Hochnisslspitze Brudertunnel Lamsenhütte und Stallental

Hochnisslspitze Brudertunnel Lamsenhütte und Stallental zurück zur Karwendelrast
Dokumentationstour: 9 Stunden gesamt incl. 1 Stunde Lamsenhütte und 1/2 Stunde Stallenalm

Unsere lieb gewonnene Hochnisslrunde über den Grat und die kleinen Spitzen bis ummi zum Brudertunnel mit folgendem schlußendlichen Mittagessen in der Lamsenhütte und das Stallental mit nachfolgendem Alpsteig bis zurück zum Auto bei der Karwendelrast.

Leider kann ich die Katze nicht aus dem Sack lassen und stelle euch nur ein paar Fotos zum Trost hinein. Die Runde ist eine Überraschung, die wir mit den Schiclubmitgliedern des SC-Mils im Herbst machen werden.

Bis dorthin…

Die Dawald (zuweilen auch „Tawald“) Jagdhütte ~1300m, hierher ist Manuel bereits im Jahre 2000 auf eigenem Fuß gekommen und hat nie gemeckert wie anstrengend es wäre Berg zu steigen:

Dawald Jagdhütte

den Grat zum Hochnissl auf ca. 2.400m erreicht, Blick ins Paradies – die Stallenalm:

der letzte mächtige Gipfel der Hinterautal – Vomper Kette: der Hochnissl, 2.546m

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Hochnisslspitze

die Steinkarlspitze, jetzt geht das Abenteuer los:

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Steinkarlspitze

Rückblick auf den Hochnissl und dem anregenden Grat bis zur Steinkarlscharte, einer der Höhepunkte der Tour:
 

der Brudertunnel (richtig: Lamstunnel), ein geologisch interessantes Naturphänomen und  ein toller Klettersteig:

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Brudertunnel (Lamstunnel)

Blick in die Gramei nach dem Brudertunnel am beginnenden Klettersteig, rechts die Lamsenhütte:

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Lamsenhütte vom Klettersteig Brudertunnel aus

der Klettersteig nach dem Brudertunnel, leichter Nervenkitzel vor dem Mittagessen in der Lamsenhütte:
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Am unteren Ende des Kletterasteiges, bereits im Zustiegsgelände, plötzlich fernes Gepolter, das sich aber nach einer ausgewachsenen Steinlawine anhörte; gerade noch konnte ich die Kamera aus dem Rucksack hervorkramen:

Wenn man die Entfernung der Staubwolken kennt, oder einzuschätzen vermag, dann erkennt man die Größenordnung des Spektakels; leider ist das Video dazu nicht von optimaler Stelle aus gedreht worden.
Ein Foto, das ich von dem Naturschauspiel im Absteig nach der Hütte gemacht habe, ist in der Bildergalerie enthalten. Meiner Schätzung nach – Länge und Breite des Schuttkegels über den Daumen gepeilt – müssen es einige Hundert Kubikmenter Fels gewesen sein die da laut donnernd innerhalb von knapp zwei Minuten in das Tal brausten.

Nun bereits nach Selchfleisch mit Knedl und Kraut auf der Lamsenhütte; im Hintergrund die Lamsenspitz, bergsteigerischer Reibestein für alles Bayrische was Bergschuach hat und selbige zur Höchstleistung zwingen will; mein Dialekt ist fast fremd am 26.7.12 zwischen allen Gästen aus eher Nord und weniger aus Süd:

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Lamsenspitze mit Lamsenhütte im Vordergrund

bereits rund 600Hm tiefer in der Stallenalm, eine der ganz Urigen die was zu erzählen hat…:

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Stallenalm

Fachleute haben vor Jahrhunderten ein Haus in einer Gegend erbaut, in der ein Haus der heutigen Architekten keine 50 Jahre überleben würde, die Stallenalm. Auch dem Herrgott wurde ein erlesener Platz gewidmet und vielleicht lebt sie deswegen heute noch, oder die Buden der heutigen Architekten nimmer lang?

Man betrachte das Farbenspiel an einem Julitag:
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talauswärts geht es durch ein schier unglaublich kitschig schöne Landschaft, die Talgründe um die „Stallen“; das Herz geht einem auf und es fehlt dem Mensch an nichts mehr. Wir bedürfen der Karibik nicht wirklich…:

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Die letzte Ruhestätte eines -für heutige Dimensionen – unrühmlichen menschlichen Meilensteines; der letzte freilebende Bär wurde hier im Jahre 1875 – wie immer, was jagdliche Großtaten anbelangt – „fürstlich“ erschossen:

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Bärendenkmal am Eingang des Stallentales

Man könnte sich zur Bärengeschichte in Erinnerung rufen, daß die Tiroler – gleich dem letzten Bären – immer stolze freilebene Menschen, Bauern und Bürger, waren. Niemals in deren Geschichte einem Lehensherren verpflichtet, sondern selbstverteidigend; trotzdem immer loyal ihrem Landesherrn – und vor allem sich selber – gegenüber.
Man könnte sich zusätzlich vorstellen, daß der Tiroler – so wie der Bär es wäre – neuzeitlichem Einfluß gegenüber, beispielsweise gesetzeskriecherischem, wendehälsischem Lawyertum, von fremden Kulturen importiert, gegenüber, abgeneigt und damit in seinem Herzen nicht einverstanden wäre. Er – der Tiroler – führt deshalb auf seinen emails keinen Disclaimer ein; er braucht ihn nicht, weil er der Welt gegenüber nicht mit Argwohn begegnet.
Und er wird sich wehren juristisch erschossen zu werden.
Leider ist er aber auch Jahrhunderte lang erzogen worden zu zelebrieren, was Administration und Geistlichkeit vorgegeben haben. Es bleibt zu hoffen, daß der Tiroler seinen Menschenverstand immer vor dem Import von fremdländischem Rechtsempfinden stellen wird und die Verantwortung des Individuums als das Maß der Dinge betrachtet. Das könnte seine Rasse im Niedergang der westlichen Kulturen erhalten.

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Von der Bärenrast bis zum Auto bei der Karwendelrast nimmt man den Alpsteig.

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Abzweigung Alpsteig bei der Bärenrast

Der Alpsteig ein ca. 5km langer Forstweg mit ein wenig auf und ab, aber nach der Rodelhütte am Vomperberg nicht g’scheid beschrieben, sodaß man leicht den Weg zur Waldhorb Alm nimmt und dann, wenn man nicht gut bei einer unauffälligen Abzweigung aufpaßt, nach fast 25km Tagestour, gerade weitergeht und am Ende zur Pension Astner wieder 150Hm absteigen muß.

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Finale bei der Karwendelrast, eine unbeschreiblich schöne Tour, man muß sie verdient haben, 17:04 Uhr

 

Mils im endenden Juli 2012,
Rainer Antretter

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