Archiv der Kategorie: Touren 2015

Touren 2015 überall

Riepenwand, 2.774m

Als seltenste begangene Spitze in den Kalkkögeln ist die Riepenwand auf der von mir gewählten Route ein interessantes Ziel für den Bergsteiger, der den alpinistischen Zugang sucht und weniger für den, der das reine Klettern im Sinne hat. Die wenigen Kletterer kennen ihre Routen ohnehin und begehen sie heute teilweise ohne Eintrag im Gipfelbuch.

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am Gipfel der Riepenwand, 2.774m

Als vorletzte hohe Felserhebung in den sich von Norden nach Süden krümmend ziehenden Kalkkögeln und mit einem nicht leichten Zugang von allen Seiten ist es tatsächlich so, daß die Riepenwand ein wenig besuchter Gipfel ist. Die Eintragungen von 2015 sind im endenden Juli lediglich auf zwei Seiten, ohne umzublättern abzulesen. Mehr dazu später und in der Fotogalerie.

Zugang zur Riepenwand, knapp oberhalb der Adolf Picher Hütte

Zugang zur Riepenwand, knapp oberhalb der Adolf Picher Hütte

Möglicherweise ist die Zuwegung zu den Ausgangspunkten schon alleine mit ein Grund warum der schöne Gipfel gar nicht in Erwägung gezogen wird, ist es doch so, daß auf beide Scharten, die die Riepenwand geografisch einschließen, die Riepenscharte im Norden und die Seespitzscharte im Süden, kein Steig hinauf führt. Beide Anstiege im Reisenschutt sind mühsam und steinschlaggefährdet. Allerdings sind sie, speziell für den Bergsteiger der die langen Reisen im Karwendel kennt, nur recht kurz mit ihren ca. 150 – 200Hm.

unterer Aufstiegsteil zur Riepenscharte, weglos

unterer Aufstiegsteil zur Riepenscharte, weglos

Weiters sind die Aufstiege ab den Scharten nicht einfach; im Norden ab der Riepenscharte bildet eine abschreckende schuttbefüllte Reise den Normalanstieg und im Süden ist der Abstieg von der Seespitzscharte und der Aufstieg über das schmale, zur Schlicker Alm hin teils sehr abschüssige Schuttband ein Abenteuer, das der Bergsteiger erst einmal mental verkraften muß, obwohl es klettertechnisch nicht einmal als schwierig (II) zu werten ist.

oberer Teil des Aufstieges zur Riepenscharte

oberer Teil des Aufstieges zur Riepenscharte

Mehr zu diesem Schuttband unten bzw. in der Fotogalerie. Nun, soweit die Hintergründe warum die Riepenwand ein wenig begangener Gipfel in den Kalkkögeln sein mag.
Empfehlenswert ist die Tour im Team, weniger im Alleingang.

Blick von der Riepenscharte auf den ersten Felsturm, der die schwierigen Passagen zum Nordgrat enthält

Blick von der Riepenscharte auf den ersten Felsturm, der die schwierigen Passagen zum Nordgrat enthält

Der Aufstieg zum Beginn der Kletterei, den ich genommen habe ist die nördliche Einschartung, die Riepenscharte. Das Ziel war die im Führer beschriebene Route (ich benutze den Alpenvereinsführer Rabensteiner/Klier 4. Auflage 1958, jedoch sagt die neueste Ausgabe beim googeln im Internet auch nichts anderes) des Nordgrates. Er führt direkt von der Riepenscharte etwas westlich in die ersten Felstürme empor, hat dort auch seine beiden einzigen III- Stellen und wird dann unendlich zahm über die restliche Route bis zum Gipfel. Ich würde die klettertechnische Schwierigkeit ab der Rechtskurve als I bezeichnen, der Führer ist der Meinung, es sei II.

Rückblick nach der ersten III- Stelle auf die Riepenscharte nach ca. 50Hm

Rückblick nach den ersten Aufschwüngen mit Klettereien nach ca. 40Hm

Orientierungshilfen sind sowohl verblichene rote Punkt(Strich)markierungen wie auch Steinmänner. Man hat öfters die Wahl, denn sie decken nicht dieselbe Route ab. Ich bin hauptsächlich den Punktmarkierungen gefolgt, war aber unten bei den III- Stellen froh um die Steinmänner.

so geht es weiter, klettertechnisch zumeist nicht schwierig, aber mental zu bestehen

so geht es weiter, klettertechnisch zumeist nicht schwierig, aber mental zu bestehen

Bei den beiden Rissen, oder auch – nach der Diktion des Führers – Kamin muß man wirklich überlegen, sich Zeit nehmen und, vor allem beim oberen den Rucksack richtig platzieren, da es sehr eng ist.

erste Stelle III- wie mir vorkam

erste Stelle III- wie mir vorkam

Bemerken möchte ich hier besonders auch, daß jemand, der eine Stelle III- im Freiklettern im steilen Gelände nicht beherrscht, gleich gar nicht daran denken soll, die Riepenwand zu begehen.

Rückblick auf den Kamin, nun ca. 80Hm über der Riepenscharte

Rückblick auf den Kamin, nun ca. 80Hm über der Riepenscharte

Rückblick auf die III- Stelle oberhalb des ersten Risses (oder lt. Führer Kamin)

Rückblick auf die III- Stelle oberhalb des ersten Risses (oder lt. Führer Kamin)

Es gibt beim unteren Kamin auch einen Steinmann, der auf ein schmales Band führt, das ich nicht genommen habe.

obererer Kamin und zweite II- Stelle nach meinem Empfinden

obererer Kamin und zweite II- Stelle nach meinem Empfinden

Der im Führer genannte „Nordgrat“ ist eigentlich auch kein ausgeprägter Grat mit gleichmäßig abfallenden Seiten, sondern eher eine Kante horizontal/vertikal im Geländeschnitt gesehen.

Hat man diese ersten ca. 100Hm überwunden liegen keinerlei schwierige Passagen mehr vor einem. Im Rückblick von der Scharte aus muß ich sagen, daß der Aufstieg über den im Führer genannten „Normalweg“ rein bergsteigerisch gesehen sicher wesentlich prekärer sein sollte und ich würde diese Rinne nie wählen (Foto siehe Galerie).

oberhalb des oberen Kamines

oberhalb des oberen Kamines

Natürlich ist die freie Kletterei über den Zustieg zum Nordgrat ob der fast senkrechten Felsstufe eine Nervensache, jedoch ist dort der sonst so brüchige Hauptdolomit bemerkenswert fest und die Kletterei ist m. E. wesentlich sicherer, als die Schuttrinne des Normalaufstieges.
Man findet im Zustieg zum Nordgrat der Riepenwand auch Opferschlingen oberhalb den beiden II- Passagen die eine wertvolle Hilfe beim Rückzug sein können; geprüft habe ich sie nicht, das bleibt jenem vorbehalten, der ihrer bedarf.

weiterer Verlauf, es wird leichter

weiterer Verlauf, es wird leichter

in dieser Art geht es nun in leichtem Geh/Klettergelände zum Gipfel weiter

in dieser Art geht es nun in leichtem Geh/Klettergelände zum Gipfel weiter

Nach dem leichten Aufstieg über den Nordgrat findet man – neben dem Gasflaschenhäuschen der Schlicker Bergbahnen ein leider umgefallenes Gipfelkreuz mit noch befestigtem Gipfelbuchhalter und – gottseidank – unversehrtem Gipfelbuch. Ein wenig feucht ist es wegen der Schräglage und den heftigen Wetterkapriolen der letzten Tage schon, aber doch wunderbar intakt und mit dem Inhalt von Generationen von Motivationen der Besteigung.

Gipfelaufbau nach Verlassen des Norgrates

Gipfelaufbau nach Verlassen des Nordgrates

Ein Eintrag beschreibt, daß man das Gipfelkreuz heuer aus den Schrofen heraufholen mußte, also kann man sich gut vorstellen welche Stürme es auf der Riepenwand geben muß, daß das stählerne Kreuz in die Flanken fällt.

Gipfel Riepenwand

Gipfel Riepenwand

Da es aus 1979 stammt – und dank der Bergwacht Götzens gespendet und bis heute gewartet wird – kann man die letzten 30 Jahre Revue passieren lassen aus welchen Gründen dieser Gipfel bestiegen wird. Das Foto zeigt die Anzahl der Blätter der 3 Dezennien zwischen meinen Fingern.

die Dekaden der Besteigungen getrennt

die Dekaden der Besteigungen getrennt

In der Periode 1980 bis 1990 waren die Kletterer hier, die noch alpinistisch orientiert waren. Eine Skizze von A. Orgler ziert das Büchlein und sie ist fast so perfekt wie die Zeichnungen des großen Erschließers der Kalkkögel, Carl Gsaller. Bergsteiger und Künstler, Homo Faber der Berge! Ich war damals selber in Wattens beim AV und weiß um diese Zeit; es war eine Sturm und Drang Zeit des Kletterns mit möglichst schwierigen Routen und eingeschworenen Seilschaften. Seilschaftskommandos konnte man fast über die Jöcher hören und es gab kaum Lager in den Hütten. Wöchentlichen Sektions-Abende hat es gegeben, eine Hochblüte des Allgemeinbergsteigens.
Die Periode 1990 bis 2000 ist schon wesentlich dünner und hier sind fast nur mehr gut ausgebildete Freaks mit neuen sportlichen Gedanken und Ausrüstungen unterwegs gewesen.
Die Periode 2000 bis 2010 ist, dem Trend folgend, eine Periode des Niederganges des Allgemeinalpinismus und stellt die dünnste Blätterfraktion dar.
Von 2010 bis zum heutigen Tag wollte ich keinen weiteren Finger mehr investieren, leider sind es nur mehr 7 gezählte Blätter, die mit Eintragungen versehen sind und davon 2x jährlich der Hubschrauber für die Gaskanonen der Bergbahnen …
Aufgrund meiner Touren habe aber auch ich die feste Überzeugung und Hoffnung, daß sich die Jugend hinkünftig wieder mehr auf diese Ziele orientieren wird, als an elektronischem Totschlag von Zeit.

die Gipfel rund um Alpeiner und Lüsener Ferner

die Gipfel rund um Alpeiner und Lüsener Ferner

Die Ausblicke von der Riepenwand sind natürlich sensationell. Hier ein paar Rundumblicke.

Schlicker Manndln und dahinter einer meiner Lieblinge, der Habicht

Schlicker Manndln und dahinter einer meiner Lieblinge, der Habicht

die Kalkkögel in ihrer Gesamtheit nach Norden geblickt, Marchreisenspitze im Nebel

die Kalkkögel in ihrer Gesamtheit nach Norden geblickt, Marchreisenspitze im Nebel

Tiefblick in die Schlick

Tiefblick in die Schlick

Kein Gipfel ohne Abstieg. Der Abstieg von der Riepenwand ist kein leichter, auch wenn man den Führer wieder in Anspruch nimmt und dieser den Abstieg über die Südostflanke und das sogenannte breite, gelbe Geröllband als leichtesten Aufstieg (also auch umgekehrt) beschreibt.

Absteigsroute von der Riepenwand zum Geröllband, links neben mir die Gaskanone der Bergbahnen

Absteigsroute von der Riepenwand zum Geröllband, links neben mir die Gaskanone der Bergbahnen

Zum einen gibt es – anders als beim Aufstieg – keine Punktmarkierungen oder Steinmänner, zum anderen keine Höhenangaben in Führer oder Karte (zumindest die AV-Karte die ich habe Nr. 31/5 aus 1996). Allerdings habe ich tags zuvor im Internet einen Bericht gefunden, der die Abstiegsroute zur Seespitzscharte auf einem kleinen Foto zumindest halbwegs nachvollziehbar markiert hat.

