Archiv der Kategorie: Karwendel vom Halltal aus

Kleiner Lafatscher – Lage per 17.05.2015

Mit dem Fernglas, von St. Magdalena aus, reizte mich die Tour auf den Kleinen Lafatscher schon gut zwei Wochen, da der Hauptgrat auch vom Tal aus schon länger recht aper erscheint.

???????????????????????????????Zusätzlich hatte ich schon lange vor, den Jägersteig vom Issanger aus zu erkunden. Er soll weit hinauf führen, bis zum obersten Teil des Weges auf das Joch (ich kann hier vorweg nehmen, daß er kurz vor dem Mutter-Gottes-Marterl wieder auf die Straße trifft).

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Nun wollte ich auch noch Zeit sparen und suchte den schon Zustieg auf der nördlichen Issbachseite, auch ein schon länger gehegter Wunsch (auch die AV-Karte zeigt Steigspuren im unteren Teil).

Jägersteig Isstal bis Marterl

Gleich nach unserer Brücke zieht ein wenig sichtbarer Steig über die Reise hinauf und begründet den Anfang des Zustieges über den Lärchenwaldrücken, in einen alten Wald hinein und bis zu besagtem Jägersteig. Der Steig ist teilweise mit blauen Punkten markiert, wahrscheinlich nicht zu jedermanns Freude, denn diese Gegend ist eigentlich ein Gebiet des Wildes und deren Heger und Pfleger wollen sicher keine Horden Bergsteiger dort haben, die alles aufscheuchen. Man verhalte sich also entsprechend von unten auf ca. 1.300m ohne großes Gejohle, bis man oben auf ca. 1.900m den offiziellen Weg zum Lafatscher Joch trifft!

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Eine Schlüsselstelle befindet sich rechts, ca. 50m nach einem auffälligen hellen Steinbrocken links des Steiges und wenn man sie nicht kennt, läuft man schnurstracks daran vorbei in Richtung zum Issbach.
Wohin der Hauptsteig führt weiß ich noch nicht, werde es aber erkunden.

hier geht es rechts ab, flacher Stein und hohe Staude markieren die Stelle

hier geht es rechts ab, flacher Stein und hohe Staude markieren die Stelle

Bei dieser Stelle, ein flacher Stein und eine hohe Staude macht sie sichtbar, geht es ca. 20m Hm geradewegs durch eine enge Zunterngasse nach oben und dann scharf links. Ich denke, daß die Anlegung des Steiges eine gewisse Tarnung sein soll.

hier oben scharf links von unten kommend

hier oben scharf links von unten kommend

Weiter kann man dann einem kleinen, landschaftlich wunderschönen Steiglein nordwestwärts folgen, daß – das Lärchenwäldchen links liegenlassend –  bis zum wenig bewachsenen Berghang führt und sich die Richtung westwärts dreht.
Von dort sieht man schon einen alten, nicht mehr viel begangenen breiteren Steig, der im weiter darüberliegenden Lärchenwald wieder verschwindet.
Diesem folgt man unschwer und im dichteren Lärchenwald oben findet man zwei Kreuzungen, wobei man immer die rechte Abzweigung nimmt.

das Lärchenwäldchen bleibt immer linker Hand

das Lärchenwäldchen bleibt immer linker Hand

So kommt man durch perfekt und breit ausgeschnittene Zunterngassen in spitzem Winkel mit dem noch breiteren Steig, der von unter der Hohen Wand von rechts herzieht zusammen.
Bis dorthin war die Steigung teilweise gering, teilweise moderat.

die spitwinkelige Einmündung in den Steig von der Hohen Wand herüber

die spitwinkelige Einmündung in den Steig von der Hohen Wand herüber

Nun folgt man dem Steig mit etwas Höhenverlust abwärts bis zu einem alten, quer über den Waldweg liegenden Baum, den man übersteigt und nach ca. 50m befindet sich die Abzweigung, bei der es rechts auf den steileren und durchwegs gut ausgeschnittenen Jägersteig zur Sache geht.
Links geht der Waldweg in wenigen Minuten zum Issanger hinunter.

Kreuzung mit weiterem Anstieg rechts, links geht es zum Issanger hinunter

Kreuzung mit weiterem Anstieg rechts, links geht es zum Issanger hinunter

Der breit angelegte Jägersteig ist toll zu gehen, es herrscht absolute Ruhe, nicht einmal die eigenen Schritte sind wahrnehmbar, da man durchwegs auf Gras unterwegs ist. Ein tolles Gefühl und man soll es bewußt aufnehmen. Wild ist gegenwärtig und wenn man sich entsprechend verhält, bekommt man möglicherweise einen Blick.

typischer Aufstieg durch den breit angelegten Steig immer auf Wiesenoberfläche

typischer Aufstieg durch den breit angelegten Steig immer auf Wiesenoberfläche

Nach zwei Querungen nach rechts, des sonst so direkt ansteigenden Steiges kommt man zu einer Schlüsselstelle, die man mit Konzentration erblickt. Es geht dort links ein sichtbarer kleinerer Steig weg, dessen Breite so schmal ist, daß die Zuntern nach 2m bereits eine scheinbare komplette Barriere bilden.

Schlüsselstelle: links den schmalen Steig als Verbindung mit dem offiziellen Weg zum Joch nehmen, rechts geht es Richtung Hochflächen über der Hohen Wand

Schlüsselstelle: links den schmalen Steig als Verbindung mit dem offiziellen Weg zum Joch nehmen, rechts geht es Richtung Hochflächen über der Hohen Wand

Rechts geht es den breiten Steig weiter, der dann weiter oben sehr steil wird und auf die offenen Flächen oberhalb der Hohen Wand führt. Die schlechtere Variante des Aufstieges, denn die Route zurück auf den Weg zum Lafatscher Joch zu finden ist nicht einfach (ich beschreibe sie hier auch nicht, da das Flächen sind, die dem Wild vorbehalten bleiben sollen).

Blick nach rechts, nicht unsere Route

Blick nach rechts, nicht unsere Route

Nun nimmt man den Abzweiger links und kommt ein paar hundert Meter recht gut voran, bis der schlecht ausgeschnittene Steig seine Tücken hat und man auf Entscheidungsstellen stößt, wo es sichtlich links und rechts gehen könnte. Auch geht es teilweise etwas hinunter, sowie die Sicht auf eine Route schwindet und das weckt Zweifel.

die vereinzelten Bäume (Lärchen) bleiben immer rechter Hand

die vereinzelten Bäume (Lärchen) bleiben immer rechter Hand

In diesem Fall darf man nicht die Nerven verlieren und umdrehen (was immer möglich wäre, zurück findet man immer) sondern muß sich nach den Sägeflächen von abgeschnittenen Zuntern orientieren (wie bei Bäumen). Mit dieser Methode kommt man gut voran, denn soweit man diese findet, weiß man, daß der Steig weiterführt.

schon recht weit oben, auch diese Lärche bleibt rechter Hand

schon recht weit oben, auch diese Lärche bleibt rechter Hand

Und er führt weiter, auf den offenen Wiesenflächen – die teilweise breiter werden – manchmal eher etwas rechts, manchmal, vor allem ganz oben, eher etwas links.
Noch bevor das große Nachdenken, wo denn der offizielle Weg sein könnte, steht man auch schon mitten auf ihm und kann sich nur wundern, daß man die ganze Zeit keinerlei Anzeichen und Sicht auf ihn  gehabt hat.

hier herauf kommt man vom schwer auffindbaren Steig und kann auch noch 10m weiter unten den Weg oben nicht ausmachen

hier herauf kommt man vom schwer auffindbaren Steig und kann auch noch 10m weiter unten den Weg oben nicht ausmachen

Knapp unterhalb des Marterls trifft man auf den Weg. Insgesamt bleibt man auf diesem Verbindungssteig drei bis viermal mit dem Rucksack in den Zuntern hängen, den Rest bückt man sich einfach entsprechend tief.
Wer keine Orientierungsgabe hat und  schnell in Panik kommt, weil er mit dem Unterholz und ohne große Aussicht nicht zurechtkommt, der nehme immer den Normalweg.

Der Weitere Anstieg zum Kleinen Lafatscher ist bekannt, ich beschreibe nur die Schneeverhältnisse.

Bis zum Steinmandl mit der größeren Wiesenfläche steigt man ohne jegliche Schneeberührung zwischen wenigen Restschneefeldern, die knapp oberhalb des Joches auftreten hindurch.
Auch der weiter verlaufende Grat ist bis rund 2.400m schneefrei und dann beginnen bei einigen Einschartungen noch harmlose ca. 5 bis 10m breite Schneefelder bei denen man ca. 20cm tief einsinkt.

auf ca. 2.500m, in Höhe des Lafatscher Roßkopfes

auf ca. 2.500m, in Höhe des Lafatscher Roßkopfes

Ab 2.500m nehmen diese zu und die Nordostseite des Grates – die Leeseite im Wintersturm – ist mächtig mit Restschneefeldern aufgebaut. Jedoch beginnt erst am Gipfelgrat, der sich ganz oben, fast auf Gipfelhöhe nach Westen wendet eine durchgehende Schneedecke mit mächtigen Wächten.

der schon sichtbare Gipfelgrat

der schon sichtbare Gipfelgrat

der Gipfelgrat

der Gipfelgrat

Ich bin die Wächten sehr tief südlich, links, sicher umgangen, da ich allein und keine Sicherungsmittel mit dabei hatte und mit dem Gschnierkar keine rasante Bekanntschaft machen wollte.
Die steilen Hänge ins Lafatscherkar hinunter sind jedoch im weichen, jedoch nicht sehr kompakten Firn sicher begehbar.

weit südlich...

weit südlich…

Auf die Bilanz des Winters könnte man gerne verzichten, das Gipfelkreuz ist oben abgebrochen (steht noch) und das gut einen dreiviertel Meter unter der Schneedecke liegende Gipfelbuch ist durch das Schmelzwasser im Plastiksack sehr weitgehend verschimmelt. Habe die Kassette ringsum etwas ausgegraben, sodaß das Schmelzwasser nicht hineinläuft.

das Gipfelkreuz des Kleinen Lafatscher am 17. Mai 2015

das Gipfelkreuz des Kleinen Lafatscher am 17. Mai 2015

tief im Schnee versteckt die Kassette mit dem Gipfelbuch

Alles zusammen dürfte also noch eine Schneedecke von gut zwei Meter Mächtigkeit am Gipfel liegen.
Ein tolles Bild, eine Erstbegehung im unberührten, tiefen Schnee. Der letzte Eintrag im GB war Anfang Dezember 2014.

