Archiv der Kategorie: Touren 2014

Touren 2014 überall

Reitergrad Die Schlussendliche Altbewaehrte Technik Der Ueberquerung

Überschreitung Vordere Brandjochspitze – Kleiner Solstein

Die Tour, Überschreitung Vordere Brandjochspitze – Kleiner Solstein, kann man – und wir haben es so gewählt – zusätzlich mit dem Anstieg über den Südgrat der Vorderen Brandjochspitze zu einer insgesamt pikanten Gratwanderung garnieren.

Anstieg auf die Aspachhütte, knapp nach Gasthof Rauschbrunnen

Anstieg auf die Aspachhütte, knapp nach Gasthof Rauschbrunnen

Die Frage des Ausgangspunktes stellt sich im Hinblick auf den Rückweg. Es kommen mehrere Varianten in Frage, beginnend mit der unwahrscheinlichsten, aber möglichen Variante:

  • Parken auf der Hungerburg mit Bahnfahrt Seegrube und Anstieg auf die Vordere   Brandjochspitze (ohne Brandjoch Südgrat)
  • Parken am Planötzenhof (mit Brandjoch Südgrat)
  • Parken beim Berchtoldshof (mit Brandjoch Südgrat)

Letztere Variante hat den Vorteil, daß man, nach dieser ausgiebigen Bergfahrt, am schnellsten aus der Kranebitter Klamm beim Auto ankommt. Die mittlere Variante ist die logische für nur die Überschreitung und Rückkehr auf derselben und die erste Variante ist ebenfalls nicht besonders als Rundtour geeignet, da man von Kranebitten zur Hungerburg kommen muß.

Wegstrecke Überschreitung Brandjochspitzen - Kleiner Solstein

Wegstrecke Überschreitung Brandjochspitzen – Kleiner Solstein

Wer nach den mehr als 22km (horizontale Wegmessung gem. Alpenvereinskarte plus Höhendifferenz von 2.420Hm) noch genügend frisch ist, der kann auch den besseren Parkplatz beim Planötzenhof wählen und die geschätzten 2-3km Mehrstrecke bis dort hin absolvieren. Uns erschien parken Nähe Buzihütte als besser geeignet, wir mußten jedoch feststellen, daß ein bergsteigerfeindliches Fahrverbot am Berchtoldshofweg das Parken auf den raren Parkplätzen der Schneeburggasse beim Gasthaus Berchtoldshof erzwingt.

Apachhütte 1.535m

Apachhütte 1.535m

Alle die an einer genauen Beschreibung des Aufstieges zum Südgrat vom Planötzenhof aus interessiert sind, mögen in dieser Webseite unter „Südgrat“ oder „Brandjochspitzen“ oder „Hohe Warte“ suchen, dort ist diese Route beschrieben.

gesamter Verlauf Überschreitung Vordere Brandjochspitze bis Kleiner Solstein

gesamter Verlauf Überschreitung Vordere Brandjochspitze bis Kleiner Solstein

Der Anstieg vom Gasthaus Berchtoldshof erfolgt über das Gasthaus Rauschbrunnen, die Aspachhütte (unbewirtschaftet) und die Jagdhütte Larchln, ehe man rechts (östlich) in den Karboden abzweigt.

Jagdhütte Larchln 1.754m

Jagdhütte Larchln 1.754m

Bald erreicht man den Brandjochboden – dort trifft man auch wieder mit dem Anstieg vom Planötzenhof zusammen – und steigt die Flanke zum GK Brandjochkreuz auf 2.268m empor. Bis hierher hat man nun den Großteil des Aufstieges – an dem wir keine Möglichkeit zum Wasser füllen entdeckten! – geschafft und steht am Fuße des kletterbaren Südgrates.

der Kamin am Südgrat

der Kamin am Südgrat

Eine genaue Beschreibung der Kletterstellen des Südgrates bitte unter dem oben erwähnten Beitrag zu suchen und dort nachzulesen. Hier nur ein paar Fotos und ein Video des kleinen Sprunges, der im Internet soviel zitiert wird (er ist mehr als harmlos für jenen, der die Kletterei bis dorthin geschafft gemeistert hat).

Vom Verbindungssattel der beiden Brandjochspitzen aus nimmt man links (westlich) den nun unmarkierten Aufstieg auf die Hintere Brandjochspitze, die man in 15min leicht erreicht. Jeder Anstieg führt hier zum Ziel, wir nehmen immer die kleine Scharte eines herabziehenden Ausläufers und steigen dann in der selben Richtung dahinter über die Verschneidungsrinne in der sehr brüchigen Flanke auf. Der Vorteil ist hier, daß man zu beiden Seiten der Rinne festen Fels greift.

Oben etwas rechts, also nördlich gehalten erreicht man sehr rasch den ungezierten Gipfel und findet lediglich ein Steinmandl vor.

vom Gipfel der Hinteren Brandjochspitze auf die Vordere Brandjochspitze

vom Gipfel der Hinteren Brandjochspitze auf die Vordere Brandjochspitze

Der Blick auf den Schwestergipfel, die Vordere Brandjochspitze ist es wert sich umzudrehen, hat man doch schon den ersten Gipfel der Überschreitung gemeistert und befindet sich jetzt am Gratverlauf.

Schlüsselstelle Gratüberschreitung zur Hohen Warte

Schlüsselstelle Gratüberschreitung zur Hohen Warte

Die Schlüsselstelle – kann man sagen – ist nun im Abstieg gleich nach Verlassen des Gipfels zu finden. Man muß eine steile Stelle im Gratverlauf absteigen und die einzige Schwierigkeit besteht dabei darin, daß die Tritte im untersten Bereich nicht sichtbar sind, wenig bequeme Griffe vorhanden sind und die Stelle etwas ausgesetzt ist. Eine Seilschlinge ist etwas über dieser Stelle für jenen angebracht, der ein ca. 15-20m langes Seil mit hat und abdülfern möchte (ja, das war die Methode mit der wir früher solche Abstiege genommen haben; ca. 10m mit doppeltem Seil, das man dann von unten von der Schlinge abzieht).

Nun folgt man dem unmittelbaren Gratverlauf bis zu einer weiteren tiefer (ca. 10m) und recht senkrecht abbrechenden Gratstelle, die man – nach Studium der Möglichkeiten – überklettern, oder südlich umgehen kann. Letzteres allerdings mit ca. 20-25m Höhenverlust bis zum sicheren Aufstieg zur Einschartung.
Danach ist die Hauptschwierigkeit der Überschreitung bereits erledigt, es folgen noch kleinere Spitzen und Platten sowie in etwas in der tiefsten Einschartung ein unübersehbarer Felszacken, der südlich umgangen wird. Dort ist auch der Tiefpunkt, ca. 80m unterhalb beider zu überschreitender Gipfel. Die gesamte Strecke ist recht logisch zu beschreiten, man kann kaum in unbegehbares Terrain kommen, das für den einigermaßen versierten Felsgeher nicht mehr zu bewältigen wäre.
Am weiteren Gratverlauf zum Gipfelaufbau der Hohen Warte entdeckten wir erstmalig ein Felsenfenster ca. 1m unter dem Grat mit ca. 50cm Durchmesser.

Felsenfenster grün markiert

Felsenfenster grün markiert

Durch die markante, eher glatte Rinne führt die Überschreitung nun auf ein Plateau und fast horizontal weiter zum Gipfel der Hohen Warte auf 2.596m.

auf der Hohen Warte 2.596m

auf der Hohen Warte 2.596m

Von der Hohen Warte aus sieht man nun die nächste „Gratgirlande“ die mit dem Kleinen Solstein verbindet. Der Tifpunkt ist der Gamswartsattel, in etwa mittig und 70m unter der Hohen Warte und 110m unter dem Gipfel des Kleinen Solstein gelegen. Bis dorthin hat man die Markierungen des AV-Steiges im Abstieg vor sich. Der Abstieg erfolgt mehr in der Flanke, als am Grat.

Verbindungsgrat Hohe Warte - Kleiner Solstein

Verbindungsgrat Hohe Warte – Kleiner Solstein

Am Gamswartsattel angelangt störten wir fünf prächtige junge Steinböcke bei der Ruhe und jeder Versuch sich am Grat mit ca. 10m Abstand vorbei zu schleichen wurde auf das Genaueste beobachtet. Schließlich konnten die Fluchttiere die Spannung nicht mehr ertragen und flüchteten – ihrem Typus entsprechend – mit ein paar gelangweilten Sätzen ca. 20Hm tiefer, wo sie sich wieder niederließen.

Die Steinbockjüglinge

Die Steinbockjüglinge

Gespannt auf den neuen Teil der Überschreitung steuerten wir ohne klettertechnische Herausforderungen, meist direkt am Grat aber ab und zu südlich und einmal nördlich ausweichend auf den Höhepunkt, dem „Reitergrad“ zu.

Gratverlauf vom Gamswartsattel aus

Gratverlauf vom Gamswartsattel aus

zurückgelegter Gratverlauf mit hohe Warte

zurückgelegter Gratverlauf mit hohe Warte

Diese Stelle ist zur südlichen Umgehung wenig geeignet, man hätte einen sehr großen Abstieg zu vollführen, zur nördlichen Umgehung schon gar nicht. Also mußten wir, nach Versuchen es anders zu gestalten, doch die Reiterstellung einnehmen, um in ein paar Sätzen die Stelle zu bewältigen.

Reitergrad, der Versuch der einfachen Überquerung

Reitergrad, der Versuch der einfachen Überquerung

Man tut gut daran das Reiten nicht zu wörtlich zu nehmen und eher wie eine Echse voranzuschreiten bzw. wenn man die Passage unter der gebotenen Konzentration schon im Westalpenstil ausführt, doch vorher die Lage der Weichteile ortet und ggf. zum Zwecke der Schmerzvermeidung korrigiert.