Abstieg ca. auf 2.600m beim Geröllband angelangt; Rückblick auf die Abstiegsroute

Abstieg ca. auf 2.600m beim Geröllband angelangt; Rückblick auf die Abstiegsroute

Nun, ein Foto von der Schlicker Seespitze aus mit rotem Strich ist eine Sache, den Einstieg zu dem besagten Band zu finden ist eine andere.

hier geht es nicht mehr weiter

hier geht es nicht mehr weiter

Also probierte ich vom Gipfel aus einen direkten Zugang nach Süden zu finden und wurde aber nicht fündig. Nun nahm ich die geografische Richtung „Ostflanke“ widerwillig zur Kenntnis und stieg direkt vom Gipfelkreuz in die grausige schuttbedeckte Ostflanke ein, ca. 40m rechts (talwärts gesehen) vom Gaskanonenrohr.
Man kennt das von einigen Touren; es gibt Routen die man – ob ihres Erscheinungsbildes – innerlich auf das äußerste bekämpft und als letzte Möglichkeit wählt. Ich finde das aber auch gut so.

das im Führer beschriebene Geröllband auf ca. 2.600m

das im Führer beschriebene Geröllband auf ca. 2.600m

Nachdem ich keinerlei Höhenangaben über den Einstieg zu besagtem breiten, gelben Geröllband hatte mußte ich jeden Felskopf im Abstieg auf dessen Spitze begehen, um Orientierung zu erlangen und, um nicht zu tief zu steigen. Allerdings konnte ich mir auch grob ausrechnen wo die Rinne, oder das Band zu finden sein mußte, denn die Aufstiegsbeschreibung lautete: von der Seespitzscharte 50m hinab und dann über das Geröllband aufwärts – so der Führer – konnte nicht viel tiefer als ca. 2.600m sein, Luftdruckschwankungen am heutigen gewitterträchtigen Tag +/- 50Hm.

Blick zur Seespitzscharte, Höhe kann ungefähr passen, also los!

Blick zur Seespitzscharte, Höhe kann ungefähr passen, also los!

Mit dieser Hilfe erreichte ich auch die Stelle, die es sein mußte. Zur Sicherheit stieg ich noch ca. 50Hm tiefer, um sicher zu sein und die dortigen Felstürme genügten mir, um die Rinne als die richtige zu identifizieren (man muß sich vorstellen, daß man dort unterwegs ist wie einst Carl Gsaller, keine Wegspuren, keine Markierungen, keine Steinmänner, dafür Geröll und Geröll und Geröll).

mitten im Geröllband

mitten im Geröllband

Nun sieht das Band von dieser Seite so ganz anders aus, als auf dem Foto, daß von ca. ½ km Entfernung aufgenommen wurde und ich wunderte mich, daß es eher flach war und im zu überblickenden Teil so gar nicht steil, sondern mit Ausläufern versehen, wo man im Abstieg sogar kurz aufwärts gehen muß.

letzte grausige Stelle im Geröllband

letzte grausige Stelle im Geröllband

Den schon beim Einstieg sichtbaren spitzen Felsturm mit der Zipfelmütze am Ende des Geröllbandes, in der Schlucht, die von der Seespitzscharte hinab Richtung Schlick zieht, habe ich gar nicht bemerkt. Sie beschreibt der Führer nicht, jedoch fand ich diesen Hinweis im Internet.

Rückblick auf den flachen Teil des Geröllbandes

Rückblick auf den flachen Teil des Geröllbandes

Entschlossen stieg ich ein und entdeckte nach dem dritten Ausläufer, daß der letzte Graben zwischen zwei Ausläufern grausig steil ist, mit kleinstückigem Schutt bedeckt und mit ungeheurer Steilheit abfällt. Dies ließ mich zuerst erschaudern, da es ungangbar aussah. Bei näherer Betrachtung stellte ich jedoch ein festes Felsband fest, das sich zum Übersetzen eignen sollte und es war auch so. Allerdings möchte ich keine Hand ins Feuer legen, daß diese Situation immer so erhalten bleibt, denn oberhalb dieses Geröllbandes türmen sich 100m hohe Felsen auf, die die Landschaft darunter prägen, vor allem der brüchige Hauptdolomit.

letzter Teil des Geröllbandes, steil abfallend in die Schlucht unterhalb der Seepitzscharte

letzter Teil des Geröllbandes, steil abfallend in die Schlucht unterhalb der Seepitzscharte (Zipfelmütze rechts neben dem Altschneefeld)

Im Notfall müßte man einige Meter absteigen und sein Glück in der Vertiefung darunter suchen. Diese scheint jedoch nichts anderes zu sein als eine Verklausung der Rinne und kaum fester Fels, das empfand ich zumindest so.

Ausblick nach Osten

Ausblick nach Osten

Nach dieser Passage ist dann der Abstieg in das Tiefste des Geröllbandes bzw. der Schlucht angesagt. Es ist aber auch die leichteste Passage, ca. 25Hm lang und sie endet unter dem markanten Felsturm mit der Zipfelmütze. Dort ist man dann in einer Umgebung die einen erschaudern läßt, Ihresgleichen sucht und die man so schnell nicht wieder zu Gesicht bekommt.

So weit ist man unterhalb der Seespitzscharte und es kommen noch 20Hm dazu

So weit ist man unterhalb der Seespitzscharte und es kommen noch 20Hm dazu

Zur Seespitzscharte hinauf zieht ein Graben, der zu Gänze mit Blockwerk, löchrigen Kalken mit gerundeten Formen, Lehm und Schutt gefüllt ist – Raiblerschichten –  eine extreme Steilheit besitzt und man spürt, daß man hier auf schnellstem Weg hinaus möchte. Bei Regen, oder einem Gewitter möchte ich diese Passage nie erleben und bin überzeugt, daß sie dann so steinschlagträchtig ist, daß man sie nicht begehen kann ohne getroffen zu werden. Die Schutzmöglichkeiten in den Flanken sind zu gering, als daß man es wagen könnte.

Rückblick auf den steilen Teil des Geröllbandes aus dem Tiefsten in der Schlucht angelangt

Rückblick auf den steilen Teil des Geröllbandes aus dem Tiefsten in der Schlucht angelangt

Blick vom Ankunftspunkt in der Schlucht zur Seespitzscharte

Blick vom Ankunftspunkt in der Schlucht zur Seespitzscharte

Nach dem schnellen Aufstieg findet man sich keuchend in der Seespitzscharte wieder. Es gibt nun die Möglichkeit diese westwärts über die Reise hinunterzulaufen, jedoch ist diese wenig einladend (keine schöne Reise mit kleinstückigem Schotter, viel verfestigte Sandpartien und großblockige Felsstücke), oder über einen Riß im der südlich gelegenen Trenngrat zu überschreiten und auf den Normalweg zur Schlicker Seespitze zu gelangen. Diesen Überstieg empfehle ich auch.

Riß mit Übergangsscharte zum Normalweg auf die Schlicker Seespitze

Riß mit Übergangsscharte zum Normalweg auf die Schlicker Seespitze

Er wird höhenmäßig vorgenommen ca. in der Hälfte der Gratkette bei einem tiefen Riß der wegen jungen Ausbrüchen recht hell gefärbt ist. Man ersteigt ihn über einen engen Kamin der sicher ist und nicht sonderlich schwierig. Am oberen Ende liegen drei Felsblöcke, die man einfach übersteigt und sich auf einem Schärtchen wiederfindet.
Auf der Südseite des Schärtchens sieht man schon einen bequemen Zustieg zum Steig auf die Seespitze, dort steigt man auch bequem ab und hat somit nun alle Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Riepenwand gemeistert.

die Seespitzseite vom Schärtchen aus

die Seespitzseite vom Schärtchen aus, Weg im rechten Teil des Bildes gut sichtbar

Zu Dokumentationszwecken bin ich weiter auf die Seespitze und habe das Geröllband nochmals festgehalten.

Geröllband von der Flanke des Aufstieges zur Seespitze aus gesehen; so extrem wie es von dort erscheint ist es aber doch nicht

Geröllband als geologische Trennschicht von der Flanke des Aufstieges zur Seespitze aus gesehen; so extrem wie es von dort erscheint ist es aber doch nicht

Eine Dokumentation über die Schlicker Seespitze findet man hier.
Am Gipfel traf ich einen netten Kollegen aus Telfes mit dem ich abgestiegen bin, da über dem Lüsener Ferner bereits dunkelgraue Wolkentürme sichtbar waren. Er ist dann in bemerkenswerter Geschwindigkeit über, wegen Unwetter an Vortagen, teils weggerissenen Steigpassagen zum Hoadlhaus und weiter zum Halsl gelaufen. Hoffe, trockenen Fußes.

Muren der eltzten Tage am Steig zum Hoadlhaus

Muren der eltzten Tage am Steig zum Hoadlhaus

In der Adolf Pichlerhütte habe ich dann noch kurz eine Jause eingenommen und das Log des Tages von der Uhr genommen.
Mit dem Aufstieg ab der Adolf Pichler Hütte waren es total 1.500Hm im Aufstieg (incl. Schlicker Seespitze) und knapp über 6 Stunden. Von der Adolf Pichler Hütte zur Kemater Alm braucht man 20min und dort habe ich, dem Gewitter gerade entkommen, noch einen romantischen Almaufenthalt bei Kerzenlicht gehabt.

 

das Gewitter nimmt gleich seinen Lauf

das Gewitter nimmt gleich seinen Lauf

Ein schöner Tag in den Kalkkögeln und vielfältige Eindrücke, die lange hängen bleiben.
Leider Fotos nur in Handyqualität wegen des Verlustes meiner Kamera auf dem Grat zur Brantlspitze. Werde mich bessern.

Mils, 24.07.2015

Brantlspitze – 2.626m

Die Brantlspitze liegt inmitten eines Ausläufers der Hinterautal – Vomperkette und dieser Ausläufer trennt das Roßloch vom Halleranger.
Sie ist in diesem Ausläufer die höchste Erhebung und über einen jeweils scharfen Grat mit der Gamskarspitze im Westen und der Hochkanzel im Osten verbunden. Diese Grate machen den sonst unscheinbaren, bzw. unausgeprägten Gipfel für den Bergsteiger interessant.

Brantlspitze, 2.626m

Brantlspitze, 2.626m, Blick Richtung Westen

Der Start der Tour war um 06:30 vom Parkplatz Sprungschanze in Gnadenwald. Um 09:30 ging es nach einer Trinkpause auf der Hallerangeralm weiter, Richtung Gamskarspitze. Der Tag begann schon heiß, also war eine Tankung unbedingt nötig.

Am Gipfel der Gamskarspitze, Blick zum Grat Speckkarspitze - Kleiner Bettelwurf

Am Gipfel der Gamskarspitze, Blick zum Grat Speckkarspitze – Kleiner Bettelwurf

Auf der Gamskarspitze ist nun wieder ein Gipfelbuch, gespendet von einem guten Bergsteiger aus Innsbruck, den ich vor einigen Jahren einmal auf der Tour von der Hüttenspitze zur Fürleg kennengelernt habe. Danke!

Um 11:45 ging es dann von der Gamskarspitze weiter, dem Ziel – der Brantlspitze – bzw. auch dem schönen Grat zu.

erster Abschnitt des Grates zur Brantlspitze; dort fester Wettersteinkalk, kaum brüchig

erster Abschnitt des Grates zur Brantlspitze; dort fester Wettersteinkalk, kaum brüchig

Der Karwendelführer zeichnet den Grat mit II und „ausgesetzt“ aus. Dies kann ich über fast den gesamten Gratverlauf bestätigen, allerdings sind durch Abbrüche und Ausbrüche der jüngeren Zeit doch Stellen entstanden, die über kurze Passagen vielleicht eher III als Schwierigkeitseinstufung verdienen. Dies ist jedoch auch eine subjektive Empfindung.

Höhle nach den ersten Metern in der Nordflanke; evtl. ein lohnendes Ziel bei Gewittergefahr, sie scheint über die Nordflanke halbwegs gut erreichbar zu sein

Höhle nach den ersten Metern in der Nordflanke; evtl. ein lohnendes Ziel bei Gewittergefahr, sie scheint über die Nordflanke halbwegs gut erreichbar zu sein

In etwa ab dieser Teillänge des Grates wird der Fels etwas schlechter hinsichtlich der Brüchigkeit und auch etwas schärfer in der Ausprägung.