Mils, 17.05.2015

 

 

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Großer Bettelwurf – Lage per 09.05.2015

Ja, der Große Bettelwurf ist momentan schon recht leicht machbar.

Heute hat uns allen das Wetter ein Schnippchen geschlagen, vergleicht man die Verhältnisse mit gestern.

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Gamaschen sind wahrscheinlich noch ein paar Wochen unabdinglich und heute war der Aufstieg eine grenzwertige Angelegenheit hinsichtlich der Sicht- und Niederschlagsverhältnisse.

???????????????????????????????Nach unspektakulären 3 3/4 Stunden stand ich, nach einem recht leichten Aufstieg  – bis ca. 50Hm vor dem Gipfelgrat – am Gipfel und erntete auf 2.725m sogar ein paar schnelle Sonnenstrahlen, bevor die Nebeldecke wieder zuzog.

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Die letzten Höhenmeter waren fatal, eingesunken bin ich zwischen Schneedecke und Fels bis zum Bauch und der Winter hat viel Frostsprengschäden verursacht, eine Felsplatte in Aktenkoffergröße brach vor mir aus, verursachte einen Rückwärtssturz und löste bei mir kurze Panik aus, weil der Sturz prekär hätte enden können, wenn sich nicht ein Bein in dem zuvor betretenen Loch verankert hätte.
So blickte ich, am Rücken liegend, kopfüber die steile Rinne hinab und war doch gesichert geblieben.

Die Situation der Schneedecke ist im gesamten Aufstieg wesentlich besser, als in diesem letzten Teilstück zum Gipfel. Man spürt die Kraft der Sonne dort recht deutlich, und der Schnee ist davon recht beeinflusst.

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Heuer wagten schon acht Kollegen vor mir den Aufstieg, einige bereits im Winter, andere im April.
Darunter auch die bekannten und gut ausgebildeten jungen Freaks der Mountain Maniacs, die den Abstieg sogar über das bereits begehbare BW-Osteck vollzogen haben. Tolle Bergsteiger!

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Die Bettelwurfhütte ist bereits schneefrei:

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Am Weg über den Jagersteig sind noch ein paar größere Schneefelder, weswegen man die Gamaschen am Abstieg vom Bettelwurf nicht schon am Eisengatterergrat ablegt.

Mils, 09.05.2015

 

 

 

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Bettelwurfhütte – Lage per 19.04.2015

Während Hochtouren momentan so richtig genossen werden können, habe ich heute eine Erkundungstour auf die Bettelwurfhütte unternommen.
Da die Hüttenspitze letzten Sonntag bereits trockenen Fußes erreichbar war, dachte ich, daß die Bettelwurfhütte ebenfalls schon leicht erreichbar sein würde.

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Lawinenreste der Lawine, die ich eine Woche zuvor vom Hüttenspitz aus beim Hinunterdonnern gefilmt habe

 

Leider bin ich erst um 12 Uhr am Parkplatz bei der Sprungschanze weggekommen. Dies hatte den Vorteil angenehmer Wärme beim Anstieg über die Bettelwurfreise an diesem Tag ohne Wolken, jedoch auch den Nachteil, daß ich ab dem Lawinengraben grausig tief eingesunken bin.

beim Juchezer

beim Juchezer

Beim Juchezer beginnt – wie immer zu dieser Jahreszeit – der Anstieg im Schnee.
Der Hang ist ja nicht mehr nach Süden geneigt, man betritt einen Westhang, der erst am späten Vormittag von der Sonne bearbeitet wird. Dies bedingt, daß ab dem Juchezer viel länger Schnee liegt als im bisherigen Anstieg. Allerdings ermöglicht es dem frühen Vogel aber auch, daß er auf hartem, kompaktem Harsch/Firn weiter ansteigen kann.

harte, kompakte Schneedecke ab dem Juchezer

harte, kompakte Schneedecke ab dem Juchezer

Diese erfreuliche Situation war bei meinem Anstieg noch um 13:30 gegeben.
Im Lawinengraben liegen viel Lawinenreste, das Seil am Gegenhang ragt gerade 3-4m heraus.

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Nun betritt man ja wieder einen Südhang und an diese Tatsache wird man bei den ersten Schritten nach dem Seil erinnert, man sinkt um 13 Uhr bis zur Hüfte ein.
Die zwei kurzen Lawinenstriche am weiteren Weg sind zur Abwechslung relativ kompakt,  man kommt über jene gut voran und ist recht glücklich dahinter wieder über gefahrlosere Hänge weiter zu queren.

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Ein Kollege kommt mir mittig in der Querung entgegen, er ist über den Klettersteig angestiegen und teilt mit, daß dieser nicht begehbar ist, weil im Winter ein Seil abgerissen wurde. Ich habe die jungen, hellen Felsbrocken gestern von der Sonnenbrücke aus auch gesehen.

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Kurz vor mir waren die neuen Hüttenwirtsleute zu Besuch auf der Hütte.

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Ein gemütliches Plätzchen hatte der Kollege schon freigeschaufelt, jedoch konnte es mich nicht besonders lange halten, platschendes Schmelzwasser von den Felsen des Bettelwurf herab und die Aussicht auf Intermezzi mit der einen oder anderen Nassschneerutschung trieben mich um 14:30 wieder talwärts. Höchste Zeit.

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Der Abstieg am Westhang, ab dem Lawinengraben bis zum Juchezer, keine rechte Freude mehr. die eine Stunde hatte ausgereicht die Schneedecke so zu erweichen, daß jeder dritte oder vierte Schritt mit dem Einsinken bis zum Schritt endete.

knapp nach dem Lawinengraben die letzten Meter auf kompakter Schneedecke

knapp nach dem Lawinengraben die letzten Meter auf kompakter Schneedecke

Ohne Gamaschen völlig durchnässt stieg ich trotzdem erfreut vom schönen Tag talwärts.
Also, für jeden, der dieser Tage ohne durchnässte Bergschuhe auf die Hütte will einen Tipp den eh jeder kennt: so zeitig losgehen, daß man spätestens Mittags oben ist.

Mils, 19.04.2015

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Bettelwurf Osteck über Fallbachkarspitze

Die Königsklasse unter den von der Südseite durchführbaren Anstiege zum Großen Bettelwurf ist zweifellos die Route über die Fallbachkarspitze auf das Bettelwurf Osteck. Sie ist dem versierten Bergsteiger vorbehalten und erfordert einiges Kletterkönnen, sowie auch Mut oder Vertrautheit mit ausgesetzten, längeren Passagen in Fels um 75° Steilheit und mehr.

am Grat zum Bettelwurf Osteck

am Grat zum Bettelwurf Osteck

Einige Jahre kokettierten wir schon mit dem Vorhaben diese Bergfahrt zu unternehmen und nach dem guten Verlauf der heurigen Saison mit mehreren Gratüberschreitungen im Karwendel wagten wir das Abenteuer. Mit von der Partie war ein weiterer Milser und Bergkollege, Thomas, ein ausgezeichneter Kletterer und ebenfalls einer, der von der Tour generell begeistert ist und sie noch nicht durchgeführt hatte.
Die Berichte, die man über diesen Anstieg im Internet recherchieren kann sind großteils recht detailliert und bieten gute Eindrücke, was einen erwartet. Wir empfehlen sie alle zu lesen, bevor man sich ernsthaft an die Aufgabe heranwagt (unter „Bettelwurf über Osteck“ gut zu googeln).

Die Fallbachkarspitze

Die Fallbachkarspitze

Unser Bericht befaßt sich weniger mit dem unteren Teil bis zur Fallbachkarspitze. Die Beschreibung dieses Teiles kann man in unserer Seite hier gut mittels der Suchfunktion finden. Wir befassen uns mehr mit dem eigentlichen Teil, den wir, bereits mehrmals auf der Fallbachkarspitze gestanden, noch nicht durchgeführt haben.
Der Vollständigkeit halber sei die Route von ganz unten kurz gestreift: vom Parkplatz bei der Sprungschanze geht es vorbei an der Wasserfassung und nach ca. 500m, vor dem Klettergarten, rechts auf unbezeichnetem Steig zur Halltaler- und Alpensöhnehütte hinauf. Bei der Alpensöhnehütte gibt es die einzige und letzte Möglichkeit Wasser zu bunkern, also nutzten wir den kurzen Umweg auf dem Steig zur Hüttenspitze.

Brunnen bei der Alpensöhnehütte

Brunnen bei der Alpensöhnehütte

Nach der Hüttenspitze, die guten Einblick in den weiteren Tourverlauf bietet, steigt man ca. 100Hm zur Wechselscharte hinab, um nordseitig der Scharte den seilversicherten Steig auf den Rücken des Gratausläufers der Fallbachkarspitze wieder aufzusteigen.

