Archiv der Kategorie: Touren 2019

Touren 2019 überall

Schitour Glungezer, 2.677m – von der Karlskirche

Selten im Winter – und in so manchem Winter gar nicht – bestehen geeignete Schneeverhältnisse, um die Schitour vom Tal aus auf den Glungezer zu unternehmen. Schneeverhältnisse, die es dem Belag erlauben nicht bei jedem Schwung im unteren Teil am Kleinvolderberg mit Maulwurfhügeln Bekanntschaft zu machen.
Über lange Zeit wurde diese Schitour als die längste Tirols gehandelt – mittlerweile gibt es weit längere.

Eingang der Glungezerhütte und Gipfelbereich mit Materialseilbahn des Bundesheers

Der Start, wie könnte es schöner sein, befindet sich in geschichtsträchtiger Umgebung bei der Karlskirche und dem Servitenkloster zu Volders an der Bundesstraßenbrücke und Abzweigung der Landesstraße nach Tulfes. Der  beeindruckende Rokokobau der Karlskirche von 1620 (Grundsteinlegung) fasziniert nicht nur vom Äußeren, der Kunstgenuss des Kuppelfreskos im Inneren kann bei einem andächtigen Besuch anlässlich der Danksagung von riskanten überstandenen Schitouren bewundert werden.

Panorama im Inntal, Mils gegenüber vor dem Halltal

In der Tat hinterläßt dieser Schitour einen bleibenden Eindruck. Alleine der Start mitten im Inntal ohne vorherigen Höhengewinn per Fahrzeug ist schon ein nicht alltäglicher.
Der Parkplatz wurde für die Zwecke des Winters extrem erweitert. Östlich der kleinen Ausbuchtung des Hanges als Parkplatz läßt, vermutlich die Gemeinde Volders, eine große Wiesenfläche zu Parkzwecken räumen –  wofür man in Zeiten wie diesen den Hut ziehen muß. Insgesamt finden am Ausgangspunkt der Tour schätzungsweise an die 80 Fahrzeuge Platz.

Durchschlupf beim Wegkreuz oberhalb der Karlskirche

Im unteren Teil der Tour wird quasi über den gesamten Kleinvolderberg aufgestiegen. Die Wiesen der Bauernschaften dort bilden schöne Abfahrtshänge die durch die Zufahrtsstraßen zu Wohnhäusern unterbrochen werden an denen recht nahe aufgestiegen wird – der heute im Pulk allgemein recht laut gewordene Tourenfreund möge sich des frühen Morgens mit seinen Unterhaltungen entsprechend zurückhalten, passiert er die Gehöfte.

Wiese hinter dem Durchschlupf mit dem Ziel im rechten Bilddrittel dem Glungezer (nebelverhangen)

Nach den ersten zwanzig Meter Aufstieg und dem Durchschlupf am Wegkreuz breitet sich das dahinter gelegene Feld leicht ansteigend aus und – auch eine Besonderheit dieser Schitour – das Gipfelziel wird sofort in umwerfender, in herausfordernder Entfernung sichtbar.
Aber nicht nur das Gipfelziel an sich, auch die Aufstiegsroute ist erkennbar und, wer sie kennt, auch die Waldschneise vor der Straße bei Windegg und das Schigebiet des Glungezers am Rücken zum Gipfel hinauf.

Aufstieg über tolle Hänge nach dem letzten Haus am Lachhofweg

Nach dem ersten Feld an der Straße (Lachhofweg) angelangt muß dieser etwa 500m in westlicher Richtung gefolgt werden, um den nächsten Aufstiegshang zu erreichen. Bei guter Schneelage kann dies unter Nutzung eines schmalen Streifens zwischen Straße und Zäunen der Anrainer, abschnittsweise leicht unbequem links oder rechts auf der erfolgen, ohne die Schi zu tragen.
Nach dem letzten Haus in Richtung Lachhof erreicht man den nächsten Hang wieder auf dem dann lange aufgestiegen werden kann, ohne abzuschnallen.
In Summe trifft es einen etwa drei bis fünfmal abzuschnallen, je nach Aufstiegsroute, Schneelage und  Salzeinsatz bei der Straßenräumung. Aus eigener Erfahrung sei jedem geraten abzuschnallen, um nasse Felle zu vermeiden.

die Freileitung wird angepeilt

Rasch wird auf den weißgetünchten Hängen an Höhe gewonnen. Das Ziel von unten von der Straße gesehen ist ein großer Strommast einer 110kV-Freileitung. Die Aufstiegsroute dorthin kann frei gewählt werden, falls es noch keine angelegte Spur gibt. Die Spitzkehre der Kleinvolderbergstraße beim Ortsteil Edenhaus wird links liegen gelassen, das spart zweimal Abschnallen.