Reitergrad, die schlußendliche altbewährte Technik der Überquerung

Reitergrad, die schlußendliche altbewährte Technik der Überquerung

Eine ähnliche Stelle, ein zusätzlicher Reitergrat, kommt einige Minuten später wieder wobei weiterer Schmerz ob der Erinnerung kaum vorkommen wird.

der verbleibende Aufstieg am Grat auf den Kleinen Solstein

der verbleibende Aufstieg am Grat auf den Kleinen Solstein

Nun kommt nach kurzer Strecke die auch im AV-Führer beschriebene Stelle eines Aufschwunges (gut erkennbar wegen der leicht rötlichen Färbung der senkrechten Felsfläche) mit hoher Schwierigkeit bei direkter Erkletterung, die man links (südlich) auf wenig sichtbaren Steigspuren und einem Steinmandl umgeht.

schwierige Passage, links auf Bändern leicht zu umgehen

schwierige Passage, links auf Bändern leicht zu umgehen

Uns machte die schwierige Direktpassage den Eindruck, daß man sie in Wahrheit, unter Vermeidung von echter Kletterschlosserei, gar nicht nehmen kann, ist sie doch nahezu tritt- und grifflos und gut über 8m hoch.

letzte Höhenmeter bis zur Richtungsänderung am Grat

letzte Höhenmeter bis zur Richtungsänderung am Grat

Nach Umgehung dieser Stelle geht es einige Minuten am Gratverlauf weiter, bis man auf die Verschneidung mit einem nach Süden gerichteten Ausläufer trifft. Dieser führt in wenigen Minuten direkt auf die Gipfelhöhe.

nach der Richtungsänderung des Grates

nach der Richtungsänderung des Grates

Der Grat wird nun horizontal und die wenigen Minuten zum Gipfel des Kleinen Solstein führen noch über ein paar schöne anregende Stellen, teilweise ein bisschen ausgesetzt, aber ohne nennenswerte Schwierigkeit.

Rückblick zum Gamswartsattel

Rückblick zum Gamswartsattel

letzte Gratpassagen

letzte Gratpassagen

kurz vor dem Gipfel

kurz vor dem Gipfel

Der Gipfelgrat bildet eine U-Form in deren nördlichster Ausrundung das Alu-Gipfelkreuz aufgestellt ist. Ein nagelneues Gipfelbuch trägt trotz perfektem Bergwetter – möglicherweise aber wegen wiederholt falschem Wetterbericht – an diesem Tag nur eine einzige Eintragung.

Gipfel Kleiner Solstein, 2.637m

Gipfel Kleiner Solstein, 2.637m

höchste Erhebung der Nordkette, Gipfel Kleiner Solstein

höchste Erhebung der Nordkette, Gipfel Kleiner Solstein

Der Rückblick über die beiden zurückgelegten Girlanden ist imposant. Die Grate sehen weitaus bedrohlicher und schwieriger aus, als sie es für den versierten Felsgeher in Realität sind.

Blick vom Gipfel Kleiner Solstein auf die Hohe Warte und die Brandjochspitzen

Blick vom Gipfel Kleiner Solstein auf die Hohe Warte und die Brandjochspitzen

Der Abstieg vom Kleinen Solstein erfolgt zuerst horizontal am Grat bzw. teilweise leicht südlich davon bis zu einem Steinmandl, von dem aus man dann in der Südflanke schätzungsweise 150 Höhenmeter hinabsteigen muß, um einen Übergang zum Großen Solstein zu finden, der durch mächtige Felsabbrüche an der westlichen Seite des Kleinen Solstein, die direkte Route über den Gratverlauf versperrt.

Gruß ins Halltal

Gruß ins Halltal

die U-Form des Gipfels des Kleinen Solsteins abgeschritten

die U-Form des Gipfels des Kleinen Solsteins abgeschritten

Blick vom Steinmandl am Kleinen Solstein zum Großen Solstein

Blick vom Steinmandl am Kleinen Solstein zum Großen Solstein

Tiefpunkt des Abstieges vom Kleinen Solstein in Richtung Großer Solstein

Tiefpunkt des Abstieges vom Kleinen Solstein in Richtung Großer Solstein

anregender Steig inmitten der Abbrüche vom Kleinen Solstein

anregender Steig inmitten der Abbrüche vom Kleinen Solstein

Auf dem Plateau zwischen den beiden Solsteinen zweigt nun links (südlich) der schönere Abstieg über den Höttinger Schützensteig ab, als es der Abstieg über das Kar des Wörgltales ist.
Wir nehmen noch mit 15min Zeitbedarf den Großen Solstein als Gipfel mit und kehren zum Höttinger Schützensteig zurück.

Gipfelblick Großer Solstein

Gipfelblick Großer Solstein

Diesen Steig können wir sehr empfehlen, er ist landschaftlich herausragend jedoch nicht ganz ungefährlich für den wenig versierten Geher und bedarf in der Mitte entlang eines brüchigen Felskörpers etwas Pflege durch ausräumen von herabgebrochenem Geröll. Dafür entschädigt er im unteren Teil mit neuen Seilsicherungen enorm in seiner Schön- und Kühnheit.

Blick zur gewaltigen Pyramide des Kleinen Solstein

Blick zur gewaltigen Pyramide des Kleinen Solstein

Der Beginn Höttinger Schützensteig

Der Beginn Höttinger Schützensteig

ganz im Osten der Südgrat der Vorderen Brandjochspitze, unserem Anstieg

ganz im Osten der Südgrat der Vorderen Brandjochspitze, unserem Anstieg

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig 1

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig 1

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig 2

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig 2

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig, Karsthöhlen in ungewohnter Ausdehnung

die Schönheiten am Höttinger Schützensteig, Karsthöhlen in ungewohnter Ausdehnung

Als erste Möglichkeit nicht selbst mitgebrachte Flüssigkeit aufzunehmen steuerten wir die Magdeburger Hütte an und verweilten dort recht ausgebrannt bei Schnitzel und Bier, um dann über einen weiteren sehr schön und urig angelegten Steig, dem Schleifwandsteig in die Kranebitter Klamm abzusteigen.

am Schleifwandsteig nahe des Hechenbergls

am Schleifwandsteig nahe des Hechenbergls

Die Wahl fiel deshalb auf den Schleifwandsteig, da der in der Klamm gegenüberliegende Steig mit recht viel Höhenmeter im Aufstieg zum Gh. Rauschbrunnen geführt hätte und wir die Knochen bereits recht deutlich spürten.
Ob diese Wahl richtig war, werden wir wissen, wenn wir die andere Seite einmal begehen. In jedem Fall erfreute uns der Schleifwandsteig sehr, da er auch recht kühn angelegt ist und tolle Blicke in die Klamm und auf die Gipfel der Nordkette bietet. Er ist teilweise auch nicht ungefährlich, speziell im Abstieg vorne im Bereich des Hechenbergls und es empfiehlt sich zu jeder Zeit mit Konzentration bei der Sache zu sein. Die Kühnheit dieses Steiges ist jedoch überwältigend für einen im Wald verlaufenden Steig, ein echtes „muß“ für den Karwendelliebhaber.

Blicke vom Schleifwandsteig gen Norden

Blicke vom Schleifwandsteig gen Norden

Unten überquert man den Klammbach und geht auf der Asphaltstraße bis zum Kerschbuchhof und noch etwas weiter östlich bis in den Wald. Etwas verwirrend die Beschilderung, der Steig zum Rauschbrunnen geht links weg und man bleibt immer auf dem unteren Weg, der mit „unterer Aspachweg“ bezeichnet wird (allerdings erst nach ca. 100m). Über einen gewaltigen Murenverbau gelangt man dann wieder zur Abzweigung zum Rauschbrunnenweg und nun spürt man die leichten anstiege dieser Schotterstraße recht gut in den meisten Regionen des Bewegungsapparates.
Wir haben, so glauben wir, zwei bis drei Kilometer bis zum Planötzenhof an Wegstrecke gespart und sahen unsere Parkplatzwahl als gerechtfertigt.
Der Vorrat an Wasser war mit 1,5lt bis zur Hütte sehr knapp bemessen und reichte gerade bei zwei Drittel Sonne und einem Drittel Bewölkung bei ca. 25° C am Ausgangspunkt. Wir empfehlen mindestens 2lt mitzunehmen. Schneefelder waren keine mehr anzutreffen.

Gesamte Zeit für die Tour waren 10 1/4 Stunden (mit ca. 1 1/4 Stunden Pausen in Summe, davon 3/4 Stunde auf der Magdeburger Hütte), die Wegstrecke incl. Aufstiege beträgt mehr als 25km.

Mils, 20.09.2014

Rumer Spitze

Rumer Spitze 2.454m

Im Frühjahr, von den Stempeljochspitzen aus gesehen und nicht mit dem Hintergrund des Inntales abgelichtet, sieht die Rumer Spitze aus wie einer der mächtigen Gipfel im Himalaya.
Selbst im Sommer bietet der Blick dem Aufsteigenden, am Stempeljoch angekommen, eine eindrucksvolle Felspyramide, die stolz die Nordkette beschließt und von dieser doch einigermaßen einsam, durch weite, tiefe Scharten getrennt ist. Im Westen ist es die Arzler Scharte, im Osten das Thaurer Joch.

Rumer Spitze

Rumer Spitze

Als leichtester Anstieg wäre die Fahrt zum Hafelekar zu erwähnen, die mühsamen wären jene über die Arzler Scharte und über das Thaurer Joch. Der Längste an Weg und auch an Höhenmeter ist der Anstieg aus dem Halltal über das Stempeljoch und diesen wählte ich natürlich als einer, der am Fuße des Halltales seinen ständigen Stützpunkt hat.
Der mittlerweile zur Routine gewordene Anstieg per pedes bis ins hintere Halltal ist den Bergsteigern im Halltal traurige Routine geworden und zwingt dieselben früh aus den Federn.
Die Halltalstraße verläßt man vor der Brücke nach der 3. Ladhütte und steigt über den Hirschbadsteig in die Iss auf. Dies hat den Vorteil, daß man schneller ist, als über die Herrenhäuser und weiter zum Wasserberg.
Der Dschungel des Hirschbadsteiges ist besonders eindrucksvoll nachdem am Vortag Regen fiel, an Blumen, Insekten und rutschigem Letten mangelt es nicht und erspart einem die teure Reise zu Borneos Regenwäldern.

Einigermaßen gestochen von Bremsen (sie heißen nicht „Bremen“ und haben nie so geheißen!) erreicht man dann den Wald und kommt somit in Europas gemäßigte Höhenzone zurück. Oben, am Issboden angekommen, bietet sich dann ein herrlicher Blick auf den vielleicht schönsten Gipfel des Halltales, den Roßkopf.