Fallbachkarspitze mit Bettelwurf-Osteck im Hintergrund links

Fallbachkarspitze mit Bettelwurf-Osteck im Hintergrund links

Auf 2/3 des Weges zur Steigmarkierung (ein Holzstab in einem Steinhaufen) zweigt rechts der Steig auf die Wechselspitze und ins Fallbachkar ab. Diesen passieren wir und nach ca. 100Hm erreichen wir am latschenbewachsenen Rücken den Steig durch die Rinne zur Fallbachkarspitze der genau hinter der Markierung links abzweigt (man kann auch den Grat zur Fallbachkarspitze nehmen, dann zweigt man nicht links auf den jüngst neu markierten Steig in die Rinne zur Scharte vor der Fallbachkarspitze auf).

Steigmarkierung auf die Fallbachkarspitze

Steigmarkierung auf die Fallbachkarspitze

Am oberen Gipfelaufbau der Fallbachkarspitze erreicht man dann eine flache, wenig geneigte größere Wiesenfläche, von der aus man östlich des sich nun weiter bietenden Aufstiegsverlauf über eine schmale Rinne zum Gipfel empor steigt (es gibt auch noch eine andere Route auf der Westseite, diese kenn wir jedoch nicht). Einige Klammern im steilsten Teil erleichtern etwas den Aufstieg. Der Ausstieg ist links (westlich) und um einen großen Felsblock herum, erreicht man den Grat und zwei Minuten später Gipfel.
Wer in der Rinne bereits Probleme hat ungesichert frei zu klettern, dem sei geraten dort umzudrehen und die Tour nicht weiter zu machen (es sei denn man unternimmt die Tour mit einem Profi der im weiteren Verlauf im Vorstieg die Sicherung übernimmt).

Gratverlauf Fallbachkarspitze zum Bettelwurf Osteck

Gratverlauf Fallbachkarspitze zum Bettelwurf Osteck

Der Grat nach der Fallbachkarspitze wird in den eingangs erwähnten Berichten im Internet wenig detailliert beschrieben. Also möchten wir hierzu ausführen, daß knapp nach dem Gipfel, nach einigen Spitzchen die man überschreitet, der weitere Verlauf der Route hauptsächlich in der dem Fallbachkar zugeneigten Ostseite zu finden ist, als auf der dem Bettelwurfkarl zugeneigten Westseite. Dies teilweise mit recht tief unter den Gratspitzen und mit Steinmännchen ausreichend gekennzeichnetem Verlauf.
Dabei ist erwähnenswert, daß das Wiesengelände so steil ist, daß es an vielen Stellen einen Fehltritt nicht verzeihen würde. Die Hänge stürzen ungemein steil ins Fallbachkar ab.
Eine interessante Stelle ist hier ein ca. 10m langes grasdurchzogenes ca. 20cm schmales Band in einer Platte mit ausreichender Griffmöglichkeit und festem Trittbereich, aber sehr ausgesetzt (leider kein Foto davon).
Teilweise ist dann wieder, immer ca. 20-30Hm unter dem Gratverlauf, ein regelrechter Steig zu erkennen, der um die einzelnen Rücken herumführt und auf der Nordseite nicht ungefährliche Passagen bietet.

Gratverlauf mit Steinmandl und Steig links, ostseitig; Passage  im Norden der Rippe mit Steilabbruch

Gratverlauf mit Steinmandl und Steig links, ostseitig; Passage im Norden der Rippe mit Steilabbruch

In dieser Manier geht es – mit wenig Höhengewinn – an den Bergkörper des Großen Bettelwurf dichter heran und erst nach ca. 30 – 40min wird der wilde Grat sanfter und verschmilzt mit dem Bergmassiv.
An dieser Stelle wird dann auch ein mächtiger Turm sichtbar, den man immer ostseitig bleibend passiert und vor dem die Route deutlich steiler wird.

kühner Turm und rechts hinten der beginnende Grat des Bettelwurf-Ostecks

kühner Turm und rechts hinten der beginnende Grat des Bettelwurf-Ostecks

Man läßt den Turm hinter sich und nach ca. 10min im Grasgelände aufwärts erreicht man den Gipfelaufbau des Bettelwurf Ostecks und wechselt links in diesen hinüber. Die Sicht ins Fallbachkar endet hier.

der Anstieg zum Grat des Ostecks

der Anstieg zum Grat des Ostecks

Weiter geht es nun in Reibungskletterei über eine harmlose, ausgewaschene Rinne hinauf. Es geht auch links davon in griffigerem, jedoch eher schuttbeladenem Fels. Unterwegs erfreuen wir uns an ungewöhnlichen Formationen westlich der Aufstiegsroute, einem riesengroßen Steinmandl gleich. An ihrem oberen Ende querten wir nach links (nordwestlich) und stiegen nun in einer kleinen Schlucht weiter.

Reibungskletterei in der ausgewaschenen Rinne

Reibungskletterei in der ausgewaschenen Rinne

Die Schlucht verengt sich deutlich und formt sich an ihrem oberen Ende zu einer Verschneidung, die man rechts, sehr bequem auf leicht griffigem Fels mit Reibung und wenig wirklichen Griffen ausgestattet, umgehen kann. Unten am Beginn der Verschneidung befindet sich eine vergilbte Pfeilmarkierung.

im oberen Teil der Verschneidung, rechts geht es stets gut voran

im oberen Teil der Verschneidung, rechts geht es stets gut voran

Wir hielten uns im weiteren Aufstieg rechts auf gut griffigem Fels, teilweise schotterdurchsetzt, bis  zu einer kleinen Scharte mit atemberaubendem Blick in das Fallbachkar und auf die gleichnamigen Türme mit den Gipfeln der Vomperkette. Von Verlassen des Grasgeländes unten bis hierher benötigten wir 20min.

Scharte vor der schwierigen Passage, Beratung wie es am besten weitergeht

Scharte vor der schwierigen Passage, man berät sich wie es am besten weitergeht

Diese kleine Scharte eröffnet nun den Blick auf den weiteren Aufstieg, des schwierigsten Teiles mit der Schlüsselpassage. Die Wortwahl „Passage“ haben wir deshalb getroffen, da dieser schwierige Teil lang ist, von unten, in seinem gesamten Verlauf, nicht einmal zur Gänze einsehbar.

die Aufstiegsroute; erster Teil und Querung gut sichtbar; oberer Teil kaum detailliert sichtbar

die Aufstiegsroute; erster Teil und Querung gut sichtbar; oberer Teil kaum detailliert sichtbar

Der untere Teil ist geprägt von einem Riss rechts einer Rinne, die wir als überraschend fest und nicht brüchig, oder splitterig wahrgenommen haben. Der Riss bietet ausreichend gute Griffe, um sicher aufzusteigen, jedoch muß man nach ca. 15m an seinem oberen Ende ca. 2-3m nach links hinausqueren (ausgesetzt mit ordentlichem Tiefblick) und kommt dabei durch die weniger griffige Rinne, bis man schlußendlich nach einem weiteren fast senkrechten Aufstieg über ca. 2-3m auf ein bequemes Podestchen kommt auf dem man sich sammeln kann.

schwierige Passage unterer Teil

schwierige Passage unterer Teil

Wer den ausgesetzten Blick nicht erträgt bleibt etwas weiter in der Wand drin – wir reden von weniger als einem Meter-, büßt jedoch den guten Standplatz ein und hat auf den nächsten paar Metern ein schwierigeres Gelände vor sich. Manuel hat es so gewählt.

am Podestchen am Ende des unteren Teiles, Manuel zu weit rechts für einen guten Stand

am Podestchen am Ende des unteren Teiles, Manuel zu weit rechts für einen guten Stand

Diesen ersten Teil schätzen wir auf knapp 20Hm und spätestens beim Rückblick zur Scharte erkennt man die Schwierigkeit von III+/IV- an, von der in den diversen Beschreibungen gesprochen wird. Das Gelände fast senkrecht, die Tritte und Griffe im oberen Teil bei der Querung eher klein, jedoch fest und ohne Dreipunktmethode an keiner Stelle begehbar.

Thomas bereits im oberen Teil der schwierigen Passage, in der griffigen festen Platte

Thomas bereits im oberen Teil der schwierigen Passage, in der griffigen festen Platte

Nun wechselte die nicht nur die Richtung, es wird nach rechts oben weitergestiegen, sondern auch die Felsqualität, im Foto gut zu sehen. Man kommt auf eine feste Platte, Rillenkalk,  die eine rissartige Störung mit guten festen Griffen und Tritten als Aufstiegshilfe und –richtung bietet. Die Steilheit setzt sich unvermindert fort und auch in der folgenden Verschneidung geht es in gleicher Manier voran.

der obere Teil der schwierigen Passage mit guten Haltepunkten

der obere Teil der schwierigen Passage mit guten Haltepunkten

Die einzige Erleichterung, die sich in der Verschneidung bietet ist mental vermeintliche Sicherheit durch den Felskörper, den man nun rechts neben sich und dem Fallbachkar hat. An eine Rücknahme der Konzentration und Angespanntheit ist jedoch erst zu denken, wenn man den oberen Ausstieg der sich verjüngenden Verschneidung überklettert hat.

