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Laliderer Falk, 2.427m

Der höchste Gipfel in der Falkengruppe, der Laliderer Falk, ist durch seine nicht ganz mühelose Besteigung ein eher einsames Ziel und sie kann als eine schöne Runde ausgeführt werden, mit einer rassigen Kletterei zu Beginn der Tour.

Laliderer Falk, 2.427m

Ausgehend vom Parkplatz P6 im Risstal wird zur Begehung als Rundtour über das Laliderertal in das Blausteigkar eingestiegen und von diesem über die Sprungrinne auf den Gipfel. Der Abstieg erfolgt über den Nordgrat und die Flanke des Turmfalken hinab in das Falkenkar mit Vollendung der Runde über einen bereits recht unbegangenen, halb verfallenen Steig um die nordöstlichen Waldhänge der Falkengruppe herum zurück zu P6.

links die runde Kuppe des Laliderer Falk, mittig Turmfalk und rechts Totenfalk

Wegen des wieder früh am Tag gewitterträchtig vorausgesagten Wetters starteten wir kurz nach sieben Uhr vom Parkplatz zum Steig in das Laliderertal, der Risstalstraße gegenüberliegend.
Das Laliderertal beginnt mit einer kleinen Geländestufe von etwa 100 m zum Risstal und der Steig führt auf den Fahrweg zur Lalidersalm. In der Morgenstimmung erscheinen die imposanten Laliderer Wände als mächtiger, unüberwindbarer Talabschluß im Morgenlicht.

auf dem Almweg ins Laliderertal einwärts

Nicht ganz auf halbem Weg zur Lalidersalm führt der eher flache Weg über zwei Kurven hinab in die Talsohle und östlich davon wieder mit leichter Steigung taleinwärts. Rechterhand öffnet sich mit zunehmender Einsichtigkeit eine Schlucht hinter der bis dorthin uneinsehbaren Flanke, die den Marchgraben bildet.

das Blausteigkar oben wird sichtbar, der Einstieg noch nicht

Über den Bachlauf oder dem begrenzenden südlichen Schuttkegel wird zum Beginn der Schlucht aufgestiegen.

die imposanten Laliderer Wände im Morgenlicht

Massive Reste des ungewöhnlichen Winters 2018/19 konnten wir selbst im späten August noch bestaunen. Gebrochene und abgerutschte Eisschneebrocken im
Bachlauf mit Dimensionen von Wohnzimmern nebst meterhohen Lawinenresten schafften eine Atmosphäre wie am Gletscher auf etwa 1.300 m – im Karwendel.

Anstieg zum Marchgaben

Die Schlucht zwingt zur Besteigung auf der rechten Seite im Aufstiegssinn und hier treten auch bereits die schwierigsten Abschnitte der gesamten Tour deutlich hervor.

gewaltige Dimensionen der Brocken

Wir hielten uns recht nahe am Bach und konnten die eine etwas ausgesetzte Stelle genau feststellen, die der Beschreibung des AV-Führers mit III- entspricht. Das restliche Gelände mit Bewertung II haben wir ebenfalls so empfunden.

Einstieg im Marchgarben

Möglicherweise könnte weiter entfernt vom Bach, bzw. von der Grabenverschneidung, über die begrünten Partien leichter aufgestiegen werden.

nach der Schlüsselstelle

In unserem Aufstieg waren vor und nach der Dreierstelle allerdings zwei alte Haken erhalten, die für die Wahl unserer Route als Normalaufstieg in der nordöstlichen Grabenflanke sprachen.

Schlüsselstelle

Nach Überwindung der ersten Steilstufe betritt man nach wenigen Minuten weiteren Aufstieges eine Flachstelle des Bachbettes, von der aus das folgende Gelände um den Bach weniger steil fortsetzt. Rechts im Aufstiegssinn muß jedoch noch eine unangenehme, eher griffarme Plattenfläche erklommen werden, bevor leichteres Gelände erreicht wird.

flacherer oberer Teil des Marchgrabens

Der AV-Führer spricht hier von einem Wechsel auf die linke Seite und der Fortsetzung des Aufstiegs in einem Rechtsbogen bis unter die Latschen.

Blick auf die Felsflanke gemäß Aufstieg AV-Führer

Gleich nach dieser Stelle trafen wir auf die nächsten Lawinenreste, die in ihren Dimensionen recht beeindruckend wirkten, nimmt man geodätische Höhe und Jahreszeit ins Kalkül. Dieser obere Bereich im Graben mutet an als könnte er gerne von beachtlichen Schneemassen gefüllt werden, die möglicherweise manchen Sommer überleben. Angesichts der heuer im späten August noch signifikant vorhandenen Massen jedenfalls den heurigen.

das einsame Kar beherbergt eine heute seltene Alpenblume

Mit unserer Entscheidung rechts vom Lawinenrest anzusteigen erkauften wir uns auch eine Querung der Flanke vom Laliderer Falken herunter. Oberhalb der Schlucht mit steilte die Flanke auf, bot aber guten Wettersteinfels zur Querung nach Osten in das unters Blausteigkar.

Erkundung einer Querung in die gegenüberliegende Flanke ohne Aussicht auf Erfolg

Ein Steinmandl inmitten der Querung ließ und wissen, daß nicht nur die Route des Führers, die unterhalb der Lawinenreste bereits die Flanke gewechselt hätte, sondern auch unsere Route eine öfters begangene Route sein sollte.

Querung oberhalb der Latschen beschlossen

Am Weg durch den eher abwärts geschichteten Fels in der Flanke lösten wir einige lose Partien aus, die mit dem typischen Geruch organischen Materials auf die Lawinenreste talwärts sausten und rasch verstummten. Ein Zeichen, daß der Anstieg ins Blausteigkar doch nur wenig frequentiert wird.

Querung durch die Felsflanke (Stellen II)

Wie noch jede wenig sympathische Querung endete auch jene mit dem positiven Gefühl anschließend erstrebenswerteres Aufstiegsgelände zu erreichen. Tatsächlich setzte sich der weitere Aufstieg in einer bewachsenen Steilflanke mit gutem Untergrund und Gamssteigspuren fort, bevor wir das Gelände, im Ansatz zum eigentlichen Blausteigkar hin, noch mit – für das Karwendel – untypischem und sehr großem Blockwerk gefüllt vorfanden.

Rückblick am Ende der Querung

Die Strecke durch das Blockwerk war mit etwa weniger als 100 Hm allerdings auch kurz und am Neigungswechsel zum Kar hin verschwand dieses auf knapp oberhalb von 1.900 m sehr rasch wieder.

am Ende der Querung

Das Blausteigkar erscheint nicht als typisches Karwendelkar, bei dem alle begrenzenden Flanken ihre Schuttreisen in das Kartiefste abladen.

daher der Name Blausteigkar?

An seiner Nordostbegrenzung, zur Sprungrinne des Laliderer Falken hin begrünt, vom Süden des Steinfalk herunter mit mächtigen Reisen beladen und im Westen mit einer fest erscheinenden und ebenfalls begrünten Flanke auf den Verbindungsgrat zwischen dem Pkt. 2.317 m und dem Steinfalken hin eher flach anmutenden Flanke erscheint es atypisch, vor allem bei der Begehung von unten.

im blockgefüllten Teil des unteren Blausteigkars

Die Sprungrinne, vom begrünten Schuttkegel aus gut einsehbar, erfordert vom Tiefsten des Blausteigkars aus noch einen kurzen mühsamen Aufstieg durch die Schuttreisen unterhalb ihres Endes.

die Sprungrinne erstmals sichtbar

Mag die erste Einschätzung der Sprungrinne von ihrem unteren Ende aus für das Auge recht undeutlich die linke Begrenzung als die geeignete erscheinen lassen, so wird noch weit vor Erreichen der ersten hundert Aufstiegsmeter klar, dass die rechte die richtige Wahl ist.

die Sprungrinne erreicht

Beide Flanken der Rinne neigen sich bald leicht gegen Osten und der Plattenfels der rechten Begrenzung tritt klar als die bessere Aufstiegsroute hervor.

Beginn der Kletterei in der Sprungrinne

Leicht zu klettern und weg von der uneinsehbaren, teils beklemmenden Rinnenverschneidung steigt es sich in der rechten Flanke der Sprungrinne komfortabel bis zur Verschmälerung, etwa nach zwei Drittel des Gesamtaufstieges zum Grat.

Rückblick auf das Blausteigkar

An dieser Stelle tritt der geologische Wechsel zwischen Muschelkalk und Wettersteinkalk – wie uns ein Altmeister der Geologie Tirols, Otto Ampferer, lehrt – deutlich zutage und sogar dem Laien muß die Andersartigkeit der Felsflächen westlich und östlich der Sprungrinne ins Auge fallen. Der Autor nimmt an, daß die Bezeichnung „Sprungrinne“ mit großer Wahrscheinlichkeit ihren Ursprung von dem von Ampferer beschriebenen „Sprung“ der geologischen Abfolge abgeleitet ist.

guter Fels rechts der Rinnenverschneidung

Im Aufstiegssinn rechts der Sprungrinne klettert man also auf (etwa ein paar Millionen Jahre) jüngerem Wettersteinkalk und die Unterschiede der beiden Rinnenseiten treten auch topografisch deutlich zutage.

Rückblick auf die ersten 50Hm Kletterei

Im Mittelteil folgt dem gutgriffig steil geschichteten Fels eine interessant kletterbare Plattenfläche, durchzogen von feinen bis groben Rissen, die in verschiedenen Schwierigkeitsstufen geklettert werden kann.

schöner Plattenkalk über etwa 40Hm

Die Verschneidung dieser (offenbar die Scherfläche des Sprungs) Fläche mit dem links (westlich) anlagernden Muschelkalk erwies sich in der Kletterei nicht so fein als die offene glatte Fläche, sodaß Holger nach anfänglichem Probieren auch auf die Platte wechselte.