Roßkopf

Roßkopf

Im Nu ist man dann auch schon in der Halltaler Pfeis und kann dort aus dem zweizölligen Rohr, meist bis spät in den Herbst hinein, Wasser fassen, bevor dann am Ende des Talkessels ein kleiner Steig südlich zum offiziellen Steig auf das Stempeljoch hinaufführt.
Mit dieser Abkürzung, bzw. Wegbegradigung spart man schon einiges an Zeit ein.

Tankstelle in der Halltaler Pfeis

Tankstelle in der Halltaler Pfeis

Gut gerüstet ist der weitere Aufstieg zum Stempeljoch dann nur eine Frage von ca. einer Dreiviertelstunde und dort oben angekommen hat man auch schon das Basislager von großen Urlaubergruppen erreicht, die, von der Pfeishütte kommend, nördlich und südlich auf die Gipfel ausschwärmen.

Der Blick ist überwältigend!

Blick vom Stempeljoch

Blick vom Stempeljoch

Nun verliert man ca. 120Hm indem man auf die Pfeisböden absteigen muß. Man hält sich unten am Steig zur Pfeis dann eher links (südlich) und erkennt schon den Steig in der Reise, der nördlich um das Massiv der Rumerspitze herumführt. Diesen steuert man an, um die „schönere“ Aufstiegsseite zu begehen, als der Aufstieg über brüchiges Gelände vom Osten aus (siehe die grüne Markierung in der Karte unten):

Karte Rumer Spitz

Karte Rumer Spitz

Diese Teilumrundung der Rumer Spitze dauert jedenfalls gute 20min, aber dafür hat man einen schönen Grat im Aufstieg.

Aufstiegsgrat vom Westen

Aufstiegsgrat vom Westen

Der nach Norden steil abfallende plattige Grat bietet ein paar schön ausgeformte, sehr leichte Kletterstellen, durch die man ganz beschäftigt, wesentlich rascher den Gipfel erreicht als man denken möchte.

Grat zur Rumer Spitze

Grat zur Rumer Spitze

einmal muß man am Grat südlich ausweichen

Der Ausritt auf die Südseite ist vielleicht sogar die Schlüsselstelle der leichten Übung, man klettert vor der Einschartung wieder auf die Grathöhe zurück, um die Einschartung von oben besser einzusehen.

weiterer Gratverlauf

weiterer Gratverlauf

Gipfel Rumer Spitze

Gipfel Rumer Spitze gen Westen fotografiert

Ich muß etwas schummeln, die Fotos sind von unserer Erstbegehung, Manuel, Christian und ich haben die Gipfel im Juli 2008 begangen und die letzten 4 Fotos sind also nicht heute entstanden (es war zu viel los…)
Der Abstieg erfolgt für jenen, der ins Halltal zurück muß natürlich über den Ostabstieg, der in seiner geometrischen Form kein ausgeprägter Grat ist. er ist eher zuerst eine Schlucht, recht brüchig, und dann ein Ausläufer mit einem leicht ausgeprägten Grat der zuerst nach Nord und dann nach Osten sich wendet.

Ostabstieg im Rückblick; Schlucht im oberen Teil

Ostabstieg im Rückblick; Schlucht im oberen Teil

Ostabstieg

Ostabstieg

Das nächste Ziel war für mich die Bettelwurfhütte, die weit hinten liegt, einen Marsch von ca. zweieinhalb Stunden ab dem Punkt an dem ich fotografiert habe entfernt ist und am Foto nicht sichtbar ist:

Stempeljoch und Halltal

Stempeljoch und Halltal

Der Ostabstieg endet unwesentlich weit südlich entfernt von der Stelle an der der Steig der nördlichen Umrundung beginnt.
Nach dem neuerlichen Aufstieg der ca. 120Hm auf das Stempeljoch kann man nun sich rechts haltend den Steig zum hinteren Halltal absteigen und endet am Wasserberg (erster Stollen des Salzbergwerkes, aufgeschlagen im Jahre 1272), oder man kann, wenn man noch nicht genug hat, über den Wilde-Bande-Steig zum Lafatscher Joch und weiter zur Bettelwurfhütte gehen. Letzterer Weg ist allerdings noch mit gut 300Hm im Aufstieg verbunden, weil er sich natürlich an der Geländeform orientiert und mit ständigem Auf und Ab verbunden ist.

Blick vom Stempeljoch nach Osten

Blick vom Stempeljoch nach Osten

Der Zeitbedarf für die gesamte Strecke (ohne Übergang zur Bettelwurfhütte) ab dem rigoros und autoritär sperrendem Schranken am Eingang des Halltales beträgt für den schnellen Geher gute 6 Stunden, man sollte jedoch mindestens 7,5-8 Stunden dafür einplanen, denn es gilt knapp 2.000Hm und 23km zu bewältigen.

Die Bettelwurfhütte erreichte ich heute noch in fast trockenem Zustand knapp vor 14 Uhr und dann prasselte es los. als es dann um 15:30 Uhr nachgelassen hat, habe ich den Abstieg gewagt und mußte – wahrscheinlich wegen meiner vielen negativen Posts zu den falschen Wetterberichten der letzten zwei Monate – einmal bestraft werden und es hat 150Hm unter der Hütte ordentlich angefangen zu regnen. Meine Bergschuhe sind nun deswegen sicher drei Tage unbrauchbar…
Am Abstieg von der Bettelwurfhütte erlebte ich noch ein Highlight das sicher nicht viele BW-Hüttenfans kennen und das es wert war meine Kamera im Regen dem elektrischen Kurzschlußtod auszusetzen.

Sturzbach am Abstieg 10min vor der Katzenleiter

Sturzbach am Abstieg ca. 10min vor der Katzenleiter

Und noch zwei Ansichten die man gesehen haben muß:

Der Sturzbach kreuzt den Steig (aber harmlos zu begehen)

Der Sturzbach kreuzt den Steig (aber harmlos zu begehen)

Sturzbach aus dem "Talele"

Sturzbach aus dem „Talele“

Mils, 09.08.2014

Bild

Lafatscher Überschreitung

Liebe Halltalfreunde,
die beiden Lafatscher mit der Überschreitung wäre nicht fällig gewesen, denn es gibt viel anderes das fertig zu machen wäre. Da aber Manuel mit einer hartnäckigen Hustenverkühlung seit mehr als einem Monat kämpft muß ich alleine steigen und möchte nicht die fälligen Aufgaben, die wir uns gestellt haben, alleine lösen.

Die in der Folge beschriebene Runde haben wir vor ein paar Jahren in die Gegenrichtung gemacht und genauestens beschrieben (http://www.spitzentreffen.at/kleiner-und-groser-lafatscher)

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Also habe ich heute seit längerem nicht mehr begangene Gipfel ausgewählt und das ist heute die „Lafatscherrunde“, also den Großen Lafatscher und den Kleinen Lafatscher.
Allerdings nicht auf Normalwegen, sondern auf Steigen, die wir schon früher veröffentlicht haben (http://www.spitzentreffen.at/entdeckung-einiger-alter-steige-vom-gr-lafatscher-zum-issanger) und die es sehr wert sind, begangen und veröffentlicht zu werden. Einerseits sparen sie Zeit, andererseits versprechen sie Abgeschiedenheit.

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Am Weg zum Lafatscher Joch reicht eine 2011 abgegangene Mure bis zum Fahrweg und verhindert, daß man bis fast zum Joch fahren kann. Diesen Ausläufer – vom Wasserfall ausgehend – nehmen wir und an der Steilfläche knapp vor dem Wasserfall steigen wir rechts (nordöstlich) aufwärts. Die Latschen nimmt man als sehr starke Barriere wahr, wenn man jedoch dem sehr schwach ausgeprägtem Wildsteig bzw. Wassergerinne folgt, dann kommt man genau dort hin wo man hinkommen muß.

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Vielleicht schneidet jemand einmal den Steig ein bisschen aus, dann kann man mit wenig Konzentration am Ende die Querverbindung bis zum Wilde-Bande-Steig finden.

ab der Querverbindung ist die weitere Route bis hinauf zum Wilde-Bande-Steig eine leichte Übung, denn dieser Teil ist gut sichtbar und nur teilweise mit störenden Zuntern bewachsen, die den weiteren Verlauf des Steiges zur Rätselübung machen.

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Ab dem Erreichen des Wilde-Bande-Steiges gibt es einen weiteren von uns schon früher beschriebenen Steig, der dem Anstieg zum Großen Lafatscher von östlicher Seite weit mehr dienlich ist, als die Modernvariante – nach offizieller Markierung – über den Wilde-Bande-Steig bis fast zum Bachofenkar und dort fast wieder rückwärts (nordöstlich) auf den ersten Aufschwung des Anstieges. Man spart also Zeit, wie es auch schon vor 60-70 Jahren ausgeführt wurde.

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Der Anstieg dorthin ist steil, aber lohnend. Man sieht den Lohn der Mühe dann, wenn man oben auf den Normalsteig trifft und in das Bachofenkar hinabschaut.

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Der weitere Aufstieg zum Großen Lafatscher ist leicht – jedoch muß man etwas Orientierungsvermögen haben – in den einschlägigen Führern beschreiben und dort nachzulesen.

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Die Überschreitung in der West-Ost-Richtung zum Kleinen Lafatscher beginnt ab dem Gipfelgrat mit einer schluchtartigem Abstieg in recht brüchigem Gelände und man umgeht damit einen sehr brüchigen, schwer kletterbaren Gratverlauf. Der Abstieg in die südöstlich ausgerichtete Schlucht ist aber nicht schwierig.

Blick vom Gipfelgrat über den Gratverlauf bis zum Kleinen Lafatscher

Blick vom Gipfelgrat über den Gratverlauf bis zum Kleinen Lafatscher

Weitere prekäre Stellen umgeht man dann im tiefen südlichen Lafatscherkar und ab und zu erblickt man ein Steinmandl. Allerdings kann man keine gravierenden Fehler machen, denn der Grat ist recht kurz und nach dem Tiefpunkt im Grat erklimmt man über schräg zur Gehrichtung ausgerichtete Rippen wieder die Grathöhe. Wenn man zu früh wieder auf den Grat aufsteigt, dann zwingt ein Steilabbruch nochmals zum Abstieg (max. ca. 35-40Hm). weiter aber keine Schwierigkeiten.

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Ab diesem verlockend, aber falsch platzierten Steinmandl geht es ohne Überraschungen weiter.

