einen Rundblick mit Ablichtungen nötig war. Um den Windböen zu entfliehen, verbrachten  wir die Gipfelrast im Schidepot mit grandiosem Blick auf die Nordkette.

Alternativabfahrt

Das geschulte Auge erkennt vom Wildofen aus allerdings noch mehr Gipfel der anderen Karwendelketten, beispielsweise – sehr beeindruckend – die Breitgrießkarspitze und die Große Seekarspitze zwischen dem Lafatscher Joch und der Speckkarspitze, oder die Ödkarspitzen genau über dem Grat zwischen der Speckkarspitze und dem Kleinen Bettelwurf.

Evis am Wildofen

Ein weiterer grandioser Blick sind die Dreizinken- und die Grubenkarspitze im tiefen Roßloch leicht seitlich des Hundskopfes oder die Linie Huderbankspitze, Kaiserkopf bis Hochglück ober der Walderalm. Dieser schöne Reigen beginnt mit der Zugspitze und kann bis zum Stanser Joch fortgesetzt werden.

Blick zum Rastkogel

Im Südosten fällt der massive Bau des Rastkogels auf, eine sehr schöne Tour ebenfalls von Innerst und als Überschreitung vom Nafingtal mit Ausfahrt im Nurpenstal eine unvergessliche Runde.

Hirzer mit Hirzerkar im Südwesten

Für die perfekte Präsentation der Abfahrtsfotos in Pulverschnee gleich unterhalb der Grathöhe und bis hinab zur Thagetlahnalm fehlte leider die Sonne – eine hartnäckige dichte Wolkenbank hatte sich mittlerweile über Inntal und Tuxer gelegt und tauchte die Hänge in diffuses Licht. Also mußten wir ein kleines Video drehen, an dem die tolle Abfahrt sichtbar wird.

Am Ende der tollen Abfahrt über das Almgelände gelangt man wieder auf den Almweg und fährt diesen mit einer kurzen Schiebestrecke (etwa 150m lang mit geringem Höhenunterschied) bis zu den Almwiesen der Sagbergaste.

Abfahrtstraum

Weiter abwärts geht es entlang des Aufstiegs wobei wir das kurze Waldstück ausließen und über den Weg, bzw. einen steilen Hang mit weiteren Almgebäuden abfuhren, um zur letzten Freifläche hinab zum Kraftwerk zu kommen. Diese wurde dann wieder entlang des Aufstieges abgefahren.

letzter Rückblick auf Gipfel und Abfahrt

Die Aufstiegsstrecke beträgt gut 7km und der Gesamtaufstieg 1.450m. Wir haben für die gesamte Tour 4:30 Stunden benötigt; hierbei sind ca. 40min Gipfelaufenthalt und Pausen enthalten.

Mils, 24.02.2019