Holger versucht in der Verschneidung zu klettern – quert dann auf die Platte

Gegen das obere Ende der Platte hin wird wieder gegen die Verschneidung hin gequert. In dieser Querung befanden sich bei unserer Begehung ein zwei kurze Züge, bei denen wir zwischen Feuchtflächen über die Platte herab auf Reibung angewiesen waren, die man durchaus als etwas anspruchsvoller (II bis -III) empfunden könnte.

rassige Stellen auf der Platte

Die Querung erfolgt zu einem schwarzen Schlund aufsteigend, der rechts liegen gelassen wird (leider hat der Autor verabsäumt die höhlenartige Vertiefung näher zu inspizieren) und an dessen Westseite durchaus steil zu einer gelblichen Störzone mit viel jungem Bruch weiter aufgestiegen wird.

unterhalb des Seitenwechsels

Wenig oberhalb der gelben Stellen verschwindet die schlechte Geologie wieder und die Rinne verbreitert sich. Unter viel Schutt als Füllung der flachen oberen Partie der Rinne wird die Scharte zwischen dem südwestlichen Vorgipfel und dem Hauptgipfel des Laliderer Falk erreicht.

durch die Störzone in den obersten Teil der Rinne

Über eher glatten jedoch genügend strukturierten Fels kann nun kurz vor der Scharte in leichter Kletterei östlich auf den Gipfelkamm, oder von der Scharte nordöstlich ohne Kletterei direkt zum Gipfel aufgestiegen werden.

Rückblick auf den Seitenwechsel

Den Gipfel des Laliderer Falk ziert kein Kreuz, obwohl er die höchste Erhebung in der Falkengruppe darstellt. Das Gipfelbuch wird im üblichen Gipfelsteinmandl verwahrt.

Jürgen und Holger oberhalb der Scharte – links von ihnen geht es auf Steigspuren zum Gipfel

Der Tiefblick auf die Ausgangsstelle im Laliderertal – dem Marchgraben –  erscheint vom Laliderer Falk in besonders eindrucksvollem Winkel von 50° zur Horizontalen, den man mit dem großen Höhenunterschied von 1.300 Hm nicht sehr häufig im Karwendel in dieser Dimension vorfindet.

den Gipfel des Laliderer Falk erreicht

Natürlich mit Ausnahme der naheliegenden Laliderer Wände, die zwar über einen weit steileren Winkel, allerdings nicht über einen dermaßen großen Höhenunterschied zur Basis verfügen.

beeindruckender Tiefblick auf den Ausganspunkt Marchgraben

Glücklicherweise schien uns das Wetter hold zu bleiben. Die umliegenden Gipfel waren zwar teilweise von Nebeln gesäumt, besonders eindrucksvoll das sieben Kilometer und 40 m höhere Sonnjoch im Osten.

Sonnjoch im Osten mit Nebelhaube, rechts Gamsjoch

Leider erlaubte die Bewölkung auch keine sonnenbeschiene Aufnahme der grandiosen Gratüberschreitung vom Kleinen Falk zum Risser Falk, die wir wenige Wochen zuvor mit großem Vergnügen durchgeführt haben.

Risser Falk und Kleiner Falk gegenüber – dazwischen die tolle Gratüberschreitung

Die weitere Planung – falls das Wetter halten sollte – bestand in der Erweiterung der Tour zur Runde über die Scharte zwischen Laliderer und Turmfalk, sowie dem Abstieg durch die Westflanke des Turmfalks (im Bild vom Risser Falk aufgenommen und mit Abstiegsroute) und diese gingen wir nach einer moderaten Gipfelpause an.

Abstieg über die Westflanke am Turmfalk

Zunächst muß vom Hauptgipfel des Laliderer Falk einige Dutzend Meter abgestiegen werden, um die Verbindungsscharte mit dem vorgelagerten Nordgipfel zu erreichen.

Abstieg über Rinnen vom Hauptgipfel bis zur Querung zur Verbindungsscharte mit dem Nordgipfel

Der Abstieg ist zum Teil mit Steinmandln gekennzeichnet, es bedarf jedoch guter Augen, um jene von oben immer auszumachen.

Querung zur Scharte

Aber auch ohne diese wird der Weg in der Nordwestflanke gefunden. Bei einem etwas größeren Schuttfeld nach dem Abstieg in kurzen Rinnen wird gegen Nordosten gequert und mit einigen Aufstiegsmetern die Scharte erreicht.

Querung in die Scharte

Jenseits derselben steigt es sich vorzüglich über ein gewendeltes schuttiges Band, das vom Hauptgipfel au gut auszumachen ist, bis zur Ostkante des Nordgipfels. Über diese steigen wir dann hinab auf den breiten schuttigen Nordostrücken des Laliderer Falk.

Scharte

Am Rücken hielten wir uns in Gratnähe zum Abbruch ins Laliderertal hinab (der Abstieg direkt auf der zentralen Fläche am Rücken wäre der Mühlviertlerweg) und über die grasigen Hänge in Schartennähe zum Turmfalk hin querten wir wieder auf diese zu.

erste Abstiegsmeter auf der Nordseite

Beim Anblick des Turmfalken von der Scharte aus reifte die Idee eines weiteren Abenteuers, aber dieses wird später einmal beschrieben werden.

phantastisch anzusehender Nordgrat mit Turmfalk und Totenfalk

Der Abstieg über die Nordostflanke ist kein sonderlich schwieriger, jedoch erfordert er eine gute Portion Orientierungsvermögen. Die Hangneigung ist groß und über die gesamte Strecke von oben uneinsehbar.

Vorbereitung auf den Abstieg

Kommt man also erstmals im Abstieg auf den teilweise vorhandenen Steig, so ist man sehr auf die Steinmandln und eben auf eigenes Orientierungsvermögen angewiesen.  In unserem Fall erwies sich das „Recognosciren“ von der Gegenseite – einige Wochen vorher, vom Risser Falk aus – als vorteilhaft für das Vorhaben.

Abstieg von der Scharte aus gesehen

Im Prinzip folgt der Abstieg im oberen Teil einem langen, abfallenden Band, das eine Trennfläche im Gebirgsaufbau darstellt. An der entscheidenden Stelle, in der man das Band verläßt und über eine Rinne in der Falllinie weiter absteigt, fehlt die Markierung durch ein Steinmandl – höchstwahrscheinlich aufgrund der ungünstigen Geländeform, die eine dauerhafte Markierung erschwert.

Rückblick auf die Nordostflanke des Laliderer Falk

Die Steigspuren verschwinden in grobem Kies und auf dem gewachsenen Fels in der Rinne, sodaß wir zunächst vor der Situation standen, am schrägen Band, dem wir so lange gefolgt sind, schon auf der nächst folgenden flacheren begrünten Rippe plötzlich keine Steinmandln und Steigspuren mehr vorzufinden und andererseits den Abzweig nach links in die Rinne aber auch nicht klar als Fortsetzung des Abstieges zu erkennen.

Rückblick auf den ersten Teil des Abstieges am abfallenden Felsband

Zunächst suchten wir vergebens auf der nächsten Rippe in etwa 200 m Entfernung eine Markierung mittels Steinmandl zu entdecken. Diese nächste Rippe ist leicht erkennbar, da sie vollflächig mit Latschen bewachsen ist und somit einen markanten Punkt darstellt.

typischer Steigverlauf über Rippen hinweg mit Steinmandln

Etwas irreführend sind die Steigspuren durch die Latschen, die wahrscheinlich nur Gamsspuren sind.
Damit lag also relativ klar auf der Hand, daß das lange abwärtsführende Band an dieser Stelle zu verlassen und in die Rinne vor der begrünten Rippe auf der wir standen einzusteigen ist.

an dieser Stelle im Steig zieht sich eine breitebegrünte Rinne bis zur Scharte zwischen Totenfalk und Turmfalk – das ist noch nicht die Abstiegsrinne

Als zweite Möglichkeit kam die breitere Rinne nördlich voraus in Betracht und ehe wir alle einig waren welche wir nehmen sollten steig Simon zur Erkundung nördlich voraus hinab.
Wir drei nahmen nun die Rinne am Ende der Steigspuren vor der Rippe auf der wir standen und entdeckten einige Dutzend Meter tiefer wieder Steinmandln – die Entscheidung war also richtig.

Ausblick auf die noch bevorstehenden Rippen

Weiter unten, etwa 100 Hm, sahen wir dann auch schon Simon beim rückwärtsqueren zur Rinne, in der wir uns befanden.

weiterer Abstieg durch steiles Gelände zur nächsten Rippe; unten sieht man die nächste Rippe vor der man ohne Steigspuren links in die Falllinie dieser Rinne absteigt

Die Rinne wird bis zu einer größeren Latschenfläche abgestiegen und dort wendet sich die Route im Abstiegssinn nach links (südlich) und quert recht flach zum Falkenkar hinaus.

Holger im Abstieg; hinten sieht man die letzte Rippe, die nicht mehr überschritten wird

Die Querung umgeht quasi noch einen letzten Steilabbruch und mündet in einen Schuttkegel sanft auf die Karwiesen ein. Das Falkenkar wird etwa auf einer Höhe von 1.780 m erreicht.

der Ausgang aus der Westflanke zeichnet sich ab

In der Frontalansicht vom Risser Falk gegenüber sieht die gesamte Route durch die Westflanke des Turmfalk logisch aus, die Tücke bei der Erstbegehung von oben ist aber, daß jeweils recht wenig des Abstieges einsehbar ist und über den Großteil der Westflanke im untersten Teil ungangbare, oder nahezu ungangbare Abbrüche warten, die man im Abstieg nicht herausfordern muß.

unten quert Simon zurück

Der restliche Abstieg über das malerische Falkenkar erfolgt bis zur Forststraße auf etwa 1.130 m auf gut sichtbarem, schmalem Jagdsteig mit einigen Quellen zum Nachtanken. Eine Beschreibung davon ist hier zu finden.