Rückblick auf den unteren Teil am Kleinvolderberg

Beim Freileitungsmast (etwa 860m) wird das Gelände kurzzeitig etwas flacher, da die Aufstiegsrichtung hangparallel bis zum westlich gelegenen Freileitungsmast weiterführt. An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Rückblick über den schönen Kleinvolderberg.

Querung längs der Leitungstrasse bis zum nächsten Mast

Nach Erreichen des nächsten Freileitungsmastes zieht der Aufstieg kurz über einen steilen Hang bis zum Gehöft Platten an. Hier wird der Plattenweg überschritten, um jenseits den nächsten steileren Hang zum Tulferberg aufzusteigen. Am oberen Teil dieses Hanges verengt sich die Wiesenfläche zu einem schmalen Schlauch zwischen Waldflächen, etwa auf 1.080m. Hier lohnt ein weiterer Rückblick, die ersten 500 des gesamten 2.050m Aufstiegs liegen nun zurück.

Oberhalb des Gehöftes Platten

Ein weiterer Durchschlupf durch Besitzgrenzen am Ende der Wiesenschneise führt hinauf zur Tulferbergstraße bei Windegg. Ab hier befindet man sich schon im Schigebiet des Glungezer, auch wenn dort nicht immer eine technisch gezogene Piste besteht – worin auch einer der Reize des Schigebietes Glungezer besteht.

Hang bis zur schmalen Wiesenschneise

Nach der Tulferbergstraße bei Tulfein ist noch eine Hofzufahrt zu queren, die fallweise Abschnallen erfordert, sodann ist man dieser Unterbrechung bis zum Gipfel ledig.

schmale Wiesenschneise

Von einer Beschreibung des nun folgenden langen Aufstieges auf den Pistenflächen des Schigebietes soll hier abgesehen werden, da für den Tourenfreund damit kein Gewinn entsteht. Der Aufstieg erfolgt durchgehend am linken Rand der Pisten in Aufstiegsrichtung. Bei der Austragung von Schirennen ersetzt die Absperrung den Waldrand und der Aufstieg erfolgt mittig auf der Piste.

Piste unterhalb von Windegg

Erwähnenswert sind vielmehr die gastronomischen Angebote von Tulferhütte über das Gasthaus Halsmarter und die Tulfeinalm, die nicht nur im Aufstieg, bei den am Glungezer bekannten teilweise extremen Windbedingungen, wiewohl auch bei der Abfahrt für Labsal und bei Bedarf für warme Finger sorgen können.

vor der Tulferhütte

Ist die Bergstation des neuen Glungezerliftes „Halsmarter“ auf 1.550m erreicht kann man sich rühmen etwa die Hälfte des Anstieges zum Glungezer erreicht zu haben.
Dort trifft man mit mehr Schifahrern zusammen, als im unteren Teil am flachen Halsmarterlift. Der beliebte Glungezerlift von Tulfes wurde trotz als wichtiges Signal in der Region im Herbst 2018 neu erbaut und erfreut sich in den ersten Betriebswochen großer Beliebtheit.