Manuel am Beginn der Verschneidung, Thomas mitten drin

Manuel am Beginn der Verschneidung, Thomas mitten drin

In der Verschneidung gibt es zwar wieder die Felsbeschaffenheit die auch im unteren Teil nach der Scharte angetroffen wird, jedoch etwas brüchiger, wie man anhand des Schotters darin erkennt. Man kann nach gut 2.000Hm und der doch anstrengenden Passage hier die Wadeln ein wenig entlasten, indem die Möglichkeit besteht sich zu verspreizen, jedoch strebt man eher lieber dem Ende der Verschneidung zu.
am Beginn der Verschneidung unten gibt es einen älteren, festen Haken, der zur Sicherung von Nachsteigenden vertrauenswürdig erscheint. Schätzungsweise braucht man dafür gut 30m Seil bis zur Scharte hinunter. Wir hatten ein 50m Halbseil, Friends (dafür gibt es kaum Möglichkeiten) und genügend Sicherungsmittel mit, verwendeten es jedoch nicht.

der Ausstieg aus der Verschneidung

der Ausstieg aus der Verschneidung

Mit dem Ausstieg hat man eigentlich den Höhepunkt an Schwierigkeiten dieser gewaltig schönen Tour gemeistert, der restliche Gratverlauf ist aber dennoch für weitere knapp 10min IIer Gelände mit steilen Abstürzen zu beiden Seiten nicht ohne Konzentration zu begehen bevor man das Bettelwurf-Osteck erreicht.

Gratverlauf zum Bettelwurf-Osteck

Gratverlauf zum Bettelwurf-Osteck

Von dort sind es nochmals knapp 10min zum verdienten Gipfel des Großen Bettelwurfes. Für den gesamten Aufstieg bis zum Gipfel haben wir 5 Stunden gebraucht.

Gipfel Großer Bettelwurf

Gipfel Großer Bettelwurf

Leider hatten wir just an diesem Samstag eine Wetterstörzone in dem gerade angebrochenen stabilen Altweibersommer und deshalb sind die Fotos für all jene, die, so wie wir auch in der Vorbereitung zu dieser Tour, versuchen die Griffe und Tritte auf den Fotos zu erkennen, nicht so perfekt geworden. Wir können jedoch allen die sich mit der Frage ob ja oder nein zur Tour versichern, daß die Anzahl, Verteilung und Qualität von Griffen und Tritten über die gesamte Schlüsselpassage akzeptabel ist und, vielleicht als subjektivem Eindruck des Verfassers, nur die Querung im oberen Teil unten etwas schlechter damit ausgestattet ist.
In Summe ist jedoch bei der seilfreien Erstbegehung die Anspannung vor der Wand als solches größer, als es die Suche nach Haltepunkten in Zwangshaltung wirklich erfordert. Zu dieser Erkenntnis gelangt man aber – wie immer –  leider erst hinterher, wenn die Schwierigkeiten bereits gemeistert sind 🙂
Wie man an den Fotos erkennt gibt es durchaus die Möglichkeit an ein paar Stellen in halbwegs bequemer Haltung und sicherem Stand Aufnahmen zu machen und daher ist klar, daß die gesamte Passage nicht ununterbrochen zu durchklettern ist und man sich nicht auch einen strategischen Überblick über die nächsten Teile machen kann.

Hingewiesen sei, wie auch in anderen Beschreibungen auch, darauf, daß eine Rückkehr ab der Scharte mit einem sehr beschwerlichen Abstieg verbunden wäre und daß man sich bei der letzten schwierigen Passage nach mehr als 2.000 zurückgelegten Höhenmetern schon in einem nicht mehr taufrischen Zustand befindet. Daher empfehlen wir dringend diese Tour nicht alleine sondern mindestens mit einem oder mehreren Partnern zu unternehmen und ausreichend Sicherungsmittel dabei zu haben. Mehrere Augenpaare sehen mehr und der Austausch über Einschätzungen von schwierigen Stellen sind am Berg immer sinnvoll.
Die Aufstiegszeit mit 5 bis 6 Stunden, je nach Leistungsvermögen, sollte man in Betracht ziehen, wenn man die Startzeit wählt und das Wetter nicht als einwandfrei niederschlagsfrei über den Tagesverlauf vorausgesagt ist, denn, Nässe kann man speziell am Ende der Tour nicht brauchen.
Eine weitere Empfehlung ist es die Tour erst im Herbst zu unternehmen, da sie auf fast der gesamten Strecke nie richtig Schutz vor der Sonneneinstrahlung bietet und somit ein immenser Wasservorrat mitgeführt werden müßte. Wir haben die Erfahrung gemacht im Juli und August selbst nur auf die Fallbachkarspitze nahezu unsere gesamten Trinkvorräte verbraucht zu haben.

der obere Teil des Grates zum Bettelwurf-Osteck

der obere Teil des Grates zum Bettelwurf-Osteck

Den Abstieg vom Großen Bettelwurf wählten wir über den Klettersteig zum Kleinen Bettelwurf und direkt vom Sattel zwischen beiden zur Bettelwurfhütte. Für diesen Teil rechne man mit eineinhalb Stunden, gefolgt von weiteren gut eineinhalb Stunden von der Hütte bis zum Parkplatz zurück.
Die Suunto Vector zeichnete den gesamten Aufstieg mit 2.040Hm auf, wobei wir am Gipfel eine Höhenkorrektur von rd. 60m wegen des sich ändernden Luftdruckes verzeichneten. Also rechne man mit 2.100Hm gesamt.

Die Wettervoraussage mit der Niederschlagssimulation der ZAMG (können wir zur Tourenplanung sehr empfehlen) stimmte dieses Mal fast auf die Minute und es erwischte uns der mit 50% Wahrscheinlichkeit vorausberechnete Regen zwischen 16 und 17 Uhr in der gemütlichen Bettelwurfhütte nicht.

Aufklaren nach Kurzregen aus  dem Fenster der Bettelwurfhütte

Aufklaren nach Kurzregen aus dem Fenster der Bettelwurfhütte

Unser gelungener Tag endete diesmal allerdings erst gegen Mitternacht und mit der Stirnlampe im Abstieg. Vorher erlebten wir noch einen schönen Abend mit Freunden auf der Bettelwurfhütte bei der bedauerlichen Verabschiedung unserer beliebten Wirtsleute Robert und Gabi, die nach vielen Jahren die Hütte leider nicht mehr weiterführen können.

Ansprache den Wirtsleuten

Ansprache der Stammgäste an die Wirtsleute

Mils, 11.10.2014

Rumer Spitze

Rumer Spitze 2.454m

Im Frühjahr, von den Stempeljochspitzen aus gesehen und nicht mit dem Hintergrund des Inntales abgelichtet, sieht die Rumer Spitze aus wie einer der mächtigen Gipfel im Himalaya.
Selbst im Sommer bietet der Blick dem Aufsteigenden, am Stempeljoch angekommen, eine eindrucksvolle Felspyramide, die stolz die Nordkette beschließt und von dieser doch einigermaßen einsam, durch weite, tiefe Scharten getrennt ist. Im Westen ist es die Arzler Scharte, im Osten das Thaurer Joch.

Rumer Spitze

Rumer Spitze

Als leichtester Anstieg wäre die Fahrt zum Hafelekar zu erwähnen, die mühsamen wären jene über die Arzler Scharte und über das Thaurer Joch. Der Längste an Weg und auch an Höhenmeter ist der Anstieg aus dem Halltal über das Stempeljoch und diesen wählte ich natürlich als einer, der am Fuße des Halltales seinen ständigen Stützpunkt hat.
Der mittlerweile zur Routine gewordene Anstieg per pedes bis ins hintere Halltal ist den Bergsteigern im Halltal traurige Routine geworden und zwingt dieselben früh aus den Federn.
Die Halltalstraße verläßt man vor der Brücke nach der 3. Ladhütte und steigt über den Hirschbadsteig in die Iss auf. Dies hat den Vorteil, daß man schneller ist, als über die Herrenhäuser und weiter zum Wasserberg.
Der Dschungel des Hirschbadsteiges ist besonders eindrucksvoll nachdem am Vortag Regen fiel, an Blumen, Insekten und rutschigem Letten mangelt es nicht und erspart einem die teure Reise zu Borneos Regenwäldern.

Einigermaßen gestochen von Bremsen (sie heißen nicht „Bremen“ und haben nie so geheißen!) erreicht man dann den Wald und kommt somit in Europas gemäßigte Höhenzone zurück. Oben, am Issboden angekommen, bietet sich dann ein herrlicher Blick auf den vielleicht schönsten Gipfel des Halltales, den Roßkopf.

Roßkopf

Roßkopf

Im Nu ist man dann auch schon in der Halltaler Pfeis und kann dort aus dem zweizölligen Rohr, meist bis spät in den Herbst hinein, Wasser fassen, bevor dann am Ende des Talkessels ein kleiner Steig südlich zum offiziellen Steig auf das Stempeljoch hinaufführt.
Mit dieser Abkürzung, bzw. Wegbegradigung spart man schon einiges an Zeit ein.

Tankstelle in der Halltaler Pfeis

Tankstelle in der Halltaler Pfeis

Gut gerüstet ist der weitere Aufstieg zum Stempeljoch dann nur eine Frage von ca. einer Dreiviertelstunde und dort oben angekommen hat man auch schon das Basislager von großen Urlaubergruppen erreicht, die, von der Pfeishütte kommend, nördlich und südlich auf die Gipfel ausschwärmen.

Der Blick ist überwältigend!

Blick vom Stempeljoch

Blick vom Stempeljoch

Nun verliert man ca. 120Hm indem man auf die Pfeisböden absteigen muß. Man hält sich unten am Steig zur Pfeis dann eher links (südlich) und erkennt schon den Steig in der Reise, der nördlich um das Massiv der Rumerspitze herumführt. Diesen steuert man an, um die „schönere“ Aufstiegsseite zu begehen, als der Aufstieg über brüchiges Gelände vom Osten aus (siehe die grüne Markierung in der Karte unten):

Karte Rumer Spitz

Karte Rumer Spitz

Diese Teilumrundung der Rumer Spitze dauert jedenfalls gute 20min, aber dafür hat man einen schönen Grat im Aufstieg.