Man steigt in eine kurze steile Scharte ab (kein Problem mit dem Abstieg) und findet gegenüber den ersten schlechten Fels vor.

Abstieg in griffigem Fels

Abstieg in griffigem Fels

Der weitere Aufstieg ist jedoch auch ohne Problem zu meistern, wenn man sich genügend Zeit für Griffe und Tritte läßt.

jenseits der Scharte schlechte Felsqualität

jenseits der Scharte schlechte Felsqualität

Ein Felsenfenster – falls man es in der Konzentrationsphase findet – erfreut das Herz.

Felsenfenster

Felsenfenster

Nun wieder besserer Fels, jedoch allzeit brüchig und man tut gut daran die einladenden Platten am Grat gut zu prüfen, zu beklopfen und daran zu rütteln.

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Die Blicke in das Überschalljoch und in das Roßloch sind gewaltig. Zu beiden Seiten jede Menge Schutt am Fels.

Tiefblick ins Überschalljoch

Tiefblick ins Überschalljoch

Tiefblick ins Roßloch

Tiefblick ins Roßloch

Ein Blick zurück zeigt uns, daß wir noch nicht sehr viel der Strecke geschafft haben, 1/3 mag es jedoch sein.

erster Blick zurück auf die Gamskarspitze

erster Blick zurück auf die Gamskarspitze

Es geht etwas lockerer weiter, der Grat ist nun gut 1m breit und erlaubt allzeit aufrechtes Gehen.

etwas breitere Gratpassagen nach dem ersten Drittel

etwas breitere Gratpassagen nach dem ersten Drittel

Die Freude währt nicht lange, nun kommt die erste Passage mit der typischen gelborangen Störzone.

erste Störzone im Fels

erste Störzone im Fels

Sie ist nicht so schlimm, wenn man sie von der kleinen Scharte aus direkt überklettert. Ich habe südlich und nördlich eine Umgehung gesucht, jedoch nichts Brauchbares gefunden.

Störzone wird am Besten direkt überschritten

Störzone wird am Besten direkt überschritten

Beim Versuch zu fotografieren habe ich meine Kompaktkamera aus dem Hosensack herausgedrückt und sie ist wie ein Fußball hüpfend in die Nordflanke hinuntergepurzelt. Ein Riesenschreck, zumal sie nicht mehr stehengeblieben ist und jeder Aufschlag am Fels innerlich geschmerzt hat.
Nun, ich bin ihr nachgestiegen, ca. 50m tief, habe sie aber nicht mehr gefunden. Der Fels in der Nordflanke ist ungemein brüchig und auf Wasser zu gehen, kann nicht mehr viel schwieriger sein, als mein Abstieg. Finanziell kein großes Problem, 180 Euro und 4 Jahre alt, ein schmerzlicher Verlust jedoch wegen der bisher geschossenen Fotos.
Nun mußte das Handy herhalten und ich möchte mich an dieser Stelle für die Fotoqualität in diesem Bericht entschuldigen…

da unten liegt sie nun auf ewig die kleine Japanerin

da unten liegt sie nun auf ewig die kleine Japanerin

Nach dem Sammeln und dem Entschluß nicht aufzugeben musterte ich den weiteren Grat und kam zum Schluß, daß alles was man von dort sehen kann nicht besonders fest ist und die Vorsicht erhöht werden muß.

Rückblick auf die Störzone bei der ich die Kamera verloren habe

Rückblick auf die Störzone bei der ich die Kamera verloren habe

Der Schein trügte zwar nicht, jedoch verbreiterte sich der Grat, sodaß sich die Sache kompensiert hat.

nach der Störzone

nach der Störzone

Eine weitere Stelle folgt, bei der man überlegen muß. Ich fand, daß es nach der gelborangen Platte links (nordseitig) recht gut gehen sollte und behielt Recht. Man kann den Aufschwung mit der griffarmen Platte somit umgehen.

Platte in der Störung

Platte in der Störung

nach der Platte geht es links und gleich wieder rechts auf den Grat gut voran

nach der Platte geht es links und gleich wieder rechts auf den Grat gut voran

Dann geht es in eine Scharte (die letzte wie mir vorkam) hinab, an der der Abstieg in einer weiteren Störzone endet. Man kann sie jedoch bequem und recht gefahrlos nordseitig umgehen, nachdem man sich bis zur ersten Platte nähert, nicht früher!

Blick hinab zu Scharte mit der Störzone im Abstieg

Blick hinab zu Scharte mit der Störzone im Abstieg

der schlechte Fels der Störzone im Rückblick; rechts kommt man gut hinab, auch wenn man es hier nicht so empfindet

der schlechte Fels der Störzone im Rückblick; rechts kommt man gut hinab, auch wenn man es hier nicht so empfindet

Der Gegengrat nach der Scharte ist imposant und die letzte Schwierigkeit vor dem Gipfel der Brantlspitze. Er ist auch teilweise mit brüchigen Stellen versehen und aufgrund der Steilheit empfiehlt sich große Sorgfalt beim Wählen der Griffe und Tritte.

letzter großer Grataufschwung vor dem Gipfel der Brantlspitze

letzter großer Grataufschwung vor dem Gipfel der Brantlspitze

Der Grat verflacht sich oben und man steht nach wenigen Minuten am Gipfel der Brantlspitze.

Vom kleinen Gipfelbuch aus 2011 sind lediglich 3 Seiten vollgeschrieben, sieht man von der Widmung ab, also wird es viele Jahrzehnte lang den Gast am Gipfel erfreuen. Ein Hoch auf die Spender!

Brantlspitze, 2.626m

Brantlspitze, 2.626m

Eindrucksvoll ist hier das Panorama.

die Hochkanzel, ein nächstes Ziel..

die Hochkanzel, ein nächstes Ziel..

Vomper Loch

Vomper Loch

Hochkanzeltürme

Hochkanzeltürme

der Halleranger

der Halleranger

Rückblick auf den Grat von Gamskarspitze bis Brantlspitze

Rückblick auf den Grat von Gamskarspitze bis Brantlspitze

Weitere Fotos siehe Galerie.

Der Rückweg ist natürlich leichter, da man die Passagen ja schon kennt. Vorsicht ist aber allemal vonnöten, denn so gut ist der Fels nirgendwo, daß man jeder Tritt- und Griffmöglichkeit vertrauen kann.
Die Stunde, die der Karwendelführer ausgibt ist sicher nicht zu hoch gegriffen, man plane also für die Rückkehr mit etwas Pause ab der Gamskarspitze 2 1/2 Stunden ein.

Nach diesem „heißen“ Abenteuer schmeckte das Bier und die Gamswurst auf der Hallerangeralm extra vorzüglich und am Rückweg stand noch die Bettelwurfhütte mit der Dörferwertung 🙂
Alles zusammen war ich (incl. Pausen ca. 3x30min) 12 Stunden unterwegs.
Die Strecke hat einen gesamten Höhenunterschied von rd. 2.400m

Brantlspitze über Gamskarspitze vom Halleranger aus

Brantlspitze über Gamskarspitze vom Halleranger aus

Mils, 21.07.2015

Nördliche Jägerkarspitze über Rigelkargrat – Mittlere Jägerkarspitze

Die Stille in der zweiten Kette ist ein phantastisches Erlebnis und auf unserem Aufstieg zur Nördliche Jägerkarspitze über Rigelkargrat – Mittlere Jägerkarspitze konnten lediglich Vogelgezwitscher und dann und wann kurz ein Flugzeug gehört werden.

ein toller Tag beginnt, hier Blick nach Süden auf die Nordkette

ein toller Tag beginnt, hier Blick nach Süden auf die Nordkette

Die heißesten Tage im noch kurzen heurigen Sommer fielen zu unserer Freude auch einmal genau auf das Wochenende. Kein Gewitter sollte sich in der afrikanischen Hitze bilden können, also optimale Verhältnisse eine lange Tour zu unternehmen.

hier beginnt der Steig ins Gleirscher Rigelkar, links geht es auf den Hohen Gleirsch hinauf

hier beginnt der Steig ins Gleierscher Rigelkar, links geht es auf den Hohen Gleirsch hinauf

Ein mächtiges Kar, ja fast talartig ausgedehnt liegt vor dem Bergsteiger, der sich nach dem verstauen des Radls in der Nähe des Möslalm auf den anregenden Steig durch den Wald ins Gleierscher Rigelkar macht.
Die Waldstufe ist recht rasch genommen und oben, wo es etwas flacher wird, breitet sich vor den Augen die untere Stufe des langen Kares aus, in diesem Teil noch dicht mit Zuntern bewachsen.

der schön ausgeschnittene Teil endet bald, der Steig ist jedoch gut gangbar, auch wo nicht ausgeschnitten wurde

der schön ausgeschnittene Teil endet bald, der Steig ist jedoch gut gangbar, auch wo nicht ausgeschnitten wurde

Vor kurzer Zeit hat man den ersten Teil des Steiges großzügig ausgeholzt, die Breite dürfte gut zwanzig Jahre halten, bevor sich die Latschen ihr Terrain zurückerobert haben.
Die Freude über den lichten Steig währt aber nur kurz, nach wenigen Gehminuten ist die Ausholzstrecke vorbei und man findet den Steig in dichtem Latschenbewuchs wieder.
Es bleibt so bis zur Latschengrenze, ist aber gut erträglich, weil der Steig sich mehr nach Osten, auf die rechten Karhänge wendet und über lange Strecken durch Reisen durchzogen ist, die keinen Bewuchs aufweisen.

der Anstieg wird etwas steiler

der Anstieg wird etwas steiler

Am Ende der dichten Latschenvegetation, ca. auf 1.900m gibt es nochmals eine Stufe auf den Karboden zu erklimmen, der dann flach in das lange klassische Kar mit der, dem Karwendel typischen, Reisenlandschaft hineinzieht.

Rückblick auf die Erlspitze

Rückblick auf die Erlspitze

Am Ende des Karbodens, nach zahlreichen umgangenen Dolinen, liegt dieser Tage noch ein längeres Schneefeld, das wir gerne in Anspruch nehmen, um ein angenehmeres Fortkommen als in den kleinblockigen Reisen zu haben. Es steigt sogar noch in eine angenehme Höhe, sodaß wir fast bequem eine gute Höhenlage als Ausgangspunkt zu unserem Vorhaben erreichen können.

die letzten Bergwiesen im Rigelkar

die letzten Bergwiesen im Rigelkar

Unser Vorhaben ist es, die Innere Rigelkarspitze als Ausgangspunkt für die Gratüberschreitung zur Nördlichen Jägerkarspitze zu nutzen. Die Idee dazu ist leicht erklärt. Die Rinne, die üblicherweise als Normalvariante des Aufstieges zu den Jägerkarspitzen verwendet wird, hat in der Literatur eine äußerst schlechte Kritik hinsichtlich der Felsqualität und auch hinsichtlich Steinschlags.

ein gewaltiges. langgezogenes Kar

ein gewaltiges. langgezogenes Kar

Also suchten wir nach einer Variante und das Blättern im Karwendelführer brachte uns auf die Variante über die Innere Rigelkarspitze, sowie weiter, auf den Verbindungsgrat zur Nördlichen Jägerkarspitze.

das Rigelkar mit abgehender Rinne ganz hinten beim kleinen Schneefeld als normaler Anstieg

das Rigelkar mit abgehender Rinne ganz hinten oben beim kleinen Schneefeld als normaler Anstieg

Nun, die dreieinhalb Zeilen des Anstieges zur Inneren Rigelkarspitze im Führer erschienen uns bei der Planung als geritzte Sache, ebenso die Schwierigkeitseinstufung, die Natur jedoch lehrte uns beim Anblick der Südwand jedoch anderes, sie zeigte eine Rinne, eher eine Schlucht, die über grüne Wiesenböden und einem Schlenkerer erreichbar zu sein scheint, die jedoch alles andere als mit I zu begehen anmutete und recht steinschlaggefährdet aussah.