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Am Ende der kurzen Überschreitung muß dann in die nördliche Gratseite gewechselt werden, das Gelände erscheint aber logisch dafür ausgerichtet und man empfindet es auch so. Steinmandln weisen den Weg, man sieht sie im Foto kaum, wegen des schlechten Kontrastes. Die Steinmandeln sind an diesen Stellen eher für die Überschreiter von der Gegenrichtung wichtig, denn die können die Logik und den Gratverlauf von oben nicht erkennen.

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Rückblick am Gipfel des Kleinen Lafatscher…

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Den gesamten Grat möchte man auch sehen:

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Die Einzelheiten der Überschreitung könnte man seitenweise lang beschreiben, jedoch weiß sie im Kopf nur jener, der die Überschreitung ausgeführt hat. Diese Überschreitung ist wirklich nicht schwierig (also nach UIAA unter III), allerdings ist ein gerüttelt Maß an Trittsicherheit (Schwindelfreiheit) und Orientierungsgabe sowie alpines Gespür von Voraussetzung.

Der Abstieg vom Kleinen Lafatscher zum Lafatscher Joch erfolgt problemlos auf markiertem Steig.

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Die Tour endete nicht mit dem Abstieg über den Weg zum Issjöchl und dem hinteren Halltal sondern es mußte noch ein Besuch der Bettelwurfhütte her, sowie ein Foto der beiden Lafatscher im Spätnachmittagslicht, aufgenommen am Normalabstieg von der Hütte zur zweiten Ladhütte.

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Mils, 02.08.2014

 

Bild

Große Ochsenwand, 2.700m

Ein sehr schön angelegter und anspruchsvoller Klettersteig (vielfach C, Stellen D) in den Kalkkögeln mit Ausgangspunkt vorzugsweise von der Schlicker Alm aus ist die Große Ochsenwand.
Der Aufstieg über den Klettersteig ist 700Hm und, je nach Vermögen, 3-4 Stunden lang. Zusätzlich kommen Anstieg und Abstieg hinzu.

Um 9 Uhr mit der Seilbahn von Fulpmes beträgt der Zustieg bis zum Einstieg in den Klettersteig ca. 1,5 Stunden. Man kann auch mit der Seilbahn bis zum Kreuzjoch fahren, abwärts über die Zirmachalm bis zum hinteren Talboden auf die Schipiste und anschließend wieder aufwärts zum Einstieg gelangen. Dank unserer Variante waren wir heute die ersten beim Einstieg.

Einstieg

Einstieg

Die Schlüsselstelle befindet sich gleich beim Einstieg und beginnt mit einer C/D-Stelle, die deshalb schwierig ist, weil sie senkrecht und schräg zu durchsteigen ist und man sich tendenziell gegenüber Griffen und Tritten dreht. Zudem ist am Ausstieg dieser Stelle ein Fixpunkt, bei dem man unter höchster Belastung umhängen muß.

Schlüsselstelle

Schlüsselstelle

Leichter geht es weiter über eine Rinne bis zu einer Kehre und einer nachfolgenden, steiler werdenden Wand.

Rinne

Rinne

Wand

Wand

Aus der Wand wendet sich die Route sich nach ein paar Minuten dann auf speckige Platten mit wenig Griffen und viel Reibungsstellen als Tritte: oberhalb befinden sich überhängende Felsen, die man unten, stets nach rechst querend unten umgeht.

Platten, nach rechts gequert

Platten, nach rechts gequert

Dann wird es abwechslungsreich: Zuerst quert man am Ausstieg der Platten auf einem bequem breiten Band wieder nach links und findet sich unter einem Dach wieder, an dem man sich etwas Wasser gönnen kann.

Dach, guter Rastplatz

Dach, guter Rastplatz

Weiter geht es über eine Rinne etwas luftig auf ein paar Klammern, die das Herz höher schlagen lassen.

Klammern als Leiter

Klammern als Leiter

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Danach wird es wieder etwas gemäßigt und man erreicht einen Sporn (Pfeiler), ein kleiner Ausläufer mit Verbindung zur Wand, der so viel Entfernung von der nächsten mächtigen Wand hat, daß man gut die Route verfolgen kann. Bis hierher war die Route hauptsächlich nahezu senkrecht und der weitere Verlauf der Wand ist nicht anders.

Hauptwand von einem Sporn aus gesehen

Hauptwand von einem Sporn aus gesehen

Im oberen Teil der Wand befindet sich ein massiger, zu beiden Enden hornartig – gleich einem Stier – verlaufender Felsvorsprung unter dem man eine ganze Weile empor klettert und den man nicht aus den Augen läßt.

die mächtige Hauptwand, toll zu klettern

die mächtige Hauptwand, toll zu klettern

Die Wand ist zwar fast senkrecht, jedoch bietet sie in den Rissen und Verschneidungen in denen die Route führt allzeit feste Griffe und Tritte; sie ist nicht brüchig.

den "Stierkopf" im Nacken

den „Stierkopf“ im Nacken

eine Freude dieser Abschnitt

eine Freude dieser Abschnitt

Nach der Hauptwand – man darf sie aufgrund ihrer Höhe und der durchgehend homogenen Formation glaube ich so nennen – geht es dem Ausstieg des Hauptteiles zu und sodann auf steilen Wiesen weiter.

ein Teil mit Klammern im oberen Teil der Hauptwand

ein Teil mit Klammern im oberen Teil der Hauptwand

Der Abschnitt der steilen Wiesen ist nun wieder spürbar ermüdeneder als der aufregende Aufstieg bis hierher. Ohne große Konzentration auf Kletterei spürt man die Steilheit der kleinen Serpentinen doch einigermaßen. Höchste Zeit den nächsten großen Schluck Wasser auf der durchwegs sonnenbeschienenen Route zu nehmen.

die steilen Wiesen in kleinen Serpentinen

die steilen Wiesen in kleinen Serpentinen

Nach dieser ca. 10-15 minütigen Wanderung durchsteigt man wieder in paar kleine Felsen und findet sich auf dem längeren Teil der steilen Wiesen wieder.

einpaar kleine Felsen trennen die unteren und oberen Wiesen

ein paar kleine Felsen trennen die unteren und oberen Wiesen

die oberen Wiesen

die oberen Wiesen

Nach den blühenden Grasflecken erreicht man den Grat oder eher den Kamm des Südausläufers zum Gipfel und dieser bietet noch einmal ein paar schöne Passagen, die Krönung dabei ist der Spreizschritt, oder – wie wir ihn genommen haben – der Sprung von Plateau zu Plateau.

Kamm des Südausläufers der Großen Ochsenwand

Kamm des Südausläufers der Großen Ochsenwand

Sprung!

Sprung!

Der restliche Teil ist nun noch ein höherer Felsaufschwung, der in einer geschützten Rinne genommen wird und oben angekommen erblickt man in einigen hundert Meter Entfernung den Gipfel der Großen Ochsenwand, der ohne weitere Kletterei genommen wird.

Felsaufschwung vor dem Gipfel der Großen Ochsenwand

Felsaufschwung vor dem Gipfel der Großen Ochsenwand

letzter Verbindungsanstieg am Südausläufer der Großen Ochsenwand

letzter Verbindungsanstieg am Südausläufer der Großen Ochsenwand

Die Aussicht am Gipfel der Großen Ochsenwand ist herrlich!

Aussicht von der Großen Ochsenwand nach Südsüdwesten zur Riepenwand und der Schlicker Seespitze

Aussicht von der Großen Ochsenwand nach Südsüdwesten zur Riepenwand und der Schlicker Seespitze

Die heute anwesende Klettermannschaft des Schiclub Mils genießt den Gipfelsieg:

Am Gipfel der Großen Ochsenwand, 2.700m

Am Gipfel der Großen Ochsenwand, 2.700m

Blick nach Norden

Blick nach Norden

Es geht abwärts Richtung Norden zum Abstieg zur Alpenclubscharte.

Gipfel der Großen Ochsenwand im Rückblick am Abstieg zur Alpenclubscharte

Gipfel der Großen Ochsenwand im Rückblick am Abstieg zur Alpenclubscharte

Die erste Kletterstelle am Rückweg zur Alpenclubscharte wieder.

Beginn verseilte Route im Absteig

Beginn verseilte Route im Absteig

diese Stelle quert man vor der ersten Seillpartie und sie ist zwar auf bequemem, aber schuttbedecktem Terrain. Mit Kindern ist hier höchste Vorsicht geboten, denn sie ist nicht verseilt und einige Meter abwärts endet sie in einer senkrechten 200Hm Wand!

diese Stelle quert man vor der ersten Seilpartie und sie ist zwar auf bequemem, aber schuttbedecktem Terrain. Mit Kindern ist hier höchste Vorsicht geboten, denn sie ist nicht verseilt und einige Meter abwärts endet sie in einer senkrechten 200Hm Wand!

Nun erreicht man eine wenig tiefe Scharte, die man gegenüberliegend wieder fast zur Gänze hinaufklettert und man befindet sich auf einem horizontalen bequemen Weg.

Scharte im Rückblick

Scharte im Rückblick

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Weiter geht es über einen gratähnlichen Abstieg zu tieferen Bänken, die abwechslungsreiche Partien beinhalten und nicht schwierig sind.

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Einige Quergänge auf fast horizontalen Bändern führen weiter hinab zur Einschartung zu Kleinen Ochsenwand.

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Die Kleine Ochsenwand liegt vor uns.

Kleine Ochsenwand

Kleine Ochsenwand

einige kleinere Rinnen und Quergänge werden noch bewältigt ehe man sich auf der Hauptwand im Abstieg befindet.

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Mitten in der kurzen Hauptwand im Abstieg.

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Hauptwand im Abstieg

Hauptwand im Abstieg

Geschafft! Wir sind in der Scharte zwischen Kleiner und Großer Ochsenwand angelangt.

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Nun noch die Kleine Ochsenwand bezwingen, um den Rückblick der Abstiegsroute von der Großen Ochsenwand als gesamtes Bild aufzunehmen.

die Abstiegsroute von der Großen Ochsenwand im Rückblick

die Abstiegsroute von der Großen Ochsenwand im Rückblick

Auf der Kleinen Ochsenwand.

Gipfel Kleine Ochsenwand

Gipfel Kleine Ochsenwand

Und ab durch die Alpenclubscharte zur Schlick, zu Schnitzel und Bier!