Aufstiegsgrat vom Westen

Aufstiegsgrat vom Westen

Der nach Norden steil abfallende plattige Grat bietet ein paar schön ausgeformte, sehr leichte Kletterstellen, durch die man ganz beschäftigt, wesentlich rascher den Gipfel erreicht als man denken möchte.

Grat zur Rumer Spitze

Grat zur Rumer Spitze

einmal muß man am Grat südlich ausweichen

Der Ausritt auf die Südseite ist vielleicht sogar die Schlüsselstelle der leichten Übung, man klettert vor der Einschartung wieder auf die Grathöhe zurück, um die Einschartung von oben besser einzusehen.

weiterer Gratverlauf

weiterer Gratverlauf

Gipfel Rumer Spitze

Gipfel Rumer Spitze gen Westen fotografiert

Ich muß etwas schummeln, die Fotos sind von unserer Erstbegehung, Manuel, Christian und ich haben die Gipfel im Juli 2008 begangen und die letzten 4 Fotos sind also nicht heute entstanden (es war zu viel los…)
Der Abstieg erfolgt für jenen, der ins Halltal zurück muß natürlich über den Ostabstieg, der in seiner geometrischen Form kein ausgeprägter Grat ist. er ist eher zuerst eine Schlucht, recht brüchig, und dann ein Ausläufer mit einem leicht ausgeprägten Grat der zuerst nach Nord und dann nach Osten sich wendet.

Ostabstieg im Rückblick; Schlucht im oberen Teil

Ostabstieg im Rückblick; Schlucht im oberen Teil

Ostabstieg

Ostabstieg

Das nächste Ziel war für mich die Bettelwurfhütte, die weit hinten liegt, einen Marsch von ca. zweieinhalb Stunden ab dem Punkt an dem ich fotografiert habe entfernt ist und am Foto nicht sichtbar ist:

Stempeljoch und Halltal

Stempeljoch und Halltal

Der Ostabstieg endet unwesentlich weit südlich entfernt von der Stelle an der der Steig der nördlichen Umrundung beginnt.
Nach dem neuerlichen Aufstieg der ca. 120Hm auf das Stempeljoch kann man nun sich rechts haltend den Steig zum hinteren Halltal absteigen und endet am Wasserberg (erster Stollen des Salzbergwerkes, aufgeschlagen im Jahre 1272), oder man kann, wenn man noch nicht genug hat, über den Wilde-Bande-Steig zum Lafatscher Joch und weiter zur Bettelwurfhütte gehen. Letzterer Weg ist allerdings noch mit gut 300Hm im Aufstieg verbunden, weil er sich natürlich an der Geländeform orientiert und mit ständigem Auf und Ab verbunden ist.

Blick vom Stempeljoch nach Osten

Blick vom Stempeljoch nach Osten

Der Zeitbedarf für die gesamte Strecke (ohne Übergang zur Bettelwurfhütte) ab dem rigoros und autoritär sperrendem Schranken am Eingang des Halltales beträgt für den schnellen Geher gute 6 Stunden, man sollte jedoch mindestens 7,5-8 Stunden dafür einplanen, denn es gilt knapp 2.000Hm und 23km zu bewältigen.

Die Bettelwurfhütte erreichte ich heute noch in fast trockenem Zustand knapp vor 14 Uhr und dann prasselte es los. als es dann um 15:30 Uhr nachgelassen hat, habe ich den Abstieg gewagt und mußte – wahrscheinlich wegen meiner vielen negativen Posts zu den falschen Wetterberichten der letzten zwei Monate – einmal bestraft werden und es hat 150Hm unter der Hütte ordentlich angefangen zu regnen. Meine Bergschuhe sind nun deswegen sicher drei Tage unbrauchbar…
Am Abstieg von der Bettelwurfhütte erlebte ich noch ein Highlight das sicher nicht viele BW-Hüttenfans kennen und das es wert war meine Kamera im Regen dem elektrischen Kurzschlußtod auszusetzen.

Sturzbach am Abstieg 10min vor der Katzenleiter

Sturzbach am Abstieg ca. 10min vor der Katzenleiter

Und noch zwei Ansichten die man gesehen haben muß:

Der Sturzbach kreuzt den Steig (aber harmlos zu begehen)

Der Sturzbach kreuzt den Steig (aber harmlos zu begehen)

Sturzbach aus dem "Talele"

Sturzbach aus dem „Talele“

Mils, 09.08.2014

Bild

Lafatscher Überschreitung

Liebe Halltalfreunde,
die beiden Lafatscher mit der Überschreitung wäre nicht fällig gewesen, denn es gibt viel anderes das fertig zu machen wäre. Da aber Manuel mit einer hartnäckigen Hustenverkühlung seit mehr als einem Monat kämpft muß ich alleine steigen und möchte nicht die fälligen Aufgaben, die wir uns gestellt haben, alleine lösen.

Die in der Folge beschriebene Runde haben wir vor ein paar Jahren in die Gegenrichtung gemacht und genauestens beschrieben (https://www.spitzentreffen.at/kleiner-und-groser-lafatscher)

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Also habe ich heute seit längerem nicht mehr begangene Gipfel ausgewählt und das ist heute die „Lafatscherrunde“, also den Großen Lafatscher und den Kleinen Lafatscher.
Allerdings nicht auf Normalwegen, sondern auf Steigen, die wir schon früher veröffentlicht haben (https://www.spitzentreffen.at/entdeckung-einiger-alter-steige-vom-gr-lafatscher-zum-issanger) und die es sehr wert sind, begangen und veröffentlicht zu werden. Einerseits sparen sie Zeit, andererseits versprechen sie Abgeschiedenheit.

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Am Weg zum Lafatscher Joch reicht eine 2011 abgegangene Mure bis zum Fahrweg und verhindert, daß man bis fast zum Joch fahren kann. Diesen Ausläufer – vom Wasserfall ausgehend – nehmen wir und an der Steilfläche knapp vor dem Wasserfall steigen wir rechts (nordöstlich) aufwärts. Die Latschen nimmt man als sehr starke Barriere wahr, wenn man jedoch dem sehr schwach ausgeprägtem Wildsteig bzw. Wassergerinne folgt, dann kommt man genau dort hin wo man hinkommen muß.

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Vielleicht schneidet jemand einmal den Steig ein bisschen aus, dann kann man mit wenig Konzentration am Ende die Querverbindung bis zum Wilde-Bande-Steig finden.

ab der Querverbindung ist die weitere Route bis hinauf zum Wilde-Bande-Steig eine leichte Übung, denn dieser Teil ist gut sichtbar und nur teilweise mit störenden Zuntern bewachsen, die den weiteren Verlauf des Steiges zur Rätselübung machen.

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Ab dem Erreichen des Wilde-Bande-Steiges gibt es einen weiteren von uns schon früher beschriebenen Steig, der dem Anstieg zum Großen Lafatscher von östlicher Seite weit mehr dienlich ist, als die Modernvariante – nach offizieller Markierung – über den Wilde-Bande-Steig bis fast zum Bachofenkar und dort fast wieder rückwärts (nordöstlich) auf den ersten Aufschwung des Anstieges. Man spart also Zeit, wie es auch schon vor 60-70 Jahren ausgeführt wurde.

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Der Anstieg dorthin ist steil, aber lohnend. Man sieht den Lohn der Mühe dann, wenn man oben auf den Normalsteig trifft und in das Bachofenkar hinabschaut.

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Der weitere Aufstieg zum Großen Lafatscher ist leicht – jedoch muß man etwas Orientierungsvermögen haben – in den einschlägigen Führern beschreiben und dort nachzulesen.

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Die Überschreitung in der West-Ost-Richtung zum Kleinen Lafatscher beginnt ab dem Gipfelgrat mit einer schluchtartigem Abstieg in recht brüchigem Gelände und man umgeht damit einen sehr brüchigen, schwer kletterbaren Gratverlauf. Der Abstieg in die südöstlich ausgerichtete Schlucht ist aber nicht schwierig.

Blick vom Gipfelgrat über den Gratverlauf bis zum Kleinen Lafatscher

Blick vom Gipfelgrat über den Gratverlauf bis zum Kleinen Lafatscher

Weitere prekäre Stellen umgeht man dann im tiefen südlichen Lafatscherkar und ab und zu erblickt man ein Steinmandl. Allerdings kann man keine gravierenden Fehler machen, denn der Grat ist recht kurz und nach dem Tiefpunkt im Grat erklimmt man über schräg zur Gehrichtung ausgerichtete Rippen wieder die Grathöhe. Wenn man zu früh wieder auf den Grat aufsteigt, dann zwingt ein Steilabbruch nochmals zum Abstieg (max. ca. 35-40Hm). weiter aber keine Schwierigkeiten.

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Ab diesem verlockend, aber falsch platzierten Steinmandl geht es ohne Überraschungen weiter.

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Am Ende der kurzen Überschreitung muß dann in die nördliche Gratseite gewechselt werden, das Gelände erscheint aber logisch dafür ausgerichtet und man empfindet es auch so. Steinmandln weisen den Weg, man sieht sie im Foto kaum, wegen des schlechten Kontrastes. Die Steinmandeln sind an diesen Stellen eher für die Überschreiter von der Gegenrichtung wichtig, denn die können die Logik und den Gratverlauf von oben nicht erkennen.