Ausgang aus der Westflanke ins Falkenkar

Um von der Forststraße möglichst auf kurzem Wege zurück zu P6 zu kommen, wählten wir auf der AV-Karte einen Steig um das nordöstliche „Eck“ der Falken, um den in der Karte benannten „Äuerlstuhl“ herum, der unweit des Parkplatzes in die Rißtalstraße einmündet.

Rückblick auf den Steig – zwischen den Latschen in der linken Bildhälfte wird bis zur unteren rechte Bildecke abgestiegen

Der Steig wird über die Forststraße erreicht, über die mit leichter Steigung bis zu ihrem Ende angestiegen wird. Kurz vor dem Ende befindet sich ein Jägerstand und durch den Wald sieht man auf der dahinterliegenden Bergwiese einen kleinen Felssporn, der vom Ende des Weges aus im Abstieg erreicht wird.

oberhalb des mit Latschen bewachsenen Kopfes in der unteren Bildhälfte wird von links nach rechts gequert

An diesem Felssporn beginnt der halb verfallene Steig, der sich lange sehr höhenparallel durch den Wald zieht, bevor er in einen Forstweg einmündet und fallend zur Rißtalstraße ausläuft. Von dort zurück zu P6 über kaum 10 min entlang der Straße.

Ansicht vom Holzplatz auf das untere Falkenkar; links oben befindet sich die Rippe, die schon nicht mehr begangen wird, auf der Rippe vorher wird abgestiegen

Somit benötigten wir vom Holzplatz im Falkenkar (1.130 m) bis zu P6 nur 50 min, kürzten somit signifikant ab und entkamen dem einsetzenden Regen bei Bier und Kuchen in der Garberlalm.

verfallener Steig um den Äuerlstuhl herum

Die gesamte Tour erstreckt sich über 1500 Hm Aufstieg und 8 ¼ Stunden Gehzeit incl. Pausen. Die Länge der Strecke beträgt etwa 12,5 km.
Anmerkung: Wenn der Abstieg nach Norden nicht bekannt ist und aus Wettergründen (Nebel?) ein zügiger Abstieg zurück durch die Sprungrinne erforderlich erscheint, kann auch der klettertechnisch einfachere Weg über den Kamm, der das Blausteigkar westlich bildet und die Grüne-Rinn-Scharte ins Auge gefasst werden. Allerdings erfordert diese Variante einen weiteren Aufstieg aus dem Blausteigkar bis auf den Kamm (etwa 250m), sowie die Überschreitung der Erhebungen bis vor die Flanke des Risser Falk mit weiteren Aufstiegsmetern. Jeder Rückzug aus dem Blausteigkar ist also mit nicht zu unterschätzendem Aufwand verbunden – ins Laliderertal mit einem bei Nässe unangenehmen bzw. gefährlichen Abklettern in den Marchgraben und über die Grüne-Rinn-Scharte mit weiterem Aufstieg sowie erheblich größerem Zeitbedarf.

Mils, 25.08.2019

 

Kleiner Falk 2.190m – mit Überschreitung zum Risser Falk

Bereits kurz vor der Ortschaft Hinterriß am Weg von Norden ins Karwendel läßt den Bergsteiger und Gratkletterer der kühne Anblick der Falkengruppe – sichtbar ist der Kleine Falk und der Grat zum Risser Falk – nicht mehr los.

Sequenz Schlüsselstelle 4 – man achte auf die Tritte

Die Reifung die Tour zum Kleinen Falk und die Gratüberschreitung zum Risser Falk im neu auserkorenen Arbeitsgebiet des Autors zu unternehmen dauerte keine Woche – sie mußte unbedingt kurz nach der tollen Tour auf den Risser Falk begangen werden; das nachstehende Foto ist von dieser schönen und eher leichten Tour entlehnt und grundsätzliche Details über Hinterriß, das Falkenkar und dem Abstieg vom Risser Falk können auf diesem Link nachgelesen werden.

Kleiner Falk und Grat zum Risser Falk von Hinterriß aus gesehen

Dieser Beitrag behandelt den Aufstieg zum Kleinen Falk, die Gratüberschreitung zum Risser Falk und nur übersichtshalber einige Hinweise zum Abstieg über die Grüne-Rinn-Scharte und das Falkenkar.

Kleiner Falk vom Parkplatz P4 aus gesehen – die Aufstiegsroute direkt einzusehen

Der schöne und lohnende Gratübergang wird mit einem etwas abenteuerlichen Aufstieg in kniehohem Gras über steiles und wegloses Gelände eingekauft, in dem auch Intuition nötig ist, der Falkenstuhl wird aber jedenfalls gefunden. Ausweichen und Umgehen von morschen Baumriesen aus Windbruch ist weiter oben im lichten Wald ein schweißtreibendes Unternehmen und Scharen von Bremsen unterstützen im schwülen Hochsommer die Abwehr des Berges Klettertouristen zu empfangen.

Aufstieg im lichten Wald in knietiefem Gras

Die Redewendung der Lateiner „per aspera ad astra“ hat am Gipfel des Kleinen Falk seine uneingeschränkte Gültigkeit.

typisches Aufstiegsgelände zum Falkenstuhl

Umso mehr schätzt der Pflanzenfreund unter den Bergsteigern die Vielfalt und Dichte an Alpenblumen am Kreuzgipfel des Kleinen Falk – von der Orchidee bis zum Edelweiß darf er auf Wohnzimmerfläche in etwa 2.070m Höhe ein halbes Dutzend Arten schauen.

Rückblick unterer Teil

Vom Ausgangspunkt für Touren aus dem Norden in die Falkengruppe, dem Parkplatz P4 der Mautstraße, wird die Rißbachbrücke überquert, die gleichzeitig den Zugang zum Johannestal und der Falkenhütte darstellt.

zwischendurch erfreut der Blick zur Birkkarspitze

Noch in der Ebene am südlichen Ufer, etwa 200m am Weg nach dem Überschreiten der Brücke, wird vom Schotterweg in den Wald abgebogen und wiederum nach kaum 100m die sofort ansteigende Böschung des Waldes erreicht. Über hohes Gras wird nun in teilweise von Forstarbeiten geprägtem Gelände intuitiv aufgestiegen. Nach etwa 150Hm wird eine Geländestufe erreicht, die recht flach den nächsten, langen und steilen Abschnitt einleitet.

Gelände vor dem Falkenstuhl

Fehl kann kaum angestiegen werden, denn zur Linken ist das Aufstiegsgelände mit wenig einladenden Schrofen durchzogen und zur Rechten würde man sofort an der Felsgestalt des Kleinen Falk erkennen, daß man zu weit in Richtung der Falkenstuhlrinne geraten ist. Auch bildet sich weiter oben eine Art Verschneidungsbuckel aus, dessen Höhe von der aufgehenden Sonne von den dünkleren Waldpartien westlich davon geschieden wird. Diesem Verschneidungsbuckel folgten wir bis er oben in der Nähe des Falkenstuhles verschwand.

Forsttätigkeit am Falkenstuhl

Zu unserer Überraschung gab es am Falkenstuhl vor Jahren – wenn man sich die Schnittflächen der Bäume ansieht – jede Menge Forsttätigkeit und die Frage wohin das Schnittgut abgeführt worden ist blieb offen. Mit dem Wissen des Geländes am Ende des Weges zum Unteren Falkenkar aus der Begehung der letzten Woche konnte der Autor allerdings vermuten, daß der Abtransport dorthin stattfand.

Falkenstuhl gen Norden

Mittels Seilbahn könnte es jedenfalls dorthin abtransportiert worden sein; kein unbedeutendes Unternehmen von oben aus betrachtet, denn einen Weg gibt es auf den Falkenstuhl nicht.

Hirschbad am Falkenstuhl

Das etwas sumpfige Plateau des Falkenstuhles auf 1.500m scheint anhand der massenhaften Tierspuren ein wahres Wellnessgebiet für das Wild zu sein, gibt es doch dort zwei große mit Wasser gefüllte Lacken, die dem parasitengeplagten Waldbewohner, sei es Reh oder Rotwild, Abkühlung und Schutz verschafft.

Aufstiegsgelände durch eine bewaldete Steilstufe zu den Schrofen

Nach diesen ersten gut 500Hm ging es zwar etwas anders, nicht im Mindesten aber vegetationsärmer weiter. Eine erste ansteigende Stufe nach dem Falkenstuhl leitete durch eine geschickt gefundene Latschengasse zu einer alten Tanne, auf der nun erstmals eine Wegmarkierung zu sehen war – die Relikte eines Steiges, von woher er auch immer gekommen sein mag (auch die AV-Karte verrät keine alten Details, keine Steigspuren sind dort zu sehen).

plötzliche Markierung nach dem Falkenstuhl

Die Markierung links liegen gelassen und der Latschengasse gefolgt sieht man sich im Nu inmitten von dichten Latschen, die es zu durchqueren gilt. Nach dieser Übung wird eine nächste Gasse mit Steinmandln erreicht, bevor das Gelände beachtlich aufsteilt, sodaß die Stöcke am besten verstaut und die Hände im felsig erdigen Gelände zu Hilfe genommen werden.

bereits wieder eingewachsene Latschengasse im weiteren Aufstieg – oberhalb in den Felsen eine kaum sichtbare rote Markierung

In dieser Art wird der schon von unten sichtbare Kopf in der Nordflanke des Kleinen Falk erklommen, dessen Oberkante durch glücklicherweise sehr niedrige junge Latschen erreicht wird und an deren Übergang zum Fels ein Steinmandl zum Überlegen über die Fortsetzung der Route zwingt.