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Die 2 Stunden zur Schlick am Wegweiser der Alpenclubscharte wissen wir Karwendler natürlich kräftigst zu unterbieten!

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Mit traumhaft romantischem Almboden und deren Sommerfrischlern beenden wir die Tour.

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Man rechne für die gesamte Tour ab Ausstieg von der Seilbahn Froneben, bis eben dorthin gute 7 Stunden, wenn man ein geübter trainierter Bergsteiger ist. Hierbei sind der Gipfelaufenthalt im kalten Wind und zwei, drei Päuschen á 5-10min enthalten.
Sonst entsprechend mehr Zeit einplanen, die Seilbahn fährt im Sommer bis 17.30 Uhr.

12km / 5,75h / 1.500Hm

12km / 5,75h / 1.500Hm

Mils, 06.07.2014

Bild

Hohe Warte 2.596, Überschreitung von den Brandjochspitzen

Imposant sieht die Hohe Warte -von den Brandjochspitzen aus betrachtet – schon aus, da sind sich viele Bergsteiger einig.

Die Hohe Warte zu Beginn der Gratkletterei

Die Hohe Warte zu Beginn der Gratkletterei

Die Tour führt uns vom Planötzenhof aus über das Höttinger Bild zum Achselkopf und zwar im oberen Teil über einen äußerst steilen letzten Steigteil, der wahrscheinlich von den Höttinger Turnern angelegt wurde, um schneller zu Ihrem Denkmal zu kommen. Ein schöner Steig, an der oberen Grenze und eigentlich nur für Geübte geeignet (der Wanderer wird dem Normalsteig weiter folgen).

am Achselkopf

am Achselkopf

Weiter über den Achselboden durch die Latschen (Vorsicht, ca. 10min oberhalb der Hütte auf ca. 1.780m nicht rechts Richtung Höttinger Alm sondern links aufwärts halten, kein Wegweiser!) und am gut sichtbaren ausgeprägten Kamm bis zum Brandjochkreuz aufsteigen.
Weiter dann am sich formenden Grat entlang bis die zu kletternden Aufschwünge die Verstauung der Stöcke im Rucksack erzwingen.

wird der Nebel am Grat weichen?

wird der Nebel am Grat weichen?

Durch eine schmale Einschartung zwischen Felsplatten hindurch und rechts (östlich) abklettern auf breites schuttbeladenes Gehgelände. Nach ca. 10min steht man nun vor der ersten kleinen Herausforderung, die nicht sehr schwierig ist und mit Konzentration schnell gemeistert ist, der Kamin.

nun der Kamin

nun der Kamin

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Im unteren Teil breit und luftig wird er oben schmal und taugt gut zum Verspreizen an griffarmen Stellen. Die Steilheit ist insofern moderat, daß man immer stehen kann und den nächsten Schritt ohne „Nähmaschine“ an den Wadeln planen kann.

blick nach oben, seitlich nicht üppig, aber genug Halt und Verspreizung jederzeit möglich

blick nach oben, seitlich nicht üppig, aber genug Halt und Verspreizung jederzeit möglich

Oben steigt man nach link aus und hat gute Griffmöglichkeiten an der Ausstiegskante.

der obere Teil

der obere Teil

Weiter geht es am nun spitzen Grat und die kommenden Passagen erfreuen zunehmend das Klettererherz.

nun der anregende Grat mit dem Sprung und der glatten Wand am Ende, kurz unterhalb des Steinkopfes; alles nicht sehr schwierig

nun der anregende Grat mit dem Sprung und der glatten Wand am Ende, kurz unterhalb des Steinkopfes; alles nicht sehr schwierig

Man erreicht recht schnell nach 5min eine Stelle die eigentlich eine moderat tiefe Einschartung darstellt und erkennt sogleich die Aufgabe: auf dem sich nach unten neigenden Grat etwas absteigen und dann auf eine schräge Platte gegenüber springen. Das hört sich schlimmer an wie es ist. Die Dimensionen sind denkbar gering, ein Spreizschritt würde es im Falle von guter Griffmöglichkeit auch tun, jedoch bietet die gegenüberliegende seite dies nicht, also ein kleiner Sprung und mit Reibung zum nächsten Felsköpfl.

Manuel am Sprung, der eigentlich nur ein erweiterter Spreizschritt ist, aber gesprungen werden muß

Manuel am Sprung, der eigentlich nur ein erweiterter Spreizschritt ist, aber gesprungen werden muß

Weiter geht es mit abnehmender Herausforderung zwischen eine gekrümmte Platte und einem Felsaufschwung mit vorwiegend glatter Wand (teilweise Rillenkalk) und aber genüg Rissen und Vorsprünge für Halt für Fuß und Hand hinauf zu einem sehr markanten Felskopf auf kühner Stelle lose platziert.

links die glatte Wand; keine angst, genügend Risse mit akzeptablen Rissen vorhanden

links die glatte Wand; keine angst, genügend Risse mit akzeptablen Rissen vorhanden

Steinkopf, weithin sichtbar

Steinkopf, weithin sichtbar

Das waren eigentlich schon die Highlights (oder Schwierigkeiten) am Gratanstieges, denn nun folgt der Wechsel in die westliche Flanke des Südgrates und der weitere Steig führt fast durchwegs in Gehgelände und nicht am Grat zur Einschartung der beiden Brandjochspitzen ohne Schwierigkeiten hinauf.

fast am Sattel zwischen den Brandjochspitzen

fast am Sattel zwischen den Brandjochspitzen

Zur Überschreitung:
Nun kann man den Gipfel der Vorderen Brandjochspitze ersteigen, was wir auch getan haben und dann zum Sattel wieder absteigen und nach links (Westen) die brüchige Rinne zur gipfelkreuzlosen Hinteren Brandjochspitze emporsteigen.
Von dort steigt man auf dem Schuttsteig ca. 30Hm westlich hinab und erreicht die Schlüsselstelle, die, wegen der schlechten Einsicht des Verlaufes, von oben schwieriger aussieht, als sie eigentlich ist. Vor allem ist sie sehr kurz.

die Schlüsselstelle gleich nach dem Abstieg vom Gipfel der Hinteren Brandjochspitze, rechts oben (im Bild nicht mehr sichtbar) zwei Scheilschlupfe zur Hilfe

die Schlüsselstelle gleich nach dem Abstieg vom Gipfel der Hinteren Brandjochspitze, rechts oben (im Bild nicht mehr sichtbar) zwei Scheilschlupfe zur Hilfe

Hat man ein ca. 15m langes Seil mit, kann man einen, oder beide Seilschlingen am oberen Ende der Stelle nutzen, um abzudülfern, oder neuere Techniken anzuwenden.
allerdings bedarf man mit Konzentration und vorsichtiger Trittwahl des Seiles nicht und kommt unten am moderat geneigten Plateau auch sicher an. Die Stelle ist in den schwierigen ca. 4-5m durch festen Fels gekennzeichnet und mit unserer Körpergröße von > 1,70m hatten wir die unteren Tritte gerade noch angenehm erreicht.

Die Schlüsselstelle im Detail; man klettert sie links (nördlich) vom Gratverlauf ab und sieht die Tritte schlecht; Seilschlupfe oben rechts leicht sichtbar

Die Schlüsselstelle im Detail; man klettert sie links (nördlich) vom Gratverlauf ab und sieht die Tritte schlecht; Seilschlupfe oben rechts leicht sichtbar

Schlüsselstelle

Diese Stelle gemeistert geht es mit kaum Schwierigkeit weiter abwärts, bis eine Stelle einen größeren, nahezu senkrechten Abstieg bescheren würde. Wir haben ihn mit Höhenverlust umgangen und wieder auf Grathöhe festgestellt, daß das Abklettern mit geringem Risiko (im Vergleich zu unserer Umgehung auf Schuttgelände) möglich gewesen wäre.

das hätte man abklettern können, wir entschieden aber die Umgehung durch Abstieg (ca. 30Hm)

das hätte man abklettern können, wir entschieden aber die Umgehung durch Abstieg (ca. 30Hm)

Manuel kommt vom Abklettern wieder herauf auf die Grathöhe

Manuel kommt vom Abklettern wieder herauf auf die Grathöhe

Nun geht es ohne nennenswerte Schwierigkeiten weiter. Fotos von markanten Stellen sind in der Fotogalerie enthalten (hier im Bericht möchten wir nur wichtige Passagen mit Fotos hinterlegen).
Man erreicht eine Stelle, die auch im Führer genannt wird und diese ist von überhaupt keiner Schwierigkeit, jedoch wichtig, da sie den Tiefpunkt der Überschreitung darstellt.

der Zack vom Grat aus

der Zack vom Grat aus

die Umgehung des Zacken südseitig erfolgt auf einem unschwierigem Band

die Umgehung des Zacken südseitig erfolgt auf einem unschwierigem Band

Nun geht es ca. 100Hm hinauf zum Gipfel. Die einzige Stelle die – hinsichtlich Schwierigkeiten – erwähnenswert ist, stellt der obere Teil der Wasserrinne dar. diese ist ausgewaschen und steil.

Manuel halb in der Rinne (griffarm), Neigung teilweise deutlich über 50°

Manuel halb in der Rinne (griffarm), Neigung teilweise deutlich über 50°

Vom Austieg aus der Rinne sind es am breiten Grat noch 3min zum Gipfel.

ein paar Meter zum Gipfel

ein paar Meter zum Gipfel

Gipfel Hohe Warte

Gipfel Hohe Warte

Eine weitere Etappe wäre der Kleine Solstein, wir sehen jedoch angesichts der Wettervorhersage davon ab.

Die nächste Herausforderung, der Kleine Solstein

Die nächste Herausforderung, der Kleine Solstein

Es geht nun am markierten AV-Steig abwärts zum Gamswartsattel und unten wieder ostwärts zurück zum Achselkopf und -boden.