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Rückblick am Gipfel des Kleinen Lafatscher…

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Den gesamten Grat möchte man auch sehen:

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Die Einzelheiten der Überschreitung könnte man seitenweise lang beschreiben, jedoch weiß sie im Kopf nur jener, der die Überschreitung ausgeführt hat. Diese Überschreitung ist wirklich nicht schwierig (also nach UIAA unter III), allerdings ist ein gerüttelt Maß an Trittsicherheit (Schwindelfreiheit) und Orientierungsgabe sowie alpines Gespür von Voraussetzung.

Der Abstieg vom Kleinen Lafatscher zum Lafatscher Joch erfolgt problemlos auf markiertem Steig.

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Die Tour endete nicht mit dem Abstieg über den Weg zum Issjöchl und dem hinteren Halltal sondern es mußte noch ein Besuch der Bettelwurfhütte her, sowie ein Foto der beiden Lafatscher im Spätnachmittagslicht, aufgenommen am Normalabstieg von der Hütte zur zweiten Ladhütte.

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Mils, 02.08.2014

 

Bild

Sonntagskarspitze 2.575m mit Umrundung Roßkopf

Den westlichen Teil der Gleirsch-Halltalkette, wie wir sie nennen – die zweite Karwendelkette – haben wir mit der Sonntagskarspitze nun erstmals in Angriff genommen.

das Ziel verbirgt sich hinter der Graterhebung

das Ziel verbirgt sich hinter der Graterhebung

Die Sonntagskarspitze ist der für uns, aus dem Halltal kommenden Besucher, am leichtesten erreichbare Gipfel des westlichen Teiles der Kette. Gewöhnlich steigen wir über den Hirschbadsteig zur Halltaler Pfeis auf und wenden uns im Tiefsten der im Juni üppig blühenden flachen Wiesenböden der Pfeis gen links auf ein kleines Steiglein am Latschenrand und steigen zum Anstiegsweg zum Stempeljoch auf (siehe Karte). Diese Variante zur Salinenstraße über die Herrenhäuser ist wesentlich schneller und Wasser gibt es zu dieser Jahreszeit zumeist auch aus einem zwei Zoll messenden Rohr am Pfeisboden.

immer wieder schön zum ansehen, die Iss und dahinter die Halltaler Pfeis

immer wieder schön zum ansehen, die Iss und dahinter die Halltaler Pfeis

Nach dem Stempeljoch geht es nun leider wieder bergab und zwar 300Hm zur Pfeishütte, wo man sich nochmals stärke und den Wasservorrat bei einer Trinkwasserstelle am Zubau zur Hütte auffülle, bevor man weitere nicht ganz 50Hm absteige und somit am tiefsten Punkt des Anstieges zur Sonnagskarspitze ankommt.

Die Sonntagskarspitze links und der Verbindungsgrat zur Hinteren Bachofenspitze von der Pfeishütte aus

Die Sonntagskarspitze links und der Verbindungsgrat zur Hinteren Bachofenspitze von der Pfeishütte aus

Der Steig ist einfach zu finden, er zweigt von der Straße zur Hütte nach 5 Gehminuten rechts (fast nördlich) ab und er ist von der Hütte aus gut zu sehen. Der gesamte Aufstieg zur Sonntagskarspitze ist gut markiert und sogar noch am beginnenden Karboden gibt es einen Wegweiser und zwar die Verzeigung zwischen der Sonntagskarspitze links (westlich) und der Hinteren Bachofenspitze rechts (nordöstlich).

Pfeishütte vom Steig zur Sonntagskarspitze aus

Pfeishütte vom Steig zur Sonntagskarspitze aus

der Wegweiser am vorderen Karboden

der Wegweiser am vorderen Karboden

Weiter geht es dann steil die felsdurchsetzten Wiesen hinauf bis sich die Rippe, die man besteigt, deutlich ausprägt und man eine tiefe Schlucht rechts des Steigverlaufes erblicken kann. Dieser Teil des Anstieges ist recht anstrengend, da er sehr steil ist, aber dafür geht es nun in leichter Kletterei (ohne jede Schwierigkeit) auf teilweise brüchigem Terrain weiter bis zu einem Vorkopf des Grates. Dieser Teilanstieg beginnt mit einem schön geformten kleinen Klemmblock an der beginnenden Schlucht und dauert schätzungsweise 15min, wobei das Gelände an Steilheit und Kühnheit des Grates nachläßt. ansteigt.

leichtes Klettergelände wie der Anstieg auf den Kleinen Lafatscher

leichtes Klettergelände wie der Anstieg auf den Kleinen Lafatscher

ein Klemmblock als augenfällige Überraschung

ein Klemmblock als augenfällige Überraschung

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Den Vorkopf erwartet man als Kletterei und ist sehr überrascht, sobald man den Steigverlauf entdeckt, der sich nun nach links (westlich) richtet und den Vorkopf somit elegant auf breitem Band umgeht.

der Gipfel ist noch lange nicht sichtbar

der Gipfel ist noch lange nicht sichtbar

Hinter dem Vorkopf, nach einigen wenigen Minuten kaum steigendem Steig, umgeht man einen breiten Felsen und erblickt zum ersten Mal während des Aufstieges die Sonntagskarspitze. Sie ist weiter entfernt als man geglaubt hätte.

der Steig umgeht den Vorgipfel westlich

der Steig umgeht den Vorgipfel westlich

ja, es ist noch eine gute Strecke zum Gipfel

ja, es ist noch eine gute Strecke zum Gipfel

Nun steigt man – in flacherem Gelände als die Felsköpfe zuvor – wieder zum Grat auf und steigt dazu einige Dutzend Meter rechts ab über Schutt- und Erdgelände empor.

die Sonntagskarspitze

die Sonntagskarspitze

Der Weitere Verlauf des Geländes ähnelt einem Tafelberg, jedoch mit dem Unterschied, daß die Tafel recht ordentlich geneigt ist. Man nimmt nun noch einige kleine und einen größeren Anstieg auf Erhebungen am Grat und kommt nach dieser größeren Erhebung auf den letzten Teil des Steiges.

der Grat zur Hinteren Bachofenspitze

der Grat zur Hinteren Bachofenspitze

Von dort ist der Anstieg auf einer lange glatte Platte die am oberen Rand, wiesendurchsetzt und vollkommen einsehbar, den seltsam schönen Steig trägt, der den Besteiger in ungefähr 20min zum Gipfel zu erledigen.

der Anstieg im Rückblick; eine interessante Route mit schönen Formen

der Anstieg im Rückblick; eine interessante Route mit schönen Formen

am Gipfel der Sonntagskarspitze

am Gipfel der Sonntagskarspitze

Der Ausblick von der Sonntagskarspitze ist gewaltig, liegt sie doch irgendwie in der Mitte der Kette, nach Norden und Süden sehr freigestellt und unverdeckt. Bis zum Solsteinhaus im Südwesten in 11km Luftlinienentfernung reicht der Blick.

Blick Richtung Nordkette und Reitherspitze

Blick Richtung Nordkette und Reitherspitze

Im Norden stehen die Giganten der Birkkar- und Kaltwasserkarspitze, im Westen die Linie der Kette mit der kühnen Kaskarspitze, gefolgt von den Praxmarerkarspitzen und im Osten unser Tagesziel, die Hintere Bachofenspitze mit südlichem Ausläufer, der den Roßkopf und die Stempelspitzen trägt.

das liegt vor uns

das liegt vor uns

frech wie Oskar

frech wie Oskar

Noch ein Blick zur Hinteren Bachofenspitze bevor wir den Grat angehen, der sogleich mit dem üblichen Abstieg zur tiefsten Einschartung zwischen beiden Gipfeln beginnt. Nach einer Aushöhlung am Kopf nach dem Gipfelaufbau von der Sonntagskarspitze (geeigneter Wetterschutz), geht es ohne nennenswerte Schwierigkeiten, vorbei an mächtigen Abstürzen im Norden zum Lafatscher Hochleger am breiten Grat ins Grattiefste hinab.

nun gehen wir den Grat zur Hinteren Bachofenspitze an

nun gehen wir den Grat zur Hinteren Bachofenspitze an

Dort angekommen, kann man die vor sich liegenden Aufschwünge schon näher erkennen und ahnt schon, daß man es mit manch anregender Geländeform zu tun haben wird.
Steinmandln weisen die erste Strecke häufig hilfreich und auch logisch errichtet den Weg, sie werden später weniger.

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Wie so häufig im Karwendel umgeht man mächtige Geländestufen meist südlich des direkten Gratverlaufes, so auch diese erste, schon von der Pfeis aus markante, hohe Stufe, die man bequem umgehen kann.

noch sieht man die Schlüsselstelle nicht

noch sieht man die Schlüsselstelle nicht

Weiter geht es direkt am Grat, wobei kleinere Köpfe direkt genommen werden und der Grat etwas zahmer wird. Die Brüchigkeit hält sich teilweise angenehm in Grenzen, ist aber lokal, dort wo man sie nicht gut braucht, doch recht groß. Hier Rückblick nach 20min Gehzeit ab der Sonntagskarspitze, in etwa in der Hälfte der Überschreitung.

ein Rückblick bei der Hälfte

ein Rückblick bei der Hälfte

Mit zunehmender Annäherung an die Hintere Bachofenspitze wird der Grat steiler und die abwärtsgerichteten Schneiden enden. Es folgen nur noch Aufstiege mit wachsender Steilheit, um den absoluten Höhenunterschied der beiden Gipfel von knapp 100Hm zu überwinden.

kaum südlich zu umgehen

kaum südlich zu umgehen

Diesen kühnen Kopf möchte man zuerst nicht gerne angehen und sucht südlich davon auf breitem, steil abwärtsgeneigtem Schuttband eine Umgehungsmöglichkeit, die sich aber nicht bietet. Also zurück und prüfend die Route musternd in Gratnähe. Es erschließt sich einem dann aber doch eine Route in der Verschneidung die sich als recht gut gangbar erweist und die nicht so schwierig ist, daß man sie ohne Sicherung nicht begehen möchte.

die Schlüsselstelle naht, noch wissen wir nicht wo sie sich verbirgt

die Schlüsselstelle naht, noch wissen wir nicht wo sie sich verbirgt

Weiter nun auf brüchiger, kleinstückiger, charakteristischer oranger Geologie bis zur Schlüsselstelle knapp unterhalb der Hinteren Bachofenspitze.