Latschengasse oberer Teil vor dem Schrofengelände

Kurzes Erkunden der Lage führt zurück zum Steinmandl, zum Abstieg über etwa vier bis fünf Meter und zur Fortsetzung der Route in einem Trichter, der, unweit oberhalb der nächsten zwei Felsköpfe, sich zur Mulde formt und deren oberes Ende in eine Steilstufe mündet, das am besten mittels echter Felskletterei an der linken Flanke bezwungen wird. Die Stelle befindet sich etwa auf 1.700m.

Aufstiegsgelände mit Engstelle oben (im Schatten)

Nach der engen Steilstelle weitet sich das Gelände karartig und die Latschen stellen kein solches Hindernis mehr dar, daß die richtige Gasse erwischt werden müßte.

Engstelle am oberen Ende der Schuttreisen – linksseitige Umgehung leichter

Steil und mühsam geht es im Schrofengelände aufwärts. Wir steuerten zwei Felsköpfe an, die durch eine Öffnung zur Pforte unterbrochen wurden, einem Eingang gleich.

der Autor beim Umgehen der Engstelle

Hinter dieser Stelle folgten wir dem beachtlich steilen Gelände westlich bis zur Unterkante der Felslinie nahe dem Gipfelbereich und kreuzten unterhalb der Felsen östlich zu einer eher flacheren Stelle, die zu einer schräg nach oben ziehenden Rinne führte.

den Durchschlupf oberhalb haben wir genommen, danach rechts und wieder links unter die Felsen

Das Gelände talseitig der Rinne ist recht angenehm zu begehen – Wiesenflecken durchziehen die Schrofen in recht festem Gelände.

talseitig entlang der schrägen Rinne aufwärts

Der Rinne, die bald im Felsgelände auftaucht folgten wir an ihrer Flanke in südöstliche Richtung und sie führte direkt zum Kreuzgipfel des Kleinen Falk auf etwa 2.070m.

Kreuzgipfel Kleiner Falk, 2.190m (diese Stelle mit etwa 2.070m allerdings niedriger)

Das Überbleibsel aus glanzvolleren Tagen des Kreuzgipfels besteht aus einer abgebrochenen verwitterten Gipfelstange, noch am Sockel befestigt und inmitten des umgebenden Steinmandls das die Gipfelbuchkasette birgt. Das Gipfelbuch, in etwa in DIN A5 Größe, ist schön anzuschauen, gleich vier Jahrzehnte lang hat man sich bis heute darin verewigt und die letzten Seiten sind noch nicht erreicht. Wie in allen alten Gipfelbüchern üblich verwendete man in der Jugend des Buches einen Bleistift – ein Schreibgerät, das immer funktioniert im Gegensatz zum Kuli.

eine Freude die Blumenpracht

Wie schon anhand der Vegetation erwähnt wohnt diesem Platz eine eigenartig erlesene Stimmung inne, die zum Verweilen einlädt. Bezeichnende aber seltene Alpenblumen, die anderswo vergeblich gesucht werden, fühlen sich dort zu Dutzenden heimisch und der Blick gen die gewaltige Mauer im Süden sowie der hoch aufragende Grat zum Risser Falk, bildet eine kolossale steinerne Umrahmung des kultigen Platzes.

Kohlröschen – eine Orchidee

Die Vorhersagen der Wetterentwicklung zwangen uns nur allzu schnell den wirklich verdienten Platz gleich wieder zu verlassen. Zwar war die Hauptwetterrichtung im Westen von kaum getrübter Wolkenpräsenz, jedoch schien das Geschehen im Osten stattzufinden. Über dem Rofan und von Nordosten türmten sich zwar zunächst nur moderate, jedoch beständig wachsende dunkle Wolken in die Höhe. Unsere Einschätzung, das kann vorweg genommen werden, war richtig, wir setzten zur Überschreitung an, auf der im Ernstfall es keine echten Deckungsmöglichkeiten gäbe.

Grat zum Risser Falk – zweiter, höherer Teil vom Kleinen Falk aus

Zunächst folgt der Grat dem Aufstieg auf den geodätisch echten Gipfel des Kleinen Falk auf 2.190m. Dieser Teil ist in etwa zehn Minuten zu begehen, nicht ausgesetzt und erfordert kaum Kletterfähigkeit. Ein Steinmandl ziert das Gipfelplateau.

Kleiner Falk, geodätischer Gipfel 2.190m

Im Anschluß zum Kleinen Falk folgt ein Gratstück mit zwei drei leichten Felsköpfen zu denen man etwas absteigen muß.

Simon am Kleinen Falk, 2.190m

In der Folge steilt dann erstmalig ein etwas rassigerer Kopf auf, der in direkter Kletterei im wunderbar festen Fels begangen wird und dessen jenseitige Verbindung zum Hauptmassiv zurück mit einer netten schmalen Gratpassage zum Balancieren belohnt wird.

die Gratköpfe im Übergang vom niedrigen Teil des Grates zum hohen Teil – der rechte Gratkopf stellt eine erste schärfere Kletterei dar

Der Gratverlauf leitet nun in den zweiten, hohen Teil der Überschreitung über und wartet zunächst mit einer steilen Gratstufe auf höheres Niveau auf.

Simon im schmalen Übergang

Die bisher moderaten Kletterschwierigkeiten – etwa bis II – bleiben im Wesentlichen erhalten, aber es gibt in diesen Teil der Überschreitung Passagen (nur kurze Stellen), die mit III zu bewerten sind.

Aufschwung zum hohen Teil des Grates

Allerdings sind diese Stellen meist nur auf die jenseitige Fortführung des Gratverlaufes nach Schärtchen beschränkt, die natürlich aufsteilen und ein klein wenig mehr Anspruch an die Kletterkünste erheben – wie gesagt aber nur kurze Stellen und wir empfanden die durchgehende Bewertung des AV-Führers (Klier, 1996) mit Gesamtbewertung III als leicht überzogen.

direkt am Grat im zweiten Teil – teilweise etwas ausgesetzte Passagen

Der vorletzte und der letzte Aufschwung auf den Gratkopf beginnen mit einer Passage nach dem Schärtchen, der mit III bewertet werden kann. In beiden Fällen ist der jenseitige Verlauf sehr steil.

gut erkennbar der erste schärfere Gratkopf in der linken Bildhälfte vom Rückblick

Beim Anstieg zum letzten Gratkopf leitet eine absolut feste aber griffarme Wand leicht nach rechts (westlich) auf eine leichtere Plateaufläche und hierbei muß man für einen einzigen Zug mit etwas ausgedrehtem Oberköper das Gleichgewicht halten. Wie gesagt, sehr kurz und für den geübten Gratgeher nichts Schwieriges.

Simon oberhalb der Stelle die mit verdrehtem Oberkörper schräg nach rechts oben begangen wird

Die letzte Erhebung am direkten Grat leitet auf der Rückseite – nach dem zweiten ihrer beiden Kamelbuckel – an einen sonderbar westlich stehenden Felszacken hinaus, der zunächst – ob seiner seitlichen Position –  nicht zum Gratverlauf zu gehören scheint.

weiter im Gehgelände

Klar wird die Situation dann, wenn man den sich den direkten Gratverlauf ansieht, der plötzlich nicht mehr vorhanden zu sein scheint.

vor dem letzten und höchsten Grataufschwung

Dort wo er seinen Verlauf hätte stürzt eine plötzlich auftauchende tiefe Schlucht gähnend in das Falkenkar hinab, die beim ersten Anblick zunächst zurückschrecken läßt. Deshalb der seitlich stehende Gratturm.

die beiden Kamelbuckel der höchsten Graterhebung voraus – teilweise gibt es am Grat wenig notwendige Steinmandln

Wir wechselten westlich hinüber und erstiegen den Turm auf logischem Weg durch den breiten schuttigen Einschnitt der Nordseite und stiegen auf seiner Westseite bis zu einem Felsabbruch auf der Südseite ab (mehr Bilder in der Galerie).

Situation nach dem zweiten Kamelbuckel – der Grat spaltet sich in einen ostseitigen, nicht zu begehenden Teil und einen westseitig stehenden Gratturm, auf dem die Route weiterführt; mittig die schauerliche Rinnenschlucht ins Falkenkar

Von dort konnten wir etwa zwei Meter unterhalb ein breites Felsband erkennen, das um die Südseite herum auf die Ostseite führt und den weiteren Verlauf des Abstieges beschreibt.

dahinter geht es westseitig steil hinunter auf ein schmales Gesimse – dort wo Simons linker Fuß ruht befindet sich die beschriebene Griffleiste zum Ablassen auf das erkennbare breite Band darunter

Wie bisher bestanden auch diese Steilstellen am Gratturm aus absolut festem Fels und daher war es uns ein Leichtes mit guten Griffen für die Hände die glatte Felswand, die ohne Tritte ausgestattet ist, mit den auf ihr abrutschenden Schuhspitzen bis zum Band hinab zu gleiten.

die Stelle im Rückblick mit der Griffleiste im untersten Bilddrittel

Das Ganze erfolgt schräg, d. h. man greift mit beiden Händen in die feste Leiste an der oberen Wandkante und läßt sich pendelnd nach unten wobei die Arme das gesamte Körpergewicht halten und läßt die Griffe bei durchgestrecktem Körper los (ein wenig sympathischer Zug, den jeder Kletter kennt und ungerne ausführt). Klettertechnisch keineswegs korrekt, die Schwindelei aber über die kurze Distanz von etwas mehr als zwei Metern mit den bombenfesten Griffen an der kurzen Wand jedoch allemal vertretbar und sicher.