Rückblick auf Windegg

Im oberen Teil des Schleppliftes, nahe der Baumgrenze bei Tulfein auf 2.000m, wich die Wolken- und Nebeleintrübung, die kurz nach dem Start für Zweifel sorgte, ob die gesamte lange Tour an diesem Tag wohl absolviert werden könnte. Der Gipfel jedoch blieb vorerst in Nebelpaketen eingepackt und  Wind kam auf, der die Temperaturen von etwa acht Grad kälter anfühlen ließ.

kurz vor Tulfein wird die Hoffnung auf Aufklaren gestärkt

Um die Ecke bei Tulfein gebogen keimte die Hoffnung auf, daß der Gipfelanstieg nach der Schaferhütte ein nebelfreier werden würde. Der Wind aus Nordwest fegte die hartnäckige Nebelbank mehr und mehr ins Voldertal weiter, es sollte aber noch mehr als eine Stunde dauern, und zwar bis zum Erreichen der Glungezerhütte, bis die Sicht ungetrübt wurde.

nach dem Schlepplift auf das Ziel geblickt – noch in großer Ferne scheint der Gipfel

Etwa auf halbem Weg von Tulfein bis zum Ende des ehemaligen Schleppliftes „Kalte Kuchl“ sind zwei Drittel des Aufstieges erreicht. Und dort steht man vor der noch immer fern scheinenden Pyramide des Glungezers. Wer will aber hier schon aufgeben?
Als leichte Strecke zum Regenerieren durch den steilen Aufstieg neben der Piste dünkt das weitere Gelände Richtung Schartenkogel. Der Weg Richtung Schartenkogel führt in einer angenehmen Kehre hinauf und quert unterhalb der letzten Meter des Schartenkogelliftes Richtung Tufleinjöchl bis vor die Schaferhütte, 2.260m.

Stimmung am Weg zum Schartenkogellift – klirrend kalt

Dort wird das Gelände des Glungezer Schigebietes wieder verlassen und Richtung Gipfel angestiegen. Bei der Begehung des Verfassers erzwang der mittlerweile recht unangenehm gewordene Nordwestwind die Überjacke und die Kapuze war willkommen.

am ersten Felsaufschwung nach Verlassen des Schigebietes

Der Aufstieg ist fast durchgehend mit Schneestangen in dichtem Abstand markiert. Am ersten Hang markieren die Schneestangen jedoch die Abfahrtsroute und der Aufstieg erfolgt links (südöstlich) davon in geringem Abstand und ohne Stangen. Nach der ersten Kuppe (etwa nach 50Hm) führt der Aufstieg wieder an die Schneestangen heran, die gleichzeitig die Abfahrtsroute markieren.

eine dichte Abfolge von Schneestangen weist den Weg – die Seilbahnstütze voraus wird angepeilt

In der Folge wird die vorletzte Stütze der Materialseilbahn des Bundesheers erreicht und der Seiltrasse etwa 5min gefolgt, bevor die Schneestangen in westliche Richtung ableiten.
Die Wendung führt auf einen fast ebenen Quergang mit einem Aufschwung am Ende, der einem, bei viel Wind, unangenehm dichte Schneeverwehungen ins Gesicht bläst, bis der Aufschwung überwunden ist.

Wegweiser unterhalb der Sonnenspitze – links geht es zur Glungezerhütte

Zum Abschluß des Winterweges – es gibt auch einen Sommerweg südlich des Tulfeinjöchls, der im Winter als Schitour auch begehbar ist – liegt der Hang von der Sonnenspitze herab nun bis zum Gipfel einsehbar als letzte kurze Prüfung vor dem Bezwinger.
Die Entscheidung zwischen der Sonnenspitze, 2.639m oder dem Glungezer, 2.677m, der nur der Glungezerhütte 2.610m kann nun getroffen werden und aufgrund der bekannten Hausstrecke und der unwirtlichen Verhältnisse entschied sich der Verfasser für die Gerstensuppe und das Bier in der Hütte, diesmal ohne Gipfel des Glungezers.

Blick auf den Glungezer, 2.677m

Hierzu muß noch die Querung etwa 50Hm unterhalb der Sonnenspitze erfolgen. Links (östlich) des Anstiegs zur Sonnenspitze befindet sich ein weitgehend eingeschneiter Wegweiser und eine Seilabgrenzung weist den Weg auf den Zugang zur Glungezerhütte am Sattel zwischen Sonnenspitze und Glungezer.
Der Übergang führt, eher flach querend, durch steiles Gelände; oberhalb die Felsschrofen der Rippe zur Sonnenspitze, unterhalb ein steiler Abhang. Die Seilsicherungen bieten im Extremfall bei Sturmwind sicheren Halt, im Normalfall bedarf man ihrer nicht.