ist das die Rinne in der Südwand der Inneren Rigelkarspitze? Wir erachteten diese Rinne limks als steinschlaggefährdet und wollten es auf der anderen Seite probieren

ist das die Rinne in der Südwand der Inneren Rigelkarspitze? Wir erachteten diese Rinne links als steinschlaggefährdet und wollten es auf der anderen Seite probieren

Also versuchten wir unser Glück etwas weiter östlich, wo sich eine Klamm aufzutun schien, die aber von unserem Standort aus nicht einsehbar war. Also stiegen wir, nun mühsam, weil das Schneefeld zu Ende war, höher und entdeckten eine noch viel ungangbarerer Schlucht. Recht enttäuscht mußten wir feststellen, daß unsere Planung nicht hinzukriegen sein würde, aber, die Hoffnung nicht aufgebend stiegen wir nun weit unterhalb des Grates weiter, um vielleicht doch noch einen Einstieg zu finden.

wir erachteten diese Variante als gangbar

wir erachteten diese Variante als gangbar

Ein weiterer Versuch knapp unterhalb der steilen Felsstufe im Rigelkar scheiterte ebenso, aufgrund von splittrigem Fels, mit vielen Schluchten durchzogen und mit dermaßen schuttreichen Bändern, daß die Unternehmung Rigelkarspitze abgeblasen werden mußte.
Also durch die grausige gelbbraune Rinne am hintersten Karboden rauf, stiegen wir enttäuscht, aber nicht entmutigt über die Felsen der Steilstufe weiter.

aus der Traum, ungangbar und zu brüchig

aus der Traum, ungangbar und zu brüchig

Am Ende der Steilstufe suchten wir nochmal nach einer Möglichkeit den Rigelkargrat zu erreichen und nun, sapperlot!, tat sich direkt über den Felsen der Steilstufe der Blick nach links zu einer kleinen Scharte auf, die leicht über eine kleine geschwungene Rinne zu erreichen zu sein scheint.

beim Queren der Felsrippen kommt uns nochmals die Idee den Rigelkargrat an passender Stelle zu erreichen und es klappt auch

beim Queren der Felsrippen kommt uns nochmals die Idee den Rigelkargrat an passender Stelle zu erreichen und es klappt auch

Für dieses Glück querten wir keuchend das lästige Reisengelände knapp oberhalb den Felsen der Steilstufe und erreichten festen Fels, zwar mit viel Schutt, aber mit guten griffen und Tritten. Dieser Punkt liegt, zurückgerechnet, ca. auf 2.375m (Anmerkung: durch das starke Hochdruckwetter stellten wir am Gipfel fest, daß die Vector um 90Hm zu wenig anzeigt)
Nun konnten wir schon erkennen, daß wir den Aufstieg zum Grat diesmal gefunden haben und die fortgeschrittene Geländehöhe ließ auch nur mehr ca. 100Hm in der Rinne bis zum Grat zur Bewältigung über.

auf der Scharte angelangt

auf der Scharte angelangt; unten im Schutt sieht man noch unsere Steigspuren zur Rinne

Überglücklich standen wir nun in einer kleinen Scharte und hatten das, lt. Führer IIer Gratgelände vor uns. Die ersten 20Hm erklimmt man direkt, ohne Umgehung, über ein, zwei scharfe Zacken und das war eigentlich auch schon die einzige Schwierigkeit in dem ab dort recht sanften Gratverlauf.

die ersten Meter am Grat; anfangs recht zackig, wird schnell besser

die ersten Meter am Grat; anfangs recht zackig, wird schnell besser

Wir hielten uns mit reicher Karwendelerfahrung stets am Grat, um so am besten fortzukommen und hatten wirklich großen Genuß dabei.

einige kleine Schärtchen sind zu bewältigen

einige kleine Schärtchen sind zu bewältigen

Die grausige Rinne des Normalaufstieges erblickten wir des Öfteren rechterhand und freuten uns richtig, diese nicht genommen haben zu müssen. Für uns ist der Rigelkargrat oberhalb der Steilstufe nun die Normalvariante des Aufstieges.

die Normalvariante des Aufstieges; man kann sich vorstellen wie brüchig und mühsam die Strecke sein muß

die Normalvariante des Aufstieges; man kann sich vorstellen wie brüchig und mühsam die Strecke sein muß

Nach gut zwanzigminütigem Aufstieg am Grat erreichten wir den Gipfel der Nördlichen Jägerkarspitze.

eingetroffen auf der Hinteren Jägerkarspitze

eingetroffen auf der Nördlichen Jägerkarspitze

Eine Gipfelbuchschachtel im Steinhaufen verriet, daß die Begehung dieses Gipfels eine seltene Angelegenheit sein muß. Wir trugen uns auf den losen Zetteln ein und verließen sie nach kurzer Pause und Genuß des Blickes nach Norden, nach Osten auf den Halleranger und in die Tiefen des Hinterautales.

der älteste Teil des Gipfelbuches mit Eintragungen aus 1985; nur mehr Zettel seitdem, dafür schöne Schachteln

der älteste Teil des Gipfelbuches mit Eintragungen aus 1985; nur mehr Zettel seitdem, dafür schöne Schachteln

Den Abstieg kann man an der Kante, die steil zur Verbindungsscharte mit der Mittleren Jägerkarspitze abfällt nicht gut einsehen und deshalb weichten wir auf schmale Bänder im brüchigen Fels der Westseite des kurzen Grates zur Scharte aus.

unser Aufstiegsgrat

unser Aufstiegsgrat

Somit erreicht man den obersten Teil der grausigen Rinne, die vom Kar heraufzieht. Wir mußten dabei feststellen, daß die Rinne wirklich nicht erstrebenswert ist und waren froh sie nicht kennengelernt zu haben.

Rückblick von der Scharte aus zur Nördlichen Jägerkarspitze; nicht ganz einfach der Abstieg, westlich geht es gut, östlich gar nicht; man sieht einen frischen Bruch, den sind wir unten umgangen

Rückblick von der Scharte aus zur Nördlichen Jägerkarspitze; nicht ganz einfach der Abstieg, westlich geht es gut, östlich gar nicht; man sieht einen frischen Bruch, den sind wir unten umgangen

Der Blick über die Scharte eröffnet ein nettes, kurzes, horizontal geschichtetes Band mit etwas Schutt darauf, aber recht breit und mit einem Steinmandl am westlichen Ende verziert. Ein Gustostück auf der Überschreitung der beiden Jägerkarspitzen, es weicht einer ungangbaren Steilwand mit ca. 15m Höhe auf der südlichen Begrenzung der Scharte aus und erfreut mächtig.

das tolle Band in Frontalansicht

das tolle Band in Frontalansicht

Den weiteren Verlauf des Aufstieges kann man nicht einsehen und begeht das Band erwartungsvoll. Dahinter geht es – in wenigen Minuten – in leichtem Gelände auf die Mittlere Jägerkarspitze weiter.

dieses schöne Band muß man nach der Scharte gehen, hinten ein Steinmandl

dieses schöne Band muß man nach der Scharte gehen, hinten ein Steinmandl

Vorher passiert man den berühmten Barthgrat, den man ehrfürchtig vom Gipfel aus und vom Abstieg von der Südlichen Jägerkarspitze aus betrachten kann.
Ein schönes, schlichtes Gipfelkreuz mit Gipfelbuch des Höttinger Berg- und Schisportvereines ziert die Mittlere Jägerkarspitze und wir stellten beim Eintrag fest, daß just ein paar Stunden, oder kürzer, vor uns drei Bergsteiger die Ersten in 2015 am Gipfel waren. Alle Einträge davor endeten im Oktober 2014. Neun Monate hatte der Berg seine Ruhe.

schönes Gipfelkreuz der Mittleren Jägerkarspitze

schönes Gipfelkreuz der Mittleren Jägerkarspitze

Nach einer Pause und dem Ablichten aller umgebenden Felsriesen incl. mehrfacher Abschnitte des Barthgrates brachen wir wieder auf um den letzen Gipfel des Trios, die Südliche Jägerkarspitze in Angriff zu nehmen.

Katzenkopf mit Barthgrat

Katzenkopf mit Barthgrat

Der Übergang gestaltete sich in Einklang mit dem Führer leicht und in wenigen Minuten erreichten wir den mit zwei Stangen gezierten Gipfel.

auch die Gönner sollen erwähnt werden, tolles Gipfelkreuz und -buch!

auch die Gönner sollen erwähnt werden, tolles Gipfelkreuz und -buch!

Der Blick mit dem Glas auf den schwierigen Teil des Barthgrates ist hier wegen des stumpferen Winkels noch wesentlich besser und man kann erahnen, welche Entschlossenheit der junge Barth gehabt haben muß, in zu begehen. Gleiches wird dem Grat noch durch uns widerfahren, vereinbarten wir.

Gipfel der Südlichen Jägerkarspitze

Gipfel der Südlichen Jägerkarspitze und im Hintergrund die Mittlere Jägerkarspitze

Der Abstieg erfolgt nun fast direkt am Grat der südlich steil hinunterzieht und die Tendenz, nach Osten, in die karartige Mulde zu wechseln läßt man lieber bleiben. Häufige Steinmandln weisen den Weg am Grat recht gut. Dieser Teil ist nicht schwer, jedoch muß man ihn mit einem gerüttelt Maß an Konzentration begehen.

Passagen bei denen man schon konzentriert steigen muß

Passagen bei denen man schon konzentriert steigen muß

Nach gut 200Hm, einem alten Seil zur Opferschlinge zum Abseilen über eine westseitige Felsstufe gedacht und bei den nun beginnenden grünen Einlagerungen an Bergwiesen im noch steilen Fels kann man etwas östlich abweichen und im angenehmeren Wiesengelände weiter abwärts steigen.

eine alte Opferschlinge

eine alte Opferschlinge

Unten auf ca. 1.950m „in den Flecken“ angekommen sahen wir tief unten und weit westlich die Möslalm, sowie einen schwach ausgeprägten Steig, der über die beiden Tobel südwestlich in die Latschen hinabzieht.

am unteren Ende der Wiesen in den Flecken mit Blick zur Mösl Alm, die Mühlwände brechen vor den Latschen steil ab, die Felsen sind ungangbar

am unteren Ende der Wiesen in den Flecken mit Blick zur Mösl Alm, die Mühlwände brechen vor den Latschen steil ab, die Felsen sind ungangbar

Um ein Haar hätten wir diesen zwecks Abkürzung genommen und waren dann, als wir später auf dem Forstweg talauswärts der Möselalm zustrebten sehr froh, daß wir das nicht getan haben. Dier Steig endet nämlich unweigerlich über den sehr hohen senkrechten Mühlwänden. Hier kann es keinen Abstieg geben, sondern nur einen mühsamen Wiederaufstieg in die Flecken.

einmal mehr der berühmte Barthgrat

einmal mehr der berühmte Barthgrat

Also nahmen wir die lange – meist pfadlose – Route nach Osten zum Gelände „bei der Porten“ und erreichten das Steinportal auch instinktiv etwas oberhalb mit gutem Blick auf den anschließenden Jagdsteig in das Jägerkar. Die Pfeis erscheint zum Greifen nahe (Luftlinie 3,6km), so weit östlich führt der Steig.

natürlicher Steintunnel in den Porten

natürlicher Steintunnel in den Porten

Den Naturliebhaber freut es jedes Mal aufs Neue, wenn er Launen der Natur und der Erosion betrachten kann und so mußten gleich mehrere Fotos des natürlich entstandenen Steinportales mit Gewölbewirkung her. Ein Gruß der Natur und ein gelungener Abschluß einer tollen Tour.
Der nachfolgende Abstieg am Jagdsteig ist mit viel Blumen und v. a. Almrosen durchzogen und hebt die Laune nach der tollen Runde nochmals kräftig an.