Rückblick auf das Band – hinten ist es komfortabel breit

Am zuerst breiten Band unten wendet sich die Route nun direkt nach Osten und dabei wird das Band schmaler, jedoch immer noch so, daß die Passage in die leichtere begrünte, sowie tritt- und griffreiche Ostflanke zum Abstieg in die Scharte gut möglich ist – leichtes Klettergelände über wenige Meter im steilen Schrofenfels mit einwandfreien Griffen und Tritten.

das schmaler werdende Band – Simon ist schon darüber hinweg und am Weg in die ostseitigen Schrofen

Der Autor hat seinen Kletterpartner Simon beim Abstieg fotografiert und jener hat dasselbe dann im Gegenzug von der Scharte aus bei allen wichtigen Positionen beim Abstieg des Autors durchgeführt. Für alle, die sich diese vielleicht schwierigste aller Passagen ansehen wollen  gibt es die Detailfotos in der Galerie (Bilder benannt mit „Sequenz Schlüsselstelle 1 bis 16“).

ostseitig gelegener Riß im Schrofengelände zum Abklettern in die Scharte

Die Schwierigkeit dieser abwechslungsreichen Passage am Gratturm bis zum Abstieg in die Scharte stuft der Autor in Summe mit II+ ein. Oberhalb der Wandstelle befinden sich eine Bandschlinge und ein alter Haken (siehe Bild oben) als Abstiegshilfe über die glatte Wand. Diese technische Hilfe ist jedoch für den versierten Gratkletterer wirklich nicht nötig.

Simon bereits fast unten im Schrofengelände

Für die Stelle der glatten Wand ohne Trittmöglichkeit mögen kleine Personen, die u. U. auch mit ausgestreckten Armen nicht die Reichhöhe haben das Band mit wenig Luft zwischen den Schuhen und der Standfläche zu erreichen und oben schon los lassen müssen, bevor sie unten stehen, schwieriger einstufen.

dieser breite Tritt gleicht einer kleinen Wanne, reicht für beiden Füße und wird zum leichteren Passieren der Engstelle am Band benutzt, um in den ostseitigen Riss bzw. Schrofen zu gelangen

Ein Größenvergleich mag hier die Höhe der Wandstufe verdeutlichen. Die Stelle ist in wenigen Minuten abgeklettert und die Scharte erreicht.

Sequenz Schlüsselstelle 1 – man achte auf die Tritte

Der letzte kurze Abschnitt von etwa 20min bis zum Gipfel (die Angabe der Gesamtzeit für die Überschreitung von drei Stunden im AV-Führer ist nach Ansicht des Autors viel zu lange bemessen) findet in der Nordflanke des Risser Falk statt und ein einziger Gratturm, der im Anblick von Norden nach Süden nicht als solcher erkannt wird, bietet nochmals ein paar schöne Kletterstellen und einen abwechslungsreichen Verlauf über eine Minischlucht, um die Scharte zur Nordflanke zu erreichen.

Anblick der Gegenseite vom schmalen Band aus – daß es sich um einen vorgelagerten Turm handelt ist nicht erkennbar

Nach kurzem Gehgelände am breiten Grat wird in eine immer steiler werdende Wand eingestiegen, die jedoch gut griffig nach oben leitet.

steile und feste Passage im mittleren Teil

Hier ist eine Stelle drin, die mit III bewertet werden könnte, jedoch kaum auffällt. An der steilsten Stelle bestand die Entscheidungsmöglichkeit einen senkrechten Riss mit wenig Aussicht auf Haltemöglichkeiten rechts, oder einen kleinen Felszacken mit uneinsehbarer Hinterseite zu wählen und wir entschieden uns für die Route links.

dahinter leichter einige Meter weiter

Die Hinterseite erwies sich leichter als der vorderseitige Aufstieg. Sie leitet auf die Grathöhe des nicht erkannten Gratturmes.

alternative Minischlucht westseitig

Dort hat man die Möglichkeit eine steile, unten wenig bis nicht einsehbare Wand zur letzten Scharte abzusteigen, oder von der Grathöhe westlich etwa drei Meter abzusteigen und über eine Minischlucht schräg zur Scharte zu übersetzen.

Gegenseite der Scharte – unser Aufstieg nach dem Übertritt

Wir entschieden uns für die zweite Variante, weil sie voll einsichtig schöner erschien. Tipp für jenen, der die Minischlucht nicht mag: im Rückblick konnten wir erkennen, daß der direkte Abstieg auch gut gangbar gewesen wäre.

Simon beim Übersetzen, kurz vor der Scharte, hinter ihm die Mini-Schlucht

Jenseits dieses letzten Turmes – der eigentlich schon auf der Flanke des Gipfels steht und kein Gratturm mehr ist – führt leichtes Klettergelände in etwas mehr als 5min zum Gipfel des Risser Falk und die wirklich schöne Gratstrecke ist abgeschlossen.

nach der letzten Scharte nochmals leicht ausgesetzt aus der Flanke…

Zunächst wird nach der Scharte leicht in die ostseitige Flanke des Gipfelaufbaues ausgewichen und nach wenigen Metern wieder auf die Grathöhe zurückgeklettert und dem Gipfel entgegen gestiegen.

leichtes Klettergelände am Ende auf den Risser Falk

Wir haben aufgrund der Wetterprognose am Grat eher Gas gegeben und für die Strecke vom Kleinen Falk zum Risser Falk 85min benötigt. Das ist sicher keine Richtzeit für eine Erstbegehung, aber die drei Stunden im Führer empfinden wir als auch nicht nötig; zwei bis zweieinhalb Stunden sollte man je nach Kondition und Fotopausen einplanen.

Übersicht über die Gratüberschreitung vom Kleinen Falk bis zum Risser Falk

Der Ausblick auf dem Risser Falk ist phänomenal, er war bei unserer Begehung leider durch Nebel und Wolken getrübt und wer Bilder mit den einzelnen zu bestaunenden Gipfeln sehen möchte findet diese – nebst Beschreibung und auch die Beschreibung des Anstieges zum Risser Falk vom Falkenkar –  im eingangs zu vorliegendem Bericht gesetzten Link.

Rast am Risser Falk

Im Abstieg durften wir dann noch eine seltene Begegnung mit einer Gruppe Jungsteinböcken erleben. Dies just vor der engsten Gratschneide, auf die wir die Gruppe leider aus Mangel an Alternativen mit äußerster Vorsicht und mit dem Versuch der Lautlosigkeit hintreiben mußten.

bereits im Abstieg zur Grünen-Rinn-Scharte

Die Gruppe bestand aus etwa fünf Tieren, wobei uns vorkam, daß das älteste etwa vier bis fünf Jahre alt sein müßte und das jüngste ein Jährling war.

aber auch die anderen in einer Mischung voller Angst und Neugierde

Das Jüngste ergriff auch rasch die Flucht über den äußerst steilen Grat und die Sicherheit, die bereits ein solch junges Tier im etwa 75° steilen Gelände (nordseitig ins Falkenkar) an den Tag legte war phänomenal anzusehen. In einigen Sekunden erreichte es eine Tiefe von etwa 50m unter uns.

und so stieben sie trotz unserer Vorsicht auseinander und die Felsen hinab

Über die Gratscharte am Hauptgrat und dem dort nötigen 40-50Hm Abstieg erreichten wir die Grüne-Rinn-Scharte (Details im Link oben) und das obere Falkenkar.

Simon in der Grünen-Rinn-Scharte

Das Wiesenband zur Grünen-Rinn-Scharte mag bei Nässe oder Schnee wohlüberlegtes Steigen sein. Das Band wird nach oben zur Rinn hin breiter, hat aber unten schmale Stellen, siehe Rückblick.

Rückblick – vor der Grünen-Rinn-Scharte

Die Rinn selber kann bei Nässe oder Schnee nicht minder prekär werden. Sie ist zwar nicht sehr steil, bietet aber wenig Haltemöglichkeiten.

Abstieg in der Grünen-Rinn

Der im Aufstieg nette Jägersteig durch die Falkenkare erwies sich als etwas rutschig, dennoch aber als tolle Abstiegshilfe durch den Latschengürtel.

Zum Abschluß der Tour erreichten wir das beeindruckende Gelände der Wandstufe zwischen unterem und oberem Falkenkar mit dem schönen Wasserfall.

malerischer Wasserfall am Ende des Steiges durch das Falkenkar

Von dort benötigten wir über den Schotterweg etwa 25min zum Parkplatz P4.

Wasserfall aus dem Falkenkar

Die Gesamtzeit der Tour betrug etwas mehr als sieben Stunden. Zweidreiviertel Stunden zum Kleinen Falk und ein Gipfelaufenthalt am Risser Falk von knapp einer halben Stunde.
In Summe wurden genau 1.500Hm Aufstieg absolviert und die Gesamtstrecke betrug nach Simons Navi-Aufzeichnung 9km.

Mils, 27.07.2019

Risser Falk, 2.414m – über Falkenkar mit Überschreitung zum Steinfalk

Wenig bekannt und zumeist nur von Spezialisten begangen sind die rassigen Gipfel der Falkengruppe im Nordosten des Karwendels, und ein Recke in Gestalt und Kühnheit unter ihnen, der Risser Falk, bietet einen unvergesslichen Anstieg aus dem Falkenkar.

Kleiner Falk und Grat zum Risser Falk von Hinterriß aus gesehen

Unglaubliche 170km Autofahrt sind vom Raum Innsbruck aus für diese Tour nötig (Maut 4,50.- für die Hinterrissstraße) und angesichts der Autokennzeichen möchte man meinen sich in Bayern zu befinden und doch befindet sich die Falkengruppe tief auf Tiroler Boden. Einige vereinzelte „SZ“ Fahrzeugkennzeichen lassen darauf schließen, daß die von Süden nur zu Fuß über die Vomperkette zugängliche Berggruppe zum dem Verwaltungsbezirk Schwaz und darin zum Gemeindegebiet von Vomp zugeordnet ist.

