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Gamskarspitze

Eine leichte Tour hinsichtlich der Schwierigkeit im Anstieg und Ausgangspunkt einer anregenden Gratkletterei auf die Brantlspitze und die Hochkanzel ist die Gamskarspitze, 2.513m (auch Gamskarlspitze genannt), gelegen mitten in einem Ausläufer der Hinterautal-Vomper-Kette im Karwendel.

???????????????????????????????Der Ausläufer findet seinen südwärts gerichteten Ursprung an der Grubenkarspitze, trägt die bekannte, kühn aufgerichtete Roßlochspitze, dreht ab der Hochkanzel nach Westen und bildet somit ein Trennung zwischen Halleranger und Roßloch.

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Die Gamskarspitze ist ein leicht zu begehender Berg. Für den Einstieg nach dem „Dreieck bei der Lärche“ benötigt man etwas Orientierungsvermögen, um sich nicht in der kurzen Passage in den Latschen zu versteigen und oberhalb der Latschen ist der Weg einfach zu finden im weiteren Aufstieg. Horst, der freundliche Wirt auf der Hallerangeralm hilft, die Orientierung schon von unten aus sicher zu finden.
Durch den schon von der Hallerangeralm gut sichtbaren Großstein, eine gut sichtbare rippige Erhebung mit einem markanten großen Fels um unteren Ende, am oberen Ende des Großjoch gelegen findet man allzeit die Richtung am Aufstieg, der zum großen Teil weglos erfolgt. Von fast horizontal verlaufenden Gamswechseln über dem Latschengürtel darf man sich nicht täuschen lassen, sie führen nicht dorthin wo man hin möchte.

Im unteren Teil des Großjoches trifft man allerdings auf einen ausgeprägteren Steig, der, mit einer Serpentine, sich dann nach Nordosten wendet und geradewegs auf den Großstein zuwendet und zwar zwischen Großstein und den Wandfüßen der Gratfelsen, in einer leichten Mulde gelegen.

Herzlfelsen

Herzlfelsen

Diesem folgt man steil aufwärts, vorbei am Herzlfelsen,  bis man zu einer tief eingeschnittenen Scharte kommt, sie auch gut markiert ist. Nun folgt man den Markierungen einige Meter horizontal (keulenartiger Felsen in den Grattürmen) und steigt hinter einer Felsrippe wieder steiler weiter (deutliche Wegspuren und teilweise Markierungen). Bis zu diesem Punkt kann man die Gamskarspitze leider nicht sehen, weshalb man vorher nicht versucht sein darf, die Grathöhe zu erklimmen (ich habe das in den Schneefeldern getan, weil mein Ego meinte, der Gipfel sei nahe und büßte es mit Rückstieg vom Grat ein).

Blick zurück auf die Gamskarspitze von der Scharte aus

Blick zurück auf die Gamskarspitze von der Scharte aus

Nun ist es erstmals möglich den Gipfel zu sehen und man staunt nicht schlecht, weit weit er noch weg ist (schätzungsweise 20-30min).
Der weitere Verlauf des Aufstieges ist mit Steinmandeln gekennzeichnet, erfolgt zumeist unterhalb der Grathöhe und man tut gut daran sich zu erinnern, daß man den Grat nicht eigenwillig erklimmt, will man nicht zurücksteigen wollen. Bleibt man eher südlich wie beschreiben, ist der Aufstieg klettertechnisch keine Herausforderung (Klassifizierung nach UIAA maximal I), man sollte jedoch schwindelfrei sein.

am Gipfel der Gamskarspitze

am Gipfel der Gamskarspitze

Der Gipfel ist mit einem Steinmandl gekennzeichnet, kein Gipfelkreuz ziert ihn. Eine Gipfelbuch-Schachtel ist an zwei Haken in einer kleinen Wand aufgehängt, die Schachtel ist leer.

der Gratverlauf im Anstieg

der Gratverlauf im Anstieg

Für den Bergsteiger „light“ endet die Tour an diesem schönen, aussichtsreichen Punkt und er findet sich inmitten der mächtigsten, kühnsten Erhebungen des Karwendels wieder und kann diese genießen.
Im Norden das Roßloch mit seinen Giganten den Sonnenspitzen, die „zahme Seite“ der Lalidererspitze, die Dreizinkenspitze und die Roßlochspitze,

Blick nach Norden

Blick nach Norden

Roßlochspitze

Roßlochspitze

im Süden die gewaltigen Nordwände der Bettelwürfe, die glatt aufsteigenden unteren Wände der Speckkarspitze, die riesige Verschneidung des kleinen Lafatscher und die weitere Halltal-Gleirsch-Kette mit dem körnenden Abschluß der Praxmarerkarspitze, das Hinterautal hinaus bis nach Scharnitz und die weitere Sicht über die Zillertaler-, Stubaieralpen bis zur Zugspitze.

Bettelwürfe über dem Überschalljoch

Bettelwürfe über dem Überschalljoch

Kleiner Lafatscher

Kleiner Lafatscher

Interessant wird der weitere Gratverlauf für den Gratkletterfreund, der nun den Übergang zur ca. 100Hm höheren Brantlspitze und dem mit tiefen Scharten getrenntem Gipfel der Hochkanzel vor sich hat.

Details zur Brantlspitze

Details zur Brantlspitze

Details zur Brantlspitze

Details zur Brantlspitze

Den Übergang zur Brantlspitze wollte ich noch „erledigen“, jedoch war um 12:45 die Zeit dafür schon recht knapp, ich mußte nämlich noch zurück ins Halltal und wollte unbedingt am ersten Tag der Eröffnung auf der Bettelwurfhütte sein.

Anstieg vom Großstein

Anstieg vom Großstein

Für den Aufstieg rechne man ab der Hallerangeralm gute zwei bis zweieinhalb Stunden, wenn man den Weg noch nicht kennt. Vom Parkplatz Halltal aus war ich gesamt fünfeinhalb Stunden unterwegs, mit einer Minipause auf der Hallerangeralm (und ein paar Gratversteigungen, wie erwähnt).

Mils, 08.06.2014