Der Abstieg zum Grat zum Kleinen Solstein

Der Abstieg zum Grat zum Kleinen Solstein

Rückweg zum Achselkopf

Rückweg zum Achselkopf

Man rechne mit einer Gehzeit für die gesamte Strecke ab und bis Planötzenhof von 8:30 bis 9 Stunden. Wir haben die Runde bei angenehmen Gehbedingungen in 7:40 geschafft.
Der Höhenunterschied beträgt rund 2.100m, alle kleinen Abstiege, die nicht von einer Bergsteigeruhr erfaßt werden mit 150Hm geschätzt.

die beiden Gipfel Hohe Warte und Kleiner Solstein im Rückblick bei nicht prognostiziertem gutem Wetter

die beiden Gipfel Hohe Warte und Kleiner Solstein im Rückblick bei nicht prognostiziertem gutem Wetter

Mils, 28.06.2014

Bild

Sonntagskarspitze 2.575m mit Umrundung Roßkopf

Den westlichen Teil der Gleirsch-Halltalkette, wie wir sie nennen – die zweite Karwendelkette – haben wir mit der Sonntagskarspitze nun erstmals in Angriff genommen.

das Ziel verbirgt sich hinter der Graterhebung

das Ziel verbirgt sich hinter der Graterhebung

Die Sonntagskarspitze ist der für uns, aus dem Halltal kommenden Besucher, am leichtesten erreichbare Gipfel des westlichen Teiles der Kette. Gewöhnlich steigen wir über den Hirschbadsteig zur Halltaler Pfeis auf und wenden uns im Tiefsten der im Juni üppig blühenden flachen Wiesenböden der Pfeis gen links auf ein kleines Steiglein am Latschenrand und steigen zum Anstiegsweg zum Stempeljoch auf (siehe Karte). Diese Variante zur Salinenstraße über die Herrenhäuser ist wesentlich schneller und Wasser gibt es zu dieser Jahreszeit zumeist auch aus einem zwei Zoll messenden Rohr am Pfeisboden.

immer wieder schön zum ansehen, die Iss und dahinter die Halltaler Pfeis

immer wieder schön zum ansehen, die Iss und dahinter die Halltaler Pfeis

Nach dem Stempeljoch geht es nun leider wieder bergab und zwar 300Hm zur Pfeishütte, wo man sich nochmals stärke und den Wasservorrat bei einer Trinkwasserstelle am Zubau zur Hütte auffülle, bevor man weitere nicht ganz 50Hm absteige und somit am tiefsten Punkt des Anstieges zur Sonnagskarspitze ankommt.

Die Sonntagskarspitze links und der Verbindungsgrat zur Hinteren Bachofenspitze von der Pfeishütte aus

Die Sonntagskarspitze links und der Verbindungsgrat zur Hinteren Bachofenspitze von der Pfeishütte aus

Der Steig ist einfach zu finden, er zweigt von der Straße zur Hütte nach 5 Gehminuten rechts (fast nördlich) ab und er ist von der Hütte aus gut zu sehen. Der gesamte Aufstieg zur Sonntagskarspitze ist gut markiert und sogar noch am beginnenden Karboden gibt es einen Wegweiser und zwar die Verzeigung zwischen der Sonntagskarspitze links (westlich) und der Hinteren Bachofenspitze rechts (nordöstlich).

Pfeishütte vom Steig zur Sonntagskarspitze aus

Pfeishütte vom Steig zur Sonntagskarspitze aus

der Wegweiser am vorderen Karboden

der Wegweiser am vorderen Karboden

Weiter geht es dann steil die felsdurchsetzten Wiesen hinauf bis sich die Rippe, die man besteigt, deutlich ausprägt und man eine tiefe Schlucht rechts des Steigverlaufes erblicken kann. Dieser Teil des Anstieges ist recht anstrengend, da er sehr steil ist, aber dafür geht es nun in leichter Kletterei (ohne jede Schwierigkeit) auf teilweise brüchigem Terrain weiter bis zu einem Vorkopf des Grates. Dieser Teilanstieg beginnt mit einem schön geformten kleinen Klemmblock an der beginnenden Schlucht und dauert schätzungsweise 15min, wobei das Gelände an Steilheit und Kühnheit des Grates nachläßt. ansteigt.

leichtes Klettergelände wie der Anstieg auf den Kleinen Lafatscher

leichtes Klettergelände wie der Anstieg auf den Kleinen Lafatscher

ein Klemmblock als augenfällige Überraschung

ein Klemmblock als augenfällige Überraschung

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Den Vorkopf erwartet man als Kletterei und ist sehr überrascht, sobald man den Steigverlauf entdeckt, der sich nun nach links (westlich) richtet und den Vorkopf somit elegant auf breitem Band umgeht.

der Gipfel ist noch lange nicht sichtbar

der Gipfel ist noch lange nicht sichtbar

Hinter dem Vorkopf, nach einigen wenigen Minuten kaum steigendem Steig, umgeht man einen breiten Felsen und erblickt zum ersten Mal während des Aufstieges die Sonntagskarspitze. Sie ist weiter entfernt als man geglaubt hätte.

der Steig umgeht den Vorgipfel westlich

der Steig umgeht den Vorgipfel westlich

ja, es ist noch eine gute Strecke zum Gipfel

ja, es ist noch eine gute Strecke zum Gipfel

Nun steigt man – in flacherem Gelände als die Felsköpfe zuvor – wieder zum Grat auf und steigt dazu einige Dutzend Meter rechts ab über Schutt- und Erdgelände empor.

die Sonntagskarspitze

die Sonntagskarspitze

Der Weitere Verlauf des Geländes ähnelt einem Tafelberg, jedoch mit dem Unterschied, daß die Tafel recht ordentlich geneigt ist. Man nimmt nun noch einige kleine und einen größeren Anstieg auf Erhebungen am Grat und kommt nach dieser größeren Erhebung auf den letzten Teil des Steiges.

der Grat zur Hinteren Bachofenspitze

der Grat zur Hinteren Bachofenspitze

Von dort ist der Anstieg auf einer lange glatte Platte die am oberen Rand, wiesendurchsetzt und vollkommen einsehbar, den seltsam schönen Steig trägt, der den Besteiger in ungefähr 20min zum Gipfel zu erledigen.

der Anstieg im Rückblick; eine interessante Route mit schönen Formen

der Anstieg im Rückblick; eine interessante Route mit schönen Formen

am Gipfel der Sonntagskarspitze

am Gipfel der Sonntagskarspitze

Der Ausblick von der Sonntagskarspitze ist gewaltig, liegt sie doch irgendwie in der Mitte der Kette, nach Norden und Süden sehr freigestellt und unverdeckt. Bis zum Solsteinhaus im Südwesten in 11km Luftlinienentfernung reicht der Blick.

Blick Richtung Nordkette und Reitherspitze

Blick Richtung Nordkette und Reitherspitze

Im Norden stehen die Giganten der Birkkar- und Kaltwasserkarspitze, im Westen die Linie der Kette mit der kühnen Kaskarspitze, gefolgt von den Praxmarerkarspitzen und im Osten unser Tagesziel, die Hintere Bachofenspitze mit südlichem Ausläufer, der den Roßkopf und die Stempelspitzen trägt.

das liegt vor uns

das liegt vor uns

frech wie Oskar

frech wie Oskar

Noch ein Blick zur Hinteren Bachofenspitze bevor wir den Grat angehen, der sogleich mit dem üblichen Abstieg zur tiefsten Einschartung zwischen beiden Gipfeln beginnt. Nach einer Aushöhlung am Kopf nach dem Gipfelaufbau von der Sonntagskarspitze (geeigneter Wetterschutz), geht es ohne nennenswerte Schwierigkeiten, vorbei an mächtigen Abstürzen im Norden zum Lafatscher Hochleger am breiten Grat ins Grattiefste hinab.

nun gehen wir den Grat zur Hinteren Bachofenspitze an

nun gehen wir den Grat zur Hinteren Bachofenspitze an

Dort angekommen, kann man die vor sich liegenden Aufschwünge schon näher erkennen und ahnt schon, daß man es mit manch anregender Geländeform zu tun haben wird.
Steinmandln weisen die erste Strecke häufig hilfreich und auch logisch errichtet den Weg, sie werden später weniger.

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Wie so häufig im Karwendel umgeht man mächtige Geländestufen meist südlich des direkten Gratverlaufes, so auch diese erste, schon von der Pfeis aus markante, hohe Stufe, die man bequem umgehen kann.

noch sieht man die Schlüsselstelle nicht

noch sieht man die Schlüsselstelle nicht

Weiter geht es direkt am Grat, wobei kleinere Köpfe direkt genommen werden und der Grat etwas zahmer wird. Die Brüchigkeit hält sich teilweise angenehm in Grenzen, ist aber lokal, dort wo man sie nicht gut braucht, doch recht groß. Hier Rückblick nach 20min Gehzeit ab der Sonntagskarspitze, in etwa in der Hälfte der Überschreitung.

ein Rückblick bei der Hälfte

ein Rückblick bei der Hälfte

Mit zunehmender Annäherung an die Hintere Bachofenspitze wird der Grat steiler und die abwärtsgerichteten Schneiden enden. Es folgen nur noch Aufstiege mit wachsender Steilheit, um den absoluten Höhenunterschied der beiden Gipfel von knapp 100Hm zu überwinden.

kaum südlich zu umgehen

kaum südlich zu umgehen

Diesen kühnen Kopf möchte man zuerst nicht gerne angehen und sucht südlich davon auf breitem, steil abwärtsgeneigtem Schuttband eine Umgehungsmöglichkeit, die sich aber nicht bietet. Also zurück und prüfend die Route musternd in Gratnähe. Es erschließt sich einem dann aber doch eine Route in der Verschneidung die sich als recht gut gangbar erweist und die nicht so schwierig ist, daß man sie ohne Sicherung nicht begehen möchte.

die Schlüsselstelle naht, noch wissen wir nicht wo sie sich verbirgt

die Schlüsselstelle naht, noch wissen wir nicht wo sie sich verbirgt

Weiter nun auf brüchiger, kleinstückiger, charakteristischer oranger Geologie bis zur Schlüsselstelle knapp unterhalb der Hinteren Bachofenspitze.

Schlüsselstelle knapp vor der Hinteren Bachofenspitze

Schlüsselstelle knapp vor der Hinteren Bachofenspitze

Bei dieser Stelle waren wir froh, daß wir sie im Aufstieg nehmen durften, im Abstieg ist sie uneinsehbar. Ebenfalls verlangt sie einem Respekt ab, sie ist ausgesetzt, über 4-5m senkrecht und nicht von bestem Fels gekennzeichnet (jedoch nicht übermäßig brüchig).
Man nimmt sie direkt an der Gratkante und steht unter höchster Konzentration, die richtigen Haltepunkte auszuwählen. Man kann die klettertechnische Schwierigkeit dieser Stelle im Aufstieg mit III bezeichnen.