Parkplatz P4 gegen Kleiner Falk

Wenn man sich ein Bild von der Lage und Zugänglichkeit der Falkenruppe (dies gilt, mit etwas kürzeren Anreisen aus dem Osten und Süden, ebenso auch für die Gamsjochgruppe) machen möchte, dann seien folgende Möglichkeiten erwähnt, die in ihren Dimensionen ein untrüglich Zeugnis der Mächtigkeit der sperrenden Karwendelketten geben:
Wollte man eine Begehung der Falkengruppe vom Inntal aus begehen, so bräuchte man allein für die Anreise vom Süden, vom Parkplatz Bärenrast (Fiecht, Ortsteil von Vomp) zum Ausgangspunkt – der derzeit wegen Sanierung immer noch geschlossenen Falkenhütte – etwa sieben Stunden für 19km und 1.700Hm, von Hall aus über die Halltal- und Karwendelhauptkette etwa 13 Stunden für 32km und 3.450Hm. An einen Zugang von Süden her ist also nur mit Übernachtung zu denken.

Vom Westen her, von Scharnitz aus – hier könnte das Radl dienen – sieht es wesentlich besser aus, hier gibt es eine durchgehende Straße für die Radlfahrt, die in etwa vier Stunden bezwungen werden kann und mit 27km und 1.330Hm pro Weg für den konditionsstarken Fahrer in Kombination einer mittellangen Begehung in der Falkengruppe noch im Bereich einer Tagestour läge. Vom Osten bietet sich die auch schon nicht mehr kurze Autofahrt ins Falzthurntal bis in die Gramei an. Von dort besteht dann die streckenmäßig kürzeste Anreise von fünfeinhalb Stunden mit 14km und 1.380Hm, die großteils der Anreise von Fiecht entspricht und allerdings wiederum nur zu Fuß zu unternehmen ist sowie für den Normalbergsteiger ebenfalls eine Übernachtung bedingt.

Kleiner Falk mit Aufstiegsgelände links davon

P4 der Hinterrissstraße dient als Ausgangspunkt für die Rundtour mit dem Hauptziel des Risser Falken. Der Risser Falk ist mit 2.414m der zweithöchste Gipfel der Gruppe und nur um 14m niedriger als der Laliderer Falk etwa 1.000m leicht südöstlich davon.

Weg neben dem Rissbach, ca. 650m bis zur Abzweigung

Die Brücke über den Rissbach bildet den einzigen Zugang aus dem Risstal für alle Almen und Hütten im Johannestal (auf alten Wegweisern findet sich die Schreibweise Johannistal), auch für die Zufahrt aus dem Osten zum Karwendelhaus.

obere Abzweigung, links geht es in das Falkenkar

Dem Schotterweg wird zunächst 650m gefolgt, bevor rechts ansteigend abgezweigt wird. Nach wenigen Minuten wird die zweite Abzweigung ins Falkenkar erreicht, die durch einen Hochsitz und der rein optisch weniger benutzten Straße leicht erkenntlich ist.

Weg ins Falkenkar

Abermals nach wenigen Minuten biegt der Weg nach Süden und man erreicht auf 1.128m eine Flachstelle des Falkenkarbaches, die durch Spuren von LKW Befahrung einer Nutzung unterliegt.

am Bachboden zu Beginn des unteren Falkenkars angelangt

Links des Bachlaufes (im Aufstiegssinn; der Bach ist derzeit nicht zu sehen) setzt sich die Straße noch etwa 200m weiter in Richtung Kar fort und dies ist der richtige Anstieg im Gegensatz zum verlockend ausgeschnittenen Pfad rechts des Baches, dem man kurz vor Ankunft bei der Flachstelle geneigt wäre zu folgen (dieser äußerst gepflegte Steig führt in wenigen Minuten zu zwei Ansitzen und dient der hohen Jägerschaft zum schmutzfreien Erreichen Beobachtungsstände und endet dort auf der für den Aufstieg falschen Karseite).

dies ist der falsche Steig!

Am Ende des genutzten Weges, oder etwas weiter bergwärts muß sich der Anschluß an  einen Jägersteig finden lassen. Leider gibt es davon nur ein Foto vom Rückblick auf dem Steig, der der Autor nach Querung des Karbodens in der Höhe der ersten Felsabbrüche erreicht hat, weil er den falschen Pfad zu den Ansitzen gewählt hat und den Karboden queren mußte.

über den falschen Steig am Ansitz angelangt; auf der linken Talseite, etwa oberhalb der Höhle verläuft der Steig ins Falkenkar

Da der Aufstieg in der schattigen Nordseite der Falkengruppe verläuft ist selbst Mitte Juli des Morgens mit Tau auf dem hohen Gras zu rechnen und dies – nebst den Schneefeldern im obersten Karteil – ist ein Grund warum am Berg stets ordentlichen Bergschuhen gegenüber den lustigen Bergläuferpatschln (sog. Zustiegsschuhe) der Vorzug zu geben ist.

Steig gefunden – Aufstieg entlang der Felslinie

Den Steig erlebt man zusehends als ein Gustostück an Aufstiegshilfe, ist er doch interessant angelegt, kein ausgetretener Trampelpfad sondern eher ein recht selektiver schmaler Pfad durch eine total unberührte und großartige Zunternlandschaft. An dieser Stelle muß ein großes Lob an die Errichter – wahrscheinlich, wie so häufig in diesem Gebirge, Jagdgehilfen eines Adeligen Ende des 19. Jhdts – sowie an die heutigen Erhalter erteilt werden.

Rückblick auf den beginnenden Steig in der Schuttflanke mit Fahrstraße unterhalb

Wasser gibt es an mehreren Stellen, erstmals auf etwa 1.400m links neben dem Steig durch etwa 100m Zunterngebüsch, jedoch bequemer etwa 150Hm weiter oben als Quelle direkt am Weg (siehe Bildergalerie) und es lohnt sich diese Möglichkeiten zu nutzen.

Ansicht des Aufstieges in den Zuntern

Am Übergang des unteren in das obere Falkenkar – etwa auf 1.700m – wird der Zunternbewuchs deutlich aufgelockerter und weicht den Bergwiesen. Selbst dort wo der Aufstieg leicht zu finden wäre gibt es noch jede Menge Steinmandln, die wahrscheinlich eher von Bergsteigern errichtet wurden.

Rückblick am Beginn des oberen Falkenkares

Die Schuttreisen im oberen Falkenkar waren bei der Begehung Mitte Juli noch von beachtlich mächtigen Restschneefeldern bedeckt, welche den Aufstieg an deren Übergang zum Geröll etwas erleichterten.

im oberen Falkenkar

An der Engstelle des Kars tut man gut daran sich eher im linken Teil zu bewegen, die Brocken im Altschnee zeugen auf nicht unbeachtlichen Steinschlag über die rechte Flanke herab und einig kleinere Brocken donnerten auch bei des Autors Begehung herab.

Verlauf des oberen Falkenkars

Die Engstelle – etwa 50m Breite – befand sich unter völliger Schneebedeckung über die gesamte Breite. Auf der linken Begrenzung hätte man das Schneefeld über allerdings sehr abgerundeten, wenig griffigen und nassen Fels einen Kletteraufstieg eintauschen können, die selbst geschlagenen Stufen in den noch erstaunlich festen Schnee waren jedoch vorzuziehen.

Blick zur Engstelle im oberen Falkenkar

Die Strecke ist zwar eher steil, jedoch kurz und für den sicheren Steiger wären Grödel nicht von nennenswertem Vorteil gewesen (allerdings ist es gut vorstellbar, daß dieser Anstieg noch drei Wochen zuvor Steighilfen erfordert hätte und man denke zu Beginn des Sommers nach einem guten Winter daran, daß es sich beim Falkenkar um einen Nordaufstieg handelt).

Rückblick unterhalb der Engstelle

Im obersten Karabschnitt – die dunklen und senkrechten umrahmenden Felsen vor und in der Engstelle hinterlassen beim Ersteiger mächtig Eindruck – kam gegen 10:20 Uhr durch Sonnenbeleuchtung Aufhellung hernieder und gepaart mit der Aufweitung des Karkessels erfuhr der mühsame weitere Aufstieg über die Schuttreise plötzlich eine angenehme Freundlichkeit.

Aussicht auf die Grüne-Rinn

Angepeilt wird die markant sichtbare „Grüne-Rinn-Scharte“ im Westen des Karkessels mit ihrer ebenso markanten Schichtbauweise der durch Überschiebung entstandenen aufgestellten Kalkbänke.

Rückblick oberhalb der Engstelle

Die Grüne-Rinn selbst ist leicht zu ersteigen, wenn auch die Stöcke besser verstaut werden und wegen der Steilheit dann und wann die Hände zur Unterstützung zum Einsatz kommen.

Anstieg über Schuttflanken zur Grünen Rinn

Wegen dem Kollegen (übrigens der einzige angetroffene Bergsteiger an diesem Tag), der vor dem Schneefeld an der Engstelle überholt wurde, beeilte sich der Autor die Scharte zu erreichen, da er in der Rinne keinen Steinschlag erzeugen wollte. Deckungsmöglichkeiten sind in der Rinne nicht richtig vorhanden.

mitten in der Grünen Rinn

Über die Scharte hinausgeblickt bestätigt sich das sonderbare Gefühl ob der noch bei weitem nicht erreichten Höhe in der Beschreibung und man ist etwas verblüfft über die Bedeutung dieser Scharte in der AV-Karte, ist sie doch keine Scharte im Sinne eines Festpunktes für einen weiteren direkten Gipfelanstieg. Leider fehlt auch die Sicht auf das weitere Ziel und die Fortführung der Route muß erst erkannt werden.