Schlüsselstelle knapp vor der Hinteren Bachofenspitze

Schlüsselstelle knapp vor der Hinteren Bachofenspitze

Bei dieser Stelle waren wir froh, daß wir sie im Aufstieg nehmen durften, im Abstieg ist sie uneinsehbar. Ebenfalls verlangt sie einem Respekt ab, sie ist ausgesetzt, über 4-5m senkrecht und nicht von bestem Fels gekennzeichnet (jedoch nicht übermäßig brüchig).
Man nimmt sie direkt an der Gratkante und steht unter höchster Konzentration, die richtigen Haltepunkte auszuwählen. Man kann die klettertechnische Schwierigkeit dieser Stelle im Aufstieg mit III bezeichnen.

Im Abstieg empfehlen wir unbedingt deren südliche Umgehung über Schuttbänder, was die Kollegen, die wir am Gipfel getroffen haben und die die Überschreitung in umgekehrter Richtung unternahmen auch getan haben (immerhin bekannte Extremkletterer).

die Schlüsselstelle im Rückblick

die Schlüsselstelle im Rückblick

Manuel im Nachstieg ist im senkrechten Teil kaum sichtbar. Man sieht das Geröll im Vordergrund.

sie ist nicht wirklich schwierig im Anstieg, im Abstieg möchte man sie nicht direkt nehmen

sie ist nicht wirklich schwierig im Anstieg, im Abstieg möchte man sie nicht direkt nehmen

Der Rest zum Gipfel besteht aus ca. 25Hm auf viel Schutt, die südlich über eine letzte leichte Verschneidung erklommen werden.

die letzen Meter der brüchigen Stellen des Grates

die letzen Meter der brüchigen Stellen des Grates

Der Rückblick nach vollbrachter Meisterung des Unbekannten.

am Gipfel der Hinteren Bachofenspitze

am Gipfel der Hinteren Bachofenspitze

Das Sonntagskar führt noch jede Menge Schnee für ein nach Süden gerichtetes Gelände und der Aufstieg aus diesem zum Verbindungssattel H. Bachofen/Roßkopf ist noch mit einigermaßen Schneefeldern bedeckt.

das Sonntagskar gen Südwesten

das Sonntagskar gen Südwesten

Man verläßt die Hintere Bachofenspitze über ein paar Rippen, die, Widerhaken gleich, in die Gegenrichtung überklettert werden (alles ohne Schwierigkeiten) und erreicht die tiefe Einschartung zwischen den beiden Bachofenspitzen mit den vom Halltal aus schon weithin sichtbaren markanten vier Steinköpfen.

die markanten Felsmandeln am Grat zur Hinteren Bachofenspitze im Abstieg

die markanten Felsmandeln am Grat zur Hinteren Bachofenspitze im Abstieg

Sodann geht es die sehr steile und brüchige Aufstiegsrinne hinab wobei diesmal noch einige Schneefelder die Abstiegsmühen erleichtern. sie werden kurzerhand auf den Bergschuhen abgefigelt und der firn erweist sich von typisch griffiger Konsistenz. Ein Vergnügen!

Abstieg in der Rinnen zwischen beiden Bachofenspitzen

Abstieg in der Rinnen zwischen beiden Bachofenspitzen

abfigeln mach immer Spaß und ist schnell

abfigeln mach immer Spaß und ist schnell

das Firnfeld noch immer 3m hoch an den Begrenzungen zum Fels

das Firnfeld noch immer 3m hoch an den Begrenzungen zum Fels

Weiter unten im hinteren Bachofenkar und bis dorthin, wo der Bach „offen“ ist begleiten uns noch weitere Firnfelder, die wir weidlich ausnützen, um dem unangenehmen Blockwerk zu entgehen.

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Gemsen in einer Herdenstärke von 50 Tieren (mit Jungtieren) kommen vorwiegend im abgeschiedenen Bachofenkar vor und bescheren uns noch einen tollen Anblick.

heute mehr als 40 Tiere gezählt

heute mehr als 40 Tiere gezählt

hier ist der "Bach offen" und gibt dem Kar seinen Namen

hier ist der „Bach offen“ und gibt dem Kar seinen Namen

Ein Tipp: die Abkürzung ins Halltal ist der Wilde Bande Steig in Richtung Stempeljoch und nach 10min vom Steig weglos links abwärts bis zur Stempelreise, wobei dort ein kleiner, sichtbarer Steig abzweigt über den man auf den Hauptsteig zum Stempeljoch trifft.
Diese Variante spart ordentlich Höhenmeter anstelle der Variante zum Lafatscher Joch.

Tipp für den Abstieg, nicht östlich sondern westlich und ab vom Steig auf die andere Talseite

Tipp für den Abstieg, nicht östlich sondern westlich und ab vom Steig auf die andere Talseite

und hier am Steig vom Stempeljoch einfädeln (viel kürzer und angenehmer als über das Lafatscher Joch)

und hier am Steig vom Stempeljoch einfädeln (viel kürzer und angenehmer als über das Lafatscher Joch)

Die abschließenden Harfenklänge bei Karl vor seinem Knappenhäusl machen aus der Tour einen unvergesslichen Tag. Berg Heil!

Sonntagskarspitze - Umrundung Roßkopf

Mils, 22.06.2014

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Fallbachkarspitze (Große Wechselspitze) 2.316m

Eine ausgesprochen anspruchsvolle Tour auf eine kühne Felsschneide hinter’m Haus und Zwischenziel der Königsdisziplin auf der südlichen Seite des Großen Bettelwurfes ist die Fallbachkarspitze.

Gleich vorweg sei erwähnt, daß die Fallbachkarspitze – im Volksmund und in jüngeren Karwendelführern auch Große Wechselspitze genannt wird – und daß diese Bezeichnung nicht richtig ist. Die Wechselspitze ist der kleine Sporn südöstlich der Fallbachkarspitze, von der Fallbachkarspitze getrennt durch eine Schlucht, die man durchsteigt, wenn man ins Fallbachkar aufsteigt (im AV Führer Klier 1951, Überarbeitung 1978 wird sie nicht einmal erwähnt). Diese wiederum nennt man auch Kleine Wechselspitze.
Die Höhenangaben der Fallbachkarspitze in der alpinen Literatur schwanken von 2.316m bis 2.324m.

Blick vom Gipfel der Hüttenspitze zur Fallbachkarspitze

Blick vom Gipfel der Hüttenspitze zur Fallbachkarspitze

Vom Inntal aus, vor allem wenn man genau südlich in Gnadenwald oder Mils zur Fallbachkarspitze emporschaut wirkt sie so, wie sie auch während der gesamten Besteigung ab der Wechselscharte bleibt, eine ungemein steile, kühne Felspyramide, deren mittlere Hangneigung im oberen Teil – gemessen nach alter Väter Sitte mit dem Aufdruck auf der Hülle meiner AV-Karte (Karwendel mittleres Blatt) – die 50° Marke erreicht. Dies wird einem spätestens 50Hm nach der Querung der Markierung mit der Stange bewußt.

Wir sind heute zu dritt mit unserem Kollegen Bene und beginnen den Aufstieg vom Halltal vom Parkplatz bei der Sprungschanze durch den Wald und – unmarkiert und nicht gut erkennbar für den Erstbegeher – ca. 300m vor dem Klettergarten durch den Wald zur Halltalerhütte hinauf. Die Alternative wäre die Halltalstraße bei der ersten Ladhütte am Steig rechts zu verlassen und durch die Ladhüttenklamm aufzusteigen. Der erstgenannte Anstieg ist in der AV-Karte als offizieller Steig rot eingezeichnet.

Von der Halltalerhütte geht es durch Mischwald weiter in Richtung Alpensöhnehütte. Dort trifft man nicht auf Wasser, denn die lächerliche, dieser Tage allgemein am Berg anzutreffende Hysterie um Keimfreiheit hat die Alpensöhne – so scheint es mir – veranlaßt den Brunnen abzudrehen (wer genaues darüber weiß möge bitte die Kommentarfunktion nutzen und den Sachverhalt darstellen). Jedenfalls haben wir aus diesem Brunnen schon Hektoliter getrunken und leben weiter.
Ich möchte das Thema Wasser speziell für die Sommerbesteigung nochmals besonders erwähnen, da wir schon des Öftern auf der relativ kurzen Tour zur Fallbachkarspitze bei dreiviertel der Strecke ohne Wasser dagestanden sind.
Man kann aber ca. 200m vor der Alpensöhnehütte dem schwachen Steig nördlich folgen und kommt nach ein paar Minuten zu einer Bank mit „Gipfelbuch“ und steigt dahinter im Wald auf mehreren Steigmöglichkeiten weiter (Weidevieh hat hier einige Steige hervorgebracht und man tut sich schwer immer exakt der Markierung zu folgen, wenn man sie nicht vorausblickend ansteuert.
Jeder Anstieg führt aber letztendlich zu einer Verengung der Steigmöglichkeit oben und, gleich einem Flaschenhals, spuckt der Wald den Ersteiger aus und man findet sich mit befreitem Gefühl auf einer luftigen, kurzen und zunternbewachsenen Querung wieder, die man dann links wendend über eine Rinne (Ferkelrinne) verläßt und gut markiert links der Rinne hochsteigt.
Nach ungefähr 150Hm erreicht man eine mehr oder weniger ausgeprägte Schotterreise, deren schottrige Stellen man tunlichst versucht auszustellen. Diese unangenehme Stelle ist jedoch recht kurz und oben taucht man, weiter westlich als die Reise, wieder in die Zuntern ein und steigt – immer gut markiert – zur Hüttenspitze, oder wie sie richtig heißt, dem Halltaler Zunterkopf empor.

die Nagelwand

die Nagelwand

Von hier aus hat man einen ausgesprochenen Logenplatz auf das Ziel, die Fallbachkarspitze und man erkennt auch präzise die trennende Schlucht bzw. im oberen Teil die Rinne die die beiden eingangs erwähnten Gipfel separiert (wobei man erwähnen muß, daß die Kleine Wechselspitze kein eigentlicher Gipfel ist, sondern ein Grat, der sich von der Rinne südwärts zieht und der am Ende mit einer Steilwand zur Wechselscharte abfällt).