Weg zur Hütte im Rückblick

Beim Anblick der Hütte und der Einrichtungen der Materialseilbahn waren die letzten Zweifel beseitigt, daß der Gipfel nach 4:30 Stunden Aufstieg vielleicht doch mitgemacht werden sollte. Die 67m Aufstieg von der Hütte bedeuten nicht die Welt für jemand, der schon mehrere Dutzend Male dort gestanden ist.

Sonnenspitze, 2.639m mit Biwackschachtel im Vordergrund

Die Glungezerhütte, in der Grundform und die Gaststube ein Bau des bekannten Innsbrucker Architekten Theodor Prachensky, über die Treppe hinuntergestiegen und eingetreten ist eine Hütte in der man sich unweigerlich wohlfühlt. Mag es an der Holzvertäfelung oder an der Einrichtung liegen, oder einfach an einem warmen Ort ohne Windgetöse.

die gemütliche Glungezerhütte mit ihren kleinen Fenstern

Ein dreiviertel Stündchen für Suppe und Bier neben anderen drei verbliebenen Tourengehern war schon das Maximum, das so spät am Nachmittag drin war, um bei der Abfahrt weiter unten nicht in Dunkelheit zu geraten. Also hieß es um 16:30 mit gewaltigem Panorama ins Unterland und mittlerweile kristallklarer Sicht Abschied nehmen vom zeitlosen Ort.

einer von Prachenskys Schifahrern

Die Abfahrt erfolgt wieder über die verseilte Gasse westlich unter die Sonnenspitze und dann der Aufstiegsspur folgend bis zum Akja, dann links von der Aufstiegsspur abzweigend, den Felskopf umfahrend bis hinab zur Abfahrt vom Schartenkogellift.

die Sicht zum Abfahren aufgeklart, das Ziel ist dort wo der Inn sich gegen Süden krümmt – Stimmung im Unterinntal Anfang Jänner um halb fünf abends

Am Weg nach Tulfein bezauberte noch der abendliche Blick des Inntales mit dem Abendrot über den Sellrainer Bergen.

hier verläßt die Abfahrt die Aufstiegsroute kurz nach links um den Felskopf herum

Der lange Aufstieg wird einem erst ab der Tulferhütte bewußt, wenn die Oberschenkel in schneller Abfahrt zu brennen beginnen und erst noch der Kleinvolderberg mit Tiefschnee wartet.

Abendrot über den Sellrainer Bergen

Die Bilder über die Naturabfahrt über den Kleinvolderberg bleiben grandios in Erinnerung. Selten gibt es eine solche Möglichkeit über breite Wiesen einfach querfeldein hinabzufahren, Häuser und Stadel hinter sich zu lassen.

Am oberen Teil am Kleinvolderberg – gegen das Karwendel und Halltal

Der neuerlichen parallelen Fahrt oder Tragestrecke am Lachhofweg kann bei guter Schneelage auch ausgewichen werden. Oberhalb des Hauses am Lachhofweg kann auch rechts (östlich) auf schmalem Pfad in den Wald hineingefahren werden (rechtzeitig am Hang rechts weg bevor das Gefälle nicht mehr ausreicht).

tolle Abfahrt zwischen den Häusern

Dort folgt eine kurze Schiebestrecke von etwa 50m bevor eine Kurve der Kleinvolderbergstraße erreicht wird der man talseitig der Leitschienen,  gegen den Wald, etwa 200m folgt. Nachdem der Wald endet und leicht links (westlich) ein Haus zu sehen ist wird zu diesem abgefahren, die Straße überquert und somit die gesamte Strecke auf dem Lachhofweg umfahren.

nach der Umfahrung des Lachweges; etwas links haltend nach dem Haus geht es zurück zur Aufstiegsspur

Weiter links haltend über das breite Feld führt die Abfahrtsroute zum Ausgangspunkt hinab.
Eine Gesamtübersicht und ein paar Kartenausschnitte der Tour und ein Höhenprofil befinden sich in der Bildergalerie, siehe weiter unten.