Grüne-Rinn-Scharte mit Blick auf die andere Seite oben (gelbe Reepschnurschlinge um Felszacke schwer erkennbar – etwa Bildmitte

Hinter der Scharte wird zunächst einmal etwa 10Hm über ein Wiesenband abgestiegen (gelbe Reepschnurschlinge um ein Felsköpfchen markiert die Abstiegsrampe), bevor es jenseits davon in den Aufstieg zur nächsten, höhere und noch nicht sichtbaren Scharte weitergeht, die den direkten Aufstieg zum Risser Falken einleitet.

Rückblick auf die Querung mit Abstieg nach der Grünen-Rinn-Scharte (sieht schlimmer aus als es tatsächlich ist)

Der Aufstieg zur Scharte zum Risser Falk nach dem Übergang dürfte in etwa 50Hm betragen und liegt in der Draufsicht sehr nahe an der Grüne-Rinn-Scharte. Daher ist es auch recht schwierig in dem gebotenen Maßstab der AV-Karte die richtige Position darzustellen, genauso wie der Ersteiger erst nach eigenem optischem Eindruck der – zum Zwecke der Richtigstellung verfassten – Beschreibung im AV-Führer (Klier, 1996) einigermaßen folgen kann.

auf dem Weg nach oben zur nächsten Scharte nach der Grünen-Rinn-Scharte

Allerdings sei festgehalten, daß das Gelände in dem Bereich der beiden höchsten Falken in der Karte generell falsch, jedoch der weitere Anstieg von der Scharte im Kammverlauf auf den Risser Falk logisch ist und man sich keinesfalls versteigen kann, auch wenn man Karte und Führer nicht versteht bevor man das Gelände selbst erkundet hat.

Blick von der Verbindungsscharte hinab zum Aufstieg

Nun beginnt der Aufstieg mit Einlagen leichter Kletterei in nordwestliche Richtung auf den Risser Falk. Dem Autor ist es unverständlich warum dieser Gipfel zu Zeiten H. v. Barths als unersteiglich galt, sind die Kletterpassagen doch im Schwierigkeitsgrad II anzusiedeln und die möglichen Aufstiege über Falkenkar und vom Steinfalk her dem versierten Hermann sicher kein Geheimnis geblieben.

auf der Verbindungsscharte zum Risser Falk angelangt – Blick auf die Südostflanke

Warum also eröffnete er den schwierigen Anstieg über den nach ihm benannten Kamin auf der Südflanke, wenn es direkt an der Südostkante vorwiegend im Gehgelände möglich ist. Die Erklärung kann nur sein, daß es zu jener Zeit noch niemand ernsthaft probiert hat und angesichts des leichten Südostanstiegs auch sein offensichtlich gewählter Anstieg über einen sichtbaren Kamin (den der Autor beim besten Willen nicht ausmachen konnte) ein völliger Irrtum war.

rechts Scharte mit Übergang auf die rechte Gratseite

Nach der Scharte wird die Westflanke zu einem Steinmandl etwa auf gleicher Höhe gequert und jenseits davon, über ein paar kleine Rippen auf ein Schuttband zugestiegen, das in ein Wiesenband übergeht und zur Grathöhe leitet.

Aufstieg nach dem Übertritt und einigen Metern am Band entlang

Die Scharte wird nach rechts überschritten und auf einem schmalen Band, fast ein Steig, zu einer Steilpassage weitergegangen, die direkt durchstiegen wird und oben der Grat in Wiesengelände wieder erreicht wird.

schmales Band nach dem Übertritt

Anschließend folgt schräg nach unten gerichteter plattiger Fels, bei dem man sich nur trauen muß ihn auf Reibung zu nehmen. Alternativ hat er einen Riß, der einem Tritt Halt bietet.

Rampe zur Verschneidung hinab

Die Stelle leitet zu einer Verschneidung über die oben zum Kamin wird mit einem Klemmblock an der oberen Begrenzung. Durch diese schöne Passage wird entweder unter dem Klemmblock durchgestiegen, oder seitlich rechts davon oberhalb vorbei.

breiter Kamin mit Klemmblock oben nach der Verschneidung

Weiter folgt eine schöner Abschnitt am recht flachen und ausgesetzten Grat, mit einer Gehbreite von etwa knapp einem Meter, im ausgesetztestem Teil etwas schräg geneigt, jedoch sicher auf Reibung zu begehen.

unterhalb des Klemmblockes

Am Ende des schmalen Grates hinweg bis zum Abbruch der Grathöhe, der zum Absteigen über etwa drei bis vier Meter in eine Scharte zwingt und in der ein Türmchen rechts umgangen wird. Der weitere Verlauf leitet zum Gipfelaufbau über.

schöne ausgesetzte Schmalstelle

Anschließend an die Scharte wird über flachere glatte Felsen bester Gesteinsqualität zur nächsten Steilpassage aufgestiegen und die Grathöhe nach rechts in wiesendurchzogenes Steilgelände verlassen.

weiterführendes Gratstück mit erkennbarer Scharte links unten

Durch dieses hinauf in die echte Ostflanke des Risser Falk und oben flacher, in leichtem Gehgelände weiter bis zu einem mit Almrosen durchsetzten Rinne mit Steinmandl oben (möglicherweise kann man die Rinne auch rechts umgehen, beim Autor stand jedoch der Klettergedanke im Vordergrund).

Aufstieg jenseits der Scharte über festen, plattigen Fels und oben schräg nach rechts weiter

Am oberen Ende über weitgehend reines Gehgelände am flacheren Gratkamm in etwa 5min bis zum Gipfel.

nächste Kletterstelle – blumenbewachsene Rinne mit Steinmann oben

Der schöne und weithin sichtbare Risser Falk Gipfel entbehrt leider eines Gipfelkreuzes. Ein Gipfelsteinmann stellt die Verwahrung des Gipfelbuches sicher und die Häufigkeit der Besuche des Risser Falks kann an den jährlich etwa fünf Seiten Einträge in das Gipfelbuch abgeschätzt werden. Das Buch stammt aus dem Jahr 1983 und enthält wohl noch Raum für Einträge der nächsten 20 Jahre.

Gipfel des Risser Falk, 2.414m

Zum Zwecke des „recogniscirens“ verbrachte der Autor eine gute Stunde in diesem ihm neuen Teil des Karwendels. Ein lohnende rassige Überschreitungstour, die sofort ins Auge fällt fährt man nach Hinterriß ein scheint die Ersteigung des Kleinen Falk und die Überschreitung auf den Risser Falk. Dieser Übergang dürfte einer der schönsten in der Falkengruppe sein und fällt unter unbedingtes Interesse noch in diesem Sommer.

Gratverlauf Kleiner Falk bis Risser Falk

Gewaltig steht dem Risser Falk im Süden die Mauer aus den höchsten Gipfeln der Karwendelhauptkette gegenüber.

Blick auf die Ladizalm (links Falkenhütte)

Hier ein Blick auf das Gelände der Ladizalm mit den schauerlichen Nordabbrüchen der Karwendelhauptkette – es beherrschen das Bild die Sonnenspitzen und die Kaltwasserkarspitze.

Im Osten des Karwendels thronen Bettlerkarspitze, Schaufelspitze und Sonnjoch (letztere verdeckt durch den Laliderer Falk).

Gipfelaussicht nach Osten – von Guffert über das Rofan bis zur Bettlerkarspitze

Im Südosten kann rechts der runden Schulter der Gamsjochspitze in der Ferne sogar noch der 11,5km entfernte Hochnissl eingesehen werden.

Schaufelspitze im Hintergrund, Laliderer Falk und Gamsjoch bis Lamsenspitze

Über Lamsenspitze, Hochglück und der wenig bekannten und schwer zu erreichenden Spritzkarspitze über die Grubenkarspitze zur auffälligen Dreizinkenspitze und den Laliderer Wänden reicht der Blick.

von Hochglück bis zur Dreizinkenspitze

Im Süden ragt die bekannteste aller Gipfel mit der längsten zusammenhängenden senkrechten Wandflucht in den Nördlichen Kalkalpen auf, die Lalidererspitze, exakt über dem Ladizköpfl tief unterhalb in der Ladizalm gelegen.

im mittleren Bilddrittel die Lalidererspitze, der östliche und westliche Ladizturm (links neben dem dem östlichen L. lugt die Speckkarspitze hervor) sowie rechts davon die gewaltige Bockkarspitze; weiter rechts die Sonnenspitzen, sowie westlich davon die Kühkar- und die Moserkarspitze

Es folgen jeweils links und rechts der Ladizalm die Bockkarspitze, die mächtigen Sonnenspitzen, sowie weiter westlich die Kühkar-, die Moserkar- und die Rauhkarlspitze. Zwischen all den eindrucksvollen Gipfeln dringen immer wieder die Gipfel der Gleirsch-Halltalkette durch und es wird dem Autor ab nun ein leichtes sein, von jenen im Süden den Risser Falk im Norden auszumachen.

Rauhkarlspitze und gleich rechts daneben die Kaltwasserkarspitze, sowie die Birkköpfe im Hintergrund, die Birkkarspitze, die Ödkarspitzen, Seekar-, Breitgrießkar- Riedlkar-, Larchetkar- und zuletzt die Pleisenspitze;
die Arnspitzen (dunkler Turm in der Ferne) und die beginnende Nördliche Karwendelkette

Recht genau mit Peilung Südwest findet sich die gewaltige Kaltwasserkarspitze und links davon lugt sogar noch der höchste der Sägezähne in ihrem Südgrat hervor.
Nach der Kaltwasserkarspitze in Richtung Westen erspäht man bei guter Sicht in der Senke zwischen dem Pkt. 2.552 und dem Hochjöchl (2.413m) den Hohen Gleirsch mit 14,2km Entfernung bevor die Birkköpfe im langen Südgrat der mächtigen Birkkarspitze zu jener gewaltigen Erhebung überleiten.