Der Steig endet unterhalb des Jägerhochstandes an einer Stelle der Straße im Samertal, die von einer Mure betroffen war die erst kürzlich neu gebaut werden mußte und sie nennt die AV-Karte „bei der Sag“.

das Jägerkar

das Jägerkar

Blick von den Porten zum Jagdsteig

Blick von den Porten zum Jagdsteig

Nun ging es noch knappe 3,3km in leichtem Gefälle hinab zur Möslalm zu Bier, Graukas und Kaiserschmarrn. Und während man bei der netten Wirtin jausnet hat man einen Logenplatz auf den Katzenkopf.
Eine Bergfahrt der Sonderklasse.

den Katzenkopf umrundet...

den Katzenkopf umrundet…

Mit dem Radl ist man – trotz Gegenanstieg – wegen der Abfahrt zur Brücke über die Isar – in gut 30min am Parkplatz in Scharnitz. Für die Fahrt in die Gegenrichtung am Morgen braucht man rd eine Stunde mit Rucksack und Bergschuhen.
Zeitbedarf: ab Scharnitz mit dem Radl ins Rigelkar, die Gipfel, der Abstieg bis zur Möslalm in Summe recht genau 8 Stunden. Eine halbe mehr von der Möslalm bis zum Auto.
Aufstieg gesamt: rd. 1.800Hm

Jägerkarspitzen 04-07-2015

Jägerkarspitzen 04-07-2015

Mils, 04.07.2015

Huderbankspitze – 2.318m

Mit der Besteigung der Huderbankspitze gingen einerseits ein lange gehegtes Vorhaben und andererseits eine Erkundung zu einer großen Überschreitung einher.

2.318m Vomper Kette

2.318m, Vomper Kette

Die – speziell von Vomp aus betrachtet – kühne Pyramide mit dem ebenen Vorplateau übte schon vor Jahren eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Auch von der Walderalm aus betrachtet empfindet man die Huderbankspitze als eine kühne Felsgestalt, die man gern bezwingen möchte.

Abzweigung des Steiges zum Kristalpl, kurz vor der Ganalm

Abzweigung des Steiges zum Kristalpl, kurz vor der Ganalm

Ich startete um 9:40 am Parkplatz der Hinterhornalm zu Fuß zur Walderalm und abwärts zum Steig ins Vomperloch.

ein abenteuerlicher Steig, höchste Konzentration ist ab dieser kleinen Klamm angesagt

ein abenteuerlicher Steig, höchste Konzentration ist ab dieser kleinen Klamm angesagt

Der Zustieg zur Basis, tief unten im Vomper Loch gelegen erweist sich von den möglichen Seiten her als langwierig, sowohl der Anstieg über den Steig im Vomper Loch, als auch der von mir gewählte Stieg von der Walder Alm hinunter zum Kristalpl (im Karwendelführer Klier oder auch Kristlalpl in der AV Karte) und jenseits davon wieder hinauf und weiter nordöstlich bis zur Katzenleiter.

die letzten Höhenmeter vor dem Kristalpl auf rd. 1.000m

die letzten Höhenmeter vor dem Kristalpl auf rd. 1.000m

Die Katzenleiter ist ein teilweise steiler Steig, der ab der Huderbankklamm den zuerst bewaldeten Rücken hinauf und dann recht geradlinig den sanften Grat entlang über die drei, vier vorgelagerten Köpfe hinweg bis zur Huderbank führt. Dies mit wechselnder Steilheit, zuletzt jedoch sehr steil und, geht man zu weit links, dann mühsam und teilweise über recht steile, blanke Felspartien.

Abzweigung der Katzenleiter vom Steig durch das Vomperloch

Abzweigung der Katzenleiter vom Steig durch das Vomperloch

Auf der Huderbank auf 1.941m gibt es ein ungewöhnliches Gipfelkreuz mit einer edlen Behälterkonstruktion in dem die Heilige Barbara (Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer) witterungsfest aufbewahrt wird, sowie ein Gipfelbuch aus 1989, das kaum zur Hälfte vollgeschrieben ist. Dies sozusagen am Gipfel des darunterliegenden Knappenwaldes, in dem im Mittelalter Bergbau betrieben worden ist.

Gipfelkreuz auf dem Plateau der Huderbank, 1.941m

Gipfelkreuz auf dem Plateau der Huderbank, 1.941m

Von der Huderbank hat man einen tollen Rundumblick und sie ist sozusagen ein zentraler Turm inmitten des Vomperloches von dem aus man den gesamten Verlauf desselben gut überblicken kann. Alle anderen nördlichen Erhebungen der Hinterautal – Vomper Kette in dieser Höhenlage sind über lange Grate weit nördlicher und bieten keine so schöne Übersicht wie die Huderbank (mit Ausnahme der mir nicht als gangbar bekannten Sunnschartspitze).
Allein die Lage und das Panorama macht die Huderbank als Ziel wertvoll.

Das Vomperloch mit den umrahmenden Gipfeln der beiden Karwendelketten

Das Vomperloch mit den umrahmenden Gipfeln zweier Karwendelketten

Der weitere Anstieg zur Huderbankspitze erfolgt nach wenigen Gehminuten dann nur mehr intuitiv, denn der sichtbare Steig endet noch bevor die Zuntern ihr oberes Ende ankündigen. Steinmandeln, dort wo man sie einmal brauchen könnte, gibt es nicht.

Einstieg zur leichten Kletterei nach der Latschengrenze, rechts neben einem senkrechten Felsköpfl

Einstieg zur leichten Kletterei nach der Latschengrenze, rechts neben einem senkrechten Felsköpfl

Allerdings ist eine Orientierungshilfe für den versierten Felsgeher auch nicht notwendig, er findet sich in dem relativ leichten Gelände, das nur Stellen von II aufweist, auch ohne Anleitung zurecht.

Rückblick nach dem ersten Aufschwung

Rückblick nach dem ersten Aufschwung

diese markante Rippe begeht man am besten rechts, gut griffiger Fels, Hangneigung ca. 75°

diese markante Rippe begeht man am besten rechts, gut griffiger Fels, Hangneigung ca. 75°

Ich bin zuerst rechts des mächtig dastehenden Kopfes am Ende der Latschen über ein kleines Kar von viel Schutt bedeckt empor gestiegen und habe weiter oben nach links zu der markanten geschwungen runden Rippe hin gequert, diese im direkten Anstieg (hier kurze Stellen II) links liegen gelassen und bin oben (flacher als zuletzt) wieder rechts zu einer kleinen Scharte weitergestiegen. Somit umgeht man in einem Bogen einen markanten Felskopf auf seiner linken Seite und kommt oben hinter ihm zur Scharte.

Rückblick kurz vor der Scharte, ganz rechts die Rippe von zuvor

Rückblick kurz vor der Scharte, etwa in Bildmitte die Rippe von zuvor

Hinter der Scharte sieht man hinab zu einer kaminartigen, ohne Seil ungangbaren Stelle der man von unten instinktiv ausweichen will. Man steigt über die Scharte mit knapp zwei Meter Höhenverlust.

Blick von der Scharte in das nächste kleine Kar

Blick von der Scharte in das nächste kleine Kar

Nach der Scharte tut sich wieder eine karartige Mulde auf über die man über viel Schutt zum oberen Ausstieg linkerhand gut weiterkommt. Den oberen Ausstieg (Stellen II und eine orangefarbene Störzone, jedoch mit genug festem Fels) bildet dann der direkte, kaum ausgeprägte Grat zum Gipfel, den man in zwei Minuten erreicht.

Rückblick am oberen Ende des Kares, kurz vor dem schwach ausgeprägten Grat

Rückblick am oberen Ende des Kares, kurz vor dem schwach ausgeprägten Grat

Der Aufstieg ab der Zunterngrenze bis zum Gipfel ist vielleicht 150 bis 180Hm hoch und nimmt ca. 25min in Anspruch. Die Hangneigung eignet sich großteils zum Klettern, Stöcke sind schon weit unten hinderlich.

Der Gipfel ist erreicht

Der Gipfel der Huderbankspitze, 2.318m, ist erreicht

Der Gipfel der Huderbankspitze bietet ebenso wie der gleichnamige Vorgipfel eine phantastische Rundumsicht vom weit entfernten Hohen Gleirsch im äußersten Westen bis hin zum letzten großen Gipfel der Vomper Kette, dem Hochnissl im Osten und zusätzlich die wunderschöne Nordseite mit dem Kaiserkopf der durch einen wildzackigen Grat mit der Huderbankspitze verbunden ist.

Kaiserkopf und links hinten die Eiskarlspitze

Kaiserkopf und links hinten die Eiskarlspitze

Leider kann man das gesamte Trio dieses Ausläufers der Vomperkette, den Gipfel des Hochglück, nicht sehen, da er in direkter Verlängerung des nordwärts gerichteten Grates am Ende der drei und mit dem höchsten Punkt abschließt.
Damit dürfte das Geheimnis der Erkundungstour auf die Huderbankspitze gelüftet worden sein…

Fernsicht bis zum Hohen Gleirsch in 16,5km Entfernung

Fernsicht bis zum Hohen Gleirsch in 16,5km Entfernung

Das Gipfelbuch ist eine kleine Überraschung, es stammt aus 1977, wurde von der Tourengruppe der Sportgemeinschaft Tyrolit gestiftet, ist nur halb vollgeschrieben und trotz guter Verpackung leider recht feucht mit leichten Schimmelerscheinungen.

Tiefblick ins Vomperloch

Tiefblick ins Vomperloch mit dem Überschalljoch und die Hallerangeralm

Die kurzfristige Sorge um das Wetter klärte sich rasch nachdem im Westen wieder blaue Löcher in der teilweise dunkelgrauen Wolkendecke sichtbar wurden. Das Gewitter des Vortages hat eben so viel Feuchtigkeit hinterlassen, daß die Thermik drohende Wolken über den westlichen Karwendelgipfeln entstehen ließ, die allerdings keine hohen Türme hervorbrachten und sehr zahm abflauten.

Das Zwerchloch

Das Zwerchloch

Vomperbach und Pirchat, von dort habe ich die Huderbankspitze oft bewundert

Vomperbach und Pirchat, von dort habe ich die Huderbankspitze oft bewundert

Am Rückweg glaubte ich beim Blick nach unten zu sehen, daß der Abstieg rechts (westlich des kaum ausgebildeten Grates) leichter zu sein scheint, jedoch konnte ich nicht den gesamten Verlauf bis zur vorher angesprochenen Felsrippe sehen, weswegen ich wieder links in das letzte kleine Kar nach der Scharte abbog und die Aufstiegsroute auch für den Abstieg wählte.

es scheint, daß es rechts (westlich) leichter wäre, also mehre ich die ersten Meter rechter Hand

es scheint, daß es rechts (westlich) leichter wäre, also mehre ich die ersten Meter rechter Hand

Somit waren alle Stellen bekannt und trotz viel Geröll kam ich gut voran und ich erreichte die Zunterngrenze in 15min ab dem Gipfelkreuz wieder.

nach Querung nach links wieder an der kleinen Scharte

nach Querung nach links wieder an der kleinen Scharte

RÜckblick von der markanten Rippe hinauf zur kleinen Scharte, sie liegt im oberen Bilddrittel ganz rechts

RÜckblick von der markanten Rippe hinauf zur kleinen Scharte, sie liegt im oberen Bilddrittel ganz rechts

Die Katzenleiter hinab ging es recht rasch und am Abstieg wird einem erst die durchgehend große Steilheit des Anstieges bewußt.

unter der Rippe auf den letzten Metern im Fels wieder vor der Zunterngrenze

unter der Rippe auf den letzten Metern im Fels wieder vor der Zunterngrenze

die gewaltige Huderbankklamm

die gewaltige Huderbankklamm

Es gäbe eine Schuttreise direkt auf den südlich gelegenen Vomperloch Steig, mit der man den gesamten Schlauch bis zum Abzweig der Katzenleiter vom Vomperlochsteig abkürzen könnte und die man möglicherweise über den verschwenderisch breit ausgeschnittenen Jagersteig erreichen könnte, aber das ist eine andere Geschichte, die noch erkundet werden möchte.

hier darunter, nach Querung am Jagasteig müßte ein Abstieg möglich sein; bleibt weiteren Erkundigungen vorbehalten

hier darunter, nach Querung am Jagasteig müßte ein Abstieg auf den Steig durch das Vomperloch möglich sein und somit eine kräftige Abkürzung; bleibt weiteren Erkundigungen vorbehalten

So kommt man unten am Endpunkt der gewaltigen, fast 1.000m hohen Huderbankklamm wieder auf den Steig durch das Vomperloch und macht sich rückwärts wieder auf den Weg zum Abzweig des Steiges über das Kristalpl auf die andere Talseite.

wieder am Abzweig der Katzenleiter, Blick Richtung Norden ins Zwerchloch

wieder am Abzweig der Katzenleiter, Blick Richtung Norden ins Zwerchloch

Spätestens unten am Vomperbach angekommen hat man die Lektion gelernt woher das Vomperloch seinen Namen hat, denn nun beginnt der Gegenanstieg über den abenteuerlichen und nicht ungefährlichen Steig vom Kristalpl bis zum Fahrweg von der Ganalm zur Walderalm.