Tourabschluß auf den Glungezer mit Abendstimmung bei der Karlskirche

Für die 10,5km lange und 2.050Hm Aufstieg messende Tourenstrecke wurden inclusive Hüttenaufenthalt 6:02 Stunden benötigt, für den reinen Aufstieg mit Fotopausen 4:33 Stunden.
Die Planung beschreibt den Aufstieg mit 5:30 Stunden, siehe Höhenprofil in der Bildergalerie.

Schitour Glungezer – horizontale Länge

Die Mähr von 15 oder 16km Tourenlänge ist durch eine Kartenmessung übrigens rasch widerlegt.
Die horizontale Strecke von der Karlskirche bis zum Glungezer beträgt rund 8.500m und der geodätische Aufstieg beträgt rund 2.100m. Mit Hilfe der Winkelfunktionen errechnet sich somit ein durchschnittlicher Winkel von 13,9° und bei diesem kleinen Winkel ergibt sich halt keine Hypotenuse die länger als 8.760m wäre. Wenn man nun die Kehren im Gelände und die S-Kurve nach Tulfein berücksichtigt, dann mag sich vielleicht je nach Route eine Länge von 10.500m ergeben, niemals aber von signifikant mehr – so wie es AV-Karte und Outdooractive auch ergeben.

Mils, 12.01.2019

Schitour Roßlauf, 2.248m und Hoher Kopf 2.373m

Mit moderaten Hangneigungen stellen die beiden Gipfelziele eine recht sichere Sache dar, wenn nach Neuschnee mit Wind die Warnstufe drei ausgegeben wurde. Die Hangneigungen – im Tiris nachverfolgt – erreichen nirgendwo 30° oder mehr.

Roßlaufspitze, 2.448m

Der Parkplatz Innerst befand sich gegen 8:45 Uhr am Neujahrstag bis zum letzten Platz besetzt, weswegen wir  wir unterhalb längs der Straße parken mußten. Das eintägig vorausgesagte Zwischenhoch am Neujahrstag hatte offenbar sehr viele Tourenhungrige angezogen, bevor danach der Schneefall wieder einsetzen soll.

Morgenstimmung im Weertal

Der Anstieg zur Abzweigung vom Weg zur Weidener Hütte präsentierte sich heute perfekt verschneit; ohne Steinkontakt erfolgte auch die spätere Abfahrt.

Stimmung auf der Hochsinnalm

Am Weg zur Hochsinnalm verschwanden die letzten Nebelreste und in den freien Hängen nach dem Wald herrschte, bis auf thermische Brisen, Windstille.

oberhalb der Fiderissalm wird in der Fallinie über die Almböden angestiegen

Ab der Fiderissalm wird nicht mehr am Weg angestiegen, sondern direkt oberhalb der Alm auf den Wiesen geradewegs bis zum lichten Zirbenwald (siehe Hangneigungskarte mit Route eingezeichnet).

bald ist der Wald erreicht

Im Wald folgen steilere Passagen auf Flachere, insgesamt bleibt die Hangneigung jedoch unter 30° und die Stimmung nach Neuschnee ist, über den etwa 200Hm umfassenden Aufstieg im Wald einzigartig.

einige lichte und einige freie Passagen im Aufstieg

Grob 100Hm unter dem Hochleger der Fiderissalm wird das Gelände flacher und vor den Almgebäuden befindet sich eine kleine Senke. Nach den Almhütten steigt das Gelände zu beiden Tourenzielen in leichten Stufen moderat bis zum Gipfelbereich.

kurz vor den Hochleger der Fiderissalm

Zunächst kam für uns der Hohe Kopf in Frage. Die Roßlaufspitze hängten wir als zusätzliches Ziel dran indem wir bis knapp vor die Almhütten des Hochlegers abfuhren, wieder auffellten und die etwa 150Hm über sanfte Hänge aufstiegen.

nach dem Hochleger Richtung Hoher Kopf

Der Aufstieg vom Hochleger bis zum Hohen Kopf ist fast vollständig einsehbar – zumindest ist der Gipfelbereich immer im Blickfeld. Am Weg dorthin stieg der Windeinfluß kräftig an.
Dem direkten Gipfelbereich des Hohen Kopfes vorgelagert befinden sich einige kurze Passagen in Kammnähe, die – wie so häufig – auch bei unserer Begehung recht abgeweht angetroffen wurden. An diesen Stellen ist bei der Abfahrt Vorsicht zur Schonung des Schibelages nötig.

das Gipfelkreuz des Hohen Kopfes bereits sichtbar

Der Hohe Kopf hat im Gegensatz zur Roßlaufspitze den Vorteil einer kleinen Geländemulde in der es sich in deutlich windgeschützter Lage leichter Abfellen und zur Abfahrt rüsten läßt.