In der Folge werden die Ödkarspitzen, in Verschneidung mit der Marxenkarspitze gerade noch die Große Seekarspitze, niedriger aber dafür gut zu sehen die Kleine Seekarspitze und rechts davon die Breitgrießkarspitze als markanter Punkt mit steilem dunklen Nordabbruch.

Weiter im Westen dann die Große Riedlkarspitze und fast in deren Flucht, Larchetkarspitze und Pleisenspitze.

Den auffallend dunkle abgerundete Turm im Westen stellen die Arnspitzen in ihrer Flucht dar bevor in deren rechten Flanke die Nördliche Karwendelkette mit Brunnstein- und Kirchlspitze beginnt. Dahinter das gewaltige Massiv der Wettersteiner mit der Zugspitze.

Östliche Karwendelspitze, Grabenkarspitze, Lackenkarkopf und Kuhkopf, rechts die Soierngruppe

Dem Risser Falk gegenüber die höchste Erhebung in der Nördlichen Karwendelkette, die Östliche Karwendelspitze und näher am Grat Grabenkarspitze, Lackenkarkopf und Kuhkopf. Direkt gegenüber die Talelespitze mit dem scharfen Übergang zum Kuhkopf, ein reizvoller Übergang, klettertechnisch nicht sehr anspruchsvoll. Ganz rechts finden sich die Vorkarwendelberge der Soierngruppe.

Gratverlauf über die Köpfe von Norden nach Süden

Da die einzelnen Scharten in der Falkengruppe einer genauen Erkundung bedürfen, die auch durch die Beschreibung im AV-Führer über die falsche Darstellung in der AV-Karte geweckt wurde, beschloss der Autor kurzerhand die Überschreitung zum Steinfalk (Steinspitze, auch Südlicher Falk genannt) fortzusetzen und die Runde über das Johannestal zu schließen.

Blick zum Gegenaufstieg nach der Scharte – der Aufstieg auf den ersten folgenden Kopf aus dieser Perspektive nicht sichtbar

Bei der Betrachtung der beiden im Süden folgenden Köpfen im Übergang kann man sich zuerst kaum eine mögliche Route ausmalen – diese Feststellung trifft man oft in Gratgelände an, da es den Anschein macht, daß ein frontaler Anblick eine senkrechte Wand darstellt, weil das Tiefenrelief fehlt. So ergeht es einem, der erstmalig von der Südostflanke des Risser Falk die beiden zu überwindenden Gratköpfe erblickt.

Scharte mit Gegenaufstieg

Zurück an der Ausgangsscharte wurde der untere Teil des Anstieges gleich klar. Zunächst geht es ein paar Meter auf die steile Ausgangsrampe in nordöstlicher Richtung und dann in der Kehrtwendung nach Süden die eher glatte Felsrutschung hinauf bis zur Verschneidung. An dieser auf schmalem Band nach Westen, also zur Abbruchkante hinaus und von dort mit einer Linkswendung recht bequem und leicht wieder nach Süden über die letzten Meter am Fels auf die Wiesenfläche des Gratkopfes. Es sollte sich bei diesem Kopf um den im AV-Führer benannten Pkt. 2.317 handeln.

Rückblick zur Südostkante des Risser Falk

Von diesem Punkt am Kopf führt die Route weiter zu einem weiteren, etwas höheren Kopf am Grat, wahrscheinlich der Pkt. 2.339 im AV-Führer. Dieser ist eigentlich der Kopf, an dem alle drei Grate auseinanderstreben.

Flanke des nächsten Gratkopfes

Wieder scheint aus der Ferne ein Aufstieg zunächst kaum möglich, aber über den breiten Gratkamm zum Tiefsten der seichten Einschartung angelangt gewinnt der jenseitige Aufstieg gleich an Idee im Kopf und noch bevor die Scharte erreicht ist erkennt man die Route rechts schräg über moderat steilen Fels guter Qualität einem Steinmandl am oberen Ende.

hier wird die Route deutlich

Die Schwierigkeit beider Aufstiege kann wohl mit I bis II- eingestuft werden und es besteht überall fester, nicht brüchiger Fels aus Muschelkalk.

Tiefblick ins Falkenkar

Der Kopf wirkt nur von Norden betrachtet als Kopf, in Wahrheit ist er ein längeres Gratstück, das mit einer schmalen Abbruchkante steil in eine tiefere Scharte abfällt, die im oberen Teil zum Falkenkar hin etwas ausgesetzt ist abgeklettert werden muß.

Gratabstieg in die tiefe Scharte

Das Abklettern erfolgt weitgehend über längsgeschichtete Rippen mit kaum querstehenden Leisten, die am besten mit Klemmung der Tritte gegen die Rippen bewältigt wird. Die Schwierigkeit würde der Autor mit II+ bewerten. Die Abkletterstelle ist kurz, erfordert aber ein wenig Zeit.

Rückblick auf den Gratabstieg mit längsstehenden Felsrippen (etwa im Tiefsten der Scharte abgestiegen)

Am Schutthang angekommen wird ein langes Stück auf recht festem Untergrund, teilweise wiesendurchwachsen gequert, bis die nächste Scharte erreicht ist, zu der noch ein sichtbarer Höhenverlust besteht.

Gratverlauf zum Steinfalk

Es folgt eine Umgehung des Gratkopfes auf dessen Westseite und erstmals wird eine rote Punktmarkierung sichtbar, die bis zum Gipfelkreuz des Steinfalken anhält.

Blausteigkar

In den Wiesen im Westen des Grates geht es nun relativ ohne Höhenverlust weiter bis zu einer markanten, auf den Steinfalk durchgehend hinaufziehenden Felsrippe, die eine unüberwindbar scheinende Barriere zum steilen Wiesenhang bildet. An einer ebenfalls markanten Stelle jedoch zeigt sich eine Unterbrechung der steilen Felswand und dies ist gleichzeitig der Zielpunkt des markierten Steiges auf dem man sich befindet.
Vom Felsdurchschlupf an der Steinfalk Westflanke besteht ein toller Rückblick zum Risser Falk.

Querung auf markiertem Steig – der Ausstieg durch die Felsrippe gut sichtbar

Die Flanke zum Steinfalk ist, wie schon vorher beschrieben, ebenfalls mit ausgebleichten, jedoch dem geübten Auge nicht verborgen, Markierungen versehen. Etwa 140Hm führen über Schutt und Wiesen auf den Steinfalk auf 2.348m.

Ausstieg durch die Felsrippe des Steinfalk

Der Rückblick auf den schönen Kopf des Risser Falken ist hier nochmals einen solchen wert. Auch tritt vom Steinfalk aus der Verlauf des Nordgrates vom Kleinen Falk hinauf näher ins Blickfeld, sowie die sogenannte Sprungrinne, der Normalaufstieg zum Laliderer Falk vom Blausteigkar aus.

Rückblick vom Ausstieg

Die weitere Runde führt nun über den bezeichneten Normalweg in Richtung zur Ladizalm hinab, wobei hier noch die Umgehung der Arzklamm (Arzgraben) erwähnenswert erscheint.

Steinfalk, 2.348m

Diese Klamm wurde aus Gesteinen der Lechtaldecke gebildet (Rauhwacken und Reichenhaller Schichten) und ist unbegehbar.

Blick auf die Gratüberschreitung vom Risser Falk

Der Steig führt unterhalb der Grathöhe  in der Flanke hinab und vor dem Erreichen der tektonischen Grenze der beiden aufeinandertreffenden Gesteinsdecken erfolgt eine Umgehung auf der Stirnfläche des Wettersteinkalks durch Aufstieg zur abgeflachten Grathöhe in nur wenigen Meter Entfernung von furchtbaren Abbrüchen in der enorm gestörten und zerscherter Geologie der Reste der Lechtaldecke. Ein eindrucksvoller Übergang verschiedener Zeitepochen.

Abstieg vom Steinfalk am Normalweg Richtung Ladizalm

An diese wilden Abbrüche anschließend befindet man sich auf eher flachem Almgelände mit dem Steig zur Falkenhütte hinab.

Arzklamm – bizarre Abbrüche

Um Zeit zu sparen beschloß der Autor in der Bachverschneidung direkt zur Ladizalm abzusteigen. Dies ersparte den Umweg im Bogen zur Falkenhütte, die ohnehin geschlossen und daher kein ansteuerbares Ziel für eine Erfrischung in Frage kam.

Almidylle auf der Ladizalm

Nach der Ladizalm blieb der 8,5km lange Fahrweg mit wenigen Abkürzungsmöglichkeiten als Rückweg zum Parkplatz, der in etwa ein dreiviertel Stunden bis zum Parkplatz in Anspruch nahm. Er mag zwar als Hatscher bezeichnet werden, ist aber zum Erreichen eines vollständigen Eindruckes der Falkengruppe notwendig zu Fuß begangen zu werden.

Überschreitung im Rückblick unterhalb der Ladizalm

Auf die Minute pünktlich erreichte der Autor unter den ersten Regentropfen eines sich schnell gebildeten Gewitters dann den Parkplatz P4 wieder.

Risser Falk vom Johannestal aus

Die gesamte Strecke der grandiosen Runde betrug 18,5km (horizontal gemessen) bei 1.700m Aufstieg und einem Zeitbedarf incl. der einstündigen Gipfelpause am Risser Falk von knapp neun Stunden.

Mils, 20.07.2019