Im Abstieg empfehlen wir unbedingt deren südliche Umgehung über Schuttbänder, was die Kollegen, die wir am Gipfel getroffen haben und die die Überschreitung in umgekehrter Richtung unternahmen auch getan haben (immerhin bekannte Extremkletterer).

die Schlüsselstelle im Rückblick

die Schlüsselstelle im Rückblick

Manuel im Nachstieg ist im senkrechten Teil kaum sichtbar. Man sieht das Geröll im Vordergrund.

sie ist nicht wirklich schwierig im Anstieg, im Abstieg möchte man sie nicht direkt nehmen

sie ist nicht wirklich schwierig im Anstieg, im Abstieg möchte man sie nicht direkt nehmen

Der Rest zum Gipfel besteht aus ca. 25Hm auf viel Schutt, die südlich über eine letzte leichte Verschneidung erklommen werden.

die letzen Meter der brüchigen Stellen des Grates

die letzen Meter der brüchigen Stellen des Grates

Der Rückblick nach vollbrachter Meisterung des Unbekannten.

am Gipfel der Hinteren Bachofenspitze

am Gipfel der Hinteren Bachofenspitze

Das Sonntagskar führt noch jede Menge Schnee für ein nach Süden gerichtetes Gelände und der Aufstieg aus diesem zum Verbindungssattel H. Bachofen/Roßkopf ist noch mit einigermaßen Schneefeldern bedeckt.

das Sonntagskar gen Südwesten

das Sonntagskar gen Südwesten

Man verläßt die Hintere Bachofenspitze über ein paar Rippen, die, Widerhaken gleich, in die Gegenrichtung überklettert werden (alles ohne Schwierigkeiten) und erreicht die tiefe Einschartung zwischen den beiden Bachofenspitzen mit den vom Halltal aus schon weithin sichtbaren markanten vier Steinköpfen.

die markanten Felsmandeln am Grat zur Hinteren Bachofenspitze im Abstieg

die markanten Felsmandeln am Grat zur Hinteren Bachofenspitze im Abstieg

Sodann geht es die sehr steile und brüchige Aufstiegsrinne hinab wobei diesmal noch einige Schneefelder die Abstiegsmühen erleichtern. sie werden kurzerhand auf den Bergschuhen abgefigelt und der firn erweist sich von typisch griffiger Konsistenz. Ein Vergnügen!

Abstieg in der Rinnen zwischen beiden Bachofenspitzen

Abstieg in der Rinnen zwischen beiden Bachofenspitzen

abfigeln mach immer Spaß und ist schnell

abfigeln mach immer Spaß und ist schnell

das Firnfeld noch immer 3m hoch an den Begrenzungen zum Fels

das Firnfeld noch immer 3m hoch an den Begrenzungen zum Fels

Weiter unten im hinteren Bachofenkar und bis dorthin, wo der Bach „offen“ ist begleiten uns noch weitere Firnfelder, die wir weidlich ausnützen, um dem unangenehmen Blockwerk zu entgehen.

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Gemsen in einer Herdenstärke von 50 Tieren (mit Jungtieren) kommen vorwiegend im abgeschiedenen Bachofenkar vor und bescheren uns noch einen tollen Anblick.

heute mehr als 40 Tiere gezählt

heute mehr als 40 Tiere gezählt

hier ist der "Bach offen" und gibt dem Kar seinen Namen

hier ist der „Bach offen“ und gibt dem Kar seinen Namen

Ein Tipp: die Abkürzung ins Halltal ist der Wilde Bande Steig in Richtung Stempeljoch und nach 10min vom Steig weglos links abwärts bis zur Stempelreise, wobei dort ein kleiner, sichtbarer Steig abzweigt über den man auf den Hauptsteig zum Stempeljoch trifft.
Diese Variante spart ordentlich Höhenmeter anstelle der Variante zum Lafatscher Joch.

Tipp für den Abstieg, nicht östlich sondern westlich und ab vom Steig auf die andere Talseite

Tipp für den Abstieg, nicht östlich sondern westlich und ab vom Steig auf die andere Talseite

und hier am Steig vom Stempeljoch einfädeln (viel kürzer und angenehmer als über das Lafatscher Joch)

und hier am Steig vom Stempeljoch einfädeln (viel kürzer und angenehmer als über das Lafatscher Joch)

Die abschließenden Harfenklänge bei Karl vor seinem Knappenhäusl machen aus der Tour einen unvergesslichen Tag. Berg Heil!

Sonntagskarspitze - Umrundung Roßkopf

Mils, 22.06.2014

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Klettersteige von der Alpenklubscharte

Die Alpenklubscharte ist der Ausgangspunkt für die Klettersteige auf die Große Ochsenwand und auf den Steingrubenkogel.

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Die Alpenklubscharte – von der Kemater Alm aus – ist überhaupt ein idealer Ausgangspunkt für beachtliche Gipfelbesteigungen bei später Entscheidung doch noch aufzusteigen. Damit ist gemeint, daß die Alpenklubscharte von der Kemater Alm aus (mit einer Seehöhe von 1678m) in einer guten Stunde – vielleicht eineinhalb Stunden – erreichbar ist und selbst ab der Mittagszeit von dort aus noch Gipfel mit Höhen von 2.500m und mehr zuläßt. Zu erwähnen sind hier die vorgenannten beiden Gipfel, die mittels anregenden Klettersteigrouten begangen werden.

Große Ochsenwand

Große Ochsenwand

der erhabene Steingrubenkogel

der erhabene Steingrubenkogel

Ich habe ohne Klettersteigset heute nur „geschmökert“ und bin beide Klettersteige ca. ein Drittel weit begangen, aber das genügte, um Feuer zu entfachen…

Kleine Ochsenwand vom Klettersteig der Großen Ochsenwand aus gesehen

Kleine Ochsenwand vom Klettersteig der Großen Ochsenwand aus gesehen

Die Kleine Ochsenwand kann man im „Vorbeigehen“ am Weg zur Großen Ochsenwand mitmachen, sie bietet eine herrliche Aussicht und sollte in der Runde, die man machen möchte, nicht fehlen.

Blick von der kleinen Scharte aus Richtung Westen

Blick von der kleinen Scharte aus Richtung Westen

Die beiden Fotos sind vom Klettersteig auf den Steingrubenkogel und bieten einen Eindruck, welch bizarr schöne Formationen die Kalkkögel bieten und sind Sinnbild für die charakteristischen horizontalen Bänder die man in den Kalkkögeln so häufig antrifft. Eine geologische Besonderheit, die nirgends in den Kalkalpen den Inntales so ausgeprägt anzutreffen ist wie hier.

Aussicht Klettersteig auf den Steingrubenkogel Richtung Osten (Schlick)

Aussicht Klettersteig auf den Steingrubenkogel Richtung Osten (Schlick)

Über kurz oder lang werden die Touren, die von der Alpenklubscharte ausgehen, hier erscheinen. Vorerst schließe ich den Artikel mit einem Abschlußfoto von der Adolf Pichler Hütte auf ein Ziel, das auch Wanderer machen können, wenn der Rest der Gruppe klettern geht, den Gamskogel. Leicht und ohne Gefahr in ca. zwei Stunden über 700Hm von der Adolf Pichler Hütte aus zu erreichen.

der Gamskogel rechts dem Seejöchl

der Gamskogel rechts dem Seejöchl

Mils,
19.06.2014

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Fallbachkarspitze (Große Wechselspitze) 2.316m

Eine ausgesprochen anspruchsvolle Tour auf eine kühne Felsschneide hinter’m Haus und Zwischenziel der Königsdisziplin auf der südlichen Seite des Großen Bettelwurfes ist die Fallbachkarspitze.

Gleich vorweg sei erwähnt, daß die Fallbachkarspitze – im Volksmund und in jüngeren Karwendelführern auch Große Wechselspitze genannt wird – und daß diese Bezeichnung nicht richtig ist. Die Wechselspitze ist der kleine Sporn südöstlich der Fallbachkarspitze, von der Fallbachkarspitze getrennt durch eine Schlucht, die man durchsteigt, wenn man ins Fallbachkar aufsteigt (im AV Führer Klier 1951, Überarbeitung 1978 wird sie nicht einmal erwähnt). Diese wiederum nennt man auch Kleine Wechselspitze.
Die Höhenangaben der Fallbachkarspitze in der alpinen Literatur schwanken von 2.316m bis 2.324m.

Blick vom Gipfel der Hüttenspitze zur Fallbachkarspitze

Blick vom Gipfel der Hüttenspitze zur Fallbachkarspitze

Vom Inntal aus, vor allem wenn man genau südlich in Gnadenwald oder Mils zur Fallbachkarspitze emporschaut wirkt sie so, wie sie auch während der gesamten Besteigung ab der Wechselscharte bleibt, eine ungemein steile, kühne Felspyramide, deren mittlere Hangneigung im oberen Teil – gemessen nach alter Väter Sitte mit dem Aufdruck auf der Hülle meiner AV-Karte (Karwendel mittleres Blatt) – die 50° Marke erreicht. Dies wird einem spätestens 50Hm nach der Querung der Markierung mit der Stange bewußt.

Wir sind heute zu dritt mit unserem Kollegen Bene und beginnen den Aufstieg vom Halltal vom Parkplatz bei der Sprungschanze durch den Wald und – unmarkiert und nicht gut erkennbar für den Erstbegeher – ca. 300m vor dem Klettergarten durch den Wald zur Halltalerhütte hinauf. Die Alternative wäre die Halltalstraße bei der ersten Ladhütte am Steig rechts zu verlassen und durch die Ladhüttenklamm aufzusteigen. Der erstgenannte Anstieg ist in der AV-Karte als offizieller Steig rot eingezeichnet.