Den Steig auf der Gegenseite betrittman nun wieder und hat nun wirkliche Ahnung der Gefahren

Den Steig auf der Gegenseite betrittman nun wieder und hat nun wirkliche Ahnung der Gefahren

Über diesen Steig bin ich am Vormittag, nach dem ausgiebigen Regen am Vortag, zuerst durch den ausgeholzten Teil in durchnäßter hoher Bergwiese und reichlich Huflattich talabwärts gegangen und war im Nu platschnaß. Der Steig ist teilweise sehr rutschig und dieser Umstand wurde dann später zu einer echten Herausforderung, nämlich dort, wo man knapp oberhalb des Felsabbruches in ungeheurer Geländesteilheit über rutschiges Wurzelwerk dahin stolpert und mit einer unbedachten Bewegung rasch gute 200m weitgehend in freiem Fall erleben kann.
Der alte Karwendelführer (Klier, Karwendelführer Auflage 1978) schreibt darüber: …überaus interessante, die wildesten Teile es Vomperloches berührende Weganlage; nur für sehr Geübte und vollkommen Schwindelfreie…

die Brücke im Kristalpl

die Brücke im Kristalpl

Ich kann diese Charakterisierung uneingeschränkt bestätigen. Der Steig hat nach der Klamm in Richtung Kristalpl hinsichtlich der Hangneigung mindestens die Dimension des Schleifwandsteiges in der Kranebitter Klamm, ist meist 30cm breit und hat einige markante Stellen die bei Nässe in Verbindung mit einem kleinen unkonzentrierten Rutscher fatal enden könnten. Zur Sicherheit verstaute ich die Stöcke um auch die Hände jederzeit frei zu haben.
Da sich dieser Steig in tiefer Nordlage befindet und daher kaum Sonne bekommt würde ich jenem, der mit steilen Hängen nicht vertraut oder unsicher ist, raten, ihn nicht zu begehen, wenn es weniger als zwei Tage vorher geregnet hat.

an diesen wunderschönen Hängen geht es nun gut 500Hm hinauf zur Hinterhormalm

an diesen wunderschönen Hängen geht es nun gut 500Hm hinauf zur Hinterhormalm

Hat man die kleine Klamm überquert, dann wird der Steig ungefährlicher und zieht in einigen kleinen Serpentinen durch den Mischwald empor. Ein paar windbrüchige Bäume überschreitet man noch, bis man wieder auf der ausgeholzten Wiese ankommt und nach ein paar sumpfigen Stellen erreicht man die Anbindung zur Forststraße zwischen Ganalm und Walderalm.

traumhafte Sommernachmittagsstimmung im tiefsten des Vomperloches in Richtung Westen

traumhafte Sommernachmittagsstimmung im tiefsten des Vomperloches in Richtung Westen

Wenn man nicht mit dem Radl unterwegs ist, dann beginnt von dort ein langer, weil zu flacher Aufstieg zur Walderalm, für den ich fast 40min benötigt habe, obwohl der Höhenunterschied nur 300Hm beträgt. Im Vergleich dazu habe ich von der Brücke beim Kristalpl bis zum Fahrweg auch nur knapp 40min benötigt, obwohl dieser Teil viel konzentrierter begangen werden mußte (Höhenunterschied gut 200m).

der ausgeholzte Hang der mir am Vormittag die Schuhe fast durchnäßte

der ausgeholzte Hang der mir am Vormittag die Schuhe fast durchnäßte

Nach ein paar Rückblicken auf die Huderbankspitze entschwand mir der Blick auf die Vomperkette in Richtung des Weges zur Hinterhornalm, die ich um 18:30 erreichte.

Schwarze Teufelskralle oder schöner: Schwarze Rapunzel

Schwarze Teufelskralle oder schöner: Schwarze Rapunzel

Ich kann diese Traumtour jedem empfehlen, der an Abgeschiedenheit, Stille und einem Hauch von Abenteuer interessiert ist. Der Wechsel an Eindrücken ist mannigfaltig, sehr konträr, Natur und Geländeformen gewaltig und ungezähmt.

Huderbankspitze hinter der Walderalm

Huderbankspitze hinter der Walderalm

Zeitbedarf: ca. 9 Stunden bei rd. 20km Wegstrecke und ca. 2.000Hm

Mils, 29.06.2015

 

 

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Hallerangerspitzen – Überschreitung vom Sunntiger

Ein schon lange gehegter Wunsch, die Überschreitung vom Sunntiger auf die Hallerangerspitzen.
Vor Jahren haben wir mit Christian den Sunntiger besucht. Eine ausgiebige, schöne Tour Anfang Juni, wo alles blühte und der Berg ein wahrer Farbkasten war.
Damals entflammte der Blick vom Gipfel des Sunntigers auf den ostwärts ziehenden Grat den Wunsch ihn näher zu erkunden.

die Hallerangerspitzen vom Gipfel des Sunntigers gesehen

die Hallerangerspitzen vom Gipfel des Sunntigers gesehen

Im AV-Führer werden die Hallerangerspitzen mit III (Stellen) beschrieben, genau meine Gewichtsklasse.

Gratkette vom Lafatscher Joch aus gesehen

Gratkette vom Lafatscher Joch aus gesehen

Um halb acht am Parkplatz zur Sprungschanze in Gnadenwald gestartet, erreichte ich um halb elf die Hallerangeralm. Nach einer kurzen Trinkpause verließ ich die nette Wirtin in Richtung Sunntiger wo ich um 11:45 am Gipfel eine Rast einlegte.

Am Weg dorthin passierte ich neben dem Melzerdenkmal natürlich auch.

Denkmal für Otto Melzer, einem großen Bergsteiger zu Ende das 19.Jhdts.

Denkmal für Otto Melzer, einem großen Bergsteiger zu Ende das 19.Jhdts.

die Überreste längst vergangener bergbaulicher Infrastruktur mit ihrer unverwechselbaren sonderbaren Geologie und Flechtenbewuchs (den es im Karwendel in dieser Form nicht weiter gibt).

alter Stollen?

alter Stollen?

Die zunehmend oft anzutreffenden, unvermeidlichen Steinmandln in halber Lebensgröße – ein Phänomen der letzten 10 Jahre, in etwa so sinnlos wie die fb Fotos mit Leuten, die auf die Arme von Gipfelkreuzen hinaufsteigen – markieren unverwechselbar das frühe Industriedenkmal auf dem breiten Rücken, der sich zum Reps hinzieht und vermiesen mir die Lust mich tiefer mit der Arbeit der Knappen vor langer Zeit zu befassen.

Gipfel des Sunntigers

Gipfel des Sunntigers

Am Gipfel des Sunntiger um 11:45 angekommen, kam kurz Zweifel auf, ob das Wetter halten würde. Wetterberichte heutzutage sind sehr unverlässlich für den Bergsteiger und der Blick gen Westen verriet nichts Gutes.

herrliche Ausblicke auf die Gleirsch - Halltalkette

herrliche Ausblicke auf die Gleirsch – Halltalkette

Ich beschloss zumindest ein, zwei Grattürme zu probieren und wenn der dunkle Turm über der Zugspitze näher kommen würde, dann würde ich umdrehen.

Starker Südwind (Föhn) ließ die Hoffnung auf durchgehend schönes Wetter weiter keinem und so machte ich mich mit viel Getöse um die Ohren auf den Weg.

Zuerst taucht man recht tief in die Verbindungsscharte mit dem ersten zähne zeigenden Gratturm ab um dann jenseits entweder recht ausgesetzt am Grat, oder auch nicht weniger einfach im südlichen Hanggelände wieder auf die Gratschneide zu gelangen.
Dieser erste Gratanwurf hat – nachträglich gesehen – so etwas wie eine Schlüsselstelle an sich. Ist man oben, dann meistert man auch die folgende Strecke, und das mit zunehmender Freude am Gratverlauf.

auf dem ersten Gratturm nach der Scharte vom Sunntiger

auf dem ersten Gratturm nach der Scharte vom Sunntiger

Auf dreiviertel der Höhe finde ich direkt am Grat eine Opferschlinge, eine recht neue schmale Bandschlinge, um einen großen Zacken herum gelegt. Oben angekommen erlaubt der Blick die Sicht bis zur größeren der beiden Hallerangerspitzen. Weiter geht es nun leicht am Grat mit zunehmender Höhe.

Rückblick auf den Sunntiger

Rückblick auf den Sunntiger

Die Kletterei ist nach dem ersten Aufschwung direkt am Grat etwas einfacher als vorher.

Ausblick auf die höhere Hallerangerspitze

Ausblick auf die höhere Hallerangerspitze

Sie sieht schon fast zum Greifen nahe aus, jedoch ist die eine Stunde mit der die Überschreitung im AV-Führer beschrieben ist, bei der Erstbegehung gerade noch zu schaffen. Hier ein Rückblick über die von Westen so harmlos aussehende mächtige Gratplatte der kleinere der Hallerangerspitzen mit tiefer Einschartung im Verlauf nach der Spitze.

niedrigere der beiden Hallerangerspitzen

niedrigere der beiden Hallerangerspitzen

der Gratverlauf zwischen den beiden Gipfeln ist einfach.

Gratverlauf zwischen den beiden Hallerangerspitzen

Gratverlauf zwischen den beiden Hallerangerspitzen

Die größere Hallerangerspitze stellt den Überschreiter vor die Frage von welcher Seite man sie nehme. Zuerst kokettierte ich mit einem steil nach oben ziehenden Band, das auf die südliche Begrenzung führen würde, jedoch sieht es, bei näherer Betrachtung, nicht leicht aus und außerdem ist es nach einer Kurve nicht mehr einsehbar.
Also entschied ich mich für die Nordseite, die über eine Rinne ein besseres Weiterkommen versprach. Dem war auch so und nachdem die Rinne auslief ist man recht ausgesetzt auf der Nordflanke, jedoch mit guten Griffen und Tritten ausgestattet wendete ich nach Süden und erreichte nach ca. sieben, acht Meter den Gratverlauf wieder.

in der Nordflanke der größeren Hallerangerspitze

in der Nordflanke der größeren Hallerangerspitze, RÜckblick auf den Grat

Die Partie auf den Kopf würde ich als zweite Passage im dritten Grad bezeichnen. Alles andere ist eher leichter.

Blick von der höheren Hallerangerspitze zurück

Blick von der höheren Hallerangerspitze zurück

Nun sieht es so aus, als läge ein leichter Abschnitt voran.

Blick von der höheren Hallerangerspitze voraus

Blick von der höheren Hallerangerspitze voraus

Der Berg gibt jedoch noch nicht ganz auf. Eine tiefe Einschartung wartet noch als krönender Abschluß. Diese wäre niemals direkt zu überklettern, jedoch wird man dessen erst in der Flanke gewahr, wenn man den Blick nach oben richtet.

letzte tiefe Einschartung nach der höheren Hallerangerspitze

letzte tiefe Einschartung nach der höheren Hallerangerspitze

Nach der Schuttreise, die aus schlechter, brüchiger, orangefarbener Störzonengeologie besteht ein Blick zurück auf den Grat nach der höheren Hallerangerspitze mit dem mächtigen Überhang, den man mit Höhenverlust in der Südflanke umgehen kann. Allein für diese Partei habe ich zehn Minuten verbraucht.