Starker Wind am Hohen Kopf

Zum Gipfel müssen allerdings noch ein paar Meter exponiert aufgestiegen werden, die bei Wind unangenehm ausfallen und den Gipfelaufenthalt auf die nötigen Augenblicke für ein paar Fotos verkürzen.

Evi am Hohen Kopf

Die kurze Abfahrt von rund 280Hm bis zum Hochleger empfiehlt sich nahe der Aufstiegsspur, vor allem wenn der Anstieg zur Roßlaufspitze bevorsteht. Wir fellten also wieder auf und Michael spurte durch die wunderbar verschneite Landschaft begeistert voraus.

Auffellen am Fideriss-Hochleger

Zunächst beginnt der Aufstieg sehr flach, um die Entfernung zum Gipfelrücken der Roßlaufspitze etwas zu überbrücken. Nach etwa 10min steilt der Aufstieg etwas auf und überwindet ein paar steilere Stufen. Zum Abschluß wird eine niedere Rippe überschritten an die der ebenfalls meist abgeblasene langgezogene Gipfelbereich anschließt.

herrliches Gelände voraus

Am Gipfel der Roßlaufspitze bietet sich – obwohl um rund 130m niedriger als der Hohe Kopf – ebenfalls ein toller Ausblick, diesmal, noch näher am Gilfert auf denselben und auf den gegenüberliegenden Hochleger der Nurpensalm. Kaum zu glauben, daß sich hinter dem Kamm über der ruhig schlafenden Alm jede Menge Betriebsamkeit des großen Schigebietes Hochfügen versteckt.

Michael im Gipfelbereich

Auch am Gipfel der Roßlaufspitze blies der Wind unwirtlich genug, daß wir unmittelbar nach den Fotos zur Abfahrt rüsteten. Auf den umliegenden Gipfeln, inclusive des Hohen Kopfes, zeugten hohe Schneefahnen von der neuerlichen Wetterumstellung aus Nordwest.

Roßlaufspitze, 2.448m

Die Spur über das Alplköpfl herauf sah idyllisch aus, hier gibt es wahrscheinlich ab der Hochsinnalm einen Anstieg, wie die Webseite der Gemeinde Weerberg schließen läßt, eine Beschreibung darüber konnte der Verfasser im Internet keine finden.

Blick Richtung Alplköpfl

Die Abfahrt von beiden bestiegenen Gipfeln in das Nurpenstal kürt die Schitour zur Runde und es sei die Abfahrt zur Unteren Nurpensalm eine sehr schöne sagt man im Allgemeinen.

Michael und Patricia am Roßlauf

Leider war uns diese wegen der Schneeverhältnisse und Gefahrenmuster nicht beschieden und wir konnten auch keine Abfahrtsspuren anderen Tourengeher erkennen.

schöne Pulverhänge erwarteten uns

Die Abfahrt über die leichten Hügel auf der nordwestlich ausgerichteten Aufstiegsstrecke durch den Wald bot uns aber auch einige unvergessliche Momente im Tiefschneestaub den Wald hinab.

ein Hochgenuß diese Hänge von der Roßlaufspitze herab

Nach der Fiderissalm kann man einen weiteren Hang in Falllinie bis zum Talweg abfahren, es ist nicht nötig, die Hochsinnalm mit einzubinden. Allerdings müssen dann etwa 350m Schiebestrecke überwunden werden, welche die Abfahrt über den schönen Hang aber lohnen.

Für die Tour haben wir mit kurzen Aufenthalten wegen des Windes viereinhalb Stunden benötigt, der gesamte Aufstieg betrug 1.335m.

Mils, 01.01.2019