Von der Halltalerhütte geht es durch Mischwald weiter in Richtung Alpensöhnehütte. Dort trifft man nicht auf Wasser, denn die lächerliche, dieser Tage allgemein am Berg anzutreffende Hysterie um Keimfreiheit hat die Alpensöhne – so scheint es mir – veranlaßt den Brunnen abzudrehen (wer genaues darüber weiß möge bitte die Kommentarfunktion nutzen und den Sachverhalt darstellen). Jedenfalls haben wir aus diesem Brunnen schon Hektoliter getrunken und leben weiter.
Ich möchte das Thema Wasser speziell für die Sommerbesteigung nochmals besonders erwähnen, da wir schon des Öftern auf der relativ kurzen Tour zur Fallbachkarspitze bei dreiviertel der Strecke ohne Wasser dagestanden sind.
Man kann aber ca. 200m vor der Alpensöhnehütte dem schwachen Steig nördlich folgen und kommt nach ein paar Minuten zu einer Bank mit „Gipfelbuch“ und steigt dahinter im Wald auf mehreren Steigmöglichkeiten weiter (Weidevieh hat hier einige Steige hervorgebracht und man tut sich schwer immer exakt der Markierung zu folgen, wenn man sie nicht vorausblickend ansteuert.
Jeder Anstieg führt aber letztendlich zu einer Verengung der Steigmöglichkeit oben und, gleich einem Flaschenhals, spuckt der Wald den Ersteiger aus und man findet sich mit befreitem Gefühl auf einer luftigen, kurzen und zunternbewachsenen Querung wieder, die man dann links wendend über eine Rinne (Ferkelrinne) verläßt und gut markiert links der Rinne hochsteigt.
Nach ungefähr 150Hm erreicht man eine mehr oder weniger ausgeprägte Schotterreise, deren schottrige Stellen man tunlichst versucht auszustellen. Diese unangenehme Stelle ist jedoch recht kurz und oben taucht man, weiter westlich als die Reise, wieder in die Zuntern ein und steigt – immer gut markiert – zur Hüttenspitze, oder wie sie richtig heißt, dem Halltaler Zunterkopf empor.

die Nagelwand

die Nagelwand

Von hier aus hat man einen ausgesprochenen Logenplatz auf das Ziel, die Fallbachkarspitze und man erkennt auch präzise die trennende Schlucht bzw. im oberen Teil die Rinne die die beiden eingangs erwähnten Gipfel separiert (wobei man erwähnen muß, daß die Kleine Wechselspitze kein eigentlicher Gipfel ist, sondern ein Grat, der sich von der Rinne südwärts zieht und der am Ende mit einer Steilwand zur Wechselscharte abfällt).

Wechselscharte ist das Stichwort, das den nächsten Etappenpunkt darstellt. So toll wie man die weitere Tour nach oben sehen kann, so gut sieht man vom Gipfelkreuz der Hüttenspitze auch nach unten zur Wechselscharte, die man nun ansteuert. Leider verliert man dabei ziemlich genau 100Hm, die sich am Gegenhang als mühsam wieder eingenommen erweisen.
So wie man den Gipfelrücken der Hüttenspitze betreten hat, so verläßt man ihn wieder rechts bzw. östlich, etwas südlich des zunternbewachsenen Grates auf gut sichtbarem und markiertem Steig. Nach zwei Minuten erreicht man dann an der Südseite steileres Terrain und steigt über dieses weiter hinab bis sich der Steig nordwärts wendet und über Wurzelwerk hinweg erreicht man eine kleine Rinne, ca. 15m hoch, die in das Verbindungsgelände zur die Scharte führt und nach unten hin flacher wird.

An der Scharte angekommen sieht man schon etwas oberhalb einen recht neu angelegten Klettersteig, den man sogleich in Angriff nimmt. Es ist dies die Nagelwand und sie ist sehr steil, also empfiehlt sich für den Erstbegeher und den Vorsichtigen ein Klettersteigset. Steinschlag haben wir dort noch nie beobachtet, jedoch ist ein Helm auch für die weitere Tour von Vorteil.

Am Ende der Nagelwand (auch Ende des Klettersteiges) dreht man sich außer Atem zur Hüttenspitze um und hat somit den Abstieg wieder kompensiert. Gleichzeitig ist es nun ziemlich heiß geworden, wenn man die Tour an einem wolkenlosen Tag unternimmt. Ab jetzt stellt sich die Frage nach dem Trinkvorrat…

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Durch die Zuntern und teilweise anstrengendes Gelände steigt man weiter, an der kleinen verwitterten Holztafel mit dem Abzweig „Fallbachkar“ bis zum flacher werdenden Rücken empor und achtet nun auf die Markierung mit einer Holzstange in einer Steinanhäufung. An dieser Stelle hat man die Wahl zwischen dem Grat und der westlich davon gelegenen Rinne.
Wir nehmen die Rinne und hoffen – je nach Tageszeit – auf einige schattige Stellen in dieser beim weiteren Aufstieg. Nach der Holzstange einige Meter abwärts und sogleich wieder steil über eine kleinstückige Reise hinauf bis die Rinne felsdurchzogen wird. Der weitere Anstieg ist sehr schön voraus zu sehen, da zwei Tage vor unserer Begehung (unsere Begehung fand am 9.6. statt) die uralten vergilbten Punktmarkierungen mit einer dunkelrot schimmernden Farbe streifig sehr schön sichtbar neu markiert wurde und auch das GB ausgetauscht wurde. Danke Mander!

Markierungsstange

Markierungsstange

Nun offenbart sich die Rinne mit ihrer extremen Steilheit über gute 250Hm bis zu einem schmalen Grat, der von der Hüttenspitze aus gut sichtbar ist. Hat man diesen erreicht steigt man, sich nach Osten drehend, über eine kleine noch steilere Rinne ca. 20m hinauf und befindet sich auf einem einladend flachen, wiesenbewachsenen Plateau mit – um diese Jahreszeit – im Sonnenlicht unerschrocken aufgerichtet und kraftstrotzenden Enzianen und Platenigln.

Basislager am Plateau

Basislager am Plateau

Das Plateau zum Verweilen genutzt und den weiteren Anstieg nun im echten Klettergelände gemustert steigt man nun an der Ostseite des Gipfelaufbaues zuerst einige Meter fast eben auf einem schmalen und dann breiter werdenden Band bis zur Einstiegstelle der Kletterei und befindet sich nur mehr ca. 50Hm unter dem Gipfelgelände. Die leichte Verschneidung gilt es nun zu meistern und wir haben sie vor sieben, acht Jahren auch nicht beim ersten Mal geschafft. Es gilt jedoch nicht die Nerven wegzuwerfen, denn die Verschneidung ist sehr gut mit festen Griffen und Tritten ausgestattet, hat an der schwierigen Stelle einige Klammern als Steig- und – bei Bedarf – Sicherungshilfe und formt sich im oberen Teil symphatisch eng, einem Mutterschoße gleich und beugt somit dem Kitzel der Ausgesetztheit vor.

die Verschneidung am Gipfelaufbau

die Verschneidung am Gipfelaufbau

Am Ende der Verschneidung wird es etwas luftiger und man wendet sich fast 120° nach links, umgeht einen Felssporn und ist am zuerst schmalen Grat, der sich nach wenigen Metern verbreitert und nimmt die letzten Höhenstufen zum ca. 100m entfernten Gipfel.

...am Ende der Verschneidung wendet man sich 120° nach links...

…am Ende der Verschneidung wendet man sich 120° nach links…

die letzte Markierung im Aufstieg

die letzte Markierung im Aufstieg

Die Aussicht zu allen Himmelsrichtungen ist phänomenal und entschädigt für die Mühen.
Im Norden das Bettelwurf-Osteck; es liegt ausgebreitet vor einem da und lockt mit einer wild aufragenden letzten Steilwand, die heuer auch noch gemeistert werden wird.
Im Süden das Wiesenplateau und die Felsabstürze des Ausläufers, im Westen der beginnende Eisengatterergat und die Bettelwurfhütte, gerade noch über dem Grat sichtbar, sowie im Osten die mächtige Formation der Hohen Fürleg, die mit den wild gezackten Fallbachkartürmen – dem Unterkiefer eines Raubtieres gleich – in Verbindung mit König Bettelwurf steht.

das Bettelwurf-Osteck

das Bettelwurf-Osteck

die Bettelwurfhütte hinter dem beginnenden Eisengatterergrat

die Bettelwurfhütte hinter dem beginnenden Eisengatterergrat

Hohe Fürleg

Hohe Fürleg

Der Rückweg von der Fallbachkarspitze wird normalerweise nicht angetreten, sie ist viel mehr Zwischenziel des Aufstieges zum Osteck des Großen Bettelwurf. So wie viele Tourenberichte es tun müssen auch wir den Abstieg als strapaziös und langwierig beschreiben. Man tritt ihn mit Vorsicht an, die Steilheit des Geländes läßt nur verminderte Gehgeschwindigkeit zu und oft muß man in der Rinne richtig abklettern. Man beachte dies bei entsprechenden Wetterbedingungen. Der Wetterschutz, den man bis zur Wechselscharte finden kann, ist kärglich.

die Aufstiegsrinne zum Plateau im abstieg

die Aufstiegsrinne zum Plateau im abstieg

Es gibt eine Möglichkeit am Verbindungsgrat zum Osteck zum Bettelwurfkar und weiter zum Eisengatterergrat zu queren und somit wäre man auf leichtem Abstiegsgelände und mit der Bettelwurfhütte sogar in Biernähe, jedoch können wir diese Variante noch nicht antreten und jetzt nicht beschreiben, da wir sie erst finden müssen. Und dies wird heuer von der anderen Seite im Aufstieg erfolgen, denn die Rinnen, die dabei in Betracht kommen, möchte man bei der Erstbegehung lieber aufwärts durchsteigen als abklettern.

das Gröbste geschafft

das Gröbste geschafft

Den Rückweg ohne nennenswerten Trinkvorrat gemeistert und die Wechselreise in Rekordtempo mit -80Hm/min auf der Vector genommen kann uns nichts mehr vor dem nahen Gh. Walderbrücke aufhalten. Ein Minigewitter ist auch schon im Anrollen.

ein Minigewitter treibt uns  die Reisen hinab...

ein Minigewitter treibt uns
die Reisen hinab…

Man rechne mit dem Aufstieg bis zur Hüttenspitze mit ca. 1:30 Stunden und bis man die gleiche Höhe auf der Nagelwand erreicht hat mit nochmals gut 30min. Von dort wird es mühsam und für den Aufstieg bis zum Plateau addiere man weitere 1:30 bis 1:45 Stunden. Den Gipfel ab dem Plateau erreicht man in 15 bis 20min.
Der Rückweg läßt sich in 2:30 bis 3 Stunden ausführen, vor allem wenn man die Reisen zum Abfahren nimmt. Sie sind in Summe 700m hoch und können über weite Teile benutzt werden.

Mils zu Sonnwend 2014