Gratverlauf nach der höheren Hallerangerspitze

Gratverlauf nach der höheren Hallerangerspitze

Nach diesem Abschnitt folgt der letzte Aufschwung, der aber schon zum Gratverlauf zählt und, obwohl höher, keine Hallerangerspitze mehr ist.

letzter Aufschwung nach der größeren Hallerangerspitze

letzter Aufschwung nach der größeren Hallerangerspitze

Gratverlauf nach der größeren Hallerangerspitze, in der AV-Karte mit 2.435m vermerkt

Gratverlauf nach der größeren Hallerangerspitze, in der AV-Karte mit 2.435m vermerkt

Nun sind aber alle kritischen Zacken und Türmchen gemeistert und man hat die Wahl dem Grat bis zur Gamskarspitze zu folgen, oder, wenn der Heimweg lang und das Wetter zweifelhaft, dann kann man an geeigneter Stelle auch den Grat verlassen und ca. 150 bis 200Hm darunter, den Weg von der Hallerangeralm zur Gamskarspitze treffen und diesen abwärts zu folgen.

Gratverlauf mit Gamkskarspitze im Hintergrund.

Gratverlauf mit Gamskarspitze im Hintergrund.

ein letzter Rückblick auf Sunntiger (ganz im Westen), die kleine und die große Hallerangerspitze

ein letzter Rückblick auf Sunntiger (ganz im Westen), die kleine und die große Hallerangerspitze

Ein letztes Schneefeld dient dem raschen Abstieg in das sogenannte Großjoch.

Abstiegshilfe vom Grat

Abstiegshilfe vom Grat

Nun gibt es eine spitzenmäßige Bergsteigermahlzeit. Knödelsuppe und Bier füllen den Salzverlust wieder auf.

Hallerangeralm

Hallerangeralm

Am Rückweg über das Lafatscher Joch sehe ich die gesamte überkletterte Kette im Norden nun fortwährend mit anderen Augen.

linkls Sunntiger, mittig links kleine Hallerangerspitze, mittig große Hallerangerspitze, rechts Gratverlauf zur Gamskarspitze

links Sunntiger, mittig links nach dem grünen Fleck die kleine Hallerangerspitze, mittig die große Hallerangerspitze, rechts der Gratverlauf zur Gamskarspitze mit Schneefeld ins Großjoch

Um 15 Uhr erreichte ich die Bettelwurfhütte, legte eine Pause ein und um 17:30 Uhr erreichte ich den Ausgangspunkt wieder.

Tour grün markiert ab dem Lafatscher Joch

Tour grün markiert ab dem Lafatscher Joch

Die gesamte Strecke hat knapp 2.500Hm mit geschätzten 200Hm innerhalb der Gratstrecke und an die 24km Länge.

Mils, 14.06.2015

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Hoher Gleirsch über Westgrat 2.491m

Über den Westgrat auf den Hohen Gleirsch, eine phantastische Tour!

Man verläßt die Gleirschtalstraße bei dem links abzweigenden Forstweg  auf ca. 1.150m, (das Radl im Wald deponiert) und nimmt den Forstweg „Ochsenbodenweg“, siehe Galerie mit der Abzweigung.
Warum ich vom Radl spreche ist rasch erklärt. Vom Parkplatz in Scharnitz (von den ersten zwei) messe ich gut 6,5km bis zum Ausgangspunkt der Tour auf der Gleirschtalstraße. Nicht genug der Streckenlänge, der gesamte Höhenunterschied beträgt gut 200Hm inclusive einer Abfahrt in das Hinterautal, die am auch Rückweg nochmals 50Hm Anstieg bedeuten.
Eine landschaftlich schöne Klamm mit der Vereinigung des Gleirschbaches und der Isar entschädigen.

Der Aufstieg bis zur Stelle „Oberer Grünbichl“ kann entweder brav am Forstweg erfolgen, oder man läßt sein Entdeckerherz schlagen und nimmt ab dem Jagerstand am „Unteren Grünbichl“ den Bluetsgraben in der Direttissima. Ich habe ihn links, also auf der Nordseite genommen. Dort ist das Gelände recht steil (grün durchgezogen), möglicherweise ist es rechts, südlich besser durch den Wald (rot strichliert).

Aufstieg vom Forstweg entlang dem Bluetsgraben bis über die Latschen hinaus

Aufstieg vom Forstweg entlang dem Bluetsgraben bis über die Latschen hinaus

Egal wie man die ca. 180Hm nimmt, man endet oben wieder auf dem Forstweg. Nun ist es aber wichtig auf der rechten, südlichen Seite weiter durch den Wald aufzusteigen!
Leider habe ich davon kein Foto parat, das spielt jedoch keine große Rolle. In der Kurve des Forstweges rechts in den Wald einsteigen und auf vielen kleinen Pfaden immer die Schrofen links neben sich empor.
Ein aufgelassener Jagersitz zeigte mir, daß ich nicht völlig falsch sein kann.

alter Jagersitz, Aussicht auf das Wild in den Bluetsgraben Schrofen nahezu total verwachsen

alter Jagersitz, Aussicht auf das Wild in den Bluetsgraben Schrofen nahezu total verwachsen

Der nächste Teil der Tour muß nun gefunden werden, da der Steig im Wald nicht besonders gut ausgeprägt ist. Es gilt jedoch, daß man sich stets am rechten Rücken des Bluetsgraben hält und oben -am Ende desselben – ergibt sich dann die Suche durch den plötzlichen Latschengürtel von selbst.

man beachte zur Orientierung die Nadelhölzer im Latschengürtel und halte danach Ausschau

man beachte zur Orientierung die Nadelhölzer im Latschengürtel und halte danach Ausschau

So einfach ist es zu beschreiben, wenn man den Einstieg in den Latschensteig selbst gefunden hat. Es muß hier aber auch erwähnt werden, daß man ihn eigentlich finden muß, denn das Ende des leicht gangbaren Waldes wechselt jäh mit einer dichten Latschenmauer der man nur etwas entlang gehen muß, um das Schlupfloch zu finden. In meinem Fall stieg ich fast am Grat des rechten Rückens des Bluetsgraben dahin und mußte oben – bei zwei alten, mächtigen entwurzelten Bäumen nur knapp 40m nach rechts, sprich südlich der Latschenmauer entlang gehen um den weiteren Steig zu entdecken. Es gibt ein Foto davon in der Galerie.
Eine Uhr mit Höhenmesser tut helfend das Ihrige dazu, die Stelle liegt auf ca. 1.660m (beachte den generellen Luftdruck, oder nehme die Karte zu Hilfe und vergesse v. a. nicht auf das Gefühl!).

Nach dieser Stelle – die dichten Latschen sind etwa 10m lang bis sich eine breitere Schneise auftut – geht es gleich auf einem schön ausgeschnittenen Steig weiter und die Blicke in die Umgebung sind nach der Waldstrecke sehr wohltuend.

Rückblick auf Wald und Latschengürtel auf ca. 1.720Hm

Rückblick auf Wald und Latschengürtel auf ca. 1.720Hm

Der Steig führt nun ca. 10-15min in Latschen dahin, die später auch mit kleinen Nadelbaumstrecken durchzogen sind.
In einer karartigen, jedoch fast vollständig mit Bergwiesen und Kraut bewachsenen Mulde verschwimmt der Steig und ich fand, daß man nun den schon gut sichtbaren Grat auch ohne Steigführung im Direktanstieg erklimmen kann. Die AV-Karte kennt diese Stelle evtl. mit der Bez. „Bluetgrabensenke“.

die Bluetgrabensenke

die Bluetgrabensenke

Die Jahreszeit läßt die Senke in vielen Farben leuchten. Junge Gemsen flüchten trotzt völliger Ruhe vor mir ungestüm davon und das raue Pfeifen der Warnung ist gut hörbar.

junge Gemsen passen auf!

junge Gemsen passen auf!

Am Grat angekommen kann man noch ca. 15min Steigzeit lang den Hohen Gleirsch nicht entdecken, zuerst muß eine ordentliche Steilstufe erklommen werden. Hat man jene bewältigt erfreut man sich an einer plateauartigen Verflachung (mit früher einem GK verziert, Teile liegen noch herum) eines schönen Anblickes des Westgrates mit dem Gipfelkreuz.

erstmaliger Blick über den noch zu meisternden Westgrat

erstmaliger Blick über den noch zu meisternden Westgrat

Von hier aus dauert es noch eine gute halbe Stunde, die leicht kletterbaren und nie höheren als rd. 2m Felsen zu meistern. Einige Rippen dieser Art müssen überklettert werden.

leicht zu überwindende Rippen, die Ideallinie zumeist mit Steinmandln

leicht zu überwindende Rippen, die Ideallinie zumeist mit Steinmandln

Am Weg zum Gipfel gibt es in den tiefen Einschartungen auch manchmal die Möglichkeit Tiefblicke oder schöne Szenen mit Gratspitzen aufzunehmen.

Blick auf mein gestriges Ziel, die Pleisenspitze, durch eine tiefe Einschartung des Westgrates

Blick auf mein gestriges Ziel, die Pleisenspitze, durch eine tiefe Einschartung des Westgrates

Am Gipfel beeindruckt das hohe Stahlprofil-Gipfelkreuz, aufgestellt 1970 von der Bergrettung Scharnitz. Leider gibt es (noch?) kein Gipfelbuch heuer.

Gipfelkreuz Hoher Gleirsch 2.491m

Gipfelkreuz Hoher Gleirsch 2.491m

Die Ausblicke rundum sind gewaltig und für mich mit Heimat Halltal ist der schleifende Anblick der Gipfel von Speckkarspitze über die beiden Lafatscher bis hin zur Hinteren Bachofenspitze ein besonderes Erlebnis. Leider heute mit Nebel oder schon Regen von Süden heraufziehend eingefaßt.

Blick auf die Gipfel des Halltales

Blick auf die Gipfel des Halltales

Deutlich erkennbar ist auch die geologisch andere Formation (Hauptdolomit) auf der die Giganten aus Wettersteinkalk ruhen. Man sieht deren Vorstoß in das Hinterautal als Ausläufer der hohen Gipfel der Gleirsch – Halltal Kette.

Ausläufer aus Hauptdolomit auf denen die mächtigen Gipfel aus festem Wettersteinkalk aufgeschoben wurden

Ausläufer aus Hauptdolomit auf denen die mächtigen Gipfel aus festem Wettersteinkalk aufgeschoben wurden

Der Namensgeber der Kette, der Hohe Gleirsch ist mit einem schwer kletterbaren und brüchigem Grat mit der, der Höhe nach, aufsteigenden Gipfeln der Rigelkar-, der beiden Jägerkar-, der Jägerkarl- und, als höchste Erhebung im ersten Teil der Kette, der Praxmarerkarspitze mit 2.638m verbunden.
Weiter geht es dann mit der Kaskar-, Sonntagskar-, Hintere Bachofenspitze und dem Hohen Lafatscher mit 2.696m als höchste Erhebung im mittleren Teil und im östlichen Teil mit der Speckkarspitze und dem Großen Bettelwurf mit 2.725m, bevor die Kette mit der Hohen Fürleg und dem Hundskopf in der Höhe von Terfens-Vomperbach, nach rd. 25km im Tal endet.

Jägerkarspitze

Jägerkarspitzen links, der berühmte „Barth-Grat“ und der Katzenkopf rechts

Nach Norden geschaut ist der Hohe Gleirsch von noch mächtigeren Gipfeln gesäumt. Die höchsten darunter Ödkar-, Birkkar-, und Kaltwasserkarspitze.