Wechselscharte ist das Stichwort, das den nächsten Etappenpunkt darstellt. So toll wie man die weitere Tour nach oben sehen kann, so gut sieht man vom Gipfelkreuz der Hüttenspitze auch nach unten zur Wechselscharte, die man nun ansteuert. Leider verliert man dabei ziemlich genau 100Hm, die sich am Gegenhang als mühsam wieder eingenommen erweisen.
So wie man den Gipfelrücken der Hüttenspitze betreten hat, so verläßt man ihn wieder rechts bzw. östlich, etwas südlich des zunternbewachsenen Grates auf gut sichtbarem und markiertem Steig. Nach zwei Minuten erreicht man dann an der Südseite steileres Terrain und steigt über dieses weiter hinab bis sich der Steig nordwärts wendet und über Wurzelwerk hinweg erreicht man eine kleine Rinne, ca. 15m hoch, die in das Verbindungsgelände zur die Scharte führt und nach unten hin flacher wird.

An der Scharte angekommen sieht man schon etwas oberhalb einen recht neu angelegten Klettersteig, den man sogleich in Angriff nimmt. Es ist dies die Nagelwand und sie ist sehr steil, also empfiehlt sich für den Erstbegeher und den Vorsichtigen ein Klettersteigset. Steinschlag haben wir dort noch nie beobachtet, jedoch ist ein Helm auch für die weitere Tour von Vorteil.

Am Ende der Nagelwand (auch Ende des Klettersteiges) dreht man sich außer Atem zur Hüttenspitze um und hat somit den Abstieg wieder kompensiert. Gleichzeitig ist es nun ziemlich heiß geworden, wenn man die Tour an einem wolkenlosen Tag unternimmt. Ab jetzt stellt sich die Frage nach dem Trinkvorrat…

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Durch die Zuntern und teilweise anstrengendes Gelände steigt man weiter, an der kleinen verwitterten Holztafel mit dem Abzweig „Fallbachkar“ bis zum flacher werdenden Rücken empor und achtet nun auf die Markierung mit einer Holzstange in einer Steinanhäufung. An dieser Stelle hat man die Wahl zwischen dem Grat und der westlich davon gelegenen Rinne.
Wir nehmen die Rinne und hoffen – je nach Tageszeit – auf einige schattige Stellen in dieser beim weiteren Aufstieg. Nach der Holzstange einige Meter abwärts und sogleich wieder steil über eine kleinstückige Reise hinauf bis die Rinne felsdurchzogen wird. Der weitere Anstieg ist sehr schön voraus zu sehen, da zwei Tage vor unserer Begehung (unsere Begehung fand am 9.6. statt) die uralten vergilbten Punktmarkierungen mit einer dunkelrot schimmernden Farbe streifig sehr schön sichtbar neu markiert wurde und auch das GB ausgetauscht wurde. Danke Mander!

Markierungsstange

Markierungsstange

Nun offenbart sich die Rinne mit ihrer extremen Steilheit über gute 250Hm bis zu einem schmalen Grat, der von der Hüttenspitze aus gut sichtbar ist. Hat man diesen erreicht steigt man, sich nach Osten drehend, über eine kleine noch steilere Rinne ca. 20m hinauf und befindet sich auf einem einladend flachen, wiesenbewachsenen Plateau mit – um diese Jahreszeit – im Sonnenlicht unerschrocken aufgerichtet und kraftstrotzenden Enzianen und Platenigln.

Basislager am Plateau

Basislager am Plateau

Das Plateau zum Verweilen genutzt und den weiteren Anstieg nun im echten Klettergelände gemustert steigt man nun an der Ostseite des Gipfelaufbaues zuerst einige Meter fast eben auf einem schmalen und dann breiter werdenden Band bis zur Einstiegstelle der Kletterei und befindet sich nur mehr ca. 50Hm unter dem Gipfelgelände. Die leichte Verschneidung gilt es nun zu meistern und wir haben sie vor sieben, acht Jahren auch nicht beim ersten Mal geschafft. Es gilt jedoch nicht die Nerven wegzuwerfen, denn die Verschneidung ist sehr gut mit festen Griffen und Tritten ausgestattet, hat an der schwierigen Stelle einige Klammern als Steig- und – bei Bedarf – Sicherungshilfe und formt sich im oberen Teil symphatisch eng, einem Mutterschoße gleich und beugt somit dem Kitzel der Ausgesetztheit vor.

die Verschneidung am Gipfelaufbau

die Verschneidung am Gipfelaufbau

Am Ende der Verschneidung wird es etwas luftiger und man wendet sich fast 120° nach links, umgeht einen Felssporn und ist am zuerst schmalen Grat, der sich nach wenigen Metern verbreitert und nimmt die letzten Höhenstufen zum ca. 100m entfernten Gipfel.

...am Ende der Verschneidung wendet man sich 120° nach links...

…am Ende der Verschneidung wendet man sich 120° nach links…

die letzte Markierung im Aufstieg

die letzte Markierung im Aufstieg

Die Aussicht zu allen Himmelsrichtungen ist phänomenal und entschädigt für die Mühen.
Im Norden das Bettelwurf-Osteck; es liegt ausgebreitet vor einem da und lockt mit einer wild aufragenden letzten Steilwand, die heuer auch noch gemeistert werden wird.
Im Süden das Wiesenplateau und die Felsabstürze des Ausläufers, im Westen der beginnende Eisengatterergat und die Bettelwurfhütte, gerade noch über dem Grat sichtbar, sowie im Osten die mächtige Formation der Hohen Fürleg, die mit den wild gezackten Fallbachkartürmen – dem Unterkiefer eines Raubtieres gleich – in Verbindung mit König Bettelwurf steht.

das Bettelwurf-Osteck

das Bettelwurf-Osteck

die Bettelwurfhütte hinter dem beginnenden Eisengatterergrat

die Bettelwurfhütte hinter dem beginnenden Eisengatterergrat

Hohe Fürleg

Hohe Fürleg

Der Rückweg von der Fallbachkarspitze wird normalerweise nicht angetreten, sie ist viel mehr Zwischenziel des Aufstieges zum Osteck des Großen Bettelwurf. So wie viele Tourenberichte es tun müssen auch wir den Abstieg als strapaziös und langwierig beschreiben. Man tritt ihn mit Vorsicht an, die Steilheit des Geländes läßt nur verminderte Gehgeschwindigkeit zu und oft muß man in der Rinne richtig abklettern. Man beachte dies bei entsprechenden Wetterbedingungen. Der Wetterschutz, den man bis zur Wechselscharte finden kann, ist kärglich.

die Aufstiegsrinne zum Plateau im abstieg

die Aufstiegsrinne zum Plateau im abstieg

Es gibt eine Möglichkeit am Verbindungsgrat zum Osteck zum Bettelwurfkar und weiter zum Eisengatterergrat zu queren und somit wäre man auf leichtem Abstiegsgelände und mit der Bettelwurfhütte sogar in Biernähe, jedoch können wir diese Variante noch nicht antreten und jetzt nicht beschreiben, da wir sie erst finden müssen. Und dies wird heuer von der anderen Seite im Aufstieg erfolgen, denn die Rinnen, die dabei in Betracht kommen, möchte man bei der Erstbegehung lieber aufwärts durchsteigen als abklettern.

das Gröbste geschafft

das Gröbste geschafft

Den Rückweg ohne nennenswerten Trinkvorrat gemeistert und die Wechselreise in Rekordtempo mit -80Hm/min auf der Vector genommen kann uns nichts mehr vor dem nahen Gh. Walderbrücke aufhalten. Ein Minigewitter ist auch schon im Anrollen.

ein Minigewitter treibt uns  die Reisen hinab...

ein Minigewitter treibt uns
die Reisen hinab…

Man rechne mit dem Aufstieg bis zur Hüttenspitze mit ca. 1:30 Stunden und bis man die gleiche Höhe auf der Nagelwand erreicht hat mit nochmals gut 30min. Von dort wird es mühsam und für den Aufstieg bis zum Plateau addiere man weitere 1:30 bis 1:45 Stunden. Den Gipfel ab dem Plateau erreicht man in 15 bis 20min.
Der Rückweg läßt sich in 2:30 bis 3 Stunden ausführen, vor allem wenn man die Reisen zum Abfahren nimmt. Sie sind in Summe 700m hoch und können über weite Teile benutzt werden.

Mils zu Sonnwend 2014