Birkkar- und Kaltwasserkarspitze

Birkkar- und Kaltwasserkarspitze

Im Süden besticht die Nordkette und im Südwesten die Erlspitzgruppe.

die Gipfel der Nordkette nach Süden betrachtet; Kemacher, Langer Sattel, Brandjochspitzen, Hohe Warte und Kleiner Solstein

die Gipfel der Nordkette nach Süden betrachtet; Kumpfkarspitze, Kemacher, Langer Sattel, Brandjochspitzen, Hohe Warte Kleiner und Großer Solstein

Erlspitzgruppe

Erlspitzgruppe

Der Abstieg erfolgt auf dem offiziellen Steig. Im oberen Teil bis zum oberen Sagkopf nicht sehr angenehm zu gehender Abstieg, teilweise nur Schuttreisen und viele Partien ohne gute Tritte.
Darunter in der Latschenstrecke, ab ca. 1.800m, wo auch die Sicht auf den Gipfel des Hohen Gleirsch verschwindet, zieht ein fein ausgeschnittener schöner Steig bis zum Rigelkaransatz und weiter durch den Wald bis zur Schotterstraße hinab.

beginnender Steig durch Latschen

beginnender Steig durch Latschen

Der Blick auf den Aufstieg durch das Rigelkar verspricht mehr, als der Normalweg. Später erfahre ich, daß es tatsächlich eine Aufstiegsmöglichkeit vom Rigelkar auf den Hohen Gleirsch gibt, so wie ich vermutete. Muß einmal nachgeholt werden.

Blick ins Rigelkar

Blick ins Rigelkar

Gewaltig sieht die Kumpfkarspitze von Norden aus, das würde man vom höheren Kemacher aus nicht so sehen.

Kumpfkarspitze (nördl. Ausläufer der Nordkette)

Kumpfkarspitze (nördl. Ausläufer der Nordkette)

Die freundliche Wirtin der Möselalm erfreute das Bergsteigerherz mit Bier und Graukas vom Feinsten, was auch nötig war, denn bis zum Radl sind es wieder gut 4km.
Wer die Tour also ohne Radl machen möchte, der weiß nun, daß er von der Möselalm bis Scharnitz gut 10km Fußmarsch vor sich hat.

Zum Greifen nahe sehen die Gipfel in meinem Standard-Gefilde aus.

Roßkopf und Stempeljochspitzen

Roßkopf und Stempeljochspitzen, Hintere Bachofenspitze vom Kaskar- oder Sonntagskargrat verdeckt

Hier noch der Tourverlauf auf einem Übersichtsfoto:

ganz links die Senke, der Westgrat mit dem Gipfel und im Latschenhang darunter der Abstieg

ganz links die Bluetsgrabensenke, der Verlauf des Westgrates mit dem Gipfel und im Latschenhang unter dem Sagkopf der Abstiegssteig

Zum Schluß wartet noch eine schöne Klamm, sie vereinigt den Gleirschtalbach mit der Isar.

Vereinigung des Gleirschtalbaches mit der Isar

Vereinigung des Gleirschbaches mit der Isar

Rückblick vom Parkplatz in Scharnitz vor dem Gewitter:

Hoher Gleirsch, Westgrat

Hoher Gleirsch, Westgrat

Die Tour ist äußerst empfehlenswert für jene, die nicht immer Markierungen folgen wollen und ein wenig Orientierungsgabe haben. Es gibt keinen Schwierigkeitsgrad, die gesamte Route ist leicht.
Für die gesamte Strecke vom Parkplatz bis Parkplatz habe ich 8 Stunden gebraucht, war aber nicht auf Zeit unterwegs. Höhenunterschied insgesamt ca. 1.600Hm mit Abfahrt in die Klamm.

Mils, 06.06.2015

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Pleisenspitze 2.569m

Ein bergsteigerisch wenig herausfordernder, jedoch landschaftlich reizvoller Berg, die Pleisenspitze bildet den westlichsten Gipfel der Hinterautal – Vomperkette und ist als Aussichtsberg auf die nach Osten verlaufende Kette gut geeignet.

Der Blick nach Osten streift die massivste Kette, man nennt sie auch Karwendelhauptkette, mit den höchsten Gipfeln (Birkkarspitze, Seekarspitze und Kaltwasserkarspitze) mit Ausnahme des Großen Bettelwurfes in der Gleirsch – Halltalkette.

Blick auf die Hinterautal - Vomper Kette von der Pleisenspitze

Blick auf die Hinterautal – Vomper Kette von der Pleisenspitze

Der Aufstieg erfolgt zunächst über die Straße ins Hinterautal und die Abzweigung erfolgt schleifend links in einen Schotterweg.

Abzweigung von der Asphaltstraße

Abzweigung von der Asphaltstraße

Von dort geht es den Schotterweg entlang, vorbei an schönen Ausblicken bis zu einer Brücke kurz nach einer Jagdhütte. Dort kann man dem Schotterweg entfliehen, der dem Wanderer gut gefällt, das ungestüme Bersteigerherz aber nicht bedient und zweigt rechts nach der Brücke ab, um durch den Wald aufzusteigen.

Abzweigung rechts nach der Brücke

Abzweigung rechts nach der Brücke

Es geht nun steiler bergauf und auf 1.757m erreicht man die Pleisenhütte mit einem sympathischen Hüttenwirt, der für alle am Rückweg deftige Schmankerln herbeizaubert. Der Steig zur Pleisenspitze führt mitten durch die Terrasse (mautfrei 🙂 wie zu lesen ist) weiter, jedoch ohne Getränke sollte man es nicht tun. Es gibt am weiteren Steig keine Möglichkeit mehr an Wasser zu kommen.

Aussicht Richtung Südost von der Pleisenhütte

Aussicht Richtung Südost von der Pleisenhütte

Weiter geht es moderat steil durch Latschengassen, bis man auf die Abzweigung des Steiges mit dem Toni Gaugg Weg.

Abzweigung Steig zur Pleissenspitze und Toni Gaugg Weg

Abzweigung Steig zur Pleisenspitze und Toni Gaugg Weg

Steig trifft, dort geht es links ab, hinein ins Vorderkar.

Nun beginnt der Aufstieg zur Pleisenspitze für den ich von dort 70min gebraucht habe.
Der Aufstieg enthält einige geologisch interessante Besonderheiten, beispielsweise die tiefen Auswaschungen im festen Wettersteinkalk oder auch eine Höhle, die ich aber nicht gesucht habe.

Auswaschungen im Wettersteinkalk, könnte von einer Rifflandschaft stammen

Auswaschungen im Wettersteinkalk, könnte von einer Rifflandschaft stammen

Der Steig zieht sich nun in schierer Ewigkeit auf dem breiten Rücken, den die Pleisenspitze nach Südwesten entsendet, hinauf, recht unspektakulär und mit nahezu stetig gleicher Steigung.

Steigverlauf am breiten Rücken der Pleisenspitze

Steigverlauf am breiten Rücken der Pleisenspitze

Sehr weit oben, erst ca. 80Hm unter dem Gipfel kann man erstmalig das Nebenkar, das Mitterkar erblicken. Ein mächtiges Kar und um am 5. Juni noch mit viel Schneeresten bedeckt.

Ende des Rückens der Pleisenspitze und Restwächten in das Mitterkar hinab

Ende des Rückens der Pleisenspitze und Restwächten in das Mitterkar hinab

Der Gipfelbereich ist überraschenderweise recht brüchig und die Brüche sind zu meinem Erstaunen sehr jung. Es erschien mir, daß dieser Bereich eher aus Hauptdolomit besteht als Wettersteinkalk.

Gipfelkreuz Pleisenspitze, 2.569m

Gipfelkreuz Pleisenspitze, 2.569m

Der Blick in alle Richtungen ist sehr schön und in der Galerie befinden sich alle Fotos. Hier die Sicht in alle vier Himmelsrichtungen:

Blick nach Osten von der Pleisenspitze

Blick nach Osten von der Pleisenspitze

Blick nach Süden von der Pleisenspitze

Blick nach Süden von der Pleisenspitze

Blick nach Westen von der Pleisenspitze

Blick nach Westen von der Pleisenspitze

Blick nach Nordosten von der Pleisenspitze

Blick nach Nordosten von der Pleisenspitze

Am Abstieg entdeckte ich noch einige Dolinenbreiche, teils knapp neben dem Weg. Dolinen sind Karsterscheinungen bei denen der Fels unter der Oberfläche durch chem. Zersetzungen aufgelöst wird (z. B. saurer Regen) und sich im Laufe von Jahrtausenden dann Mulden bilden, weil die Oberflächengesteine nachsacken.

Ein Foto von den Gipfeln der Halltalkette muß noch sein:

Blick zum Lafatscher Joch mit östlich davon Speckkarspitze und Bettelwurf, westlich davon die Lafatscher, Hintere Bachofenspitze und die mächtige Praxmarerkarspitze

Blick zum Lafatscher Joch mit östlich davon Speckkarspitze und Bettelwurf, westlich davon die Lafatscher, Hintere Bachofenspitze und weiter westlich die mächtige Praxmarerkarspitze

Eine schöne, lange Tour für die ich gesamt 6 3/4 Stunden gebraucht habe. Der Höhenunterschied von 1.600m ist nicht dafür ausschlaggebend, jedoch die Streckenlänge mit knapp 22km (nachgemessen auf der AV-Karte).

Rückblick vom Parkplatz 2 in Scharnitz auf die Pleisenspitze

Rückblick vom Parkplatz 2 in Scharnitz auf die Pleisenspitze

Mils, 05.06.2015

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Speckkarspitze – Lage per 04.06.2015

Die Direttissima vom Halltal zur Speckkarspitze ist im Blog an anderer Stelle beschrieben, die heutige Begehung  war eine Erkundung der Schneeverhältnisse.

am oberen Teil der Platten, bevor der Latschenhang beginnt

am oberen Teil der Platten, bevor der Latschenhang beginnt

In der ersten Wochenhälfte hat sich bei den warmen Verhältnissen ja viel getan mit der hartnäckigen Schneedecke, die uns den gesamten Mai hindurch heimgesucht hat. Andererseits hat es der Natur gut getan, ein zu schneller Sommerbeginn wirkt sich nie gut für den Hochsommer aus. Warten wir ab, vielleicht wird der Sommer einer an den man sich gern erinnert.

Der Steig, bzw. die leichte Kletterei über die Platten war um rund 10 Uhr schon recht schweißtreibend, jedoch – eben nach den letzten Wochenenden – sehr akzeptabel und mit farbenfroher Flora ausgestattet.

Oben, über dem Plattenturm, auf ca. 1.700m befindet sich noch genug Schnee im Bachbett, sodaß die Flasche gefüllt werden kann. Dies wird in wenigen Wochen nicht mehr der Fall sein und man beachte, daß es auf der gesamten Direttissima keine Möglichkeit von Wassernachtankungen gibt.

das heutige Ziel vor Augen

das heutige Ziel vor Augen

Im Speckkar liegt noch viel Schnee und die Neuschneefälle im Mai haben kleine Lawinen verursacht, die man farblich und durch die Konsistenz gut von der Altschneedecke unterscheiden kann. Jedenfalls fällt die Querung zum Südgrat/zur Südrippe leichter als über die Reise und man kann auch fantastisch gut abfigeln auf den Bergschuhen.

Der Südgrat, er ist meist wenig prägnant ausgebildet, deshalb kann man ihn auch Südrippe nennen selbst ist fast komplett schneefrei. Ca. 100Hm vor dem Gipfel ist die Aufstiegsrinne jedoch noch hoch mit Schnee gefüllt, was wiederum im Abstieg ein toller Spaß ist.

Die Gipfelrinne, Freude für den Abstieg

Die Gipfelrinne, Freude für den Abstieg

Das Gipfelplateau ist im Gegensatz zum Kleinen Lafatscher komplett schneefrei und vor mir waren heuer acht wackere Bergsteiger am Gipfel. Gipfelbuch leider liederlich im Zustand, jedoch im Winter Gottseidank trocken geblieben.

der tolle Grat zu den Bettelwürfen

der tolle Grat zu den Bettelwürfen

Der Grat zum Kleinen Bettelwurf ist weitgehend schneefrei, der Aufstieg vom Lafatscher Joch auf die Speckkarspitze her war nicht weit genug einsehbar, um eine aussagekräftige Beschreibung zu machen.

der Sunntiger und die Hallerangerspitzen in der zweiten Kette

der Sunntiger und die Hallerangerspitzen in der zweiten Kette

Tolle Blick auf die hintere Kette, der Sunntiger und die Hallerangerspitzen im Rücken haben es mir heute angetan…

Mils, 04.06.2015